„Sie würdigte mich während des gesamten Gesprächs keines Blickes. Sie sah in den Spiegel, sie betrachtete also sich selbst, fast bewundernd und zärtlich, während sie sich an ihre Jugend erinnerte“ _ Erinnerung an +Erni Mangold _ Andrea Beatrix Schramek, Schauspielerin _ Wien 5.9.2026

Erni Mangold _ Andrea Beatrix Schramek
Erni Mangold, Schauspielerin, Regisseurin _
* 26.1.1927 Großweikersdorf/NÖ +5.9.2026 Wien

Zur Person: Erni Mangold – Wien Geschichte Wiki 5.9.2026

Im Interview _ Andrea Beatrix Schramek _ Schauspielerin, Fotografin, Autorin, Historikerin _ Wien

Liebe Andrea Schramek, welche Erinnerungen gibt es für Dich an Erni Mangold?

Ich habe meine Diplomarbeit in Zeitgeschichte über „Das Filmstudio des Theaters in der Josefstadt“ (1946-1953) geschrieben. Erni Mangold hat in einem der, in der Nachkriegszeit von Rudolf Steinböck produzierten, Filme mitgespielt. Ich bat sie um ein Interview.

Da ich auch Regieassistentin in Volkstheater gewesen war, traf ich sie dort in ihrer Künstlergarderobe. Sie würdigte mich während des gesamten Gesprächs keines Blickes. Sie sah in den Spiegel, sie betrachtete also sich selbst, fast bewundernd und zärtlich, während sie sich an ihre Jugend erinnerte. Sie erzählte mir, dass sie im Film „Das andere Leben“ nicht „Heil Hitler“, sondern „Heil Tla“ sagte, dass sie damals viel im Kreis um Helmut Qualtinger gewesen war und ihren Namen von Goldmann auf Mangold änderte. Weiters sagte sie, dass sie nach Frankreich hätte gehen sollen. Sie wäre etwas für den Französischen Film gewesen. Das schien sie zu bedauern.

Unser Gespräch in dieser Garderobe vor dem Spiegel war sehr skurril, aber ich fand das wunderbar. Ich muss noch immer schmunzeln, wenn ich daran denke.

Was macht für Dich das Besondere ihres Schauspiels aus?

Sie war sehr eigenwillig, immer auffällig, stolz und unnahbar – und doch voll Humor und Ironie. Auch in ihren Rollen. Das hat mir immer gefallen.

Möchtest Du bestimmte Rollen hervorheben und warum?

Jetzt natürlich noch berührender ist ihre Rolle in „Der letzte Tanz“ von Houchang Allahyari. Aber ich kann mich an keine Rolle erinnern, in der ich sie nicht wunderbar gefunden hätte.

Wie hast Du Erni Mangold als Kollegin/e erlebt?

 Ich bin leider nie mit ihr auf der Bühne gestanden.

Was nimmt die Theater/Filmbühne von ihr in die Zukunft mit?

 Ach, machen wir uns nichts vor: Das Theater lebt im Augenblick und ist eine flüchtige Kunst – die Menschen darin sind unverwechselbar und einzigartig, wie jeder Mensch. Aber vergänglich. Manche heben sich natürlich mit ihren Ecken und Kanten von anderen ab, wie Erni Mangold und in den vielen Filmen, in denen sie mitgewirkt hat, werden wir uns noch ein Weilchen an sie erinnern. Die Menschen, deren Wege sie gekreuzt hat, aber, die nehmen bestimmt etwas in ihrem Herzen und für ihren Beruf mit. Ich fand es toll, sich nichts gefallen zu lassen, was nicht passt und dennoch so eine Selbstironie zu haben. Vielleicht gab es durch sie in Österreich ein bisschen mehr Rollen für ältere, starke Frauen… Das könnte man beibehalten.

Sie war ein sehr politischer Mensch und es hat mir gefallen, dass sie den Mund aufgemacht hat, selbst, wenn es unbequem war, zu jenen gehörte, die bereits 1946, rund um Rudolf Steinböck, Dinge angesprochen haben, die man gerne unter den Teppich kehren wollte. Eine andere Meinung zu haben und kritisch zu sein. Das ist vielleicht eine Verpflichtung einer Künstlerin, die sich vielleicht „verwässert“, sobald man abhängig ist… – egal, ob von der „Liebe“ des Publikums, oder von Institutionen, Engagements, oder Förderungen… Erni Mangold war das wahrscheinlich „Wurst“. Das könnte man sich auch für die Zukunft des Theaters mitnehmen. Aber das ist natürlich für eine Einzelperson leichter als für ein ganzes Haus.

Auch, wenn ich nicht sagen kann, dass wir uns kannten, aber ich werde sie vermissen.

Herzlichen Dank für das Interview!

Andrea Beatrix Schramek _ Schauspielerin, Fotografin, Autorin, Historikerin

Zur Person/Website: Andrea Schramek – Film Theater Lesung Kabarett Regie Wort 5.9.26

Foto: Erni Mangold _ Österreichisches Filminstitut

Fotos: Andrea Schramek _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 5.9.2026

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„Erni hatte etwas Unbestechliches“ _ Erinnerung an +Erni Mangold _ Boris von Poser, Regisseur _ Berlin 5.9.2026

Erni Mangold _ Boris von Poser
Erni Mangold, Schauspielerin, Regisseurin _
* 26.1.1927 Großweikersdorf/NÖ +5.9.2026 Wien

Zur Person: Erni Mangold – Wien Geschichte Wiki 5.9.2026

Im Interview _ Boris von Poser, Regisseur, Schauspieler, Autor, Produzent _ Berlin

Lieber Boris von Poser, welche Erinnerungen gibt es für Dich an Erni Mangold?

Erni war meine Lehrerin. Ich habe Regie am Reinhardt Seminar studiert und sie hatte mich bei der Aufnahmeprüfung kennengelernt. Obwohl Rollenstudium für die Regie-Studierenden gar nicht vorgesehen war, schlug sie mir vor, in ihren Unterricht zu kommen.

Gemeinsam mit Ursula Reiter (momentan am Schauspielhaus Wien) habe ich dann mit ihr die Szenen zwischen John Proctor und Abigail Williams aus der HEXENJAGD von Arthur Miller gearbeitet. Dabei habe ich mehr gelernt, als in allen anderen Fächern.

Und es ist eine Freundschaft entstanden, die bis zu ihrem Tod gehalten hat.

Was macht für Dich das Besondere ihres Schauspiels aus?

Erni hatte etwas Unbestechliches. Sie konnte sehr direkt sein. Sie war bereit und in der Lage auch die negativen Seiten ihrer Figuren zu entdecken und zum Vorschein zu bringen.

Möchtest Du bestimmte Rollen hervorheben und warum?

Im Film berührt mich immer wieder ihre frühe Rolle in HANUSSEN neben O. W. Fischer und Klaus Kinski. Da ist sie sehr verletzlich und bewegend.

Auf der Bühne sind ihre Werner Schwab Rollen – den sie im übrigen entdeckt hat – in den Uraufführungen PRÄSIDENTINNEN und ÜBERGEWICHT UNWICHTIG UNFORM für mich unvergessen.

Auch ihre Horvath Großmutter in GESCHICHTEN AUS DEM WIENER WALD, die sie in drei Inszenierungen gespielt hat, war sehr beeindruckend.

Und in ihrer letzten Rolle, als Maude in HAROLD UND MAUDE hat sie noch einmal eine ganz große Differenzierungsfähigkeit gezeigt.

Wie hast Du Erni Mangold als Kollegin/e erlebt?

Sie konnte zwar sehr einschüchternd sein, aber in ihrer Gegenwart konnte man dennoch Mut entwickeln, auch wenn das gerade etwas paradox klingt. Durch die klare Forderung, die sie in den Raum gestellt hat, konnte man selbst Klarheit gewinnen. Und Mut.

Was nimmt die Theater/Filmbühne von ihr in die Zukunft mit?

Ihre Unbedingtheit, auch ihre klare politische Haltung und ihr klarer furchtloser Zugriff in der Arbeit – das bleiben Qualitäten, an die sich alle erinnern werden, die sie gekannt haben.

Und werden diese Qualitäten hoffentlich versuchen weiterzuleben und weiterzugeben.

Herzlichen Dank für das Interview!

Boris von Poser, Regisseur, Schauspieler, Autor, Produzent

Zur Person/Website: Boris von Poser – Boris von Poser

Fotos _ Boris von Poser

Walter Pobaschnig, 5.9.2026

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„Unser letztes Zusammentreffen war vor circa zwei Jahren, als ich sie dazu überreden wollte, gemeinsam mit mir und dem Felix-Salten-Text „Josefine Mutzenbacher – oder: Die Geschichte einer Wienerischen Dirne, von ihr selbst erzählt“ auf Lesereise zu gehen“ _ Erinnerung an +Erni Mangold _ Georg Biron, Schauspieler _ Wien 5.9.2026

Erni Mangold _ Georg Biron
Erni Mangold, Schauspielerin, Regisseurin _
* 26.1.1927 Großweikersdorf/NÖ +5.9.2026 Wien

Zur Person: Erni Mangold – Wien Geschichte Wiki 5.9.2026

Im Interview _ Georg Biron _ Schriftsteller, Reporter, Drehbuchautor, Schauspieler, Regisseur und Kulturproduzent _ Wien.

Lieber Georg Biron, welche Erinnerungen gibt es für Dich an Erni Mangold?

Puh, das sind so viele, dafür haben wir hier und jetzt zu wenig Zeit. Ich könnte ein Buch schreiben, aber keine Angst, das mache ich nicht. Ich bin ihr immer wieder begegnet, anfangs in den 1970ern bei Peter-Patzak-Dreharbeiten, später auch im „Gutruf“. Unser letztes Zusammentreffen war vor circa zwei Jahren, als ich sie dazu überreden wollte, gemeinsam mit mir und dem Felix-Salten-Text „Josefine Mutzenbacher – oder: Die Geschichte einer Wienerischen Dirne, von ihr selbst erzählt“ auf Lesereise zu gehen. Leider fand sie es nicht gut, „die Mutzenbacher mit einem Mann zu machen“ …

Was macht für Dich das Besondere ihres Schauspiels aus?

Die Erni Mangold war eine Schauspielerin von internationalem Format. Wenn sie sprach, verstand man jedes Wort. Sie war nie überdreht und in ihrem Spiel eher zurückhaltend, ohne große übertriebene Gesten. Sie reduzierte ihre Rollen bis aufs Maximum und beherrschte das Timing aus dem Eff-Eff. Manchmal spielte sie fast nur mit Blicken. Wenn Du dir zum Beispiel den zweiten „Kottan“ aus dem Jahr 1977 anschaust („Der Geburtstag“), dann weißt Du, was ich meine.

Möchtest Du bestimmte Rollen hervorheben und warum?

Sie war in jeder Rolle authentisch und glaubhaft – und das ging so weit, dass bei ihr immer auch die Vorgeschichte und die politisch-soziale Haltung einer Figur zu spüren war.

Wie hast Du Erni Mangold als Kollegin/e erlebt?

Wir waren leider nie Kollegin und Kollege. Wir waren gemeinsame Freizeit-Designer.

Was nimmt die Theater/Filmbühne von ihr in die Zukunft mit?

Gar nix. In ein paar Tagen wäre sie 100 geworden. Ihre Schauspielkunst stammt aus dem vorigen Jahrhundert. Theater und Film haben heute völlig andere Strukturen. Was ich von ihr in der Erinnerung in meine Zukunft mitnehme, das sind ihre einprägsame Stimme, die unbeugsame Haltung in wichtigen gesellschaftspolitischen Belangen und – vor allem – auch ihr Witz und ihre Herzlichkeit.

Herzlichen Dank für das Interview!

Georg Biron _ Schriftsteller, Reporter, Drehbuchautor, Schauspieler, Regisseur und Kulturproduzent.

Foto: Erni Mangold _ Österreichisches Filminstitut

Foto: Georg Biron_ Nikolaus Similache

Walter Pobaschnig, 5.9.2026

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„für einen Neubeginn braucht es Leichtigkeit im Abschied und in der Veränderung“ _ Dana Anofrenkova, Schauspielerin _ Hamburg 5.9.2026

5 Fragen an Künstler:innen

Dana Anofrenkova, Schauspielerin _ Hamburg

Dana Anofrenkova, Schauspielerin

Liebe Dana, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Zum Glück besteht mein Alltag inzwischen nicht mehr nur aus Deutschkursen –  obwohl ich sie eigentlich sehr gerne mag. Ich stehe oft viel zu früh auf, um vier, schlafe dann aber noch bis acht. Danach ist jeder Tag anders: Proben, Dreharbeiten, Tanz, Arbeit im Schönheitssalon oder Castings.

Manchmal freue ich mich, dass in meinem Leben so viel passiert. Und manchmal möchte ich einfach nur im Bett liegen, niemanden sehen und niemanden hören. In letzter Zeit genieße ich diese Ruhe besonders: Ich fahre mit dem Fahrrad durch den Park, lese, backe oder nähe einfach in aller Stille.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Frieden

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Ich glaube, für einen Neubeginn braucht es Leichtigkeit im Abschied und in der Veränderung – die Fähigkeit, loszulassen und das Neue anzunehmen. Die Kunst kann uns dabei einen Raum geben, in dem wir Veränderungen nicht erklären müssen, sondern sie einfach erleben und vielleicht anders verstehen können.

Was liest Du derzeit?

Elementarteilchen (Michel Houellebecq)

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

In Charkiw ist es am Morgen sonnig und menschenleer. Gerade wurde Luftalarm ausgelöst. Der Frühling ist schmerzlich und zugleich ganz unmittelbar zu spüren.“

Serhij Zhadan, 15. März 2022

Vielen Dank!

Dana Anofrenkova, Schauspielerin

Zur Person/über mich: Mein Name ist Dana Anofrenkova. Ich bin Schauspielerin aus der Ukraine und lebe seit vier Jahren in Deutschland.

Von 2020 bis 2024 habe ich an der Kharkiv State Academy of Culture im Bereich Performing Arts mit der Spezialisierung auf Drama- und Filmschauspiel studiert und dort meinen Bachelorabschluss gemacht.

In den letzten Jahren habe ich an verschiedenen Theaterprojekten in Deutschland mitgewirkt. 2024 und 2025 war ich Teil verschiedener Produktionen am Deutschen SchauSpielHaus Hamburg, darunter Um acht ist es hier schon hellChronik des eigenen AtemsWasterland und St. Georgologie To Go. Außerdem habe ich an Projekten des Lichthof Theaters, der Hamburg Kammerspiele und des KulturCentrums Blankenese mitgewirkt. 2024 war ich auch beim Internationalen Theaterfestival „Kultur On Tour“ in Bremen dabei.

Aktuelle Produktion _ Gastspiel in Wien:

Artjom retten!? Ein dokumentarisches Theaterprojekt von Julia Solovieva
und Evgeni Mestetschkin

Gastspiel in Wien: 11. und 12. September 2026 im DAS Margareten

Dana Anofrenkova und Paul Smollich in „Artjom retten?“, folgende

Artjom retten? Mich retten? Die Menschlichkeit retten?
Im September 2022, mitten in Moskau, rezitiert der russische Dichter Artjom Kamardin
Gedichte gegen den Krieg in der Ukraine. Unmittelbar danach wird er brutal festgenommen und später zu sieben Jahren Haft verurteilt.
Vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine nimmt „Artjom retten!?“ die Geschichte Kamardins zum Ausgangspunkt für eine persönliche und politische
Auseinandersetzung: Was bedeutet Menschlichkeit in Zeiten des Krieges? Und wo liegen die Grenzen unseres Verständnisses für andere?

Auf der Bühne begegnen sich die Ukrainerin Dana und der Deutsche Paul. Sie sprechen über Krieg, Verantwortung, Angst, Loyalität und die Schwierigkeit, widersprüchliche Positionen auszuhalten. Bin ich bereit, meinen Freund zu verstehen, der nicht an die Front ziehen möchte? Und bin ich dann auch bereit, den russischen Dichter Artjom zu verstehen, der vor seiner Verhaftung für das Militär gearbeitet hat?

Das Stück fragt nicht nach einfachen Antworten. Es untersucht die Grauzonen zwischen Empathie und Abgrenzung, zwischen persönlicher Haltung und gesellschaftlicher Funktion: Wo bleibe ich Mensch – mit meinen Gefühlen, Widersprüchen und möglichen
Fehlern? Und wo werde ich zu einer Funktion?
Dabei wird auch das Publikum Teil der Auseinandersetzung. Fragen, Emotionen, Reflexionen und persönliche Erfahrungen dürfen in den Theaterabend einfließen.
Dokumentarisches Theater zwischen persönlicher Perspektive und politischer Realität.

Evgeni Mestetschkin und Julia Solovieva sind ein in Hamburg tätiges Autoren-,
Regie- und Theaterduo, das sich in seinen dokumentarischen und dramatischen Projekten
intensiv mit gesellschaftlichen und politischen Themen auseinandersetzt. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen reale Geschichten und Schicksale, die sie mit persönlichen Perspektiven und aktuellen politischen Fragestellungen verbinden.

„Artjom retten!?“ beleuchtet das Schicksal politischer Gefangener und die Frage nach
individueller Verantwortung in Zeiten politischer Repression und Krieg. Die Produktion wurde
2025 in Hamburg entwickelt und unter anderem an den Hamburger
Kammerspielen gezeigt. Nun kommt das dokumentarische Theaterprojekt nach Wien ins

„Artjom retten!?“ DAS Margareten – Raum für lebendiges Theater.
Mit: Dana Anofrenkova und Paul Smollich
Regie & Autorenschaft: Julia Solovieva und Evgeni Mestetschkin
Ton: Sandra Berkefeld

Termine:
Freitag, 11. September 2026, 20:00 Uhr
Samstag, 12. September 2026, 19:30 Uhr
DAS Margareten – Raum für lebendiges Theater
Margaretenstraße 166. 1050 Wien DAS Margareten – Raum für lebendiges Theater | Theater | Margaretenstraße 166, Vienna, Austria

Presseinformation: Bianca Anne Braunesberger _ DAS Margareten – Raum für lebendiges Theater

Fotos: Portrait Dana Anofrenkova _ privat.

Fotos_Produktion: Julia Solovieva

Walter Pobaschnig 3.9.2026

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„Mitnichten“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text&Performance _ Barbara Deissenberger, Schriftstellerin _ Wien 5.9.2026

Undine geht _
Barbara Deissenberger, Schriftstellerin  _ Wien _ performing _
Thematisch-szenisches Fotoshooting _ Wien/10_23 _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961)  _

Walter Pobaschnig, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA _ Akrostichon

Text&Performance _ Barbara Deissenberger, Schriftstellerin  _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

MALINA


M
itnichten

Allein

Lieben

Im

Nichts

Aufgehen

Barbara Deissenberger, 29.1.2026

Undine geht _
Barbara Deissenberger, Schriftstellerin  _ Wien _ performing _
Thematisch-szenisches Fotoshooting _ Wien/10_23 _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961)  _

Walter Pobaschnig

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA _ Akrostichon

Text&Performance _ Barbara Deissenberger, Schriftstellerin  _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Barbara Deissenberger, Schriftstellerin  _ Wien

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Fotos: Barbara Deissenberger _ performing „Undine geht“ _ Donau/Wien 10/23 _
Undine geht, Ingeborg Bachmann, 1961 _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 29.1.26

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„Taufrischer Morgen“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Jozej Strutz/Zeynep Alan _ Klagenfurt/Wien 4.9.2026

Station bei Malina_
Zeynep Alan, Schauspielerin_Wienacting Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien _
Walter Pobaschnig 11/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

AUSFAHRT _ Akrostichon

Text  _ Jozej Strutz, Schriftsteller _ Klagenfurt/Celovec

Performance _ Zeynep Alan, Schauspielerin_Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Station bei Malina_
Zeynep Alan, Schauspielerin_Wienacting Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien _
Walter Pobaschnig 11/23, folgende

AUSFAHRT

A
us dem kleinen Hafen ins Meer

Unwiederbringlich das Ufer

Sirenengesang lockt

Feen in einem Dorf

Anders und sinnlich

Hier ist es schön

Randvolles Glas

Taufrischer Morgen

Josef Strutz, 9.3.26

„Ausfahrt“ ist eines der frühen Gedichte der österreichischen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (1926–1973). Es erschien 1953 in ihrem ersten Lyrikband „Die gestundete Zeit“.

Station bei Malina_
Zeynep Alan, Schauspielerin_Wienacting Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien _
Walter Pobaschnig 11/23.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

AUSFAHRT _ Akrostichon

Text  _ Jozej Strutz, Schriftsteller _ Klagenfurt/Celovec

Performance _ Zeynep Alan, Schauspielerin_Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Jozej Strutz, Schriftsteller
Zeynep Alan, Schauspielerin_Wien

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Foto: Jozej Strutz _ privat.

Fotos: Station bei Malina_
Zeynep Alan, Schauspielerin_Wienacting Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien _
Walter Pobaschnig 11/23.

Walter Pobaschnig 6.3.2026

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„Nach Bachmann ist in der Liebe alles viel unkomplizierter“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Ute-Christine Krupp, Schriftstellerin _ Berlin 4.9.2026

Ingeborg Bachmann _ Ute-Christine Krupp

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100. Geburtstag Ingeborg Bachmann _

im Interview _ Ute-Christine Krupp, Schriftstellerin _ Berlin 

Liebe Ute-Christine, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Als ich mein erstes Buch („Greenwichprosa“) schrieb, las ich viel von Ingeborg Bachmann. Vor allem die Hörspieltexte und Erzählungen. Mich hat sehr interessiert, wie Bachmann Gewalterfahrungen in Sprache übersetzt.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Die Verbindung von Poesie und harter Realität.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

„Ein Geschäft mit Träumen“ – „Undine geht“

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Da hat sich zum Glück viel verändert. Bachmann ist für mich eher historisch einzuordnen.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Nach Bachmann ist alles viel unkomplizierter.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Nein, das finde ich nicht. Es gibt sicher schwierige Phasen, die sehr anstrengend sind. Aber das Wort Martyrium würde ich dafür nicht verwenden.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Die poetische Sprache. Die Verbindung von Gefühlen mit gesellschaftlichen Gegebenheiten. Die interessanten Bearbeitungen historischer Stoffe.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ob es eine glückliche Liebe in ihrem Leben gab?

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ich habe gerade ein Manuskript mit zehn Erzählungen fertig. Und der Titel, den ich nicht verrate, ist Bachmann entliehen. 

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

 „Im Widerspiel des Unmöglichen mit dem Möglichen erweitern wir unsere Möglichkeiten:“

Herzlichen Dank für das Interview!

Ute-Christine Krupp, Schriftstellerin

Zur Person: Ute-Christine Krupp wurde in Börsborn/Pfalz geboren. Sie ist in einer Arbeiterfamilie mit vier jüngeren Geschwistern aufgewachsen.  Zweiter Bildungsweg. Abitur in Kaiserslautern. Philosophie-Studium in Erlangen und Köln.

Sie schreibt Erzählungen, Romane und Hörspiele. 

Veröffentlichungen/Auswahl:

Schritte für Kellner, Hörspiel, Saarländischer Rundfunk, Saarbrücken 1993. Strom/Strömung, Hörspiel, SR/BR, Saarbrücken 1994. Muttersprache, Vaterland, Hörspiel, Deutschlandradio Kultur und Bulgarischer Nationalsender, Berlin 2010. Übersetzt im Auftrag des Goethe-Instituts Sofia. Von Maja Stefano. Greenwichprosa, Erzählung, Suhrkamp Verlag, Frankfurt 1997. Alle reden davon, Roman, Suhrkamp Verlag, Frankfurt 2001. Membercard Europa, Essay, in der Reihe: „Deutsche Reise nach Plovdiv“, Pygmalion Verlag, Sofia – und Wunderhorn Verlag, Heidelberg 2005. Übersetzt von Mirela Ivanova. Punktlandung, Roman, Wallstein Verlag, Göttingen 2021.

Foto: Ute-Christine Krupp _ Johanna Rübel

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Walter Pobaschnig, 21.6.2026

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„Die Komplexität der Welt immer wieder erkennen und bewundern“ _ Evgeni Mestetschkin, Theaterregisseur _ Hamburg 3.9.2026

5 Fragen an Künstler:innen

Evgeni Mestetschkin, Theaterregisseur _ Hamburg

Evgeni Mestetschkin, Theaterregisseur

Lieber Evgeni, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Wenn ich nicht probe, dann esse und schlafe ich. Wenn ich probe, dann begegne ich Schauspielstudierenden am Vormittag, Langzeitarbeitslosen am Nachmittag und Schauspielerinnen am Abend. Entsprechend beschäftige ich mich mit „Master und Margarita” von Michail Bulgakow, „Julius Cäsar” von William Shakespeare und „Woyzeck” von Georg.Büchner. Was für ein Paradies, aber auch ein wenig Hölle.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Frieden

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Tanz/Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Die Komplexität der Welt immer wieder erkennen und bewundern. Darin sehe ich die Aufgabe der Kunst.

Was liest Du derzeit?

Alexander Tairow: Die Aufzeichnungen eines Regisseurs

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Volodymyr Zelensky wurde gefragt ob er irgendwann Putin spielen möchte. „Ich spiele schon lange keine Nebenrollen mehr“ antwortete Zelensky.

Vielen Dank!

Evgeni Mestetschkin, Theaterregisseur

Zur Person: Evgeni Mestetschkin ist Theaterregisseur und Dozent für Schauspiel, war Jahre lang künstlerischer Leiter der iact schauspielschule für film und theater in Hamburg.

Evgeni Mestetschkin hat mehrere künstlerischen Projekte entwickelt, unter anderem auch mit Menschen ohne Theatererfahrung mit verschiedenen sozialen und kulturellen Hintergründen: mit professionellen Darstellerinnen, mit jungen Migrantinnen, mit älteren Menschen, mit Langzeit-Arbeitslosen und Menschen mit Handicap.

Zum Beispiel aktuell:

ARTJOM RETTEN!? Ein deutsch-ukrainisch-russisches Theaterprojekt. Premiere 2025-2026, Lichthof Theater Hamburg.

DIE ZOFEN  von Jean Genet mit Schülerinnen und Schülern der iact schauspielschule für film und theater in Hamburg, 2023.

DER KIRSCHGARTEN, frei nach Anton Tschechow. Ein Theaterstück mit jungen Schauspielerinnen und Schauspielern und Schauspielstudierenden. Dezember 2021, Hamburg

 … UND DIE JUDEN: VON SCHMERZ, LUST UND WEITERLEBEN IM WEIßEN HOTEL, ein Theaterprojekt mit jüdischen und nicht jüdischen Hamburgerinnen und Hamburger in Zusammenarbeit mit der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hamburg. altonale 2021 ebenfalls gezeigt. 2021, Hamburg.

CARLSBAD, ein multimediales Projekt über Träume und Albträume bei der altonale 2019 in Räumen der Allgemeinkrankenhaus  Altona. 2019, Hamburg.

„ALBTRÄUME DER ANDEREN“, ein Antikriegs-Projekt mit zwei ukrainischen Trauma-Therapeutinnen in Hamburger Warburg-Haus. 2016, Hamburg.

Aktuelle Produktion _ Gastspiel in Wien:

Artjom retten!? Ein dokumentarisches Theaterprojekt von Julia Solovieva
und Evgeni Mestetschkin

Gastspiel in Wien: 11. und 12. September 2026 im DAS Margareten

Dana Anofrenkova und Paul Smollich in „Artjom retten?“, folgende

Artjom retten? Mich retten? Die Menschlichkeit retten?
Im September 2022, mitten in Moskau, rezitiert der russische Dichter Artjom Kamardin
Gedichte gegen den Krieg in der Ukraine. Unmittelbar danach wird er brutal festgenommen und später zu sieben Jahren Haft verurteilt.
Vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine nimmt „Artjom retten!?“ die Geschichte Kamardins zum Ausgangspunkt für eine persönliche und politische
Auseinandersetzung: Was bedeutet Menschlichkeit in Zeiten des Krieges? Und wo liegen die Grenzen unseres Verständnisses für andere?

Auf der Bühne begegnen sich die Ukrainerin Dana und der Deutsche Paul. Sie sprechen über Krieg, Verantwortung, Angst, Loyalität und die Schwierigkeit, widersprüchliche Positionen auszuhalten. Bin ich bereit, meinen Freund zu verstehen, der nicht an die Front ziehen möchte? Und bin ich dann auch bereit, den russischen Dichter Artjom zu verstehen, der vor seiner Verhaftung für das Militär gearbeitet hat?

Das Stück fragt nicht nach einfachen Antworten. Es untersucht die Grauzonen zwischen Empathie und Abgrenzung, zwischen persönlicher Haltung und gesellschaftlicher Funktion: Wo bleibe ich Mensch – mit meinen Gefühlen, Widersprüchen und möglichen
Fehlern? Und wo werde ich zu einer Funktion?
Dabei wird auch das Publikum Teil der Auseinandersetzung. Fragen, Emotionen, Reflexionen und persönliche Erfahrungen dürfen in den Theaterabend einfließen.
Dokumentarisches Theater zwischen persönlicher Perspektive und politischer Realität.

Evgeni Mestetschkin und Julia Solovieva sind ein in Hamburg tätiges Autoren-,
Regie- und Theaterduo, das sich in seinen dokumentarischen und dramatischen Projekten
intensiv mit gesellschaftlichen und politischen Themen auseinandersetzt. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen reale Geschichten und Schicksale, die sie mit persönlichen Perspektiven und aktuellen politischen Fragestellungen verbinden.

„Artjom retten!?“ beleuchtet das Schicksal politischer Gefangener und die Frage nach
individueller Verantwortung in Zeiten politischer Repression und Krieg. Die Produktion wurde
2025 in Hamburg entwickelt und unter anderem an den Hamburger
Kammerspielen gezeigt. Nun kommt das dokumentarische Theaterprojekt nach Wien ins

„Artjom retten!?“ DAS Margareten – Raum für lebendiges Theater.
Mit: Dana Anofrenkova und Paul Smollich
Regie & Autorenschaft: Julia Solovieva und Evgeni Mestetschkin
Ton: Sandra Berkefeld

Termine:
Freitag, 11. September 2026, 20:00 Uhr
Samstag, 12. September 2026, 19:30 Uhr
DAS Margareten – Raum für lebendiges Theater
Margaretenstraße 166. 1050 Wien DAS Margareten – Raum für lebendiges Theater | Theater | Margaretenstraße 166, Vienna, Austria

Presseinformation: Bianca Anne Braunesberger _ DAS Margareten – Raum für lebendiges Theater

Fotos: Evgeni Mestetschkin/Julia Solovieva/Produktion.

Walter Pobaschnig 30.8.2026

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„Innerseelische Sprache“ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Wort & Bild _ Petra Ganglbauer, Schriftstellerin _ Wien 3.9.2026

Ingeborg Bachmann Rom 1962 _
Foto: Heinz Bachmann

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Wort & Bild

INGEBORG_ Akrostichon

Text & Bild_ Petra Ganglbauer, Schriftstellerin Wien.

Petra Ganglbauer, Schriftstellerin Wien _
Romanschauplatz „Malina“ _ Wien _
Walter Pobaschnig 4/25, folgende

INGEBORG

Innerseelische Sprache

Nötigt sich zu beschränken

Gerne würde es singen das Leben

Endlich im Gleichklang

Bei gutem Wetter selbst bei guten Jahren

Oder auch gänzlich anders

Ruft es zurück zur

Genügsamkeit

Petra Ganglbauer, 6.1.2026

Petra Ganglbauer, Schriftstellerin Wien _
Romanschauplatz „Malina“ _ Wien _
Walter Pobaschnig 4/25.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Wort & Bild

INGEBORG_ Akrostichon

Text & Bild_ Petra Ganglbauer, Schriftstellerin Wien.

Petra Ganglbauer, Schriftstellerin Wien.

Foto _ Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos _  Petra Ganglbauer _ Station bei „Malina“ _ Walter Pobaschnig 4/25.

Literatur outdoors 1/26

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„Ingeborg, wir sind jetzt viel viel mehr Solistinnen. Kannst dich anschließen.“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Jana Franke, Schriftstellerin _ Potsdam 2.9.2026

Ingeborg Bachmann _ Jana Franke

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

im Interview _ Jana Franke, Schriftstellerin _ Potsdam

Liebe Jana, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Ich habe lange nichts von Ingeborg Bachmann gewusst. In unserer Bildungsstrecke waren Brecht, die Griechen, Shakespeare, Goethe, Heine und Schiller unverfänglich. Christa Wolf, Maxi Wander. Sahra Kirsch, Heiner Müller in Grenzen, Peter Hacks verboten, Kleist unerwünscht. Der Oktoberclub erlaubt. Silly, Renft, Karussell, nun. Zusätzlich fand sich nichts in der profunden Bibliothek meiner Mutter. Ich tanzte und spielte am Theater und studierte. Erst als ich zweimal die Profession wechselte und Bückware aufgehoben war, als ich anfing zu schreiben, kam auch die Bachmann zu mir. Ich schrieb für WORT-WERK in Villach, der für den Kultstatus bekannten Bewerb, „Die Nacht der schlechtesten Texte“, der zeitgleich zum Bachmannwettbewerb und nur 40km entfernt stattfand. Kilic bemerkte, dass die Gedichte, die ich da eingefädelt hatte, derartig grottig sind, dass sie alleine dafür einen Sonderpreis erfinden müsse. Zu mir kam da „Die gestundete Zeit“, „Das dreißigste Jahr“ und „Malina“

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Ihre Bilder, ihre Sprache und Ton sind unverwechselbar, eindringlich und nehmen den direkten Weg zu Body and Soul. Die Arbeit an dem Thema Selbstverleugnung im künstlerischen Sein in einer literarisch geprägten Liebesbeziehung, die Gleichberechtigung darin, wird von ihr aus verschiedenen Perspektiven und Lebenszyklen behandelt, über Malina hinausgedacht. Sie stoppte der eigene Tod.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Innerhalb der Die gestundete Zeit ist alles angelegt. Das ist in seiner komprimierten Form analytisch, durch ihre Stimme im Radio in die Welt kam, ist nicht nur literarisch, sondern auch in der Präsentation dessen für mich hervorzuheben. Deshalb habe ich mich in meinem Gespräch mit ihr in den Akrosticha in diesen Versen aufgehalten. Ingeborgs Werke vom Ende zum Anfang. Deshalb sind die Akrosticha für den Zusammenhang geschrieben, wie einzeln in sich geschlossen lesbar. Ein Bogen ihres Schaffens und ihrer Person. Einzig, Nein, nein du weißt es eben nicht., aus Malina, ein Kernsatz, meiner Meinung nach, für ihren Bearbeitungen und nicht umsonst am Ende ihres literarischen Lebens geschrieben. 

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Schauen wir auf das momentane politische Parkett, die Kriege, das Menschenleben keinerlei Bedeutung haben, Flora wie Fauna ausgebeutet werden, Schutzorganisationen die Gelder gestrichen …, erübrigt sich die Frage. In jeder Zeit, das gleiche Spiel. Da führt es nun unweigerlich zur Frage: Ist es im menschlichen Erbgut angelegt? Ja.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Ja, daran habe ich mich immer gestoßen. Nein, das finde ich nicht. Für mich ist das in dieser Allgemeinheit falsch. Ein bestimmtes Charakterbild von Mann (Frauen sind da nicht ausgeschlossen), eine krankhafte Geltungssucht, ein Ichbezogen, empathielos, selbstgefällig, herabwürdigend, plagiieren, haben wir alle sicher schon erlebt. Ja da sollte sich Jede:r von entfernen. Hier ist die zeitliche Einordnung und die Position in der die Bachmann sich befand, zu bemerken. Im tiefsten 50iger Jahre Patriachat, heute auch in der Politik in Duktus, Haltung und Gesetzentwürfen erlebbar, wird eine lyrische weibliche Stimme von Männern bepreist. Ein Paradox und der Wille, patriarchale Normen der Männer zu überwinden. Die Arbeit, die Fähigkeit hat sie dahin geführt. Ob sie da nun was fallen ließ, um Aufmerksamkeit und den Heldenmechanismus der männlichen DNA anzukurbeln oder nicht, es waren ihre Gedichte, ihre Stimme, ihre Performance. Es war auch ihr strategisches Vorgehen, dass eben Mut erforderte. Mut sein Inneres zu zeigen. Ihre Zartheit auch. Warum auch nicht.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

In der Vorhalle der Hölle, ja. Wenn der Gedanke noch nicht geboren ist, ja, aber dann nicht mehr. Das Martyrium besteht im Nicht_bezahlt_werden_für_die_Arbeit. Gibt’s in keiner Branche, dass man schreiben soll für null overt, um mal weltlich zu werden. Ich muss nicht schreiben, ich will schreiben. Ich will mich in diesem künstlerischen Mittel ausdrucken, will performen, will mit anderen Künstler:innen zusammenarbeiten, will mit Menschen arbeiten. Ich muss zusehen, wie ich als Selbständige die Schreiberei finanziell kompensiere. Geht das nicht mehr, muss ich erstmal aufhören zu schreiben, weil ich und meine Familie sonst verhungere. Das ist mein Martyrium. Ich muss nicht unglücklich sein, um schreiben zu können.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ingeborg, wir sind jetzt viel viel mehr Solistinnen. Kannst dich anschließen. Sucht Frau nach anderen Männerbildern, gibt es die jetzt bedeutend mehr als zu deiner Zeit. Liebe kann gleichberechtigter gelebt werden.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ich schreibe, recherchiere, interviewe zu dem kulturhistorisch-touristischen Reiseführer für die Märkische Schweiz für den Findling Verlag. Schreibe und denke an zwei lyrischen Manuskripten zu unterschiedlichen Themen, bereite für nächstes Jahr einen Halbjahresworkshop im Kreativen Schreiben für den Friedrich-Bödecker-Kreise vor, bereite szenische Lesungen mit anderen Künstlern vor und bin stetig offen für die Projekte die kommen.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

Ein Brausen von Worten fängt an in meinem Kopf und dann ein Leuchten. Mich erfasst später eine tiefe Ruhe und Klarheit nach dem Brausen und dann schreibt es aus mir heraus und die Arbeit beginnt.

Herzlichen Dank für das Interview!

Zur Person/Website: janafranke . potsdam – autorin (4.8.26)

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Jana Franke _ privat

Walter Pobaschnig, 4.8.2026

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