„wieder mehr Mensch sein“ Patrick Volkmar Siebert, Lyriker _ Erfurt 19.3.2022

Lieber Patrick, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Hallo Walter. Danke für die Gelegenheit hier ein paar Worte zu schreiben. Mein Tagesablauf ist nach einer langen Phase der Kurzarbeit wieder maßgeblich von meinem Broterwerb dominiert. Ich arbeite 9to5 im Tourismussektor. Die Zeit vor und nach der Arbeit gehören der Lektüre und dem Austausch. Es wird immer wichtiger sich über unterschiedliche Medien zu informieren. Dazwischen ist der Arbeitsweg eine gute Gelegenheit sich an der Luft zu bewegen. Auch das wird immer wichtiger, um den Kopf für Kunst und Literatur freizumachen.

Patrick Volkmar Siebert, Lyriker

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?  

Ich möchte nicht für alle sprechen. Das nehme ich nicht für mich in Anspruch. Was ich aber erhoffe, ist wieder mehr Gelassenheit im Diskurs, mehr Ausgewogenheit und vor allem auch, dass nicht mehr Emotionen und die Moralkeule jede einzelne Diskussion überdecken. Das am lautesten vorgetragene Argument gewinnt und durchdachte Äußerungen werden überschrien. Aus dieser Gemengelage resultiert eine gespaltene Gesellschaft. Risse durch Familien und Freundeskreise.

Wir stehen vor Herausforderungen, die uns noch weit mehr fordern werden als es die Pandemie jemals tat, allen Friktionen und Einschränkungen für den Einzelnen zum Trotz. Die Umweltthematik ist weit mehr als eine Krise. Bei einer solchen sind Anfang und Ende ja immerhin definierbar. Wir befinden uns mitten in einer Zeitenwende. Diese ist nur durch gemeinsames, entschlossenes Handeln zu gestalten. Einmal mehr stehen wir uns selber im Weg. Diese Polarisierung beobachten wir international. Was es also braucht ist ein gemeinsames Aufbäumen über alle moralingeschwängerten Diskussionen hinaus. Entschlossenes Handeln statt des sich totlaufenden Meinungskonflikts.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Kunst und Literatur werden in ihrer Funktion als Katalysator für die Gesellschaft immer wichtiger. Wesentlich dabei wird sein für Jeden ein passendes Angebot zu finden. Oftmals heißt es etwas wohlfeil formuliert, dass Keiner zurückgelassen werden dürfe – aber genau das ist korrekt. Der Luxus eines gegenseitigen Ausgrenzens steht uns angesichts der bevorstehenden Herausforderungen nicht mehr zur Verfügung. Wir müssen, so banal es klingen mag, wieder mehr Mensch sein, statt uns als Individuum ins Zentrum zu stellen. Hierfür könnten Literatur und Kunst als Verständigungsmedien eine ganz zentrale Rolle spielen. Leider fehlt mir ein Stück weit die Fantasie wie wir alle erreichen können. Ich bin aber dahingehend zuversichtlich, dass hierfür kreative Lösungen gefunden werden können.  

Was liest Du derzeit?

Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Ich bin da trotz Lektüreplans etwas chaotisch. Vor mir liegt gerade der wunderbar gemachte Band »luna luna« von Maren Kames, den ich bewusst langsam lese, damit ich noch länger etwas davon habe. Geradezu verschlungen habe ich »Monster wie wir« von Ulrike Almut Sandig.Da steht mit »Leuchtende Schafe« schon der neue Lyrikband in den Startblöcken. Um informiert zu sein und Zusammenhänge einordnen zu können habe ich zu  Jerzy Maćków »Die Ukraine-Krise ist eine Krise Europas« gegriffen. Auch wenn das Bändchen von 2016 ist, bildet es doch die Hintergründe des Kriegs in der Ukraine gut ab. In Heinar Kipphardts dokumentarisch angelegten Stück »In der Sache J. Robert Oppenheimer« fand ich den Konflikt zwischen Loyalität und Verantwortung wieder. In der Frage, ob die Sicherheit im Zweifel der Freiheit vorzuziehen sei, bewegen sich die Protagonisten ganz wesentlich auf dem Konfliktfeld, dem auch wir uns aktuell täglich stellen müssen.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Hier fällt mir Tschingis Aitmatow ein. In seinem richtungsweisenden Roman »Der Richtplatz« lässt er den aus der Kirche verstoßenen Nachwuchspriester Awdji den Dogmatismus auseinandernehmen:

„Sie treten für das Monopol auf Wahrheit ein, dies aber ist im besten Fall eine Selbsttäuschung, denn es kann keine Lehre geben, und käme sie gar von Gott, die ein für allemal die Wahrheit bis zum Grund erkennt. Wenn dem so wäre, hieße das – es ist eine tote Lehre.“*

Zwei Sätze von denen ich mir wünschte, sie würden dem einen oder anderen Herrscher in steter Regelmäßigkeit ins Hirn gehämmert werden.

Vielen Dank!

*Zitiert nach: Aitmatow, Tschingis: Der Richtplatz. Unionsverlag 1991. S. 123

Vielen Dank für das Interview lieber Patrick, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Patrick Volkmar Siebert, Lyriker

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Foto_privat.

13.3.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Chöre singen / Helden gingen“ Jörn-Peter Budesheim_Bildender Künstler _ Give Peace A Chance_Kassel 19.3.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Grenzen töten

Inseln trennen

Völker eint

Euch jetzt!

Planetenweite

Einigkeit!

Alles Leben:

Citizen der

Einen Erde

Alle!

Chöre singen

Helden gingen

Alles Leben

Natur gegeben:

Citizen der

Einen Erde

Jörn Peter Budesheim, 16.3.2022

Jörn-Peter Budesheim_Bildender Künstler

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Jörn-Peter Budesheim_Bildender Künstler _ Kassel

https://sites.google.com/view/budesheim

Jörn-Peter Budesheim_3_2022

Fotos_Jörn-Peter Budesheim.

Walter Pobaschnig _ 16.3.2022.

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„Ekel hätten wir noch im Übermaß“ Cordula Simon, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance_Graz 19.3.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Im (Kriegs)geschäft

G – „Gib mir einen Eimer Zynismus.“

I – „Ironie haben wir noch, Zynismus ist aus.

V – „Von dem wird mir schlecht.“

E – „Ekel hätten wir noch im Übermaß.“

P – „Presst mir den Hals zu.“

E – „Ein bisschen Wut, darf‘s ein bisschen Wut sein, nur eine Brise, 3 Gramm?“

A – „Alle sind auf Wut. Wie die das mit dem Zittern aushalten.?“

C – „Combat Boots vielleicht?“

E – „Einen vielleicht, zwei wären zu teuer, das Öl und das Gas.“

A – „Aber am Ende haben wir alle nur mehr ein Bein, wenn überhaupt.“

C – „Chaotisch hier. Zurück zu meinem Zynismus.“

H – „Hass hätten wir noch, oder Angst.“

A – „Angst habe ich selber noch genug.“

N – „Nein, dann eben nicht. Das Glas wird niemals leer, nicht wahr? Wie das mit den Coronas.“

C – „Coronareste sind zu Hause auch noch übrig, mit feiner Atemnot hat man mir versprochen, bekommen habe ich mit viel Erschöpfung.“

E – „Erschöpfung? Dann ist der Krieg bald vorbei.“

Cordula Simon, 15.3.2022

Cordula Simon  _Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Cordula Simon  _Schriftstellerin _ Graz

cordula simon | autorin | graz (cordula-simon.at)

Fotos_Cordula Simon.

Walter Pobaschnig _ 15.3.2022.

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„Gegen Krieg an  -schreiten, -schreien, -schreiben“ Isobel Markus__Schriftstellerin _Give Peace A Chance_Berlin 18.3.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Gegen Krieg an  -schreiten, -schreien, -schreiben.

In hilflosem Helfen unbeholfen

Verstehen versuchen

Es nicht kapieren, es nie kapieren werden.

Put.in Angst in Wachträume

Endlos eingeschrieben in das kollektive Koma

Auf die Plätze fertig, los, verzweifeln

Charakter formt sich aus Gedanken

Erst denken dann handeln, denn der Klügere gibt doch nach?

Alles auf Anfang

Contenance!

Haltung zeigen, einfrieren von Konten, frieren im Sommer

Aufrüsten, Grenzen ziehen, Gesprächsbereitschaft zeigen 

Nur bis hierhin und nicht weiter, Freundchen.

Carpe diem für den Arsch, weiße Tauben in Käfige sperren

Erkämpft noch jemand Menschenrecht?

Isobel Markus__14.3.2022

Isobel Markus__Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Isobel Markus__Schriftstellerin _Berlin

Über mich

Foto_Nathalie Claude.

Walter Pobaschnig _ 14.3.2022.

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„Wladimir Wladimirowitsc“ Achim Wagner_Schriftsteller _Give Peace A Chance_Berlin 18.3.2022

Achim Wagner_Schriftsteller_Fotograf

GIVE PEACE A CHANCE

Vergessen (frei … nach Joseph Brodsky)

Botschaft der Ukraine in Berlin, 01.03.2022

Wladimir Wladimirowitsch

Wladimir Wladimirowitsc

Wladimir Wladimirowits

Botschaft der Ukraine in Berlin, 03.03.2022

Wladimir Wladimirowit

Hauptbahnhof Berlin, 03.03.2022

Wladimir Wladimirowi

Wladimir Wladimirow

Hauptbahnhof Berlin, 06.03.2022

Wladimir Wladimiro

Wladimir Wladimir

Wladimir Wladimi

Bahnhof Berlin-Südkreuz, 07.03.2022

Wladimir Wladim

Bei der Russischen Botschaft in Berlin, 09.03.2022

Wladimir Wladi

. Hauptbahnhof Berlin, 11.03.2022

Wladimir Wlad

Wladimir Wla

Wladimir Wl

S-Bahnhof Brandenburger Tor, Berlin, 13.03.2022

Wladimir W

Hauptbahnhof Berlin, 06.03.2022

Wladimir

Hauptbahnhof Berlin, 03.03.2022

Achim Wagner 14.3.2022

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Achim Wagner_Schriftsteller _Fotograf_Berlin

https://de.wikipedia.org/wiki/Achim_Wagner

Alle Fotos_Berlin _ 1.3 – 13.3.2022_ Achim Wagner.

Foto Portrait_ Björn Kuhligk.

Walter Pobaschnig _ 15.3.2022.

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„PEACE / ESCAPE / AFTER / CHAOS / ESCAPISM“ Nikolai Vogel _ Schriftsteller_ Give Peace A Chance_München 18.3.2022

GIVE PEACE A CHANCE

G E T

I T

V I C T O R Y

E S C A P E

 

P E A C E

E S C A P E

A F T E R

C H A O S

E S C A P I S M

 

A N A L

 

C O N T R O L

H A S H T A G

A N A R C H Y

N I H I L I S M

C A S C A D E

E N D

Nikolai Vogel, 16.3.2022

Nikolai Vogel _ Schriftsteller

„WAR WAS“, from the series „Hints / Hinweise“ by Nikolai Vogel
„WAR WAS“, aus der Serie „Hinweise / Hints“ von Nikolai Vogel

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Nikolai Vogel _ Schriftsteller, Bildender Künstler_ München

http://www.nikolaivogel.com/

Fotos_Nikolai Vogel.

Walter Pobaschnig _ 16.3.2022.

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„Hört ihr Mephisto lachen? Wirf den ersten Stein!“ Lotta Blau, Lyrikerin_ Give Peace A Chance_Düsseldorf 18.3.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Gegenseitige Auslöschung
Illusion gegen Träume
Vogelschwärme zwischen Rauchwolken
Es wird kein Tag kommen/ es wird ein Tag kommen

Predigt nicht einseitig gegen Gott spielende Kriegsköpfe
Ein Auge sieht das andere nicht
Am Herd glüht der Hass und wirft (Mit) – Schuld um sich
Chamäleons der Sprache
Elend sättigt Bankkonten Weniger – große Clowns – Profitmanege

Atempausen: der Tod schaukelt mit dem Leben

Chronos wirft Zeigefinger
Hört ihr Mephisto lachen? Wirf den ersten Stein!
Aufrüstung modernere Atombomben – ewige Kriege – Machtbesamte
Nie Wieder! …geht ins Exil!
Chronisch müssten wir lieben.
Ein Mensch ist ein Mensch, bleibt ein Mensch, bleiben wir menschlich,
werden wir es!

Lotta Blau, 16.3.2022

Lotta Blau, Lyrikerin, Autorin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Lotta Blau, Lyrikerin, Autorin_Düsseldorf

Fotos_privat.

Walter Pobaschnig _ 16.3.2022.

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„Ich schreibe. So oder so“ Lisa Schneider, Schriftstellerin _ Regensburg 18.3.2022

Liebe Lisa, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Unverändert. Ich bin Frühaufsteherin und recht diszipliniert in meinem Tun. Da ich in einem italienischen Supermarkt arbeite, habe ich wunderbare Abwechslung und Inspiration. Dort geht’s wirklich mit Herz zu.

Lisa Schneider, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Einmal am Tag richtig in die Weltlage hineinsteigern – dann ist wieder Schluss. Gewohnte Tagesabläufe beibehalten oder Rituale einführen, Regelmäßigkeit walten lassen. Der Körper hat ein Extra-Hirn für beruhigende Tätigkeiten, er lässt sich so am leichtesten „beruhigen“.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ach, ich kann es nur aus schriftstellerischer Perspektive schildern: Ich schreibe. So oder so. Der Kunst kommt IMMER die Rolle zu, die sie hat: Etwas zwischen Realität und Traum zu sein und zu bleiben, etwas, das man gar nicht gänzlich in Worte/Bilder fassen kann – und auch gar nicht muss. Eine Sprache jenseits der Sprache, auch die bildenden Künste. Von Seele zu Seele, wenn man so will.

Was liest Du derzeit?

John Irving: Gottes Gabe und Teufels Werk

Zhao Tingyang: Alles unter dem Himmel

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Die Gewohnheit ist eine zweite Natur: Sie hindert uns, die Enge kennenzulernen, deren Grausamkeiten und deren Zauber sie nicht hat.“ (Marcel Proust)

Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ habe ich (und zwar alle fünf Bände) während der Corona-Anfangsphase gelesen. Auch im Lockdown.

Vielen Dank für das Interview, liebe Lisa, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Lisa Schneider (Weichart), Schriftstellerin

https://de.wikipedia.org/wiki/Lisa_Weichart

Foto_Dietmar Grün.

25.2.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„ANTI-WAR“ Erec Schumacher, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Berlin 18.3.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Erec Schumacher, 16.3.2022

Erec Schumacher, Schriftsteller, Veranstalter und Aktivist,

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Erec Schumacher, Schriftsteller, Veranstalter und Aktivist

www.erecschumacher.com

Alle Fotos_Erec Schumacher.

Walter Pobaschnig _ 16.3.2022.

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Jörg Piringer _digital sound visual interactive poetry _ Give Peace A Chance _ Wien 17.3.2022

GIVE PEACE A CHANCE

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Jörg Piringerdigital sound visual interactive poetry

https://joerg.piringer.net/index.php?href=info.xml&mtitle=info

Jörg Piringerdigital sound visual interactive poetry

Video_Jörg Piringer 3_2022

Foto_Walter Pobaschnig_Wien _ 2020

Walter Pobaschnig _ 16.3.2022.

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