Zur Person_Gabrielle Alioth wurde 1955 in Basel geboren, studierte Wirtschaftswissenschaften und Kunstgeschichte an den Universitäten Basel und Salzburg und lebt seit 1984 als Schriftstellerin in Irland. Neben Romanen publiziert sie Kinder-, Reise- und Sachbücher sowie Lyrik und arbeitet journalistisch. 2017–2020 Mitglied der Programmkommission der Solothurner Literaturtage. 2019 Kulturpreis der Gemeinde Riehen.
Liebe Melinda Bauer, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Morgens nach dem Aufstehen begrüßt mich erstmal eine Hundeschnauze. Nach kurzem Streicheln und einem Kaffee gehe ich mit meiner Hündin eine Stunde lang ins Grüne. Diese Stunde ist extrem wichtig für mich, es ist eine Stunde in der ich meine Gedanken ordnen kann.
Danach telefoniere ich mit meiner besten Freundin, ein Ritual seit unserer Kindheit.
Meine Arbeit ist ein Switch zwischen TheaterLiteraTour – meinem Projekt für Kinder und Jugendliche in Krankenhäusern und Hospizen, und meinem Nebenjob als Dolmetscherin. Also ein starker Kontrast zwischen der surrealen Welt und der Realität, mit Kostümwechsel und allem was dazu gehört .
Melinda Bauer, Theaterpädagogin
In meiner Theaterarbeit bin ich Fee Skara die schwerkranke Kinder, zusammen mit ihrem Monster Milo, aus ihrer Märchenwelt Anaru besucht, und Hoffnung in die Klinik bringt. Grundlage meines Projektes sind szenische Lesungen, begleitet von theatralischen Elementen und Musik, welche die Handlung unterstreichen. Die Märchenheldin taucht mit den Kindern in ihre magische Welt ein, in der sie sich gemeinsam in lustige und spannende Abenteuer stürzen. Mein Buch erzählt vom Leben, Freude, Hoffnung und auch von Not. Mit den Helden aus dem Märchen gehen die zuhörenden Kinder ohne Angst den gefahrvollen Weg dem guten Ende entgegen. Das stärkt das Vertrauen in die eigene Kraft, was den Heilungsprozess fördert. Skara besitzt magische Kometensplitter, die sie nach der Theateraufführung den Kindern als Talisman und Mutmacher schenkt. Dieses Projekt, kranken Kindern glückliche Momente zu schenken, bedeutet mir sehr viel. Über den deutschsprachigen Raum plane ich auch Besuche in Ungarn.
Ich möchte einen kleinen Teil dazu beitragen, Menschen mit meinem Projekt daran zu erinnern, wieviel wir mit Liebe, Zusammenhalt und Empathie erreichen können.
Irgendwann hat der Tag auch ein Ende und ich lese gerne vor dem Einschlafen oder verbringe Zeit mit meiner Familie und meinen lieben Freunden. Diese wundervollen Menschen geben mir immer Kraft. Ich bin sehr dankbar für meine Familie und für meine Freunde.
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Ich denke, dass sogar die simpelsten Dinge auch die wichtigsten sind, denn in so einer schnelllebigen Welt vergisst man genau diese Sachen zu oft. Damit meine ich vor allem nicht nur das Reden, sondern auch das aktive Zuhören. Wir haben manchmal ein so starkes Verlangen gehört zu werden, dass wir andere nicht hören. Ist diese Grundlage erfüllt ist die Basis gelegt für Fortschritt.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Kunst ist so ein breiter Begriff, aber hauptsächlich formen alle Arten von Kunst und Medien unser Verständnis der Welt. Kunst ist zuallererst Übermittler von Ideen und Vorstellungen, Kunst ist das Mikroskop, das ein Künstler auf die Geheimnisse der Welt einstellt. Bei dem ganzen Tumult in der Welt ist eine klare Kommunikation entscheidend und Kunst kann genau das sein. Deshalb sollte die Kunst auch stärker gefördert werden.
Was bei einem Aufbruch aber abseits davon wesentlich ist, ist sehr schwierig zu beantworten, aber die grundlegenden Begriffe, wie Respekt und Offenheit, geben den Ton in jedem Diskurs an.
Für mich persönlich ist bei einem Neubeginn entscheidend, dass man auch seine eigenen Grenzen überschreitet und Neues ausprobiert, von dem man früher nicht gedacht hätte, so etwas zu machen, also sozusagen mutig zu sein..
Was liest Du derzeit?
Terézia Mora – Das Ungeheuer
In ihrem Roman geht es um eine depressive Frau, welche Suizid begannen hat. Interessant ist hierbei, dass man zwei Erzählperspektiven hat. Durch einen horizontalen Trennstrich im Buch hat man oben die Perspektive des Ehemannes und unten die dazu passenden Einträge des Tagebuchs der verstorbenen Ehefrau.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„In dem Moment, in dem wir erkennen, dass unsere Zeit nicht unendlich ist, beginnen wir, diese Spanne mit aller Energie und aller Leidenschaft zu füllen, über unsere Grenzen hinauszudenken und jeden Augenblick so intensiv zu leben, wie wir es als Kinder getan haben.“
Vielen Dank für das Interview liebe Melinda Bauer, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theaterprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
Chroniken werden Genaues berichten, wenn endlich wieder Frieden ist.
Reinhard Bottländer, 11.6.2023
Reinhard Bottländer, Schriftsteller
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:
Reinhard Bottländer, Schriftsteller
Zur Person_Reinhard Bottländer wurde 1948 in Bochum geboren. Im Alter von 17 Jahren nahm er seinen Dienst bei der Polizei des Landes Nordrhein-Westfalen auf. Von der Schutzpolizei wechselte er im Jahr 1972 in den Kriminaldienst. Während dieser Zeit arbeitete er auch immer wieder in verschiedenen Mordkommissionen mit. Im Rahmen der Neuorganisation der Polizei im Jahr 1994 wechselte er in die Führungsstelle der Polizeiinspektion Bochum-Mitte, bis er Ende des Jahres 1999 wegen einer schweren Krankheit vorzeitig aus dem Dienst ausschied. Eine zweite schwere Krankheit im Jahr 2020 hinterließ erhebliche motorische Defizite und beeinträchtigt seine schriftstellerische Arbeit seitdem erheblich.
Von 1978 bis 1988 wurden mehrere Kinder-und Jugendbücher von ihm in verschiedenen Buchverlagen veröffentlicht. Es gab Anthologiebeiträge und Rundfunksendungen. Kurzgeschichten wurden in Schulbüchern und Zeitungen abgedruckt.
Er ist Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller NRW (VS) , Friedrich-Bödecker-Kreis NRW und im Verein zur Förderung der deutschsprachigen Kriminalliteratur „Das Syndikat e.V“.
Reinhard Bottländer lebt mit seiner Frau Karin in Castrop-Rauxel.
Da Kärnten für lange Zeit sein zweites Zuhause war, ist die Handlung seines 3. Kriminalromans (Balkan Connection – Die Spur führt nach Feldkirchen) auch dort angesiedelt. Näheres dazu erfährt man über Google und Wikipedia
Da ist die Welt und da das Whiteboard. Dazwischen Dr. Markward Hain, Philosoph, der einen Deutsch-Sprachkurs leitet. Worte wechseln, Situationen entstehen, Emotionen. Das Whiteboard füllt sich. Außen und Innen. Worte wie Pfeile. Stille. Ende.
Jetzt der Weg nach Hause. Die neue Wohnung in der Waldeinsamkeit. Die U-Bahn, der Bus, der Fußweg. Stille. Angekommen. Allein. Niemand wartet hier.
Der Schlaf bei offenem Fenster. Der Morgen. Kaffee und Zigarette in der Bäckerei. Das individuelle Leben geht weiter…
Arno Dahmer, Schriftsteller, Germanist, Journalist legt mit „Ein Mythos von mir“ seinen ersten Roman vor, der in seinem packenden Schreibstil und der vielfältigen philosophischen Referenzen und deren literarischen Umsetzungen überrascht wie begeistert. Die Philosophie des Existentialismus wird hier im mutigen literarischen Konzept mit Zeit und Gegenwart in Lebensgeschichte, Individualität und Identität spannend verbunden.
Dahmer versteht es meisterhaft einen individualistischen Lebensstil beispielhaft im Jetzt zu öffnen und anschaulich erlebbar zu machen. Leserin und Leser folgen Dr.Hain unterhaltsam wie nachdenklich bis zum vieldeutigen Ende…
„Ein Roman, der Mensch und Individualität spannend, mitreißend und tiefsinnig zu öffnen weiß!“
„Ein Mythos von mir“ Arno Dahmer. Roman. kul-ja! publishing
Lieber Volker Sielaff, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Am Morgen Kaffee in meiner Lieblingskaffeebar, wo zum Glück auch immer zwei Tageszeitungen ausliegen. Danach bin ich wieder zu Hause am Schreibtisch und dort momentan beschäftigt mit einem Essay über Horaz und Ovid, den ich gern schreiben möchte. Gedichte klopfen an, wenn sie herein wollen, die Klingel ist kaputt. Manchmal weht auch nur eine erste Zeile durchs Fenster herein. Manchmal auch nur eine Wespe oder Hummel. Oder der Duft von Flieder oder das Rufen der Kinder unten im Hof. Überall Welt. Am Abend Freunde und Lektüren.
Volker Sielaff, Schriftsteller
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Für „uns alle“ zu sprechen fühle ich mich nicht in der Lage. Wer ist „wir“? In „wichtig“ steckt der Wicht, und im Wicht ist ein kleines, verschämtes ich versteckt. Lassen wir sie in Ruhe und gehen unseres Wegs, jeder seinen.
Es wird jetzt ein Neubeginn sein, von dem wir gesellschaftlich und persönlich stehen werden. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt der Literatur dabei zu?
Die Literatur soll das Schöne bekräftigen, was nicht bedeutet, dass sie schöntuerisch sein sollte. Eine „Rolle“ sollte die Literatur sich aber von nichts und niemandem aufdrängen oder zuschreiben lassen. Sie ist ein rollenloses Genre, gibt sich ihr eigenes „Gesetz“ und bleibt grundsätzlich unberechenbar. Sie handelt nicht „von“ oder „über“ etwas, sondern erkundet die Welt mittels Sprache. So jedenfalls diejenige Literatur, die mich etwas angeht.
Was liest Du derzeit?
Immer vieles gleichzeitig. Anne Carson: Irdischer Durst; Radmila Petrovic: Meine Mama weiß, was in den Städten vor sich geht; Ralf Rothmann: Theorie des Regens; Ovid: Briefe aus der Verbannung; Franz Hodjak: Gedenkminute für verschollene Sprachen; Roland Barthes: Proust
Welches Zitat, welche Textstelle möchtest Du uns mitgeben?
„Gestern ging mir der Schuh auf. Ich wusste mir aber zu helfen.“ (Mein neuester Einzeiler, hexametrisch. Ich liebe Einzeiler!)
Vielen Dank für das Interview lieber Volker Sielaff, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Volker Sielaff, Schriftsteller
Foto_ Anja Schneider
13.5.2023_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.
Passion, die Leidenschaft, sich gegen Krieg einzusetzen
Erleben – die herrliche Natur und die Tierwelt
Alles Mögliche Gute versuchen
Chance für die Ärmsten in der Welt
Einfühlsam für andere Personen sein
Anfangen sich zu ändern
Charisma
Herausforderung annehmen
Akzeptieren andererer Menschen
Nachdenken über dieses und jenes
Chaos vermeiden
Einfach mit dem Leben anfangen
Karin Bottländer, 11.6.2023
Karin Bottländer, Schriftstellerin
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:
Karin Bottländer, Schriftstellerin
Zur Person_Karin Bottländer, 1950 geboren in Castrop-Rauxel (NRW), lebt immer noch in Castrop-Rauxel in einem kleinen Bauerndorf in Merklinde. Sie besuchte die Wirtschaftsschule mit Abschluss und erlernte den Beruf als Industriekauffrau. Einige Jahre später wechselte sie beruflich ins Bankwesen. Nebenbei und ehrenamtlich war sie auch 20 Jahre im Vorstand eines großen Reitvereins. Hier setzte sie sich für die Geschäfte des Vereins und besonders auch für die Jugend (pädagogisches Reiten) ein. 20 Jahre pendelt sie zwischen der Ferienwohnung in Kärnten (Österreich) und ihrem Wohnsitz in Castrop-Rauxel. Nach schwerer Krankheit ihres Mannes (2020) gab sie ihre Tätigkeit im Verein auf und übernahm die Pflege ihres Ehemannes Reinhard.
Für Zeitungen war sie als freiberufliche Journalistin tätig. Schriftsteller Porträts „Sie schreiben im Pott“ und Rezensionen für das „Jugendbuch Magazin“ wurden von Ihr veröffentlicht.
2019 erschienen 2 Pferderomane „Massimo „Eine Pferdegeschichte“ und Turbulente Zeiten“ (Mitautor ihr Ehemann)
2023 wurden die Pferdebücher als Sammelband (Tierbuchverlag Irene Hohe) neu veröffentlicht.
2021 wurden einige Gedichte in mehreren Anthologien veröffentlicht.
In der Anthologie „Die Zeche zahlen“ ist Karin Bottländer (Mitautor ihr Ehemann) mit einer Kurzgeschichte „Grubenpferd oder Spalier für Oskar“ vertreten.
Sie ist Mitglied im „Verband deutscher Schriftsteller NRW“(VS)
Momentan in Arbeit ein Lyrikband und ein Kurzgeschichtenbuch mit Reinhard Bottländer.
Liebe Waltraud Mittich, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich schreibe an einem neuen Text. Weil ich eine Einladung habe zu den Wochenendgesprächen in Innsbruck zum Thema HERKUNFT, auch wegen meines Buches Ein Russe aus Kiew, dessen Thema meine ukrainische Herkunft von Seiten meines Vaters ist, schreibe ich nun an der Familiengeschichte mütterlicherseits. Das Thema ist umfangreich, die Vorfahren reichen dokumentiert bis ins 16. Jahrhundert. Da bleibt nicht mehr viel Platz für anderes, ausgenommen meine Enkelkinder.
Waltraud Mittich, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Ich sehe die Spaltung in der Gesellschaft als sehr großes Problem, aber auch die Entwicklung bei der KI sollten wir gut beobachten und entsprechende Gesetze schon jetzt ausarbeiten, das Urheberrecht ect. neu definieren usw.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Mein Schreiben bewegt sich zwischen Essay und Erzählung, weil ich glaube, dass ich auf diese Weise am besten politisch, geopolitisch und gesellschaftlich relevante Themen vermitteln kann.
Was liest Du derzeit?
Ich lese“ Lotte in Weimar“ von Thomas Mann und gleichzeitig seine Biographie von Hanjo Kesting
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Es riecht nach Opfer in deiner Nähe“ lässt Thomas Mann Charlotte Buff zu Goethe sagen bei ihrem Besuch in Weimar. Und meint seine Abgehobenheit, seine Kühle, seine Distanz.
Wir alle sollten diesen Satz auch auf uns beziehen und teilnehmen, was auch Bereitschaft zu teilen bedeuten muss.
Vielen Dank für das Interview liebe Waltraud, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Waltraud Mittich,Schriftstellerin
Zur Person_
Waltraud Mittich _geboren 1946 in Bad Ischl; 1952 Übersiedlung nach Südtirol; Studium „Lingue e letterature straniere e moderne“ an der Universität Padua; anschließend Unterrichtstätigkeit. Lebt in Südtirol.
Da ist das Leben und da ist der Tod. Blitzschnell. Wie ein Bienenstich in Maria Rain. Und so steht es auch in der Kärntner Tagespost:
„…Eine 32-jährige Imkerin wurde offensichtlich während der Arbeit von einer Biene in den Hals gestochen…Als der Notarzt eintraf, stellte er nur noch den Tod fest.“
Der Journalist Ernesto Valenti will dieser knappen Zeitungsmeldung nachgehen und stößt in seinen Gesprächen, Recherchen auf viele Hintergründe und Zusammenhänge im „Bienenstock“ menschlicher Abgründe…
Wilhelm Kuehs legt mit seinem neuen Kärnten-Krimi eine mitreißend spannende wie regional wunderbar eingebettete Geschichte vor, die ein besonderes Lesevergnügen ist!
Der renommierte in Kärnten lebende Autor versteht es wunderbar Situationen, Begegnungen in einmaliger Sprachkraft „bienenstichgleich“ virtuos lebendig werden zu lassen und Leserin und Leser bis zum überraschenden Finale der „Bienenkönigin“ begeistert mitzunehmen.
Die Bienenkönigin. Wilhelm Kuehs. Kriminalroman. Federfrei Verlag.
Zur Person_Theodora Bauer *1990 in Wien, Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (Magisterium) und der Philosophie (Bachelor) an der Universität Wien.
Publikation des Debütromans „Das Fell der Tante Meri“ (2014) und des zweiten Romans „Chikago“ (2017) im Picus Verlag. Mit ihren Theaterstücken steht Theodora Bauer seit 2016 bei Schultz & Schirm unter Vertrag.
Teilnahme am 20. Klagenfurter Literaturkurs im Rahmen des Ingeborg-Bachmann-Preises mit dem Manuskript von „Chikago“ (2016). „papier.waren.pospischil“ gewinnt den 1. Preis beim Festival „Die Freiheit des Lachens“ am Salzburger Landestheater (2017) und wird im März 2019 dort uraufgeführt. Theodora Bauer erhält den Anerkennungspreis der Burgenlandstiftung Theodor Kery für „Chikago“ (2018) und das DramatikerInnenstipendium des Bundes für ein in Arbeit befindliches Theaterstück (2018). Die Süddeutsche Zeitung setzt den Roman auf die Liste der „10 Bücher des Jahres“ (2017). Mit „Chikago“ kommt sie ins Finale des Alpha-Literaturpreises 2018. 2019 erhält Theodora Bauer den Förderungspreis für Literatur der Stadt Wien. 2019-2020 verbringt sie zwei Monate am Deutschen Haus der New York University in NYC im Rahmen eines Schreibaufenthaltes. Im Spring Term 2022 ist Theodora Bauer Writer in Residence und Gastdozentin an der BGSU (Bowling Green State University) in Ohio. 2022 erhält sie sowohl das Projektstipendium des Bundes für ihren neuen Roman als auch den rotahorn-Literaturpreis.
Sie moderiert die Literatursendung „literaTOUR“, die im österreichischen Sender ServusTV ausgestrahlt wird.
Anna Felnhofer, Schriftstellerin _ Wien _ nominiert Bachmannpreis 2023
Anna Felnhofer Schriftstellerin, Bachmannpreis Nominierte 2023, Wissenschaftlerin.
Herzlich willkommen, liebe Anna Felnhofer, Schriftstellerin _ Wien, Nominierte zum Bachmannpreis 2023, hier am Romanschauplatz „Malina“ (Ingeborg Bachmann, 1971).
Wie gehst Du als Schriftstellerin und Psychologin auf den Bachmannpreis zu?
Nervös wie alle anderen, glaube ich (lacht). Ich bin sehr gespannt und da ist viel Vorfreude auf diese riesengroße Chance mich weiterzuentwickeln. Es freut mich wahnsinnig, diese Chance zu bekommen. Ich hoffe, dass ich sie gut nützen kann.
Ich möchte den Bachmannpreis gerne als besonderes, positives Erlebnis abspeichern.
Gibt es besondere psychologischen Techniken, die Dir in der Situation der Präsentation, des Wettbewerbes helfen könnten?
Ich weiß nicht, ob dies anderes ist als bei Kollegen und Kolleginnen. Mir helfen etwa Techniken, wie man kognitiv umstrukturieren oder sich entspannen kann. Ob ich das dann wirklich so umsetzen kann, werde ich sehen (lacht).
Ich bin sehr gespannt den Wettbewerb vor Ort zu erleben und bin auch gespannt, ob ich es schaffe, ruhig und gelassen zu bleiben, wenn über meinen Text diskutiert wird.
Ich habe an anderen immer sehr bewundert, wie sie mit einem „pokerface“ nach der Lesung und während der Jurydiskussion dasitzen können und zumindest den Eindruck erwecken, als würde es sie nicht allzu sehr fertigmachen oder tangieren
Kannst Du Dir vorstellen Dich in der Jurydiskussion zu Wort zu melden?
Das kommt natürlich ganz auf die Situation an. Ich habe es jetzt nicht vor und glaube auch nicht, dass es hilfreich und zielführend ist. Ich möchte mich in die Jury-Diskussion nicht allzu sehr einmischen. Der Text ist ja da, um rezipiert zu werden, ohne mein Zutun. Ich kann das schon den Juroren:innen überlassen. Zudem weiß ich, dass Brigitte Schwens-Harrant, die mich einlud, in der Jury sitzt und den Text vielleicht ein Stück weit verteidigen könnte.
Gibt es persönliche Rituale, die Du in Klagenfurt anwenden willst?
Ich werde versuchen, mir positive Dinge vorzusagen, um möglichst auch körperlich entspannt zu sein. Atemtechnik, autogenes Training, progressive Muskelentspannung sind da durchaus gut einsetzbar. Überwältigend wird die Situation bestimmt sein, und Vorbereitung hilft da nur bedingt.
Wie hast Du bisher den Bachmannpreis verfolgt? Warst Du vor Ort?
Vor Ort war ich nicht, ich habe es aber die Jahre hinweg, gut 20 Jahre, medial mitverfolgt. Die Lesungen gesehen, die Texte gelesen. Ich bin schon sehr gespannt, wie es vor Ort tatsächlich ist.
Ich war letzte Woche per Zufall bei einem Kongress in Klagenfurt und das war auch das erste Mal. Es war sehr nett, etwas vorzuschnuppern (lacht) und die Stadt, den Wörthersee kennenzulernen, zu erleben und sich darauf einzustimmen.
Wir dürfen ja zum Klagenfurter Lesetext inhaltlich nichts verraten. Wie war denn der Entstehungsprozess?
Der Text ist auf Klagenfurt, auf die vorgegebene Lesezeit abgestimmt und konzipiert.
Mit dem Thema, der Idee des Textes beschäftige ich mich schon sehr lange. Am Text selbst habe ich sehr lange gefeilt. Es ist bei mir immer so, dass ich sehr viele Revisionszyklen habe, den Text auch liegenlasse, aus der Distanz lese.
Dein Text wird in Klagenfurt bewertet. Was wünscht Du Dir von der Jury?
Eine faire, wertschätzende, für mich lehrreiche Diskussion. Ich denke, das wird auch so sein.
Ich werde aber sicherlich auch einiges Neues zu meinem Text hören, das ich so nicht erwarte. Ich bin neugierig, wie mein Text rezipiert wird.
Was wünscht Du Dir vom Publikum in Klagenfurt?
Interesse. Aber das werden sie mitbringen, nehme ich an, sonst wären sie nicht da (lacht).
Auch die eine oder andere Rückmeldung. Das war auch eine der schönsten Erlebnisse bei meinem ersten Roman von verschiedenen Personen zu erfahren, was das Buch bewirkt hat, wie sie es gelesen haben und was ihnen aufgefallen ist, weil ich natürlich nicht alles in der Hand habe, ich habe eine Intention, die ich versuche umzusetzen, aber was damit gemacht wird, hängt immer von der Leserin/dem Leser ab. Das sagt viel über die einzelnen Personen aus, aber es hilft mir auch, mich weiterzuentwickeln – darauf wird geachtet, so ist es angekommen – darauf freue ich mich auch in Klagenfurt. Das ist für mich wieder eine Möglichkeit zu lernen.
Wie wirst Du Dich in Klagenfurt selbst auf den Wettbewerb einstimmen? Gibt es eine frühe Anreise?
Ich reise am Dienstag vor der Eröffnung des Bachmannpreises an. Am Dienstagabend gibt es bereits in Klagenfurt eine Veranstaltung für die Autoren:innen. Vielleicht kann ich auch den folgenden Tag nützen, um etwas anzukommen. Das muss reichen (lacht).
Weißt Du schon, wie Du die Zeit um den Wettbewerb in Klagenfurt verbringen willst? Gibt es da schon Pläne für das Kennenlernen der Stadt?
(nickt, lacht) Ja, der Wörthersee und Laufen, den Berg rauf, etwas Kortisol abbauen (lacht). Ich hoffe, dass das Wetter gut ist und es die Möglichkeit gibt, diese wunderschöne Natur in und um Klagenfurt zu genießen und in einen intensiven Austausch mit den Leserinnen und Lesern zu kommen.
Welche Bezüge gibt es von Dir zur Namensgeberin des in Klagenfurt am Sonntag den 2.Juli zu vergebenden Bachmannpreis?
Ich habe Bachmann Texte sehr gerne gelesen und in der „Ingeborg Bachmann“ Phase fast alles von ihr. Das trifft aber auch auf andere Schriftsteller:innen zu.
In meinem ersten Roman („Schnittbild“, Anna Felnhofer, Luftschacht Verlag, Wien 2021, zweite Auflage 2023) ist auch ein Zitat von Ingeborg Bachmann aus Malina vorangestellt („Wenn jemand alles ist für einen anderen, dann kann er viele Personen in einer Person sein.“ Ingeborg Bachmann, Malina. Anm.).
Das Malina Zitat hat die Idee meines Romans sehr gut getroffen.
Wie liest Du den Roman „Malina“ von Ingeborg Bachmann?
Ich lese vermutlich ein Buch wie jede Schriftstellerin und versuche am literarischen Stil, der Form zu lernen. So habe ich auch Malina gelesen. Natürlich ist auch die Psychologin nicht ausgeschlossen und es gibt auch da Inspirationen oder weiterführende Zugänge. Aber ich habe den Roman nicht primär aus klinisch-psychologischer Sicht gelesen.
Was kam bei Dir zuerst? Das Schreiben oder die Psychologie?
Zuerst das Schreiben. Es begann in der Kindheit, Jugend. Ich schrieb immer sehr gerne und es war auch früh der Wunsch da, einmal mehr daraus zu machen. Aber wie es so ist, schreiben braucht seine Zeit, bis sich das passende Thema findet, der Stil entwickelt.
In der Zwischenzeit habe ich studiert, bin zur Wissenschaft gekommen und habe auch daran großen Gefallen gefunden. Ich arbeite primär in der Forschung zum Thema – Virtuelle Realitäten. Das ist bereichernd und inspirierend.
Gibt es für Dich in den Arbeitsprozessen von Literatur und Psychologie Wechselwirkungen, verbinden sie sich auch?
So ganz fremd sind sich ja diese Bereiche nicht, nur vielleicht auf den ersten Blick (lacht). Es gibt viele Querverbindungen und beides macht mich als Schriftstellerin wie auch als Wissenschaftlerin aus.
Grundsätzlich geht es bei beiden um fiktive, narrative Welten, es können Geschichten erzählt werden, die mehr oder weniger komplex sind.
In der Wissenschaft geht es darüber hinaus um Allgemeingültigkeit von Gesetzmäßigkeiten unserer Welt. In der Literatur wird der Einzelfall zum Beispiel für allgemeine Gesetzmäßigkeiten. Realität wird begreifbarer. Wissenschaft und Literatur ergänzen sich für mich sehr gut.
In meinem Beruf als Psychologin habe ich es mit verschiedensten Krankheitsbildern zu tun. Der Mensch in seinen Bedürfnissen, Motivationen, Belastungen ist natürlich auch ein Thema in meinem Schreiben.
Wie wissenschaftlich darf, soll, muss Literatur sein?
Puh (lacht). Ich bin keine Germanistin, aber ich merke beim eigenen Schreiben natürlich, wie mich das wissenschaftliche Arbeiten, diese Sozialisierung, prägt, etwa beim Einarbeiten von Zitaten, der Referenzierung im literarischen Text.
In Deinem aktuellen Roman „Schnittbild“ stehen wie bei „Malina“ Begegnungen, Beziehungen in Mittelpunkt. Wie kam es für Dich zu diesem Thema?
In meinem Roman geht es konkret um Grenzüberschreitungen in menschlichen Beziehungen, primär in der therapeutischen Beziehung, die ja eine ganz spezielle Form von Beziehung ist, die nicht mit Freundschaft, Partnerschaft vergleichbar ist.
Mit der ethischen Perspektive der Therapeutenbeziehung habe ich mich in meinem Studium sehr stark auseinandergesetzt. Wann handelt es sich um eine Grenzüberschreitung? Wann schadet ein Verhalten der Patientin/dem Patienten? Das Spannende daran ist, dass es ja schon „kleine“ Dinge sein können, die große Auswirkungen haben und große Konsequenzen nach sich ziehen. Genau das wollte ich darstellen, wie subtil Grenzüberschreitungen sein und welche dramatischen großen Effekte diese haben können.
Ich habe meinen Roman in vier Episoden mit verschiedenen Patienten:innen und der jeweils selben derselben Therapeutin gegliedert. Es war mir wichtig die Vielfalt an Dynamiken in der therapeutischen Beziehung darzustellen und somit sich vom Eindruck zu lösen, es betreffe nur einzelne Personen. Grundsätzlich können, losgelöst von Demografie, Grenzüberschreitungen in jeder therapeutischen Beziehung auftreten.
Die Frage nach der Autobiographie wird bei Malina ja intensiv gestellt. Wie real wie autobiographisch ist Dein Roman?
Ich habe viele Erfahrungsberichte gelesen und natürlich gibt es in der Ausbildung als klinische Psychologin eine starke Sensibilisierung dafür. Ich habe mich sehr intensiv mit dem Thema als Wissenschaftlerin befasst.
Der Roman Malina hat einen starken Wienbezug. Wie wichtig sind Orte im Schreiben für Dich?
Orte spielen in meinem Schreiben natürlich eine Rolle. Orte, die ich kenne und Orte, in die ich mich hineinversetze, die ich gedanklich bereise.
Meine Texte beginnen oft mit einem Bild einer Situation, einer Person oder einem Detail. Ausgehend von diesem Bild entwickelt sich die Geschichte weiter.
Es kann eine Kleinigkeit sein, die mich inspiriert und an der ich meinen Text aufhänge.
Wie ist Dein Schreibprozess? Gibt es fixe Schreibzeiten?
Nein, fixe Schreibzeiten gibt es nicht. Ich arbeite 40 Std und etwas mehr als Wissenschaftlerin und bin auch in der universitären Lehre tätig. Unter der Woche ist es sehr dicht. Ich versuche am Wochenende zu schreiben oder wenn ich Zeit habe an freien Tagen. Das hat für den Text Vorteile und Nachteile. In der Distanz gibt es immer wieder einen neuen Blick auf den Text, aber natürlich ist es schwer wieder gleich reinzufinden.
Der Roman Malina ist in drei Kapitel geteilt. Es beginnt mit „Glücklich mit Ivan“. Was ist für Anna Felnhofer Glück?
Schwierige Frage (lacht). Ich könnte Glück nicht ad hoc definieren.
Eine generelle Zufriedenheit würde ich da vielleicht als brauchbareres Konzept sehen, weil sie länger andauern kann. Gesundheit und generelles Gleichgewicht.
Mit dem Thema Gesundheit beschäftige ich mich auch in meiner Arbeit als Psychologin. Gesundheit wird ja in der WHO als Abwesenheit jeglicher Krankheit oder Beeinträchtigung idealisiert, was es ja in der Realität nicht gibt.
Wie unterscheidest Du Zufriedenheit und Glück?
Glück ist vielleicht eine Steigerung der Zufriedenheit.
Wie gesundheitsfördernd ist denn Literatur im Schreiben und im Lesen?
Es gibt ja in der Therapie den narrativen Ansatz des Geschichtenerzählens und das macht Literatur unter anderem auch. Das kann heilsam sein. Es ist eine Form, die Sinn ergibt und das Erlebte begreifbar, mittelbar macht.
Wir kennen das ja auch alle, fast alle, vom Tagebuchschreiben, das etwas Therapeutisches haben kann. Es setzt Reflexionsprozesse in Gang und damit mögliche Schritte der Veränderung. Das Schreiben gibt Anstöße.
Führst Du ein Tagebuch?
Es sind eher Notizen, kein klassisches Tagebuch.
Im zweiten Kapitel von Malina „Der dritte Mann“ geht es um Familien-, Gesellschaftsgeschichte. Wie politisch ist Dein Schreiben?
Mein Schreiben ist nicht per se politisch. Es kann sein, dass man gewisse Dinge rauslesen kann, aber meine Texte sind nicht explizit thematisch politisch.
Das letzte Kapitel trägt die Überschrift „Von den letzten Dingen“. Was ist für Dich Sinn?
Sinn ist mehrdimensional. Etwa eine Aufgabe haben, eine Beziehung, Nachkommenschaft.
Kürzlich wurde in einer Studie (Langzeitstudie der Uni Harvard, die über 80 Jahre untersucht hat, was Menschen glücklich macht) festgestellt, dass soziale Beziehungen wesentlich für das Glück-Erleben sind. Dies trifft dann wohl auch für die Frage nach dem Sinn so zu. Wertschätzende Begegnungen, liebevolle Beziehungen, Freundschaften geben im Leben Sinn, Zufriedenheit, mitunter sogar Glück.
Für mich persönlich trifft dies auch so zu und es kommt natürlich das Schreiben, die Wissenschaft hinzu.
Wie siehst Du die Bedeutung des Bachmannpreises heute und in Zukunft?
Der Bachmannpreis war schon da, bevor ich auf der Welt war (lacht) und er hat mich mein Leben lang begleitet. Er hat eine riesenlange Tradition, ich kann mir gar nicht vorstellen, dass es ihn irgendwann nicht gibt (lacht).
Der Bachmannpreis ist eine der wichtigsten Literaturpreise und eine Möglichkeit für jüngere wie arriviertere Autoren:innen sich auszutauschen.
Klagenfurt ist ein Treffpunkt unterschiedlicher Menschen, welche der Literaturbezug stark verbindet. Das finde ich sehr, sehr spannend.
Klagenfurt bringt die Literatur in die Gesellschaft und lässt sie einen Platz einnehmen.
Niemand sagt, Klagenfurt sagt mir gar nichts. Jede/Jeder hat schon mal in den Bachmannpreis reingeschaut. Das ist sehr schön eigentlich.
Ich hoffe, dass der Bachmannpreis weiter diese Sichtbarkeit bietet und beibehält. Auch die Möglichkeit, Menschen zu erreichen, die vielleicht sonst mit Literatur nicht so viel Kontakt haben.
Was sind Deine derzeitigen Schreibpläne, Projekte?
Ich schreibe an einem Text, Roman. Aber das wird noch dauern, es gibt mehrere Etappen, aber es entsteht stetig.
In gut einem Monat bist Du zurück aus Klagenfurt. Mit welcher Erfahrung möchtest Du wieder in Wien ankommen?
Ich hoffe, mit vielen schönen Kontakten mit Menschen, Kollegen:innen, Juroren:innen, Menschen, die in der Literatur tätig sind, Menschen, die begeistert lesen und zuhören (lacht). Generell Menschen, die sich mit Literatur beschäftigen. Darauf freue ich mich!
Anna Felnhofer Schriftstellerin, Bachmannpreis Nominierte 2023, Wissenschaftlerin.
Vielen herzlichen Dank für das Interview, liebe Anna Felnhofer!
Es geht für Dich jetzt vom „Bachmann – Haus“ in der Wiener Ungargasse zum Bachmannpreis in Klagenfurt. Ich wünsche Dir, viele schöne Erfahrungen und viel Freude und Erfolg!
Bachmannpreis 2023 Teilnehmer:innenvorstellung:
Anna Felnhofer, Schriftstellerin _ Wien
Zur Person_Anna Felnhofer, geb. 1984 in Wien, Studium der Psychologie in Wien und Warschau, Promotion 2015. Arbeitet als Wissenschaftlerin und Klinische Psychologin an der MedUni Wien und ist Gründerin und Leiterin eines Virtuellen Realitäts-Labors (PedVR-Lab) (PedVR-Lab [HYPERLINK: https://kinderklinik.meduniwien.ac.at/paediatrische-psychosomatik/pedvr-lab/]) sowie auch Gründerin und Mitherausgeberin der internationalen wissenschaftlichen Zeitschrift Digital Psychology[HYPERLINK: https://ejournals.facultas.at/index.php/digitalpsychology]. Zu ihrem wissenschaftlichen Werk zählen zahlreiche Publikationen in internationalen Journalen sowie die Herausgabe von vier (Lehr-)Büchern (UTB, BELTZ).
Parallel dazu veröffentlicht sie Erzählungen und Kurzprosa in literarischen Zeitschriften. Im Jahr 2018 war sie auf der Shortlist des FM4 Wortlaut Kurzgeschichten-Wettbewerbs und gewann 2020 den Emil-Breisach Literaturpreis der Akademie Graz (2. Platz, Preis der Energie Steiermark AG). Ihr Debütroman „Schnittbild“ (Luftschacht, 2021, [HYPERLINK: https://www.luftschacht.com/produkt/anna-felnhofer-schnittbild/]) erhielt die Buchprämie der Stadt Wien, wurde mit dem Franz-Tumler-Literaturpreis 2021 ausgezeichnet und für die Shortlist des Österreichischen Buchpreises Debüt 2021 nominiert. Beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2023 liest sie auf Einladung von Brigitte Schwens-Harrant.