Elisabeth Blutsch, Schauspielerin, Sängerin_ Wien _ acting „Malina“ _ Romanschauplatz „Malina“ Wien _ Roman, Ingeborg Bachmann (1971) _ Walter Pobaschnig 4/21, folgende
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance am Originalschauplatz
UNDINE GEHT _ Akrostichon
Text _ Sigune Schnabel, Schriftstellerin_Düsseldorf
Performance _ Elisabeth Blutsch, Schauspielerin, Sängerin _Wien.
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
UNDINE GEHT
Und wenn das Wasser kommt, muss ich fort.
Nicht einmal
Die Nacht nimmt mich so fest
In ihre Arme. Alle Sätze sind
Nur Hall; sie ändern sich im Kopf.
Einmal versuchte ich, mich umzuschreiben als Frau,
Ging an Land und nahm mich selbst beim Wort.
Erleichtert lachte mein Gesicht, die
Haut erwachte, wurde weich in der Geschichte, beinah ein
Trost.
Sigune Schnabl, 15.6.26
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance am Originalschauplatz
UNDINE GEHT _ Akrostichon
Text _ Sigune Schnabel, Schriftstellerin_Düsseldorf
Performance _ Elisabeth Blutsch, Schauspielerin, Sängerin _Wien.
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
Ingeborg Bachmann, Rom 1962
Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961.
„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.
Albrecht von Wallenstein (Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein) * 24. September 1583 Hermanitz an der Elbe, Königgrätzer Kreis +25. Februar 1634 in Eger, Elbogener Kreis _ Feldherr, Politiker.
Wallenstein – ein Name, der für dunkelste Zeiten europäischer Geschichte im Ringen um Macht und Einfluss wie für Glanz und Untergang, Höhe und Drama eines Lebens steht, das auch zur Vorlage von Literatur und Kunst wird.
Eine ganz außergewöhnliche wie komplexe Lebens- Politgeschichte, deren Wege und Verzweigungen, Verwicklungen nun in einer beeindruckenden gut 800 Seiten starken Biographie zum Leben erweckt wird und in Wort/Bild/Karten sehr anschaulich Zeit und Weg darstellt.
Ein Autor, der viele Stärken in sich vereinigt und welcher der historischen Expertise und Perspektive auch kritisch Politik wie Überlieferungsmechansimen hinzustellt und so ein gleichsam zeitloses wachsames Panorama entwirft, das zu Reflexion und Mut im selbständigen Denken und Urteilen einlädt
„Ein beeindruckendes Lebensbild einer der wesentlichen Persönlichkeiten europäischer Geschichte im Ringen um Macht und Richtung.“
Wallenstein. Gewalt, Geld, Glaube. Eine Biographie. Roeck, Bernd. Beck Verlag.
Gebunden, 844 S., mit 90 Abbildungen und 10 Karten
Lieber Harald Jele, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Durch die noch relativ jungen Kinder, die meine Frau und ich haben, ziemlich durcheinander. Das meint, dass jeder Tag anders ist, dass die Überraschungen die Routinen überwiegen, dass nichts so ist, wie es einmal war, dass trotzdem all das, was uns wichtig ist, nicht untergeht …
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Augen und Ohren offen halten. Die Überalterung unserer Gesellschaft, die zunehmende Komplexität und Geschwindigkeit unseres Lebens, sowie die Radikalisierung an den Rändern des politischen Spektrums bedürfen einiger Aufmerksamkeit. Zudem darf es nicht sein, dass fünf Superreiche weltweit bestimmen, was wichtig für uns alle ist.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Literatur und Kunst holen uns zurück in all jenes, das wichtig sein kann: Zeit haben, sich in Gelassenheit üben, Achtung gegenüber anderen zeigen, den Mitmenschen gegenüber tolerant sein.
Was liest Du derzeit?
Paulus Hochgatterer: Mio und die Unsterblichkeit
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Contra stultitiam dei etiam pugnant frustra — Gegen die Dummheit kämpfen selbst Götter vergebens.
Vielen Dank!
Harald Jele,Schriftsteller
Zur Person/über mich: Harald Jele, geb. 1965 in Lienz (Osttirol), arbeitet als Bibliothekar an der Universität Klagenfurt. Vor zehn Jahren begann er, neben Fachpublikationen auch literarische Texte zu veröffentlichen. Mit „Die Stille in mir“ legt er nun seinen vierten Erzählband vor.
Aktuelle Buchveröffentlichung:
Die Stille in mir. Fünf Erzählungen. Harald Jele. Lehmanns Media Verlag
„Ruhe ist etwas, das man hat – Stille aber ist etwas, das man ist. Sie ist der Resonanzraum, in dem das Echo der eigenen Existenz hörbar wird. Ein Ort der Klarheit und der Ambivalenz, an dem das Außen verstummt und das Innen zu sprechen beginnt. Denn die lautesten Geschichten sind oft jene, die erst im Schweigen ihren Anfang finden.
Mit dem Erzählband „Die Stille in mir“ entwickelt der Autor fünf Zugänge zum Thema Stille, die unterschiedlicher kaum sein können. Anhand der Geschichten von fünf Personen spürt er jenen gewaltigen Umbrüchen nach, die sich fernab des Weltgetöses in der Tiefe der Seele vollziehen und uns zeigen, was bleibt, wenn alles andere verstummt.“ (Pressetext _ Verlag)
Die Stille in mir. Fünf Erzählungen. Harald Jele. Lehmanns Media Verlag
Ingeborg Bachmann auf der Terrasse ihrer Wohnung in Rom, Bocca de Leone, um 1970
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
im Interview _ Stefan Heyer, Schriftsteller _ Augsburg
Lieber Stefan, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?
Nachdem ich mich durch die Trümmerliteratur von Böll, Lenz und Co. gelesen hatte, bin ich 1982 als jugendlicher Leser auf Bachmann gestoßen. Der Band „Simultan“, Erzählungen, in der Ausgabe bei dtv. Weitere Erzählungen und die wunderbaren Gedichte folgten. Kurz vor dem Abitur gab es dann die Werkausgabe. Für das Abitur war das nicht nötig, aber es hat dann die Studienwahl mit beeinflusst.
Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?
Ihr Schreiben und Leben war das Suchen. Das Suchen nach der wahren Sprache, den wahren Sätzen und dem wahren Leben. Nach dem Massaker des Zweiten Weltkrieges, nach dem Holocaust eine Sprache, einen Weg im Leben zu finden, eine Hoffnung und Utopie, dies ist die Grundlage ihrer Literatur.
Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?
Wichtiger als zum Beispiel der Briefwechsel mit Max Frisch sind mir die Frankfurter Poetikvorlesungen. Bachmann war die erste Dozentin der damals neuen Reihe. Über die „Probleme zeitgenössischer Dichtung“ sprach sie in fünf Vorträgen. Sie beschäftigte sich darin mit Lyrik (Eich, Enzensberger), mit dem schreibenden Ich und dem Umgang mit der Utopie. Bachmann, die Autorin, die immer auch Philosophin war, sich immer an Heidegger und Wittgenstein abarbeitete, ebenso sich aber Heidegger auch immer wieder annäherte. Literatur als Plage als auch Literatur als Utopie.
Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?
Im Roman „Malina“ geht Bachmann im zweiten Kapitel auf den Nationalsozialismus und die Shoa ein. Die Welt erscheint als eine einzige, riesige Gaskammer, ein unendlicher Albtraum, der hauptsächlich durch Männer herbeigeführt wird. Die Ich-Erzählerin erschreibt sich den eigenen Tod. Die toxische Männerwelt richtet sie zu Grunde. Für Hoffnung ist da wenig Platz. Diese Ausweglosigkeit ist verstörend.
Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?
Die Liebe ist ein schwieriges Feld, doch was wären wir ohne die Liebe? Ohne Liebe ist das Leben nicht vorstellbar. Das Glück und das Unglück der Liebe ist dem Menschen beigegeben.
„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?
Schreiben hat viel mit Verlassen des Gewohnten, des sichern Bodens zu tun. Immer wieder muss man sich die Sprache abwringen, das Schreiben erkämpfen. Dies muss aber nicht im Leid geschehen. Schreiben ist auch Utopie, Schreiben ist auch Hoffnung. Es muss kein einsamer Kampf sein. Wir können auch gemeinsam kämpfen. Man darf sich einen Schriftsteller als glücklichen Menschen vorstellen.
Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?
Natürlich liegt Böhmen am Meer. Wie könnte es anders sein? Nur so finden wir das Lachen wieder, nur so die Liebe. Wir alle müssen Böhmer sein. An das Meer glauben. Nicht weniger. Nicht mehr.
Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?
Macht das Leben in Rom glücklich?
Was sind Deine aktuellen Projektpläne?
Neben einer Sammlung von kleinen Prosastücken über das Glück arbeite ich vor allem an einen größeren Prosatext, der in München spielt. Eine Art polyphones Nachtstück.
Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?
„Die Wahrheit nämlich ist dem Menschen zumutbar.“
Rede zur Verleihung des Hörspielpreises der Kriegsblinden (1959)
Herzlichen Dank für das Interview!
Stefan Heyer, Schriftsteller
Zur Person: Stefan Heyer wuchs am linken Niederrhein auf. Nach dem Abitur und dem Zivildienst studierte er Germanistik und Philosophie in München. 1994 erwarb er den akademischen Grad des Magister Artium an der Ludwig-Maximilians-Universität München. An der Universität Essen wurde er 2000 bei Manfred Schneider mit einer Arbeit über das Kunstkonzept von Gilles Deleuze und Felix Guattari promoviert. Zweitbetreuer war Joseph Vogl. Die Dissertation „Gilles Deleuze und Felix Guattaris Kunstkonzept. Ein Wegweiser durch Tausend Plateaus“ erschien 2001 im Passagen Verlag, Wien.
Zusammen mit der Buchhandlung Amalienstraße 71 veranstaltete und kuratierte er in München verschiedene Vortragsreihen, u.a. zu den Themen Postmoderne, Gedächtnis, Körper, Liebe.
Heyer verfasst Kurzprosa und Lyrik. Zahlreiche Texte sind in Literaturzeitschriften und Literaturportalen erschien, z.B. in „Mosaik“, „Poesiealbum neu“, „Fixpoetry“, „Podium“, „Signaturen-Magazin“, „neolith“, „Die Rampe“, „Ausreißer – Grazer Wandzeitung“, „Sylste“, „entwürfe“, „Prolog – Zeichnungen und Texte“ u. a. Das Gedicht „Lob der Faulheit“ wurde 2017 von Joachim Hofmann verfilmt.
2019 erschien sein Lyrikdebut „Resonanzen/Korrespondenzen“ beim Passagen Verlag, Wien. Beim Epubli Verlag erschien 2021 die Gedichtssammlung „Schwarzer Kaffee auf der müden Zunge“. 2023 erschien „Form und Struktur“ im Passagen Verlag. Der Lyrikband „Das Alphabet von Deleuze & Guattari“ erschien 2025 ebenfalls im Passagen Verlag erscheinen.
Im Frühjahr 2027 erscheint ein Prosaband zum Thema Glück im Passagen Verlag.
Stefan Heyer lebt mit seiner Familie in Augsburg. (Stefan Heyer, 2.8.26)
Leonard Norman Cohen *21. September 1934 Westmount/Québec/Canada + 7. November 2016 Los Angeles/Kalifornien/USA _Singer-Songwriter, Schriftsteller, Dichter und Maler.
Eine unvergleichliche Karriere, welche Generationen von Musik-, Kunstbegeisterten seit den 1960er Jahren bis in die Gegenwart begeistert und inspiriert. Eine unverwechselbare Poesie, Stimme, Melodie, die an innerste Seelenschichten gelangt und gleichsam in den unverwechselbaren Cohen Sound magnetisch hineinzieht.
Ein sehr erfolgreicher singer-sonwriter, der viele spannende künstlerische Facetten wie auch persönliche Lebensgrundsätze und Engagements vereinigt.
Wer war nun Leonard Cohen? Was waren Stationen in Leben und Kunst? Was sind Charakteristika seiner Musik?
Kaum jemand könnte berufener sein eine Biographie dieses Ausnahmemusikers, -künstlers zu schreiben als Christophe Lebold, langjähriger Freund Cohens und Professor für amerikanische Literatur und Rockkultur an der Universität Straßburg. Ein ganz besonderer Cohen-Experte, der auf gut 600 Seiten (mit ausführlichen Anhang) den Cohen Kosmos in Wort&Bild wie auf einer Leinwand faszinierend zusammenhängend und strahlend entstehen lässt. Da ist für jede und jeden, Fans wie Interessierte, etwas dabei.
„Eine unvergleichliche Reise in die Cohen Welt zwischen Leben und Kunst!“
Im Schatten der Engel. Leonard Cohen – eine Biografie, Christophe Lebold. Reclam Verlag.
Die große Biografie über den Poeten, Songwriter und Sänger
Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.
Stefan Heyer, Schriftsteller
Nahoko Fort, Schauspielerin
Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann
Foto: Stefan Heyer _ privat
Fotos: Nahoko Fort, Schauspielerin _ Wien _ performing _ Walter Pobaschnig 7/26.
Die Schokobusserl von Tante Andula. Wenn Rezepte Geschichten erzählen. Marie-Theres Arnbom. Amalthea Verlag.
Die Geschichte dieses Buches beginnt mit einem Verlagsbesuch und der Übergabe von drei historischen Familienkochbüchern. Ein Erbe, das jetzt einen guten Platz der Erinnerung, Aufarbeitung in seiner so weitrechenden Geschichte von Teller, Gesellschaft, Kultur, Politik, Verfolgung, Leben und Tod finden sollte. Drei kleine Bücher zu Küche und Tisch, in denen so viel steckt…
Jetzt braucht es noch jemanden, die diesen Küchenschatz heben und in seiner weitreichenden, verzweigten Gesellschafts-, Kulturgeschichte ins Licht setzen kann.
Und das ist die so versierte Wiener Autorin Marie-Theres Arnbom, die sich mitten hinein in Küche und Leben stellt und in einmalig kompetenter Weise recherchiert, verbindet, erläutert und so ein unvergleichliches Familienepos entstehen lässt, das in seinen hergestellten Verbindungslinien begeisternd wie in Ereignis und Dramatik erschütternd staunen lässt.
Das „große Backen“ ist hier also eines von Zeitgeschichte, Familie (in vielen beeindruckenden historischen Fotos/Dokumenten) und Küchengeheimnissen, die dunkelste Zeiten überdauerten und die hier in einfacher Anleitung wunderbar selbst auf den Tisch gezaubert werden können.
„Ein süßes wie dramatisches Geschichtsbuch der Sonderklasse!“
Die Schokobusserl von Tante Andula. Wenn Rezepte Geschichten erzählen. Marie-Theres Arnbom. Amalthea Verlag.
Gebunden, 240 Seiten
ISBN-13: 978-3-99050-306-5
1. Auflage, mit zahlreichen Abbildungen durchgehend vierfarbig,
Station bei Malina_ Zeynep Alan, Schauspielerin_Wien_ acting Malina _ Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien _ Walter Pobaschnig 11/23, folgende
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance am Originalschauplatz
MALINA _ Akrostichon
Text _ Jozej Strutz, Schriftsteller _ Klagenfurt/Celovec
Performance _ Zeynep Alan, Schauspielerin_Wien
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
Station bei Malina_ Zeynep Alan, Schauspielerin_Wien_ acting Malina _ Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien _ Walter Pobaschnig 11/23, folgende
INGEBORG
Innehalten heißt hinaushören
Neue Tonarten erfinden
Geigenspiel malen
Eine Wortmusik tanzen
Betörendes Singen in der Beatrixgasse
Odysseus‘ Ohr an meiner Türe
Regenstimmung und Heimkehr
Gegenwind
Josef Strutz, 9.3.26
Station bei Malina_ Zeynep Alan, Schauspielerin_Wien_ acting Malina _ Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien _ Walter Pobaschnig 11/23
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance am Originalschauplatz
MALINA _ Akrostichon
Text _ Jozej Strutz, Schriftsteller _ Klagenfurt/Celovec
Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.
Jozej Strutz, Schriftsteller
Zeynep Alan, Schauspielerin_Wien
Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.
Foto: Jozej Strutz _ privat.
Fotos: Station bei Malina_ Zeynep Alan, Schauspielerin_Wien_ acting Malina _ Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien _ Walter Pobaschnig 11/23.
in Akrostichon-Erinnerung _ Gabriela Kasperski, Schriftstellerin_ Zürich
Als Kind hatte ich Sehnsucht nach dem Meer, immer. Wo ich nie war. Dafür hatte ich einen Atem für Bücher. Freiheit und Liebe, haben mich interessiert, vor allem aber die Frauen, Frauen und Freiheit. Ich fand sie bei Agatha (Christie), François (Sagan), Silvia (Plath), bei Patricia (Highsmith), bei Marguerite (Duras) und bei Simone (de Beauvoir), Ikonen.
Nur eine habe ich ausgelassen. Fiel mir nicht leicht, aber….sie war ja mal mit dem Max (Frisch) liiert, und ich, aus der Schweiz, genauer gesagt, aus Zürich, mit Wurzeln im Tessin, junge Literaturstudentin und Schauspielerin, ich war mit dem Max dauernd auf Kriegsfuß, konfrontiert.
Aber dann, endlich, die gestundete Zeit, und das Ich-Gedicht. Da war ich angefixt und wollte NIEMALS mehr aufhören zu lesen, mich an Malina gewagt. Weil mir der Name so gefiel. Nur als ich merkte, dass damit (vordergründig, beim flüchtigen Lesen) ein Mann gemeint war, erfolgte das Weglegen des Buches, und schließlich (zum Glück) das wieder Vorholen, das Verschlingen, nicht verstehen, erahnen, erfühlen. Nochmal verschlungen. Ausgelesen. Und jetzt wieder vorgeholt, die politische Dimension gelesen und die Zärtlichkeit gespürt, die Einsamkeit. Das Einschlafen, das Zucken, das Verdunkeln, die Tränen, die zu weinen gewesen wären, und die Kreuzung, die weder bezaubert, noch sprachlos macht. Bilder, die bis heute geblieben sind, und an jeder Kreuzung auftauchen. (wie kürzlich in Chartres, in der Anfahrtsstraße, weit entfernt von der Kathedrale.) Wahrnehmungsschärfe, die brüchige Welt, das Unausgesprochene, Sprache, die wehtut und tröstet und brilliert, Grenzen überschreitet und einen mitunter auch einfach von A nach Z bringt… aber vor allem: Figuren, in ihrer Erschütterung, Sehnsucht, Verletzlichkeit und Schönheit. Alle, nicht nur die Frauen.
Meer
Atem
leicht
Ich-Gedicht
NIEMALS
Alle
Herzlichen Dank für diesen Beitrag in MALINA_Akrostichon/Erinnerung!
Gabriela Kasperski, Schriftstellerin
Zur Person _ Gabriela Kasperski, Autorin von Kriminal-bis Kinderroman. Gabriela Kasperski ist studierte Anglistin, war als Moderatorin im Radio- und TV-Bereich tätig und stand als Theaterschauspielerin auf vielen Bühnen. Heute lebt sie als Schriftstellerin mit ihrer Familie in Zürich, London und der Bretagne und arbeitet als Dozentin für Synchronisation, Figurenentwicklung und Kreatives Schreiben.
Sie arbeitet mit verschiedenen Verlagen zusammen. Ihre Bücher wurden mehrfach nominiert und ausgezeichnet. 2020 erhielt sie das KIMI-SIEGEL für Diversity und die Lesefieber-Feder für ihre YESHI-Reihe. 2024 erhielt sie den Zürcher Krimipreis für ZÜRCHER VERSTRICKUNGEN – Ein Krimi über die kolonialen Spuren der Stadt Zürich
Sylvester Stallone *6.Juli 1946 New York City, Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor, Produzent – ein Name, der für eine unvergleichliche Erfolgsgeschichte an den Kinokassen der 1970/80er Jahre (Rocky, Rambo) und darüber hinaus bis in die Gegenwart steht wie auch für eine unglaubliche Lebensgeschichte von Wille, Mut, Ausdauer und Konsequenz. Ein Weg eines der größten Filmstars Hollywoods, der in unverwechselbaren selbstbewussten Rollencharakteren and actingskills Generationen begeistert.
Doch wo hatte dieses Leben seinen Ausgangspunkt? Wie war der Weg zum Schauspiel und wie gelang der große oscargekrönte Durchbruch? Was waren und sind persönliche Grundsätze und Leitlinien eines der größten Hollywoodstars?
In einer über dreihundert Seiten starken Autobiographie legt Sylvester Stallone Lebensschritte wie Licht und Schatten eines Künstlerlebens dar und bietet nie gewährte Einblicke vor und hinter der Kamera.
Sylvester Stallone, The Steps. Die Geschichte meines Lebens. C.Bertelsmann Verlag