„Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“, Hannah Arendt. Antisemitismus, Imperialismus, Totalitarismus. Piper Verlag.

Hannah Arendt, 1906 in Hannover geborene und Königsberg aufgewachsene Tochter einer jüdischen Familie, studiert Philosophie, Theologie und Klassische Philologie, und setzt verschiedene Forschungsprojekte in diesen Wissenschaftsbereichen nach der Promotion fort. Sie flieht 1933, nach der nationalsozialistischen Machtergreifung, aus Deutschland. Ihr Fluchtweg führt in die USA und hier setzt sie ihre wissenschaftliche wie journalistische Tätigkeit fort.

Schwerpunkte ihrer Arbeit bleiben nach dem Zweiten Weltkrieg die Analyse totalitärer Herrschaftsformen, deren Grundlagen, Mechanismen und Auswirkungen. Antisemitismus und Imperialismus werden in ihren historischen Erscheinungsformen und Bedingungen kontextuell erläutert. Ebenso werden die verantwortlichen Persönlichkeiten der Shoa (Prozess gegen Adolf Eichmann in Jerusalem 1961, Buch: „Die Banalität des Bösen“) hinsichtlich ihres Selbstverständnisses, Gewissens analysiert und offengelegt. Dies sind erschütternde wie notwendige Zeugnisse gesellschaftlicher Verfasstheit in totalitären Herrschaftsformen.

Das vorliegende Werk in der Piper Neu-Edition ist ein wesentliches Grundlagenwerk kritischer moderner Politik- Gesellschaftsgeschichte.

„Ein Grundlagenwerk zu Mechanismen totaler Herrschaft in modernen Gesellschaften!“

€ 28,00 [D], € 28,80 [A]

Erschienen am 02.11.2023

Herausgegeben von: Thomas Meyer

1168 Seiten, Broschur

EAN 978-3-492-31709-2

Walter Pobaschnig 11/23https://literaturoutdoors.com

„uns selbst zu verlernen, um uns anschließend wieder neu zu erfinden“ Birgit Fritz, Autorin _Wien 5.12.2023

Liebe Birgit Fritz, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Jeder Tag ist anders, je nach Notwendigkeit Emotionen und Befindlichkeiten sortierend, ändert sich die Reihenfolge von Broterwerbsarbeit, Buchübersetzung, Schreiben und Bildbetrachtung, autopoietisches Spiel. Kommunikation in alle Himmelsrichtungen und Weltgegenden ist essentiell.

Birgit Fritz, Theatertherapeutin,
Lehrerin, Autorin.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Achtsamkeit, Liebe und Respekt. Zuhören, sich selbst und anderen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Kunst/Theater ist weltenverbindend. Als Menschen und in/mit der Kunst Tätige sind wir dazu angehalten, uns fortwährend selbst zu verlernen und uns anschließend wieder neu zu erfinden, immer und immer wieder.

Präsenz, Rollen- und Perspektivenwechsel, Verkörperung. Das ist die Abenteuerreise des 21. Jahrhunderts.

Was liest Du derzeit?

Gloria E. Anzaldúa, Light in the Dark – Luz en lo oscuro. Rewriting Identity, Spirituality, Reality.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

May the roaring force of our collective creativity, heal the wounds of hate, ignorance, indifference, dissolve the divisions creating chasms between us, open our throats so we, who fear speaking out, raise our voices, by our witnessing, find connections through our passions, pay homage to those, whose backs served as bridges, we remember our dead…..(Gloria E. Anzaldúa, 2015)

Oder auf Deutsch von deepl:

Möge die brüllende Kraft unserer kollektiven Kreativität die Wunden des Hasses, der Ignoranz und der Gleichgültigkeit heilen, die Spaltungen, die Abgründe zwischen uns schaffen, auflösen, unsere Kehlen öffnen, damit wir, die wir Angst haben, uns zu äußern, unsere Stimmen erheben, durch unser Zeugnis Verbindungen durch unsere Leidenschaften finden, denen huldigen, deren Rücken als Brücken dienten, wir erinnern uns unserer Toten…

Vielen Dank für das Interview, liebe Birgit, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Buch–, Theaterprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Birgit Fritz, Theatertherapeutin, Lehrerin, Autorin

Zur Person _ Birgit Fritz, Theater als Weg.

Geboren 1966 in Klagenfurt, Studium der Anglistik, Romanistik, Theaterwissenschaften, Dramatherapie.

Mit-Gründerin des Theaters der Unterdrückten – Wien und der Österreichischen Gesellschaft für Drama- und Theatertherapie (ÖGDTT).

Übersetzerin von Sanjoy Gangulys „Forumtheater und Demokratie in Indien“, Augusto Boals „Hamlet und der Sohn des Bäckers“ und Tina de Souzas „Orixás auf dem Diwan“.  Autorin von „InExActArt – Das autopoietische Theater Augusto Boals“ und „Von Revolution zu Autopoiese“. …

www.birgitfritz.net

www.oegdtt.at

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 23.11.2023

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„Vom Ich zum Wir und wieder zurück?“ Subjektverständnisse zwischen Politisierung und Entradikalisierung seit den 1960er Jahren. Herausgegeben von Knud Andresen, Sebastian Justke, Stefanie Schüler-Springorum. Wallstein Verlag.

„Vom Ich zum Wir und wieder zurück?“ Subjektverständnisse zwischen Politisierung und Entradikalisierung seit den 1960er Jahren. Herausgegeben von Knud Andresen, Sebastian Justke, Stefanie Schüler-Springorum. Wallstein Verlag.

Es ist eine Zeit, die vor ungeahnte Herausforderungen in Existenz, Gesellschaft, Welt stellt und die Frage nach dem „Ich und Wir, Wir und Ich“ gleichsam jeden Tag neu stellt und Position und Weg fordert.

Doch welche Reflexionen, Konzepte und Veränderungen gab es in dieser Frage seit den gesellschaftsverändernden 1960er Jahren und den Jahrzehnten danach bis in die Gegenwart. Was waren gesellschaftliche Aufbruchbewegungen und wie sieht es in der Gegenwart damit aus?

Das Herausgeberteam, gibt dabei in historischer, gesellschaftspolitischer Perspektive, einen kompetenten, zusammenfassenden wie perspektivenreichen Rück- und Ausblick zum Verständniswandel von Mensch und Gesellschaft.

„Eine spannende Analyse gesellschaftlicher Ereignisse, Entwicklungen der 1960er Jahre wie gegenwärtiger Gesellschaftsverhältnisse in Existenz und Identität.“

„Vom Ich zum Wir und wieder zurück?“ Subjektverständnisse zwischen Politisierung und Entradikalisierung seit den 1960er Jahren. Herausgegeben von Knud Andresen, Sebastian Justke, Stefanie Schüler-Springorum. Wallstein Verlag.

267 S., 1 farb. Abb., geb., Schutzumschlag, 14 x 22,2 cm

ISBN 978-3-8353-5489-0

€ 34,00 (D) / € 35,00 (A)

Alle Preise inkl. MwSt zzgl. Versandkosten

Erscheinungsdatum: 25.10.2023

Walter Pobaschnig  11/23

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„Jeder kann und muss einen Beitrag leisten“ Maria Heinrich, Schriftstellerin _ Wien 4.12.2023

Liebe Maria Heinrich, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Morgens ein ausgiebiges Frühstück mit meinem Mann. Langsam fangen die Lebensgeister an zu erwachen.

Wieder einmal habe ich mehr Pläne, als Zeit zur Verfügung steht. Dabei liebe ich es, einfach die Natur zu genießen. Familie und Freunde, Sport, Kultur, die nächste Reise planen, der Garten, meine Bücher. Es ist nicht einfach, ein Gleichgewicht zwischen den unterschiedlichen Interessen und dem Schreiben zu halten. Das Leben ist zu kurz, um sich nur auf eines zu beschränken. Aber gerade die Vielfalt inspiriert zu neuen Ideen.

Maria Heinrich, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Zu verhindern, dass uns die vielen schlimmen Nachrichten die Lebensfreude zerstören. Jeder kann und muss einen Beitrag leisten. Mir ist wichtig, positiv zu bleiben und damit auch anderen helfen, mit Toleranz und Optimismus in die Zukunft zu gehen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Das Leben jedes Menschen ist eine Aneinanderreihung von Neustarts, wodurch auch die Gesellschaft immer wieder vor großen Umbrüchen steht. Kunst kann die Entwicklungen beschleunigen oder dagegenhalten, sie kann Unsicherheit oder Werte vermitteln. Als Autor möchte ich unterhalten und dabei unangestrengt auch Denkanstöße geben.

Was liest Du derzeit?

Meine Liebe zu Reisen spiegelt sich auch in meiner Lektüre. Es muss nicht ständig Reiselektüre sein. Ich mag Romane, die Kultur und Menschen beschreiben. Momentan habe ich gerade Pierre Martins Krimireihe Madame le Commissaire für mich entdeckt und verschlinge die Folgen. Das ist ansprechende Unterhaltung mit netter Beschreibung von Landschaft, Bewohnern und der Küche Südfrankreichs. Die Geschichten vermitteln Leichtigkeit und versetzen mich in positive Stimmung.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Du machst den Unterschied, wenn dein Wort Licht und Wärme bringt.

Vielen Dank für das Interview, liebe Maria, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

Liebe Grüße!

5 Fragen an Künstler*innen:

Maria Heinrich, Schriftstellerin

Zur Person _ Maria Heinrich wächst in Wien auf und bleibt der Region und ihren Menschen immer eng verbunden.

Ihre Berufswahl führt sie in die Informatikbranche. Nach Jahren in der Softwareentwicklung arbeitet sie in einem internationalen Konzern als Project-Managerin und Business Consultant. Mit der ersten Führungsposition entdeckt sie ihre Begeisterung für das Management. Es folgen leitende Positionen im Vertrieb, in der Personalabteilung und im Projektgeschäft.

Besondere Faszination übt die Führung von Teams über Landes- und Kulturgrenzen hinweg. Den persönlichen Schwerpunkt legt Maria Heinrich auf das Coaching und die Weiterentwicklung von jungen Talenten. Sie sind die Zukunft unserer Gesellschaft und unserer Wirtschaft.

»Die fesselndsten Geschichten schreibt das Leben.«

Das Lesen und Schreiben von Romanen sind schon lange ein willkommener Ausgleich zur hektischen Arbeitswelt. Berufliche Erfahrungen inspirieren ihre Thriller und lassen realistische Spannung knistern.

Seit mehr als zwei Jahren konzentriert sich Maria Heinrich auf ihre Schreibtätigkeit. Jetzt veröffentlicht sie auch ihre Thriller. Sie führt in die Welt von Intrigen und Verbrechen und fesselt durch die realitätsnahe Beschreibung und durch starke weibliche Hauptcharaktere.

Aktueller Thriller: „Tödlicher Triumph“

Foto_Martin Jordan

Walter Pobaschnig _ 20.11.2023

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„endlich am gemeinsamen Tisch“ Annett Krendlesberger, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Wien 4.12.2023

GIVE PEACE A CHANCE

Gelassen den Andern schon

im Vorfeld begegnen, respektvoll,
besonnen von Beginn an,
es wär doch den

Versuch wert,

einmal so: von Mensch zu Mensch,


Penetranzen zum Trotz, wider die

eisernen

anmaßenden tödlichen

Clownesken,

endlich


auf Augenhöhe einmal, zugewandt,
statt nach Belieben einstimmend
in den allgemeinen



Chor, achtsam

hinhörend,

achtsam zu-,

nicht farbwechselnd ständig,

chamäleongleich,
dagegenhaltend mit Worten,

endlich am gemeinsamen Tisch


Annett Krendlesberger, 2.12.2023

Annett Krendlesberger, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Annett Krendlesberger, Schriftstellerin  

Zur Person_

Annett Krendlesberger 1967 in Wien geboren, lebt dort als freie Autorin. Studium der Philosophie, Theaterwissenschaft und Betriebswirtschaft an der Universität Wien. Berufstätigkeit in verschiedenen Dienstleistungsunternehmen, zuletzt Projektarbeit in der Erwachsenenbildung. Seit 2005 Veröffentlichung von Prosa- und Lyriktexten in Literaturzeitschriften (Freibord, Lichtungen, Podium, u.a.) und Anthologien (Versnetze, Jahrbuch österreichischer Lyrik, u.a.).

www.literaturport.de/Annett.Krendlesberger

Bisher erschienen:

anfangs noch, Prosastücke, Edition fabrik.transit, Wien 2019

Zwei Blatt und zwei, Prosa, Bibliothek der Provinz, Weitra 2018

Doch, Erzählungen, Kitab, Klagenfurt 2016

Flaschendrehn, Erzählungen, Kitab, Klagenfurt 2011

Beweislast, Prosa in Episoden, Kitab, Klagenfurt 2011

Aktuelle Buchneuerscheinung _ Annett Krendlesberger
DALIEGENDE. UNBEWEGT_fabrik.transit Verlag

„Kein Du tritt auf.
Im Dunkeln tappen
Kein Du.
Wie lange noch?“

Es geht um Sprache, um die Grenzen der Mitteilbarkeit, ums Verstehen, Verstanden-werden-Wollen. Annett Krendlesberger lotet Beziehungen aus. Das literarische Ich flüchtet in die Bildersprache, die Sprache der Kunst. Das Kunstwerk als Rettungsanker, als wahrhaftigstes Mittel beim Versuch, ein Du, das seiner Sinne beraubt, zu erreichen, an seiner Gefühlswelt teilzunehmen, seine Ängste zu teilen. Es geht um Verbindung, um einen verbindenden Prozess, ums Bewahren und Annehmen, Sich-eines-anderen-Annehmen. Sodass aus Angst Hoffnung werden kann.

Vom Kunstwerk zum Text, vom Text zum Gedankenbild, vor dem Hintergrund der eigenen Geschichte: Eine Gedankenbilderspur, basierend auf Werken von Johanna Kampmann-Freund, Lilly Steiner, Mileva Roller, Friedl Dicker u.v.a. 

https://www.fabriktransit.net/daliegende-unbewegt.html


Annett Krendlesberger
DALIEGENDE. UNBEWEGT

mit einem Nachwort von
Birgit Schwaner

13,6 x 20,6 cm, Hardcover
ca 160 Seiten, 5 farbige Abbildungen
Erscheint im Dezember 2023

ISBN 978-3-903267-58-9

€ 22,00 inkl. Ust.

Foto Portrait _ Anja Unterrieder

2.12.2023 _Walter Pobaschnig

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„war has its own voice“ Iya Kiva, poet _ Lviv, Ukraine 3.12.2023

Hi dear Iya Kiva, what`s your routine at the moment?

I usually don’t have a daily routine as a horizontal sequence of planned actions. My day is more like a construction set (like a children’s LEGO construction set, for example), filled with certain activities: I read, listen to music, walk, write, think, check email, sometimes play sports. If I have some priority tasks that need to be done (writing or translating texts), I start the day with them, and read before going to bed. But this is a slightly ideal situation, since in today’s Ukrainian reality, war has its own voice and its own right to interfere with your plans and completely change them.

Iya Kiva, poet, translator and journalist,
member of Pen Ukraine

What`s now particularly important for all of us?

Practice love and self-care, learn to respect yourself, the needs of your body and psyche, and also practice all this in relation to other people, understanding that their comfort and needs may be very different from ours; to be as eco-friendly as possible in how we treat the world and all living things that live in it; to appreciate what brings new impressions and emotions to our experience, and to be able to give thanks for it, and I mean very specific words and gestures with which to do this. It seems to me that people do not always understand that what kind of world we live in and how we live depends on us, and that every choice we make is a political and ethical gesture. When faced with evil, injustice, violence and all the hell that people are so good at inflicting on each other, we can always stop it on ourselves, not multiply it and not pass it on.

In a social sense, I personally miss projects that would help me see what is happening in different parts of the world right now and why. I don’t want to see news about what this or that temporary politician said in some country, I want to know about the problems of people like me who live with me at the same time. I would like to see some analytical sections for a month, half a year and a year or another format in which you can think about this. Our world is very divided, and I think horizontal ways of solidarity need to be scaled up.

New start, new beginning. What will be essential and which roles will literature, art play on society?

At the very end, we can become the story(s) that we have told ourselves or that will be told about us. To be able to be a witness to your own life, or to have witnesses to your own life with whom you can share it, like lunch or dinner, is a great value. In general, the right to say that peoples with experience of colonization in the recent past know very well is a great privilege.

Literature and art help us expand our emotional repertoire, make us human in a humanistic, rather than biological sense, develop empathy and imagination, and change us. If we look at a person’s life as a story that can be written, rewritten, or even destroyed, it seems to me that literature and art give us many tools to make this story important and valuable, first of all for ourselves, but also for those who wants to read it after us.

What are you reading currently?

«Glass, Irony, and God» Ann Carson

Which quote, text will you propose to us?

One who loves himself will never сause harm another.

Thank you very much!

Vielen Dank für das Interview, liebe Iya, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Iya Kiva, poet, translator and journalist,
member of Pen Ukraine

Zur Person Iya Kiva is poet, translator and journalist, member of Pen Ukraine. She was born in 1984 in Donetsk, because of the Russian-Ukrainian war she has moved to Kyiv in 2014. She is the author of two collections of poetry, „Farther from Heaven (2018) and „The First Page of Winter“ (2019), as well as a book of interviews with Belarus writers „We will awaken as others: conversations with contemporary Belarus authors about the past, the present, and the future of Belarus“ (2021). Her poetry has been translated into more than 30 languages. As books were published translations into Bulgarian (a poetry book „Witness of Namelessness“, 2022, translator Denis Olegov) and into Polish (a poetry book The black roses of time“, 2022, translator Aneta Kaminska). Kiva is the recipient of a Gaude Polonia fellowship (2021), the Dartmouth College writer support program (2022), Documenting Ukraine program (Austria, 2022), the participant of the International Writing Program (USA, 2023), and others. Based in Lviv, Ukraine.

Foto_privat

27.11.2023 _Walter Pobaschnig

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„das Leben nicht für andre – und für uns selber – zur Hölle zu machen“ Alexander Kuchinka, Regisseur _ Wien 2.12.2023

Lieber Alexander Kuchinka, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mein Tagesablauf sieht traditionell sehr unterschiedlich aus, je nach den Anforderungen der jeweils aktuellen Projekte. Generell versuch ich natürlich, so faul wie möglich zu sein, aber das gelingt mir nicht immer.

Alexander Kuchinka,
Regisseur, Schauspieler, Autor und Musiker

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Für besonders wichtig halt ich das Bewusstsein, dass wir alle nur dieses eine Leben auf dieser einen Erde haben und dass unser Sinnen und Trachten nicht drauf ausgerichtet sein sollte, das Leben für andre – und für uns selber – zur Hölle zu machen; dorthin kommen wir schon noch früh genug. Himmlisch-paradiesische Zustände werden wir wohl nie erreichen, aber wir können sie zumindest anstreben – in Summe ist das weitaus lustvoller als unser Leben der Beschäftigung mit explodierendem Kampfmaterial zu widmen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Ich seh keinen Neubeginn, schon gar keinen Aufbruch. Ich denk, wir werden alle weiterwurschteln, so wie es immer schon der Fall war, und da und dort werden neue Ideen aufblitzen, einige wenige von ihnen vielleicht sogar mittelfristig stilbildend. Aufbruch und Neubeginn finden dabei immer nur im Kleinen statt, aus den unterschiedlichsten individuellen Perspektiven; und genaugenommen auch das nur in der Rückschau. Theater/Schauspiel und die Kunst an sich sollen und werden jedenfalls das bleiben, was sie von Anbeginn waren: kreative, inspirierende und nicht zuletzt spielerische Formen der Kommunikation.

Was liest Du derzeit?

Es ist ziemlich einfach: nachdem ich viel schreib, les ich auch viel. Es ist verblüffend, wie oft man, wohl oder übel, sein eigenes Zeug liest, bevor man es aus der Hand geben kann.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Aber es muss gehen … andere machen es doch auch! (Loriot)

Alexander Kuchinka,
Regisseur, Schauspieler, Autor und Musiker

Vielen Dank für das Interview, lieber Alexander, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Literatur-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler:innen:

Alexander Kuchinka,
Regisseur, Schauspieler, Autor und Musiker

Zur Person _Alexander Kuchinka 

geboren 1967 in Klagenfurt, lebt und arbeitet seit 1992 in Wien als Regisseur, Schauspieler, Autor und Musiker.

Darsteller-Engagements u. a.: Stadttheater Klagenfurt, Komödienspiele Porcia, Konzertdirektion Landgraf, Stockerauer Fest­spiele, Wiener Metropol, Theater in der Altstadt Meran, Schlosstheater Celle, Volkstheater Wien, Theater in der Josefstadt, Stadttheater Baden, Volksoper Wien, Die Theater Chemnitz, Heunburg Theater, Salzburger Landestheater, Sommerkomödie Rosenburg, …

Gründer und bis 2003 künstlerischer Leiter von scherzo, einem Sommerfestival für musikalisches Theater in Klagenfurt. Regisseur zahlreicher Ur- und Erstaufführungen im Sprech- und Musiktheater, oft auch nach eigenem Buch bzw. eigener Musik, u. a. am Stadttheater Klagenfurt, am Stadttheater Baden, beim Sommertraum Festival Semmering, dem Theatersommer Haag oder den Festspielen Berndorf. Zuletzt an der Oper Chemnitz Libretto und Regie für die Kinderoper „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“ (UA 2019, Musik: Oliver Ostermann).

Daneben etliche kabarettistische Soloprogramme, Auftragskompositionen, Konzeptbücher und Übersetzungen, z. B. die Musicals „Guys and Dolls“ (2009) und „Sweet Charity“ (2020) oder die Operettenneufassung „Der Teufel auf Erden“ (2019) im Auftrag der Wiener Volksoper. Sein jüngstes Musical „Zzaun!“ (Buch: Tilmann von Blomberg), 2015 beim Hamburger CREATORS-Wettbewerb mit dem ersten Preis ausgezeichnet, wurde 2018 an der Staatsoperette Dresden uraufgeführt.

http://www.kuchinka.cc

Fotos_Ferdinand Kuchinka

Walter Pobaschnig _ 17.11.2023

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Christine Lavant »Ich bin maßlos in allem«, Biographisches. Ausgewählt und kommentiert von Klaus Amann. Unter Mitarbeit von Brigitte Strasser. Wallstein Verlag.

Christine Lavant, (Christine Habernig, geb.Thonhauser; * 4. Juli 1915 Großedling bei St. Stefan im Lavanttal/Kärnten; † 7. Juni 1973 Wolfsberg) ist eine der faszinierendsten Stimmen der deutschsprachigen literarischen Moderne. In einer ganz außergewöhnlichen Bildsprache, die sie gleichsam der Natur entreißt und mit der schreienden Seele gen Himmel und Erde wirft, akzentuiert Christine Lavant das lyrische Sprechen völlig neu. In ihren Gedichtbänden „Die Bettlerschale“ (1956),Spindel im Mond“ (1959) und der „Pfauenschrei“ (1962), alle Otto Müller Verlag, erschüttert ein radikal existentielles Schreiben, das mit den religiösen, metaphysischen Modellen von Mensch, Welt, Gott ringt und diesen mutig und schonungslos Schmerz und Leiden aus der Dunkelheit der Einsamkeit hervorholt und im flackernden Lebenslicht entgegenhält. In ihrer ästhetischen Wucht und Individualität ordnet sich Lavant in ganz große Stimmen der Moderne in Literatur, Kunst ein.

Ebenso ist ihr erzählerisches Werk von einer Aufmerksamkeit, Radikalität und Originalität gekennzeichnet, welche den Menschen in seinen Lebensbezügen, die erschütternd, zerstörerisch sind, vor den Vorhang des Nicht-Gesehen-Werdens, Verdrängten, stellt und schonungslos das zu Erleidende aufzeigt. Auch da ordnet sich Lavant in ganz große Namen der Literatur ein.

Die unmittelbare Lebenswelt ist für Lavant, die unerschöpfliche wie notwenige Quelle des Schreibens. Es ist die vertraute wie schwere, dunkle, leidvolle und ausweglose Welt gesellschaftlicher Rolle und Ordnung, welcher der Mensch ausgeliefert ist. Besonders der Mensch in schwierigsten sozialen, wesentlich von der Geburt bestimmten, Lebensverhältnissen.

In welchem biographischen, gesellschaftlichen und zeitgeschichtlichen Rahmen ist nun das Schreiben der vielfach ausgezeichneten und mit 58 Jahren verstorbenen Kärntner Schriftstellerin zu sehen? Welche Quellen, Lebenszeugnisse wie Zeitzeugenberichte gibt es dazu?

Klaus Amann, bis 2014 Professor für Neuere Deutsche Literatur, Gründer und langjähriger Leiter des Robert-Musil-Instituts für Literaturforschung der Universität Klagenfurt sowie des Kärntner Literaturarchivs, legt nun eine spannende wie erstaunliche Fülle von Lebenszeugnissen in Wort&Bild vor, die als sehr beeindruckend zu bezeichnen ist. Darunter sind etwa die Krankenhausakte, die Portraits von Werner Berg oder der ausgedehnte Briefwechsel mit Schriftsteller:innen.

„Christine Lavant unplugged – eine sehr spannende biographische Reise in Wort&Bild zu einer der faszinierendsten wie bedeutendsten Stimmen moderner Literatur!“

CHRISTINE LAVANT „Ich bin maßlos in allem“. Biographisches

Ausgewählt und kommentiert von Klaus Amann. Unter Mitarbeit von Brigitte Strasser.

Wallstein Verlag

455 S., 102 z.T. farb. Abb., geb., Schutzumschlag, 14 x 22,2 cm

ISBN 978-3-8353-5532-3

€ 34,00 (D) / € 35,00 (A)

Alle Preise inkl. MwSt zzgl. Versandkosten

Erscheinungsdatum: 13.09.2023 

 »Ich bin maßlos in allem« – Christine Lavant | Wallstein Verlag (wallstein-verlag.de)

Walter Pobaschnig  11/23

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„ich versuche möglichst zuversichtlich zu bleiben“ Michaela Obertscheider, Kabarettistin _ Wien 1.12.2023

Liebe Michaela Obertscheider, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich bin selbstständige Künstlerin und halte mich für recht fleißig. Ich lebe aber, soweit es geht, ziemlich entschleunigt. Für mich sind u.a. Langsamkeit und Langeweile wesentliche Voraussetzung für Kreativität. Ich stehe gerne ohne Wecker auf, meist am späten Vormittag und sitze dann, solange es geht am Sofa, trinke Kaffee und frühstücke sehr lange und achte sehr aufmerksam auf meine Gedanken. Das heißt auch Ideen sammeln, notieren, überarbeiten und verwerfen. Listen schreiben, etc. Ich tu eigentlich so, als ob ich nicht arbeiten würde und das inspiriert mich meistens.

Später am Tag, wenn mein Gehirn freiwillig nichts Produktives mehr hergibt, erledige ich Mails oder Anrufe. Ich organisiere meine Soloauftritte, meine Vorträge und meine Workshops alle selber und da kommt fallweise – nach einem zweiten Kaffee – schon was zusammen.

Nachmittags geh ich dann täglich raus, ein bisschen herumstreunen.

Abends spiel ich entweder meine „Vergnügt Euch!“ Show, oder schau mir etwas im Theater oder Kabarett an, oder ich spiel zu Hause ein wenig Ukulele und singe meine Songs. Das nächste Wohnzimmer Konzert ist grad in Planung und ich übe gerne.

Einige meiner engsten Freund:innen leben direkt um die Ecke und die besuch ich gern oder wir treffen uns in einem Lokal in der Nähe.

Michaela Obertscheider,
Kabarettistin, Vortragende und Trainerin für Kreativität und Präsenz


Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich kann nur für mich sprechen. Für mich ist Entspannung und Selbstfürsorge sehr wichtig, wenn ich die Unruhen rundherum verarbeiten will und ich versuche möglichst zuversichtlich zu bleiben. Gelingt mir aber nicht immer.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Ich mag es natürlich, wenn mein Publikum im Kabarett erstmal zur Entspannung lachen kann und dann vielleicht sogar anfängt, zusätzlich ein winzigklitzekleinesbisschen über Lebensqualität nachzudenken.

Ich hab ja in „Vergnügt Euch!“ Handlungsanweisungen reingeschrieben, die ich auch selbst versuche zu leben, wie z.b. Entschleunigung, Reduktion aufs Wesentliche und Sprachästhetik. Ich rede im Stück auch über gewaltfreie Kommunikation, ein Konzept, das ist sehr anregend finde in Bezug auf Selbstverantwortung und Friedfertigkeit.

Ich erlebe in meinen Workshops sehr viel Resonanz auf meine angebotenen Lieblingsthemen: Humor und Fehlerkultur für kreative, innovative Ideenvielfalt sowie gestärktes Selbstwertgefühl für empathische Kommunikation usw. Ich bin dankbar und hoffnungsvoll, dass die Kreativität, die ich selbst leben darf und die, die ich vermittle, (m)einen kleinen Beitrag als „Aktivistin“ für emotionale und soziale Bildung ausmacht.

Was liest Du derzeit?

Martin Seligman: Flourish -Wie Menschen aufblühen – Die positive Psychologie des gelingenden Lebens

Doris Dörrie: Leben Schreiben Atmen

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Und dann muss man ja auch noch Zeit haben dazusitzen und vor sich hin zu schauen.“ Astrid Lindgren

Michaela Obertscheider,
Kabarettistin, Vortragende und Trainerin für Kreativität und Präsenz

Vielen Dank für das Interview, liebe Michaela, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kabarett- Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Michaela Obertscheider,
Kabarettistin, Vortragende und Trainerin für Kreativität und Präsenz

Zur Person _ Michaela Obertscheider ist eine vielseitige, freischaffende Künstlerin.
Sie arbeitet als Autorin, Regisseurin, Schauspielerin, Rednerin, Liedermacherin und
Kreativitätstrainerin. Ihre künstlerischen Interventionen wie Intensivworkshops, Lektionen für kreatives Schreiben, interaktive Vorträge etc. fördern humorvoll und wertschätzend individuelle Kompetenzen wie Resilienz, rhetorische Präsenz, kreative Intelligenz und Teamgeist.

Mit ihrem ersten Kabarettsolo „Vergnügt Euch!“ ist sie seit 2022 auf vielen Bühnen und im TV präsent und dazu performt sie Vergnügt Euch! als „Keynot(e)wendigkeit“ in Unternehmen und im Rahmen diverser Kongresse.

Sie spielt Ukulele. Sie schreibt und singt Chansons. Das Album „Lauter Leise Lieder“ sowie der Podcast : MERF ( Mach es richtig falsch!) sind auf allen gängigen Plattformen erhältlich.

Die gebürtige Tirolerin lebt und arbeitet seit 1994 in Wien. Ihre Buchbearbeitungen und Inszenierungen für Erwachsene, Kinder und Jugendliche waren etliche Jahren erfolgreich u.a. im Wiener Theater Akzent und im Kabarettheater Niedermair zu sehen.

Im Moment arbeitet sie an einem Jugendroman, für den sie das Mira Lobe Schreibstipendium erhalten hatte.

Weitere Infos: michaelaobertscheider.at

Fotos_1 Klemens Dellacher; 2 Nikolaas von Schrader; 3 Ernesto Gelles.

Walter Pobaschnig _ 19.11.2023

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Meskalin Sunsets – Lea Schlenker. Gedichte. APHAIA Verlag

„…Die Blumen sind jetzt giftig

Die Leute unfreundlich

Was man noch machen kann

Ist Tee trinken in großen Mengen

Und die Teebeutel den Katzen zum Spielen geben

So kommt man einigermaßen durch den Tag“

Hiroshima Calling _

Lea Schlenker, Meskalin sunsets

Lea Schlenker, in Zürich geborene und in der Schweiz lebende Schriftstellerin, legt mit „Meskalin Sunsets“ ihren zweiten Gedichtband vor, der ein wunderbares Magnetfeld von Sprache, Phantasie, Witz ist, in dem Leben, Liebe, Mensch und Zeit miteinander um jeden Moment von Glück und Lächeln, Einsamkeit und Trauer, Freude und Jetzt tanzen und ringen.

Es sind Worte wie Pfeile, die eine Lebenssituation, einen Moment des Tages in aller Schwere wie Leichtigkeit an die Pinwand einer Welt zeichnen und dabei in das Schwarze, die Mitte des Herzens treffen. Da gibt es kein Entkommen.

„Ein Gedichtband, der beeindruckend und begeisternd zeigt, welche Kraft und Faszination Poesie hat!“

„…Das ist alles so schön

Herzschlag für Herzschlag

Ich bin frei und unsterblich

Wie im Rausch um acht Uhr morgens an der Bushaltestelle

Bin geflasht um acht Uhr abends nach der Tagesschau

Ich liebe Dich…“

Mit Zähnen

Lea Schlenker, Meskalin sunsets

Meskalin Sunsets – Lea Schlenker. Gedichte. APHAIA Verlag

107 Seiten, Hardcover.

€18,00

ISBN: ISBN: 978-3-946574-35-4

Walter Pobaschnig  12/23

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