„Wieder einander anschauen, zuhören, sich wahrnehmen“ Katharina Stadtmann, Schauspielerin _ Wien 28.1.2024

Liebe Katharina Stadtmann, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Gerne stehe ich früh auf, um genug Zeit für mich selber vor Theaterproben oder Home Office zu haben.

Das Allerwichtigste in der Früh ist unser Hund Brösel, der mal eine Runde raus muss. Anschließend weckt mich eine Yoga Einheit so richtig auf und ich lasse mir die erste Tasse Kaffee nach dem Spaziergang besonders gut schmecken. Jetzt im Winter trinke ich gerne Tee und Kaffee gleichzeitig.

Durch den Tag verteilt versuche ich viel Wasser zu trinken, das gibt auch Energie.

Was mir besonders wichtig ist: Schlaf! 8 Stunden sind perfekt!

Katharina Stadtmann, Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Wieder einander anschauen, zuhören, sich wahrnehmen. Auch sich anschauen getraun! Dabei denke ich momentan vor allem an die öffentlichen Verkehrsmittel, in welchen tagtäglich so viele Menschen aneinander vorbeigehen und – fahren. Leider nimmt mann/frau sich heutzutage nur zu wenig wahr. Sich auch getrauen, wieder Komplimente zu machen an das Gegenüber, wenn einem etwas an ihm/ihr besonders auffällt oder gefällt!

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Kunst ist ein Ventil – für jeden Menschen in der Art wie er/sie es gerade braucht!

Katharina Stadtmann, Schauspielerin

Was liest Du derzeit?

„Yukon Alone – The world’s toughest adventure race“ von John Balzar

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Niemals wird dir ein Wunsch gegeben, ohne dass dir auch die Kraft verliehen wurde, ihn zu verwirklichen!« (Richard Bach)

Vielen Dank für das Interview, liebe Katharina, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspiel-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler:innen:

Katharina Stadtmann, Schauspielerin

Zur Person _ Katharina Stadtmann wird in Klagenfurt geboren und maturierte am BRG Stift Viktring im Musikzweig. 2017 schloss sie ihre Schauspielausbildung an der Musik- und Kunst-Privatuniversität Wien ab. Zusätzlich war sie zweimal als Aupair im Ausland tätig (Schweden und England).

Ihre bisherigen künstlerischen Wegstationen sind unter anderem der Kulturhof:Sommer Villach, das Junge Theater Klagenfurt, der Dschungel Wien, das Schauspielhaus Wien, das Theater der Jugend Wien, die Salzburger Festspiele, das klagenfurter ensemble, das Stadttheater Mödling sowie die Scala Wien. Ebenso wirkte sie in verschiedenen Kurzfilmproduktionen mit.

Fotos _ Linda Rosa Saal

Walter Pobaschnig _ 23.1.2024

https://literaturoutdoors.com

„Kunst sollte direkter in die Gesellschaft gehen“ Briant Rokyta, Künstler _ Wien 27.1.2024

Lieber Briant Rokyta, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Heute ist glücklicherweise mein Ateliertag, in dem ich ungebremst sein kann. Kein Telefon, keine Termine, die überragende Aussicht genießen von Wien bis zu dem, in der Morgensonne leuchtenden, Schneeberg.

Ich kann mich mit dem mystischen Thema Tod beschäftigen und alles in mir freut sich in dieses neue Abenteuer intuitiv hineinzureisen, reinzuzeichnen mit Kreide auf einem 3 m langen schwarzen Papier. Meiner forschenden Natur ungestörten Raum geben. Angenehme Pausen gestalten mit leckeren Sachen, vielleicht einen Film sehen …

Briant Rokyta, Künstler,
Kunsttherapeut und Dozent

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Es geht immer um das direkte Erleben, nicht um das Ergebnis.

Wenn sich Leben selbst erkennt in uns Menschen, dann strahlt das! In diesem Flow glüht und blüht es aus allen Poren. Wenn es erwacht, sich begreift und in egal welche Erfahrung fließt, erfüllt sich eine tiefe Sehnsucht, wie nach Hause kommen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Die Kunst sollte sich neue Bühnen suchen, mehr direkt in die Gesellschaft gehen und sich mitten in dem Nutz- und Funktionsgeschrei behaupten, darin mit ihren Werten stehenzubleiben, attraktiv genug, um Orientierung zu sein. Wir machen z.B. gerade ein gefördertes EU Projekt in dem das ‘Game of Change’ entwickelt wird. Dabei geht die Kunst spielerisch in den Erwachsenenbildungsbereich, um dort Veränderungsprozesse zu begleiten.

Was liest Du derzeit?

Ganz viel: Moby Dick, Ovids Metamorphosen, Gedichte von Mary Oliver, das tibetische Totenbuch, Vigyam Bairav Tantra, Bildband über phönizische Kunst, Hexenmedizin

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Es ist notwendig, den Raum zu verlernen, um den Raum zu verkörpern.

Wir müssen verlernen, wie wir sehen, um mit unserem Körper sehen zu können.

Wir müssen das Wissen über unseren Körper in drei Dimensionen verlernen, um die wirkliche Dimensionalität unseres Körpers wiederzuerlangen.

Lasst uns den Raum tanzen.

Lasst uns unsere Körper neu im Raum verorten.

Lasst uns das gefühlte Spüren der Präsenz feiern“.

Olafur Eliasson

Vielen Dank für das Interview, lieber Briant, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler:innen:

Briant Rokyta _ Künstler, Kunsttherapeut und Dozent

Zur Person _  Briant Rokyta leitet Permanent Creation, ein Künstleratelier, das durch createart GALLERIES und MAG Montreux Art Gallery im internationalen Ausstellungsbetrieb vertreten ist. Sein Werk umfasst Skulpturen, Malerei, Texte und Performances.

Briant Rokyta ist diplomierter Ganzheitlicher Kunsttherapeut und leitet seit 2009 die kunsttherapeutische Abteilung einer Rehabilitationsklinik in Österreich. In dieser therapeutischen Arbeit werden Menschen mit Burn-out, Depression und Sinnverlust in Veränderungsprozessen begleitet. Seit 2020 ist er Lehrverantwortlicher an der Akademie für Kunsttherapie in Wien. Als Dozent zeigt er mit den Mitteln der Kunst praktische Methoden auf, die sowohl für das Wohl des Individuums wie als Beitrag für eine schönere Welt gelten.

Fotos_ privat

Walter Pobaschnig _ 5.1.2024

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„ein nach rückwärts gerichtetes Weltbild hat gerade Hochsaison“ Bernhard Fleischmann, Musiker _ Wien 26.1.2024

Lieber Bernhard Fleischmann, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Momentan wache ich sehr sehr zeitig auf. So zwischen 5h und 6h. Ich genieße diese ruhigen Stunden, bevor der Trubel des Tages einsetzt. Trinke 2 Café, lese Zeitung, überlege was heute zu tun ist, was ich tun möchte. Füttere die Katzen, lasse den Gedanken in dieser Ruhe freien Lauf.

Bernhard Fleischmann, Musiker, Autor

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Uff – ich spreche ungern für „alle“.

Mir kommt vor, dass einst übliche Formen des höflichen Zusammenlebens zusehends verblassen. Wenn ich vor ein paar Monaten/Jahren Menschen den Vortritt gelassen habe, Türen aufgehalten habe etc. kam meistens ein lächelndes Danke – während der letzten Wochen wurden diese Tätigkeiten zunehmend „konsumiert“ ohne darauf zu reagieren.

Ich fürchte, dass sehr viele Menschen mit extrem vielen Gedanken und Sorgen durch den Alltag gehen, und dabei die Höflichkeit, Freundlichkeit und Aufmerksamkeit gegen Grant und Ignoranz tauschen – aber ich halte weiter die Türen auf . . .

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Ich komme immer mehr zur Überzeugung, dass Musik und Kunst einen ebenso wertvollen und genauso wichtigen Stellenwert haben, wie Bildung, Forschung und Wissenschaft. Ich glaube, dass diese Bereiche der menschlichen Entwicklung unteilbar miteinander verknüpft sind und sich gegenseitig inspirieren.

Gleichzeitig hat ein nach rückwärts gerichtetes Weltbild gerade Hochsaison, was ich als beschämend und gefährlich erachte. Vor allem deshalb, weil ich Populist*innen den Vorwurf mache, ihre Machtgeilheit mit unappetitlichen Mitteln zu stillen. Ich glaube es ist fast chancenlos Populist*innen beizukommen, oder sinnvolle Unterhaltungen zu führen. Aber Menschen, die ihnen auf den Leim gehen, können durchaus durch ernstgemeinte Gespräche und Aufklärung erreicht werden. Die Entzauberung muss, glaube ich, die Politiker*innen ignorieren und ganz direkt bei Wähler*innen beginnen.

Was liest Du derzeit?

Zu wenig … Ich versuche gerade mit „Going Zero“ von Anthony Mc Carten wieder ins Lesen zu kommen.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Wenn ich darf, gerne einen Text, den ich für ein neues Stück geschrieben habe:

„Ja die Wöd steht nimma lang,

Wos fia a Glück

Wö sie hod si scho imma draht

Denkt Kopernikus bei einer Tschick

Ja die Wöd steht nimma lang,

Wos fia a Glück

Für dieses Erkenntnisserl

brechens dem Galileo sei Gnick“

Vielen Dank für das Interview, lieber Bernhard, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musik-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Zur Person _ b. fleischmann

Geboren 1975, lebt als freischaffender Musiker in Wien. Seit 1998 Beschäftigung mit elektronischer Musik. 1999 veröffentlicht er auf den neuen Labels „Morr Music“ und „charhizma“ sein Debut „pop loops for breakfast“. Es folgen weltweit etliche weitere Veröffentlichungen auf internationalen Labels. Für „Welcome Tourist“ erhielt er 2003 den „Qwartz Electronic Music Award“ in der Kategorie bestes Album. 2008 erscheint „Angst Is Not A Weltanschauung“ – ein Album, das von MICA – music austria unter den Top Ten Records aus Österreich in der Dekade 2000–2010 gelistet wird. 2018 erscheint das Album „Stop Making Fans“ auf Morr Music, 2022 das Album „Music For Shared Rooms“ mit ausgewählten Stücken von Theater und Filmmusik. Konzerte und Tourneen fanden in den letzten Jahren weltweit statt. Neben seiner Tätigkeit als Musiker und Remixer ist b. fleischmann auch als DJ und Produzent tätig.

Seit 2001 arbeitet b. fleischmann auch regelmäßig an Theater – und Filmmusik im In- und Ausland.

Für die Filmmusik zu Katharina Mücksteins Film „L´Animale“ erhielt b. fleischmann 2019 den Österreichischen Filmpreis in der Kategorie „Beste Filmmusik“, sowie den „Award For Best Original Score“ beim französischen „Festival De Cinema Europeen Des Arcs“.

2003 den den Qwartz Electronic Music Award (Frankreich) für das beste Album „Welcome Tourist“

Weitere Infos zu Veröffentlichungen, Film und Theater Projekten:

http://www.bfleischmann.com

info@bfleischmann.com

http://www.facebook.com/b.fleischmannofficial

Foto_Walter Mussil

Walter Pobaschnig _ 15.1.2024

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„Sensational chamber play about love, identity, freedom and loss“ Premiere „Cock“ Kulturverein Vollmund _ Off Theater Wien 25.1.2024

What a viennese english theatre night!

A sensational chamber play with big emotions and a haunting power about love, identity, family and loss. Great ensemble in intense play in the boxing ring of relationship life. The production and presentation are convincing in everything and are rewarded with long-lasting applause.

Drama, humor in words and excellent facial expressions, body language are captivating from the beginning. One of many highlights is a sensationally played love scene, remembers and surpasses „Harry and Sally“ (Film 1989).

Best entertaining dramatic theater about love, sex, role identity, self-discovery and freedom – come and see! Or in Viennese – Schau’n Sie sich das an!

Ps: heed the warning it can jeopardize your relationship – or whatever you think it is.

Walter Pobaschnig

Unter den begeisterten Besuchern auch Martin Gruber (Mitte), Regisseur und Gründer Aktionstheater Ensemble.

COCK by Mike Bartlett _ Off Theater Wien

Kulturverein Vollmund. Gastspiel in englischer Sprache

Premiere Do., 25.1.2024, 20:00 – 22:00

Besetzung:

Director: Steven Ditmyer

Cast: Alan Burgon, Florian Sebastian Fitz, Isabella Jeschke, Alexander E. Fennon

Info: https://www.cockfightvienna.at/

Weitere Termine:

Fr 26.01.2024   20:00

Sa 27.01.2024 20:00

Mi 31.01.2024 20:00

Do 01.02.2024 20:00

Fr 02.02.2024 20:00

Sa 03.02.2024 20:00

Das Off Theater, Kirchengasse 41, 1070 Wien, Österreich

Alle Fotos _ Walter Pobaschnig 1_24

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„In der Kunst kann man frei sein“ Lena Inosemzew, Künstlerin _ Leipzig 25.1.2024

Liebe Lena Inosemzew, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mein Morgen beginnt mit einer Tasse Kaffee, dabei starre ich auf den Morgenhimmel hinter dem Fenster – eine Art Meditation und Einstimmung auf das Kommende. Dann geht es wirklich danach, was der Tag bringt: den Job oder die Zeit im Atelier, tägliche Routinen, schreiben, eine Ausstellung besuchen, Familie anrufen… Ich bin sehr spontan und lege mir nichts fest. Und das Leben ist für mich nie langweilig. Ich wünsche mir aber mehr Zeit für meine Kunst.

Lena Inosemzew, Künstlerin,
Schriftstellerin, Kunst
– und Literaturwissenschaftlerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Jetzt wie auch immer (und das ist meine feste Überzeugung seit Jugendjahren) sind für uns wichtig der Frieden und die Freiheit. Auch, wenn es um persönliches geht: der innere Frieden und die innere Freiheit.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Den Zeitgeist zu erkennen und zu verstehen, und sich selbst als eine Persönlichkeit zu bewahren. In der Kunst kann man frei sein. Die Kunst sagt uns viel über uns selbst und über unsere Zeit. Der Zeitgeist wird in der Kunst sichtbar. Ich glaube aber, die Rolle der Kunst wird oft falsch geschätzt, indem ihr die Rollen der Politik, oder der Philosophie, oder der Bildung zugeschrieben werden. Kunst kann trösten. Kunst kann befreien. Kunst kann ein Spiegel sein, in dem wir uns betrachten, – eine Art des „Zauberspiegels“ sogar, in dem man das wahre Bild von sich selbst sieht. Für mich persönlich ist auch wichtig, dass die Kunst vor allem Kunst bleibt und ihre eigenen Ausdrucksmittel verwendet. Sonst kann sie schnell zu Propaganda werden, was ich in meiner Kindheit in der Sowjetunion auch erlebt habe. Kunst kann politisch sein, aber kann die Politik nicht ersetzen.

Was liest Du derzeit?

Ich lese vieles parallel und viel von zeitgenössischen Autoren, besonders die zeitgenössische Lyrik. Gerade jetzt lese ich 2023 erschiene Erzählung des jungen Leipziger Literaten Nils Müller, die heißt „Zwei Handbreit oder Die Mutter des Malers, ruhend“. Und „Die Schwestern Makioka“ von Junichiro Tanizaki.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Das sind zwei Zitate aus der Erzählung „Die Katze“ der frühgestorbenen Leipziger Literaten Anatolij Grinvald.

„Poesie ist die Konzentration und die Weitergabe der positiven Energie (Energie plus) von Mensch zu Mensch mittels eines äußerst kompakten Texts (das heißt, durcheine große Anzahl assoziativen Lösungen)“.

Und:

„Nun, der Kommunismus verlor für dich an Reiz, als du noch ein Teenager warst. Aber auch andere Religionen fanden keinen Platz in deinem Herzen. Also hast du dir eine eigene ausgedacht. Sozusagen: zur inneren Anwendung“.

(Anatolij Grinvald: Die Katze. In: Thomas Böhm, Robert Geselle und Ulrich Schreiber (Hg.): Ein Literarischer Rettungsschirm für Europa. Berlin 2013, S. 40-51. Übersetzt von Alexander Nitzberg).

Vielen Dank für das Interview, liebe Lena, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunst-, Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Lena Inosemzew, Künstlerin,
Schriftstellerin, Kunst
– und Literaturwissenschaftlerin

Zur Person _  Lena Inosemzew wurde 1975 in Kasachstan geboren. Sie studierte Kunst in ihrer Heimatstadt Semipalatinsk, arbeitete als Kunstpädagogin, Illustratorin und Bühnenbildnerin sowie als Journalistin und Redakteurin.

An der Leipziger Universität absolvierte sie die Studiengänge Slavistik und Kunstgeschichte. Gründerin des mehrsprachigen Literaturzirkels buterbrod. 2012 – 2022 Kuratorin bei G 11 art project Leipzig Spinnerei. Doktorandin an der Ruhr-Universität Bochum im Fach „Russische Kultur“.

Zahlreiche literarische, wissenschaftliche und journalistische Publikationen in Deutschland, Kasachstan, Russland, Ukraine, USA.

Einzel-und Gruppenausstellungen in Deutschland, Kasachstan, Südkorea und in der Türkei. Zurzeit lebt und arbeitet sie als freischaffende Künstlerin malerisch und literarisch in Leipzig.

Foto_ privat.

Walter Pobaschnig _ 14.1.2024

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Station bei Falco _ „Seine Zielstrebigkeit und sein Mut zu Neuem“ Julia Gradl, Musikerin _ Hotel Regina Wien 25.1.2024

Julia Gradl, Musikerin, Model_ Wien_
acting Falco_80thies _
Falco, Sänger, Musiker (* 19. Februar 1957 Wien † 6. Februar 1998 Dominikanische Republik)
Julia Gradl, Musikerin _
Bösendorfer Suite Hotel Regina Wien _ 20.1.2024
Julia Gradl, Musikerin, Model_ Wien_
acting Falco_80thies _

Falco, Sänger, Musiker (* 19. Februar 1957 Wien † 6. Februar 1998 Dominikanische Republik)

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.

Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.

Liebe Julia Gradl, welche Bezugspunkte gibt es von Dir zu Falco, Sänger, Musiker (* 19. Februar 1957 Wien † 6. Februar 1998 Dominikanische Republik)?

Als Falco starb war ich 6 Jahre alt und ich glaube mich zu erinnern, dass ich diese Schlagzeile durch meine Eltern aufgeschnappt habe. Seine Hits wie Rock me Amadeus, Jeanny oder Der Kommissar hab ich in der Jugend regelmäßig gehört. Bedeutend war für mich die Doku Falco – Verdammt wir leben noch (2008).

Was macht für Dich den Künstler Falco aus?

Sein einzigartiger (Musik-)Stil: Sein Spiel mit Sprache und Wort, Rhythmik, Artikulation, Präzision.

Gibt es Lieblingssongs?

Ja, Ganz Wien.

Wien ist geprägt von Falcos größten beruflichen Erfolgen und privatem Glück wie auch den Schattenseiten beider. Wie siehst Du den Künstler und Menschen Falco?

Da tu ich mir schwer das einzuschätzen. Aber wohl als ein Bündel aus Genialität und Selbstzerstörung.

Träume, Sehnsucht, Erfolg wie Enttäuschung, Angst finden in Kunst wie Leben Falcos eindringlichen, intensiven Ausdruck. Wie gehst Du mit diesen Lebensthemen künstlerisch und persönlich um?

Ich lebe mit meinen Träumen, schreibe sie auf, manche male ich auch. Ich lerne viel von ihnen und die Symbolsprache fasziniert mich zutiefst. Ich versuche mit Themen wie Enttäuschung oder Angst singend umzugehen. Das klingt jetzt vielleicht abgehoben. Aber: wenn ich singe trete ich in Verbindung mit meinem spürenden Wesenskern und Themen werden eingeladen sich nicht zu verknarzen, sondern durch-/ oder abzufließen. Das gelingt nicht immer, weil ich das nicht immer erlauben oder zulassen kann. Dennoch: Das ein oder andere Lied von mir ist so entstanden. Singen ist mein transformierendes Ventil. Neben dem Singen ist es das „Rudel“ um mich, das mich verbunden fühlen lässt und dadurch schwierigere Phasen oder Themen leichter zu bewältigen sind.

Im Falco Song „Junge Römer“ geht es um Lebensfreude, Lebenslust. Was bedeutet dies für Dich heute?

In erster Linie Dankbarkeit und sich in sich zu Hause und wohl zu fühlen. Mal verstärkt sich das Gefühl beim Tanzen, mal beim stillen Dasitzen und Meditieren. Mal beim ausgelassen Feiern, mal beim Spazieren im Wald. Ein anderes Mal ist es vielleicht nur ein Blickkontakt, der einen spüren lässt: ja! -Und ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Empfänglich werden für die kleinen besonderen Momente…

Du bist Musikerin, Model. Hättest Du Dir ein Projekt mit Falco vorstellen können und wenn ja, welches?

Wenn ich ehrlich bin, nein. Am ehesten hätte ich gern mal Unterricht bei ihm genommen. Das fällt mir gerade ein J

Es ist ein großartiger Style, den Du zum Fotoshooting hier gewählt hast. Was bedeutet Dir Mode, Style?

Für Fotoshootings oder Konzerte überleg ich mir gern was und lass meinem Gespür für Ästhetik, Farben, Stoffe und Styling freien Lauf. Das macht mir dann auch richtig viel Freude. Auch im Alltag spiel ich gern mit Outfits, nehme das aber nicht allzu zu ernst und wichtig. Hauptsache die Kleidung hält mich warm, ist nicht zu eng und ich fühl mich wohl. Ich versuche meinen Kleiderschrank möglichst klein und überschaubar zu halten.

Was sind Deine derzeitigen Projektpläne?

Ich schreibe an neuen Liedern. Auch Veröffentlichungen mit dem Duo KARDAMOM.T stehen bevor.

Was kannst Du als Künstlerin von Falco mitnehmen?

Seine Zielstrebigkeit und sein Mut zu Neuem.

Darf ich Dich abschließend zu einem Akrostichon bitten?

F – Falke (Überflieger)

A – Alles und Nichts

L – Legende

C – Checker

O – originär


Julia Gradl, Musikerin, Model_
Wien_
acting Falco_80thies _
Falco, Sänger, Musiker (* 19. Februar 1957 Wien † 6. Februar 1998 Dominikanische Republik)

Station bei Falco_80thies

Julia Gradl, Musikerin, Model_ Wien_
acting
Falco/80thies

Falco, Sänger, Musiker (* 19. Februar 1957 Wien † 6. Februar 1998 Dominikanische Republik) Wien

Fotos_Hotel Regina_Wien. Falco war hier Hotelgast

Vielen Dank, liebe Julia Gradl, für Deine Zeit in Wort und Bild bei Falco, viel Freude und Erfolg für alle Projekte!

Alle Fotos&Video, Interview _ Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com 1/24

„Good forest dark“ Andrew Levitsky, artist _Give Peace A Chance _ Kyiv/Ukraine 24.1.2024

GIVE PEACE A CHANCE

G ood forest dark

I tem DANTE

V ery good for myself

E ast have a chance


P athway had been lost

E asy Midway

A ction number one

C ountry of Love

E mpty room


A ctor of our life


C ourse to Peace

H ard life, For the straightforward pathway had been lost

A ccompaniment with violine  

N eighbour from Italia

C ongratulations

E xcellent friends



‘’Midway upon the journey of our life

I found myself within a forest dark,

For the straightforward pathway had been lost.’’

DANTE

Andrew Levitsky, 21.1.2024

Beetle Tree. Garden, Intaglio, 2020, This work was Awarded: Andrew Levitsky, Kyiv, Ukraine, Beetle Tree. Garden, 2nd Prix catégorie «Gravure» Mention: Contemplation, Atelier Kitchen Print, Kitchen Print Biennale 2019 / 2020, France.
Andrew Levitsky, professional Artist & Printmaker, Master of Arts

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Andrew Levitsky, professional Artist & Printmaker, Master of Arts

Andrew Levitsky

Professional Artist & Printmaker, Master of Arts, Kyiv, Ukraine.

Born: 1961 Kyiv, Ukraine.

Study: 1986-1992 National Ukrainian Academy of Fine Art, Studio of Graphic Arts.

Study: 1993-1996 National Ukrainian Academy of Fine Art,

Post Graduate Course: Studio of Graphic Arts with Academician G. Yakutovich,

Studio of Graphic Arts with Academician M. Deregus.

From 1996 he becoming a Master in Graphic Arts.

Specializing in Graphic Arts: Intaglio, Etching, Colour Print, Mono-print, Mezzotint, Watercolor, Mini-prints and Ex-libris / Bookplate /.

From 1992 – Member of National Artists Union of Ukraine.

Member Graphic Guild of Kyiv Artists Union. Numerous Exhibitions in Ukraine and Abroad since 1987. Since his student days he has actively participated in prestigious international competitions in different fields of graphic arts.

Andrew Levitsky is the winner of the 25 international awards and two international grants to solo show in Japan, 1992, 1995-1996

for his best works in the field of Intaglio Printmaking Arts.

Numerous Publication Personal Catalogues and Booklets of Graphic Art,

design by Andrew Levitsky, since 1998.

Lives and work in Kyiv, Ukraine

Contact to Andrew Levitsky

https://www.facebook.com/andrew.leviysky.1

laart@i.ua

levitskyadik@gmail.com

Fotos_ portrait/artAndrew Levitsky

Walter Pobaschnig _ 21.1.2024

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„sich nicht zu verstricken, nicht verstricken zu lassen von unlauteren Maschen“ Heike Fiedler, Schriftstellerin _ Genf 24.1.2024

Liebe Heike Fiedler, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Betonung auf jetzt. Ich schreibe, lese, sehe Filme, die letzten: Anatomie d’une chute, Subtraction, Perfect Days. Ich übersetze und überlese, teils auf Anfrage, teils aus eigener Motivation. Ich hatte gerade zwei Tage meine Enkelkinder zu Besuch, mache Yoga, schwimme und habe einen neuen Text im Rahmen meines Endlos-PhD-Projektes verfasst. Ich denke an Vergangenes (München, Abidjan im Dezember) und an Kommendes in Verbindung mit meiner Dichtung, meinem Schreiben, meiner Performance-Arbeit und ans nächste Event, 15. Januar, Literaturhaus Zürich: Weltenlesen. Vor mir eine dunkelblaue Teekanne, rechts der Blick auf das Wortbild an der Wand: crisis

Heike Fiedler, Schriftstellerin_
sound and visual artist

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Frieden. Doch selbst das Wort ist schon kompliziert geworden. Der Krieg, den Russland gegen die Ukraine führt, Terror und Krieg im Nahen Osten.

und

Entpatriarchalisierung. Das könnte mit Frieden einhergehen. Vielleicht. Aber es geht bei der Entpatriarchalisierung ja um mehr, um vieles, um die Rechte der Frauen, der Mädchen, um die Sensibilisierung gegen strukturelle, psychische und physische Gewalt, der wir – hier kollektiv gedacht – zu oft immer wieder ausgesetzt sind. Daran denken, trotz (auch wegen) der Kriege in der Welt.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich will nicht Neubeginn sagen, eher Weitermachen. Wir stehen an einem neunen Punkt in den Rhizomen des Weitermachens, ein neuer Knotenpunkt. Wesentlich ist, sich nicht zu verstricken, nicht verstricken zu lassen von unlauteren Maschen, zum Beispiel Hetzreden, (social) media Manipulation, Entwurf von Feindbildern zur Rechtfertigung von dominanten und/oder zerstörenden Strukturen. Literatur und Kunst re-agieren in der Gegenwart auf selbige, sind oft Widerstand gegen Macht und Gewalt. Manchmal lesen wir Texte von damals, holen sie in unsere Gegenwart hinein. Dann sind sie Widerstand gegen das Vergessen.

Ich bin mit der Nachkriegsliteratur sozusagen aufgewachsen, in sie reingewachsen worden. Es wäre falsch, zu sagen, mich interessiere die politische Seite von Literatur und Kunst nicht. Sei sie auch Auslöser von vehementen Diskussionen, Rücktritten, Austritten, von Debatten immerhin.

Literatur und Kunst sind das Treibende, das, was Bewegung im Denken einfordert, aber nicht erzwingt. Es sind die politischen Regime, die versuchen, Schriftsteller:innen und Künstler:innen in die Knie zwingen, sozusagen, beziehungsweise, je nach Ort, in Gefängnisse, Lager, Isolation, manchmal den Tod.

Was liest Du derzeit?

Ich habe gerade «La vie tranquille» von Marguerite Duras beendet, liege in den letzten Seiten des Buches «Glück» von Dragica Holzner, in meiner nächsten Nähe liegt das Buch «In jeden Fluss mündet ein Meer» von José F. A. Oliver.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Wer es könnte

die Welt

hochwerfen

daß der Wind

hindurchfährt.

(Hilde Domin)

la poésie … dem Schweigen stets einen Vers voraus

(Heike Fiedler)

Vielen Dank für das Interview, liebe Heike, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

Heike Fiedler, Schriftstellerin_
sound and visual artist

5 Fragen an Künstler:innen:

Heike Fiedler, Schriftstellerin, sound and visual artist

https://heikefiedler.ch/

Fotos _ 1 Jean-Michel Etchemaïté; 2 genevAfrika.

Walter Pobaschnig _ 6.1.2024

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„Kunst könnte eine wichtige Form des Widerstands sein, um alle Probleme sichtbar zu machen“ Shahrzad Nazarpour, Regisseurin _ Wien 23.1.2024

Liebe Shahrzad Nazarpour, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Shahrzad Nazarpour, Regisseurin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich glaube, es ist vor allem für uns wichtig, einander zu unterstützen. Dies geschieht, wenn man sein Ego kontrolliert.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Die Kunst könnte eine wichtige Form des Widerstands sein, um alle Probleme sichtbar zu machen.

Was liest Du derzeit?

Hässlichkeit von  moshtari hilal

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Suche das Licht nicht im Außen, finde das Licht in dir und lass es aus deinem Herzen strahlen.“ Das Zitat ist von Rumi

Vielen Dank für das Interview, liebe Shahrzad, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Shahrzad Nazarpour, Regisseurin, Performerin

Zur Person _ Shahrzad Nazarpour ist im Iran aufgewachsen und studierte dort Theater und Kunst. 2020 hat sie ihr Studium in der Klasse für Transmediale Kunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien aufgenommen. Mit ihrem Solo Hijab offline war sie Teil der ersten Ausgabe von Skin – Performancefestival für junge Erwachsene im Dschungel Wien.

Aktuelles Projekt _

Lemniskate / Unendliche Hoffnung

Eine Kooperation des Theater Nestroyhof Hamakom_Wien mit Shahrzad Nazarpour und Morteza Mohammadi

Lemniskate – Unendliche Hoffnung„ 
Szenenfotos/folgende

Infos zum Projekt

Im andauernden Kampf die Hoffnung nicht zu verlieren, ist nicht einfach. In der Performance Lemniskate erinnern uns die Performer*innen Shahrzad und Morteza, dass wir im ermüdenden Kampf für Gerechtigkeit die Hoffnung nicht aufgeben dürfen. Sie verkörpern Widerstand gegen die biografisch erlebten Zwangsregime und erkunden, wie die Einteilung von Menschen in totalitären Staaten funktioniert. Dabei plädieren sie für Befreiung und das Recht auf Lebendigkeit. Mit all ihren Sinnen und Sehnsüchten stellen sie sich eine tänzerische Welt vor, die ihre Lebendigkeit und künstlerischen Ausdruck schätzt und können dabei eins nicht: Sich eine Revolution und Veränderung ohne Tanz vorstellen.

Nach dem leidenschaftlichen Leitsatz der politischen Aktivistin Emma Goldman: If I can’t dance, I don’t want to be part of your revolution gehen die Performer*innen auf die Suche nach internationaler Solidarität. Mittels Bewegung, Tanz und Spoken Word verarbeiten sie ihre Migrations- und Fluchterfahrungen und brechen mit binären und einengenden Zuschreibungen.

REGIE & KÜNSTLERISCHE LEITUNG

Shahrzad Nazarpour

Performers: Morteza Mohammadi, Shahrzad Nazarpour

https://www.hamakom.at/lemniskate

Das Projekt wurde realisiert im Rahmen von SHIFT. Gefördert vom BMKÖS. 

Termine:

8. und 9. Februar 2024, jeweils um 20.00 Uhr,

Theater Nestroyhof Hamakom _ Wien

https://www.hamakom.at/der-ort


Foto/Portrait _ © Luca Celine Müller

Szenenfotos „LemniskateUnendliche Hoffnung“ _ (c) Marija Sabanovic

Foto _ Theater Hamakom_ Ludwig

Walter Pobaschnig _ 12.1.2024

https://literaturoutdoors.com

„Sisi – das geheime Leben der Kaiserin“ Katrin Unterreiner. Ueberreuter Verlag.

Elisabeth, Tochter des Herzog Max Joseph von Bayern und der Prinzessin Ludovika, ist sechzehn Jahre alt als sie die Ehe mit Kaiser Franz Joseph I von Österreich eingeht.

Es ist ein Lebenseinschnitt, der nun zur großen privaten Veränderung wie Herausforderung im weiteren Weg von Familie, Krone und allen gesellschaftlichen wie politischen Wegen und persönlichen Dramen führt.

Die umjubelte junge Kaiserin und spätere Königin von Österreich/Ungarn sucht im starren Korsett der Etikette des Kaiserhofes Freiräume zu finden, die ihr Möglichkeiten eröffnen, ihre persönlichen Interessen, Wertigkeiten, Lebensanschauungen zu verwirklichen. Dies betrifft Freunde, vertraute Persönlichkeiten, das Führen eines poetischen Tagebuches, Reisen und längere Aufenthalte fern des Wiener Hofes wie den Lebensstil und deren ganz persönliche Ausrichtung.

Doch wie sahen nun diese Tage „Sisis“ am Hof in Wien, auf Reisen und an fernen Lebensorten aus? Was war ihr dabei wichtig? Und was wissen wir heute darüber?

Katrin Unterreiner, Kunsthistorikerin und langjährige wissenschaftliche Leiterin der Schloss Schönbrunn Ges.m.b.H. und Kuratorin des 2004 eröffneten Sisi-Museums, legt mit „Sisi – das geheime Leben der Kaiserin“ einen ganz besonderen Beitrag zum Leben Elisabeth von Österreichs (*1837 Weihnachtsabend München +1898 ermordet in Genf) vor, der viele neue Zugänge und spannende, interessante Hintergründe eröffnet.

Das Buch ist in achtzehn Kapitel aufgebaut und bietet einen sehr gut mit dem Lebenslauf und dessen prägenden Einschnitten abgestimmten Über- und Einblick in tägliche Routinen am Kaiserhof wie den besonderen Akzenten, welche die Kaiserin bis zu ihrem Tod selbstbewusst und bestimmt setzte.

„Eine besondere persönliche Zeitreise zum Leben Elisabeth von Österreichs und dessen bisher unbekannten Routinen und Freiheiten“

Walter Pobaschnig 1/24

„Sisi – das geheime Leben der Kaiserin“ Katrin Unterreiner. Ueberreuter Verlag.

Hardcover mit Schutzumschlag

200 Seiten

Abmessungen 15,1cm x 21,6cm

ISBN: 978-3-8000-7851-6

€ 25,00

Walter Pobaschnig  1/24

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