Bachmannpreis 2024 _ „Im Schreiben dort hingehen, wo es ambivalent wird“ Tamara Stajner, Schriftstellerin _ Wien 11.6.2024

Bachmannpreis 2024 _  im Interview:

Tamara Stajner, Schriftstellerin, Violinistin, Bachmannpreis Nominierung 2024

Tamara Stajner, Schriftstellerin, Violinistin,
Bachmannpreis Nominierung 2024

Liebe Tamara Stajner, herzliche Gratulation zur Nominierung zum Bachmannpreis! Was war Deine erste Reaktion dazu und auf was freust Du Dich besonders?

Danke vielmals! Es war neun Uhr. Gerade hatte ich meine Sportsachen angezogen, da kam die Mail von Brigitte Schwens-Harrant. Meine Hände zitterten und so sorgte an dem Morgen erstmal die Nominierung für einen hohen Puls, nicht das Laufband.

Danach musste ich an die vielen Sommer in Slowenien denken, als das Schuljahr gerade zu Ende ging und im Fernsehen der Bachmannpreis übertragen wurde. Ich habe immer zugeschaut, ohne viel zu verstehen. Also war ich erstmal sehr gerührt, jetzt selbst auf dieser Bühne zu lesen. Ich wollte es so vielen Menschen mitteilen! Durfte aber nicht. Paul, mein Mann, bekam also den ersten großen Jubel ab. Gleich meldeten sich aber auch meine Nerven – beim Bachmannpreis zu lesen ist ja ein Rodeo.

Ich freue mich jedenfalls, Teil eines Jahrgangs, einer Gruppe zu sein, die sich bestimmt gegenseitig motiviert und vielstimmig ist.

Welche Bedeutung hat der Bachmannpreis heute?

Das Setting ist schon mal einmalig: Eine Kärntner Stadtkulisse am See, eine Fachcommunity, untergebracht in verschiedenen Hotels, eine Bubble, die sich Tag für Tag in einer von Medien und Publikum vollbesetzten Arena versammelt. Die Zuschauer an den Bildschirmen. Die oft skurrilen Dynamiken, die sich daraus entwickeln. Und trotzdem die Transparenz, die dieses Vortragen und Nachdenken über Texte in der Öffentlichkeit hat.

Bachmannpreis ist Bachmannpreis: Mir bedeutet er sehr viel. Ich halte es nicht für selbstverständlich, dass ich da lesen darf, dass mein Text und ich als Autorin diese Aufmerksamkeit erfahren. Das ist bei Weitem nichts Gewöhnliches. Ich habe Respekt davor.

Bereits der Klagenfurter Literaturkurs, an dem ich vor zwei Jahren teilnahm, war für mich unglaublich bereichernd. Wir konnten uns mit tollen – im Stil und im Umgang ganz verschiedenen Autor:innen – austauschen und bekamen den Zugang zu den Bachmannpreis-Lesungen und dem Reigen drum herum. Daraus wurden Freundschaften.

Was ist Dir in Deinem Schreiben wichtig?

Hinzugehen, wo es ambivalent wird. Da finde ich meistens, was ich fürs Schreiben brauche. Auch Humor und doppelbödige Verwandlungen.

Was hast Du mit Ingeborg Bachmann gemeinsam?

Die Beatrixgasse 26. Sie wohnte von 1946 bis 1949 dort. Das ist im dritten Bezirk, damals noch im sowjetischen Sektor von Wien. Während meines Studiums 2006 bis 2012 ging ich wöchentlich dahin, weil mein Bratschenprofessor in der Beatrixgasse 26 lebte und der Unterricht meistens bei ihm zuhause stattfand. Ein leises Haus mit üppigen Laubbäumen im Innenhof. Auch der hintere Eingang zur Universität für Musik und darstellende Kunst (mdw) liegt z.B. gegenüber den Romanschauplätzen von Malina in der Ungargasse.

Welche drei Dinge kommen unbedingt nach Klagenfurt nicht mit?

Meine beiden Bratschen und das Rosshaar. Irgendwer muss ja die Wohnung hüten!

Vielen Dank für das Interview, viel Freude und Erfolg in Klagenfurt!

Danke Dir!

Tamara Stajner, Schriftstellerin, Violinistin,
Bachmannpreis Nominierung 2024

Zur Person: Tamara Stajner, A/SLO

Geboren 1987 in Novo mesto, Slowenien. Lebt in Wien, liest auf Einladung von Brigitte Schwens-Harrant.

Tamara Stajner wurde 1987 in Novo mesto geboren und wuchs in Krsko auf. Seit 2006 lebt sie in Wien. Sie schloss ihr Master-Studium im Konzertfach Viola an der mdw Wien ab. Derzeit promoviert sie in Musiktheorie.

Sie war Gastdozentin u.a. an der MUK Wien, KU Graz sowie dem Williams College (USA). Sie erhielt START-Stipendien für Musik und darstellende Kunst (2015) sowie für Literatur (2020) des BMKÖS. Mitglied der Jungen Akademie der Wissenschaften und der Literatur (Mainz). 2022 war sie Stipendiatin des 25. Klagenfurter Literaturkurses. 2024 gewann sie den Lyrikpreis Meran.

Veröffentlichungen/Auswahl:

  • 2023: Raupenfell, Roman, Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg
  • 2022: Schlupflöcher, Gedichte, Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg
  • Beiträge in Zeitschriften und Sammelbänden (Auswahl)
  • Wunderwerk Text, Mackinger Verlag (Anthologie), 2023
  • Lichtungen (eine Serie von acht Lyrikpartituren), 2022-2023
  • 365 x Freud, Klett-Cotta (Anthologie), 2022
  • Lichtblicke, Philipp Reclam (Anthologie), 2022
  • Das Buch vom Drehen und Wenden der Blätter, Das böhmische Dorf (Anthologie), 2022
  • Gesund schreiben 2021, Braumüller Verlag (Anthologie)

Auszeichnungen und Stipendien:

  • 2024: Lyrikpreis Meran
  • 2022: Stipendiatin des 25. Klagenfurter Literaturkurses im Rahmen des Ingeborg-Bachmann-Preises 2022
  • 2021: Literaturpreis der Ärztekammer für Wien „Gesund schreiben“ 2021 (Longlist)
  • Aufnahme in die Junge Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz
  • 2020: START-Stipendium für Literatur des BMKÖS
  • 2015: START-Stipendium für Musik und darstellende Kunst des BMKÖS

https://bachmannpreis.orf.at/stories/3257233/

Bachmannpreis 2024 _ Tage der deutschsprachigen Literatur _ 26. bis 30. Juni 2024 Klagenfurt

https://bachmannpreis.orf.at/stories/3257422/

v.l. Heimo Strempfl (Robert Musil Literatur-Museum), Bettina Kugi (BKS Bank), Klaus Wachschütz (Technischer Leiter ORF Kärnten & Regisseur Ingeborg-Bachmann-Preis), Ursula Schirlbauer (ORF/3sat), Horst L. Ebner (Koordinator „Tage der deutschsprachigen Literatur), Karin Bernhard (ORF Landesdirektorin), Christian Scheider (Bürgermeister der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee), Reinhard Draxler (Kelag), Inga Horny (Stadtmarketing Klagenfurt)

Nominierte:

Kaska Bryla, A/POL

Semi Eschmamp, CH

Ulrike Haidacher, A

Jurczok, CH

Christine Koschmieder, D

Miedya Mahmod, D

Sarah Elena Müller, CH

Denis Pfabe, D

Johanna Sebauer, A/D

Tijan Sila, D/BIH

Tamara Stajner, A/SLO

Sophie Stein, D

Henrik Szanto, D/FIN/UK

Olivia Wenzel, D

Infos zum Bachmannpreis 2024_

https://bachmannpreis.orf.at/

Fotos_ Portrait: Andrej Grilc; Präsentation Bachmannpreis_Johannes Puch.

Walter Pobaschnig  6/24

https://literaturoutdoors.com

Station bei Hedy Lamarr_ „eine unglaublich starke und beindruckende weibliche Energie“ Daniela Mitterlehner, Schauspielerin _ Leipzig 11.6.2024

Station bei Hedy Lamarr_ Daniela Mitterlehner, Schauspielerin_ Leipzig _
performing _
Hedy Lamarr (Hedwig Eva Maria Kiesler; *9.11.1914 Wien * +19.1.2000 in Casselberry/Florida/USA) Schauspielerin, Erfinderin_
Fotos _ Wien/Donau_
Station bei Hedy Lamarr_ Daniela Mitterlehner, Schauspielerin_ Leipzig _
performing _
Hedy Lamarr (Hedwig Eva Maria Kiesler; *9.11.1914 Wien * +19.1.2000 in Casselberry/Florida/USA) Schauspielerin, Erfinderin_
Fotos _ Wien/Donau_

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Fotografie und Theater/Performance.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person am biographischen bzw. werksgeschichtlichen Bezugsorten beizutragen.

Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.

Hedy Lamarr (Hedwig Eva Maria Kiesler; *9.11.1914 Wien * +19.1.2000 in Casselberry/Florida/USA) Schauspielerin, Erfinderin_

Liebe Daniela Mitterlehner, welche Bezüge und Zugänge gibt es von Dir zu Hedy Lamarr?

Hedy Lamarr beeindruckt mich immer wieder,  weil sie in mehreren recht ungewöhnlichen Feldern herausragende Pionierarbeit geleistet hat. Sie war Schauspielerin UND Erfinderin und ich bewundere Multitalente (die aus ihren Talenten auch tatsächlich etwas machen). Auch ich versuche in verschiedenen Bereichen meine Fähigkeiten einzusetzen, auch wenn ich mich dabei immer im künstlerischen Rahmen bewege. So bin ich Schauspielerin, Regisseurin, Jongleurin, Sprecherin, Moderatorin und arbeite mit Feuer. Und ich leite – mit einem tollen Kollegen gemeinsam – unser eigenes, kleines Tourneetheater, mit dem wir Klassiker an Schulen bringen und so Interesse an Sprache, Kultur, Literatur und Theater zu erwecken versuchen. Mit Hedy Lamarr will ich mich dabei aber nicht vergleichen, denn ihre Felder waren viel weiter auseinander als meine und ihre Arbeit hat die Welt verändert. Unsere verändert vielleicht nur das Denken und das Interesse (an Theater/Literatur/Kunst) einzelner. Aber auch das ist viel wert.

Außerdem beeindruckt mich an Hedy Lamarr, dass sie sich in einer absoluten Männerdomäne – damals noch mehr als heute – der Technik durchgesetzt hat. Das hat etwas sehr Feministisches und das mag ich sehr an ihr.

Und als Schauspielerin war sie natürlich auch ganz besonders, wegen ihres Könnens, aber auch wegen ihrer Ausstrahlung. Daran fasziniert mich besonders, dass sie das Weibliche , Emotionale und Sanfte so sehr ausstrahlt und verkörpert, während sie sich als Erfinderin trotzdem in einer Männerwelt behaupten musste, was sicher eine gewisse Härte, Durchsetzungskraft, Ausdauer und Toughness erfordert und das auch hervorragend geschafft hat.

Das Thema unseres Shooting ist auch der Film „Ekstase“ (1933), der aufgrund der Nacktszenen zum Skandal wurde. Wie siehst Du den Film und die Reaktion, Rezeption?

Zur Zeit seiner Entstehung war dieser Film enorm mutig und auch Hedy Lamarr hat damit einiges riskiert. Dieser Film wurde zum Erfolg. Er hätte ihr aber genausogut ihre Karriere als Schauspielerin und jedes gesellschaftliche Ansehen ruinieren können. Dass sie den Mut hatte, das in dieser Zeit trotzdem zu tun und erfolgreich daraus hervorging, ist bewundernswert.
Auch ich versuche immer wieder, mutige Entscheidungen zu treffen und mit Optimismus an Herausforderungen zu heranzugehen. Wer nie ein Risiko eingeht, wird auch nur selten gewinnen.

Heute ist Nacktheit im Film oder auf Fotos ganz normal. Überall sieht man nackte Menschen. Das finde ich einerseits toll, weil es ein viel freieres Denken zeigt, andererseits wird es aber manchmal auch ein Bisschen inflationär und ich finde es schade, wenn es dabei manchmal eben nicht mehr um eine Aussage oder ein notwendiges Element geht, mit dem eine Geschichte erzählt wird, wenn es nur um Schaulust und ein Mensch durch Bilder oder Videos zum reinen Objekt ohne Wert verkommt, wenn die Hülle alles ist und das, was in ihr steckt, gar nicht mehr interessiert. Das ist für mich ein Grund, mich selber vor der Kamera nicht (ganz) auszuziehen. Vielleicht kommt irgendwann der Moment, in dem ich das für sinnvoll halte, weil es eine Geschichte wirklich weiterbringt. Aber nur, um ein Stück Fleisch unter vielen solcher Fleischstückchen zu sein, mache ich das definitiv nicht. Da fehlt mir der Sinn und Wert. Und nach wie vor gilt, dass man sich damit auch einiges kaputt machen kann, wenn man es falsch oder nicht mit voller Überzeugung tut. Außerdem finde ich es persönlich viel spannender, wenn man eben nicht gleich alles sieht und noch ein Bisschen Platz für die eigene Phantasie bleibt, auch wenn ich mir selber tolle Fotos von anderen Menschen anschaue.

Wie siehst Du als Schauspielerin die Schauspielerin Hedy Lamarr?

Sie hat definitiv Pionierarbeit geleistet und war eine tolle Schauspielerin. Außerdem hat sie eine unglaublich starke und beindruckende weibliche Energie, die zugleich Sanftmut und Emotionalität, aber auch Energie und Durchsetzungskraft vermuten lässt. Das finde ich super!

Gab es in Deinen Musik-, Theaterprojekten bisher Berührungspunkte zu Hedy Lamarr?

Ich durfte mal die Off-Stimme für zwei Info-Videos zum Lamarr Security Research Center der TU Graz sprechen, das nach Hedy Lamarr benannt wurde und in denen es nicht nur um diese Forschungseinrichtung ging, sondern eben auch um Hedy Lamarr und warum man diese Einrichtung nach ihr benannt hat. 🙂

Wie war Dein Weg zu Musik/Theater und was sind Deine derzeitigen Projektpläne?

Ich habe als Jugendliche angefangen in einem der Jugendspielclubs des Linzer Landestheater zu spielen, dort Schauspiel-, Sprech- und Improunterricht bekommen und bald auch angefangen, dort gemeinsam mit anderen auch eigene Theaterstücke und Szenen zu entwickeln. Spätestens nach der ersten Premiere war für mich klar, dass ich das Spielen zum Beruf machen möchte, um möglichst viel Zeit damit verbringen zu können. So habe ich dann – nach ein paar Kurven – eine Schauspielausbildung angefangen und auch abgeschlossen und konnte – gegen alle gängigen Erwartungen  – auch sofort davon leben. (Allerdings habe ich von Anfang an auch immer wieder mal Regie geführt, als Moderatorin, Jongleurin, Sprecherin und mit Feuer gearbeitet und anfangs auch immer wieder mal Workshops gegeben.)

Der Grund, warum ich überhaupt angefangen habe zu spielen, war der Gedanke, dass es mir – wenn es mir mal nicht gut ging – immer geholfen hat, einen guten Film oder ein Theaterstück zu sehen und ich wollte diese Fähigkeit auch selbst lernen: Menschen für ein paar Stunden aus ihrem Alltag herauszunehmen, sie ihre Sorgen, Ängste, Trauer, Wut oder auch nur Langeweile vergessen zu lassen, ihnen eine gute Zeit zu geben und sie dann – mit einem Lächeln, neuen Gedanken und/oder einem guten Gefühl wieder in Ihrer eigenen Welt abzusetzen, den Menschen durch meine Arbeit sozusagen das Leben ein Bisschen schöner und unbeschwerter zu machen. 🙂

Mein derzeit (und hoffentlich auch langfristig) wichtigstes Projekt ist unser eigenes kleines Tourneetheater – das ÜBERALL-THEATER – das ich im Sommer letzten Jahres mit einem guten Freund und tollen Kollegen gemeinsam gegründet habe. Damit bringen wir lehrplanrelevante Klassiker an Schulen, versuchen so (Deutsch-)Lehrer:innen das Unterrichtsleben zu erleichtern, ein Bisschen Farbe in den Schulalltag zu bringen, aber vor allem auch, Schüler:innen für Theater, Kultur, Sprache und Literatur zu begeistern. Und es gelingt uns! 🙂 An einer Schule, an der wir gespielt haben, wollten die Schüler:innen danach sogar eine eigene Theatergruppe gründen. 🙂

Was wünscht Dir für Deinen Beruf als Künstlerin?

Weiterhin viele spannende, künstlerisch herausfordernde, aber auch schöne, lustige und abwechslungsreiche Rollen und Stücke, Zusammenarbeiten mit tollen Menschen und Künstler:innen (was jetzt umso einfacher für uns möglich ist, da wir ja als Theaterchefs nun selbst entscheiden, wen wir mit auf Tour nehmen :-)), gegenseitige Inspiration, sich dabei entwickelnde, echte Freundschaften, gemeinsame Erfolge und natürlich genug Buchungen, um auch weiterhin davon leben zu können. 🙂
Und: Trotz dem Schwerpunkt auf meine geliebte Arbeit auch intensive zwischenmenschliche Kontakte (mit Freunden, Familie, Kolleg:innen, etc.) zu pflegen, halten und bestenfalls sogar ausbauen zu können. Das ist manchmal nämlich gar nicht so einfach, aber zum Glück möglich, wenn man es darauf anlegt. 🙂

Was möchtest Du Künstler:innen am Anfang Ihres Weges mitgeben?

Einfach machen! Auch wenn alle sagen, das ist schwierig oder man kann davon nicht leben. Doch! Kann man! Man wird in den meisten Fällen dadurch nicht reich, aber es ist – wenn man ihn gerne macht und nicht aufgibt – der schönste Beruf der Welt. Und: Durchhalten, kreativ sein, weiterentwickeln, weitermachen! Irgendwann läuft’s dann. 🙂 Dann aber bloß nicht aufhören mit dem Arbeiten und Weiterentwickeln, sondern immer weiter fleißig dranbleiben! Und: Geht euren eigenen Weg! Niemand hat die Qualitäten und Besonderheiten, die ihr habt. Nützt das! (Ich mische zum Beispiel oft Schauspiel oder Moderation mit Jonglage oder Feuer, weil das eben was Besonderes ist, was nur wenige können, eben ein Unique Selling Point.) Und: Was viele leider oft vergessen: Nicht zu Hause sitzen und warten, dass euch jemand findet und engagiert! Nur wenn ihr aktiv seid, werdet ihr auch wahrgenommen und gebucht. Ihr seid nicht nur Künstler:innen, sondern auch Unternehmer:innen, die ihr Produkt (sich selbst) vermarkten müssen. Sonst hilft das größte künstlerische Talent nichts, wenn ihr euch nicht dahinter klemmt, dass ihr immer besser und besser werdet und dass ihr gesehen werdet! Und wenn euch erstmal keiner engagiert, dann stellt eben selber was auf die Beine und macht. So bekommt ihr Erfahrung, könnt was herzeigen und zeigt, dass es euch gibt. Und Spaß macht das obendrein! (Arbeit auch, aber das gehört nunmal dazu.) Was übrigens auch enorm hilft ist unkompliziert sein und (potentiellen) Arbeitgeber:innen zeigen, dass man sich wirklich für den Job einsetzt und sich freut, ihn zu haben, gerade weil es eben in unserer Branche nicht selbstverständlich ist, dass man einen (guten) Job hat. Das kann ich sowohl als Künstlerin sagen als auch als Arbeitgeberin in diesem Bereich. Wenn wir merken, dass ein:e  Schauspieler:in, der/die für uns spielt, wirklich mit Freude und Energie dabei ist, ständig daran arbeitet, besser und besser zu werden, sich einbringt und auch mal bereit ist, das eine oder andere kleine Opfer für den Beruf und den Job an unserem Theater zu bringen (z. B. auch mal einzuspringen, wenn ein:e Kolleg:in ausfällt oder mitanzupacken, wo er/sie vielleicht nicht unbedingt müsste oder nicht zu meckern, wenn ein Tag mal sehr anstrengend war, …), dann werden wir alles in unserer Macht Stehende tun, um diese:n Kolleg:in immer und immer wieder zu engagieren, weil so jemand einfach ein Geschenk und eine Freude für jede:n Arbeitgeber:in und für jede Zusammenarbeit ist. Und genau dasselbe habe ich als Künstlerin erlebt, wenn ich für andere gearbeitet habe, dass ich eben immer wieder engagiert oder verlängert werde, weil ich zeige, wie wichtig mir der Beruf und die jeweilige Zusammenarbeit ist.
Und: Seid verlässlich und verbindlich! Wenn man was zusagt, dann hält man das auch, komme was wolle! Ein:e Künstler:in, bei dem/der man nie weiß, wann und ob er/sie auftaucht, ob die Vorbereitung gemacht wurde, ob die vereinbarte Leistung so erbracht wird wie ausgemacht, den/die holt man kein zweites Mal, und wenn er/sie noch so gut ist.

Hättest Du mit Hedy Lamarr gerne einen Tag in Wien verbracht und wenn ja, wie würde dieser aussehen?

Ja, sehr gerne! Ich glaube, ich würde den Tag mit ihr einfach gerne in einem Café sitzend und redend verbringen, von ihr lernen, zuhören und Fragen stellen, Erfahrungen austauschen.

Was inspiriert Dich als Schauspielerin an Hedy Lamarr heute?

Vieles! Ihre Vielseitigkeit, ihr Feminismus (über den sie gar nicht groß reden musste, sondern den sie einfach gelebt hat, auch dadurch, dass sie Erfinderin war und technisch gearbeitet hat), ihren Pioniergeist, ihre Neugier (die braucht man, sowohl als Schauspielerin, sicher aber auch als Erfinderin), ihre tolle Ausstrahlung, ihre Stärke (die sie einfach ausstrahlt), ihr Mode- und Stielbewusstsein, ihren Mut und ihren Fleiß.

Darf ich Dich abschließend zu einem Hedy Lamarr Akrostichon bitten?

Heute noch aktuell

Eine tolle Frau

Damals und jetzt

You are special!

Lernen und anwenden

Anders, im besten Sinne

Modebewusst, malerisch

Aktiv

Ruhe und (emotionale) Stärke ausstrahlend

Riesenerfolge

Station bei Hedy Lamarr_ Daniela Mitterlehner, Schauspielerin_ Leipzig _
performing _
Hedy Lamarr (Hedwig Eva Maria Kiesler; *9.11.1914 Wien * +19.1.2000 in Casselberry/Florida/USA) Schauspielerin, Erfinderin_
Fotos _ Wien/Donau_

Interview und alle Fotos _ Walter Pobaschnig  6/24

Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com  6/24

„den Kopf oben behalten!“ Stefan Heuer, Schriftsteller _ Hannover 10.6.2024

Lieber Stefan Heuer, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Generell geht der Wecker wochentags um 6.00 Uhr und ich brauche ein bisschen, um in den Tag zu finden … aber heute: angenehm ruhig! Ich habe frei und nutze die Zeit, um an neuen Collagen für eine Serie zu arbeiten. Wie immer läuft dabei ein Hörspiel, gerade ist es eine Holmes-Folge mit den wunderbaren Stimmen von Christian Rode und Peter Groeger. Später werde ich es ausnutzen, dass der Schreibtisch gerade relativ aufgeräumt ist, und an den Feinheiten eines Kindergedichts weiterschreiben, das ich gestern skizziert habe. Und wenn es das Wetter denn zulässt, werde ich heute auch endlich noch die Kohlrabi-Setzlinge pflanzen, die schon einige Tage neben dem Hochbeet stehen …

Stefan Heuer, Schriftsteller, Bildender Künstler

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Gerade jetzt ist genau das wichtig, was immer wichtig ist: den Kopf oben behalten! Sich nicht von schlechten Nachrichten lähmen lassen, nicht in sich hineinmeckern, sondern gut informiert dagegenhalten, wo immer es geht und nötig ist. Seine Meinung vertreten, auch wenn es mal unangenehm sein und Freundschaften kosten sollte. Keinen Fußbreit der Dummheit und Ignoranz, auch nicht im Freundeskreis oder der Verwandtschaft! Und natürlich Körperlichkeit. Gegen Isolation, KI und schlechte Gedanken hilft nur Körperlichkeit.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Der Kunst kommt genau die Rolle zu, die man selbst ihr in seinem Leben zugesteht, nicht mehr und nicht weniger. Das kann viel sein, in anderen Fällen nichts bedeuten. Dass sie heutzutage gesellschaftliche Tendenzen beeinflussen kann, denke ich nicht.

Was liest Du derzeit?

Wie viele andere auch, lese ich immer mehrere Bücher/Hefte gleichzeitig – aus unterschiedlichen Anlässen und an unterschiedlichen Orten. Selten zielgerichtet – meistens ziehe ich blind etwas aus dem immer höher werdenden Bücherstapel heraus. Gerade gestern habe ich mit Jürgen Ploogs »Der Raumagent« begonnen; einem Buch, das ich zu Social Beat-Zeiten das letzte Mal gelesen und nun zum Geburtstag in wunderbarer Aufmachung (Galrev) von einem Freund geschenkt bekommen habe. Parallel dazu genieße ich die ersten drei Gedichtbände (Sabine Göttel, Caroline Hartge und Hans Georg Bulla) der neuen Lyrikedition Hannover. Außerdem stecke ich mitten in der OXEN-Reihe, Krimis von Jens Henrik Jensen.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Viele Zitate sind leidlich überstrapaziert, und so halte ich mich an die erste Zeile aus dem Song »Der Mann aus Russland« des großen Poeten Stephan Sulke, die eigentlich alles sagt: Im Grunde klingt die Story schrecklich simpel …

Vielen Dank für das Interview, lieber Stefan, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Stefan Heuer, Schriftsteller, Bildender Künstler

Zur Person_  Stefan Heuer, Schriftsteller, Bildender Künstler _geb. 1971 in Großburgwedel.

Verheiratet, Vater, Raucher ohne Suchtpotenzial. Lebt und arbeitet in Burgdorf/Hannover.

Malerei, Assemblage, Collage, Combine Painting.

Einzel- und Gruppenausstellungen, Mail-Art-Projekte.

●  „langustenbäume, die auch reden“, Gedichte von Frank Milautzcki zu Collagen von  

     Stefan Heuer

●  „Anleitung zur Ersten Hilfe bei Unfällen“, Collage-Kollaboration mit Susanna Lakner

●  „Einheitskurzschrift“, Collage-Kollaboration mit Susanna Lakner (Redfoxpress)

●  „Wonderful Holiday Picture-Stories“, Collage-Kollaboration mit Geronimo Finn

●  „Sprechnotiz / orange“, Collage-Kollaboration mit Sabine Remy

●  „augen I höhen“, Gedichte von Stefan Heuer zu Alpenlomos von Maks Dannecker

●  „SPIELZEIT“, Collage-Kollaboration mit Susanna Lakner (Redfoxpress)

●  „Silence Break“, Collage-Kollaboration mit Susanna Lakner

●  „Look“, Collage-Kollaboration mit Sabine Remy

●  „THE IMPOSSIBLE EXILE“, Collage-Kollaboration mit Brandstifter (Redfoxpress)

●  „Kühle Tips für heiße Tage“, Collage-Kollaboration mit Sabine Remy (Redfoxpress)

●  „(aus dem) Schneider“, Collage-Kollaboration/Dialog mit Boris Kerenski (Moloko+)

●  „Scharfe Schere – Nacktes Beil“, Collage-Kollaboration/Dialog mit Boris Kerenski

     (Moloko+)

●  “ KLEPPER (special one)“, Collage-Kollaboration mit Svenja Wahl

Zahlreiche Veröffentlichungen von Lyrik, Prosa, Rezensionen und experimentellen Kurzdramen in Literaturmagazinen, Anthologien, Kalendern und Internetforen.

Seit 1997 unterschiedlichste Einzelpublikationen, zuletzt:

●  „werkstatt“, Gedichte, 2015 (parasitenpresse köln)

●  „herzstück“, Gedichte, 2016 (Verlagshaus Berlin)

●  „Katzen im Sack“, Roman, 2017 (Elif Verlag)

●  „Asche in den Wunden“, Gedicht-Dialog mit Urs Böke, 2018 (Ratriot Medien)

●  „Vielleicht ein paar Raben“, Gedicht-Trialog mit Urs Böke & Fabian Lenthe, 2023

     (Moloko+)

Songtexte für die hannoversche Deutsch-Soul-Formation tiefblau und das Elektro-Projekt kannkind.

Elektronische Musik unter den Namen horrak und mixpoke.

www.heuerseite.de

Foto_privat.

Walter Pobaschnig _ 30.5.2024

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Undine geht – „Patriarchale Strukturen sind zerstörerisch wie eh und je“ Gudrun Nikodem-Eichenhardt, Schauspielerin _ Wien 9.6.2024

Gudrun Nikodem-Eichenhardt _Schauspielerin, Sängerin, Kabarettistin, Coach _
Die steirische Eichin und Kernölamazone
_
performing „Undine geht“ _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.
Gudrun Nikodem-Eichenhardt _Schauspielerin, Sängerin, Kabarettistin, Coach _Die steirische Eichin und Kernölamazone _
performing „Undine geht“ _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

Gudrun Nikodem-Eichenhardt _Schauspielerin, Sängerin, Kabarettistin, Coach _Die steirische Eichin und Kernölamazone _

performing „Undine geht“ _ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Fotos_Donau_Wien.

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.

Liebe Gudrun Nikodem-Eichenhardt, wie liest Du den Text „Undine geht“ von Ingeborg Bachmann? Welche Grundaussagen gibt es da für Dich?

Das Leben, die Liebe und der Schmerz stehen für mich im Vordergrund. Die Sehnsucht nach einem heilen Ort, der sich in Hans spiegelt und der doch nicht bleibt. Enttäuschung, Trauer, Wut und Verbitterung finden sich in der Anklage an das Leben und es so erleben zu müssen, wieder. Gefangen in einem Weltbild ohne Weitblick, indem sich Frauen unterwerfen und Männer nehmen, anstatt zu geben.

Wie siehst Du „Undine“?

Emanzipiert. Auflehnend. Leidenschaftlich. Eine Frau, die droht, an  gesellschaftlichen Vorgaben zu ersticken. Immer auf der Suche nach Erlösung. Sie hadert, ist wütend und ein Opfer ihres Schmerzes, den kein Mensch hören, noch verstehen kann.

„Undine geht“ wurde vor gut 60 Jahren veröffentlicht. Was hat sich seit damals im Rollenbild von Frau und Mann verändert und was sollte sich noch ändern?

Im Moment werden alle Rollen aufgebrochen und neu definiert und doch ist das klassische Rollenbild in uns nach wie vor verankert und wird größtenteils gelebt. Dies ist unsere moralische Diskussionsgrundlage. Das, was richtig und falsch ist. Eine Frau soll schön und salonfähig, sanftmütig und klug sein. Darf nicht wütend oder dominant sein. Dies sind männliche Attribute, die aber bitte auch nicht von den Männern gelebt werden sollen. Wir beschneiden unsere Lebendigkeit, intellektualisieren die Geschlechter und verlieren uns dabei selbst auf einem Weg zur Selbstdefinition und Erklärung. Ändern sollten wir den Umgang mit uns selbst. Es ist, meiner Meinung nach, erfüllend mehr über sich zu wissen und nach und nach die eigenen Strategien und Gewohnheiten aufzudecken. Mein Menschsein. Mein Frausein, mein Mannsein. Mein Anderssein und mein Gleichsein. Darüber wie ich denke, wie ich fühle und damit in einen Austausch zu gehen, statt leere Worte für Analysen, Definitionen und Rollenbilder zu finden und diese wiederum zu benutzen, um zu kämpfen und Recht zu haben.

Der Monolog geht mit der patriarchalen Gesellschaftswelt schonungslos ins Gericht. Wie siehst Du die Situation patriarchaler Macht heute?

Gleich zerstörerisch wie eh und je. Patriarchale Strukturen haben uns alle geprägt. Die einen lehnen sich dagegen auf, die anderen verherrlichen sie und dazwischen gibt es viel Unwissenheit und Orientierungslosigkeit. Das Patriarchat lehrt uns Widerstand, Kampf, Rechthaberei und Machtgehabe. Das lähmt uns alle und macht uns ohnmächtig. Um das nicht fühlen zu müssen, kämpfen wir weiter, so lange, bis wir erschöpft sind. Um anschließend in der Zerstörung unser Fehlverhalten zu erkennen und geläutert zu sein. Erst dann entwickeln wir in der Nachbetrachtung die Fähigkeit zur Reflexion und sind erst ab diesem Zeitpunkt in der Lage, wahre Veränderung herbeizuführen. Wir geben der Intuition keine Chance, bzw. hat das Patriarchat uns Frauen gelehrt, wenn wir dafür einstehen, werden wir als Hexen verbrannt. Wir haben gelernt, wenn wir klug sind und in der ersten Reihe stehen, werden wir auf unseren Platz in der zweiten Reihe verwiesen, um nicht all die Männer in der ersten Reihe bloßzustellen.

Das Patriarchat lehrt die Frauen, nur dann geliebt zu werden, wenn sie schutzsuchend, hilfsbedürftig, naiv und folgsam sind. Begehrt wird zwar das Wilde, Verruchte und Leidenschaftliche, doch weil es frei und nicht zu bändigen erscheint, muss es vom Patriarchat abgewertet werden, damit Kontrolle und Macht nicht verloren gehen.

Der Text drückt auch viel Trauer über das Scheitern der Liebe und eines Miteinander der Geschlechter im persönlichen wie gesellschaftlichen Leben aus. Welche Auswege siehst Du da?

Jeder Mensch ist angehalten zu reflektieren und Empathie zu erlernen. Mitgefühl für sich und andere zu entwickeln. Verständnis für den anderen zu haben. Zu erkennen, dass es keine Entwicklung ohne Schmerz geben kann und dass es in meiner Verantwortung liegt, meinen eigenen Schmerz zu heilen, der sich im Nahsein und Miteinander mit einem anderen Menschen zeigt. Mein Gegenüber ist der Auslöser für das, was in mir noch nicht geheilt ist.

Was kannst Du als Frau und Künstlerin von „Undine geht“ in das Heute mitnehmen?

Authentisch sein. Für mich und meine Bedürfnisse einstehen. Mich in keine Rolle pressen lassen. Ungerechtigkeit benennen und diese laut und immer wieder aussprechen. So lange, bis sie Gehör findet. Mich dem Leben und der Liebe hingeben und jeden Moment nutzen.

Was bedeutet Dir Natur?

Natur ist eine Kraftoase. Sie ist ein Ruhepol. Ein Ort der Stille und des Lebens. Eine fantastische Realität, in der die Seele baumeln darf.

Was bedeutet Dir das Element Wasser?

Wasser ist der Quell des Lebens. Der Anfang und das Ende.

Wie lebst Du den Kreislauf der Jahreszeiten?

Zu wenig. Ich habe einen sehr bewussten Umgang mit dem Jahreswechsel, doch unter dem Jahr fehlt mir noch die Achtsamkeit für die Schätze der Natur.

Wie kann der moderne Mensch in Harmonie zur und mit der Welt leben?

Indem er die Welt achtet und ihr mit Demut begegnet. Leider werden diese Eigenschaften in der Konsumgesellschaft entwertet und durch fehlgeleitet suggerierte Bedürfnisse, verdrängt.

Was braucht Liebe immer, um zu wachsen, blühen?

Die Bereitschaft zum Schmerz.

Was lässt Liebe untergehen?

Verdrängung. Vermeidung. Kontrolle und Machtausübung.

Wie war Dein Weg zum Kabarett, Schauspiel?

Begonnen hat alles mit einem Befreiungsschlag aus dem elterlich gelebten Patriarchat. Darin geschult, habe ich ebenso meinen Willen durchgesetzt und meinen Traum realisiert Musical zu studieren. Das Kabarett ist mir aufgrund fehlender Engagements „passiert“ und wiederum hat mich mein unbändiger Wille voran getrieben.

Welche aktuellen Projektpläne hast Du?

Ich bin meinen Herzensprojekten, den „Kernölamazonen“ als Musikkabarettistin und dem „Märchensommer“ als Liedtexterin treu. Werde als „Die steirische Eichin“ meine Stimme als Frau und Sängerin erheben und meine Coaching- und Trainerausbildung nutzen, um meine Gesangsschüler:innen gut zu begleiten.

Ab Herbst 2024 werde ich zum Einen die Kursleitung für Kulturmanagement am WIFI Wien übernehmen und zum Anderen mit dem Projekt Bahöfakur, der bildenden Schnitzeljagd: „Auf dem Weg zum ICH“, Leben einhauchen.

Welches Zitat aus „Undine geht“ möchtest Du uns mitgeben?

Doch vergesst nicht, dass ihr mich gerufen habt in die Welt, daß euch geträumt hat von mir, der anderen, dem anderen, von eurem Geist und nicht von euerer Gestalt, der Unbekannten, die auf eueren Hochzeiten den Klageruf anstimmt, auf nassen Füßen kommt und von deren Kuss ihr zu sterben fürchtet, so wie ihr zu sterben wünscht und nie mehr sterbt: ordnungslos, hingerissen und von höchster Vernunft.

Darf ich Dich zum Abschluss zu einem Akrostichon zu „Undine geht“ bitten?

Unschuld

Nachruf

Dichtung

Inspiration

Narben

Endlichkeit

Genie

Ehre

Heuchelei

Trauer

Gudrun Nikodem-Eichenhardt _Schauspielerin, Sängerin, Kabarettistin, Coach _
Die steirische Eichin und Kernölamazone
_
performing „Undine geht“ _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

Gudrun Nikodem-Eichenhardt _Schauspielerin, Sängerin, Kabarettistin, Coach _Die steirische Eichin und Kernölamazone _

performing „Undine geht“ _ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Fotos_Donau_Wien.

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.

Gudrun Nikodem-Eichenhardt und Walter Pobaschnig _
5/24

Alle Fotos & Interview_Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com 6/24

„Zeit für sich selbst und seine Mitmenschen zu nehmen“ Manuel Sonnleitner, Schauspieler _ Wien 9.6.2024

Lieber Manuel Sonnleitner, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich stehe immer relativ früh auf. Morgens nehme ich mir Zeit für mich, bevor ich in den Tag starte. Ein guter Kaffee und ein ausgiebiges Frühstück sind für mich dabei besonders wichtig. Nebenbei schaue ich mir den Text für die Proben an, derzeit für die Raimundspiele. Sonst gehe ich gerne ins Fitnessstudio.

Abends habe ich unter anderem Vorstellungen in der Josefstadt, wenn nichts ansteht, gehe ich gerne selbst ins Theater oder unternehme etwas mit Freunden.

Manuel Sonnleitner, Schauspieler

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

In der heutigen Zeit gibt es verschiedene Aspekte, die für uns alle besonders wichtig sind. Gerade jetzt, wo um uns herum Krieg herrscht und wir in den letzten Jahren gesehen haben, wie schnell sich alles ändern kann – sei es durch Krisen oder wie gerade die Inflation – ist es wichtig, sich Zeit für sich selbst und seine Mitmenschen zu nehmen. Unsere individuellen persönlichen Werte sind grundlegend für ein erfülltes Leben. Sie dienen als Leitlinien, die unser Denken, unseren Glauben und unser Handeln beeinflussen. Jeder Mensch hat einzigartige persönliche Werte, die uns ein stabiles Gerüst für Entscheidungen bieten und uns authentisch machen. Zeit für uns selbst, für Familie und Freunde, ist von großer Bedeutung. Gemeinsam Probleme zu teilen und über Ängste und Themen zu sprechen, die einen beschäftigen, kann schon enorm helfen, sich nicht allein zu fühlen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Die Kunst dient als Ventil für unsere seelischen Bedürfnisse. Sie ermöglicht es uns, unsere Gefühle und Emotionen auszudrücken und zu verarbeiten. Kunst schafft Verbindungen zwischen Menschen. Sie bringt Künstler und Publikum zusammen und ermöglicht einen Austausch von Gedanken, Ideen und Empfindungen. Gerade in Zeiten des Umbruchs ist diese Verbindung von großer Bedeutung. Sie erinnert uns daran, dass wir Teil einer größeren Gemeinschaft sind. Kultur ermöglicht es in andere Perspektiven einzutauchen. Durch die Darstellung von Charakteren und Geschichten können wir uns in unterschiedliche Lebenswelten hineinversetzen und neue Sichtweisen gewinnen. Sie kann Missstände aufzeigen, zum Nachdenken anregen und Veränderungen bewirken.

Was liest Du derzeit?

Das Kind in dir muss Heimat finden von Stefanie Stahl

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

“Die Liebe ist der Stoff, den die Natur gewebt und die Phantasie bestickt hat.” –

Voltaire

Vielen Dank für das Interview, lieber Manuel, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Schauspielprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Manuel Sonnleitner, Schauspieler

Zur Person_ Manuel Sonnleitner wurde in der Steiermark geboren und folgte im Alter von 19 Jahren seiner Leidenschaft, indem er nach Wien zog, um an der Schauspielschule Krauss zu studieren. Nach seiner Ausbildung folgten Engagements u.A. im Theater in der
Josefstadt, dem Theater Akzent sowie den Raimundspielen Gutenstein, wo er im
Sommer im Stück „Der Verschwender“ die Rolle des Valentins übernimmt. Für seine
schauspielerischen Leistungen im Filmbereich erhielt er einige Auszeichnungen.

manuelsonnleitner.at

Foto_Johannes Siglär

Walter Pobaschnig _ 1.6.2024

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Umjubelte Uraufführung – „ALL ABOUT ME“ aktionstheater ensemble _ Theater am Werk Wien 8.6.2024

ALL ABOUT ME. Kein Leben nach mir. Uraufführung. aktionstheater ensemble _
Theater am Werk Wien 8.6.2024

Was für eine großartige Hommage an die Kraft und Leidenschaft des Theaters in aller Notwendigkeit und Unersetzbarkeit von Expression, Reflexion der unerträglichen Leichtigkeit der Poesie des Lebens auf der Bühne!

Und so eine innige, herzzerreißende Liebeserklärung an den Wert des Theaters in der Verbundenheit von Bühne und Publikum in einer Gesellschaft, einer Welt, die im Kleinen und Großen so viel fordert und überfordert. Ein einzigartiges Plädoyer für die Unersetzlichkeit des Theaters in allen Jahreszeiten von Leben und Gesellschaft.

Theater als ein Ort, der all dem Unaussprechlichen, Erschütternden der Alltäglichkeit Raum gibt und den das aktionstheater ensemble zu seinem 35jährigen Bühnenjubiläum in einem Feuerwerk höchster Spielkunst zelebriert und in allen Farben der Menschlichkeit explodieren lässt. Was für ein Geburtstagsfest, was für ein Abend!

Der dramaturgische Bogen spannt sich genial über die Reflexion des Bühnenberufs in Vision und Zweifel, dann über die Entlarvung des gesellschaftlichen Narzissmus, der auch über das Leben hinaus nicht Halt macht– „Ich kann mir das Leben danach ohne mich gar nicht vorstellen“ – das Politische im Privaten treffsicher wie erschütternd dargestellt in aller Sehnsucht nach Anerkennung und dem Schmerz der Abweisung und als unglaubliches Finale das Ende einer Liebe…

Ein Geburtstagsfest als grandioses Theatergeschenk, herzlichen Dank und Gratulation liebes aktionstheater ensemble, ad multos annos!

ALL ABOUT ME. Kein Leben nach mir. Uraufführung. aktionstheater ensemble

Theater am Werk Wien 8.6.2024

Konzept/Inszenierung _ Martin Gruber

Text _ Martin Gruber/aktionstheater ensemble/Wolfgang Mörth

Dramaturgie _ Martin Ojster

Mit _ Isabella Jeschke / Andreas Jähnert / Thomas Kolle / Kirstin Schwab / Tamara Stern / Benjamin Vanyek

Musik _ Andreas Dauböck

Bühne/Kostüme _ Valerie Lutz

Videoinstallation _ Resa Lut

Regie-Assistenz _ Sanna Hufsky

Medienkontakt _ Gerhard Breitwieser

Live-Musik _ Andreas Dauböck / Ernst Tiefenthaler / Emanuel Preuschl​​​​​​​ /Jean Philipp Viol

Weitere Spieltermine:  11.6.: 12.6.; 13.6.; 14.6.; 15.6.;

Theater am Werk _ Wien

Kabelwerk: Oswaldgasse 35A, 1120 Wien

Walter Pobaschnig 6/24

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Bachmannpreis 2024 _ „ein Turnier der deutschen Sprache mit Vollversammlungs-Charakter“ Klaus Kastberger, Juryvorsitzender _ Graz 8.6.2024

Bachmannpreis 2024 _  im Interview:

Klaus Kastberger, Juryvorsitzender Bachmannpreis 2024; Professor für neuere deutschsprachige Literatur am Franz-Nabl-Institut der Universität Graz und Leiter des Literaturhauses Graz. Jurymitglied Bachmannpreis seit 2015

Klaus Kastberger, Juryvorsitzender Bachmannpreis 2024;

Lieber Klaus Kastberger, herzliche Gratulation zum Juryvorsitz beim Bachmannpreis 2024! Was sind die Herausforderungen in der Rolle des Juryvorsitzenden?

Das ist zunächst ja nur ein anderer Sitzplatz. Aber ich bin schon sehr neugierig, wie sich das Szenario dieser grandiosen Jury heuer für mich von der Mitte aus anfühlt. Es ist ein neuer Blickwinkel, der sich damit verbindet, und es könnte schon sein, dass sich das auswirkt. Ansonsten kommen für mich einige klitzekleine neue Aufgaben dazu: Kurze Begrüßungsworte am Beginn des Bewerbs am Mittwoch und dann noch einmal ein kurzes Resümee am Sonntag. An sich sind wir in dieser Jury aber ein absolut gleichberechtigtes Gremium.

Welche Bedeutung hat der Bachmannpreis heute? Ist dieser die Europameisterschaft der Literatur?

Naja, eher ein Turnier der deutschen Sprache, aber schon mit Vollversammlungs-Charakter. Bemerkenswert ist, dass sich hier die Verhältnisse so derart verkehren. Alles, was sich bei anderen Preisen hinter dicken Türen abspielt, sendet in Klagenfurt das Fernsehen live. Das macht den Reiz dieser Veranstaltung aus: Dass man unmittelbar dabei ist, wenn das ästhetische Werturteil sich bildet. Im besten Fall hat das dann auch einen Effekt auf dessen Legimitierung. Gerade das könnte heuer wichtig sein. Ich würde es mir jedenfalls wünschen. Und noch einen Wunsch habe ich: Dass niemand mehr diese idiotische Bezeichnung „Häschen-Kurs“ für den Klagenfurter Nachwuchswettbewerb verwendet.

Ankommen _ Bachmannpreis 2023 _
Klaus Kastberger (Mitte), Horst L.Ebner (links, Organisation ORF) und Nominierte Bachmannpreis 2023
Preisverleihung Bachmannpreis 2023 _
Jury _ Klaus Kasrtberger, ganz links

Was macht gute Literatur und eine gute Lesung aus?

Die einfachste Art, sich ein umfassendes Bild von guter Literatur zu machen, besteht darin, sich ganz genau die Auswahl an Autorinnen und Autoren anzuschauen, die ich in den letzten Jahren überzeugen konnte, nach Klagenfurt mitzukommen. Das ist heuer nicht anders: Meine beiden Kandidatinnen sind toll. Die Akte der Lesung hingegen halte ich für überschätzt. Eigentlich habe ich diesen Teil ganz gerne traditionell.

Wie sieht für Dich der ideale Literaturtag in Klagenfurt aus?

Gut geschlafen haben, großartiges Frühstück mit netten Leuten am Tisch, Lesung von zwei Texten, die grottenschlecht sind. Dabei wärmt sich die Jury am zuverlässigsten auf. In das solcherart hergestellte Tief hinein soll dann eine eigene Kandidatin folgen, die für ihren gloriosen Text auch sofort alle Aufmerksamkeit dieser Welt bekommt. Nachmittags noch zwei andere Texte, die Jury in beiden Fällen hoffnungslos gespalten. Anschließend Chill-Out im Garten, Gespräche mit Umstehenden. Hineinhören in andere Meinungen. Nirgends sonst auf der ganzen Welt ist übrigens so oft das Wort „Text“ zu hören wie bei diesen vier Tagen der deutschsprachigen Literatur. Weiter im Ablauf: Fahrrad schnappen, im Strandbad Loretto in den See, Social Media und Feuilleton checken: Was sagen die Leute? Wie stehen die Aktien der eigenen Kandidaten? Welche Moves werden von wem wie wahrgenommen? Am Abend Bürgermeisterempfang vor herrlichem Panorama. Aber schon auch immer schauen, dass man rechtzeitig ins Bett kommt.

Vielen Dank für das Interview und wunderbare Bachmannpreistage!

Zur Person:  Klaus Kastberger, Graz (A)

Geboren 1963 in Gmunden (OÖ), Professor für neuere deutschsprachige Literatur am Franz-Nabl-Institut der Universität Graz und Leiter des Literaturhauses Graz.

Literaturkritiken und Kulturpublizistik, Konzeption von Ausstellungen und Veranstaltungsreihen (darunter die Literaturshow „Roboter mit Senf“), Leitung von Forschungsprojekten. Zahlreiche Bücher und Aufsätze zur österreichischen Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts.

Veröffentlichungen (Auswahl):

  • Herausgabe von Sammelbänden (Wiener Gruppe, Heimrad Bäcker, Richard Billinger, Andreas Okopenko, George Saiko, Peter Handke, Konrad Bayer, Friederike Mayröcker, Gunter Falk, Marianne Fritz, Elfriede Jelinek, Clemens J. Setz)
  • Gesamtherausgeber der historisch-kritischen Ausgabe Ödön von Horváths (de Gruyter, 2009ff.) und der Reihen „Literatur und Archiv“ (de Gruyter, 2017ff.) sowie „Grazer Vorlesungen zur Kunst des Schreibens“ (Droschl 2018f.)
  • „Reinschrift des Lebens“. Friederike Mayröckers „Reise durch die Nacht“ (2000)
  • Vom Eigensinn des Schreibens. Produktionsweisen moderner österreichischer Literatur (2007)
  • Alle Neune. Zehn Aufsätze zur österreichischen Literatur (2023)
  • Auszeichnungen:
  • Österreichischer Staatspreis für Literaturkritik 2023

Twitter, Facebook @KlausKastberger

https://bachmannpreis.orf.at/stories/3046955/

Bachmannpreis 2024 _ Tage der deutschsprachigen Literatur _ 26. bis 30. Juni 2024 Klagenfurt

https://bachmannpreis.orf.at/stories/3257422/

v.l. Heimo Strempfl (Robert Musil Literatur-Museum), Bettina Kugi (BKS Bank), Klaus Wachschütz (Technischer Leiter ORF Kärnten & Regisseur Ingeborg-Bachmann-Preis), Ursula Schirlbauer (ORF/3sat), Horst L. Ebner (Koordinator „Tage der deutschsprachigen Literatur), Karin Bernhard (ORF Landesdirektorin), Christian Scheider (Bürgermeister der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee), Reinhard Draxler (Kelag), Inga Horny (Stadtmarketing Klagenfurt)

Bachmannpreis _ Jurymitglieder 2024:

Vorsitzender Klaus Kastberger

Mara Delius

Laura de Weck

Mithu Sanyal

Brigitte Schwens-Harrant

Thomas Strässle

Philipp Tingler

Nominierte Bachmannpreis 2024_Lesende:

Kaska Bryla, A/POL

Semi Eschmamp, CH

Ulrike Haidacher, A

Jurczok, CH

Christine Koschmieder, D

Miedya Mahmod, D

Sarah Elena Müller, CH

Denis Pfabe, D

Johanna Sebauer, A/D

Tijan Sila, D/BIH

Tamara Stajner, A/SLO

Sophie Stein, D

Henrik Szanto, D/FIN/UK

Olivia Wenzel, D

Infos zum Bachmannpreis 2024_

https://bachmannpreis.orf.at/

Fotos_ Portrait: Konstantin Tzivanopoulos; Bachmannpreis 2023 _ Walter Pobaschnig; Bachmannpreis Präsentation 2024_Johannes Puch.

Walter Pobaschnig  6/24

https://literaturoutdoors.com

„Den Blick ändern – guck mal, wer oder was neben dir existiert“ Wienke Treblin, Künstlerin und Autorin _ Krefeld/D 8.6.2024

Liebe Wienke Treblin, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich stehe früh auf. Nach dem gemeinsamen Frühstück mit meiner Tochter erledige ich meine verschiedenen Brot-Jobs, die mir insgesamt viel Freude machen – dafür bin ich dankbar! Für meine schriftstellerische und künstlerische Arbeit versuche ich jede Zeitnische zu nutzen, die mich findet.

Das funktioniert oft dann gut, wenn ein Ziel vor Augen ist, eine Abgabe, eine Ausstellung oder Lesung. Trotz alledem ist es manchmal schwer, sich so sehr zu disziplinieren, zusätzlich zu allen Alltags-Fallstricken. Was mir hilft als ausgleichende Elemente: Schwimmen (Sport und Bewegung allgemein), Singen und Musik, möglichst viel draußen in der Natur sein und der Austausch mit anderen.

Kollaboratives Arbeiten empfinde ich als erfüllend, wenn durch gemeinsames Denken Ideen wachsen, und daraus etwas Neues entsteht, das man zusammen umsetzt.

Wienke Treblin, Künstlerin und Autorin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Den Blick ändern, weg vom ewig Selbstbezogenen – guck mal, wer oder was neben dir existiert. Vielleicht wird dadurch auch die Mecker-Mentalität ein wenig im Zaum gehalten. Ich empfinde es als übergriffig, wenn einem ständig mit Gejammer und schlechter Laune begegnet wird. Oft hauen die Eigendreher:innen, die zu sehr im eigenen Saft schmoren, der Welt ungefiltert ihre schlechte Laune um die Ohren, das ist einfach unsäglich, und verstärkt noch die Abgrenzung und die narzisstische Grundhaltung.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ehrliche Empathie ist essentiell, sich selbst nicht so wichtig nehmen. Und natürlich Humor! Humor ist sehr wichtig.

Ich denke, das gilt auch für die Literatur und die Kunst.

Aktuelle Buchneuerscheinung von Wienke Treblin:

„heimwehen“ (Lyrik und Illustrationen) Corvinus Presse Berlin, 2024

https://www.corvinus-presse.de/

Was liest Du derzeit?

Ich lese immer in mehreren Büchern, momentan sind es folgende:

„Das langsame Fallen von Staub an einem ruhigen Ort“ Steve Rasnic Tem

„So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein!“ Christoph Schlingensief

„Die Zimtläden“ Bruno Schulz

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Keine Angst, die Liebe kennt den Weg, …“ Eric Pfeil

Vielen Dank für das Interview, liebe Wienkeviel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Wienke Treblin, Künstlerin und Autorin

Zur Person_ Wienke Treblin lebt seit ihrem Designstudium in Krefeld. Sie arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Niederrhein, als Kulturpädagogin bei Mobifant Krefeld, als Projektassistenz bei den Kunstmuseen Krefeld und als freie Künstlerin und Autorin.

Aktuelle Veröffentlichungen und Ausstellungen: „heimwehen“ (Lyrik und Illustrationen) Corvinus Presse Berlin, 2024; „ohne Titel , Linoldrucke zur Ästhetik des Wartens, deutsch-chinesisches Kunstprojekt, 2023;  

Lyrik und Illustrationen „Sentimentale Eiche No. 5“, 2023; Lyrik für die Literaturkarte Rheinland auf Einladung von Literatur Rheinland 2023; „Stadtstimmen“ Lyrik für eine Cross-Media-Inszenierung mit Formkultur auf Einladung des Niederrheinischen Literaturhauses, 2022;  Lyrik in der Anthologie „In einem anderen Land“, RUP 2022;

Beuys und Duchamp – Künstler der Zukunft, ein Kinder-Mitmach-Buch zur Ausstellung (Konzeption, Texte, Illustrationen), Kunstmuseen Krefeld, 2021; Lyrik und Cover-Illustration in der Anthologie „ Mixtape Seite B“, Hrsg. Marco Kerler und Christoph Kleinhubbert, Moloko Print 2021; „kann spuren von heartbreak enthalten“ (Lyrik und Illustrationen) Corvinus Presse Berlin, 2020.

Instagram: @wienkes_welt

Foto_ Herbert Hindringer

Walter Pobaschnig _ 15.5.2024

https://literaturoutdoors.com

„Das Theater bringt Leute zum Lachen, Weinen, Nachdenken und manchmal auch zum Einschlafen.“ Marius Lackenbucher, Schauspieler _ Wien 7.6.2024

Lieber Marius Lackenbucher, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Momentan ist mein Tagesablauf nicht sonderlich spektakulär, weil es geradeetwas ruhiger ist, aber das genieße ich, auch weil ich mit Stress ohnehin nicht umgehen kann. Ich mache mir einen entspannten Morgen, schlafe mich aus, genieße eine Tasse Kaffee und/oder Tee, lerne etwas Französisch oder lese.

Dann widme ich mich den Vorbereitungen anstehender Projekte, lerne meinen Text, singe und wenn mich die Muse küsst, versuche ich wieder an eigenen Projekten zu schreiben, von denen nicht sicher ist, ob auch nur eines davon jemals das Licht der Welt erblickt. Ich gehe spazieren, meist im Böhmischen Prater, weil er nicht weit weg von mir ist, gehe Einkaufen und koche.

Und abends arbeite ich entweder die Liste der Filme und Serien ab, die ich mir ansehen möchte, spiele auf der Playstation oder aber ich gehe ins Theater oder Kino. Doch die bevorstehende Probenzeit für das Sommertheater rückt immer näher und dann kehrt auch wieder mehr Struktur in meinen Alltag ein, also genieße ich das entspannte Jetzt wie es ist und lebe in den Tag hinein.

Marius Lackenbucher, Schauspieler

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Für uns alle ist gerade sehr wichtig, dass wir uns nicht zu sehr von negativen Emotionen wie Hass oder Angst steuern lassen. Hass ist eine Emotion, die zu unserem menschlichen Wesen gehört und sie hat durchaus auch ihre Berechtigung, aber vor allem wenn sich Hass gegen Personen richtet, dürfen wir nicht vergessen, dass immer noch ein Mensch wie wir auf der anderen Seite steht. Menschen mit einem tiefen und komplexen Wesen wie wir selbst, Menschen mit einer Geschichte, Menschen die wiederum anderen Menschen in ihrem Leben haben die sie lieben und schätzen und die von ihnen geliebt und geschätzt werden und für die es eine Tragödie wäre einander zu verlieren. Ich sehe oft, dass wir einander diese Menschlichkeit absprechen, oder gar nicht erst darüber nachdenken. Und wir urteilen schnell aus der Emotion heraus, was auch verständlich ist, aber deswegen ist es wichtig sich dann nicht vom Hass leiten zu lassen, sondern einen Schritt zurückzugehen und den Menschen auf der anderen Seite zu erkennen. Das ist sehr schwer aber aus Hass kann niemals etwas Gutes entstehen.

Und gleich verhält es sich mit der Angst. Wenn wir Angst haben, dann sind wir sehr fokussiert auf die Dinge, die uns Angst machen und verlieren den Überblick. Angst bedeutet Gefahr, und diese Gefahr gilt es im Auge zu behalten damit wir schnell handeln können – wir bekommen einen Tunnelblick und treffen dann oft Entscheidungen, die uns entweder nicht helfen oder sogar schaden. Und auch hier ist es wichtig sich von der Angst nicht leiten zu lassen, sondern sie wahrzunehmen, zu benennen und zu akzeptieren und mit diesem Bewusstsein die Dinge zu betrachten und zu sagen „Okay, ich habe diese Angst, aber jetzt schau ich mal was hier eigentlich los ist, was sonst noch auf dem Spiel steht, wo meine Angst da vielleicht hineinspielt und wie man da am Besten wieder rauskommt.“ Was uns helfen kann den Hass und die Angst zu überwinden ist offenen Kommunikation – das heißt für mich aufeinander zuzugehen und einander zuzuhören und dadurch versuchen einander und uns selbst besser zu verstehen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Das Theater kann vieles – es bringt Leute zum Lachen, Weinen, Nachdenken und manchmal auch zum Einschlafen. Es kann furchterregend sein, aber auch hoffnungsvoll. Das gesamte emotionale Spektrum kann vom Theater in all seinen verschiedensten Formen abgedeckt werden. Es ist auch eine Möglichkeit, sich selbst und die eigenen Meinungen herauszufordern, unsere Gesellschaft und Systeme zu kritisieren und zu hinterfragen und Diskurse anzustoßen. Dabei ist es wichtig, Dinge anzusprechen, die vielleicht unangenehm sind, mit denen wir uns nicht so gerne beschäftigen wollen. Aber wir leben in einer Zeit, in der wir den unangenehmen gerne aus dem Weg gehen anstatt uns damit zu beschäftigen. Anstatt in eine Diskussion zu gehen und sich mit einem Thema auseinanderzusetzen zu gehen, wird abgeblockt.

Das Theater und die Kunst im Allgemeinen dürfen sich davon nicht mitreißen lassen. Sie müssen frei sein können, frei, um jedem Menschen den Platz bieten zu können, sich zu entfalten. Denn nur so kann das Theater seine Geschichten ehrlich und authentisch erzählen. Und dann liegt es sowieso in den Händen und Köpfen der Zuschauerinnen und Zuschauer, was sie damit machen.

Was liest Du derzeit?

Aktuell lese ich zuhause die Semi-Autobiographie von David Lynch „Room To Dream“ und weil das doch ein dickes und schweres Buch ist, habe ich für Unterwegs momentan immer „Serge“ von Yasmina Reza dabei.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Wie sehr die Menschen, die sich zu Hunderttausenden auf einem kleinen Erdenfleck angesammelt hatten, diese Erde, auf der sie sich drängten, zu verunstalten suchten, wie sehr sie sie mit Steinen zupflasterten, damit nichts mehr auf ihr gedeihen konnte, wie sehr sie noch jedes Kräutchen, das da keimte, wegrupften, wie sehr sie alles mit Steinkohle und Petroleum verqualmten, wie sehr sie die Bäume stutzen und Tiere und Vögel samt und sonders verjagten – der Frühling war Frühling, selbst in der Stadt. Die Sonne wärmte, das Gras lebte auf, wuchs und grünte überall, wo man es noch nicht weggekratzt hatte, nicht nur auf den Rasenstreifen der Boulevards, sondern auch zwischen den Steinplatten; Birken, Pappeln und Traubenkirschen entfalteten ihre klebrigen und duftenden Blätter, die Linden spreizten die geplatzten Knospen; Dohlen, Spatzen und Tauben bauten schon frühlingsfreudig ihre Nester, und die Fliegen summten an sonnengewärmten Wänden. Fröhlich waren die Pflanzen, die Vögel, die Insekten und die Kinder. Aber die Menschen – die großen erwachsenen Menschen – hörten nicht auf, sich selbst und einander zu hintergehen und zu quälen. Die Menschen glaubten, heilig und wichtig sei nicht dieser Frühlingsmorgen, nicht diese Schönheit der Welt Gottes, zum Wohle aller Lebewesen gegeben, eine Schönheit, die für Frieden, Harmonie und Liebe einstimmt, nein, heilig und wichtig sei das, was sie sich selbst ausgedacht hatten, um Macht übereinander auszuüben.“ – Auferstehung von Lew Tolstoi

Vielen Dank für das Interview, lieber Mariusviel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich alles Gute! 

Marius Lackenbucher, Schauspieler

5 Fragen an Künstler*innen:

Marius Lackenbucher, Schauspieler

Zur Person_ Marius Lackenbucher _geboren 1995 in Kärnten. Schauspielausbildung an der Schauspielschule Krauss in Wien (Diplom 2019 mit dem Stück Kunst von Yasmina Reza). Spielte 2019 Schabelskij in Anton Tschechows Ivanov (Off Theater, Regie: Andreas Simma) und Bertl in Ladies Night (Komödienspiele Neulengbach, Regie: Theresa und Joseph Prammer); 2022 als Brian in der österreichischen Uraufführung von Avenue Q im Stadttheater Mödling und dem Theater Scala in Wien (Regie: Marcus Ganser), Becket oder Die Ehre Gottes (Theater Arche, Regie: Dunja Tot), 2023 als Peter Lehmann in Das Wochen-Ende (Komödienspiele Neulengbach, Regie: Theresa und Joseph Prammer), Frederick in Ein ganz besonderer Tag (Theater Heuschreck), Montfleury/Captain Carbon in Cyrano de Bergerac (Stadttheater Mödling/Theater Scala, Regie: Bruno Max) Darüber hinaus zahlreiche Projekte in der Freien Szene.

Fotos_ Corinna Harrer

Walter Pobaschnig _ 12.5.2024

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Bachmannpreis 2024 _ „Authentizität“ Ulrike Haidacher, Schriftstellerin _ Wien 7.6.2024

Bachmannpreis 2024 _  im Interview:

Ulrike Haidacher, Schriftstellerin, Bachmannpreis Nominierung 2024

Ulrike Haidacher, Schriftstellerin,
Bachmannpreis Nominierung 2024

Liebe Ulrike Haidacher, herzliche Gratulation zur Nominierung zum Bachmannpreis! Was war Deine erste Reaktion dazu und auf was freust Du Dich besonders?

Danke! Ich habe mich kurz geschreckt und mich gleichzeitig gefreut.

Am meisten freue ich mich auf das Erlebnis und darauf, einige Tage bei einem Literaturfestival mit vielen anderen Menschen zu sein. Ich habe gerade meinen Roman fertig geschrieben, da ist der Alltag eher isoliert am Schreibtisch. Am Wörthersee bei diesem Event zu sein, das wird sicher super.

Welche Bedeutung hat der Bachmannpreis heute?

Er ist sicher eine gute Möglichkeit für Autor:innen, sich in der Literatur weiter zu etablieren.  Außerdem bekommt für eine Woche Literatur und die Diskussion darüber große Aufmerksamkeit und das Publikum bekommt die Möglichkeit, Autor:innen kennenzulernen, die vielleicht davor nicht so im Fokus der Öffentlichkeit gestanden sind.

Was ist Dir in Deinem Schreiben wichtig?

Authentizität

Was hast Du mit Ingeborg Bachmann gemeinsam?

Ich habe sie nie kennengelernt, darum kann ich das nicht beantworten.

Welche drei Dinge kommen unbedingt nach Klagenfurt nicht mit?

Laptop, Strickpullover, Auto

Vielen Dank für das Interview, viel Freude und Erfolg in Klagenfurt!

Ulrike Haidacher, Schriftstellerin,
Bachmannpreis Nominierung 2024

Zur Person: Ulrike Haidacher, A

Geboren 1985 in Graz, lebt in Wien. Liest auf Einladung von Klaus Kastberger.

Ulrike Haidacher studierte Germanistik und lebt als freie Autorin und Kabarettistin in Wien. Sie schreibt Romane und Bühnenprogramme sowie satirische Kolumnen für das Radio (FM4). Ihr Debütroman „Die Party“ wurde 2024 am Schauspielhaus Graz uraufgeführt, ihr zweiter Roman „Malibu Orange“ erscheint im Juli 2024 im Leykam Verlag.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • „Malibu Orange“. Roman (Leykam, Juli 2024)
  • „Die Party. Eine Einkreisung“. Roman(Leykam 2021)
  • „Fasching und Schuh“. Erzählung. In: Worte bewegen. Literatur im Stieglerhaus. 1. Österreichischer Literaturpreis für Erzählungen. Braumüller 2022
  • „Schlangenschnaps und Sauerteig“. Erzählung. In: in Worte bewegen. Literatur im Stieglerhaus. 1. Österreichischer Literaturpreis für Erzählungen. Braumüller 2020
  • Niemand redet über die Vorteile“. Kurzprosa. In: perspektive. hefte für zeitgenössische literatur, Ausgabe 94+95 „State of the Art“
  • „Mit Haarkranz in Berkeley“. Kurzprosa. In: Lichtungen. Zeitschrift für Literatur, Kunst und Zeitkritik, Ausgabe 153 / XXXIX. Jg.
  • „Ausziehmonolog“. Bühnenmonolog. In: in „Querulantinnen.Kabarett und Poesie.“ Reclam 2018

Auszeichnungen und Stipendien (Auswahl)

  • 2022: Peter-Rosegger-Literaturpreis des Landes Steiermark
  • 2022: 1. Preis beim Österreichischen Literaturpreis für Erzählungen
  • 2019: Startstipendium für Literatur des Bundeskanzleramts Österreich
  • 2017: Österreichischer Kabarettpreis (für Flüsterzweieck)

https://bachmannpreis.orf.at/stories/3257215/Präsentation

Bachmannpreis 2024 _ Tage der deutschsprachigen Literatur _ 26. bis 30. Juni 2024 Klagenfurt

https://bachmannpreis.orf.at/stories/3257422/

v.l. Heimo Strempfl (Robert Musil Literatur-Museum), Bettina Kugi (BKS Bank), Klaus Wachschütz (Technischer Leiter ORF Kärnten & Regisseur Ingeborg-Bachmann-Preis), Ursula Schirlbauer (ORF/3sat), Horst L. Ebner (Koordinator „Tage der deutschsprachigen Literatur), Karin Bernhard (ORF Landesdirektorin), Christian Scheider (Bürgermeister der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee), Reinhard Draxler (Kelag), Inga Horny (Stadtmarketing Klagenfurt)

Nominierte:

Kaska Bryla, A/POL

Semi Eschmamp, CH

Ulrike Haidacher, A

Jurczok, CH

Christine Koschmieder, D

Miedya Mahmod, D

Sarah Elena Müller, CH

Denis Pfabe, D

Johanna Sebauer, A/D

Tijan Sila, D/BIH

Tamara Stajner, A/SLO

Sophie Stein, D

Henrik Szanto, D/FIN/UK

Olivia Wenzel, D

Infos zum Bachmannpreis 2024_

https://bachmannpreis.orf.at/

Fotos_ Portrait_Walter Pobaschnig; Präsentation Bachmannpreis_Johannes Puch.

Walter Pobaschnig  6/24

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