Die Republik der Irren. Dirk Stermann. Roman. Rowohlt Verlag.

Die Schrecken des I.Weltkrieges sind zu Ende. Europa liegt darnieder. Nun gilt es, alles neu zu ordnen. Existenz, Gesellschaft, Grenzen, eine neue Zeit soll neuen Ideen Raum und Leben geben. Da und dort.

Auch in der adriatischen Hafenstadt Fiume. Und hier zieht jetzt ein Dichter ein, Gabriele D’Annunzio, und sucht alles neu zu ordnen. Ein Experiment beginnt und hohe Wellen schlagen an Türen und Fenster von Tradition und Ordnung. Jeden Tag, jede Nacht. An die neue Republik…

Und diese zieht nun Menschen an. Auch Cherubino und seine Gefährten aus der Irrenanstalt. Jetzt ist alles möglich. Ein Rausch beginnt zwischen Utopie und Realität, der verwandelt und mit sich zieht wie ein Orkan…

„Wir befreien die Welt. Die Armee des Wahnsinns marschiert endlich. D’Annunzio ist schon mit den Arditi, den Mutigsten und Waghalsigsten, in Fiume…Sie haben eine Republik gegründet! Die modernste der Welt! Endlich können wir alles umsetzen, was wir diskutiert haben…“

Dirk Stermann, eine der renommiertesten deutschsprachigen Kabarettisten, Künstler wie Autoren, lädt in seinem neuen Roman zu einer Zeitreise zwischen Geschichte, Utopie und Phantasie ein, die gesellschaftspolitische Ideengeschichte mit unglaublichem Witz und Ironie wie ganz feinem Gespür für die Euphorie und Tragik menschlicher Sehnsucht und deren Scheitern verbindet und damit schwer begeistert.

Es ist ein sprühendes, zeitlos absurd komisches Panorama und Drama von Vision und Aufbruch, das alle Farben des Menscheins genial im virtuosen sprachlichen actionpainting an die Wände unserer Existenz und Welt wirft – was für ein Roman!

Die Republik der Irren. Dirk Stermann. Roman. Rowohlt Verlag.

Hardcover, 304 Seiten

ISBN: 978-3-498-00745-4

25 EUR

E-Book 19,99 EUR

Walter Pobaschnig  10/25

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„Die Assistentin“ Caroline Wahl. Rowohlt Verlag.

Sommer. Eine neue Arbeit. Im Verlagshaus als Assistentin. Doch Charlotte sieht sich nun in einem Gewitter, Blitz und Donner rundum und mittendrin in ihr. Sie hatte es kommen gesehen. Die dunkle Schwere, die aufziehenden Wolken plötzlich und doch immer wie eine übermächtige Wucht…jetzt in diesen heißen Tagen an der Isar…

„Dass das ganze eine riesengroße Fehlentscheidung war, hatte Charlotte eigentlich von Anfang an gespürt. Schon bevor die riesengroße Fehlentscheidung getroffen wurde, als sie die Stellenausschreibung sah, spürte sie, dass es eine riesengroße Fehlentscheidung war…“

Charlotte weiß, woran dies und alles liegt. Nämlich weit zurück und immer ganz nah…

„Die Wurzel allen Übels war eigentlich ihr Vaterkomplex, dachte Charlotte…Auf jeden Fall kämpfte Charlotte seit jeher mit unterschiedlichen Waffen und Strategien um Bestätigung durch den Vater, die nur selten und wenn dann äußerst dünn dosiert kam…“

Und der Kampf um die Aufmerksamkeit und Anerkennung des Vaters wird zum Lebenskampf um und gegen Macht und Zuwendung…

Auch hier – am Beginn des Weges in einer neuen Arbeit. Es geht los und wie – das Ringen, Scheitern, Loslassen und Festhalten…

Caroline Wahl, in Kiel lebende Bestsellerautorin, legt mit „Die Assistentin“ ihren dritten Roman vor und dieser ist wie die Vorgänger ein Feuerwerk an Form und Inhalt von sprachlicher Virtuosität und spannender Erzählkunst, die von Beginn an wie eine Achterbahnfahrt rasant in den Bann zieht und mit Charlotte durch die unerträgliche Leichtigkeit des Seins von Beruf und Leben mitkatapultieren lässt – anschnallen bitte!

„Die Assistentin“ Caroline Wahl. Rowohlt Verlag.

Rowohlt Hardcover, 368 Seiten

ISBN: 978-3-498-00770-6

24,90 EUR

E-Book 19,90 EUR

Walter Pobaschnig  10/25

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Dialoge mit Pasolini, Cornelia Wild (Hrsg.). Wagenbach Verlag.

Das Werk des italienischen Filmregisseurs und Schriftstellers Pier Paolo Pasolini _ *5. März 1922 Bologna +ermordet 2. November 1975 Rom/Ostia_ ist eines der bedeutendsten und facettenreichsten des 20.Jahrhunderts und bis zur Gegenwart wird es immer wieder neu entdeckt und interpretiert. Die enge Verbindung und der lebendige Dialog zwischen Werk, Mensch und Gesellschaft sind ein facettenreiches Kennzeichen dabei. 

Im vorliegenden Buch gibt es erstmals einen spannenden wie außergewöhnlichen Einblick in den ganz unmittelbaren gesellschaftlichen Dialog Pasolinis – die Korrespondenz mit verschiedensten Leser:innenstimmen zu ganz unterschiedlichen Themen in der italienischen Wochenzeitschrift „Vie Nuove“.

Es ist dies ein einmaliges künstlerisches wie gesellschaftliches Lebenszeugnis, das Werk wie Leben und Zeit gleichsam erfahrbar wie berührbar macht und zu Reflexion und Diskurs zeitübergreifend inspiriert.

Dialoge mit Pasolini, Cornelia Wild (Hrsg.). Wagenbach Verlag.

Übersetzt von Fabien Vitali / Mit einem Vorwort von Cornelia Wild

256 Seiten. 1. Auflage. Broschiert

ISBN 978-3-8031-2884-3   

15,– €

18. September 2025

Walter Pobaschnig  10/25

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Mühlviertler Todesstoß. Eva Reichl. Kriminalroman. Gmeiner Verlag.

Advent im Renaissanceschloss Weinberg in Kefermarkt in Oberösterreich. Turmbläser begrüßen das zahlreiche Publikum zum stimmungsvollen Adventmarkt, der eine traditionelle Station für nah und fern am Weg auf Weihnachten zu ist. Ein fröhliches Zusammenkommen und Wiedersehen bei Klang, Kunst und genussvoller Kulinarik.

Dazwischen eine Person, die sich schnell und scheu durch die Menge drängt. Sie ist nicht wegen dem bunten Leben hier, sondern wegen dem Tod, der etwas einbringen soll – Geld, viel Geld. Der geschnitzte spitze Tannenbaum, der ihr sofort ins Auge springt, soll das Werkzeug dazu sein, zum letzten Schrei des Unternehmers Jakob Grünwald…

Als der Schrei ertönt, ist es im beschaulichen Mühlviertel klar – Chefinspektor Oskar Stern muss die Welt hier wieder in Ordnung bringen, ermitteln, aufklären und festnehmen. Und dieser legt in aller Raffinesse, Ortskundigkeit und mannigfaltiger Überraschung los – wer könnte für diesen letzten Schrei im Schloss verantwortlich sein?…

Eva Reichl, eine der originellsten und erfolgreichsten Stimmen moderner Krimiliteratur, legt eine facettenreiche, mitreißende Reise in Gründe und Abgründe von Existenz und Gesellschaft vor, die in ihrer Erzähl- und Spannungskraft einzigartig ist.

Der Autorin gelingt es einzigartig Menschen in ihrem alltäglichen Geflecht von Begegnung, Erfahrung, Geheimnis, Einsamkeit, Ausweglosigkeit und Gewalt darzustellen und im regionalen Kontext zu einem ganz großen Krimidrama in die Buchrückenbühne zu bringen. Dazu ist nur wieder begeistert und langanhaltend zu applaudieren!

Eva Reichl, Schriftstellerin

Zu Person und Werk: Eva Reichl wurde in Oberösterreich geboren und lebt mit ihrer Familie im unteren Mühlviertel. Mit ihren Krimis und Thrillern verwandelt sie ihre Heimat Oberösterreich in einen Tatort getreu dem Motto: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Böse liegt so nah? Mit ihrer Mühlviertler Krimiserie mit Chefinspektor Oskar Stern und den Thrillern rund um Diana Heller verwandelt sie ihre Heimat in einen Tatort. Der erste Band ihrer seit 2018 bestehenden Mühlviertel-Krimireihe rund um Inspektor Oskar Stern befindet sich mittlerweile in der 9. Auflage.

2025 startete Reichl eine neue Krimiserie mit Chefinspektorin Lotta Meinich und ihrem Vater Gustav, einem Chefinspektor im Ruhestand, und weitete damit ihr mörderisches Schaffen auf ganz Oberösterreich aus.  (Pressetext Gmeiner Verlag)

Mühlviertler Todesstoß. Eva Reichl. Kriminalroman. Gmeiner Verlag.

336 Seiten, 12,5 x 20,5 cm, Paperback

ISBN 978-3-8392-0895-3

Print 14,50 € / E-Book 11,99 €

Fotos: Portrait_ Franz Bodingbauer; Cover _ Verlag; Motiv _ Walter Pobaschnig.

Walter Pobaschnig 10/25

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Verbotene Beziehungen. Weibliche Homosexualität im nationalsozialistischen Österreich. Natascha Bobrowsky. Mandelbaum Verlag.

Es sind elf erschütternd wie beeindruckend recherchierte Fallgeschichten zur Verurteilung im Nationalsozialismus in Österreich wegen weiblicher Homosexualität. Damit bringt die Autorin Licht in eines der schlimmsten und noch immer nicht vollständig aufgearbeiteten Kapitel österreichischer Geschichte.

Das Buch gliedert sich in einen Einleitungsteil, der einen Forschungsüberblick bietet wie die Verfolgungssituation von Homosexualität im Nationalsozialismus und die historischen wie weiteren Entwicklungen im Strafrecht darstellt.

Danach kommt es zur Schilderung der Fälle in den österreichischen Bundesländern in Analyse und Darstellung der Aktenlage wie weiteren Bild-, Textdokumenten.

Ein ausführliches Quellen- und Literaturverzeichnis schließt dieses so eindringliche wie wichtige Buch zum Aufarbeitungskapitel der Verfolgung weiblicher Sexualität im Nationalsozialismus ab.

Zur Autorin: Natascha Bobrowsky studierte Kunstgeschichte, Gender Studies und Geschichte an der Universität Wien. Gemeinsam mit QWIEN erarbeitet sie seit Juli 2023 das Forschungsprojekt zur Verfolgung weiblicher Homosexualität im Nationalsozialismus. Ihre Schwerpunkte liegen im Bereich Frauen- und Geschlechtergeschichte, Rechtsgeschichte, sowie österreichische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. 

Verbotene Beziehungen. Weibliche Homosexualität im nationalsozialistischen Österreich. Natascha Bobrowsky. Mandelbaum Verlag.

232 Seiten, mit Abbildungen, broschürt

Format: 13,5 x 21

ISBN: 978399136-072-8

23.00 €

Erschienen: Jänner 2025

Walter Pobaschnig  10/25

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„Grobiane“ Silke Gruber, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Hall/Tirol 9.10.2025

GIVE PEACE A CHANCE

Grobiane

Ideologen, Spiel-

Verderber und andere

Endgegner


Pfiat

eich

alle!

Choose

Eremitage!


Auf der


Clownnase

hupen &

aehnliche

Nettigkeiten als

Common Sense

elaborieren – now!



Silke Gruber, 7.10.2025

Silke Gruber, Schriftstellerin

GIVE PEACE A CHANCE

Silke Gruber, Schriftstellerin

Zur Person/über mich: Silke Gruber

lebt seit 1981 in Hall in Tirol und hat auch nicht vor umzuziehen oder zu verreisen. Bis ca. 2020 stand an dieser Stelle „Seit sie denken kann hauptberuflich Mutter“, dieser Satz wurde ersetzt durch „früher hauptberuflich Mutter“. Mittlerweile Putzfrau. Ganz früher mal Lehramtsstudium. Dazwischen und davor und danach wuselt sie als wand_lungen auf Instagram herum oder schreibt Kurzprosa, Slam Poetry, Lyrik – und das, obwohl sie nichts von Genregrenzen hält. Ihr ist auch sonst alles zu wenig und alles zu viel. (Außer das Arbeitsstipendium des Landes Tirol, das hat sie gern genommen.) (Und auch den Poetry-Slam-Würdigungspreis.) (Und das Hilde-Zach-Literaturförderstipendium.)

Fotos: 1 Selbstportrait; 2 Cho; 3 Katrin Rauch.

Walter Pobaschnig 07/10/25

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„Literatur legt sich mit Dir an“ Silke Gruber, Schriftstellerin _ Hall/Tirol 9.10.2025

Liebe Silke Gruber, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Wenn ich nicht gerade putze (beruflich) oder durch die Tiroler Gegend auf- und abhirsche (für die mental health) oder beim Fußball mitfiebre (living the soccer mom life), schreibe oder zeichne ich. Dazwischen, davor, danach rauchen und Kaffee und Bier (alles gerne in Gesellschaft von family & friends).

Silke Gruber, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Einander mit dem größtmöglichen Wohlwollen begegnen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Im besten Fall bricht Literatur/Kunst mit Denkmustern und fordert dich auf, dasselbe zu tun. Sie legt sich geradezu an mit dir, deiner Wahrnehmung der Welt, deinen Urteilen, deinen Gefühlen. Der abstrakte Künstler Sam Gillian sagt: „It convinces you that what you think isn’t all.“ Wenn das nicht wesentlich ist!

Was liest Du derzeit?

Ilse Kilic: Alter Ego. Nava Ebrahimi: Und Federn überall. Immer wieder: Barbara Hundegger: schreibennichtschreiben.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Zwischen Espresso Macchiato und Saurer Wurscht verläuft ein schmaler Grat.“ (aus meinem Text „Karl Lagerfeld“)

Silke Gruber, Schriftstellerin

Vielen Dank für das Interview, liebe Silke, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Silke Gruber, Schriftstellerin

Zur Person/über mich: Silke Gruber

lebt seit 1981 in Hall in Tirol und hat auch nicht vor umzuziehen oder zu verreisen. Bis ca. 2020 stand an dieser Stelle „Seit sie denken kann hauptberuflich Mutter“, dieser Satz wurde ersetzt durch „früher hauptberuflich Mutter“. Mittlerweile Putzfrau. Ganz früher mal Lehramtsstudium. Dazwischen und davor und danach wuselt sie als wand_lungen auf Instagram herum oder schreibt Kurzprosa, Slam Poetry, Lyrik – und das, obwohl sie nichts von Genregrenzen hält. Ihr ist auch sonst alles zu wenig und alles zu viel. (Außer das Arbeitsstipendium des Landes Tirol, das hat sie gern genommen.) (Und auch den Poetry-Slam-Würdigungspreis.) (Und das Hilde-Zach-Literaturförderstipendium.)

Fotos: 1 Katrin Rauch; 2 Selbstportrait; 3 Cho.

Walter Pobaschnig 07/10/25

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„Kunst muss gemacht werden, Kunst muss gelebt werden“ Anika Suck, Schriftstellerin _ Wien 8.10.2025

Liebe Anika Suck, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Früh aufstehen, arbeiten, garteln (also im Garten sitzen und lesen), schreiben meist nachts.

Anika Suck, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Freundschaften pflegen. Opfern glauben.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Kunst ist Zufluchtsort wie auch Erklärversuch, wenn etwas neu ist, das eigentlich nicht neu ist. Kunst muss gemacht werden, Kunst muss gelebt werden. Dafür braucht es: Langsames Lesen, mit dem Stift in der Hand. Fragen an den Text stellen. Sich bewusst machen, dass in jedem Buch nur dieselben 26 Buchstaben stehen und dennoch so eine Wirkung entfalten.

Was liest Du derzeit?

Tomorrow and Tomorrow and Tomorrow von Gabrielle Zevin

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ein Zitat aus Oscar Wildes The Ballad of Reading Gaol, das er im Exil folgend seiner Gefangenschaft geschrieben hat und das auch auf seinem Grabstein steht:

„And alien tears will fill for him

    Pity’s long-broken urn,

For his mourners will be outcast men,

    And outcasts always mourn.“

Anika Suck, Schriftstellerin

Vielen Dank für das Interview, liebe Anika, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Anika Suck, Schriftstellerin

Zur Person/über mich: Anika Suck ist 1997 in Wien geboren und in Niederösterreich aufgewachsen. Sie hat Journalismus und Germanistik in Wien und Untrecht studiert und war als freie Journalistin, Texterin, Poetin und Veranstalterin tätig. „Was danach kommt“ ist ihr erster Roman.

Aktueller Roman von Anika Suck:

„Karmen passiert das Unverzeihliche: Sie verursacht einen Verkehrsunfall mit tragischem Ausgang. Es sind nur ein paar Sekunden, die Karmens Leben in seinen Grundfesten erschüttern. Denn im darauffolgenden Prozess muss sie sich einer Schuld stellen, die sie nicht erst seit dem Unfall mit sich herumträgt. Von der Presse Kindsmörderin getauft und von der Empörungsgesellschaft (vor-)verurteilt, wird sie auch von ihrem sozialen Netz fallen gelassen. An den Rand ihrer Existenz getrieben, begegnet sie ihrem ersten Fehltritt wieder und das Lot verschiebt sich. Am Ende muss Karmen selbst entscheiden, ob sie schuldig ist oder nicht.

In direkter wie einfühlsamer Sprache zeichnet Anika Suck das Innenleben einer Protagonistin nach, die den Albtraum durchlebt und dabei doch stets ironisch distanziert scheint. Ein eindringliches Debüt über den unbarmherzigen Zufall, die mediale Inszenierung eines Schicksals und das Weitermachen.“ Pressetext Verlag

„Was danach kommt“ Anika Suck. Kremayr&Scheriau.

Hardcover mit Lesebändchen, gebunden

248 Seiten, Format 12,0 x 20,0

1 Auflage, Kremayr & Scheriau 2025

25,00 € inkl. MwSt.

ISBN: 978-3-218-01469-4

https://www.kremayr-scheriau.at/bucher-e-books/titel/was-danach-kommt/

Kommende Buchpräsentation und Lesungstermin: 25.11. im Stifterhaus Linz, 19.30h

Fotos: Portrait_ David Dunst; Cover _ Verlag.

Walter Pobaschnig 5/10/25

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„Ein letzter Blick“ Undine geht _ Jennifer Pöll, Schauspielerin _ Wien 7.10.2025

Undine geht _
Jennifer Pöll, Schauspielerin, Tänzerin, Sängerin  _ Wien _
Thematisch-szenisches Fotoshooting _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _
Ingeborg Bachmann_ 
Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)
Undine geht _
Jennifer Pöll, Schauspielerin, Tänzerin, Sängerin  _ Wien _
Thematisch-szenisches Fotoshooting _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _
Ingeborg Bachmann_ 
Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Undine geht_Erzählung/Monolog Ingeborg Bachmann_Wien_1961

Thematisch-szenisches Fotoshooting _ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ 

im Interview und szenischem Fotoportrait_acting Undine

Jennifer Pöll, Schauspielerin, Tänzerin, Sängerin   __Wien _ performing

Interview und alle Fotos _ Walter Pobaschnig

Jennifer Pöll, Schauspielerin, Tänzerin, Sängerin  _ Wien 

Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Ingeborg Bachmann Rom 1962 _
Heinz Bachmann

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.

Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.

Undine geht _ Jennifer Pöll, Schauspielerin, Tänzerin, Sängerin  _ Wien 
9_25
Jennifer Pöll, Schauspielerin, Tänzerin, Sängerin  _ Wien 

Liebe Jennifer, wie liest Du den Text „Undine geht“ von Ingeborg Bachmann? Welche Grundaussagen gibt es da für Dich?

Der Text von Bachmann ist voller Wut, Enttäuschung und Schmerz. Es ist eine Gesellschaftskritik, die den Status der Frauen in Bezug zu den Männern hinterfragt.

Wie siehst du „Undine“?

Undine ist eine verletzte Stimme, eine Person mit Gefühlen, die gesehen werden und sich das nicht gefallen lassen möchte.

„Undine geht“ wurde vor gut 60 Jahren veröffentlicht. Was hat sich seit damals im Rollenbild von Frau und Mann verändert und was sollte sich noch ändern?

Es hat sich seit damals bereits einiges verändert. Frauen können zum Beispiel Berufe ausüben, die Männern vorbehalten waren oder können heutzutage ihre Sexualität selbstbestimmt ausleben. Dennoch sind wir noch lange nicht am Ziel angekommen. Da gibt es noch viele Dinge zu tun und eine Wegstrecke zu gehen, dringendes Stichwort: Gender Pay Gap.

Menschen wie Bachmann, die ihrer Zeit voraus gelebt habt und Texte von ihr, haben dazu geführt, dass sich in den letzten 60 Jahren bereits einige Dinge zum Positiven verändert haben.

Der Monolog geht mit der patriarchalen Gesellschaftswelt schonungslos ins Gericht. Wie siehst Du die Situation patriarchaler Macht heute?

Patriarchale Macht ist definitiv noch vorhanden und hängt stark von Region und Kultur ab. Aber der Abstand, die Unterdrückung ist kleiner geworden. Eine Gesellschaft entwickelt sich sehr langsam. 

Der Text drückt auch viel Trauer über das Scheitern der Liebe und eines Miteinander der Geschlechter im persönlichen wie gesellschaftlichen Leben aus. Welche Auswege siehst Du hier?

Muss es einen Ausweg geben? Oder können wir nicht mit der Zeit lernen ein besseres Miteinander zu haben. Vielleicht brauchen wir keinen Ausweg, vielleicht müssen wir einfach an Beziehungen arbeiten. Sowohl gesellschaftlich als auch persönlich.

Was kannst Du als Frau und Künstlerin von „Undine geht“ in das Heute mitnehmen?

Sowohl als Frau als auch als Künstlerin finde ich die Freiheit nicht gefallen zu müssen wichtig. Gesellschaftliche Strukturen sind nicht fix, sondern lassen sich verändern.

Was bedeutet Dir Natur?

Natur bedeutet für mich Auftanken, Erholen, Leben.

Wie sieht für Dich ein idealer Tag in der Natur aus?

Eigentlich egal ob in der Sonne am Wasser oder in feuchter Luft am Berg – Hauptsache ohne Handy!

Was bedeutet Dir das Element Wasser?

Das beantworte ich mit Stichworten:

Kraft, Grenzenlose Weite, in Bewegung sein, Ruhe, Freiheit

Wie lebst Du den Kreislauf der Jahreszeiten?

Jetzt, kurz vor dem Herbst, verfalle ich meistens in eine Melancholie. Ich versuche mich darauf einzulassen und vorzubereiten, dass das Tageslicht schwindet und der Winter kalt werden wird.

Das Ersehnen des Frühlings und die Vorfreude auf den Sommer hält mich am Leben und gibt mir Kraft und Energie für die dunklere Jahreszeit.

Wie kann der moderne Mensch in Harmonie zur und mit der Welt leben?

Mit Achtsamkeit, Respekt und Geduld.

Was braucht Liebe immer, um zu wachsen, blühen?

Mut und Ehrlichkeit

Was lässt Liebe untergehen?

Besitzen wollen

Welches Zitat aus „Undine geht“ möchtest Du uns mitgeben?

„Tauchen, ruhen, sich ohne Aufwand von Kraft bewegen – und eines Tages sich besinnen, wieder auftauchen, durch eine Lichtung gehen, ihn sehen und »Hans« sagen. Mit dem Anfang beginnen.“

Wie war Dein Weg zur Kunst?

Ich wurde mit Theater erzogen und künstlerische Ausdrucksformen wurden durch meine Eltern und Großeltern stark gefördert. Dadurch hat sich mein Weg eigentlich „ergeben“. Es gab keine andere Option für mich.

Welche aktuellen Projektpläne hast Du?

Ich spiele diese Saison wieder an der Volksoper Wien in folgenden Stücken:

Lass uns die Welt vergessen _ Cabaret _ Im Weißen Rössl

Darf ich Dich zum Abschluss zu einem Akrostichon zu „Undine geht“ bitten?

Unter Wasser sein.

Neuanfang erleben.

Die Stille genießen.

Innehalten.

Nichts vergeht.

Ein letzter Blick.

Gefühle fließen leise fort.

Echo in der Tiefe.

Hoffnung bleibt.

Tschüss, Undine.

Undine geht_Erzählung/Monolog Ingeborg Bachmann_Wien_1961

im Interview und szenischem Fotoportrait_acting Undine

Jennifer Pöll, Schauspielerin, Tänzerin, Sängerin   __Wien _

Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Interview und alle Fotos _ Walter Pobaschnig

Jennifer Pöll und Walter Pobaschnig _ Donau/Wien _ 9/25
Jennifer Pöll, Schauspielerin, Tänzerin, Sängerin   __Wien _

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.

Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.

Interview und alle Fotos _ Walter Pobaschnig, 9_25

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„mitdenken und mitfühlen“ Mirandolina Babunashvili, Schriftstellerin _ Frankfurt am Main 6.10.2025

Liebe Mirandolina, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Aufwachen, Katzen füttern, Bürojob (meist im Home Office), ein Spaziergang nach Feierabend, Schreiben, Lesen, Katzen füttern.

Mirandolina Babunashvili, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Aufmerksam sein, wachsam beobachten, zuhören, mitdenken und mitfühlen. Am wichtigsten: helfen, wo Hilfe gebraucht wird.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich finde nicht, dass wir derzeit alle persönlich und gesellschaftlich vor einem Aufbruch oder Neubeginn stehen. Es fällt mir schwer von „den gesellschaftlichen Entwicklungen“ im Allgemeinen zu sprechen, aber ich glaube eher, dass viele Menschen sich darum sorgen bzw. damit beschäftigt sind, das zu erhalten, was sie bereits haben und lange für selbstverständlich hielten (materielle Ressourcen oder Immaterielles z.B. Freiheit, Grundrechte etc.).

Kunst bzw. Literatur kann helfen zu beobachten, zu ordnen, in Worte zu fassen, aufzuwühlen. Sie kann uns dabei helfen, zu begreifen, dass wir mit unseren Gedanken und Gefühlen nicht allein sind.

Was liest Du derzeit?

„Ich ertrinke in einem fliehenden See“ von Anna Melikova, übersetzt von Christiane Pöhlmann, erschienen bei Matthes & Seitz Berlin.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Glauben Sie etwa am Ende womöglich“, flüsterte sie, „zwei Menschen würden sich, wenn sie alleine sind, gegenseitig etwas aus Büchern vorlesen? Russische Lyrik, etwa? Aber auch wenn – sie werden sich dabei wohl ausziehen dürfen?“

Aus Anna Melikova, Ich ertrinke in einem fliehenden See

Vielen Dank für das Interview, liebe Mirandolina, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Mirandolina Babunashvili, Schriftstellerin

Zur Person/über mich: Mirandolina Babunashvili, 1996 geboren, lebt in Frankfurt am Main. 2018 erhielt sie den hr2-Literaturpreis. Zudem ist sie dreimalige Preisträgerin des Literaturforums Hessen-Thüringen (2018, 2019, 2021). 2023 war sie Stipendiatin der Werkstatt für junge Literatur in Graz, wo ihr Text mit dem Retzhofpreis ausgezeichnet wurde. Im Jahr 2023/24 war sie Teilnehmerin der Romanwerkstatt „Kölner Schmiede“ der NRW Schreibakademie und stand außerdem auf der Longlist des Kurzgeschichten Wettbewerbs „Wortlaut“ von FM4. Im Jahr 2025 erhielt sie das „Land-In-Sicht“-Stipendium des Hessischen Literaturrats, welches mit Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst vergeben wird.

Foto: Zhanna Penkal

Walter Pobaschnig 5/10/25

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