Erinnerung an_ Barbara Frischmuth, Schriftstellerin *5.7.1941 Altaussee +30.3.2025 Altaussee
Interview_ Eva Schörkhuber, Schriftstellerin
Liebe Eva, welche Erinnerungen hast Du an Barbara Frischmuth als Kollegin? Ga es persönliche Begegnungen und wie hast Du diese erlebt?
Persönlich bin ich Barbara Frischmuth leider nur ein einziges Mal begegnet: Im Rahmen einer Lesung bei der Literaturmeile in der Zieglergasse, das ist schon einige Jahre her.
Was macht für Dich das Werk von Barbara Frischmuth aus und wie ist dieses in die österreichische Literaturgeschichte einzuordnen?
Es ist Barbara Frischmuths literarische Hinwendung zum Konkreten, die mich fasziniert – zu konkreten Geschichten und Lebewesen, aber auch zu Brüchen, die einen als normal betrachteten Lauf der Dinge aus den Angeln heben.
Gibt es ein Lieblingsbuch von Ihr und warum dieses?
Ja, mein Lieblingsbuch ist „Woher wir kommen“: Den geografischen, historischen und sozialen Ort zu befragen, von dem aus eine schreibt und denkt, halte ich (nicht nur für Schriftsteller:innen…) für ein sehr wichtiges Unterfangen. Dieses Buch ist darin wegweisend für mich, eine literarische Reflexion auf die Geschichte eines Ortes und ihre Komplexität.
Welche Inspiration hinterlässt Ihr Schreiben, Ihre Weltsicht, Ihr Künstlerinsein?
Eben dieses: Den Mut zu finden, mich immer wieder zu fragen, woher ich komme, von welchem Standpunkt aus ich schreibe.
Gibt es ein Zitat/eine Textstelle von Ihr, die Du uns noch mitgeben möchtest?
[habe ich momentan keines/ keine zur Hand]
Vielen Dank für das Interview!
Barbara Frischmuth, Schriftstellerin *5.7.1941 Altaussee +30.3.2025 Altaussee
Barbara Frischmuth, Schriftstellerin
geboren 1941 in Altaussee, studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und war seitdem freie Schriftstellerin. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebte seit 1999 wieder in Altaussee. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Romane „Die Klosterschule“ (1968), „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976) oder „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979), aber auch ihre zahlreichen Gartenbücher. Zuletzt im Residenz Verlag erschienen: „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ (2021)„Schaufel, Rechen, Gartenschere“ in der Reihe „Dinge des Lebens“ (2023) und „Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter“ (2025). Der Residenz Verlag trauert um Barbara Frischmuth 31.3.2025
Lieber Peter, welche Erinnerungen hast Du an Barbara Frischmuth als Kollegin? Gab es persönliche Begegnungen und wie hast Du diese erlebt?
Barbara Frischmuth ist eine der Heldinnen unserer frühen Literaturbegeisterung. Während meines Studiums und während meiner jungen Jahre als Gymnasiallehrer lasen wir ihre Werke mit großer Bewunderung. Davon zeugen die zahlreichen Buchexemplare in meiner Bibliothek. Es waren Erzählungen, die Hoffnung machten, die uns ermutigten, eigene ehrliche, aber auch friedvolle Wege zu gehen. Ihr Stimme fehlt nun sehr als Stimme gegen die Kriegsschreier. Sie propagierte ein Miteinander zwischen Politikern und Staaten.
Persönlich bin ich ihr einmal im Salzburger Literaturhaus en passant begegnet und ein Andermal etwas länger in Altaussee, wo sie Julian Schutting ins Literaturmuseum eingeladen hatte. Eine faszinierende Dame der Literatur.
Was macht für Dich das Werk von Barbara Frischmuth aus und wie ist dieses in die österreichische Literaturgeschichte einzuordnen?
Sie war eine der großartigen SchriftstellerInnen der Siebziger und Achtziger, so wie Jelinek, Mayröcker, Evelyn Schlag etwas später, oder auch Handke, Bernhard, Wolfgruber, Henisch, Innerhofer u.a.. Sie war v.a. auch Vorbild für uns, die wir literarisch zu schreiben begannen. Ein eigenständiger literarischer Ton war da, Werthaltung, Ehrlichkeit, sie war einer sinnlichen und sinnvollen Wirklichkeit verpflichtet, dem Glauben an Entwicklung einer fairen und friedlichen Gesellschaft.
Es war eine neue Art der Sinnlichkeit, es war eine neue Art der Ehrlichkeit, auch der politischen Entschlossenheit. Gerade die Gesellschaft der Nachkriegsjahrzehnte strotzte in Österreich vor Verlogenheit (etwa bis zum Skandal rund um „Heldenplatz“ 1988). Gleichzeitig war da diese Bewegung zu etwas Neuem hin, in der Frischmuth u.a. auch mit ihren emanzipatorischen Texten eine wesentliche Rolle spielte.
Gibt es ein Lieblingsbuch von Ihr und warum dieses?
Besondere Faszination haben für mich die Bücher, die von Befreiung erzählen und mythologische Elemente haben, wie „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ aus den Siebzigern oder „Amy oder Die Metamorphose“ und „Kai und die Liebe zu den Modellen“ aus den Achtzigern. Natürlich ist auch die analytische und emotionale Schärfe von „Die Klosterschule“ eine Sensation, ihr Debut von 1968, in dem sie das strenge Reglement in einem katholischen Internat in seiner Destruktivität für Kinder vorführte.
Welche Inspiration hinterlässt Ihr Schreiben, Ihre Weltsicht, Ihr Künstlerinsein?
Neben dem oben Gesagten habe ich von Barbara Frischmuth die Anregung, biographisches Erzählen zu wagen. In diesem kulturellen Biotop ist sicherlich auch mein erstes Buch „Forsthaus“ (1997) entstanden. Im Übrigen bleibt sie uns allen Modell, wir sind wie sie aufgerufen, Neues zu finden, den Weg des Humanen niemals zu verlassen.
Gibt es ein Zitat/eine Textstelle von Ihr, die Du uns noch mitgeben möchtest?
Da gäbe es viele, ich nehme relativ beliebig zwei Sätze aus „Kai und die Liebe zu den Modellen“:
„Unsere Kinder werden alle Trottel, weil man sie nicht mehr auslassen kann. Nicht einmal allein von der Schule dürfte man sie nach Hause gehen lassen, heutzutage.“
„…wir sind so für die Berührung eingerichtet, dass wir uns notfalls selber streicheln. Andererseits die Empfindlichkeit…
Vielen Dank für das Interview!
Barbara Frischmuth, Schriftstellerin *5.7.1941 Altaussee +30.3.2025 Altaussee
Barbara Frischmuth, Schriftstellerin
geboren 1941 in Altaussee, studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und war seitdem freie Schriftstellerin. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebte seit 1999 wieder in Altaussee. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Romane „Die Klosterschule“ (1968), „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976) oder „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979), aber auch ihre zahlreichen Gartenbücher. Zuletzt im Residenz Verlag erschienen: „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ (2021)„Schaufel, Rechen, Gartenschere“ in der Reihe „Dinge des Lebens“ (2023) und „Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter“ (2025). Der Residenz Verlag trauert um Barbara Frischmuth 31.3.2025
Peter Reutterer _Schriftsteller
Peter Reutterer _Schriftsteller, Musiker
Zur Person:Peter Reutterer, geboren am 13.5.1956 in Waidhofen a.d.Thaya, bis zum achten Lebensjahr im Waldviertel. Übersiedelung nach Salzburg. Neusprachliches Gymnasium, Studium (Germanistik, Psychologie-Pädagogik, Latein), Gymnasiallehrer seit 1980, Veröffentlichungen seit 1987. Lebt mit Familie in Bergheim bei Salzburg.
Buchpublikationen:
„Forsthaus“.Kurzprosa.-Bibliothek der Provinz, 1997 „Lokalaugenschein“. Kurzprosa.- Bibliothek der Provinz, 1998 „Movies“. Lyrik.-edition aramo, 2002 “Der Filmgänger”. Eine Erzählung.-Bibliothek der Provinz, 2002 „Silbercolt und Silbersee“. Jugendroman.- edition nove, Jänner 2007 „Schräglage“. Satiren. – Bibliothek der Provinz, Herbst 2007 „Gegenlicht“ .Kriminalerzählung. – arovell, 2008 „Siesta mit Magdalena“. Eine Novella.- arovell, 2010 „Augen.Blicke“. Gesammelte Lyrik.-Edition Tandem, 2010 „Auf den Punkt“. Gedichte mit Geschichten – arovell, 2012 „Unter dem Himmel und in Berlin“. Gedichte mit Geschichten. – arovell, Jänner 2014 „World Wide und auf der anderen Seite“. – Gedichte mit Geschichten. arovell, 2016 „Um das Leben gespielt“. – Gedichte mit Geschichten. arovell, 2018
„Fugato in S-Moll“. In: „Leben in Salzburg“(MM-Verlag, 1987) „Ad verba“. In: LITERATUR AUS ÖSTERREICH (1993) „Der entschwundene Durst“. In: STERZ (Nr.64/ 1994) „Biomüll“. In: „Mord vor Ort. Neue Kriminalgeschichten aus Österreich“(Vlg. für Gesellschaftskritik, 1994) „Abenteuerspielplatz“. In: „Väter“ (Edition Doppelpunkt, 1996) „Heideland“. In: „Waldviertler Weisheiten“(Edition Stoareich, 1996) „Waldschneisen“. In: SALZ 89, 1997 „Videohelp“. In: STERZ, Nr.76/ 77 (1998) „Lyrik“. In: LITERATUR AUS ÖSTERREICH, Nr.252 (1998) „Demolition“. In: STERZ, Nr.78/ 79 (1998) „Ich rieche“. In: Doppelklick 5, neue edition BUCHKLUB 1999 „Despabilate, amor“. In: STERZ, Nr.82 (1999) „Filmesdichte“. In: SALZ 102, Dez.2000 „Mein Bier am Abend“. In: Edition Aramo, Krems 2001 “Wie Fußball”. In: Mein Leid am Mittwoch. Edition Aramo, Krems 2002 “Rom”. In: SALZ 110, Nahaufnahmen 8. Salzburg 2002 “Movieangels”. In: Beyond, Marsilius 2003 “Erdäpfelklauben”. In:Über das Land, Öst.Agrarverlag (Literaturwettbewerb) 2003 „Bewegende Bilder“. In: Litertatniktechtur 03 (Siemens-Literaturwettbewerb) „Augenlicht und Ewigkeit“. In: SALZ 114, Nahaufnahmen 9. Salzburg 03 „Die Fußballanalysten“. Satire in DIEPRESSE, 10.7.06
Lesungen:
zunächst bei Gruppenlesungen in Salzburg, Graz und Wien. Buchpräsentationen im Salzburger Literaturhaus, in Zwettl und Reichenau, Stifterhaus Linz, Oktober, Hollabrunn u. Raabs, im Literaturhaus Wien, Literaturhaus Krems, im Musilhaus Klagenfurt, 2003 in Budapest, 2004 in Bonn RADIOSENDUNGEN zu „Forsthaus“, (Radio Salzburg 97), zu „Lokalaugenschein“ am Sept.98. In „Beispiele, Ö1“ 1998, in „Literaturminiatur“, Ö1 1999 und 2003 ebenfalls in Ö1, „Leseprobe“ zum „Filmgänger“
Preise:
1995 beim Lieferinger Literaturwettbewerb Herbst 1996: Manuskript-Förderpreis vom Land NÖ März 97: Preisträger beim Hermes-Lyrik-Wettbewerb (Burgenland) 1998: Preisträger „freies lesen“ (Lungau) 1998: 5.Platz beim Bewerb um den Preis des Salzburger Kulturfonds Juli 98: einmaliges Arbeitsstipendium vom Bund, 1999 vom Land Salzburg Juli99: Preisträger bein NÖ-Donaufestival („Die großen Prophezeiungen“) Juli 2000, Preisträger beim KIMNARAS-Wettberb (Drosendorf) September 2003, Landesstipendium Salzburg mit Fritz Popp (Jury Britta Steinwendtner, Werner Thuswaldner und Gudrun Seidenauer) Romstipendien des Bunde 04 und 05 Oktober 20005, Anerkennungspreis „Offener Himmel“
TEILNEHMER an Workshops mit Julian Schutting Mitglied bei der SAG und bei prolit MITARBEIT beim Projekt „Virtuelle Schule“ (PI-Niederösterreich, 2000) Vom Land Salzburg gefördertes Buchprojekt mit Schülern „Lies langsam“, 2002
Musik _Bandprojekte mit:
Wukasin Radulovic (tb), Thomas Müller (p): EVERGREENCOMBO
(Tanzbare Oldies und Soft Jazz)
Zsuzsanna Kiss (voc, viol.), Peter Brugger (b), Rainer Furtner (dr): TRIO EXQUISIT
(Standards für die Lounge, Ungarischer und Wiener Jazz)
Oliver Baumann, Florian Oberholzer, Johannes Helmreich: ABENDBROT
Lieber Stefan, welche Erinnerungen hast Du an Barbara Frischmuth als Kollegin? Gab es persönliche Begegnungen und wie hast Du diese erlebt?
Vor ein paar Jahren hat mir Barbara Frischmuth erzählt, dass sich die Hobby-Gärtnerinnen in Altaussee im Sommer abends immer die Zahl der erledigten Nacktschnecken (mit der Schere) zurufen. Ich hab ihr daraufhin vorgeschlagen, sie sollten daraus Schnecken-Bingo machen. Hat ihr gefallen. Das war meine letzte Begegnung mit ihr, die erste war beim Zirkus in Altaussee, wo ich mit meinem Sohn, sie mit einem Enkelkind war. Also werde ich sie immer mit Zirkus und Schnecken in Erinnerung behalten.
Vielen Dank!
Barbara Frischmuth, Schriftstellerin *5.7.1941 Altaussee +30.3.2025 Altaussee
Barbara Frischmuth, Schriftstellerin
geboren 1941 in Altaussee, studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und war seitdem freie Schriftstellerin. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebte seit 1999 wieder in Altaussee. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Romane „Die Klosterschule“ (1968), „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976) oder „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979), aber auch ihre zahlreichen Gartenbücher. Zuletzt im Residenz Verlag erschienen: „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ (2021)„Schaufel, Rechen, Gartenschere“ in der Reihe „Dinge des Lebens“ (2023) und „Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter“ (2025). Der Residenz Verlag trauert um Barbara Frischmuth 31.3.2025
Zur Person:Franzobel, Schriftsteller _ Wien_ Bachmannpreisträger 1995
Franzobel, geboren 1967 in Vöcklabruck, erhielt u. a. den Ingeborg-Bachmann-Preis, den Arthur-Schnitzler-Preis, den Nicolas-Born-Preis und den Bayerischen Buchpreis. Bei Zsolnay erschienen zuletzt die in zahlreiche Sprachen übersetzten historischen Romane »Das Floß der Medusa« (2017), »Die Eroberung Amerikas« (2021), »Einsteins Hirn« (2023) und »Hundert Wörter für Schnee« (2025).
Liebe Grischka, welche Erinnerungen hast Du an Barbara Frischmuth als Kollegin? Gab es persönliche Begegnungen und wie hast Du diese erlebt?
Barbara Frischmuth war wirklich eine ganz außergewöhnliche Frau und Autorin. Ich durfte einmal ein Porträt für die Salzburger Nachrichten über sie schreiben und habe damals ein Telefoninterview mit ihr geführt. (Mail 2.4.25/Interviewanfrage)
Nachfolgend Auszüge des Interviews von Grischka Voss mit Barbara Frischmuth SN (Salzburger Nachrichten), 14.5.2021
„Ich schreibe Frauengeschichten, weil ich eine Frau bin. Seit Jahrtausenden werden Männergeschichten erzählt. Mich interessiert es, über Frauen zu schreiben; da gibt es viel zu entdecken“, sagt Barbara Frischmuth und bezeichnet sich lapidar als „natural born feminist“.
„Es ist eine Chimäre zu glauben, man könne alles allein, wir alle brauchen einander“
Barbara Frischmuth, Schriftstellerin *5.7.1941 Altaussee +30.3.2025 Altaussee
Barbara Frischmuth, Schriftstellerin
geboren 1941 in Altaussee, studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und war seitdem freie Schriftstellerin. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebte seit 1999 wieder in Altaussee. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Romane „Die Klosterschule“ (1968), „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976) oder „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979), aber auch ihre zahlreichen Gartenbücher. Zuletzt im Residenz Verlag erschienen: „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ (2021)„Schaufel, Rechen, Gartenschere“ in der Reihe „Dinge des Lebens“ (2023) und „Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter“ (2025). Der Residenz Verlag trauert um Barbara Frischmuth 31.3.2025
Erinnerung an_ Barbara Frischmuth, Schriftstellerin *5.7.1941 Altaussee +30.3.2025 Altaussee
Interview _ Johannes Wally, Schriftsteller
Lieber Johannes, welche Erinnerungen hast Du an Barbara Frischmuth als Kollegin? Ga es persönliche Begegnungen und wie hast Du diese erlebt?
Barbara Frischmuth begegnete mir drei Mal: als Name, als Person und als Buch.
Den Namen hörte ich zum ersten Mal während meines Germanistikstudiums, ohne aber mit ihm einen konkreten Text zu verbinden. Seither erzeugte er in mir eine wage Ahnung: Dass er eine ganz bedeutenden Gegenwartsautorin bezeichne, und dass es für einen literaturaffinen Menschen ein Makel sei, nichts Näheres zu wissen. Trotz dieser Ahnung blieb es viele Jahre bei meiner Unwissenheit. Bis mir ihr Name und die damit gekennzeichneten Texte immer wieder in der Literaturzeitschrift manuskripte begegneten. Die Qualität dieser Texte verfestigte die Ahnung zur Gewissheit.
Viele Jahre später begegnete ich Barbara Frischmuth persönlich. Sie las Gedichte auf der Terrasse des Grazer Schlossbergs. Es war ein traumhaft schöner Augustabend im zweiten Jahr der Pandemie. Meine Erinnerung verbucht diesen Abend als etwas ganz Besonders. Allerdings war ich zu schüchtern, um Barbara Frischmuth nach der Lesung anzusprechen. Ich stand in einiger Entfernung über den Dächern der Innenstadt, reckte das Kinn in die Abendsonne und freute mich, nun Name und Person verbinden zu können.
Wieder vergingen mehrere Jahre. Und dann griff ich im Zeitungskiosk am Grazer Hauptbahnhof nach einem schmalen Buch, auf dessen waldgrünem Cover bunte Falter zu sehen waren. Die Schönheit der Tag und Nachtfalter stand in rosa Lettern. Und darüber: Barbara Frischmuth. Dieses Buch werde ich lesen, beschloss ich.
Wie es der Zufall will, geschah das am 30. März 2025.
Vielen Dank für das Interview!
Barbara Frischmuth, Schriftstellerin *5.7.1941 Altaussee +30.3.2025 Altaussee
Barbara Frischmuth, Schriftstellerin
geboren 1941 in Altaussee, studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und war seitdem freie Schriftstellerin. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebte seit 1999 wieder in Altaussee. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Romane „Die Klosterschule“ (1968), „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976) oder „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979), aber auch ihre zahlreichen Gartenbücher. Zuletzt im Residenz Verlag erschienen: „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ (2021)„Schaufel, Rechen, Gartenschere“ in der Reihe „Dinge des Lebens“ (2023) und „Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter“ (2025). Der Residenz Verlag trauert um Barbara Frischmuth 31.3.2025
Johannes Wally, Schriftsteller
Johannes Wally, Schriftsteller
Zur Person_Johannes Wally wurde 1978 in Wien geboren. Er lehrt und forscht als Senior Lecturer an der Karl-Franzens-Universität Graz am Institut für Anglistik. Wally ist Autor von zwei wissenschaftlichen Monographien sowie von zwei literarischen Büchern. Er publiziert regelmäßig in Fach- und Literaturzeitschriften (u.a. in den LICHTUNGEN und manuskripte), der Text „Fluchtlinien“ wurde 2021 vom österreichischen Rundfunk (Ö1) gesendet. Seine Arbeit wurde mehrfach preisgekrönt, z. B. mit dem Literaturpreis der Stmk. Sparkasse für sein literarisches Debüt Absprunghöhen (Leykam 2014) und dem Josef-Krainer-Förderungspreis für Secular Falls from Grace (Wissenschaftlicher Verlag Trier 2015).
Aktueller Roman von Johannes Wally:„Was dazwischen kommt“. Edition Keiper
Erinnerung an_ Barbara Frischmuth, Schriftstellerin *5.7.1941 Altaussee +30.3.2025 Altaussee
Interview _ Harald Darer, Schriftsteller _ Wien
Lieber Harald, welche Erinnerungen hast Du an Barbara Frischmuth als Kollegin? Gab es persönliche Begegnungen und wie hast Du diese erlebt?
Leider habe ich sie persönlich nie kennen gelernt, für mich war sie eine Doyenne der österreichischen Literatur.
Was macht für Dich das Werk von Barbara Frischmuth aus und wie ist dieses in die österreichische Literaturgeschichte einzuordnen?
Sie ist eine wichtige Frauenstimme in der männerdominierten Literaturwelt der Nachkriegszeit, in der sie sich ihren Platz erkämpft hat, wie Elfriede Gerstl oder Ingeborg Bachmann.
Gibt es ein Lieblingsbuch von Ihr und warum dieses?
Nein, ich schätze aber die Erzählungen sehr (zB Bindungen, Residenz Verlag)
Welche Inspiration hinterlässt Ihr Schreiben, Ihre Weltsicht, Ihr Künstlerinsein?
Für mich als Autor inspiriert die stilistische Vielfalt, die Sprache, die Erzählkunst.
Gibt es ein Zitat/eine Textstelle von Ihr, die Du uns noch mitgeben möchtest?
Mein grundsätzliches Thema ist: Wie können Menschen miteinander leben, ohne sich gegenseitig den Schädel einzuhauen.
Vielen Dank für das Interview!
Barbara Frischmuth, Schriftstellerin *5.7.1941 Altaussee +30.3.2025 Altaussee
Barbara Frischmuth, Schriftstellerin
geboren 1941 in Altaussee, studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und war seitdem freie Schriftstellerin. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebte seit 1999 wieder in Altaussee. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Romane „Die Klosterschule“ (1968), „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976) oder „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979), aber auch ihre zahlreichen Gartenbücher. Zuletzt im Residenz Verlag erschienen: „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ (2021)„Schaufel, Rechen, Gartenschere“ in der Reihe „Dinge des Lebens“ (2023) und „Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter“ (2025). Der Residenz Verlag trauert um Barbara Frischmuth 31.3.2025
Harald Darer, Schriftsteller
Harald Darer, Schriftsteller
Zur Person: Harald Darer, 1975 in Mürzzuschlag, Steiermark, begann nach der Lehre zum Elektroinstallateur und einschlägigen Weiterbildungen mit dreißig Jahren zu schreiben. Sein Debütroman »Wer mit Hunden schläft« erschien 2013 im Picus Verlag. 2015 folgte »Herzkörper«, im Jahr darauf »Schnitzeltragödie«, 2019 »Blaumann«.
Erinnerung an_ Barbara Frischmuth, Schriftstellerin *5.7.1941 Altaussee +30.3.2025 Altaussee
Interview _Andreas Unterweger, Schriftsteller, Herausgeber der Literaturzeitschrift manuskripte_ Graz
Lieber Andreas, welche Erinnerungen hast Du an Barbara Frischmuth als Kollegin? Gab es persönliche Begegnungen und wie hast Du diese erlebt?
Ich habe Barbara Ende der Nuller Jahre als lesende Autorin bei einer manuskripte-Präsentation kennengelernt. Seit Ende 2016, als ich selbst bei der Zeitschrift zu arbeiten begann, hatten wir häufig miteinander zu tun, am öftesten rund um die rotahorn-Preis-Jurysitzungen. Während sie erfreulich oft sehr leidenschaftlich argumentierte, war ihr Urteil immer gut begründet, auch gut vorbereitet. Ihre präzisen, oft poetischen Formulierungen prägten die Jurybegründungen dieses von Mäzen Hans Roth 2011 gestifteten Literaturpreises.
Bei den gemeinsamen Essen nach den Sitzungen erzählte sie oft von ihren Erfahrungen. Ihre Geschichten über die frühen Abenteuer der Grazer Gruppe, über ihre Zeit als Studentin an der Atatürk Universität in Erzurum in Ostanatolien oder auch ihre Rants gegen Rasenmäherroboter (sie hatte mit jedem Wort recht!) bleiben mir in besonderer Erinnerung.
Was macht für Dich das Werk von Barbara Frischmuth aus und wie ist dieses in die österreichische Literaturgeschichte einzuordnen?
Die Bücher von Barbara Frischmuth haben für mich etwas ausgesprochen Erfrischendes und Mutiges – nomen est omen, könnte man sagen. In ihren formal experimentellen Anfängen absolut auf der Höhe der wilden 1960er hat sie später gleich mehrere Gattungen neu erfunden. Darunter die Feengeschichte (Die Mystifikationen der Sophie Silber) oder auch das Gartenbuch. Und in ihrem Spätwerk lieferte sie gleich mehrere Paradebeispiele für die hochaktuelle Strömung des Nature Writing.
Die österreichische Literatur verdankt Barbara Frischmuth jedenfalls viel mehr, als ihr bislang bewusst ist. Ich denke, sie wird als eine der wichtigsten österreichischen Autorinnen des 20. Jahrhunderts in Erinnerung bleiben.
Gibt es ein Lieblingsbuch von Ihr und warum dieses?
Ihr Erzählband DeinSchatten tanzt in der Küche hat mich sehr beeindruckt. Für einen Vorabdruck in manuskripte 230 (2020) durfte ich unter mehreren Geschichten auswählen. Das war alles andere als einfach, denn sie waren alle so gut! Blurbmäßig gesagt: „Packende und berührende Erzählungen von zeitloser Klasse!“
Welche Inspiration hinterlässt Ihr Schreiben, Ihre Weltsicht, Ihr Künstlerinsein?
Aus persönlicher Sicht: Ich weiß noch, dass ich es als äußerst befreiend empfand, dass ihre Texte die ohnehin schon so vielfältige österreichische Avantgarde-Literatur formal auch in Richtung der Fabel erweiterten. Wer weiß, vielleicht wäre ich ohne diese Erfahrung nie auf die Idee gekommen, ein Buch wie Das gelbe Buch mit seinen vielen Tiergeschichten zu schreiben.
Gibt es ein Zitat/eine Textstelle von Ihr, die Du uns noch mitgeben möchtest?
Aus ihrem letzten Buch, Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter (Residenz 2025):
„Und wir werden immer wieder ins Paradies zurückfinden, solange es ein Paradies gibt.“
Vielen Dank für das Interview!
Barbara Frischmuth, Schriftstellerin *5.7.1941 Altaussee +30.3.2025 Altaussee
Barbara Frischmuth, Schriftstellerin
geboren 1941 in Altaussee, studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und war seitdem freie Schriftstellerin. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebte seit 1999 wieder in Altaussee. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Romane „Die Klosterschule“ (1968), „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976) oder „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979), aber auch ihre zahlreichen Gartenbücher. Zuletzt im Residenz Verlag erschienen: „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ (2021)„Schaufel, Rechen, Gartenschere“ in der Reihe „Dinge des Lebens“ (2023) und „Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter“ (2025). Der Residenz Verlag trauert um Barbara Frischmuth 31.3.2025
Andreas Unterweger, Schriftsteller, Herausgeber der Literaturzeitschrift manuskripte_ Graz
Liebe Christina, welche Erinnerungen hast Du an Barbara Frischmuth als Kollegin? Gab es persönliche Begegnungen und wie hast Du diese erlebt?
Von Angesicht zu Angesicht bin ich der großen Barbara Frischmuth nie begegnet, wohl aber durch den Filter einer Kameralinse in dem einen oder anderen filmischen Porträt, in denen immer eine Frau zu sehen war, die Kritik mit wohlwollendem Blick auf die Menschen übte. Wohltuend klar formuliert ohne bemüht intellektuellem Habitus. Eine Literatin, die zum Vorbild taugt.
Was macht für Dich das Werk von Barbara Frischmuth aus und wie ist dieses in die österreichische Literaturgeschichte einzuordnen?
Ihre Erzählweise, zum Beispiel in Romanen wie „Die Ferienfamilie“, aber auch in ihrem Monolog „Rabenmutter“ erscheint locker, leichtfüßig und ist doch in ihrer Struktur artifiziell, auf den Punkt durchdacht. Kompliziertes einfach darstellen, ohne dass der tiefgehende Gedanke verlorengeht – das ist eine Kunst, die sie meisterhaft beherrschte und die zutiefst berührt. Als österreichische Literatin wird sie für mich immer als weibliche Vorreiterin der Avantgarde bleiben, aber für diese Art von Klassifizierung gibt es viele Literaturwissenschafter_innen, die sich darin berufen fühlen.
Welche Inspiration hinterlässt ihr Schreiben, ihre Weltsicht, ihr Künstlerinsein?
Barbara Frischmuths Literatur ist für mich geprägt vom Willen, die „Dinge“ beim Namen zu nennen, klar und eindeutig Stellung zu beziehen und zwar immer zugunsten von Offenheit, Weitsicht, Willkommenskultur, Humanismus.
Gibt es ein Zitat/eine Textstelle von Ihr, die Du uns noch mitgeben möchtest?
„Couragiertheit ist selten angeboren, sondern muss erlernt werden.“ (Zitat aus Der Standard, 14.5.2024, „Was ist Mut? – Barbara Frischmuth zum Thema Zivilcourage und die steten Tropfen, die den Stein höhlen“)
Vielen Dank für das Interview!
Barbara Frischmuth, Schriftstellerin *5.7.1941 Altaussee +30.3.2025 Altaussee
Barbara Frischmuth, Schriftstellerin
geboren 1941 in Altaussee, studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und war seitdem freie Schriftstellerin. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebte seit 1999 wieder in Altaussee. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Romane „Die Klosterschule“ (1968), „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976) oder „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979), aber auch ihre zahlreichen Gartenbücher. Zuletzt im Residenz Verlag erschienen: „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ (2021)„Schaufel, Rechen, Gartenschere“ in der Reihe „Dinge des Lebens“ (2023) und „Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter“ (2025). Der Residenz Verlag trauert um Barbara Frischmuth 31.3.2025
Christina Jonke_Schriftstellerin, Regisseurin _ Klagenfurt
Zur Person:Christina Jonke_Schriftstellerin, Regisseurin _ Klagenfurt
Erinnerung an_ Barbara Frischmuth, Schriftstellerin *5.7.1941 Altaussee +30.3.2025 Altaussee
Interview _ Heinz Kröpfl, Schriftsteller _ Graz
Lieber Heinz, welche Erinnerungen hast Du an Barbara Frischmuth als Kollegin? Gab es persönliche Begegnungen und wie hast Du diese erlebt?
Tatsächlich haben sich unsere Wege, obwohl beide aus und in der Steiermark, leider nie gekreuzt – selbst dann nicht, wenn ich mich in den letzten Jahren, was bisher viermal der Fall war, zu einem Aufenthaltsstipendium der Literar-Mechana im Ausseerland aufgehalten habe (und dabei und hin und wieder auch Altaussee aufsuchte) …
Was macht für Dich das Werk von Barbara Frischmuth aus und wie ist dieses in die österreichische Literaturgeschichte einzuordnen?
Die Vielfalt ihres Werkschaffens – von Romanen und Erzählungen über Kinder- und Jugendbücher, Gartengeschichten, Tierfabeln, Puppenspiele, Filme bis hin zu Theaterstücken und Hörspielen, ja sogar einem Libretto, zudem auch noch als Übersetzerin – ist allein für sich schon außerordentlich und ragt in der österreichischen Literaturlandschaft als ein Monolith auf.
Ihr Werk wird somit zu Recht überdauern.
Gibt es ein Lieblingsbuch von Ihr und warum dieses?
„Kopftänzer“ – übrigens auch das erste Buch, das ich von ihr gelesen habe. Zum ersten Mal mit Anfang 20, also etwa in dem Alter, in dem sich Dan, die männliche Hauptfigur in dem Roman, befindet. Zum zweiten und bisher letzten Mal mit Mitte 40, im ungefähren Alter der Protagonistin Dinah. In beiden Figuren habe ich mich im jeweiligen Alter gut wiedererkennen können, in jungen Jahren sogar noch mehr.
Welche Inspiration hinterlässt Ihr Schreiben, Ihre Weltsicht, Ihr Künstlerinsein?
Ich glaube, ihre literarische und menschliche Auseinandersetzung mit dem Versuch, Einheit und Einklang mit der eigenen Person, der Welt, den Menschen und der Natur herzustellen, wird uns in unserem Denken weiterhin anregen – ebenso wie der Fantasiereichtum.
Gibt es ein Zitat/eine Textstelle von Ihr, die Du uns noch mitgeben möchtest?
„Woher kommt es, daß mich der Gedanke, einst nicht gewesen zu sein, soviel weniger bedrückt als die Gewißheit, daß ich einmal nicht mehr sein werde?“ (aus „Kopftänzer“)
Vielen Dank für das Interview!
Barbara Frischmuth, Schriftstellerin *5.7.1941 Altaussee +30.3.2025 Altaussee
Barbara Frischmuth, Schriftstellerin
geboren 1941 in Altaussee, studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und war seitdem freie Schriftstellerin. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebte seit 1999 wieder in Altaussee. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Romane „Die Klosterschule“ (1968), „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976) oder „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979), aber auch ihre zahlreichen Gartenbücher. Zuletzt im Residenz Verlag erschienen: „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ (2021)„Schaufel, Rechen, Gartenschere“ in der Reihe „Dinge des Lebens“ (2023) und „Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter“ (2025). Der Residenz Verlag trauert um Barbara Frischmuth 31.3.2025
Heinz Kröpfl, Schriftsteller
Zur Person: Heinz Kröpfl, Schriftsteller – Graz _ Heinz Kröpfl, geboren 1968 in Leoben, lebt in Graz.
Seit 1993 hat er 17 Bücher (sechs Romane, fünf Erzählungen, eine Novelle und fünf Lyrikbände) veröffentlicht.
Zuletzt erschienen im September 2022: „Jagdrausch. (K)ein Kriminalroman“ im Verlag Anton Pustet.
Daneben weist er seit 1986 zahlreiche Veröffentlichungen von Lyrik und Prosa in Anthologien, Literaturzeitschriften und Zeitungen aus Österreich, Deutschland, Spanien (in galicischer Übersetzung) und Indien (in englischer Übersetzung) sowie in Rundfunk und Fernsehen auf; ebenso seit 1988 Lesungen und Buchpräsentationen in Österreich.
Für „Mondgebete und Stoßgedichte“ (Lyrik mit Fotografien, 2019) betätigte er sich erstmals auch als künstlerischer Fotograf.
Seit 2021 ist er an internationalen Mail-Art-Ausstellungen beteiligt.
Er ist Mitglied der IG Autorinnen Autoren, der Grazer Autorinnen Autorenversammlung (GAV), der Literar-Mechana und des Vereins der Schriftstellerinnen und Künstlerinnen.
Fallweise betätigt sich Heinz Kröpfl zudem auch als Lektor und Korrektor im belletristischen und wissenschaftlichen Bereich.
Und gelegentlich verfasst er Rezensionen zu Büchern, die ihn besonders beindrucken, etwa für das Online-Buchmagazin des Literaturhauses Wien – ein Beispiel ist hier zu finden.
Preise, Auszeichnungen, Stipendien etc.:
2024 Arbeitsaufenthalt Grundlsee, Literar-Mechana
2023 Zuerkennung Aufenthaltsstipendium Künstlerwohnung Soltau (Deutschland) durch den Kulturausschuss der Stadt Soltau und den Freundeskreis der Künstlerwohnung für Mai 2024
2023 Ehrennadel in Silber für besondere Verdienste um die Marktgemeinde St. Michael in Obersteiermark
2023 ausgewählter literarischer Vertreter des Bundeslandes Steiermark für „Sternlesen“
2022 Arbeitsstipendium für Literatur, Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport
2022 Arbeitsaufenthalt Grundlsee, Literar-Mechana
2022 Shortlist der 4. Auflage des Schreibwettbewerbs Literatur:im:süden, initiiert von BUCH13, unterstützt von Stadt Villach & Land Kärnten
2021 Finalist zeilen.lauf-Literaturbewerb 2020
2020 Arbeitsstipendium für Literatur, Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport
2020 Arbeitsaufenthalt Grundlsee, Literar-Mechana
2018 Arbeitsaufenthalt Grundlsee, Literar-Mechana
2017 Arbeitsstipendium für Literatur, Bundeskanzleramt Österreich
Erinnerung an_ Barbara Frischmuth, Schriftstellerin *5.7.1941 Altaussee +30.3.2025 Altaussee
Interview _Hubert Maria Moran, Schriftsteller, Künstler
Lieber Hubert Maria, welche Erinnerungen hast Du an Barbara Frischmuth als Kollegin? Ga es persönliche Begegnungen und wie hast Du diese erlebt?
Barbara Frischmuth war eine große österreichische Autorin und ich durfte sie bei einer Buchpräsentation im Musilhaus Klagenfurt persönlich kennenlernen und beim Lesen erleben.
Was macht für Dich das Werk von Barbara Frischmuth aus und wie ist dieses in die österreichische Literaturgeschichte einzuordnen?
Sie war eine hervorragende Erzählerin, die mit Fantasie, dem gegenseitigen Verstehen in vielfacher Weise sogar sich selbst überragen konnte. Ihre Werke kann ich nicht beurteilen, doch standen sie immer im Einklang mit dem Leben, der Natur und wohl auch mit ihrem Selbst. Sie kannte die ungarische Puszta, lebte im Orient wie im Okzident und ihr Herz war zeitlebens doch im Salzkammergut zuhause. Die vielfach ausgezeichnete Barbara Frischmuth war eine Weltbürgerin sondergleichen, die es verstand, mit Narrativen das Verständnis für Toleranz auch bei ihren Lesern und Leserinnen zu stärken.
Gibt es ein Lieblingsbuch von Ihr und warum dieses?
Über ein Lieblingsbuch könnte ich mich nicht entscheiden. Doch die neueste Publikation, „Die Schönheit, der Tag und Nachtfalter“ wird in Kürze in meinem Bücherschrank einen besonderen Platz einnehmen.
Welche Inspiration hinterlässt Ihr Schreiben, Ihre Weltsicht, Ihr Künstlerinsein?
Ebenso galt ihr Engagement für entwurzelte Menschen und Kriegsgeschädigte. So gesehen war sie für mich auch eine Pazifistin und Friedensforscherin zwischen zwei Buchdeckeln. Ihre Texte über Kleingärten brachten wohl oder übel auch viele negative Gedanken der erhitzen Köpfe Andersdenkender in den Vorgärten zum Blühen. Eine Grande Dame hat die österreichische Literaturszene verlassen, in der Erinnerung wird Barba Frischmuth weiterleben, Requiescat in pace!
Gibt es ein Zitat/eine Textstelle von Ihr, die Du uns noch mitgeben möchtest?
„Ich hüte mich, über ganz aktuelle Themen zu schreiben. Man muss warten, bis man einen emotionalen Abstand hat.“
Vielen Dank für das Interview!
Barbara Frischmuth, Schriftstellerin *5.7.1941 Altaussee +30.3.2025 Altaussee
Barbara Frischmuth, Schriftstellerin
geboren 1941 in Altaussee, studierte Türkisch, Ungarisch und Orientalistik und war seitdem freie Schriftstellerin. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin lebte seit 1999 wieder in Altaussee. Zu ihren größten Erfolgen zählen die Romane „Die Klosterschule“ (1968), „Die Mystifikationen der Sophie Silber“ (1976) oder „Kai und die Liebe zu den Modellen“ (1979), aber auch ihre zahlreichen Gartenbücher. Zuletzt im Residenz Verlag erschienen: „Natur und die Versuche, ihr mit Sprache beizukommen“ (2021)„Schaufel, Rechen, Gartenschere“ in der Reihe „Dinge des Lebens“ (2023) und „Die Schönheit der Tag- und Nachtfalter“ (2025). Der Residenz Verlag trauert um Barbara Frischmuth 31.3.2025
Hubert Maria Moran, Schriftsteller, Künstler
Zur Person:Hubert Maria Moran, Schriftsteller, Künstler