Es ist ein Leben aus der Kraft einer Vision für Gerechtigkeit und Engagement. Ein Leben, das bereit war, alles dafür zu geben und das am 4.April 1968 gewaltsam beendet wurde. Sein Name: Martin Luther King * 15. Januar 1929 Atlanta, Georgia/USA † 4. April 1968 in Memphis/Tennessee, Baptistenpastor, Anführer der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung der 1950/60er Jahre und Friedensnobelpreisträger 1964.
Ein Lebensalter von knapp vierzig Jahren, das so viel weltgeschichtliche Bedeutung erlangte und bis heute Inspiration und Auftrag für gesellschaftliches Engagement ist.
Doch wie war nun der Lebenslauf dieses so bedeutenden wie engagierten Pastors, was waren Bewegründe, Inspirationen wie Motivationen? Welche Lebensereignisse, Erfahrungen formten Leben und Werk?
Der renommierte Journalist und Autor, Jonathan Eig, legt nun eine umfassende Spurensuche in spannenden biographischen und gesellschaftshistorischen Facetten vor. Die schon vielfach ausgezeichnete – Pulitzer Preis 2024 – Biographie ist in drei großen Überblickskapitel aufgebaut, welche detailliert wie gut lesbar Lebensweg wie Begegnungen, Visionen und Herausforderungen herausarbeiten wie zusammenfassen.
„Eine spannende, beeindruckende Reise zu einem Leben zwischen Vision, Mut und Gesellschaft!“
Martin Luther King. Ein Leben. Jonathan Eig. DVA Verlag
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Clownerie und Humor können die Dinge ein wenig zurechtbiegen…und Humor ist eine solide Brücke zwischen zwei Menschen!
Was liest Du derzeit?
Karina Sainz Borgo: Nacht in Caracas
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Kleist: Schließlich ist das Paradies verriegelt, und wir müssen die Reise um die Welt machen und sehen, ob es vielleicht von hinten irgendwo wieder offen ist.
Vielen Dank für das Interview, liebe Verena, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunst-, Literaturprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Verena Vondrak, Clownin und Autorin
Zur Person:Verena Vondrak, Clownin und Autorin _ Ausbildung in Paris und Prag, Autorin von 2 Kinderbüchern, Co-Direktorin vom Clowntheater Olé in Wien, 30 Jahre CliniClown (St. Anna Kinderspital), Workshopleiterin in Clownerie,
Zur Person: Val Wecerka, geboren in Burgas, studierte Malerei, Grafik und Tapisserie (Universität für angewandte Kunst Wien bei Prof. Ch. L. Attersee) sowie Bildnerische Erziehung und Textiles Gestalten (Barbara Putz-Plecko). Sie lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Wien.
Meine Arbeiten setzen sich intensiv mit den Themen Identität, Herkunft und Zeit auseinander. In meinen Werken erforsche ich die Komplexität dieser Konzepte und ihre Verflechtungen miteinander. Ich nutze eine Vielzahl künstlerischer Ausdrucksformen wie Malerei, Skulptur und Textil, um meine Botschaft zu vermitteln. Durch diese Vielfalt an Medien schaffe ich eine facettenreiche Betrachtung dieser Themen.
Die Blätter fallen. Und zwei rote davon direkt auf den Sarg ihres Vaters. Sprachlos stehen Zara und ihre Mutter vor dem Dunkel des Grabes. Viele Freunde sind gekommen, es ist bunt wie das Leben des Reporters, der in Indien bei einem Motorradunfall starb. So heißt es, jetzt, im stummen Fall der Blätter. Doch für Zara zerreißt die Stille im Schmerz und sie stürmt davon, wie ihr Vater Reinhard in seinem Leben zwischen Kulturen, Grenzen, Begegnungen und Aufbrüchen…
In Italien begegnen Zara und Ruth dem Fotografen Johannes, einen Kollegen des Vaters und jetzt kommt es zu einer Offenbarung, der Zara nur mit einem Schrei begegnen kann…
Ihr Vater ist nicht tot. Im Grab liegt nur die verbrannte Lederjacke.
Und jetzt bricht Zara auf. Eine Spurensuche beginnt zwischen Tochter und Vater, Erinnerung und Erfahrung, Religion, Kultur und Politik, Liebe und Schmerz, Hoffnung und Ausweglosigkeit…
Lisei Luftvogel, in Essen geborene und in Ferrara lebende Autorin, legt mit Der Doppelschreier ihren zweiten Roman vor und begeistert darin mit sprachlicher Virtuosität in einem kulturellen roadmovie der Sonderklasse.
Die studierte Philosophin wie ebenso der Arabistik/Judaistik packt eine spannungsgeladene literarische Spurensuche in Brennpunkte der Zeitgeschichte des Nahen Ostens wie Kalten Krieges und lässt so ein Gesellschaftspanorama entstehen, dass an ganz große literarische Werke wie Thomas Mann oder Alfred Döblin erinnert, allerdings im verdichteten Zeitraffer eines krimigleichen Erzählstranges, der im dialogischen wie topografischen Tempo eine genuin selbstbewusste wie faszinierende literarische Form findet.
„Ein mitreißender Spannungsgenuss mit tiefen Reflexionsebenen der Zeitgeschichte!“
Der Doppelschreier, Lisei Luftvogel. Roman. Tredition.
Liebe Rebekka Salm, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Jetzt und heute stehe ich zwischen zwei Reisen. Zurück aus Dänemark und unterwegs nach Berlin. Ich packe Koffer aus, wasche Wäsche, packe Koffer wieder ein, suche Reisepässe, die ich gerade noch in den Händen gehalten habe, dazwischen höre ich alle zwei Minuten „Mama“ und die Katze streicht mir hungrig um die Beine. Im Kopf notiere ich mir Ideen, die ich später in mein aktuelles Romanprojekt einbauen werde – wenn ich sie bis dann nicht vergessen habe.
Rebekka Salm, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Dass wir es uns bei den wichtigen Themen wie Klimakrise oder ein funktionierendes soziales Miteinander nicht zu einfach machen. Dass wir nicht den bequemen Wahrheiten aufsitzen, einfach weil es bedeuten würde, dass wir uns nicht bewegen müssen. Dass wir nicht recht haben wollen, sondern rechtschaffen handeln wollen. Dass wir in freundlicher Weise kritisch mit uns selbst sind: Stimmt das, was ich denke? Was spricht dafür und – viel wichtiger – was dagegen?
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Literatur ist ein in endloser Weise ausgestaltbarer Raum – wir können ihn runterkühlen und die Lichter dimmen, wir können ihn in hoffnungsvollen Farben streichen, wir können darin dystopische Szenarien stattfinden lassen, die nie eintreten dürfen und wir können darin leicht verständlich und auf inspirierende Weise aufzeigen – ohne moralisierend zu werden -, wie es in Zukunft sein könnte und sollte.
Was liest Du derzeit?
„Auf allen Vieren“ von Miranda July / Kiepenheuer & Witsch, 3. Auflage 2024
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Es brauchte keine Antwort auf die Frage nach dem Warum zu geben; alles Wichtige begann rätselhaft, und die Rätselhaftigkeit glich einem Ozean, den man mit einiger Kühnheit durchqueren musste. Wie oft hatte ich bei der ersten kleinen Welle von Selbstzweifeln wieder kehrtgemacht? Um an irgendeinen neuen Ort zu gelangen, musste man es aushalten, dass sich irgendetwas grundfalsch anfühlte.“
Vielen Dank für das Interview, liebe Rebekka, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Rebekka Salm, Schriftstellerin
Zur Person:Rebekka Salm*1979, wohnhaft in Olten, studierte Islamwissenschaften und Geschichte in Basel und Bern, arbeitet als Texterin und Erwachsenenbildnerin im Migrationsbereich und ist Mutter einer Tochter. Publikationen in verschiedenen Literaturformaten, 2022 erschien ihr Debut-Roman „Die Dinge beim Namen“, 2024 der zweite Roman „Wie der Hase läuft“. 2023 erhielt sie von den Kantonen Baselland und Solothurn je den Förderpreis Literatur sowie von der Hans und Beatrice Maurer-Billeter-Stiftung den Förderpreis Dreitannen.
„Wo nimmt die eigene Geschichte ihren Anfang? Und können wir uns sicher sein, dass das, woran wir uns erinnern, auch wahr ist? Rebekka Salm beweist nach ihrem fulminanten Debüt in ihrem zweiten Roman Wie der Hase läuft ihr tolles Erzähltalent.
Amsterdam, 1943: In einer Bäckerei fällt ein Schuss, hinter dem Tresen stirbt ein junger Mann. Seine Witwe, fast noch ein Kind, flieht in die Schweiz. Fünfzig Jahre später verlässt im Basler Hinterland ein Familienvater Frau und Kind, in der gleichen Nacht liegt eine Frau zwischen zwei Dörfern tot am Strassenrand. Jahrzehnte später begegnen Teresa und Mirco einander. Sie verlieben sich und versuchen sich an ihre Kindheit zu erinnern, die geprägt war von Verlust und Schweigen. Mirco hat Angst, dass die Vergangenheit sich wiederholt, wenn man sie nicht ruhen lässt. Aber Teresa begibt sich auf Spurensuche und erschafft Stück für Stück ihre gemeinsame Geschichte.
In ihrem neuen Roman entfaltet Rebekka Salm ein Panoptikum aus Geschichten und Erinnerungen zweier Familien, die sich nicht erinnern wollen – und die doch, ob’s ihnen gefällt oder nicht, Teil einer großen Erzählung sind.“
Rebekka Salm Wie der Hase läuft Roman Gebunden, 13,5 x 21,5 cm 195 Seiten CHF 29.00
Er ist einer bedeutendsten wie stilbildendensten Fotografen des 20.Jahrhunderts und setzte in seinem knapp hundertjährigen Leben Maßstäbe in der Darstellungs- Eindrucks- und Ausdruckskraft des Lichtbildes im gesellschaftlichen Fokus von Zeit und Ereignis, sowohl im weltgeschichtlich „Großen“ wie sozial alltägllich „Kleinen“ Streetfotografie. Sein umfangreiches Werk umfasst einen zeitgeschichtlichen Bilderbogen, der ein einzigartiges Panorama von Gesellschaft und Ereignis ist. Sein Name: Henri Cartier-Bresson * 22. August 1908 Chanteloup-en-Brie, Seine-et-Marne/F † 3. August 2004 in Montjustin, Alpes-de-Haute-Provence/F.
Eine aktuelle Ausstellung zu Leben und Werk, die bis September in Berlin und dann in Madrid zu sehen ist, gibt einen wunderbaren Ein- und Überblick in Leben und Werk dieses so bedeutenden und inspirierenden Fotografen, Filmemacher, Künstler wie Journalisten.
Der Begleitband im Hirmer Verlag ist wie gewohnt ein Kunstwerk für sich und fasst in Wort – spannende Essays zu den künstlerischen Schwerpunkten wie Ausrichtungen zwischen Leben und Zeit – und Bild – ein wunderbarer Bildbogen des Werkes in genauer Beschreibung/Info – die laufende Ausstellung eindrücklich zusammen.
„Ein großartiger Ein-, und Überblick in Leben und Werk eines der bedeutendsten Fotografen des 20.Jahrhunderts!“
Liebe Val Wecerka, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Morgens, wenn ich aufwache, versuche ich, meine Träume festzuhalten bzw. mich an sie zu erinnern, da sie mir oft den Weg zeigen. Danach bereite ich das Frühstück für meinen Sohn vor, der zur Schule gehen muss. Anschließend erledige ich meinen Papierkram, der leider viel Zeit in Anspruch nimmt. Danach gehe ich ins Atelier, wo ich Entwürfe vorbereite und zeichne. Diese dienen als Vorlage für meine Bilder und Skulpturen. Abends, wenn keine Verpflichtungen anstehen, fahre ich nach Hause, um Zeit mit meiner Familie zu verbringen.
Val Wecerka, Künstlerin
Arrangement of lines
Freuds letter ii
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Du sprichst einen Punkt an, der in verschiedenen Lebensphasen unterschiedliche Prioritäten mit sich bringt. Jeder Mensch durchläuft verschiedene Lebensphasen, und wie weise wir werden, ist entscheidend dafür, wie wir unser Leben gestalten. Respekt und gegenseitige Unterstützung sowie Frieden sind zentrale Werte, die wir pflegen sollten, besonders in einer Zeit, in der neue Technologien unsere Welt so schnell verändern. Wie wir sehen können, leidet auch die Natur darunter. Daher ist es ebenso wichtig, im Einklang mit ihr zu leben und diese Balance täglich zu pflegen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?
Für mich hat sich seit 2020 die Welt in eine neue Phase entwickelt. Es ist wirklich tragisch zu sehen, wie Menschenleben wegen Macht und Gier verloren gehen. Das betrübt mich zutiefst. Ich spüre und sehe, dass sich die Weltmacht verändert, aber es ist erschütternd zu sehen, wie oft persönliche Interessen über das Wohl der Gesellschaft gestellt werden.
Die Kunst bringt Frieden mit sich, da bin ich mir sicher. Daher spielt sie eine zentrale Rolle. Sie besitzt die Fähigkeit, komplexe Emotionen und Gedanken auszudrücken und Menschen auf einer tieferen Ebene zu verbinden. Sie kann inspirieren, zum Nachdenken anregen und neue Sichtweisen aufzeigen, die für die Bewältigung von Veränderungen und Herausforderungen wichtig sind.
Was liest Du derzeit?
Als Jugendlicher las ich Boris Vians “ Der Schaum der Tage“ und habe das Buch kürzlich wiederentdeckt.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Ein berührendes Zitat von Boris Vian lautet:
„Man kann ohne Kunst leben, aber nicht schön.“
Vielen Dank für das Interview, liebe Val, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Val Wecerka, Künstlerin
Zur Person: Val Wecerka, geboren in Burgas, studierte Malerei, Grafik und Tapisserie (Universität für angewandte Kunst Wien bei Prof. Ch. L. Attersee) sowie Bildnerische Erziehung und Textiles Gestalten (Barbara Putz-Plecko). Sie lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Wien.
Meine Arbeiten setzen sich intensiv mit den Themen Identität, Herkunft und Zeit auseinander. In meinen Werken erforsche ich die Komplexität dieser Konzepte und ihre Verflechtungen miteinander. Ich nutze eine Vielzahl künstlerischer Ausdrucksformen wie Malerei, Skulptur und Textil, um meine Botschaft zu vermitteln. Durch diese Vielfalt an Medien schaffe ich eine facettenreiche Betrachtung dieser Themen.
Liebe Stephanie Mehnert, wie sieht jetzt dein Tagesablauf aus?
Ich beginne den Tag gern mit einem guten Frühstück. Da ich Mutter eines Schulkindes bin, ist das wochentags zwar früher als mir lieb ist, aber ich genieße es, mich mit meinen Liebsten in Ruhe einzuschwingen. Danach gehe ich für einige Stunden meiner psychotherapeutischen Arbeit nach, die gleichzeitig auch meine größte Inspirationsquelle ist. Meine Praxis ist für mich ein beinahe magischer Ort, der nur mir gehört, der quasi meinen eigenen Gesetzen folgt, in dem ich Gedanken und Texte ordne, forme oder verwerfe. Wenn ich kann, lasse ich mich durch die Nachmittagsstunden treiben, wandere durch die Flussauen oder sitze in Cafés herum, wo ich mir Dialogfetzen von Fremden einflüstern lasse. Und ich liebe das Freibad am Ende unserer Straße! Der größte Teil meiner Texte entsteht in den Abendstunden, wenn ich ganz bei mir bin und versuche, aus all dem Erlebten etwas Gutes zu extrahieren.
Stephanie Mehnert, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
In den letzten Tagen denke ich viel über Hartmut Rosa und seine Resonanztheorie nach. Solange wir zwischen dem Bedürfnis nach Kontrolle und dem Gefühl von Ohnmacht hin und her kippen, verpassen wir letztlich den Raum dazwischen. Einen Zustand, den Salomo Friedländer als „schöpferische Indifferenz“ bezeichnet hat, aber man könnte ihn auch einfach Gelassenheit nennen. Nach Friedländer handelt es sich dabei um eine interessierte, abwartende und offene Haltung, die infolge einer Resonanzerfahrung in eine Handlung übergeht. Oder einfacher gesagt: Wenn wir lernen, einander aufmerksam und achtsam zu begegnen, dient das dem aufrichtigen Dialog und letztlich einem friedlicheren Miteinander.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst zu?
Das wunderbare an der Kunst, an der Literatur, ist für mich, dass sie niemals auf eine Rolle oder Funktion herunterzubrechen ist. Und wenn es doch einmal einen derartigen Versuch gibt, sind hier und da schon längst wieder viele aus dem Kanon, dem Zeitgeist, ausgebrochen und machen alles ganz anders. Bei Timothy Morton habe ich mal gelesen, man könne Ästhetik auch als Anästhetikum verwenden. Seither versuche ich, ebendas zu vermeiden, und mich selbst und die Lesenden nicht mit Schönheit einzulullen, zu verkleben, wenn ich zum Beispiel Naturbeschreibungen als Tor zu möglichen Resonanzräumen in Texten verwende. Ich liebe das fruchtbare Chaos, das entsteht, wenn interdisziplinär gearbeitet wird. Kunst im öffentlichen Raum, öffentliche Räume, die weniger künstlich werden, weil man sie bespielt. Von der Architektur bis zum Gartenbau könnte alles noch wesentlich künstlerischer, organischer und lebensfreundlicher gedacht werden. Wir alle sind aufgefordert, eine unnachgiebige Haltung gegenüber jenen einzunehmen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, unsere Gesellschaften zu spalten und zu zerstören. Ich träume davon, dass mithilfe der Kunst neue Narrative entstehen und jene tragfähigen Utopien entwickelt werden, nach denen es so viele Menschen gerade dürstet.
Was liest du derzeit?
»Hasenprosa« von Maren Kames und »Die Selbstorganisation des Universums« von Erich Jantsch
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest du uns mitgeben?
»Ich wusste, jetzt würde es fürchterlich kompliziert, aber ich konnte nichts dafür, erst recht nichts dagegen, höchstens ein klein wenig hinzutun, wenn ich mich mühte.«
(Maren Kames / Hasenprosa / Suhrkamp 2024)
Vielen Dank für das Interview, liebe Stephanie, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Stephanie Mehnert, Schriftstellerin
Zur Person:Stephanie Mehnert wurde 1979 in Hamburg geboren. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Nürnberg, wo sie als Gestalttherapeutin niedergelassen ist. Ihre Texte erschienen u.a. in Literaturzeitschriften, in Anthologien und auf verschiedenen Literaturportalen.
»Das Flimmern kleiner Lichter« ist ihr Romandebüt.
Mehnert ist Mitglied im Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller und Mitbegründerin der unabhängigen Lesereihe »Übermut & Zärtlichkeit«.
In ihren Texten erforscht sie die Lebensrealitäten randständiger Figuren, und die Natur als mögliche Ressource, in der Hoffnung, damit einen Beitrag für mehr Mitgefühl und Toleranz leisten zu können.
„Feinfühliger Debütroman über »die kleinen Lichter« St. Paulis »Es leben Menschen im Viertel. Und sie leben miteinander und nebeneinanderher, verwoben, wie Pilzmycel.« Ronja arbeitet als Pflegehilfskraft im Hamburger Stadtteil St. Pauli und wohnt nach ihrem WG-Auszug in einer Datsche am Elbstrand. Ihre Eltern taten ihr zu deren Lebzeiten mehr weh als gut – der Vater geriet im Suff in Rage –, weshalb Ronja sich bindenden Beziehungen lieber entzieht. Niemandem berichtet sie von dem sexuellen Übergriff ihres Chefs, sie will bloß irgendwie weitermachen. Als sie sich dazu überreden lässt, ihre zwangseingewiesene Lieblingspatientin aus der Klinik zu entführen, um deren Suizid zu verhindern, gerät Ronjas Leben vollends aus den Fugen. Mit dem Aufdecken einer Lüge bricht der Horror vergangener Tage aus ihr heraus. Doch Ronja kann sich auf den Rückhalt und die Liebe einer Familie verlassen, von deren Existenz sie bisher nichts geahnt hatte. Denn zwischen den kleinen Lichtern um sie herum entwickelt sich ein starkes Netz tragfähiger Verbindungen.“https://www.ulrike-helmer-verlag.de/buchbeschreibungen/stephanie-mehnert-das-flimmern-kleiner-lichter/
Hardcover | 144 Seiten | 20,00 € (D) ISBN 978-3-89741-492-1 Auch als E-Book erhältlich
V ersuche immer, über Frieden mit dem palästinensischen Volk zu schreiben und zu sprechen.
E s ist so schwer. Manchmal wollen die Leute, die Verwandten, nicht zuhören..
P eople, are people, I believe, we are connected to the same beat
E vrit, זאת השפה שלי, אבל לא שפת האם שלי
A rabic, Asalam Aleycom, and that’s the way we take’em
C ome into my multi sprach poetry and get lost between the languages
E very day mache ich Meditation und höre auf die Welt in meinem Herzen.
A lla hu Akbar, Wir schaffen es zu lernen, wie man miteinander lebt.
C ome together, not only when football is on the screen.
H is אלוהים בעברית. וכל יום אתה מתפלל אליו שנשכח מעצמנו ונחפש את דרך האמצע, את הגמישות, ההתפשרות ונוכל לחיות ביחד, זה לצד זה
A men. I love this word that is both German, Hebrew and English. אמן
N aaaaaa – Mein Lieblingswort auf Deutsch
C סי כמו סיפור, שסיפרתי לבתי, על עולם של גמדים, מלכת קלפים, וכדור בדולח. התרצו לקרוא את העתיד שלכם?
E כמו אי אפשר, מי קורא אותי עכשיו בשנת 2024?
Mati Shemoelof, 12.7.2024
Mati Shemoelof, Autor und Kurator
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace
Mati Shemoelof, Autor und Kurator
Zur Person:Mati Shemoelof, Jahrgang 1972, ist ein Schriftsteller, Dichter, Aktivist, Autor und Kurator. Geboren und aufgewachsen in Haifa/Israel lebt und arbeitet er inzwischen mit Lebensmittelpunkt in Deutschland. Er hat sowohl in Israel als auch in Deutschland insgesamt elf Bücher veröffentlicht, darunter sieben Gedichtbände. Sein Werk ist vielfältig aufgestellt. Es umfasst Belletristik, Lyrik, Theaterstücke, Artikel, Texte für Kunstausstellungen, Kurzgeschichten und vieles mehr.
Seine erste Veröffentlichung in Deutschland war eine zweisprachige Ausgabe seines Gedichtbandes „Bagdad | Haifa | Berlin“ (Aphorisma Verlag, 2019). Seine zweite Veröffentlichung in “Deutschland war: “Das kleine Boot in meiner Hand nenn ich Narbe: Gedichte“ (Parasitenpresse, 2023). Für den WDR entwickelte er das Hörspiel „Das künftige Ufer“ (2018).
In Berlin war er Mitbegründer der Gruppe „Poetic Hafla”, die literarische Veranstaltungen und Performances durchführte. Außerdem ist er Mitbegründer von “Anu אנו نﺣــــﻧ: Jews and Arabs Writing in Berlin”. Er ist Empfänger eines Sonderstipendiums des Berliner Senats, um ein viertägiges arabisch-jüdisches Festival über die Vision für eine Nahostunion zu kuratieren.
In diesem Jahr (2024) hat er ein Stipendium des Literaturfonds Deutschland erhalten, um sein erstes Buch auf Deutsch zu schreiben: „Jiddische Sounds, Deutsche Wörter“.
Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit ist er als Literaturredakteur und verschiedentlich in den Medien tätig. er lebt in Berlin, wo er glücklich verheiratet und Vater einer kleinen Tochter ist.
Weitere Informationen über sein künstlerisches Schaffen finden Sie auf seiner Website: mati-s.com
Bachmannpreis 2024 _ Kaśka Bryla, Schriftstellerin _ Wien _ nach der LesungBachmannpreis 24 _ Empfang Schloss Loretto/Klagenfurt Ankommen der Lesenden _ Bachmannpreis 2024 _ Kaśka Bryla(Zweite, stehend von rechts)
Kaśka Bryla, Schriftstellerin _ Interview & Portrait im Garten des Wohnhauses von Ingeborg Bachmann in Wien (1946-49)
Zur Person: Kaśka Bryla, geboren 1978 in Wien, lebt in Wien.
Kaska Bryla sudierte Volkswirtschaft in Wien und Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, Mitbegründung der Zeitschrift PS – Politisch Schreiben. Veröffentlicht seit 2012 Essays, Kurzprosa, Dramen und Romane, gibt Schreibkurse im Gefängnis für Menschen mit Fluchterfahrung und an Schulen.
Konkurrenz und Kanon (Essay in PS – Politisch Schreiben #1, 2015)
alter – das andere Erleben von Dauer (Essay in PS – Politisch Schreiben #4, 2018)
Zeig mir, was du kannst (Kooperation mit Jessica Beer in PS – Politisch Schreiben #6, 2020)
Roter Affe, Residenz Verlag (Roman, 2020)
Im September sterben die Wespen, SUKULTUR (Erzählung, 2020)
Die Eistaucher, Residenz Verlag (Roman, 2022)
Im Herzen der Krähen, Uraufführung Werk-X Petersplatz, Wien (Drama, peira, 2023)
Im Osten nichts Neues oder Wer wem den Hintern auswischt, Uraufführung Hellerau, Dresden (Drama, missingdots, 2023)
Auszeichnungen und Stipendien (Auswahl)
Projektstipendium Literatur des BMKOES 2023/24)
Österreichisches STARTStipendium Literatur 2013
Exil-Literaturpreis 2018
Wiener Projektstipendium Literatur 2022
Aktueller Roman von Kaśka Bryla: „DIE EISTAUCHER“ Residenz Verlag
„Kaśka Brylas manischer Realismus zieht uns in seinen Bann. „Die Eistaucher“ ist ein hochaktueller und schmerzhaft intensiver Roman.
Iga, die Skaterin, die schöne Jess und der pummelige Ras sind Außenseiter*innen in ihrer Schulklasse, doch gemeinsam bilden sie eine verschworene Gruppe, die unzertrennlichen „Eistaucher“. Als die Jugendlichen eines Nachts Zeugen eines brutalen polizeilichen Übergriffs werden und diese Schandtat folgenlos bleibt, beschließen sie, das Recht selbst in die Hand zu nehmen. Zwanzig Jahre später taucht ein geheimnisvoller Fremder auf, der von der damaligen Rache zu wissen scheint und das prekäre Gleichgewicht gefährdet… Gekonnt verwebt Kaśka Bryla eine packende Story über die Ursachen von Radikalisierung mit einem Plädoyer für Solidarität und Liebe. Dieser Roman ist nichts für schwache Nerven und alles für brennende Herzen!“