Erinnerung an Helena Adler _ „Verbindend, nicht ellenbogenhaft oder snobistisch“ Sabine Scholl, Schriftstellerin _ Berlin 6.1.2023

Interviewzum Tod von Helena Adler _ Sabine Scholl, Schriftstellerin

 + 5.1.2024  „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg (Stephanie Helena Prähauser *1983)

+ 5.1.2024  „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg
(Stephanie Helena Prähauser *1983)

Liebe Sabine Scholl, welche Erinnerungen hast Du an Helena Adler, Schriftstellerin (Stephanie Helena Prähauser + 5.1.2024  *1983) ?

Wir fuhren im Taxi mit Katja Gasser durch den 1. Bezirk von der Interview-Location zur Photo-Location. Es war ein sehr heißer Tag, das Schiebedach des Autos war geöffnet, und wir lachten, spielten mit dem Gedanken während der Fahrt unsere Köpfe durchs Dach zu stecken und zu jubeln. Allein für einen solchen Moment hätte es sich gelohnt, Schriftstellerin zu werden, scherzte ich.

Wann, wie begegnete Dir der erste Text von Ihr und welche Wirkung hatte dieser auf Dich?

Faszinierend.

Was zeichnete Ihr Schreiben für Dich aus?

Sprachliche Sinnlichkeit

Wie hast Du Helena Adler als Kollegin erlebt?

Verbindend, nicht ellenbogenhaft oder snobistisch.

Welches literarische Erbe hinterlässt sie und wie ist dies in der österreichischen Literatur einzuordnen?

Ich möchte so früh nach ihrem zu frühen Tod nicht von Erbe sprechen, bitte um Verständnis.

Wie wird Dir Werk und Leben Helena Adlers in Erinnerung bleiben?

Ditto.

Herzlichen Dank für das Interview, liebe Sabine!

Sabine Scholl, Schriftstellerin

Sabine Scholl, Schriftstellerin

http://sabinescholl.com/

Foto_privat.

Helena Adler, Schriftstellerin +5.1.2024

+ 5.1.2024  „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg
(Stephanie Helena Prähauser *1983)

Geboren 1983 in Oberndorf bei Salzburg in einem Opel Kadett.
Lebte als Autorin und Künstlerin in der Nähe von Salzburg.

Studium der Malerei am Mozarteum sowie Psychologie und Philosophie an der Universität Salzburg.

Auszeichnungen:

2022 Shortlist Österreichischer Buchpreis

2020 Longlist Deutscher Buchpreis

2020 Shortlist Österreichischer Buchpreis

2020 Projektstipendium Literatur BKA

2018 Jahresstipendium Literatur, Salzburg  

https://jungundjung.at/verfasser/adler-helena/ 6.1.2024

Bücher:

https://literaturoutdoors.com/2020/07/08/die-infantin-traegt-den-scheitel-links-helena-adler-roman-jung-und-jung-verlag/ 

https://literaturoutdoors.com/2022/09/12/fretten-helena-adler-jung-und-jung-verlag/

Interview:

https://literaturoutdoors.com/2020/04/13/der-neubeginn-ist-verzicht-wir-hinterlassen-schon-genug-saustall-helena-adler-schriftstellerin_wien-13-4-2020/

Fotos_Eva Trifft/Jung und Jung

Grafik: Romana Fürlinger

Walter Pobaschnig 6.1.2024

https://literaturoutdoors.com

Zum Tod von Helena Adler _ „Eine neue weibliche Stimme, die für mich für das Kommende steht“ Sophie Reyer, Schriftstellerin _ Wien 6.1.2024

Interviewzum Tod von Helena Adler _ Sophie Reyer, Schriftstellerin

_ + 5.1.2024  „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg (Stephanie Helena Prähauser *1983)

+ 5.1.2024  „Helena Adler“, Schriftstellerin, Salzburg
(Stephanie Helena Prähauser *1983)

Liebe Sophie Reyer, welche Erinnerungen hast Du an Helena Adler?

Ein schlauer und sensibler Geist. Unsere letzte indirekte Begegnung war in einer Sendung von Jerome Jaminet bei RTL, wo wir beide unsere neuen Werke präsentieren durften.

Wann, wie begegnete Dir der erste Text von Ihr und welche Wirkung hatte dieser auf Dich?

Der erste Text, den ich gelesen habe, war „die Infantin trägt den Scheitel links“ (Anm. 2020, Verlag Jung und Jung). Allein der Titel hat mich sehr fasziniert- und mit starken und besonderen Frauenfiguren hab ich`s ja sowieso. Hab mich sofort in den Text verliebt.

Was zeichnete Ihr Schreiben für Dich aus?

Sie vereint in ihren Erzählungen Humor und Zerbrechlichkeit, baut eine Brücke zwischen Witz und Tragik und findet dabei immer einen ganz eigenen, sehr leichten zarten Ton.

Wie hast Du Helena Adler als Kollegin erlebt?

Als sehr kollegial- sie hat sich immer über meine Erfolge mit gefreut.

Welches literarische Erbe hinterlässt sie und wie ist dies in der österreichischen Literatur einzuordnen?

Eine neue weibliche Stimme, die für mich für das Kommende steht- für eine Welt jenseits patriachaler Strukturen und zerstörerischer Herrschaftsverhältnisse.

Wie wird Dir Werk und Leben Helena Adlers in Erinnerung bleiben?

Federleicht.

Herzlichen Dank für das Interview, liebe Sophie!

Sophie Reyer, Schriftstellerin

Sophie Reyer, Schriftstellerin _ Wien

https://sophiereyer.com/

Foto_Wolfgang Liemberger

Helena Adler, Schriftstellerin +5.1.2024

Geboren 1983 in Oberndorf bei Salzburg in einem Opel Kadett.
Lebte als Autorin und Künstlerin in der Nähe von Salzburg.

Studium der Malerei am Mozarteum sowie Psychologie und Philosophie an der Universität Salzburg.

Auszeichnungen:

2022 Shortlist Österreichischer Buchpreis

2020 Longlist Deutscher Buchpreis

2020 Shortlist Österreichischer Buchpreis

2020 Projektstipendium Literatur BKA

2018 Jahresstipendium Literatur, Salzburg 

https://jungundjung.at/verfasser/adler-helena/

Bücher:

https://literaturoutdoors.com/2020/07/08/die-infantin-traegt-den-scheitel-links-helena-adler-roman-jung-und-jung-verlag/

https://literaturoutdoors.com/2022/09/12/fretten-helena-adler-jung-und-jung-verlag/

Interview:

https://literaturoutdoors.com/2020/04/13/der-neubeginn-ist-verzicht-wir-hinterlassen-schon-genug-saustall-helena-adler-schriftstellerin_wien-13-4-2020/

Fotos_Eva Trifft/Jung und Jung

Grafik: Romana Fürlinger

Walter Pobaschnig 6.1.2024

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„In Kunst und Kultur zeigt der Mensch sich selbst und wozu er fähig ist“ Kersten Knipp, Schriftsteller _ Köln 6.1.2024

Lieber Kersten Knipp, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Oh, denkbar unspektakulär. Morgens früh gehe ich zum Sport, auf das Laufband – übrigens einer meiner effizientesten Lektüre-Orte: Während der einen Stunde dort schaffe ich auf dem E-Reader eine ganze Mengen Seiten).

Danach arbeite ich in meinem Beruf als Journalist, am frühen Abend dann an den Büchern. Die Arbeit an ihnen läuft recht mechanisch: Jeden Tag mindestens eine Seite, das ist meine Minimalforderung an mich selbst. Gelegentlich werden es auch zwei oder drei, aber eine muss sein. Später am Abend lese ich wieder oder übe Gitarre – Akustikgitarre, meine alte Leidenschaft aus Teenie-Jahren, die ich jetzt wieder aufgegriffen habe.

Das ist es so ungefähr. In der Summe sind es recht stille Tage. Aber anders schaffe ich es nicht.

Kersten Knipp, Schriftsteller, Journalist

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Die drängendsten Probleme stehen uns allen ja vor Augen: die Kriege in der Ukraine und in Nahost; Flucht und Migration; der Klimawandel; die Bildungsmisere, das Zerbröseln der politischen Mitte. Auf alles das, fürchte ich, habe ich nur wenig Einfluss. Wo ich vielleicht etwas tun kann, ist im Alltag. Denn der ändert sich ja auch, so nehme ich es zumindest wahr. Es wird ruppiger im Land (ich spreche jetzt vor allem von Deutschland), die Leute werde unhöflicher und unaufmerksamer. Mit dem Phänomen habe ich mich in meinem Buch „Die Erfindung der „Eleganz“ auseinandergesetzt. Darin skizziere ich die Entwicklung einiger Standards im sozialen Miteinander (Aufmerksamkeit, Einfühlungsvermögen, Rücksichtnahme) im Paris des 17., 18. Jahrhunderts. Aber der Impuls für das Buch kommt aus der Gegenwart: Ich wundere mich fast täglich, wie sehr der Sinn für ein angenehmes Miteinander schwindet, wie sehr Rücksichtlosigkeit und Egozentrik zunehmen. Der Gedanke, dass es immer auch noch andere Menschen auf der Welt gibt, ist offenbar auf dem Rückzug. Das beunruhigt und beschäftigt mich im Kleinen sehr.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich zucke immer zusammen, wenn es heißt, Kunst und Kultur sollten soziale oder gar politische Funktionen erfüllen. Das ist nicht ihre Aufgabe, zumindest nicht ihre explizite Aufgabe.

Kunst und Kultur, das heißt für mich, der Mensch zeigt sich selbst, wozu er fähig ist, wie sehr er über sich selbst hinauszugehen vermag. Das Solo eines Jazzmusikers, die Linie einer Malerin, dieser und jene Satz in einem Gedicht, einem Roman: Das kann mich ergreifen, das gibt mir eine Ahnung von dem, was sein kann. Offen gestanden: Ich habe an die Kunst durchaus transzendente Erwartungen. Sie möge mich erheben, Bewunderung auslösen, dankbar sein lassen für die Welt jenseits des Klein-Klein, in der ich gewöhnlich lebe. Kunst, das ist Ahnung, die Ahnung von etwas Besserem, es ist der Moment, in dem mich etwas trifft, etwas Neues, so kaum für möglich Gehaltenes in mein Leben tritt. Es ist dann auch der Moment, in dem ich mich verbeuge oder jedenfalls verbeugen möchte, vor dem Ungeheuren, das vor mir aufscheint. Und in genau jenem Moment frage ich mich dann: Wirkt dieses Ungeheuerliche vielleicht nicht doch unmittelbar politisch – unmittelbar und doch auf Umwegen?

Ich selbst habe vor vielen Jahren Romanistik studiert – weil mich ein paar Zeilen von Albert Camus und Marcel Proust so ergriffen haben. Dank dieser und vieler anderer Autoren setze ich mich seit Jahren mit Frankreich auseinander, sie haben mich dazu gebracht, die Sprache zu lernen, eine andere Wirklichkeit als meine eigene zur Kenntnis zu nehmen. Noch ein Beispiel: Seit ich, ebenfalls mittlerweile vor Jahrzehnten, zum ersten Mal Flamenco gehört habe, habe ich mich von der Schönheit, der Raffinesse und Kraft dieser Musik im Grunde nicht erholt. Ich bin ihr erlegen. Das hat mich dann angeregt, mich auf die Spuren des Flamenco begeben, den Umständen nachzugehen, dank derer eine solche Musik, eine solche enorme Kunst überhaupt möglich wird. So ist mein Buch über den Flamenco entstanden. Und so geht es eigentlich immer mit der Kunst: Mich trifft eine Zeile, ein Ton, eine Farbgebung, und schon bin ich in Asien, in Afrika, dem Nahen Osten, der Kunst und den Künstlerinnen auf der Spur. Ich folge ihnen ihrer Kunst wegen – aber nicht, weil sie mich politisch bewegen wollen.

Die List der Kunst ist aber: Durch ihre Schönheit bewegt sie mich auch politisch: Indem ich auf jene Orte schaue, an denen sie entsteht. Der Dialog kommt in Gang.

Was liest Du derzeit?

Ein Buch über den Tanz, nämlich nämlich Alessandro Pontremoli, „La danza: storia,teoria, estetica nel novecento“, dazu dann den Folgeband zur Gegenwart. Das beschäftigt mich zur Zeit: Die Ausdruckskraft des Körpers. Ist es nicht erstaunlich, wie faszinierend wir als Körper aufeinander wirken, wie sehr wir uns körperlich einander mitteilen, wie sehr wir dank ihrer miteinander kommunizieren? Eine kurze Drehung der Hand, ein Lächeln, eine Schrittfolge: Alles kann Botschaft oder Bedeutung sein. Aber was teilt uns der Körper mit, was uns die Sprache – vielleicht – verschweigt? Diese Frage stellt sich angesichts des Tanzes, aber längst nicht nur bei ihm. Wir neigen dazu, uns als intellektuelle Wesen zu verstehen (jedenfalls tue ich es). Aber alles, was wir tun, was wir sind, setzt den Körper voraus. Wir können nicht ohne ihn, weil wir ja Körper sind. Derzeit höre ich nicht auf, mich darüber zu wundern.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Das Mantra: Zum akademischen Raum haben die Polizei und die Gemeinheit keinen Zutritt.“
Peter Sloterdijk, Zeilen und Tage III

Kersten Knipp, Schriftsteller

Vielen Dank für das Interview, lieber Kersten, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Buchprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Kersten Knipp, Schriftsteller, Journalist

Zur Person _ Kersten Knipp lebt seit vielen Jahren in Köln. Gereist – im Kopf, im Zug und im Flugzeug – ist er von dort immer wieder ins Ausland, nach Frankreich zunächst, dann in die anderen romanischen Länder, ganz wesentlich auch nach Brasilien, der Sprache und der verhaltenen Eleganz der Bossa Nova wegen.

Studiert hat er Romanistik und ist sich inzwischen sicher: Er würde das noch einmal tun (vermutlich könnte er gar nicht anders). Entstanden sind so einige Bücher über romanische Themen, teils mit Abstechern ins feinkörnig Subtile, so etwa in seinem jüngsten Buch „Im Gespräch“. Irgendwann, fast über Nacht, drang ihm die Schönheit des Arabischen ins Ohr, das er dann lernte – nicht zuletzt als Hommage an die Globalisierung, die den europäischen Horizont auch sprachlich weitet. Romantisch (Palmen, Kamele, Wüstenwege) fand er die Region auch mal, allerdings nur kurze Zeit. Als Journalist für die Politik im Nahen Osten weiß er um die finsteren Seiten der Region, an deren Entwicklung er mit trotziger Hoffnung weiter glauben will.

Aktuelle Bucherscheinung _

„Die Erfindung der Eleganz“ Knipp, Kersten. Europa im 17. Jahrhundert und die Kunst des geselligen Lebens. Reclam Verlag. 2022

„Ein Buch, das europäische Kulturgeschichte spannend wie variantenreich öffnet!

Literatur outdoors 

https://wordpress.com/post/literaturoutdoors.com/60445

Bibliographie

„Flamenco“, Suhrkamp. 2006

„Das ewige Versprechen. Eine Kulturgeschichte Brasiliens“, Suhrkamp, 2013

„Nervöser Orient. Die arabische Welt und die Moderne“, Theiss / WBG, 2016.

„Im Taumel. 1918 – ein europäisches Schicksalsjahr“, Theiss / WBG, 2017

„Die Kommune der Faschisten. Gabriele D’Annunzio, die Republik von Fiume und die extreme des 20. Jahrhunderts, Theiss / WBG, 2018

„Paris unterm Hakenkreuz. Alltag im Ausnahmezustand“, Theiss / WBG, 2020.

„Die Erfindung der Eleganz. Europa im 17. Jahrhundert und die Kunst des geselligen Lebens“, Reclam, 2022

„Im Gespräch. Wie wir einander begegnen“, Zu Klampen Verlag, März 2024.

Fotos_privat

Walter Pobaschnig _ 2.1.2023

https://literaturoutdoors.com

„zurücknicht“ Sophie Reyer/Lola Lindenbaum _ Station bei Franz Kafka _ Wien 5.1.2023

Lola Lindenbaum, Künstlerin _
Wien
Cosi piccola e fragile, 80×100, mixed mediacanvas _
Lola Lindenbaum (folgende) _ 11/2023



Für Franz Kafka

Ich war einmal

die Königin aller Käfer

jetzt ist es hart im Panzer

mein Leben nur noch sargweise

Keiner bin ich

und zurücknicht

in die Mutter

zurücknicht

Sophie Reyer,  3.1.2024

In ewiger Vergeblichkeit der Zeit entflohen,
80×100, mixed mediacanvas _ 10/2023
Die Suche nach den verlorenen Worten hört nie auf, 80×120 _
mixed mediawooden panel, 092023
Seitenhieb, bleib unlieb,
60×85, mixed mediaSchaumstoffplatte _112023
Station bei Franz Kafka_
Lola Lindenbaum, Künstlerin _ Wien _

100.Todesjahr Franz Kafka * 3.Juli 1883 Prag
+ 3.Juni 1924 Kierling/Klosterneuburg (AUT).

Fotos _ am Wohnort der Schriftstellerin, Journalistin, Übersetzerin und Freundin Kafkas Milena Jesenska in Wien (angrenzendes Haus/Garten)Er verbrachte hier vier Tagte mit ihr im Sommer 1920.

Gedicht _ Sophie Reyer 

https://sophiereyer.com/

Bilder _ Lola Lindenbaum 

https://www.lolalindenbaum.com/de/

Fotos _ Walter Pobaschnig

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Kafkaeskes mag ich sehr,
80×120, mixed mediawooden panel 2023
Lola Lindenbaum, Künstlerin _
Wien

Station bei Franz Kafka_

Sophie Reyer, Schriftstellerin _ Wien & Lola Lindenbaum, Künstlerin _ Wien

100.Todesjahr Franz Kafka * 3.Juli 1883 Prag
+ 3.Juni 1924 Kierling/Klosterneuburg (AUT).

Franz Kafka, 1923

Fotos _am Wohnort der Schriftstellerin, Journalistin, Übersetzerin und Freundin Kafkas Milena Jesenska in Wien (angrenzendes Haus/Garten)Er verbrachte hier vier Tagte mit ihr im Sommer 1920.

Walter Pobaschnig 1/24

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„Gerade, als ich es dir sagen will“ Diana Hellwig, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Erfurt 5.1.2023

GIVE PEACE A CHANCE

Gerade, als ich es dir sagen will,

Ins Ohr flüstern wollte ichs dir,

Vor allen anderen: Du. Dir. Auf immer.

Erste und letzte Dinge, Liebe, Tod,

   und meine Finger über die Fältchen

   am Rand deiner Augen –


Pochte es und klopfte metallen.

   Die Spülmaschine spult ihren Gang durch.

Erst am Schluss sahst du hinein, und

Alles in Ordnung, außer dem Rest von Spinat,

Camouflage-grün.

Ein Zufallsprodukt der Phantasie.


Aber als du es heraus hattest,

   ich ihn betrachtete, den Klump,


Camouflage-man, war ich nicht mehr sicher

  uns nicht, der Liebe,

  deiner Fältchen, die sich gestrafft hatten,

Heldenstatuenhaft. Ich strich dir über die Wange,

   doch du räumtest die restlichen Teller ein.

Alles an seinen Platz, für alle Fälle.

Natürlich, ich weiß, du bist ängstlich,

Cherie,

Es gibt Flecken, die gehen kaum wieder raus.

Diana Hellwig, 3.1.2024

Diana Hellwig, Schriftstellerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Diana Hellwig, Schriftstellerin

Zur Person Diana Hellwig, Autorin

geboren 1970 in Erfurt. Sie studierte Sprachwissenschaften und Journalistik in Leipzig und Manchester sowie literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Es folgen Arbeiten als Journalistin und Redenschreiberin. Heute lebt sie in Erfurt und Dresden. Ihre ersten Veröffentlichungen mit Kurzprosa erscheinen in der „EDIT“ sowie später in der „oda“, in den „Manuskripten“ und in Anthologien (aktuell: „Risse und Welt“, Axel Dielmann-Verlag, 2023). 2019 kam ihr Erzähldebüt: „Der lächelnde Hund“ in der Edition Muschelkalk, Evangelische Verlagsanstalt Leipzig, heraus. Sie war Merck-Stipendiatin der Stadt Darmstadt im Jahr 2022.

Aktuelles Buch _Diana Hellwig, Der lächelnde Hund. Erzählungen. Evangelische Verlagsanstalt Leipzig. 2019

Ein überaus bemerkenswertes Erzähl­debüt ist anzuzeigen – mit dem Band »Der lächelnde Hund« tritt die Verfasserin von Miniaturen, Geschichten und Lyrik mit ihrem ersten geschlossenen Zyklus an die Öffent­lichkeit. Kleine und mittlere existentielle Welttheater wie Schattenrisse sind diese begeisternden wie in der Vehemenz anrührenden Erzählungen Diana Hellwigs: kühl und unter Spannung zugleich, auf der Suche nach Antwort.


104 Seiten | 15 x 22 cm
Klappenbroschur
WGS 2119
ISBN 978-3-86160-562-1

14, 00 EUR (inkl. 7 % MWSt. zzgl. Versand) 

https://www.eva-leipzig.de/product_info.php?info=p4709_Der-laechelnde-Hund.html

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 3.1.2024

https://literaturoutdoors.com




„immer irgendwie die Balance halten zwischen Traumwandeln und Realität“ Rahel Kislinger, Sängerin _ Wien 5.1.2024

Liebe Rahel Kislinger, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Hallöchen! Besten Dank.

Also mit dem Tagesablauf ist es so: Es gibt keinen. Keinen, der sich immer wiederholen würde. Jeder Tag ist anders, jeder rätselhaft.

Heute zum Beispiel ist im Park sitzen und Liedtext schreiben. Morgen zum Beispiel ist viereinhalb Emails schreiben. Übermorgen zum Beispiel ist Konzert spielen. Überübermorgen wiederum ein Treffen mit meinem Label.

Ich singe jeden Tag und gehe jede Woche einmal laufen, qeil laufen ist gar nicht langweilig, wie man ihm manchmal nachsagt. Im Gegenteil, es ist sehr erquickend. Auch mag ich es gerne, mit einem Regenschirm auf der Straße zu tanzen und dazwischen die Tauben zu füttern, so wie bei Mary Poppins. Man muss nur immer irgendwie die Balance halten zwischen Traumwandeln und Realität.

Rahel Kislinger, Sängerin, Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Vielleicht nicht zu vergessen, dass alles immer schon nur Illusion war und dass man nichts zu sehr ernst nehmen muss.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Ich finde es immer gut und wichtig, radikal ehrlich zu sich zu sein und zu wissen, dass diese Art der Gesellschaft hier auch aus sehr vielen Lügen besteht. Man lügt sich täglich an, zum Beispiel wenn man sagt, man ist weltoffen und feministisch undso. Alle, die es sagen, sind es, glaube ich, nur teilweise. Diese Sachen stecken uns so tief in den Knochen.

Und dann, wenn man jeden Tag versucht, knallhart und knalllieb zu sich zu sein, dann kann man die Privilegien besser sehen. Das Kreative oder auch Künstlerische soll diese Sachen vor Augen führen manchmal.

Was liest Du derzeit?

Malina von Bachmann. Endlich!

Und immer den Lyrik-Newsletter von Timo Brandt, einem Schriftsteller aus Wien.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Vor nichts grauset`s dem Bademeister, sogar in die fetteste Made beißt er.

Vielen Dank für das Interview, liebe Rahel, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musik-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

Vielen Dank!

5 Fragen an Künstler*innen:

Rahel Kislinger, Sängerin, Schauspielerin

Zur Person  RAHEL wohnt in einer kleineren Stadt an der Donau mit dem Namen Wien. Sie macht Musik für die Merkwürdigen, welche sie zuletzt auf der sehr großen Hauptbühne des Donauinselfests begeisterte. Bereits ihre allererste EP „Die Allerschönste Angst“ wurde in Deutschland bemerkt (u.A. Tagesspiegel, Musikexpress und Radio PULS), auf „Ein sehr schöner Witz“ im Frühjahr 2023 folgten Konzerte mit Die Sterne, Danger Dan, Juli und Gentleman, auf Festivals wie dem Deichbrand oder dem Dockville Festival, sowie eine Nominierung für den Amadeus Austrian Music Award.

Mit ihren neuen Veröffentlichungen setzt RAHEL ihre musikalische Entwicklung Richtung 80er Synths im Stil der Neuen Deutschen Welle fort und verirrt sich immer öfter zu schrillen Gitarren und schrullig-schillernder Lyrik. Diese Mischung könnte man als Neuinterpretation des Dreampunks bezeichnen. Ihre erste eigene Tour wird wild, grantig und im besten Sinne entrückt: Wenn RAHEL zum Tanz einlädt, legen sich Zukunftssorgen und Weltenschmerz kurz schlafen, und in den Niederungen des (Beziehungs-)Alltags glitzern queere Utopien. Das muss dann wohl die große Schönheit sein, von der sie so gern singt!

Fotos _ privat

Walter Pobaschnig _ 22.12.2023

https://literaturoutdoors.com

Station bei Kafka _ „diese 4 Tage hier können die Ewigkeit gewesen sein“ Lola Lindenbaum, Künstlerin _ Wien 4.1.2024

Station bei Franz Kafka_
Lola Lindenbaum, Künstlerin _ Wien _

100.Todesjahr Franz Kafka * 3.Juli 1883 Prag
+ 3.Juni 1924 Kierling/Klosterneuburg (AUT).

Fotos _ am Wohnort der Schriftstellerin, Journalistin, Übersetzerin und Freundin Kafkas Milena Jesenska in Wien (angrenzendes Haus/Garten). Er verbrachte hier vier Tagte mit ihr im Sommer 1920.
Franz Kafka, 1923

„Milena, Milena, Milena – ich kann nicht weiter anderes schreiben… Milena! In Dein linkes Ohr gesprochen, während Du daliegst auf dem armen Bett in einem tiefen Schlaf guten Ursprungs und Dich langsam ohne es zu wissen von rechts nach links wendest meinem Munde zu…“

Brief Franz Kafka an Milena Jesenska, 4.Juli 1920

Cosi piccola e fragile, 80×100, mixed mediacanvas _
Lola Lindenbaum (folgende) _ 11/2023
In ewiger Vergeblichkeit der Zeit entflohen,
80×100, mixed mediacanvas _ 10/2023
Die Suche nach den verlorenen Worten hört nie auf, 80×120 _
mixed mediawooden panel, 092023
Station bei Franz Kafka_
Lola Lindenbaum, Künstlerin _ Wien _

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Fotografie und Theater/Performance.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person am biographischen bzw. werksgeschichtlichen Bezugsorten beizutragen.

Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.

Liebe Lola Lindenbaum, wir sind hier an Bezugsorten Franz Kafkas in Wien. Welche Zugänge gibt es von Dir zu dem vor 100 Jahren verstorbenen Schriftsteller?

Der erste Synapsenschluss, der bei Erwähnung des Namens Kafka auftaucht ist „kafkaesk“, ein Adjektiv, das im außerliterarischen Kontext Eingang in die deutsche Sprache gefunden hat und eigentlich durch kein Wort ersetzt werden kann- es geht um das Absurde und subtil Groteske.

Seitenhieb, bleib unlieb,
60×85, mixed mediaSchaumstoffplatte _112023

Kafka gilt natürlich als Klassiker der literarischen Moderne und während meiner Gymnsasiumszeit habe ich den „Hungerkünstler“gelesen.

Während meines Jus-Studiums in den 1990ern war Kafka eine literarische Ikone insoferne, als er in verschiedenen Erzählungen mit dem Verstoß gegen das Gesetz und die Übermacht der Bürokratie kokettiert bzw. fast besessen ist vom Thema Gesetzesbruch bzw. Tabubruch und Systemallmacht. Beispiele hierfür sind „Vor dem Gesetz“, „Zur Frage der Gesetze“ oder auch der „Schlag ans Hoftor“.

Und es gibt überlieferte Sätze von Kafka, die einen nicht loslassen, wie beispielsweise „Prag lässt nicht los….Dieses Mütterchen hat Krallen.“ Das sitzt, das prägt.

Möchtest Du ein Werk hervorheben?

Den Hungerkünstler, den ich während meiner Gymnasiumszeit gelesen habe, der mich damals faszinierte und verstörte zugleich. In diesem Werk findet sich viel Autobiographisches von Kafka und ich konnte Künstler und Werk nicht getrennt von einander sehen.

Kaka setzt sich in seinem Werk mit persönlichen, familiären Beziehungen auseinander (Vater). Welche Möglichkeiten bietet Kunst in familiären, sozialen Herausforderungen?

Kunst ist für mich stets  eine Auseinandersetzung mit der unmittelbaren oder mittelbaren Welt und ist der Versuch, Unverfügbarkeiten verfügbarer zu machen, der Versuch, die Welt in ihrer Unordenbarkeit zumindest auf der Leinwand zu ordnen.

Ebenso thematisiert Kafka das Unheimliche, Undurchschaubare, Bedrohliche, Macht- und Besitzergreifende in seinem Werk. Wie siehst Du diese Themen als Künstlerin?

Wir sehnen uns als Menschen nach Resonanz, Weltresonanz, mit unserem Umfeld im Austausch zu sein – das kann sich auf Menschen ebenso beziehen wie auf die Natur und der Versuch das Undurchsichtige, das Unverfügbare zu entschlüsseln und uns einzuverleiben ist ein unwillkürlicher Menschlicher Impuls. Der schweizer Philosoph Hartmut Rosa hat dies in seinem Buch „Resonanz“ so beschrieben: Resonanz beginnt damit, dass ich mich anrufen lasse von einer Sache, die mir wichtig ist. Das ist eine große Triebfeder für Kunstschaffende.

Franz Kafka erlebte hier mit seiner Freundin Milena Jesenska vier begeisternde Sommertage, danach brach die Beziehung aber ab. Wie siehst Du Kafka als (scheiternden) Liebenden?

Liebe ist weder rational, noch vernünftig. Auch die Begriffe „Scheitern“ oder „Gelingen“ finde ich im Zusammenhang mit Liebe nicht trefflich, meiner Ansicht passen die beiden Worte lediglich für die Alltags(un-)tauglichkeit einer Beziehung. Liebe ist oder nicht. Auch wenn die Beziehung der beiden nur 4 Tage gedauert hat, können dies 4 Tage der Ewigkeit gewesen sein.

Gab es in Deiner Kunst bisher Berührungspunkte zu Kafka?

Kafkaeskes gibt es in meinen Arbeiten en masse. Ich breche eine scheinbare Bildharmonie oder Eintönigkeit bewusst mit Kafka.

Kafkaeskes mag ich sehr,
80×120, mixed mediawooden panel 2023

Wie wichtig ist Dir Literatur?

Literatur spielt in meinem künstlerischen Tun eine große Rolle. Sie findet sich zum Teil auf den Bildern selbst oder in additiven lyrischen Texten, wobei diese größtenteils symbiotisch am Bild hängen.

Welche Schwerpunkte hast Du derzeit und welche Projektpläne gibt es?

Ich war in den letzten Monaten weniger produktiv als sonst. Solche Phasen stimmen mich zwar unruhig, ich weiss aber, dass sie für mich künstlerische essentiell sind um nicht auf ausgetretenen Pfaden zu schlendern und mich selbst zu langweilen.

Darf ich Dich abschließend zu einem Kafka Akrostichon bitten?

K aufmannsfamilienhintergrund

A ußerliterarisches „kafkaesk“

F ranz Werfel war Freund

K ehlkopftuberkulose

A bsurde Begebenheiten    

Station bei Franz Kafka_
Lola Lindenbaum, Künstlerin _ Wien _

100.Todesjahr Franz Kafka * 3.Juli 1883 Prag
+ 3.Juni 1924 Kierling/Klosterneuburg (AUT).

Fotos _ am Wohnort der Schriftstellerin, Journalistin, Übersetzerin und Freundin Kafkas Milena Jesenska in Wien (angrenzendes Haus/Garten). Er verbrachte hier vier Tagte mit ihr im Sommer 1920.

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.

Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.

Station bei Franz Kafka _

Lola Lindenbaum, Künstlerin _ Wien _

https://www.lolalindenbaum.com/de/

Fotos _ am Wohnort der Schriftstellerin, Journalistin, Übersetzerin und Freundin Kafkas Milena Jesenska in Wien (angrenzendes Haus/Garten). Er verbrachte hier vier Tagte mit ihr im Sommer 1920.Schauspielerin _ Wien _

Fotos/Bilder Lola Lindenbaum _ @Lola Lindenbaum



100.Todesjahr Franz Kafka * 3.Juli 1883 Prag
+ 3.Juni 1924 Kierling/Klosterneuburg (AUT).

Franz Kafka, 1923


Interview und alle Fotos _ Walter Pobaschnig 1/24

Herzlichen Dank für die freundliche Kooperation Herr Pfarrer Parth!

Station bei Kafka _ Lola Lindenbaum, Pfr.Florian Parth (links), Walter Pobaschnig 
Wien 3.1.2024

Walter Pobaschnig 1/24 

https://literatzuroutdoors.com

„dass alle Menschen träumen und sich einsetzen sollen“ Hannes Egger, Künstler _ Meran/I 4.1.2024

Lieber Hannes Egger, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Da ich ein notorischer Frühaufsteher bin, sitze ich – nach dem ersten Kaffee – bereits meist um 6 Uhr am Computer, beantworte bzw. schreibe Mails, arbeite an Konzepten, recherchiere usw.

Im Laufe des Vormittags treffe ich gewöhnlich Menschen- on- oder offline zum Austausch, für Projekte, oder sonst wie. Ich weiß nicht wieso, aber es ist immer viel los und der Kalender ist meist sehr voll. Es scheint Gesprächsbedarf zu geben …

Hannes Egger, Künstler

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Aktuell finde ich es besonders wichtig abzuwägen, nicht zu schnell zu reagieren, sondern mit einem besonnenen und einem wohlwollenden Auge auf die Welt zu blicken. Es geht gerade nicht darum in die Reaktion-Gegenreaktion-Spirale zu kommen, sondern das was ist wahr- und ernst zu nehmen, bedächtig und respektvoll zu sein.

Ich bin interessiert an dem, was um mich und in der Welt geschieht und ich versuche mich vor Wertungen zu hüten (auch wenn das unglaublich schwierig ist). Gerne würde ich verstehen – Erkenntnis ist mir wichtig.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Ich bin nicht der Meinung, dass die Kunst die Welt zu einem guten Ort machen kann. Es ist nicht das Ziel einen (rosa) Farbfilter über die Realität zu legen. Manchmal ärgere ich mich, wenn ich von Menschen höre, dass die Künstler*innen aufstehen müssen und für irgendetwas kämpfen sollen.

Ich bin überzeugt, dass alle Menschen träumen und sich einsetzen sollen. Andererseits steht Künstler*innen Öffentlichkeit zur Verfügung, die sie nutzen können um Botschaften – oder noch besser Fragen – zu formulieren.

Hannes Egger _
Künstlerhaus Wien: SYSTEMRELEVANT (5.10.2023 – 18.2.2024)

Was liest Du derzeit?

Gerade lese ich „Gekränkte Freiheit“ von Oliver Nachtwey und Carolin Amlinger.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Worüber man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.“ Ludwig Wittgenstein.

Hannes Egger, Künstler _ „Benvenuti in Africa„“ _
Fotographin Maria Gapp _
Foto von Luca Meneghel (MART). Im Hintergrund die Arbeit „Benvenuti in Africa

Vielen Dank für das Interview, lieber Hannes, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Hannes Egger, Künstler

Zur Person _ Hannes Egger (1981, lebt und arbeitet in Lana) hat Philosophie an der Universität Wien und an der „La Sapzienza“ in Rom studiert. Seine konzeptionell angelegte künstlerische Praxis baut auf die Interaktion und die Partizipation des Publikums.

Ausgestellt hat er unter anderem im Belvedere21 (Wien); Museion, Bozen (I); Fundaciò Joan Brossa, Barcelona (ES); ZKM, Karlsruhe (D); Künstlerhaus Wien (Wien); Curitiba Biennial, Curitiba (BR); The MAC, Dallas (USA); Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck (A); Galleria Premio Suzzara (I); Galleria Civica di Trento, Trento, (I); MEWO Kunsthalle, Memmingen, (D); Galerie M, Berlin (I); Fondazione Barriera, Torino (I); Empty Cube, Lisbon (PT); Quartair, Den Haag (NL); Museo D’Emporda, Figueres, (ES); Kunsthalle Krems, Krems (A); Dox, Praga (CZ); Art Center, Krasnojarsk (RU); Biennale di Venezia, Venedig (I); EXPORT Kubus, Wien (A).

Fotos_ 1 Hauke Dressler; 2 Luca Meneghel; 3 Foto: eSeL.at – Lorenz Seidler

Walter Pobaschnig _ 2.1.2024

https://literaturoutdoors.com

„Gut ja“ Isabella Rapp, Sängerin und Schauspielerin _ Give Peace A Chance _ Berlin 4.1.2024

GIVE PEACE A CHAHNCE

Gut ja

Ich

Verweile

Etwas



Perlenschnürchen

Eignen sich  

Als

Chronologie-Zeugen

Eierlich (ach da fehlt ein „f“…. in dem Fall: ehrlich) (P.s. die echten

sind nämlich jede einzelne ein Unikat!) oder hErrlich, dann fehlt da

das „H“, aber das Wort HERRLICH mag ich nicht weil es nichts mit

HERR (Mann-Frau) zu tun haben sollte und ich nicht so religiös bin

um über „Gott den Herr“ schreiben zu wollen)



Change t

He world, m

Ach sie schö

Ner.

Come tog

Ether right now oh yeah

Isabella Rapp, 2.1.2024

Isabella Rapp _ Sängerin, Regisseurin, Schauspielerin,
Choreografin, Tänzerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Isabella Rapp _ Sängerin, Regisseurin, Schauspielerin,
Choreografin, Tänzerin

Zur Person _ Isabella Rapp, Sängerin, Regisseurin, Schauspielerin, Choreografin, Tänzerin …

Seit 30 Jahren steht sie auf der Bühne, als Frontfrau, im Ensemble, als Künstlerin und seit 15 Jahren auch als Regisseurin und Choreografin. In unzähligen Produktionen kleiner und großer Art, Schauspiel, Musiktheater, konzertant mit Orchester, Big Band, Jazztrio, Solo mit
Klavier,… Spielte in etlichen Musicals wie „Hinterm Horizont“, „Cabaret“, „Fame“, „Jekyll and Hyde“, „Shockheaded Peter“, „Pinocchio“, „Die Csardasfürstin“…


„Chansonmanie“ ist seit 2006 ihr Baby und Herzensprojekt. Voller Hingabe, Kreativität, Einfühlsamkeit und Lust an der Musik erzählt, singt und bespielt das Trio mit Mathias Weibrich und Lars Hansen die Biografien der großen Damen und Herren des deutschen und
französischen Chanson des letzten Jahrhunderts und verzaubern ihr Publikum. Ganz nah, ganz authentisch. 

Chansonmanie _ Isabella Rapp, Sängerin und Schauspielerin _ Mathias Weibrich, Sänger und Pianist _ Lars Hansen, Kontrabass.

www.chansonmanie.de

Seit 2020 ist Isabella Rapp Mutter eines Jungen.


Das Leben ist doch unergründlich, voller Herausforderungen und
Abenteuer. Man darf sich neu erfinden! Immer wieder!


DANKE!

Fotos _ Portrait: Holmsohn; Chansonmanie _ Isabella Rapp; Foto/Blume Mareike Suhn

Walter Pobaschnig _ 2.1.2024

https://literaturoutdoors.com

„Bildung und Respekt“ Rosemarie Schmitt, Schriftstellerin _ Wittlich/D 3.1.2024

Liebe Rosemarie Schmitt, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mein bisheriger Tagesablauf hat seit dem 15. Dezember ausgedient. Seitdem befinde ich mich im Urlaubsmodus.

Am 1. Januar begann für mich nicht nur ein neues Jahr, sondern auch ein neuer Lebensabschnitt. Ich lasse viele Jahre Berufstätigkeit hinter mir, und widme mich fortan überwiegend der Literatur und der Musik. Ich arbeite an einem weiteren Buch, das ich im Laufe des neuen Jahres veröffentlichen möchte, freue mich auf meine Rolle als Dozentin, in der ich Jugendliche im Kreativen Schreiben unterrichte, bereite meine Konzert-Lesungen vor … Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wo ich in den vergangenen Jahren die Zeit für meine Berufstätigkeit hernahm.

Ich lebe in Deutschland, nahe der Grenze zu Luxemburg, und freue mich sehr darauf, mich in Wien in ein neues Jahr und einen neuen Lebensabschnitt, zu stürzen.

Rosemarie Schmitt, Schriftstellerin _
Station bei Malina_Romanschauplatz/Ingeborg Bachmann Wien 12/23 _
folgende

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Respekt und Bildung.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Bildung und Respekt. Beides vermag die Kunst zu vermitteln.

Was liest Du derzeit?

VOX, ein Roman von Christina Dalcher und COMMEDIA. Ein Buch, das mich sehr berührt. Die Story spielt im 21. Jahrhundert. Eine Regierung ordnet an, dass Frauen ab sofort nicht mehr als hundert Wörter am Tag sprechen dürfen. Zitat: Ihr könnt uns die Wörter nehmen, aber zum Schweigen bringen könnt ihr uns nicht!

Außerdem lese ich derzeit Dante Alighieris Göttliche Komödie in deutscher Prosa von Kurt Flasch.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Hast du Respekt, hasst du niemanden.

Rosemarie Schmitt, Schriftstellerin _
Station bei Malina_Romanschauplatz/Ingeborg Bachmann Wien 12/23 _

Vielen Dank für das Interview, liebe Rosemarie, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Rosemarie Schmitt, Schriftstellerin

Zur Person _ Rosemarie Schmitt ist eine deutsche Schriftstellerin, die am 10.08.1960 in Trier geboren wurde. Sie arbeitet als Dozentin und unterrichtet Kreatives Schreiben für Jugendliche. Als aktives Mitglied des Selfpublisher-Verbandes und des Literaturwerks Rheinland-Pfalz-Saar ist sie Ansprechpartnerin und Fachfrau wenn es um das Thema Lesungen geht.

Wenn’s ums Lesen geht, kann man mit ihr rechnen!

Literarisch betrachtet:

  • freie Mitarbeit bei der luxemburgischen Wochenzeitung Journal
  • Veröffentlichung literarischer Texte für ZEIT-online
  • Literaturpreis für meine erste Short-Story beim Wettbewerb der Schreibfeder Berlin
  • Veröffentlichung einer Short-Story in der Anthologie Als es begann… Deutex-Verlag
  • Veröffentlichungen von Short-Storys in Anthologien zum Literaturpreis Lotto-Rheinland-Pfalz
  • Veröffentlichung einer Short-Story in der Literaturzeitschrift LiteramusLiterarisch-Musische-Gesellschaft Trier
  • Wöchentliche Klassik-Kolumne bei kultur-online.net
  • Freie Mitarbeit im Ressort Kultur bei der Tageszeitung Trierischer Volksfreund
  • Veröffentlichung einer Short-Story in der Anthologie Und niemand glaubt an mich Geest-Verlag
  • Veröffentlichung einer Short-Story in der Anthologie SchreibOrte – Wo Literatur entsteht Edition Schrittmacher
  • Veröffentlichung des Romans Herr Jonathan
  • Veröffentlich einer Kurzgeschichte in HilflosSpaß am Lesen-Verlag
  • Gründung des Ensembles Paar-ti-Tour
  • Neuauflage des Romans Herr JonathanBuchschmiede in Wien
  • Veröffentlichung von Ruhet sanft, gefälligst! , Buchschmiede in Wien 
  • https://www.rosemarieschmitt.de/

Fotos_ Station bei Malina_Romanschauplatz/Ingeborg Bachmann Wien 12/23 _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig _ 23.12.2023

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