Ellen Halikiopoulos, klassische Sängerin und Gesangs – und Klavierpädagogin
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Ellen Halikiopoulos, klassische Sängerin und Gesangs – und Klavierpädagogin
Zur Person: Ellen Halikiopoulos studierte Gesang und Klavier an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei Elisabeth Berry-Flechl, Annamaria Rott und Peter Barcaba. Ihre Liebe zur Operette lebt sie seit dem Abschluss des Operettenlehrgangs bei Wolfgang Dosch an der Musik und Kunst Privatuniversität Wien in unterschiedlichsten Operettenrollen auf der Bühne aus. Sei es als Rosalinde in „Die „Fledermaus“, als Gräfin Zedlau in „Wiener Blut“, Hanna Glawari in F. Lehárs Operette „Die lustige Witwe“ oder als Kurfürstin in C. Zellers „Der Vogelhändler“. In Wien war sie zuletzt auch in dem zwei Personen Musical „Die Verführerin“ von Paul Hertel zu sehen. Als Gesangssolistin steht sie mit Big Bands, Orchestern und Bands regelmäßig auf der Konzertbühne. In ihrem Soloprojekt brachte sie, begleitet von der Pianistin Sara Tahmasebi, zeitgenössische Lied-Kompositionen von Peter Barcaba zur Uraufführung.
Liebe Elfriede Schüsseleder, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Spätsommer genießen, ein bisschen Text lernen, für den kommenden Dreh und: mein Buch bewerben, das im Verlag „Bibliothek der Provinz“ jetzt erschienen ist, das ist derzeit vorrangig. Der Buchtitel ist: „Das Reich meiner Mutter“.
Elfriede Schüsseleder, Schauspielerin, Autorin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Ich kann und möchte nicht für Andere sprechen, die Prioritäten jedes Einzelnen sind unterschiedlich, persönliches Glück hat viele Gesichter. Aber, ich glaube, dass Achtsamkeit im Umgang mit den Mitmenschen, sowie größtmögliche Toleranz gegenüber Andersdenkenden, wertfreies Beobachten nicht beurteilen, sich auch positiv auf das „Große Ganze“ auswirken. Unser Innerstes korrespondiert mit dem Außen, wir erschaffen die Welt jeden Tag neu und machen sie zu einem guten oder schlechten Ort.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Aus jedem starken Bühnenerlebnis, ob Schauspiel, Oper oder Tanz, kann der Zuschauer zumindest eine Situation mitnehmen, ( jeder eine andere), die ihn berührt, oder zum Denken angeregt hat. Und in jedem Gemälde von Qualität, steckt eine Ahnung von Erkenntnis. Das war und ist, meiner Meinung nach, die Aufgabe der Kunst, im besten Fall kann sie auf dieser Ebene auch Menschen verändern, sie hat also eine große Verantwortung.
Was liest Du derzeit?
Joey Goebel: Irgendwann wird es gut,
Florian Illis: Zauber der Stille
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Die Liebe verbindet die Vergangenheit mit der Gegenwart und der Zukunft“, das habe ich auch in meinem Buch zitiert. Es ist von Khalil Gibran.
Vielen Dank für das Interview, liebe Elfriede, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspiel-, Buchprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Elfriede Schüsseleder, Schauspielerin, Autorin
Zur Person/über mich: die Leidenschaft für Theater und Balett begann in der Kindheit, schon während der Schauspielausbildung spielte ich an Wiener Kellerbühnen. Danach ging es nach Luzern, weiter nach Klagenfurt, wo ich 18 Jahre blieb.26 Sommer spielte ich bei den Komödienspielen Porcia. Dann ging es weiter nach Aachen und nach Frankfurt – in dieser ganzen Zeit wurde ich mit Traumrollen verwöhnt. Dann kam ich nach Wien, gastierte am Volkstheater und landete schlussendlich in der „Josefstadt“, für fast 19 Jahre, bis 2023. TV und Film sind immer wieder willkommene Genre-Wechsel und jetzt habe ich ein Buch geschrieben und bei Hoanzl (und auf Bandcamp) ist meine CD :“durch deine Aug’n “ erschienen, Knef Lieder, wienerisch.
Elfriede Schüsseleder, 7.9.2024
Aktuelles Buch von Elfriede Schüsseleder:
Das Reich meiner Mutter. Erinnerungen. Elfriede Schüsseleder
Sie liebte das Gute, Wahre und die Schönheit.
Die Josefa ist zwei Jahre alt, als der erste Weltkrieg beginnt und der Vater überlebt ihn nicht. Als der Krieg endet, fängt für sie die große, persönliche Herausforderung ihres Lebens an: Krankheit. Auf einem kleinen Bauernhof, im süd-westlichen Niederösterreich, nach dem Krieg, gibt es keine Möglichkeiten für wirksame medizinische Behandlung. Sie erduldet unmenschliche Schmerzen, Einsamkeit, erhält nur unzureichende Schulbildung – und wächst doch heran zu einer hübschen, selbstbestimmten jungen Frau mit großer, innerer Kraft. Urvertrauen in die gütige Vorsehung kann man es nennen.
Sie kann ihren Wunsch, Schneiderin zu werden, mit viel Ausdauer und Entbehrungen verwirklichen, und auch ihre Sehnsucht nach einer eigenen Familie wird erfüllt. Aber sie und ihr „Auserwählter“ könnten gegensätzlicher nicht sein, dementsprechend turbulent gestaltet sich das Eheleben der beiden. Sie wird das Zentrum der Kraft, das diese Familie, mit vier Kindern, zusammenhält. Durch alle Geldnöte und krankheitsbedingte Erschwernisse hindurch, geht sie mit Humor, Disziplin, Liebe und einer gesunden Portion Hartnäckigkeit ihren Weg, bis zu einem würdevollen Ende hin. Sie war meine Mutter.
19,5×13 cm, 160 Seiten, m. 12 S/W-Abb., fadengeheftetes Hardcover
€ 20,00 €
Aktuelle CD von Elfriede Schüsseleder:
Durch deine Aug’n: Knef Lieder
mit Elfriede Schüsseleder & Band _ CD
1 I fühl mi schuidig
2 Ans und ans san doch zwa
3 I bin nur schlaflos
4 Die oide Frau
5 Dei erstes graues Hoa
6 A Sonnenhuat im weichn Gras
7 A Mann – a Frau – des Mädchen
8 Wötuntagang mit Blick am See
9 Nur mit dir
Bei dem vorliegenden Album handelt es sich um ein Herzensprojekt der aus Theater und Film / Fernsehen bekannten Schauspielerin Elfriede Schüsseleder. Auf „durch deine Aug´n“ überträgt Schüsseleder einige der schönsten, aber auch traurigsten Lieder der unsterblichen Hildegard Knef ins Wienerische und unterstreicht hierbei mit ihren sehr persönlichen Übersetzungen die zeitlose Größe und auch die emotionale Tiefe und Aktualität der Knef Texte. Für die musikalische Umsetzung konnte sie den Akkordeonisten und Arrangeur Miloš Todorovski gewinnen, unter seiner Leitung trägt, zieht und schaukelt eine mit Todorovski, Marko Forlan, Philipp Moosbrugger und Christian Eberle hochkarätig besetzte Jazzband den Zuhörer genüsslich durch die mal leichten, mal schweren, immer auch sehnsüchtigen Lieder.
Linernotes: „Als mir der Akkordeonist und Arrangeur Miloš Todorovski erstmals von einem ins Wienerische übersetzten Knef-Programm erzählte, war ich eher skeptisch. Die sehr verehrte und dennoch ewig unterschätzte Hildegard Knef und ihre Musik, ihre Arbeit mit Cole Porter, Legrand, Kaempfert, ihre Filme, ihre Texte – die Knef begleitet mich schon seit meiner Kindheit, wozu dem bereits vorhandenen Original und dem unüberschaubaren Kanon an Knef-Cover Projekten nun noch eine Wiener Variante hinzufügen? Die Schauspielerin Elfriede Schüsseleder, seit vielen Jahrzehnten für Theater, TV und Film tätig, möchte den sachlichen, klaren und doch so poetischen Texten von Hildegard Knef ihre ganz persönliche, weiche, wienerische Variante gegenüberstellen, weil diese Sprache für sie größtmögliche Poesie und Herbheit verbindet. Diesen Ansatz fand ich spannend. Selber schon „älteres Semester“ wie sie sagt, wollte sie Lieder wählen, die mit dem „später im Leben“ zu tun haben und da sind die Texte der Knef ein reicher Fundus. Miloš Todorovski hat mit seinen Arrangements die Lieder kongenial vom großen Orchester auf die kleine Band übersetzt in dem Bestreben, die Kraft und den Charakter dieser Musik zu bewahren. Nach etwas Planung und nur einer Probe wurde das vorliegende Album unter seiner Leitung an einem kalten Februartag live in meinem Wohnzimmerstudio eingespielt. Ich hoffe, man hört und spürt die Liebe, den Respekt und auch den Spaß, mit dem hier gearbeitet wurde und wünsche mir, dass unsere Arbeit auch außerhalb des Studios auf offene Ohren stößt. Philipp Moosbrugger, Wien, Mai 2024“
Liebe Theresia Töglhofer, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Vormittags arbeite ich für eine Stiftung für Europapolitik, nachmittags schreibe ich. Im Moment bin ich mit „Tatendrang“ auch viel auf Reisen. Das heißt, ich finde mich öfters schreibend im Zug oder an der Bushaltestelle wieder. Manchmal verbringe ich auch einfach nur zu viel Zeit auf Instagram… Aber ich versuche, mich so gut es geht an diese Work-Write-Balance zu halten.
Theresia Töglhofer, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Nicht aufzugeben und nicht das Interesse an Politik und Gesellschaft zu verlieren. Im Moment scheint es so, als hätten (Möchtegern-)Diktatoren, Nationalisten und Kriegstreiber die Oberhand und als wüssten sie auch besser, wie man die Menschen mobilisiert (oder manipuliert). Dem müssen wir etwas entgegensetzen und dafür sorgen, dass Demokratie, Pluralismus und gesellschaftliche Teilhabe nicht nur leere Phrasen oder „alte Gewohnheiten“ sind, sondern auf allen Ebenen gelebt werden.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Wissenschaft, der Kunst an sich zu?
Ich glaube, die Literatur und die Kunst sind ganz gute Wegweiser, wenn es darum geht, aus der Selbstverständlichkeit herauszufinden und die Verhältnisse neu zu betrachten. Wesentlich dabei ist für mich eine gewisse Neugierde bzw. Offenheit; die Fähigkeit, Ungewissheit auszuhalten; die Spielräume, die uns zur Verfügung stehen, auszuloten, zu nutzen, und manchmal auch zu sprengen.
Was liest Du derzeit?
Das „Gießkannen-Buch“. So nenne ich es in Gedanken, weil es einen sehr langen Titel hat: Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne von Saša Stanišić. Es ist kein Roman, aber auch kein klassischer Kurzgeschichtenband. Vielmehr sind es Erzählungen, die miteinander verwoben sind und eine schöne Dramaturgie ergeben; das gefällt mir ausgesprochen gut.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„There are three rules for writing a novel. Unfortunately, no one knows what they are.“ (W. Somerset Maugham)
Theresia Töglhofer, Schriftstellerin
Vielen Dank für das Interview, liebe Theresia, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Theresia Töglhofer, Schriftstellerin
Zur Person: Theresia Töglhofer, geboren 1985 in Graz. Studium der Geschichte und der Internationalen Beziehungen in Graz und Paris, dann Stationen in Belgrad, Brüssel, Wien, Osijek und Berlin. Analystin für die Außen- und Erweiterungspolitik der EU. Zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, u. a. 2015 Jury-Preis für Prosa beim 23. Open Mike, 2017 Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkurses, 2019 Schreibwerkstatt der Jürgen-Ponto-Stiftung und 2023 Shortlist des Wortmeldungen-Förderpreises. Theresia Töglhofer lebt in Berlin und in der Oststeiermark. „Tatendrang“ ist ihr erster Roman.
Aktueller Roman: „Tatendrang“
„Tatendrang“ ist der Roman einer jungen Generation, die das vereinte Europa zu ihrer Spielwiese machen will und dabei selbst zum Spielball fragwürdiger Polit-Strategien wird.
Nach dem Studium hat Hanna Fürst einen der begehrten Praktikumsplätze in der Europäischen Außenzentrale ergattert und ist fest entschlossen, diese Chance zu nutzen. Ihre „Arbeitsgruppe Zukunft“, zu der auch die NGO-Aktivist*innen Lej und Jakov gehören, bekommt die Aufgabe, die friedliche Annäherung von zwei verfeindeten Nachbarstaaten am Rande Europas zu befördern. Doch Hanna verliert sich im rasanten Arbeitstempo und in der Grauzone zwischen Intrigen und Netzwerken. Sie erliegt der Faszination der charismatischen Lej, die als Einzige einen echten Plan zu haben scheint. Als sich die Arbeitsgruppe dagegen wehrt, von einem Krieg eingeholt zu werden, der älter ist als ihre Mitglieder, macht sie sich nicht nur die Zentrale, sondern auch die beiden Nationalstaaten zum Feind …
Der Fall der Fantasie, Markus Grundtner. Roman. Edition Keiper.
Da ist der Tag als Rechtsanwalt im Büro der Kanzleigemeinschaft. Zwischen Leben und Recht. Zwischen Akten und leuchtendem LED-Zeittempo. Eine strukturierte Welt, der Anatol Altmann folgt, Stunde um Stunde.
Doch dann unterbricht die Kanzleiklingel die Ordnung dieser Innenwelt. Ein RSa-Brief wird ihm aus dem Dunkel des Stiegenhauses gereicht. Und dieses Schriftstück vom HGH, dem Höchsten Gerichtshof, hat es in sich:
„Per null Uhr des heutigen Tages unterfällt Rechtsanwalt Dr.Anatol Altmann nicht mehr der sachlichen und örtlichen Zuständigkeit der weltlichen Gerichte. Ihm steht frei, im außerweltlichen Rechtsbereich des HGH erstmals in seinem Leben weltliche Gerechtigkeit zu erwirken.“
Als er tags darauf das ehrwürdige Gebäude des Wiener Gerichts in der Wickenburggasse über den Keller und den Sicherheitscheck betritt, passiert es. Er wird auf den Brief angesprochen und in einem Raum geführt. An diesem Schreibtisch gibt es Papier, Stift, Würfel, wie im Rollenspiel. Die Beschreibung seiner Person, seines Charakters steht jetzt an. Er macht mit. Und nun öffnet sich eine fantastische Welt zwischen Fall und Urteil, Realität und Möglichkeit, Spiel und Gerechtigkeit wie wundersamen Begegnungen….
„Uns stehen nun einmal außergewöhnliche Kräfte zur Verfügung. Warum sollten wir uns ihrer nicht bedienen?“
Der Wiener Schriftsteller Markus Grundtner, der bereits mit seinem Romandebüt „Die Dringlichkeit der Dinge“ Aufsehen erregte und für den Österreichischen Buchpreis 2022 nominiert war, legt nun mit seinem zweiten Roman „Der Fall der Fantasie“ ein begeisterndes literarisches Feuerwerk sprachlicher Virtuosität, Hintergründigkeit wie gesellschaftlichem Brennglas vor, das ohne Zweifel zum Besten deutschsprachiger Gegenwartsliteratur gehört.
Hier spaziert jemand mitreißend und einer einzigartigen formalen Leichtigkeit mit Kafka, E.T.A.Hoffmann, Descartes und Wittgenstein zu den Grundlagen, Spielvarianten und Grenzen von Sprache und Recht entlang von Straßen, Schlaglöchern, Sackgassen und Horizonten des Lebens.
Markus Grundtner ist ein einzigartiger virtuoser wie hintergründiger Sprachtänzer, der neue Maßstäbe in der Verbindung wie Erfindung literarischer Genres setzt. Sein aktueller Roman ist sicherlich eines der Highlights des Jahres.
„Ein begeisternder Roman, der in virtuosem Sprachspiel literarische Genres mit einer Leichtigkeit jongliert und selbstbewusst neu setzt.“
Der Fall der Fantasie, Markus Grundtner. Roman. Edition Keiper.
Preis: AT € 25,00 / DE € 24,32 Seiten: ca. 264 ISBN13: 978-3-903575-22-6 Erscheinungsdatum: 13. September 2024 Sprache: Deutsch Format: 12,0 x 20,0 cm; Pappband
Liebe Ellen Halikiopoulos, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus
Ich beginne meinen Tag am liebsten mit einem Kaffee im Bett. Dabei gehe ich bereits im Geiste die einzelnen Punkte des Tages durch. Den Vormittag nutze ich, um zu üben, mich auf Produktionen und auf meinen Unterricht vorzubereiten.
Um die Mittagszeit geht es dann meistens los mit den Klavier- und Gesangsschülern. Wenn dann abends nicht gerade eine Probe oder Konzert stattfindet und ich nicht noch etwas vorzubereiten habe, liebe ich es, Freunde zu treffen und mich mit ihnen bei einem Gläschen Wein auszutauschen. Meine Beziehungen sind mir besonders wichtig.
Ellen Halikiopoulos, klassische Sängerin und Gesangs – und Klavierpädagogin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Bewusste Entscheidungen zu treffen, halte ich für besonders wichtig. In Anbetracht dessen, was auf der Welt gerade vor sich geht, liegt es wohl an jedem Einzelnen von uns zu entscheiden, ob man voll Angst oder Zuversicht in die Zukunft blickt und dementsprechend agiert.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?
Für wesentlich halte ich es, nicht immer nur aus dem reinen Verstand heraus zu handeln, sondern auch das Herz, das Gefühl und die Intuition miteinzubeziehen. Sich die eigenen Werte in Erinnerung zu rufen und sie zu leben. Musik und Kunst besitzen eine stark transformative Kraft, da sie Gefühle und Emotionen zum Ausdruck bringen. Egal ob in aktiver oder passiver Form dienen sie als Ventil und bringen sie zum Vorschein. Sie unterstützen das Fühlen so, dass nichts mehr zur Seite geschoben werden muss.
Kunst hilft dabei, das Innere sichtbar zu machen und nach außen zu transportieren. Das hat den großen Vorteil, dass es dann nicht früher oder später gewaltsam an die Oberfläche dringen muss.
Was liest Du derzeit?
„The Heroine´s Journey“ von Maureen Murdock
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„May your choices reflect your hopes, not your fears.“
Nelson Mandela
Ellen Halikiopoulos, klassische Sängerin und Gesangs – und Klavierpädagogin
Vielen Dank für das Interview, liebe Ellen viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Ellen Halikiopoulos, klassische Sängerin und Gesangs – und Klavierpädagogin
Zur Person: Ellen Halikiopoulos studierte Gesang und Klavier an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei Elisabeth Berry-Flechl, Annamaria Rott und Peter Barcaba. Ihre Liebe zur Operette lebt sie seit dem Abschluss des Operettenlehrgangs bei Wolfgang Dosch an der Musik und Kunst Privatuniversität Wien in unterschiedlichsten Operettenrollen auf der Bühne aus. Sei es als Rosalinde in „Die „Fledermaus“, als Gräfin Zedlau in „Wiener Blut“, Hanna Glawari in F. Lehárs Operette „Die lustige Witwe“ oder als Kurfürstin in C. Zellers „Der Vogelhändler“. In Wien war sie zuletzt auch in dem zwei Personen Musical „Die Verführerin“ von Paul Hertel zu sehen. Als Gesangssolistin steht sie mit Big Bands, Orchestern und Bands regelmäßig auf der Konzertbühne. In ihrem Soloprojekt brachte sie, begleitet von der Pianistin Sara Tahmasebi, zeitgenössische Lied-Kompositionen von Peter Barcaba zur Uraufführung.
Lieber Peter Wißmann, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Die Augen öffnen und aus dem Fenster schauen: Bricht das erste Sonnenlicht durch die Baumwipfel oder ziehen graue Wolken darüber hinweg? Was immer sich meinem Blick bietet, es ist willkommen. Die frühen Morgenstunden verbringe ich mit meinem Hund am Inn. Beobachte den Lauf des Wassers und das minütlich wechselnde Spiel des Morgenlichts auf den Bergen ringsum, aber ich arbeite auch: Ideen für meine Texte entwickeln, über das nachdenken, was ich am Vortag geschrieben habe, im Kopf an Formulierungen feilen. Und mein kleines Diktiergerät rettet all diese Gedanken vor dem schnellen Vergessen.
Der Vormittag gehört dem Schreiben. Ich schreibe an Manuskripten und anderen Texten, überarbeite sie (immer wieder) oder mache Schreibübungen.
Danach beginnt der andere Teil des Tages mit Einkaufen, Kochen, E-Mails beantworten, Telefonieren, mit anderen Leuten reden und all den Dingen, die unser Leben auch ausmachen.
An manchen Nachmittagen geht das Schreiben weiter, an anderen stehen andere Dinge im Vordergrund. Bei weiteren Spaziergängen mit dem Hund kann sich mein Gehirn erholen, aber fast immer arbeitet es gleichzeitig an meinen aktuellen Schreibprojekten weiter.
Und der Abend? Endlich mal wieder lesen. Romane, Erzählungen, Novellen, Essays, Sachbücher, Artikel und alles, was mich sonst noch interessiert. Es gibt viel davon.
Ach ja: Musik hören natürlich auch! Klassische, aber vor allem zeitgenössische E-Musik (ein unpassendes Wort, ich weiß).
Peter Wißmann, Schriftsteller
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Stopp sagen. Den Fuß vom Gas nehmen. Sich umschauen und genau beobachten, was um uns herum passiert. Augen und Ohren weit öffnen und auf Empfang stellen. Hören, was die Menschen denken, fühlen und sagen. Vor allem die, die nicht in unserer Blase leben, sondern sich in ihren eigenen, oft ganz anderen Welten bewegen. Die Fähigkeit des Beobachtens, des Zuhörens und des Aufeinander-Zugehens scheint uns in den letzten Jahren verloren gegangen zu sein. Aber ohne all das wird es nicht gehen, verlieren nicht nur die Künste ihren Bezugsrahmen, sondern erfährt auch die Gesellschaft immer stärkere Erosionsprozesse. Ende offen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Wir brauchen auf allen gesellschaftlichen Ebenen einen Ruck, einen Neustart, der sich zum Ziel setzt, die Aufmerksamkeit wieder auf das Verbindende, auf den Dialog, auf das gemeinsame Handeln zu lenken, statt sich am Trennenden, am Ausgrenzenden, am Verschanzen in getrennten Welten zu ergötzen. Das kann keine abstrakte ‚Gesellschaft an sich‘ (was genau soll das sein?), dazu muss jeder Einzelne als Teil dieser Gesellschaft seinen Beitrag leisten.
Literatur und Kunst können in diesem Prozess die Rolle spielen, die ihnen seit jeher zukommt (oder zukommen sollte). Max Frisch hat dies in seinem Text „Schwarzes Quadrat“ an einem Beispiel verdeutlicht.
Zu Zeiten der Sowjetunion weilte ein Botschafter in geschäftlichen Angelegenheiten in Leningrad. Seinem Wunsch, die verborgenen Kunstwerke der Eremitage zu sehen, wurde erstaunlicherweise entsprochen. Und so zeigte ihm eine Funktionärin das berühmte schwarze Quadrat von Malewitsch. Der Botschafter sagte:
Sie brauchen doch Malewitsch nicht im Keller zu verstecken, das Volk würde ihn gar nicht ansehen!
Die Dame lachte. Sie irren sich – das Volk könnte nicht verstehen, wozu dieses schwarze Quadrat, aber es würde sehen, dass es noch etwas anderes gibt als die Gesellschaft und den Staat.
Nichts muss so sein, wie es ist! Es geht auch anders!
Die utopische Kraft der Literatur und der anderen Künste ist in unserer unruhigen Zeit notwendiger denn je. Sie kann aber nur wirken, wenn es ihr gelingt, die Sphäre der Eingeweihten zu transzendieren und auch jene zu erreichen, denen bisher der Bezug zu ihr fehlt.
Wie das funktionieren kann, weiß vermutlich niemand genau. Aber wir sollten vermehrt darüber nachdenken. An Fantasie mangelt es der Kunst schließlich nicht!
Was liest Du derzeit?
„Oktoberkind“ von Linda Boström Knausgard. Weil sie hier unerschrocken und höchst poetisch ihren Weg als Frau und Schriftstellerin beschreibt.
„Die Imker“ von Gerhard Roth. Weil es hier um das Wesen des Menschen, seinen Umgang mit der Natur und andere zentrale Fragen für die Gesellschaft und für jeden von uns geht.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen“.
Friedrich Nietzsche
Peter Wißmann, Schriftsteller
Vielen Dank für das Interview, lieber Peter, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Buchprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Peter Wißmann, Schriftsteller
Zur Person: Peter Wißmann, Autor. Lebt und schreibt in Innsbruck. Lange Zeit als Altersexperte tätig, schrieb in diesem Kontext mehrere Sachbücher und war Herausgeber eines deutschsprachigen Magazins.
Viele Jahre lang Haiku-und Haiga-Dichter, zwei Haiku-Bücher, regelmäßige Veröffentlichungen im In- und Ausland
Prosastudium an der Autorenschule Textmanufaktur. Weitere Ausbildungsseminare bei Schriftsteller*innen.
Schreibt Erzählungen und andere Prosa.
2024: Buch „Überschattet“ (Debut als Autor literarischer Prosa).
Aktuell Arbeit an einem Roman.
Ab November 2024 Leiter der Schreibwerkstatt „Wortzauber“ in Innsbruck.
Aktuelles Buch von Peter Wißmann:
Zwei berührende Erzählungen über die Schatten, die Demenz auf Beziehungen werfen kann. In der autobiografischen Erzählung „Freunde“ lebt der eine mit der Diagnose Alzheimer, der andere beschäftigt sich beruflich mit Altersfragen. Die beiden Männer tun sich für ein Buchprojekt zusammen und wollen die Welt ein wenig „aufmischen“. Als die geistigen Fähigkeiten des einen immer mehr nachlassen, nimmt ein gemeinsamer Ausflug eine unerwartete Wendung und stellt die Beziehung der beiden Männer auf eine harte Probe.
„Der Stempel“ erzählt von der 13-jährigen Mila. Ihr Leben ändert sich von einem auf den anderen Tag, als die Demenzdiagnose ihrer Mutter einen Sorgerechtsstreit auslöst. Die Aussicht, aus ihrer Familie herausgerissen zu werden, veranlasst Mila zu einem riskanten Schritt
„Überschattet“ Erzählungen über Demenz. Peter Wißmann
Peter Wißmann zu „Überschattet“:2024 im Frankfurter Mabuse-Verlag erschienen. Das Buch enthält zwei Erzählungen.
Der Untertitel „Erzählungen über Demenz“ wurde vom Verlag gewünscht. Ich selbst denke, die beiden Erzählungen handeln von Menschen, die sich in Konfliktsituationen befinden und Entscheidungen treffen müssen. In beiden Fällen spielt auch das Thema Demenz bzw. eine Demenzdiagnose eine Rolle. Damit werden die Erzählungen aber nicht zu Erzählungen „über Demenz“.
Es wird Buchlesungen geben, so z.B. in Innsbruck und in Hildesheim.
Liebe Lisa Sommerfeldt, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Schreiben, schreiben, schreiben… und wenn möglich, ab und zu in einem schönen See schwimmen und die letzten Sommertage genießen.
Lisa Sommerfeldt, Schriftstellerin, Künstlerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Einfache Antworten auf das Erstarken der AFD in Deutschland wie gerade bei den Wahlen in Thüringen und Sachsen gibt es nicht. Es kann nur jede*r in seinem oder ihrem Bereich weiterarbeiten, versuchen Bewusstsein für Zusammenhänge zu schaffen und beruflich wie privat Zivilcourage zeigen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Wir müssen diese große Sprachlosigkeit aushalten, um sie vielleicht doch irgendwann zu überwinden.
Was liest Du derzeit?
In letzter Zeit haben mich zwei Bücher sehr beeindruckt: „Die Möglichkeit von Glück“ von Anne Rabe und „Unser Deutschlandmärchen“ von Dinçer Güçyeter.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Meinem neuen Stück „WEBEREI oder Die Erfindung des Bademantels“ habe ich ein Zitat von Hannah Arendt vorangestellt: „Beobachtet man die Deutschen, wie sie geschäftig durch die Ruinen ihrer tausendjährigen Geschichte stolpern, dann begreift man, dass die Geschäftigkeit zu ihrer Hauptwaffe bei der Abwehr der Wirklichkeit geworden ist.“
Vielen Dank für das Interview, liebe Lisa, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Theater-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Lisa Sommerfeldt, Schriftstellerin, Künstlerin
Zur Person: Lisa Sommerfeldt schreibt Theaterstücke und Hörspiele. Zahlreiche Auftragsarbeiten für Theater, unter anderem für Landestheater Eisenach/Staatstheater Meiningen und die Oper Bonn. Für den WDR entstanden die Hörspiele „Dorfdisco“, wing.suit“ und „stadt.land.fluss oder die konstruktion der liebe“. Lisa Sommerfeldt war Stipendiatin des 1:1 Mentoring der NRW Literaturbüros, im Künstlerhaus Edenkoben und auf dem Künstlerhof Schreyahn. 2020 erhielt sie ein Arbeitsstipendium des Landes NRW. 2021 war Lisa Sommerfeldt Stipendiatin der Villa Decius in Krakau und INITIAL Sonderstipendiatin der Akademie der Künste. 2022 erhielt sie ein Hörspiel-Stipendium der Film- und Medienstiftung NRW und 2024 der Kunststiftung NRW. Ihre Theatertexte erscheinen im S. Fischer Verlag. Stücke von ihr wurden ins Englische, Französische, Polnische und Russische übersetzt.
Aktuelle Theaterpremiere:
„WEBEREI oder Die Erfindung des Bademantels“
Uraufführung am 14. September 2024 um 19 Uhr 30 am Theater Gütersloh.
Regie und Bühne: Christian Schäfer, Kostüme: Anna Sun Barthold-Torpai, Musik: Miriam Berger, Choreografie: Dhélé Agbetou. Es spielen Vivienne Causemann, Christine Diensberg, Constantin Gerhards, Christiane Hagedorn, Jacques Malan, Volker Schiewer (Bürgerbühne Gütersloh e. V.), Wake up OWL Company, Spielclub 13+
An den heimischen Webstühlen arbeiteten meist Frauen, während später in den Textilfabriken hauptsächlich Männer und Kinder angestellt waren. Im 2. Weltkrieg wurden Zwangsarbeiter:innen ausgebeutet und in der Zeit des Wirtschaftswunders Gastarbeiter:innen ins Land geholt, bevor schließlich die prekäre Arbeit nach Polen und Bangladesch ausgelagert wurde. Wie haben sich Globalisierung und Massenproduktion auf die Textilherstellung ausgewirkt? Wer trägt das Risiko und wer hat Anspruch auf Gewinn, Erbe und Kapital?
Am Beispiel einer fiktiven Fabrikantenfamilie erzählt Lisa Sommerfeldt in „WEBEREI oder Die Erfindung des Bademantels“ von Aufstieg und Fall der großen Ära der Textilherstellung. Angelehnt an deutsche Firmengeschichte, entsteht ein berührendes Generationendrama, das von den wechselhaften Zeiten berichtet: von den bescheidenen Anfängen, dem rauschhaften Aufstieg, den Rückschlägen durch Kriege und die Verstrickung in Nationalsozialismus, Ausbeutung und Zwangsarbeit bis hin zu den Auswirkungen von Massenproduktion und Globalisierung. Gleichzeitig ist „WEBEREI oder die Erfindung des Bademantels“ ein Bild für die Gesellschaft und ihre Verbindungen, Seilschaften und Abhängigkeiten. Und dafür, wie jeder und jede versucht, Geld zu verdienen, seinen Platz zu finden, nützlich oder womöglich unentbehrlich zu sein, sich zu vernetzen und sein oder ihr Glück zu machen.
Verwebt in einem weiteren Erzählstrang erzählt der Chor der Seidenraupen von ihrem Versuch, im 18. Jahrhundert in Deutschland heimisch zu werden. Das scheiterte zunächst an den Witterungsbedingungen, wurde aber im 20. Jahrhundert von den Nationalsozialisten als Beitrag der Schulen und Altenheime für die Kriegswirtschaft wieder aufgenommen, um Fallschirmseide für die Luftwaffe zu gewinnen.
Laura Maria Korhonen, Musikerin, Tänzerin, Gesangs- und Kindertanzpädagogin
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Laura Maria Korhonen, Musikerin, Tänzerin, Gesangs- und Kindertanzpädagogin
Zur Person: Laura Maria Korhonen
Geboren 1985 in Turku, Finnland. Aufgewachsen in Helsinki. Musik und Tanz begleiteten ihr bis in die Universität, wo sie Musikwissenschaft und Popjazzgesangspädagogig studierte. Blieb nach ihrem Austauschjahr in 2009 in Wien und studierte Jazzgesang bei der Ines reiger an der MUK. Gründerin und Sängerin der Crossover Band Satuo (www.satuo.at) seit 2011. Verliert ihr Gehör zwischen 2010 und 2018, bekam aber Cochlea Implantate von MEDEL in 2019 und ist eine von den ersten Profimusikerinnen und Musiklehrerinnen, die Bilateral Implantiert ist.
Unterrichtet Popjazzgesang und Musikalische Früherziehung in mehreren Musikschulen im Waldviertel, in Niederösterreich. Außerdem ist sie eine diplomierte Kindertanzpädagogin und unterrichtet Tanz in der Musikschule und leitet diverse Tanzkurse seit 10 Jahren.
Liebe Laura Maria Korhonen, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich unterrichte das ganze Schuljahr und deshalb schaut mein Tagesablauf im Sommer immer freier und anders aus. Ich habe auch zwei Kinder, die besonders im Sommer meinen Tagesablauf bestimmen. Ich versuche aber immer wieder Zeit für mich und meine kreative Arbeit zu finden, was nicht immer leicht ist…Ich bin gehörlos, trage aber Cochlea Implantate. Hören spielt eine sehr wichtige Rolle in meinem Beruf und deshalb muss ich mir auch genug Platz für Selbstfürsorge und Hörpausen nehmen.
Laura Maria Korhonen, Musikerin, Tänzerin, Gesangs- und Kindertanzpädagogin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Empathie, Akzeptanz, Toleranz und Mitgefühl.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden jetzt wir alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der an sich zu?
Die Kraft aller Kunstformen ist enorm. Deshalb finde ich es eine sehr wichtige Aufgabe für uns KünstlerInnen aber auch uns Pädagogen und Pädagoginnen dies weiter zu vermitteln, dass Kunst keine Grenzen haben soll. Kunst gibt uns neue Perspektiven und spiegelt unsere Welt und Menschlichkeit in allen Formen und Ebenen.
Was liest du derzeit?
Ich bin eine Leserin, die immer mehrere Bücher gleichzeitig liest. Ich bin ein emotionaler Stimmungsmensch und das Buch muss in dem Moment passend sein. Ausserdem lese ich auf deutsch, finnisch und englisch. Zurzeit lese ich ein Dystopisches Buch “Gras” von Bernhard Riegel, das sehr spannend ist. Ich höre auch viele Hörbücher und zurzeit höre ich “Doppelgänger” von Naomi Klein auf finnisch an.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest du uns mitgeben?
“Toleranz ist anerzogen und nicht angeboren.” Umberto Eco.
Laura Maria Korhonen, Musikerin, Tänzerin, Gesangs- und Kindertanzpädagogin
Vielen Dank für das Interview, liebe Laura Maria, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musik-, Tanzprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Laura Maria Korhonen, Musikerin, Tänzerin, Gesangs- und Kindertanzpädagogin
Zur Person: Laura Maria Korhonen
Geboren 1985 in Turku, Finnland. Aufgewachsen in Helsinki. Musik und Tanz begleiteten ihr bis in die Universität, wo sie Musikwissenschaft und Popjazzgesangspädagogig studierte. Blieb nach ihrem Austauschjahr in 2009 in Wien und studierte Jazzgesang bei der Ines reiger an der MUK. Gründerin und Sängerin der Crossover Band Satuo (www.satuo.at) seit 2011. Verliert ihr Gehör zwischen 2010 und 2018, bekam aber Cochlea Implantate von MEDEL in 2019 und ist eine von den ersten Profimusikerinnen und Musiklehrerinnen, die Bilateral Implantiert ist.
Unterrichtet Popjazzgesang und Musikalische Früherziehung in mehreren Musikschulen im Waldviertel, in Niederösterreich. Außerdem ist sie eine diplomierte Kindertanzpädagogin und unterrichtet Tanz in der Musikschule und leitet diverse Tanzkurse seit 10 Jahren.
Chance im Sinne des Menschenwohls zu nutzen, wenn wir nur
Einig sind.
Peter Wißmann, 2.9.2024
Peter Wißmann, Schriftsteller
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace
Peter Wißmann, Schriftsteller
Zur Person: Peter Wißmann, Autor. Lebt und schreibt in Innsbruck. Lange Zeit als Altersexperte tätig, schrieb in diesem Kontext mehrere Sachbücher und war Herausgeber eines deutschsprachigen Magazins.
Viele Jahre lang Haiku-und Haiga-Dichter, zwei Haiku-Bücher, regelmäßige Veröffentlichungen im In- und Ausland
Prosastudium an der Autorenschule Textmanufaktur. Weitere Ausbildungsseminare bei Schriftsteller*innen.
Schreibt Erzählungen und andere Prosa.
2024: Buch „Überschattet“ (Debut als Autor literarischer Prosa).
Aktuell Arbeit an einem Roman.
Ab November 2024 Leiter der Schreibwerkstatt „Wortzauber“ in Innsbruck.
Aktuelles Buch von Peter Wißmann:
Zwei berührende Erzählungen über die Schatten, die Demenz auf Beziehungen werfen kann. In der autobiografischen Erzählung „Freunde“ lebt der eine mit der Diagnose Alzheimer, der andere beschäftigt sich beruflich mit Altersfragen. Die beiden Männer tun sich für ein Buchprojekt zusammen und wollen die Welt ein wenig „aufmischen“. Als die geistigen Fähigkeiten des einen immer mehr nachlassen, nimmt ein gemeinsamer Ausflug eine unerwartete Wendung und stellt die Beziehung der beiden Männer auf eine harte Probe.
„Der Stempel“ erzählt von der 13-jährigen Mila. Ihr Leben ändert sich von einem auf den anderen Tag, als die Demenzdiagnose ihrer Mutter einen Sorgerechtsstreit auslöst. Die Aussicht, aus ihrer Familie herausgerissen zu werden, veranlasst Mila zu einem riskanten Schritt
„Überschattet“ Erzählungen über Demenz. Peter Wißmann
Peter Wißmann zu „Überschattet“:2024 im Frankfurter Mabuse-Verlag erschienen. Das Buch enthält zwei Erzählungen.
Der Untertitel „Erzählungen über Demenz“ wurde vom Verlag gewünscht. Ich selbst denke, die beiden Erzählungen handeln von Menschen, die sich in Konfliktsituationen befinden und Entscheidungen treffen müssen. In beiden Fällen spielt auch das Thema Demenz bzw. eine Demenzdiagnose eine Rolle. Damit werden die Erzählungen aber nicht zu Erzählungen „über Demenz“.
Es wird Buchlesungen geben, so z.B. in Innsbruck und in Hildesheim.