Das ist das Stroh auf dem nackten Boden. Und darauf das nackte Leben in kratzende Jute gehüllt. Arbeit, Armut, Einsamkeit. Ein tagtäglicher Kreislauf, dem das werdende Leben am bäuerlichen Grund in aller Unerbittlichkeit folgt, folgen muss. Zwischen Recht und Ordnung.
Da ist Gesetz und Tradition. Angst und Aberglaube. Und die Angst, die Ausweglosigkeit gebiert Schatten, die alles an sich ziehen und in Dunkelheit verschwinden lassen…
Wrga, die einäugige Magd am Hof, hat ein uneheliches krankes Kind, das vom Pfarrer den brandmarkenden Namen Zitha erhielt. Die Liebe zu diesem neuen Leben ist ein zart flackerndes Licht des Herzens und der Seele für Wrga, das sie mit aller verzweifelten Kraft festhalten will…denn die Schatten werden größer und größer…der Pfarrer, der Knecht Lenz sind nicht auf der Seite des schutzlosen Lebens, das als Wechselbälgchen, als vom Teufel getauschtes Leben, der Gewalt ausgeliefert ist…und so nimmt das Drama seinen Lauf in Leiden, Stummheit und Tod…
„Das Wechselbälgchen“, eine Erzählung der Kärntner Schriftstellerin Christine Lavant (1915 – 1973), deren Lyrik- wie Prosawerkzu den herausragendsten Stimmen österreichischer Literatur gehört, ist zweifellos ein zentrales Schlüsselelement ihres Schreiben zwischen sozialer Topographie bäuerlichen Milieus der Zeit wie traditionsbezogener Mythologie und dem kritischen scharfen wie anklagenden Blick auf das Leiden und deren sozialen Autoritätsstrukturen in ihrem Gehorsam und Akzeptanz fordernden Legitimationsordnungen und -anordnungen.
Christine Lavant _ Literaturarchiv Kärnten
Das Hof-Theater/Höf-Präbach nimmt sich nun in seiner aktuellen Produktion dieses zeitübergreifenden Themas sozialer Exklusion an und setzt es in einem mitreißend-fulminanten Abend in Szene, der das Publikum in langanhaltendem Applaus begeistert danken lässt!
Regie, Dramaturgie und Ensemble gelingen ein Kunststück, welches in wunderbarer Narration wie äußerst beeindruckender Rollenvariation und dialogischer Abstimmung in Wort und Bewegung das Publikum gleichsam mitnimmt in die Emotion und den Spannungsaufbau der bestens gewählten Szenenfolge. Die Erzählung Lavants bekommt hier ein mitreißendes Bühnenleben, in einem Feuerwerk großartiger Schauspiel-, Puppenspielkunst. Es ist allen Beteiligten – Kostüme, Puppe wie Bühnenbild – wurden vom Ensemble selbst beeindruckend hergestellt, herzlich zu gratulieren! Die Puppe „Wechselbälgchen“ ist in ihrer Form und Ausdruckskraft von Stefanie Elias sensationell konzipiert und wird von der so vielseitig begabten Wiener Schauspielerin grandios bespielt. Jula Zangger, welche die großartigen Jute-Kostüme hergestellt hat, die auch beste Spieltauglichkeit haben, wie die zentrale Maria-Statue in Gips (mit Tränen am Schluss) toll erschaffen hat, brilliert in Erzähl- wie Spielkraft und zeigt einmal mehr, dass sie zu den herausragendsten, vielseitigsten Bühnenpersönlichkeiten Österreichs gehört. Großartig ebenso Rainer Juratti, der im anspruchsvollen Rollenwechsel das Publikum und wohl auch Christine Lavant bestens beeindruckt und unterhält in Präsenz, Dynamik seines wunderbaren Schauspielkolorit. Sehr stark auch Benjamin Klug am großartig dezent akzentuierten Akkordeon wie Gruppenspiel. Regisseurin Ursula Leitner, zweifellos eines der größten Talente wie seit Jahren renommierte Größe österreichischer Bühnenwelt begeistert mit einer Inszenierung, die alle Register höchster Theaterkunst in Werkadaption, Spannungsaufbau, Ensemblespiel zieht und dabei wesentliche Maßstäbe im modernen literarischen Bühnentransfer setzt. Das ist Spitzenklasse wie Literatur hier in Anspruch, Aussage wie Spannung kraftvoll lebendig wird. Sophie Benedikte Stocker ist die kongeniale Dramaturgin, die ein Feuerwerk an Interaktion, Aktion wie Präsenz und Wirkung zu zünden vermag, das in allem voll aufgeht.
Herzliche Gratulation und vielen Dank für dieses großartige literarische Theatererlebnis!
Das Wechselbälgchen. Christine Lavant. Hof-Theater/Höf-Präbach _ Off Theater Wien 10.4.2024
Erzählung von Christine Lavant in einer Dramatisierung von Sophie Stocker. Regie: Ursula Leitner. Mit: Stefanie Elias, Rainer Juriatti, Jula Zangger, Benjamin Klug
Liebe Bettina Balàka, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Da gibt es keine Regelmäßigkeit, das ist Fluch und Segen zugleich. Einerseits habe ich als Schriftstellerin viel Abwechslung, andererseits wenig Struktur. Es gibt Tage mit Recherchen, Interviews (führen oder geben), Unterrichten, Lesereisen usw., und dann gibt es die Tage, wo man richtig schreibt. Die plane ich streng und lasse mich nicht ablenken. Da es sich zwangsläufig um eine sitzende – oder allenfalls liegende – Tätigkeit handelt, sind mir sportliche Intermezzos wichtig (Fitnessstudio, Kraulen, Pilates, Yoga, Tanzen, viel Bewegung an der frischen Luft), das beugt auch gegen Schreibblockaden vor.
Bettina Balàka, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Es ist in der Literatur und auch der allgemeinen Konversation Österreichs Usus, auf Österreich zu schimpfen. Jeder kann sich so für Thomas Bernhard halten und die Deutschen lieben es. Da sitzt man dann gemütlich in einem der bequemsten und sichersten Länder der Welt, nippt an seinem Welschriesling und gebärdet sich als Opfer unzumutbarer Verhältnisse. Für den Fall, dass uns irgendwann wieder eine Diktatur ereilen sollte, empfehle ich dringend, die Gegenwart zu genießen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Je schneller alles wird, desto wichtiger erscheinen mir Bücher. Anders als ein Reel oder TikTok-Video kann man ein Buch nicht in wenigen Sekunden erfassen. Solange man es nicht von vorne bis hinten gelesen hat, ist es Schrödingers Buch: Man weiß nicht, wie es aufgebaut ist und sich entwickelt, ob es enttäuscht oder die Erwartungen übertrifft, es ist eine Übung im langsamen Kennenlernen, im Auf und Ab, in Impulskontrolle und Geduld.
Was liest Du derzeit?
Ich lese gerade sehr viele Bücher von vergessenen österreichischen Schriftstellerinnen, da ich in Kooperation mit der Wienbibliothek und dem Haymon Verlag ab 2025 eine Reihe von Neuauflagen herausgeben werde. Wir starten mit dem sensationellen Buch „Eine Frau zwischen gestern und mogen“ von Doris Brehm aus dem Jahr 1957.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Wir unterschätzen das, was wir haben, und überschätzen das, was wir sind.“
Marie von Ebner-Eschenbach
Vielen Dank für das Interview, liebe Bettina, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Bettina Balàka, Schriftstellerin
Zur Person _BETTINA BALÀKA, geboren 1966 in Salzburg, lebt als freie Schriftstellerin in Wien. Zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt: Georg-Trakl-Förderungspreis für Lyrik, Kinderbuchpreis der Jury der jungen Leser*innen. Zuletzt erschienen: „Der Zauberer vom Cobenzl“, Roman, Haymon Verlag 2023, „Die glücklichen Kinder der Gegenwart“, Gedichte und Kurzprosa, Haymon Verlag 2024.
Aktuelle Buchneuerscheinung von Bettina Balàka:
Bettina Balàka, Die glücklichen Kinder der Gegenwart. Gedichte und Kurzprosa. Haymon Verlag.
Es geht in den vorliegenden Essays, Geschichten um Erinnerungen, Erfahrungen, Begegnungen der in Eger/Tschechien geborenen und in der Slowakei aufgewachsen und nun in Wien lebenden Schriftstellerin, Zdenka Becker, die dabei einen vielfarbigen Bogen von der Kindheit, Reisen, dem Ankommen in Österreich in den 1970er Jahren und den folgenden Lebenswegen, Reisen spannt, der interessant, spannend wie unterhaltend zu lesen ist. Ein Mosaik in allem Licht und der Fülle von Hoffnung, Erlebnis, Aufbruch, Erwartung wie auch dunklen Lebensmomenten –
„Manchmal kann ein Leben wie ein Puzzle aus mehreren Teilen bestehen, die völlig unterschiedlich sein können. Rückblickend habe ich auch selbst das Gefühl, zweimal auf die Welt gekommen zu sein…“
Die Essays der vielfach ausgezeichneten Schriftstellerin sind dabei in einen wunderbaren Dialog mit Fotografien des bildenden Künstlers Nikolaus Korab gesetzt und ergeben gleichsam ein Reiserlebnis in Wort & Bild zu Lebens- Begegnungsorten, die in vielem ein Wiedererkennen eröffnen und auf dem individuellen und doch in vielem gemeinsamen Weg in unsere bunte Welt in Offenheit, Mut und Miteinander inspirieren.
„Ein ganz besonders Reiseerlebnis zu Leben und Welt in Wort und Bild!“
„An einem anderen Ort“ Essays. Zdenka Becker. Mit Fotos von Nikolaus Korab. Literaturedition Niederösterreich.
Lieber David Hecher, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Unterschiedlich; In der Regel stehe ich zwischen 6 und 7 Uhr auf und bereite mich zunächst spirituell auf den Tag vor. Der Tagesablauf danach ist variabel, bestehend aus Proben, Unterricht für die Hochschule vorbereiten, Klavier und E-Gitarre üben und Komponieren. Zwischendurch ist Sport und Zeit in der Natur für mich wesentlich.
David Friedrich Hecher, Komponist, E-Gitarrist
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Sich seinem eigenen Da-Sein und den damit verbundenen existenziellen Fragen bewusster zu werden und sich auf die Suche nach Antworten danach zu machen. Und so lange danach zu suchen, bis man wirklich mit dem Herzen spürt, dass man Frieden gefunden hat.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?
Kunst hat meiner Auffassung nach in dieser Hinsicht die Aufgabe, Missstände und evtl. auch Lösungsansätze aufzuzeigen. Innerhalb der Musik ist das nur indirekt möglich durch die Verbindung mit Sprache. Reine Instrumentalmusik hat in dieser Hinsicht transzendentales Potenzial – also das Potenzial, den Geist bzw. die Seele aus den äußeren Umständen zu erheben und in weitere Räume zu versetzen.
Was liest Du derzeit?
Das Matthäus-Evangelium; in Bezug auf Musik: Formenlehre von Clemens Kühn und Schriften zu Renaissance-Kontrapunkt.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Glückselig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen. (Mt 5,8)
Vielen Dank für das Interview, lieber David, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
David Friedrich Hecher, Komponist, E-Gitarrist
Zur Person _ David Friedrich Hecher, geb. am 4. Februar 1999, ist Komponist und E-Gitarrist aus Niederösterreich. Im Alter von 16 Jahren begann er am Joseph Haydn Konservatorium, Eisenstadt, zu studieren (E-Gitarre; klassische Gitarre; Komposition/Tonsatz). Ein weiterführendes Studium für Komposition führte ihn im Jahr 2021 auf die Universität für Musik und darstellende Kunst, Wien. Neben Uraufführungen u.a. bei den Sommerkonzerten Stift Melk, 100 Jahre Burgenland, oder einer Ausstrahlung im ORF, wurde er 2021 und 2022 bei internationalen Kompositions-Wettbewerben jeweils mit dem 1.Preis ausgezeichnet (u.a. Uraufführung von Orchesterwerk in St.Petersburg).
Seit 2022 ist David Friedrich Hecher Dozent an der Joseph Haydn Privathochschule, Eisenstadt (Gehörbildung; Ensemble Neue Musik; Praktikum Musik der Gegenwart).
Liebe Dorothee Krämer, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Aufgrund meiner Lehrtätigkeit ist mein Tagesablauf an gewisse Zeiten gebunden, d. h. vormittags unterrichten, am späteren Nachmittag oder abends den Unterricht vorbereiten. Dazwischen bin ich meistens draußen in der Natur. Mit dem Schreiben beschäftige ich mich quasi nebenbei, wobei die Natur für mich Inspirationsquelle und Ruhepol zugleich ist.
Dorothee Krämer, Lyrikerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Jedes einzelne Leben mehr achten und zwar ganz egal, wo es sich auf diesem Planeten gerade befindet, und dabei sich selbst nicht so wichtig nehmen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Kunst ist Kreativität und in scheinbar ausweglosen Situationen kann sie helfen, Lösungen zu finden. Insbesondere die Lyrik öffnet neue Gedankenräume. Diese Räume können leer sein oder sie können andere Möglichkeiten des Lebens aufzeigen. Für unsere heutigen Gesellschaften würde ich mir wünschen, dass sie sich mehr damit beschäftigen, Auswege aus festgefahrenen Situationen und Konflikten zu suchen.
Was liest Du derzeit?
Oft lese ich mehrere Bücher gleichzeitig. Im Moment ist es das Buch von Sabine Kuegler „ Ich schwimme nicht mehr da, wo die Krokodile sind“.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Bring mir all deine Träume
du Träumer,
bring mir alle deine Herzmelodien,
damit ich sie einpacken darf
in einem blauen Wolkentuch,
weg von den rauen Fingern der Welt.„ Langston Hughes
Vielen Dank für das Interview, liebe Dorothee, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Dorothee Krämer, Lyrikerin
Zur Person _ Dorothee Krämer, geb. 1971 in Wuppertal, dort studierte sie Germanistik. Heute lebt, schreibt und gärtnert sie in Bad Essen.
Sie ist Dozentin für Integrationskurse. Gedichte hat sie in Anthologien und Literaturzeitschriften veröffentlicht. 2020 erhielt sie den Ulrich-Grasnick-Lyrikpreis.
Ihr Lyrikdebüt “Von der Poesie deiner Worte“ (Verlag Königshausen & Neumann) erschien im November 2023.
Zum Objekt „Friedensmaschine“ _ Die Entstehung begann mit dem Krieg in der Ukraine. Man macht sich Gedanken über den Sinn dieses Überfalls. Nachdem du mich gefragt hast, ob ich ein Akrostichon für die „Give Peace A Chance“ Reihe https://literaturoutdoors.com/give-peace-a-chance/ schreiben könnte, war das der Start für die Friedensmaschine. Ich hatte es versucht, aber nichts Sinnvolles aufs Papier gebracht. Ich dachte über eine Plastik zu „Give Peace A Chance“ nach. Teile aus einer alten Schreibmaschine, einer Kühltasche, eines Computers und eines Kinderspielzeugs waren die Basis für das Vorhaben. Peace oder Frieden zu schreiben, war nicht möglich, da jede Schreibmaschine nur ein „E“ besitzt. Erst wollte ich „MIR“ nehmen, doch da es viele Kriege auf der Welt gibt, habe ich mich für „PAX“ entschieden. Das Reizvolle an der Maschine ist, dass sie mit einer Kerze betrieben wird und ununterbrochen das Wort PAX schreibt, sie ist also selbsterklärend. Heinz Winkler 3.4.2024
Zur Person _ Heinz Winklerwurde als drittes von vier Kindern 1958 in eine Bergmannsfamilie hineingeboren. Technisches Interesse veranlasste ihn, sich zum Elektriker auf der Zeche Westfalen in seinem Heimatort Ahlen, ausbilden zu lassen. Später arbeitete er über ein Jahrzehnt als Elektrohauer unter Tage. Anfang der 90er Jahre wechselte er, bedingt durch das Zechensterben, zum Heizkraftwerk der Uni Münster. In diesen Jahren begann er an sich mit Kunst zu beschäftigen. Sein Interesse galt vor allem Skulpturen. Mit viel Fantasie und handwerklichem Geschick begann er mit dem Bau von Plastiken. Nach einigen Nana-Nachbauten, die noch aus Pappmache bestanden, enddeckte er den Werkstoff Beton für sich. Es entstanden einige großformatige, anspruchsvolle Auftragsarbeiten zu Werbezwecken. Die Ausführungen waren eine gute Lehre für den Autodidakten.
Sein Interesse galt immer auch der Erforschung von Krankheiten wie Alzheimer oder Depression, der Funktion des menschlichen Gehirns oder auch künstlicher Intelligenz. Erst mit über sechzig begann er seine Gedanken umzusetzen und schuf die ersten Betonköpfe, die bis heute sein Hauptanliegen darstellen.
In neuerer Zeit sind zu den Betonköpfen noch Quallen gekommen. Winkler war nach einem Buch der australischen Wissenschaftlerin Lisa-Ann Gershwin so fasziniert von diesen unscheinbaren Tieren, dass er sie als Fantasiewesen in Beton künstlerisch neu erfand. Als Winkler 2019 in den Ruhestand ging, konzentrierte er sich auf die Betonköpfe.
Seit 2018 stehen viele seiner Arbeiten in deutschen Forschungs-instituten. So z.B. 2018 Labyrinth der Sinne – Charité, Institut für Neurologie und Experimentelle Neurologie , Berlin
2019 Thank You Greta – Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Ökologie, Gießen
2019 Keine Erinnerung – RWTH Aachen Universitätsklinikum, Klinik für Neurologie, Aachen
2020 Das schnelle Vergessen – Leibnitz-Institut für Neurobiologie, Magdeburg
2021 Mattschwarzer Tunnel – Robert Koch-Institut für Psychische Gesundheit, Berlin
2021 Deep Learning – Heinz Nixdorf Museum, Paderborn
2021 The Cultural Memory – Stadt- und Landesbibliothek, Dortmund
2022 Tiefschwarze, unendliche Traurigkeit – Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Universität Frankfurt am Main
2022 Die Kaskadierung der Zeit – Medical School Berlin
Liebe Carina Koller-Stockinger, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ziemlich durchgetaktet. Nach dem Aufstehen spiele mit meinem Sohn (3), versorge ihn und bringe ihn in den Kindergarten. Danach begebe ich mich an meinen Arbeitsplatz als Leiterin eines Kreativteams.
Am Nachmittag nutze ich die Zeit für meine erste Albumproduktion mit „hope will lead”, während Mann und Kind an der frischen Luft sind. Wir gehen alle früh schlafen, da unser Tag oft schon um 5:30 Uhr beginnt.
Die Wochenenden nutzen wir vorwiegend, um in den Tag hineinzuleben, zu garteln und wenn es sich ergibt, Musik zu schreiben oder zu produzieren.
Carina Koller-Stockinger, Singer-Songwriterin und Illustratorin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Auf sich selbst zu schauen. Aber nicht in einem egoistischen, sondern essenziellen Sinne!
Es ist erschütternd, wie tief der Keil in unserer Gesellschaft bereits steckt. Nicht zuletzt durch Algorithmen, die uns in Bubbles separieren, die sich einander nur zum sinnlosen Wortgefecht öffnen, um sich anschließend wieder in feindselige Koexistenz abzukapseln.
Der Fokus sollte daher dort liegen, wo Veränderung möglich ist, nämlich auf einem selbst. Damit dieser sich erst schärfen kann, wäre die Loslösung von Ablenkungen in allen Lebenslagen ein guter Ansatz, dem ich selbst viel zu wenig nachkomme, mich aber täglich bemühe. Auf diesem Nährboden sollte sich dann (fast) alles wieder dezentralisieren.
Die fortschreitende Monopolbildung und der damit entstandenen Macht durch gewisse Lobbys sind meiner Meinung nach das Kernproblem unserer Gesellschaft, da sie echte Demokratie gefährden. Und: es fehlt die Einheit der breiten Masse.
Wo zu viel Macht in den Händen der falschen (meist narzisstisch oder psychopathisch veranlagten) Menschen liegt, wird es leider dann auch so richtig gefährlich.
Es wäre also vorrangig zu erkennen, dass uns alle viel mehr verbindet als trennt, um sich geeint für einen so nötigen Umbruch stark zu machen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?
Jede*r Künstler*in begegnet dem Thema anders. Problematisch finde ich es eigentlich nur dann, wenn sich billigen Mitteln ohne Tiefe und Message bedient wird, nur weil es kommerziell funktioniert. Denn das sind am Ende des Tages wiederum farb-und rückgratlose Produkte, die wertvollen Speicherplatz in den Köpfen der Rezipient*innen belegen – also Teil der Ablenkungskultur sind.
Die Aufgabe der Kunst war seit jeher der Spiegel der Gesellschaft zu sein. Und zwar ohne AI-Filter – ehrlich und oft unangenehm, mit schonungslosem Licht in dem man jede Pore sieht.
Auch finde ich gut erfassbare Ideen von Utopien schön und wichtig, denn nur auf Missstände hinzuweisen ist deprimierend und birgt am Ende des Tages Hoffnungslosigkeit, die wir alle aktuell wirklich NICHT brauchen können. Auch intime, ergreifende und aufwühlende Erkenntnisse gehören für mich zu dem Kulturgenuss, den ich mir selbst gerne zuführe, da sie das Mindset bereichern können und bei der nötigen Selbstreflexion helfen, die uns wiederum klarer sehen lässt.
Diese Werke müssen aber auch gefunden und gehört werden, damit sie Veränderung erwirken können. Haltet also eure Augen und Ohren offen!
Was liest Du derzeit?
Das Gewicht der Worte
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Zwar nicht aus dem obigen Buch aber leider aktuell wieder passender denn je:
„Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke.“
Carina Koller-Stockinger, Singer-Songwriterin und Illustratorin
Vielen Dank für das Interview, liebe Carina, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musik-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Carina Koller-Stockinger, Singer-Songwriterin und Illustratorin
Zur Person _Carina Koller-Stockinger released ihre Musik unter dem Namen „Hope Will Lead“. Und kann es denn eine bessere Zeit für diese Band geben als das Jetzt? Das Medium ist die Botschaft. Der Sound bleibt durch sphärische Wolken aus Celli und Synth-Pads sowie der elastischen, unbeugsamen Stimme der Frontfrau alias Hope unverkennbar. Man könnte als Genre-Kästchen – wenn das denn wichtig wäre – „Adult Pop“ ankreuzen. Ihre Texte stellen die großen Fragen des Jetzt mit sanfter Klarheit, Verve und Nachdruck. Neben Hope bilden Patrick Koller, David Dornig, Dorian Windegger, Roman Richter sowie Anna Starzinger und Thomas Milacher das Kernteam hinter ihren Produktionen.
Seit ihrer Gründung 2015 sind Hope Will Lead mit ihren Singles auf vielen Kanälen zu hören – von FM4 über 88.6 bis Radio Orange, vom Donauinselfest bis zum „Wir sind Wien“-Festival (womit auch die Frage ihres Herkunfts- und Wirkungsorts geklärt wäre).
2025, nach einem intensiven Reifeprozess, soll ihr erstes Album veröffentlicht werden.
Mehr zur Band „Hope Will Lead“ unter
hopewilllead.com
@hopewilllead
YouTube.com/c/hopewilllead
Fotos_ 1 u. 3 Nikolaus Ostermann; 2 Sebastian Tóth.
Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.
Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.
Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.
Liebe Natalie Campbell, wie liest Du den Text „Undine geht“ von Ingeborg Bachmann? Welche Grundaussagen gibt es da für dich?
In „Undine geht“ spritzt das Wasser, schäumen die Wellen und darunter brodelt eine Kampfansage an die Männer, beziehungsweise an die patriarchalen Strukturen, denen auch Nixen ausgeliefert sind – Ingeborg Bachmann ist eine herausragende Autorin und, im Gegensatz zu vielen ihrer Kolleginnen, hat sie von der Literaturwelt die Anerkennung erhalten, die ihrem Werk auch gebührt.
Wie siehst Du „Undine“?
Undine ist eine Wassernixe, die beschlossen hat, sich keine Ungerechtigkeiten mehr gefallen zu lassen. Sie geht mit den Männern hart ins Gericht und fordert Gerechtigkeit ein.
Viele Mythen handeln von Nymphen, Flusswesen, Unterwasserwelten und diesen Erzählstoff finde ich insbesondere dann spannend, wenn er zeitgenössisch reflektiert und interpretiert wird.
„Undine geht“ wurde vor gut 60 Jahren veröffentlicht. Was hat sich seit damals im Rollenbild von Frau und Mann verändert und was sollte sich noch ändern?
Ein paar Zahlen:
In Österreich durften Frauen in den 60er Jahren immerhin schon studieren. Das wurde ihnen ab 1897 erlaubt, mehr als 500 Jahre später, als ihren männlichen Kollegen. Seit 1918 durften sie (auch) wählen.
In den 60er Jahren war Schwangerschaftsabbruch noch ein Verbrechen (dieser wird erst seit 1975 durch die Fristenregelung geduldet).
Gleichzeitig war Vergewaltigung in der Ehe nicht strafbar (das hat sich erst 1989 geändert).
In den 60er Jahren durfte der Ehemann seiner Gattin verbieten, arbeiten zu gehen, er konnte alleinig über ihren Wohnsitz und ihren Nachnamen entscheiden (erst seit 1975 ist das anders).
Seit den 60er Jahren haben Gesetze bahnbrechende Veränderungen in der Gleichstellung von Frauen und Männern geschaffen. Trotzdem können wir nicht davon sprechen, dass Männer und Frauen gleich behandelt werden. Auf keinen Fall in der Berufswelt (Frauen verdienen fast 20% weniger als ihre männlichen Kollegen). Sicher nicht in der Literaturszene (siehe: Nicole Seifert: Frauen Literatur). Und am allerwenigsten zu Hause.
Das „Heim“ ist für Frauen der gefährlichste Ort, Femizide werden in der großen Mehrzahl von männlichen Familienmitgliedern verübt. Und wenn Frauen von ihren männlichen Familienmitglieder nicht ermordet werden, Ungerechtigkeiten gibt es allemal, denn: die Hausarbeit wird in Familien nach wie vor zu einem viel größeren Teil von Frauen als von Männern verrichtet. 2023 verwendeten Frauen im Schnitt 4,54 Stunden und Männer 2,34 Stunden für unbezahlte (Care-)Arbeit auf.
Abschließend möchte ich noch die Frage stellen: selbst wenn wir es schaffen, dass Frauen für gleiche Arbeit gleichen Lohn bekommen, schaffen wir es auch, Veränderungen auf interpersonaler Ebene zu schaffen, und können wir Machtstrukturen dort aufbrechen, wo wir am vulnerablsten sind und wo es am schwierigsten ist, Gewohnheiten zu ändern: in unseren intimsten Beziehungen?
Der Monolog geht mit der patriarchalen Gesellschaftswelt schonungslos ins Gericht. Wie siehst du die Situation patriarchaler Macht heute?
Patriarchat, die Vormachtstellung des „weißen“ Mannes, ist 2024 ungebrochen.
Aber wie es der Historiker Yuval Noah Harari ausdrückt: „The feminist revolution is one of the hopeful examples of how people, just by changing the story, also change the world.“
Intersektionaler Feminismus, der Diskriminierung anhand einer Vielzahl von Kategorien, wie Geschlecht, sexuelle Orientierung, Race, soziale Herkunft, soziale Identität, Alter,… bekämpft, wird weiterhin die Welt zum Besseren verändern.
Was bedeutet dir Natur?
Wir, als Menschen, sind Teil der Natur. Natur ist unsere Mitwelt. Natur ist Lebendigkeit.
Wenn unsere Spezies auf dem Planeten Erde (über)leben will, dann ist die Einsicht, dass die „Natur-Kultur-Dichothomie“ Quatsch ist, unabdingbar.
Den meisten von uns Menschen (mir eingeschlossen) fehlt es an grundlegendem Wissen und Verständnis über unsere Mitwelt. Über Kreisläufe, Symbiosen, Gesetzesmäßigkeiten.
Die meisten von uns leben in eine, in Beton gegossene, Welt. Gehen über versiegelten Boden und trinken Wasser aus einer Metallleitung. Wir wissen nicht, welchen Weg die Nahrung gemacht hat, die wir essen. Wir spülen unsere Exkremente mit Trinkwasser in ein Kanalsystem, irgendwo, tief vergraben unter den Häusern, das wir noch nie betreten haben, und nie betreten werden.
Wir haben nur ganz selten Kontakt mit dem grundlegenden Kreislauf der Natur: Geburt und Tod.
Was bedeutet dir das Element Wasser?
Wasser ist Leben. Wasser ist der kostbarste Rohstoff auf unserem Planeten.
Menschen bestehen zu einem Großteil aus Wasser.
Ich bin sehr gerne am Wasser, und im Sommer auch im Wasser …
Wie lebst du den Kreislauf der Jahreszeiten?
Ich lebe derzeit in einer Wiener Wohnung. Die meiste Zeit des Tages verbringe ich in geschlossenen Räumen. 5 Jahre lang habe ich hauptsächlich im Van gelebt und damals hatten das Wetter und Naturereignisse einen viel größeren Einfluss auf mich.
In wohltemperierten Innenräumen zu leben, hat durchaus sehr viele angenehme Seiten. Ich muss mich weder vor Sonne, Wind, Regen, noch großen Temperaturschwankungen schützen.
Aber an milden Sonnentagen vermisse ich das exponierte Leben im Van schon.
Den Kreislauf der Jahreszeiten spüre ich besonders im Bezug auf die Lichtverhältnisse. Wenn es im Winter schon am Nachmittag dunkel wird, habe ich keine Lust mehr raus zu gehen und mache es mir lieber zu Hause gemütlich.
Wie kann der moderne Mensch in Harmonie zur und mit der Welt leben?
Auf individueller Ebene wäre mein Vorschlag, in Bezug zur Mitwelt, zur Natur zu treten. Für sich eine Praxis der Kommunikation zu finden.
Auf globaler Ebene befürchte ich, dass es mit unserem wirtschaftlichen System und den Ideologien, die damit einhergehen (Patriarchat, Neoliberalismus, Kolonialismus,…), unmöglich sein wird, so eine Harmonie herzustellen, denn unser System beruht auf einer Ausbeutung der Natur und ihren Ressourcen (uns Menschen eingeschlossen).
Was braucht Liebe immer, um zu wachsen, blühen?
Ich denke, dass sich die Liebe in kleinen Gesten oft mehr noch als in großen Worten entfaltet.
Liebe ist die Art, wie ich mit mir selbst umgehe, mit Fremden, wie mit meinen Nächsten. Wie ich mit meiner Mitwelt in Beziehung trete.
Liebe ist an keine Bedingungen geknüpft.
Sie lässt sich in einer romantischen Partnerschaft erfahren, aber das ist nur ein Aspekt von vielen.
Als wertvolles Tool für ein liebevolles Miteinander erachte ich „Zuhören“.
Was lässt Liebe untergehen?
Angst.
Wie war Dein Weg zur Literatur und zum Tanz?
Literatur und Tanz begleitet mich seit meiner Kindheit. Ich habe als Kind viel gelesen, viel getanzt und Geschichten erfunden. Von journalistischen Texten hat sich mein Schreiben zur Prosa entwickelt. Von Afrikanischem Tanz habe ich zu Zeitgenössischem Tanz gefunden und jetzt bewege ich mich hauptsächlich in den Räumen von Axis Syllabus und Contact Improvisation.
Ich bin unglaublich dankbar, dass es mir möglich ist, meinen künstlerischen Impulsen nachzugehen.
Maßgeblich daran beteiligt ist meine Familie, die diesen Werdegang unterstützt hat und meine abstrusen Ideen wohlwollend hinnimmt…
Welche aktuellen Projektpläne hast Du?
Wieder einmal arbeite ich derzeit an der Schnittstelle von Text und Körper. Mich beschäftigt seit längerem die Frage, wie körperliche Dimensionen um Texte entstehen können.
Das letzte Projekt habe ich dazu im LOT realisiert. Das Projekt „Sporenflug“ beschäftigt sich mit dem Schreiben von sympoietischer Geschichten (nach Donna Haraway) und dem Weben von Myzel.
Welches Zitat aus „Undine geht“ möchtest Du uns mitgeben?
„Dann sind alle Wasser über die Ufer getreten, die Flüsse haben sich erhoben, die Seerosen sind gleich hundertweise erblüht und ertrunken, und das Meer war ein machtvoller Seufzer, es schlug, schlug und rannte und rollte gegen die Erde an, dass seine Lefzen trieften von weißem Schaum.“
Darf ich Dich zum Abschluss zu einem Akrostichon zu „Undine geht“ bitten?
Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.
Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.
Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.
Was macht unser Dasein aus? Wie gehen wir mit der Kunst des Miteinanders, des Liebens um? Wieviel Schönheit, Wahrheit vermögen wir zu geben, zu empfangen in Körper und Geist…Wie können wir etwas darüber erfahren?
Wir können darüber lesen und wir können den Körper befragen, die Bewegung zu uns selbst und zu einander erleben, spüren…die Musik, die Poesie in uns hören…
Der Tanz, die Musik, die Kunst des Flamenco lassen im mitreißenden Ausdruck Herz und Seele zum Klingen, Schwingen bringen…in allen Emotionen von Nähe und Distanz…
Es ist ein Flamenco Abend der Sonderklasse, der im Off Theater Wien in der wunderbaren Choreographie von Tanz, Musik, Poesie wie Style begeistert und mit langanhaltendem Applaus belohnt wird!
Die Wiener Flamenco Tänzerin und Dipl. Bewegungs- und Tanzpädagogin Andrea Narten wie die Wiener Tänzerin, Yulia Kuleshova, die Sängerin Mónica Clavijo und der Gitarrist Franklin Henao Valle verzaubern und entführen das Publikum in eine farbenprächtige Seelenreise, die in höchster Tanz- und Musikkunst einmalig ist.
Ausdruck, Präzession wie Koordination der Tanzchoreographie wie Gesang und Gitarre sind sensationell. Ein Erlebnis, das zweifellos zu den Höhepunkten des Wiener Tanz/Musikjahres zählt.
Das Konzept „Libretto” und die künstlerische Koordination wurde von Yulia Kuleshova konzipiert, die Choreografien wurden von Andrea Narten und Yulia Kuleshova erstellt.
Flamenco Show „NUESTRAS FORMAS DE SER“ („Unsere Form des Seins“)
Lieber Ingo Ospelt, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Aktuell fahre ich mit der Bahn von meinem Wohnort täglich nach St.Gallen, wo ich am Stadttheater in den Endproben zu “ Fischer Fritz” von Raphaela Bardetzky stehe, die Premiere ist am 17.4.2024. Wenn Zeit bleibt, bin ich sehr gerne im Garten am arbeiten. In den Randzeiten schreibe ich Tagebuch, lese, höre Musik, und versuche mails zu beantworten.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Im Großen Ganzen kann Kunst nicht viel bewirken; Kunst kann aber Anstoß geben, Anstoß sein. Im und durch das Theater kann es im besten Fall gelingen, dass sich Menschen verbinden, in Austausch treten.
Was liest Du derzeit?
Die seltsame Wendung / Ludwig Hohl
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
“Liebe deinen Nächsten wie dich selbst” ist ein Bibelzitat, welches ich als eine sehr kluge Herausforderung verstehe: die Aufforderung, sich über sich selbst im Klaren zu werden um so in Austausch mit dem Gegenüber zu treten.
Vielen Dank für das Interview, lieber Ingo, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theaterprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Ingo Ospelt, Schauspieler
Zur Person _ Ingo Ospelt, Schauspieler, 1961in München geboren, in Vaduz, Liechtenstein aufgewachsen, lebt in Uster bei Zürich in der Schweiz. Seit vielen Jahren arbeitet er als freischaffender Schauspieler am Theater (Schauspielhaus Zürich, Stadttheater Bern,Theater an der Winkelwiese Zürich, Theater am Kirchplatz Schaan, Theater St. Gallen und verschiedene freie Theatergruppen), sowie für Film („Tatort“, „Der Kreis“, „Die göttliche Ordnung“, „Zwingli“, „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“, „Und morgen seid ihr tot“ ua.), als auch als Sprecher.
Zur Zeit steht Ingo Ospelt in Proben zu dem Stück „Fischer Fritz“ von Raphaela Bardutzky am Theater St.Gallen, welches am 17.4.2024 Premiere haben wird.