„Inneren Frieden bewahren und aufeinander zugehen“ Natascha Hecher, Komponistin _ Hollabrunn/NÖ 6.1.2025

Liebe Natascha Hecher, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus.

Zurzeit versuche ich mich jeden Morgen nach dem Aufstehen mit Kaffee und meinem kuschligen Kater ans Fenster zu setzen, mein Herz spirituell auszurichten, um ruhig und mit Besonnenheit in den Tag zu starten. Danach genieße ich ein kraftgebendes gesundes Frühstück.

Weitere Fixpunkte meines Tages sind die Vorbereitungen für Konzerte & Proben, auftragsabhängiges Komponieren von Werken, die jazzige Elemente mit neuer Musik verbinden, Mails beantworten und Unterricht für meine kleine Schüler- & Schülerinnenschaft vorbereiten. Natürlich ist nicht zu vergessen, dass auch der Haushalt und das Kochen einige Zeit in Anspruch nehmen. Ein bisschen Sport und frische Luft zu zweit oder allein muss auch sein.

Je nach Terminlage, bekommen diese Fixpunkte mehr oder weniger und manchmal gar keine Gewichtung in meinem Tagesablauf.

Mir ist es außerdem sehr wichtig, Freundschaften zu pflegen und Zeit mit meinem Ehemann zu verbringen, weshalb ich mir gerne spontan oder geplant Zeit für Spaziergänge oder gemeinsame Gesprächszeiten mit ihm und mir wichtigen Menschen nehme.

Natascha Hecher, Komponistin, Saxophonistin, Sängerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Inneren Frieden bewahren und aufeinander zugehen. Sich gegenseitig zu unterstützen und sich selbst etwas zurücknehmen, um füreinander da zu sein.

Genügend Arbeitspausen einlegen, um sich Zeit zum „Leben leben“ zu nehmen und um psychisch & physisch gesund zu bleiben.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Wesentlich? Sehr vieles! Ich halte es jedoch für besonders wertvoll & unabdingbar sich Themen wie z.B. Verzeihen, Gestaltung eines friedvollen Miteinanders und Aufarbeitung der persönlichen oder gesellschaftlichen Vergangenheit zu widmen.
Probleme wie Menschenhandel & Umweltzerstörung zu erkennen, darauf aufmerksam zu machen & vor allem im täglichen Leben, die richtigen kleinen oder großen Entscheidungen zu treffen, um diese Probleme mit unserem Konsum nicht zu verschlimmern – das ist für mich sehr bedeutend.
Musik und Kunst mit all ihrer Facettenfülle kann diese Thematiken, meiner Meinung nach, gut transportieren.

Was liest Du derzeit?

Die Decke des Schweigens von Jobst Bittner

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Hoffnung ohne feste Zuversicht macht leer.

Aber ein Lichtermeer sind Hoffnung und Vertrauen

Vielen Dank für das Interview, liebe Natascha, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Natascha Hecher, Komponistin, Saxophonistin, Sängerin

Zur Person/über mich:  Natascha Hecher, Komponistin, Saxophonistin, Sängerin _

Curriculum vitae

Persönliche Daten

Geburtsort und –Datum:          Hollabrunn, 1996
Staatsbürgerschaft:                 Österreich

Familienstand:                         verheiratet

Ausbildungen/Arbeit

2007 – 2015                            Realgymnasium Hollabrunn

2015 – 2017                            Bildungsanstalt für Elementarpädagogik 1080 Wien

2017 – 2021                            Angestellte beim Land Niederösterreich als Kindergartenpädagogin

Seit Okt. 2021                         Anton Brucknerprivatuniversität Linz

  • 2021 bis 2024 Hauptfach Jazzsaxophon (bei Christian Kronreif)
  • ab 2023 Hauptfach Jazzgesang (bei Agnes Heginger)
  • Schwerpunkt Jazzkomposition (bei Ralph Mothwurf/Christoph Cech)

April 2023                               1. Preis beim „Austrian Composers Young Jazz Award”

November 2024                      Nominierung zum Gerhard Trede Preis 2024

laufende Projekte:                    T I L I A (eigenes Projekt); Stick a Bush; Christoph Suttner Big Band; Mad Sox Big Band Hollabrunn

Musikalischer Werdegang

November 2024: Nominierung für den Gerhard Trede Preis 2024 mit dem Werke „in ferner Nähe“; Uraufführung durch das „HfMT Large Ensemble“ in der Hamburger Jazzhall                      

Seit 2008 Saxophon Unterricht an d. MS Hollabrunn, bei Martin Haslinger & Viola Falb;

seit 2010: Sängerin & Leadsaxophonistin in der MadSox Big Band Hollabrunn (CD Produktion 2021)

von 2015 – 2019 Saxophonistin beim „Jugendjazzorchester Niederösterreich“ unter der Leitung von Andreas Pranzl (CD-Produktion 2020)

seit 2021 Studium an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz

Eigene Projekte: Quartett „T I L I A“, Trio für Cello, Violine und Gesang, Septett „f a v i l l a“, Duo „Schwalben in Schwebe“

März 2023 UA des Werkes „Schmerzlich(t)“ beim Festival „Leicht über Linz“ vom „JIM Chamber Orchester“ unter der Leitung von Ralph Mothwurf

April 2023: 1. Preis beim „Austrian Composers Young Jazz Award 2023“ mit dem Stück „Blume auf Asphalt“

September 2023: Saxophonistin bei der „Christoph Suttner Big Band“ (Album-Produktion im ORF Radiokulturhaus)

Jänner 2024: Teil der Band „Oehl“ beim FM4 Geburtstagsfest (Sängerin & Saxophonistin)

April 2024: erste Veröffentlichung: Single „Zeit zu Zweit“ mit der Band T I L I A

Juni 2024: UA der von der Stadt Wien geförderten Eigenkomposition „Florian – Eine Vertonung des Landau Kleffner Syndroms“ vom renommierten JANUS Ensemble (Leitung Chrisoph Cech)

Juli 2024: weitere Veröffentlichung der EP „Menschenkind“

seit August 2024: Mitglied der Band „Stick a Bush“ (Album Produktion 09.2024)

September 2024: Auftritte mit der Band RUHMER       

Fotos_ 1 Landblüte Photography; 2 Verena Freingruber.

Walter Pobaschnig 6.1.2025

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„Einigkeit“ Marcus Josef Weiss, Regisseur _ Give Peace A Chance _ Wien 5.1.2025

GIVE PEACE A CHANCE

G..erade Linien

I…nitiieren

V…öllige

E…ntgleisung.


P…robelärm

E..rstickt

A…lles

C…haosartige,

E…chte.


A…dlerflüge


C…himären und

H…offende

A…lchemisten und

N…obelpreisträger

C…hangieren endlich in

E…inigkeit.

Marcus Josef Weiss, 3.1.2025

Marcus Josef Weiss, Regisseur, Autor, Schauspieler


Give Peace A Chance_Akrostichon for peace

Marcus Josef Weiss, Regisseur, Autor, Schauspieler

Zur Person/über mich: Marcus Josef Weiss lebt in Wien und Paris. Seit über 20 Jahren schreibt, inszeniert und spielt er Theaterstücke, unter anderem in den Kammerspielen Hamburg, dem Landestheater NÖ, der Kunsthalle Krems, dem Naturhistorischen Museum Wien und dem Volkstheater Wien. Er ist außerdem ein preisgekrönter Dokumentarfilmer und hat seine Leidenschaft für visuelle und experimentelle Medien in die Entwicklung und Leitung mehrerer langfristiger arts-based research Projekte investiert, wo an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Kunst neuen Fragestellungen experimentell nachgegangen wird.

https://www.marcusjosefweiss.com/

Foto: Victoria Nazarova

Walter Pobaschnig 3.1.2025

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„Die Kunst darf nicht schweigen, sondern muss weiter laut bleiben“ Claudia Fischer, Schriftstellerin _ Hohenfels/D 5.1.2025

Liebe Claudia Fischer, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich bin wegen einer Krankheit frühpensioniert. Daher schlafe ich lang, frühstücke lang und erledige dabei die social media jobs. Dann arbeite ich an meinen Büchern oder für die Buchmesse LibeRatisbona in Regensburg, die wir organisieren. Etwas Sport (wenn ich kann), danach Mittagsruhe mit Fernsehen. Haushalt, einkaufen, Abendessen vorbereiten, Abends fernsehen. Zwischendurch immer social media oder Arbeit.

Also nichts Besonderes mehr, meine Erkrankung vergönnt mir ein ruhiges Leben. Meine Highlights sind die regionalen Buchmessen, an denen ich mich gerne beteilige und dafür auch sehr weit fahre. Meine Lowlights sind die häufigen Krankenhausaufenthalte, aber sie müssen sein.

Claudia Fischer, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Die Lügen entlarven, mit denen Rechtspopulisten die Menschen ködern. Klarstellen und sich bewusst machen, dass Faschisten keine Lösungen bieten, sondern unser Untergang sein werden. So handeln und leben, dass unser Fußabdruck klein bleibt und wir das Klima schützen und die Welt für unsere Kinder lebenswert erhalten. Liebe und Mitgefühl zeigen, helfen, wo es geht, auch im Kleinen (aber sich selbst dabei nicht vergessen). Unsere Werte hochhalten, Menschlichkeit bewahren, die Mitmenschen so (an)nehmen, wie sie sind. Die Würde des Menschen achten, gerade auch auf Social Media.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Die Kunst darf nicht schweigen, sondern muss weiter laut bleiben und sich auch positionieren, wenn es nötig ist. Mit all dem rechten Gedankengut, das erwacht, habe ich Angst, dass vieles verboten werden könnte, was uns heute selbstverständlich ist.
Ansonsten sollen Kunst und Literatur weiterhin die Herzen erfreuen, zu Tränen rühren, aufwühlen, verstören, die Seelen berühren und die Menschen in andere Welten entführen.
Für mich persönlich war das stets das Wesen der Kunst, dass ich herauslasse, was in mir ist, auch wenn es nicht immer schön ist. Nicht belehrend, aber aufzeigend, im besten Fall nachdenklich machend. Wie oft saß ich am Computer und staunte nach einer Stunde über die Zeilen, die ich wie in Trance verfasst hatte. Ich musste immer erst lesen, um das Geschriebene selbst zu begreifen, und es war gut. Ich streiche solche Stellen nie, denn sie sind das, was ich fühle, was in mir ist, auch wenn sie teilweise meine Schreibpläne ins Gegenteil verkehren.

Was liest Du derzeit?

Ich lese Bücher, die ich auf Buchmessen von meist unbekannten AutorInnen ergattere. Krimis von Karoline Eisenschenk und Christian Hofbauer, historische Romane von Jana Beck und Anja Lehmann, Fantasy von Isabell Bayer, Jasmin Engel und Yvonne Mitzel, um nur einige zu nennen. Um Bestsellerlisten mache ich gewöhnlich einen Bogen, wurde in der letzten Zeit nur enttäuscht. Ja, auch unbekannte AutorInnen schreiben nicht immer gut und manch ein Buch brach ich leider ab. Doch ich habe inzwischen so viele echte Schätze gesammelt und kann nur empfehlen, auf Buchmessen zu gehen, ein Buch in die Hand zu nehmen und die ersten Seiten einzulesen. Egal, welches Genre, entweder die Worte springen einen an oder nicht.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Es ist besser, nicht mit allzu starren Vorstellungen durchs Leben zu gehen, sondern dem Glück auch die Chance zu geben, einem an unerwarteter Stelle zu begegnen.“

(aus meinem Buch „Abby 2 – Totgesagte leben länger“)

Vielen Dank für das Interview, liebe Claudia, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Claudia Fischer, Schriftstellerin

Zur Person/über mich: Schon als Kind war Claudia Fischer von Karl Mays Geschichten fasziniert, konnte gut nachvollziehen, wie er nur mit Hilfe von Landkarten durch die weiten Prärien zog und Abenteuer erlebte.

Genau so schrieb sie auch ihre ersten Romane, damals gab es noch kein google maps, nein, allein Bücher, Atlanten und historische Karten beflügelten ihre Fantasie.

Inzwischen ist dank Internet alles leichter geworden und bei allen Geschichten, die in ihrem geliebten Wilden Westen spielen, wurde Claudia Fischer die genaue historische Recherche zur Pflicht. Aber auch bei ihren Thrillern achtet sie sehr auf das korrekte Setting und brütet stundenlang über Ortsbeschreibungen und Fakten.

Als die Autorin ihre Bücher schrieb, war sie noch voll im Berufsleben als Lehrerin tätig. Inzwischen ist sie wegen einer Krankheit frühpensioniert und nun als Lektorin und Organisatorin der Buchmesse LibeRatisbona in Regensburg mit erfüllenden Aufgaben beschäftigt. Unterstützung erhält sie von ihrem Mann und ihren zwei Söhnen, mit denen sie in einem kleinen Ort nördlich von Regensburg lebt.

Aktuelles Buch von Claudia Fischer:

Abby IV Die wahre Heimat

Los Angeles 1927
Auf der Williams Ranch ist Unruhe eingekehrt, die 16-jährige Tochter Betty möchte nicht länger das einfache Mädchen von der Ranch sein und strebt nach Glanz und Glamour. Da sie einen gefährlichen Weg wählt, nimmt Abby ihre Tochter mit auf eine lange Schiffsreise. Robert dagegen zieht es in seine Heimat, nach Utah, wo er wieder Butch Cassidy sein könnte. Schwierige Entscheidungen müssen getroffen werden, doch das Leben lässt sich nicht immer planen…

Einband – flex.(Paperback)

Softcover, 386 Seiten

14.03.2024

ISBN-10 3-7583-7490-1

Preis 15,90 €*

https://www.isbn.de/buch/9783758374906/abby-iv

Foto_Portrait: privat

Walter Pobaschnig 3.1.2025

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„die Unendlichkeit berühren“ Marcus Josef Weiss, Regisseur _ Wien 4.1.2025

Lieber Marcus Josef Weiss, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mein Tagesablauf ist stark ritualisiert. Aufstehen zwischen 06:00 und 07:00, ein selbstdesignter Trainingsablauf (Geist-Körper-Koordination), danach Kaffee und Schreiben, dann Lesen und Meditation.

Dann ist es 12:00. Ab da, E-mails, Vorbereitungen und restliche Tagesaktivitäten.

Ab 19:00 endet der Tag meistens wieder so wie er begonnen hat. Außer dem Kaffee. Das geht nachts leider nicht.

Marcus Josef Weiss, Regisseur, Autor, Schauspieler

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich würde hier gerne etwas Kluges sagen. Aber die Wahrheit ist: ich weiß es  nicht. Das muss jeder für sich selbst herausfinden.

Oder anders herum… vielleicht ist das meine Antwort… Das jeder als Einzelner sich auf seine individuellen, inneren Stimmen und Zwischentöne sensibilisiert. Das jeder als Einzelner, der schwelenden Tendenz der Zeit widersteht, mit dieser oder jener Menschenmasse… mit dieser oder jener Meinungsmasse zu verklumpen. Die Kultivierung des Bewusstseins, ein Einzelner zu sein… der sich nicht und niemals in den Gedankenbrei von diesem oder jenem Lager einrühren lässt. So könnte ich es vielleicht formulieren…

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Ähnlich wie vorhin, würde ich auch hier antworten, dass jede und jeder selbst und eigenverantwortlich zu bestimmen hat, was für sie und ihn wesentlich ist und was nicht. Aber die Leitfragen „Was ist wichtig? Was ist richtig?“ als tägliche Mentalhygiene scheinen mir drängender als je zuvor.

Was die Rolle der Kunst an sich betrifft, so denke ich, dass sie überhaupt keine Rolle ‚an sich‘ hat. Ich möchte das mit einer Analogie veranschaulichen. Die Rolle der Kunst verhält sich analog zur Rolle des Geistes. Wer seinen Geist abstumpft und mit Trivialitäten und Banalitäten niedermüllt und betäubt, wird ihn nicht vermissen. Er wird seine Abwesenheit nicht mal bemerken. Und ebenso wenig irgendeine (egal wie ästhetisch raffinierte) Kunst. Umgekehrt aber auch.

Wer einen lebendigen, lustvollen, sich Tag für Tag ausdehnenden Geist pflegt, der wird über das Wesen und Medium der Kunst die Unendlichkeit berühren und durch sie den höchstmöglichen Grad an ‚Sinn‘ und ‚Existenz‘ erfahren.

Was liest Du derzeit?

Den Briefwechsel von Albert Camus mit der brillanten französischen Schauspielerin Maria Casares. Beide frönten über mehrere Jahrzehnte (!) hinweg eine ebenso schöne wie wilde, Himmel und Hölle durchschreitende, leidenschaftliche und künstlerische Verbindung.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ein Zitat aus meinem ersten Stück: „Das Fremde“ – das mir erst neulich wieder in einem sehr konfliktbetontem Umfeld frisch ins Gedächtnis gerufen wurde.

„Es ist nicht ganz leicht,

die Ketten loszulassen,

an denen der eigene Stolz hängt.“

Marcus Josef Weiss, Regisseur, Autor, Schauspieler

Vielen Dank für das Interview, lieber Marcus, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Marcus Josef Weiss, Regisseur, Autor, Schauspieler

Zur Person/über mich: Marcus Josef Weiss lebt in Wien und Paris. Seit über 20 Jahren schreibt, inszeniert und spielt er Theaterstücke, unter anderem in den Kammerspielen Hamburg, dem Landestheater NÖ, der Kunsthalle Krems, dem Naturhistorischen Museum Wien und dem Volkstheater Wien. Er ist außerdem ein preisgekrönter Dokumentarfilmer und hat seine Leidenschaft für visuelle und experimentelle Medien in die Entwicklung und Leitung mehrerer langfristiger arts-based research Projekte investiert, wo an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Kunst neuen Fragestellungen experimentell nachgegangen wird.

https://www.marcusjosefweiss.com/

Fotos: Victoria Nazarova

Walter Pobaschnig 3.1.2025

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„Nein! Sei du selbst, auch inmitten des“ Claudia Fischer, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Hohenfels/D 4.1.2025

GIVE PEACE A CHANCE

Glück und Frieden zu finden

Ist nicht einfach.

Vielleicht hilft es, mit sich selbst

Einen dauerhaften Frieden zu machen.


Plagegeister der Vergangenheit, die dich umschwirren,

Energieraubende Menschen der Gegenwart, die dich

Aussaugen, dir alle Kraft nehmen,

Chauvinistische Unholde, die dich klein machen,

Entferne sie aus deinem Umkreis.


Achte auf dich selbst, nimm dich an, zeige


Charakter und Stärke, bleibe bei deiner

Haltung, verbiege dich nicht.

Auch wenn es manchmal einfacher wäre.

Nein! Sei du selbst, auch inmitten des

Chaos, das dich umgibt, und du wirst sehen:

Es verschafft dir Ruhe, in der Ruhe liegt Frieden, im Frieden liegt Glück.



Claudia Fischer  3.1.2025

Claudia Fischer, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace

Claudia Fischer, Schriftstellerin

Zur Person/über mich: Schon als Kind war Claudia Fischer von Karl Mays Geschichten fasziniert, konnte gut nachvollziehen, wie er nur mit Hilfe von Landkarten durch die weiten Prärien zog und Abenteuer erlebte.

Genau so schrieb sie auch ihre ersten Romane, damals gab es noch kein google maps, nein, allein Bücher, Atlanten und historische Karten beflügelten ihre Fantasie.

Inzwischen ist dank Internet alles leichter geworden und bei allen Geschichten, die in ihrem geliebten Wilden Westen spielen, wurde Claudia Fischer die genaue historische Recherche zur Pflicht. Aber auch bei ihren Thrillern achtet sie sehr auf das korrekte Setting und brütet stundenlang über Ortsbeschreibungen und Fakten.

Als die Autorin ihre Bücher schrieb, war sie noch voll im Berufsleben als Lehrerin tätig. Inzwischen ist sie wegen einer Krankheit frühpensioniert und nun als Lektorin und Organisatorin der Buchmesse LibeRatisbona in Regensburg mit erfüllenden Aufgaben beschäftigt. Unterstützung erhält sie von ihrem Mann und ihren zwei Söhnen, mit denen sie in einem kleinen Ort nördlich von Regensburg lebt.

Aktuelles Buch von Claudia Fischer:

Abby IV Die wahre Heimat

Los Angeles 1927
Auf der Williams Ranch ist Unruhe eingekehrt, die 16-jährige Tochter Betty möchte nicht länger das einfache Mädchen von der Ranch sein und strebt nach Glanz und Glamour. Da sie einen gefährlichen Weg wählt, nimmt Abby ihre Tochter mit auf eine lange Schiffsreise. Robert dagegen zieht es in seine Heimat, nach Utah, wo er wieder Butch Cassidy sein könnte. Schwierige Entscheidungen müssen getroffen werden, doch das Leben lässt sich nicht immer planen…

Einband – flex.(Paperback)

Softcover, 386 Seiten

14.03.2024

ISBN-10 3-7583-7490-1

Preis 15,90 €*

https://www.isbn.de/buch/9783758374906/abby-iv

Foto_Portrait: privat

Walter Pobaschnig 3.1.2025

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„Malina“ _ Umjubelte Uraufführung _ Volkstheater Wien 17.12.2024

MALINA
von Ingeborg Bachmann

in einer Bühnenfassung von Claudia Bauer und Matthias Seier _ Volkstheater Wien

Eine mutige, spannende Inszenierung, die selbstbewusst in einem „unspielbaren“ Roman (Malina, Ingeborg Bachmann, 1971) in ganz starken Szenen, Bildern, Textsequenzen ihren dramaturgischen Weg sucht und findet, wühlt und das Textmosaik „Malina“ beeindruckend intensiv schrill im großartigen Ensemblespiel wie wunderbaren Bühnen-, und Kostümbildern und Musik virtuos explodieren lässt. Es zündet von Beginn an, der Funke springt zum Publikum, welches mit langanhaltendem Applaus einen ganz besonderen literarischen Theaterabend belohnt.

Malina am Volkstheater Wien – ein Erlebnis und Ereignis!

Walter Pobaschnig, 17.12.2024

Malina _ Volkstheater Wien

Regie/Bühnenfassung von Claudia Bauer und Matthias Seier

Besetzung mit Evi Kehrstephan, Bettina Lieder, Nick Romeo Reimann, Uwe Rohbeck, Christoph Schüchner, Samouil Stoyanov, Claudia Sabitzer, Friederike Tiefenbacher

Gesang Johanna Zachhuber

Live-Musik Igor Gross

Live-Kamera Ulrike Schild

Bühne Patricia Talacko

Kostüm Andreas Auerbach

Gesangs-Kompositionen, Soundscapes & Musikalische Leitung Peer Baierlein

Soundscapes Igor Gross

Musikalische Einstudierung & Dirigat Alexander Znamenskiy

Videoart Marvin Kanas

Sounddesign Sebastian Hartl

Lightdesign Voxi Bärenklau

Dramaturgie Matthias Seier   

Weitere Spieltermine:

So 5.1.2025  19.30h

So 27.4.2025 19.30h

Dauer: 2Std. 10min

MALINA – Volkstheater Wien    17.12.2024

Fotos: Marcel Urlaub

Walter Pobaschnig  12/24

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We all shine on. John, Yoko und ich, Elliot Mintz. Rowohlt Verlag.

Es sind Künstlerleben, die in unglaublicher Kreativität, Vielfalt und gesellschaftlichem Engagement für den Frieden bis heute begeistern und beeindrucken. Der Buchtitel We all shine on (wir strahlen, wirken alle) drückt wunderbar den Anspruch der Ausnahme-KünstlerInnen aus, die eine lebenslange Partnerschaft in Kunst und Leben verband – John Lennon, Musiker (*9.11.1940 Liverpool GB † ermordet 8. Dezember 1980 New York) und Yoko Ono, Künstlerin *18.2.1933 Tokio. Und es ist ein Leben im Rampenlicht, welches in Konzertterminen wie Aktionen „war is over“ weltumspannend ist und mit der Ermordung von John Lennon tragisch 1980 zu Ende geht.

Elliot Mintz, in unterschiedlichen Medienfunktionen bis heute tätig und ein langjähriger Weggefährte, berichtet nun aus erster Hand und unmittelbarer Nähe aus den bewegten 1970/80er Jahren über Kunst&Leben John Lennons&Yoko Onos.

Es sind die lebendigen Erinnerungen und Schilderungen, die besonderen Begebenheiten und Charakteristika zweier der bedeutendsten Kunstpersönlichkeiten der Moderne, welche das Buch zu einem einzigartigen Zeitdokument machen, welches spannende Einblicke bietet und für Fans wie Interessierte ein wunderbares Geschenk ist.

„Einmalige Erinnerungen und Einblicke in Leben und Kunst zweier beeindruckender Superstars der Moderne!“

We all shine on. John, Yoko und ich, Elliot Mintz. Rowohlt Verlag.

Die deutsche Ausgabe

Übersetzt von: Sylvia Bieker, Pieke Biermann, Anke Wagner-Wolff, Ulrike Strerath-Bolz, Elisabeth Liebl

288 Seiten

ISBN: 978-3-498-00707-2

Gebundene Ausgabe: 40 EUR  E-Book: 29.99 EUR

Walter Pobaschnig  12/24

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„Gedankenkarussell“ Manuela Dumfart, Sopranistin _ Give Peace A Chance _ Wien 15.12.2024

GIVE PEACE A CHANCE

G edankenkarussell

i ns Nichts

V ergeben, was nicht zu vergeben ist, wie?

E ndlosschleife


P lanlos

E mpathie

A nteilnahme

C haos

E ndlosschleife


A ufbruch


C haos

H offnung, sie ist alles, was bleibt

A nderen helfen

N ächstenliebe, give peace a

C hance

E ntkommen



Manuela Dumfart, 11.12.2024

Manuela Dumfart, Sopranistin  

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace

Manuela Dumfart, Sopranistin  

Zur Person/über mich: Die oberösterreichische Sopranistin Manuela Dumfart hat an der Anton Bruckner Privatuniversität bei Thomas Kerbl in Linz und am Mozarteum Salzburg „Master Oper und Musiktheater“ bei Prof. Ingrid Mayr, Prof. Josef Wallnig und Kammersängerin Prof. Barbara Bonney studiert und mit Auszeichnung abgeschlossen.

Engagements führten Manuela Dumfart nach Zürich, Berlin, Japan, an das Opernhaus
Peking, zu den Tiroler Festspielen Erl, an das Brucknerhaus Linz, an das Theater
Wolfsburg, Theater Rüsselsheim, Landestheater Linz, Stadttheater Bad Hall, Stadttheater
Gmunden, Stadttheater Wels, Stadttheater Steyr, Theater Wil und viele mehr.
Unter anderem als Donna Elvira in Don Giovanni, als Contessa in Le nozze di Figaro, als
Arminda in La finta Giardiniera, als Elisabeth in Tannhäuser, Eva in Die Meistersinger, 3.
Norn in Götterdämmerung, als Helmwige in Die Walküre, als Blumenmädchen in Parsifal,
als Despina und Dorabella in Cosi fan tutte und viele mehr

Die Produktion von Le nozze di Figaro, in der sie die Contessa mit großem Erfolg bei
Publikum und Presse sang, wurde mit dem Inthega-Musiktheater-Publikumspreis für die
beste Theatergastspielaufführung in ganz Deutschland ausgezeichnet.

Manuela Dumfart war eine von zwei international ausgewählten Sopranen bei einer
Masterclass mit anschließendem Konzert mit Maestro Fabio Luisi in Frankreich, wo sie
beim Abschlusskonzert die Donna Elvira in Don Giovanni und die Despina in Così fan
tutte sang.

Dumfart ist, abgesehen von ihren Opernengagements, auch eine gefragte
Konzertsängerin, ihre Konzerte führen sie nach Japan, China, Deutschland und in die
Schweiz.

Eine enge Zusammenarbeit verbindet sie auch mit der Filmemacherin Martina
Hechenberger und mit Ali Nikrang (Orchester) – sie „verfilmen“ bekannte Opernstücke um
sie dann zu veröffentlichen.

2017/2018 hat sie die weibliche Hauptrolle im Kunstfilm “Sehn.Sucht” nach einer
literarischen Vorlage von „Ich und Er“ gespielt, der von Martina Hechenberger
MinaPictures produziert und von ihr auch Regie geführt wurde. Der Film wurde auf
diversen Filmfestivals in den Kinos gespielt, unter anderem beim Internationalen
Filmfestival in New York. Er war auch für das internationale Filmfestifal ARFF Barcelona
nomiert.

Im Dezember 2022 veröffentlichte Dumfart eine symphonische/OpernCoverversion
(musikalische Leitung Ali Nikrang) des Protestliedes „Baraye“ von Shervin Hajipour um
ihre Solidarität mit den mutigen, protestierenden Frauen und Männern im Iran
auszudrücken, das Ars Electronica Center Linz zeigte den Protestslogan „Women, Life,
Freedom“ am Gebäude. Das Video wurde auch in den unabhängigen iranischen Medien „Iran international“ gezeigt.

Dumfart setzt sich immer wieder für Menschen- und Frauenrechte und gegen
Machmissbrauch ein

http://www.manueladumfart.com/Enter.html

Foto: Shirley Suarez.

Walter Pobaschnig 11.12.2024

https://literaturoutdoors.com

„Offenheit und Toleranz“ Magdalena Müller-Hauszer, Musikerin _ Linz 13.12.2024

Liebe Magdalena Müller-Hauszer, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Sehr unterschiedlich, aber an keinem Tag fehlt: Kaffee, mindestens ein Instrument in der Hand, eine physische oder musikalische Umarmung, die Frage wie ich die Welt ein Stück besser hinterlassen kann als ich sie vorgefunden habe.

Magdalena Müller-Hauszer, Musiker:in und Komponist:in

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Einfühlungsvermögen, Offenheit und Toleranz. Eine unermüdliche Bereitschaft Diskurs und die Größe sich „Fehler“ einzugestehen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Ich glaube vor oder nach einem Aufbruch in diesem Kontext gibt es nicht. Wir sind und waren immer fließend mittendrin. Kunst birgt das Potential Gesellschaften zu spiegeln, es obliegt den Künstler:innen und deren Publikum welche Rolle bzw welche Verantwortung wir dabei einnehmen „wollen“. Ich persönlich sehe mich als Teil der Gesellschaft dazu verpflichtet mich positionieren. „Keine“ Stellungnahme ist für mich immer und überall auch ein Stellungnahme.

Was liest Du derzeit?

Global Pop – Das Buch zur Weltmusik (Claus Leggewie/Erik Meyer (Hrsg.)

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„I wish humanity could handle elusiveness“

Vielen Dank für das Interview, liebe Magdalena, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Magdalena Müller-Hauszer, Musiker:in und Komponist:in

Zur Person/über mich: Magdalena Müller-Hauszer, geboren 1994 in Graz, Musiker:in und Komponist:in studiert(e) unter anderem bei Richard Graf, Samu Gryllus, Christoph Cech,
Ralph Mothwurf, Andreas Schreiber und Johannes Dickbauer.

Fotos: 1 privat; 2 Viktoria Hofmarcher.

Walter Pobaschnig 11.12.2024

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„die Sonne scheint, auch wenn man sie vor lauter Nebel grad nicht sehen kann“ Manuela Dumfart, Sopranistin  _ Wien 12.12.2024

Manuela Dumfart, Sopranistin  

Liebe Manuela Dumfart, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Gleich nach dem Aufwachen lasse ich unseren Kater Felix herein, der in der Nacht immer draußen sein darf (wenn kein Sturm ist und es noch nicht zu kalt ist) und füttere ihn, wir haben ihn 2017 vom Tierheim geholt, schwer traumatisiert, von Angst gezeichnet. 4 Wochen hatte er sich nur im Keller versteckt. Dann hat er angefangen Vertrauen zu fassen, wir haben ihm dafür alle Zeit und alle Distanz gelassen, die er dafür gebraucht hat. Er hat sich im Laufe der Zeit aber wirklich prächtig entwickelt, mittlerweile plaudert er die ganze Zeit munter drauf los, läuft mir nach und fühlt sich mittlerweile ganz sicher, er hat seine Angst und Besorgtheit nahezu ganz ablegen können. Er hat überhaupt eine so wunderschöne Persönlichkeit, so ganz transparent, man kann ganz klar an seiner Mimik sehen, was er denkt und fühlt, noch bevor er anfängt zu kommunizieren, das ist sehr schön und sehr lieb auch.

Nach dieser morgendlichen Routine frühstücke ich ordentlich und widme ich mich meinen künstlerischen Aufgaben.

Ich probe gerade intensiv für kommende Konzerte diverse Programme (und Messen) und organisiere außerdem gerade ein Konzert im Brucknerhaus Linz. Da fällt auch viel Organisatorisches an, da ist wirklich viel zu tun, gerade feilen wir da und dort noch ein bisschen am Programm, das Grundgerüst steht aber natürlich soweit.

Abends laufe ich dann noch, um meine Atemtechnik (das ist für sehr lange Phrasen notwendig) stabil zu halten, das mache ich seit vielen, vielen Jahren, mittlerweile ist es auch weniger laufen als vielmehr nur mehr ein sehr schnelles gehen (ist besser für die Gelenke), da der kontrollierte Einsatz meiner Atmung beim Singen ohnehin sehr stabil und auch sehr leistungsfähig geworden ist über die vielen Jahre hinweg.

So um 22.30 lese ich dann noch ein bisschen oder schaue kurz eine Serie.

Dann gehe ich schlafen.

Gut schlafen, gut essen, gut und sehr diszipliniert und konsequent trainieren, das ist im Grunde das Wichtigste. An Tagen, an denen ich Konzert habe, gibt es den ganzen Tag allerdings nur die Konzentration auf das Konzert und dann das Konzert.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich möchte diese Frage mit einer kurzen Geschichte und einem Bild beantworten:

Als kleines Mädchen, wenn dichter Nebel war und keine Sonne zu sehen, habe ich mich immer auf den Weg gemacht und bin hochgegangen, um genau diesen Punkt (wie am Bild zu sehen, wie die Sonne durch den Nebel bricht, der Nebel sich lichtet) zu suchen.

Ich habe dieses Bild geliebt und den Gedanken, dass die Sonne scheint, auch wenn man sie vor lauter Nebel grad nicht sehen kann.

Ich denke, man darf auch in schwierigen, in Krisenzeiten den Mut nicht verlieren, die Hoffnung nicht aufgeben, sie ist manchmal alles was bleibt…

Und irgendwann geht´s dann auch wieder bergauf, wird es wieder heller……

Und: Aufeinander schauen:

Noch ein kleines Gedankenexperiment:

Wenn jeder, und ich meine: wirklich jeder! ein bisschen auf seinen Nächsten schaut, meinetwegen wirklich auf nur eine Person, den Nächsten z.B.  so gut er halt kann und nach seinen Möglichkeiten, aber mit bestem Wissen und Gewissen, wenn jeder das tut, dann sollten wir und zwar wir alle durch aktuelle Krisen durchkommen, und wenn es auch nur ein durchschlingern ist, aber wir kommen durch.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Ich persönlich bin davon überzeugt, dass Kunst in einer Sprache spricht, die über Worte hinaus geht. Sie hat die Kraft, zu berühren und zu bewegen, ist kostbar und verdient es, geschützt zu werden. Z.B. geschützt vor den Schattenseiten der eigenen Branche. Machtmissbrauch in seinen vielen grausamen Spielarten, all die Ungerechtigkeiten, das Unrecht, das gilt es zu bekämpfen, bzw.

 Kämpfen für eine Kunstwelt ohne all diese hässlichen Begleiterscheinungen.

Und eine gerechtere Verteilung innerhalb der Kunstwelt könnte viel Gutes bewirken, denke ich.

Was liest Du derzeit?

Quiet: The Power of Introverts in a World that can´t stop talking. von Susan Cain.

Und: She said.

Das ist ein großartiges Buch, das erzählt, was es wirklich bedeutet, einen derartigen Fall aufzudecken.

Für die Aufdecker aber auch für die Opfer/Betroffenen.

Wenn man solche Geschichten liest, ist es für die Leser,…vielleicht nur eine Geschichte, für Betroffene/Opfer ist es aber ihr Leben und nachher ist nichts mehr, wie es vorher einmal war.

Da hab ich auch den Film darüber gesehen, zweimal sogar und die beigefügten Interviews der Aufdeckerinnen.

Mich hat mich sehr berührt, was sie gesagt haben.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ich mag Metaphern und Zitate:

Eines meiner Lieblingszitate ist (Autor unbekannt) :

„Wenn ich Dir sage, dass du alles zurückbekommst, was du anderen gibst, bist du dann erleichtert oder hast du Angst?“

Dieses Zitat ist für mich ein faszinierendes, weil tiefgründiges Gedankenexperiment gleich einem moralischen Kompass im Umgang mit anderen.

Es lädt uns ein, über die Konsequenzen unseres Handelns nachzudenken, unser Verhalten zu reflektieren, indem wir uns fragen, wie es uns selbst mit den Konsequenzen unseres Handels ginge, würden sie, gleich einem Bumerang, zu uns zurückkehren.

Vielen Dank!

Manuela Dumfart, Sopranistin  

Vielen Dank für das Interview, liebe Manuela, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Manuela Dumfart, Sopranistin  

Zur Person/über mich: Die oberösterreichische Sopranistin Manuela Dumfart hat an der Anton Bruckner Privatuniversität bei Thomas Kerbl in Linz und am Mozarteum Salzburg „Master Oper und Musiktheater“ bei Prof. Ingrid Mayr, Prof. Josef Wallnig und Kammersängerin Prof. Barbara Bonney studiert und mit Auszeichnung abgeschlossen.

Engagements führten Manuela Dumfart nach Zürich, Berlin, Japan, an das Opernhaus
Peking, zu den Tiroler Festspielen Erl, an das Brucknerhaus Linz, an das Theater
Wolfsburg, Theater Rüsselsheim, Landestheater Linz, Stadttheater Bad Hall, Stadttheater
Gmunden, Stadttheater Wels, Stadttheater Steyr, Theater Wil und viele mehr.
Unter anderem als Donna Elvira in Don Giovanni, als Contessa in Le nozze di Figaro, als
Arminda in La finta Giardiniera, als Elisabeth in Tannhäuser, Eva in Die Meistersinger, 3.
Norn in Götterdämmerung, als Helmwige in Die Walküre, als Blumenmädchen in Parsifal,
als Despina und Dorabella in Cosi fan tutte und viele mehr

Die Produktion von Le nozze di Figaro, in der sie die Contessa mit großem Erfolg bei
Publikum und Presse sang, wurde mit dem Inthega-Musiktheater-Publikumspreis für die
beste Theatergastspielaufführung in ganz Deutschland ausgezeichnet.

Manuela Dumfart war eine von zwei international ausgewählten Sopranen bei einer
Masterclass mit anschließendem Konzert mit Maestro Fabio Luisi in Frankreich, wo sie
beim Abschlusskonzert die Donna Elvira in Don Giovanni und die Despina in Così fan
tutte sang.

Dumfart ist, abgesehen von ihren Opernengagements, auch eine gefragte
Konzertsängerin, ihre Konzerte führen sie nach Japan, China, Deutschland und in die
Schweiz.

Eine enge Zusammenarbeit verbindet sie auch mit der Filmemacherin Martina
Hechenberger und mit Ali Nikrang (Orchester) – sie „verfilmen“ bekannte Opernstücke um
sie dann zu veröffentlichen.

2017/2018 hat sie die weibliche Hauptrolle im Kunstfilm “Sehn.Sucht” nach einer
literarischen Vorlage von „Ich und Er“ gespielt, der von Martina Hechenberger
MinaPictures produziert und von ihr auch Regie geführt wurde. Der Film wurde auf
diversen Filmfestivals in den Kinos gespielt, unter anderem beim Internationalen
Filmfestival in New York. Er war auch für das internationale Filmfestifal ARFF Barcelona
nomiert.

Im Dezember 2022 veröffentlichte Dumfart eine symphonische/OpernCoverversion
(musikalische Leitung Ali Nikrang) des Protestliedes „Baraye“ von Shervin Hajipour um
ihre Solidarität mit den mutigen, protestierenden Frauen und Männern im Iran
auszudrücken, das Ars Electronica Center Linz zeigte den Protestslogan „Women, Life,
Freedom“ am Gebäude. Das Video wurde auch in den unabhängigen iranischen Medien „Iran international“ gezeigt.

Dumfart setzt sich immer wieder für Menschen- und Frauenrechte und gegen
Machmissbrauch ein

http://www.manueladumfart.com/Enter.html

Fotos: 1&3 Shirley Suarez; 2 privat; 4 Martina Hechenberger.

Walter Pobaschnig 11.12.2024

https://literaturoutdoors.com