Cesars: „veni vidi vici“ hat in der heutigen Gesellschaft nichts verloren.
Hoffnung
Arbeiten was du liebst
Nähe
Cash is not the live
Erfülle deine Träume
Robert Wammerl-Elsinger, 25.7.2024
Robert Wammerl-Elsinger, Schauspieler
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace
Robert Wammerl-Elsinger, Schauspieler
Zur Person: Mein Name ist Robert Wammerl-Elsinger, ich bin gebürtiger Wiener und Absolvent der Schauspielakademie Elfriede Ott (2017). Meine schauspielerische Erfahrungen sammelte ich unter anderem als Giles Cory in„Hexenjagd“ (2016) im Off Theater u. Theater Spielraum, und als Fludribus in „Der Böse Geist Lumpazivagabundus“ bei den Nestroyspiele Schwechat, beides unter der Regie von Peter Gruber. Auch als Mowgli in „Das Dschungelbuch“ (2017/18) im Landestheater Niederbayern durfte ich Kinderaugen strahlen lassen. Im Stadttheater Mödling, in Der Wiener Scala und im Theater im Bunker war ich unter der Regie des Intendanten Bruno Max als Wobbit Spam in „Herr der Zwiebelringe“ (2017), Nikolas in „Donadieu“ (2018), junger Adolf Hitler in „Karl MayBe“ (2018/19), Earthboi in „Utopia – schöne neue Welten“ (2020), Karl in „Hochzeit“ (2021/22) war ich mehrmals zu sehen.
In der Zusammenarbeit mit dem Theater Delphin unter der Regie von Ivana Nikolic verkörperte ich auch den jungen Andri in „Andorra“ (2022). seit 2021 durfte ich unter der Regie von Johanna Rieger im Sommertheater Klosterneuburg den Vielfraß Ferdinand in „Die Trilogie Der Sommerfrischler“ (2021) als Michel (alias Teddy) in „Arsen und Spitzenhäubchien“ (2022) und in der Doppelrolle Als Putzfrau Luzia Und Diener Marian in „Bunbury“ (2023) das Publikum zum Leben erwecken.
Liebe Andréanne Brosseau, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Meine Tage variieren sehr stark, je nachdem, welche Projekte ich gerade durchführe, sei es mein Studium des Kulturmanagements oder meine Karriere als Tänzerin.
Ein normaler Arbeitstag als Tänzerin besteht für mich normalerweise darin, dass ich zwischen 8:30 und 9:00 Uhr ins Studio gehe und mich aufwärme, bevor um 10 Uhr die Probe oder der Unterricht beginnt. Dann können die Proben bis 14:00 Uhr weitergehen und entweder wieder um 15:00 Uhr beginnen und bis 18:00 Uhr oder abends von 18:00 bis 22:00 Uhr dauern. In der Zeit, in der ich nicht auf Proben bin, versuche ich mir Zeit für mich selbst zu nehmen und beim Kochen, Lesen oder Ausspannen den Tag ausklingen zu lassen. Außerdem schaue ich viele Filme und Serien.
Wenn ich nicht als Tänzerin arbeite, nimmt das Studium einen großen Teil meiner Zeit in Anspruch, aber ich versuche, in meiner Freizeit weiterhin aktiv zu bleiben, indem ich laufe, Pilates mache oder zum Ballett oder Tanz-Unterricht gehe.
Andréanne Brosseau, Tänzerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Ich denke, es ist wichtig für uns als Gesellschaft, mehr Empathie und Liebe füreinander zu entwickeln. In einer Welt voller Hass könnten wir alle glücklicher sein, wenn wir einander freundlicher behandeln würden.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Tanz/Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Ich denke, in sehr instabilen und gespaltenen Zeiten in der Gesellschaft sollte die Kunst die Menschen zusammenbringen und vereinen. Ich denke, das Hauptziel der Kunst besteht darin, einen Diskurs zu schaffen, und daher glaube ich, dass es wichtig ist, dass die Menschen weiterhin Werke schaffen und aufführen, die die Werte von heute widerspiegeln, und dass die Menschen sich weiterhin in diesem Bereich engagieren, indem sie Aufführungen besuchen und diskutieren, was sie sehen, egal ob die Erfahrung gut oder schlecht ist. Das Schöne an der Kunst ist, dass es für jeden etwas gibt. Ich habe die Hoffnung, dass die Theaterwelt in den kommenden Jahren für alle zugänglicher wird und dass sie sich zu einem noch stärker auf die Gemeinschaft ausgerichteten Ort entwickelt.
Was liest Du derzeit?
What Women Want -Maxine Mei-Fund Chung
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben? My mission in life is not merely to survive, but to thrive; and to do so with some passion, some compassion, some humor, and some style.’ – Maya Angelou
Andréanne Brosseau, Tänzerin
Vielen Dank für das Interview, liebe Andréanne, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Tanzprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Andréanne Brosseau, Tänzerin
Zur Person:Andréanne Brosseau, ursprünglich aus Montreal, Kanada, ist eine professionelle zeitgenössische Tänzerin. Ausgebildet an der Ballett Divertimento School in Montreal und an der MUK in Wien, hat sie unter anderem in Produktionen am Burgtheater Wien, Staatstheater Kassel und Staatstheater Oldenburg mitgewirkt. Im Jahr 2023 begann Andréanne ein Masterstudium in Theater- und Orchestermanagement, während sie weiterhin als Tänzerin arbeitet. In der kommenden Spielzeit 24/25 wird sie in der Produktion „Fledermaus“ am Theater Kiel zu sehen sein.https://andreannebrosseauart.wordpress.com
Lieber Robert Wammerl-Elsinger, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Zurzeit genieße ich mit meinem Mann Michael die Sommerwochen in Ausflügen in die Schönheit der Natur. Nebenbei mache ich eine Ausbildung zum Fotografen, für die ich einige Stunden des Tages investiere und ich versuche mich an einem Kabarettprogramm, das ich gerade schreibe.
Robert Wammerl-Elsinger, Schauspieler
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Gegenseitiger Respekt und Akzeptanz. Das wir uns in Augenhöhe begegnen, schließlich haben wir ja alle eigene Lebensgeschichten und individuell schwerere oder leichtere „Pakete“ zu tragen.
Und ein besseres Bewusstsein für die Umwelt und Natur, die es zu erhalten gilt und nicht zu zerstören.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Mein Ziel als Schauspieler ist es, das Publikum in eine andere Welt zu entführen, um es von dem stressigen Alltag abzulenken, um Menschen zum Lachen zu bringen aber auch um Denkanstöße zu geben, in der Hoffnung die Welt für jeden Einzelnen etwas schöner und besser zu machen.
Und solange es begeisterungsfähiges und interessiertes Publikum gibt, können wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen und die Theaterwelt tragen und erhalten.
Was liest Du derzeit?
Da mein Interesse zur Fotografie sehr groß ist, eher Fachbücher zu diesem Thema.
Ich bin auch ein großer Fan von Arthur Conan Doyle´s Sherlock Holmes Romane, in die ich immer wieder gerne eintauche.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Mein erster Impuls ist der Satz den Elfriede Ott 2017 meinem gesamten Jahrgang kurz vor unserer Diplomprüfung in den Kammerspielen der Josefstadt sagte:
„Saugt die Energie der Bühne auf, sie ist magisch. Ihr werdet es schon schaffen, ihr seid im Großen und Ganzen eh ganz gut“ und sie hatte recht, wir haben allesamt bestanden
Robert Wammerl-Elsinger, Schauspieler
Vielen Dank für das Interview, lieber Robert, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich alles Gute!
Gerne
5 Fragen an Künstler*innen:Robert Wammerl-Elsinger, Schauspieler
Zur Person: Mein Name ist Robert Wammerl-Elsinger, ich bin gebürtiger Wiener und Absolvent der Schauspielakademie Elfriede Ott (2017). Meine schauspielerische Erfahrungen sammelte ich unter anderem als Giles Cory in„Hexenjagd“ (2016) im Off Theater u. Theater Spielraum, und als Fludribus in „Der Böse Geist Lumpazivagabundus“ bei den Nestroyspiele Schwechat, beides unter der Regie von Peter Gruber. Auch als Mowgli in „Das Dschungelbuch“ (2017/18) im Landestheater Niederbayern durfte ich Kinderaugen strahlen lassen. Im Stadttheater Mödling, in Der Wiener Scala und im Theater im Bunker war ich unter der Regie des Intendanten Bruno Max als Wobbit Spam in „Herr der Zwiebelringe“ (2017), Nikolas in „Donadieu“ (2018), junger Adolf Hitler in „Karl MayBe“ (2018/19), Earthboi in „Utopia – schöne neue Welten“ (2020), Karl in „Hochzeit“ (2021/22) war ich mehrmals zu sehen.
In der Zusammenarbeit mit dem Theater Delphin unter der Regie von Ivana Nikolic verkörperte ich auch den jungen Andri in „Andorra“ (2022). seit 2021 durfte ich unter der Regie von Johanna Rieger im Sommertheater Klosterneuburg den Vielfraß Ferdinand in „Die Trilogie Der Sommerfrischler“ (2021) als Michel (alias Teddy) in „Arsen und Spitzenhäubchien“ (2022) und in der Doppelrolle Als Putzfrau Luzia Und Diener Marian in „Bunbury“ (2023) das Publikum zum Leben erwecken.
Zur Person:Anni Rennt (Anni Boehk) wurde 1977 in Berlin-Mitte geboren, sie wuchs in einer DDR Arbeiterfamilie auf. Nach dem vorzeitigen Abbruch des Studiums (Germanistik, Kunstgeschichte) jobbte sie u.a. als Regieassistentin, Obst- und Frittenverkäuferin, Buchhalterin sowie als Marketingassistentin für mehrere Unternehmen in Deutschland. 2010 absolvierte sie ein Abendstudium an der Akademie für Marketingkommunikation in Frankfurt, wo sie seit 2008 lebt. Sie ist Texterin, Projektmanagerin für Unternehmenskommunikation und Online-Marketing. Schreiben ist für der Ort, der die Risse offenlegt, sie manchmal vernäht und sie vor der Rohheit des Alltags abschirmt. Sie schreibt Kurzgeschichten und Gedichte, die sie im Netz verstreut. Die Arbeit an einem Roman geht voran, ein Ende ist absehbar. Eine geeignete Literaturagentur zu finden, ist das nächste Ziel.
Liebe Anni Rennt, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich fahre jeden Morgen mit der Tram Richtung Durchschnittswelt, abends spuckt mich die Tram wieder aus. An diesen Orten, es waren viele dieser Art in den letzten 20 Jahren, wird mir klar, warum die Welt ist, wie sie ist, ein kalter, roher Ort.
An den Abenden, den Wochenenden, an jedem freien Tag, gehört mir die Anderswelt, oder vielmehr, ich gehöre ihr. Ohne diese Fluchten wäre es mir unmöglich. Ganz sicher. Unmöglich.
Anni Rennt, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Fühlen. Ich bin eine Beobachterin, ich sehe und fühle in den einfachen Leben eine enorme Kälte, sie war immer da. In der Bahn, an der Kasse im Supermarkt, auf den Autobahnen, der eigenen Familie, im Netz sowieso. Es ist, als hätte jemand die Liebe ausgestellt und ein Großteil der Seelen ist lange schon tot. Erzählen wir Geschichten von Liebenden, von Sehenden, von Mutigen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Wenn Geschichten noch aggressiver, noch brutaler, noch roher werden, wie die Welt schon ist, sehe ich da keinen Ausweg für uns. Als Kind wollte ich verzaubert werden, weggetragen aus der Brutalität der Kleinwelt. Geschichten haben mein Herz geweitet, mir Angst genommen, Mut gemacht, mich überhaupt erst liebesfähig werden lassen, mich niemals manipuliert und hintergangen. Neben politischer Aufklärung, die auf Logik beruht, wünsche ich uns Geschichten, die unser Herz berühren. Das sind Aufgaben von Wissenschaft und Kunst.
Was liest Du derzeit?
Da ich aktuell selbst ein größeres literarisches Thema bearbeite und ein älteres, lange liegengebliebenes zum zweiten Mal aufklopfe, fällt es mir schwer, nebenher einen Roman zu lesen. Vieles ist Recherchematerial, Fachbücher zu Farben, Bäumen, Psychologie. Doch, in diesen Räumen zwischen dem Alltag und meinen Texten, die ich teilweise ins Netz streue, ist Lyrik meine Geliebte. Neben meinem Bett: Phillis Wheatley, Friederike Mayröcker, Jay M. Walther.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Der wahre Sinn der Kunst liegt nicht darin, schöne Objekte zu schaffen. Es ist vielmehr eine Methode, um zu verstehen. Ein Weg, die Welt zu durchdringen und den eigenen Platz zu finden. (Paul Auster, 3. Februar 1947, † 30. April 2024)
Genießen Sie den Horizont und lernen Sie unterscheiden zwischen wahrem und scheinbarem Wind. Jay. M. Walther
Es ist nicht wichtig, wie sie heißt. Es ist nicht wichtig, wer sie war. Wichtig ist, wer ist sie jetzt? Danach.
Anni Rennt
Anni Rennt, Schriftstellerin
Vielen Dank für das Interview, liebe Anni, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute!
Danke, Walter! ❤
5 Fragen an Künstler*innen:Anni Rennt, Schriftstellerin
Zur Person:Anni Rennt (Anni Boehk) wurde 1977 in Berlin-Mitte geboren, sie wuchs in einer DDR Arbeiterfamilie auf. Nach dem vorzeitigen Abbruch des Studiums (Germanistik, Kunstgeschichte) jobbte sie u.a. als Regieassistentin, Obst- und Frittenverkäuferin, Buchhalterin sowie als Marketingassistentin für mehrere Unternehmen in Deutschland. 2010 absolvierte sie ein Abendstudium an der Akademie für Marketingkommunikation in Frankfurt, wo sie seit 2008 lebt. Sie ist Texterin, Projektmanagerin für Unternehmenskommunikation und Online-Marketing. Schreiben ist für der Ort, der die Risse offenlegt, sie manchmal vernäht und sie vor der Rohheit des Alltags abschirmt. Sie schreibt Kurzgeschichten und Gedichte, die sie im Netz verstreut. Die Arbeit an einem Roman geht voran, ein Ende ist absehbar. Eine geeignete Literaturagentur zu finden, ist das nächste Ziel.
Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.
Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.
Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.
Liebe Rebecca Celine Richter, wie liest Du den Text „Undine geht“ von Ingeborg Bachmann? Welche Grundaussagen gibt es da für Dich?
Wut und Trauer dem Patriarchat gegenüber – allen Männern. Alle, die Hans heißen. Sehr direkte Anschuldigungen. Auch eine Hoffnungslosigkeit – keinen anderen Ausweg mehr zu haben als das sehr radikale „ich verschwinde und komme nie wieder“
Wie siehst Du „Undine“?
Ein Wesen, welches im Denken und Fühlen vielleicht zu fortschrittlich ist und nicht in die (momentane) „Norm“ passt. Sich da aber auch nicht reinquetschen lassen will. Vielleicht aber auch eine Wut gegen sich selbst, weil sie so denkt und fühlt und sich nicht dieser Norm hingeben kann?
„Undine geht“ wurde vor gut 60 Jahren veröffentlicht. Was hat sich seit damals im Rollenbild von Frau und Mann verändert und was sollte sich noch ändern?
Zumindest wird es nicht mehr großflächig von uns Frauen erwartet, ganztags am Herd zu stehen und die Kinder zu beschäftigen während der Mann arbeitet. Das ist ja schon mal eine Entwicklung. Nicht dass es etwas Schlechtes wäre zuhause zu sein und den Haushalt zu machen (ich habe großen Respekt vor Menschen, die alleine zuhause die Kinder großziehen!) aber zumindest entspricht es nicht mehr dem Klischee, dass alle Frauen das tun MÜSSEN.
Der Monolog geht mit der patriarchalen Gesellschaftswelt schonungslos ins Gericht. Wie siehst Du die Situation patriarchaler Macht heute?
Besonders in meinem Beruf habe ich schon das Gefühl dass die Darstellende Kunst IMMER NOCH sehr männerdominiert ist. Und selbst Stücke die feministisch sein „wollen“ – eben unter männlicher Regie – zerstören diese ganze Aussage wieder indem sie 2/3 der Rollen mit Männern besetzen. Lassen sich dann aber feiern wie fortschrittlich und vorbildlich sie sind. Das passt für mich nicht ganz zusammen. Ich habe in London mal eine Produktion von Macbeth im Globe gesehen und da wurde eine Männer(neben)rolle mit einer Darstellerin besetzt (die fantastisch war!) – es wurde aber kein Tohuwabohu drum gemacht, es wurde einfach nur gutes Theater gespielt. Also man kann schon auch mal Frauen Männer spielen lassen, oder jemanden der sich als nonbinär definiert – solange die Person ihren Job gut macht, bin ich happy.
In einer Welt wo alles möglich ist – dem Theater – warum nicht auch mal klassische Rollenbilder zerschmettern?
Aber ich hoffe dass es aufwärts geht. Auch in anderen Dingen – Kamala Harris als erste (!) amerikanische Präsidentin vielleicht?
Der Text drückt auch viel Trauer über das Scheitern der Liebe und eines Miteinander der Geschlechter im persönlichen wie gesellschaftlichen Leben aus. Welche Auswege siehst Du da?
Ich glaube, bis wir aufgehört haben Berufe, Stereotypen oder auch Charaktereigenschaften einem bestimmten Geschlecht zuzuordnen, sehe ich nicht viel Hoffnung eines wirklich gesunden Miteinanders der Geschlechter im gesellschaftlichen aber auch im persönlichen Leben. Ja, klar macht mich das auch traurig. Andererseits denk ich, dass wir in der westlichen Gesellschaft schon ein paar Meilensteine geschafft haben. Aber natürlich ist da noch Luft nach oben…
Was kannst Du als Frau und Künstlerin von „Undine geht“ in das Heute mitnehmen?
Den Mut haben einfach mal zu sagen „Mir reichts, ich geh und mach mein eigenes Ding.“
Was bedeutet Dir Natur?
Ich bin in der Steiermark in einem kleinen Ort aufgewachsen – ich war mit meinem Opa viel im Wald und in den Bergen unterwegs, habe die Namen von Blumen und Vögeln kennengelernt und mein Opa hat mir beigebracht die Natur zu schätzen und zu schützen. Auch wenn mein Opa leider nicht mehr lebt und ich jetzt in der Stadt wohne, fühle ich mich ihm und unseren gemeinsamen „Abenteuern“ sehr verbunden sobald ich in der Natur unterwegs bin. Sie erinnert mich an meine Wurzeln und wie schön unser Planet eigentlich ist. Also ja, Natur bedeutet mir sehr viel.
Was bedeutet Dir das Element Wasser?
Ich bin im Sternzeichen Löwe, mein Element ist also eigentlich das Feuer. Oft halte ich das Wasser gerne auf Abstand. Ich liebe aber das Meer! Aber ich präferiere tatsächlich am Strand zu sitzen und dem Wasser zuzuschauen als selber drinnen zu „planschen“. Beim Meer zu sitzen gibt mir Kraft – die schier unendliche Weite des Meeres gibt mir das Gefühl stark zu sein. Hingegen fühle ich mich bei Seen oft ein wenig eingeengt, ich habe dann das Gefühl dass das Wasser nicht den Platz hat sich auszubreiten den es brauchen würde.
Wie lebst Du den Kreislauf der Jahreszeiten?
Ich sage immer, dass ich den Sommer liebe, aber jetzt gerade ist mir eigentlich wieder zu heiß. Als ich noch jünger war (Betonung auf „jünger“, sehr viel mehr bin ich in den letzten Jahren nämlich nicht mehr gewachsen) gab es eher diese Abgrenzungen zwischen den vier Jahreszeiten und man hatte mehr Zeit sich über Herbst und Frühling vom Winter auf den Sommer einzustellen und zu gewöhnen (vielleicht bilde ich mir das aber auch ein und ich bin über die Jahre einfach viel empfindlicher geworden) Es fühlt sich mittlerweile an als gebe es nur noch sehr heiß und sehr kalt – aber kein Mittelding. Grundsätzlich finde ich aber jede Jahreszeit schön – den Schnee im Winter, die ersten Frühlingsblumen, die langen Tage des Sommers und die bunten Blätter im Winter. Als Mensch, der gerne draußen unterwegs ist, mag ich wie sich die Natur verwandelt (und parallel oft auch die Gemüter der Menschen). Man kann sich ja auch anpassen.
Wie kann der moderne Mensch in Harmonie zur und mit der Welt leben?
Man sollte sich immer wieder in Erinnerung rufen, dass wir nur ein Gast auf diesem Planeten sind und dass die Erde viel stärker ist als wir Menschen. Wir müssen uns wieder daran erinnern, ihr mit Respekt und Liebe zu begegnen.
Was braucht Liebe immer, um zu wachsen, blühen?
Respekt und Verständnis. Aufeinander zugehen, einander zuhören und auch die kleinen Macken der anderen Person akzeptieren.
Was lässt Liebe untergehen?
Egoismus.
Wie war Dein Weg zum Schauspiel?
Ich wollte eigentlich immer Musical machen und mochte Schauspiel als Einzelfach gar nicht so gerne… über die Jahre als ich „hobbymäßig“ in der Musical Akademie Murtal von Gernot Kranner war, hat sich dann aber herauskristallisiert, dass mir Schauspiel liegt und ich mich einfach mal trauen musste ins kalte Wasser 😉 zu springen. Nichts erfüllt mich mehr mit Glück als Menschen zu berühren und Emotionen zulassen zu können.
Welche aktuellen Projektpläne hast Du?
Jetzt im Sommer spiele ich in MOMO im Theo in Perchtoldsdorf – ein wunderbares Stück für Kinder aber auch Erwachsene. „Sich Zeit nehmen, die Umwelt bewusster wahrnehmen und anderen zuhören“ – sehr wichtige Thematiken in dieser Zeit, wie ich finde…
Welches Zitat aus „Undine geht“ möchtest Du uns mitgeben?
(…) Ich werde nie wiederkommen, nie wieder Ja sagen und Du und Ja. All diese Worte wird es nicht mehr geben, (…)
Darf ich Dich zum Abschluss zu einem Akrostichon zu „Undine geht“ bitten?
Station bei Romy Schneider_ Angelika Strasser, Schauspielerin _ Wien _ acting Romy Schneider (Rosemarie Magdalena Albach * 23. September 1938 Wien + 29.Mai Paris) Schauspielerin_
Station bei Romy Schneider_ Angelika Strasser, Schauspielerin _ Wien _ acting Romy Schneider (Rosemarie Magdalena Albach * 23. September 1938 Wien + 29.Mai Paris) Schauspielerin_
Zum Projekt: Das Literatur outdoors Projekt „Station bei“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Fotografie und Theater/Performance.
Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.
Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person am biographischen bzw. werksgeschichtlichen Bezugsorten beizutragen.
Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.
Liebe Angelika Strasser, welche Bezüge, Zugänge gibt es von Dir zu Romy Schneider?
Meine ersten Zugänge zu Romy Schneider, und damit schließe ich mich bestimmt zahlreichen Menschen an, wurden mir durch jene der Sissi-Trilogie gelegt. Meine Oma war sichtlich angetan von der bildhübschen Romy, welche die Sissi auf so liebliche Art und Weise verkörperte, sodass es unumgänglich gewesen ist, einen Blick in den Fernseher zu werfen und sich wenig später ebenfalls in dieser romantischen Märchenwelt, plakatiert durch die prachtvollen Kleider – die mich als Mädchen ganz besonders verzückten -, den atemberaubenden Drehorten, den durchwegs mit Humor überzogenen Szenen – gespielt von großartigen SchauspielerInnen – und nicht zuletzt der tiefen und unerschütterlichen Verbundenheit zwischen Sissi und Franz, wiederzufinden.
Gibt es einen Film von Romy Schneider, den Du hervorheben möchtest und warum?
„Die Spaziergängerin von Sans-Souci.“ Romy Schneiders letzter Film, den Sie mit ihrem langjährigen Filmpartner Michel Piccoli drehte, ist tragisch und faszinierend zu gleich. Es war ihr großer Wunsch diesen Film zu drehen und sie zeigt neben ihrem beeindruckenden künstlerischen Talent auch tiefgründige Einblicke, die Sie zu Lebzeiten in Ihrem privaten Umfeld prägten.
Wir sind hier für das Fotoshooting in Schönbrunn. Welche Zugänge gibt es von Dir zu „Sisy“ Elisabeth von Österreich, deren Filmdarstellung Romy Schneider schlagartig berühmt machte?
Auf die damalige Kaiserin Elisabeth von Österreich wurde ich durch die Verkörperung von Romy Schneider in der Sissi-Trilogie aufmerksam. Ab diesem Zeitpunkt wurde auch mein Interesse für „Sisi“ geweckt und neben diverser Literatur die ich konsumiert habe, unternahm ich Ausflüge bzw. Reisen – an von „Sisi“ vertraute Örtlichkeiten -, um weitere Eindrücke zu erlangen.
Gibt es Parallelen, Gemeinsamkeiten von Sisy und Romy?
Ich sehe beide als mutige Persönlichkeiten, die einen starken Willen hatten.
Romy Schneider spielte in ihren Filmrollen sehr intensiv und ausdrucksstark, auch körperlich, und ging bis an die Grenzen des persönlich Möglichen. Etwa in den Filmen „Nachtblende“, „Trio infernale“ oder „Die Spaziergängerin von Sans-Souci“. Wie siehst Du als Schauspielerin die Darstellerin Romy Schneider?
Ich interpretiere ihr Schauspiel als sehr natürlich, als für sie selbstverständlich und in einem vollkommen harmonischen Zusammenhang mit Ihrer Rolle. Mir gefallen diese Leichtigkeit und ihre sanftmütige Art, die sich über all ihre Rollen und Charaktere legt.
Müssen Mensch und Rolle sich immer ganz nah, intensiv berühren, um diese zu spielen und auch das Publikum berühren zu können?
Es sind die feinen Facetten und Nuancen die den Körper und auch den Ausdruck von Schauspielenden in der Rolle leiten. Je nach Empfinden der Schauspielenden und dem Einfühlen in die Rolle – daran glaube ich -, wirkt sich das Schauspiel mehr oder weniger berührend auf das Publikum aus.
Gibt es Momente in einer Darstellung, in der sich gleichsam die Kontrolle über die Rolle verlieren kann? Und wenn ja, was holt einen dann zurück?
Diese Momente gibt es und werden individuell – auch in Betracht ob Film- oder Theater – ausgeglichen. Hier legt sich jeder sein eigenes „Werkzeug“ zu. Das können unterschiedliche Ankerpunkte sein oder ein/e gute/r Spielpartner/Spielpartnerin. Grundsätzlich, so würde ich meinen, kleidet man sich unmittelbar nach Bewusstsein des „Ausstiegs aus der Rolle“ automatisch wieder mit entsprechend realer.
Würdest Du einen Film von Romy Schneider gerne spielen und wenn ja, warum?
Ich schwanke zwischen „Boccaccio 70“ und „Die Dinge des Lebens.“ Die entschlossene, naive und quirlige mit Humor überzogene Art wie Romy Schneider „Pupe“ darstellt, unterhält mich und gefällt mir gut. Konträr dazu spricht mich der romantisch-dramatisch Film „Die Dinge des Lebens“ an und der realitätsnahe Charakter von Hélène. Insbesondere die Abschiedsszene im Auto mit Pierre.
Es gibt von Romy Schneider sehr viele Fotoserien. Gibt es eine Serie, die Du hervorheben möchtest?
Es gibt dieses eine Foto aus einer Szene von „Halb Elf einer Sommernacht,“ auf welchem Romy Schneider in einem orangefarbenen ärmellosen Rollkragenshirt, dass eine dunkelgrüne Perlenkette ziert, zusehen ist. Ihr hochtoupiertes Haar und ihre ausdrucksstarken Augen – hervorzuheben der entschlossene und intensive zur Seite geneigte Blick, der mit einer gewissen Melancholie einhergeht – verleihen Ihrem sanften Wesen eine solch starke Ausdruckskraft, dass man beim Durchblättern ihrer Fotos innehält oder wenigstens auf der nächsten Seite ankommen, angehalten ist, zurückzublättern.
Wie siehst Du Romy Schneider vor der Fotokamera? Ist sie da Schauspielerin oder Privatperson oder beides?
Ich sehe es so, dass Romy Schneider zwischen beiden Teilbereichen variiert.
Auch unser Projekt ist ein szenisches Foto/Interviewprojekt. Wie hast Du Dich im Vorfeld darauf vorbereitet und was ist Dir dabei wichtig?
Es war mir wichtig, mich im Vorfeld mit der Schauspielerin und der Privatperson Romy Schneider eingehend auseinanderzusetzen. Diverse Literatur zu Ihrer Person, Filme und Interviews und nicht zuletzt ein Besuch in der Romy Schneider Ausstellung, in ihrem Heimatdorf Schönau am Königssee, trugen dazu bei, dass ich meinen Wissensschatz rund um Ihre Person erweitern konnte.
Wie siehst Du das Spannungsverhältnis von Öffentlichkeit und Schauspielberuf bei Romy Schneider wie an sich?
Die fehlende Abgrenzung zwischen Privatem und (Schauspiel-)Beruf, insbesondere der Druck, der nicht nur privat, sondern auch medial auf Romy Schneider ausgeübt wurde, in dem man ihr u. a. die – wohlgemerkt großartig gespielte – Rolle der „Sissi“ überstülpte und sie bei jeglicher Weiterentwicklung/Veränderung, die in Ihrem Interesse lag und von „Sissi“ abwich maßregelte, wurden ihr zu Lebzeiten ein verhängnisvoller Begleiter.
Romy Schneider wechselte nach großen Schauspielerfolgen in den 1950er das Filmgenre wie das Land. Wie siehst Du die Möglichkeiten persönlichen Entwicklungsweges im Schauspielberuf?
Die einschränkenden Möglichkeiten einer beruflichen Weiterentwicklung (Selbstverwirklichung), mit denen Romy Schneider in Ihrem Umfeld konfrontiert war, verlangten regelrecht eine Orientierung in ein anderes kulturelles Umfeld. Zugute kam ihr Ihre erste große Liebe, Alain Delon, der ihr den Weg nach Frankreich ebnete und die Liebe zu diesem Land, das Romy Schneider nicht auf ihre Rolle der „Sissi“ beschränkte.
Die Möglichkeiten, um sein Potential auszuleben sind heutzutage vielfältiger geworden und ich bin der Meinung, dass mit Engagement, Disziplin und unterstützender Weise, auch mit einer Portion Glück, der eigenen Entwicklung viel Freiraum geboten wird.
Wie war Dein Weg zum Schauspiel und welche Erfahrungen hast Du in Wien im Schauspielberuf gemacht?
Im Zuge eines Castings, an dem ich mit Anfang 20 teilgenommen habe und dass u. a. zu meinen Gunsten ausfiel, begann ich mit der Schauspielausbildung. In Wien wirkte ich bei einigen Film- und Fernsehproduktionen mit, vorwiegend habe ich diesen Beruf bisher in Oberösterreich ausgeübt. Es war immer spannend und interessant zugleich mit neuen Menschen zu arbeiten und die unterschiedlichsten Charaktere kennen zu lernen, die nach meinen Erfahrungen vor allem im künstlerischen Bereich sehr vielfältig sein können. Meine Erfahrung bisher war, dass ich mit inspirierenden und unterstützenden Menschen zusammenarbeiten konnte und das ist sehr bereichernd.
Was wünscht Du Dir für den Schauspielberuf?
Das dieses kunstvolle Handwerk uneingeschränkt Bestand behält sowie in seiner vielfältigen Weise ausgelebt wird und somit viele Menschen unterhält, inspiriert, zusammenbringt und auch als „Sprachrohr“ dient.
Was sind Deine kommenden Projekte?
Das nächste Projekt bei dem ich mitwirke, ist die Filmproduktion; „Falkner und die Linie im Sand“, unter der Regie von Oliver Jungwirth, mit dem geplantem Drehbeginn im Herbst 2024.
Was möchtest Du Schauspielstudenten*innen mitgeben?
Die Freude am Schauspiel in den Vordergrund zu rücken, eine gute Abgrenzung zur eigenen Person und der Rolle sowie Theaterbesuche, gute Filme sehen – lernen von/durch und mit Andere/n.
Wie siehst Du die Umstände des Todes von Romy Schneider?
Tragisch! Eine Frau die zu Lebzeiten durch zahlreiche emotionale Höhen und Tiefen schlitterte und den Höhepunkt ihres Tiefs nur kurze Zeit vor Ihrem Tod erlitt; den Verlust ihres Sohnes David.
Was würdest Du Romy Schneider sagen, fragen wollen?
Es gibt keine expliziten Fragen, die ich an Romy Schneider richten möchte, jedoch wäre ein Zusammentreffen – ein Plaudern, wenn man so mag, aufregend, ich bin mir sicher, dass sich im Gespräch viele Fragen ergeben würden.
Was kann eine Schauspielerin von Romy Schneiders Werk und Leben mitnehmen?
Was ich bewundere ist, dass Romy Schneider einen sehr starken Willen besaß, mit Leib und Seele Schauspielerin war und akribisch daran arbeitete Rollen zu spielen, die sie auch wirklich spielen wollte. Das war mit Sicherheit kein einfacher Weg, insbesondere zu diesen Zeiten aber es gelang ihr. Ein starker Wille, der meist eine gewisse Durchsetzungskraft erfordert, bewirkt im Gegenzug auch, dass man sich mit Höhen und Tiefen intensiver auseinandersetzen muss. Romy Schneider sagte das einst so: „Manchmal muss man einfach nach seiner Nase gehen. Auch wenn man sie sich dabei mal einschlägt.“
Romy Schneider hat auch viele Interviews gegeben. Gibt es ein Interview, das Dich besonders anspricht und möchtest Du vielleicht ein Zitat hervorheben?
Das Interview, das Romy Schneider mit Alice Schwarzer im Dezember 1976 führte. Ein überaus offenes Interview, das von Romys (kämpferischer) Stärke, Mut aber auch Ihren Ängsten und Ihrer wiederkehrenden Unsicherheit geprägt war.
„Eine günstige Gelegenheit ergreift man nicht zaghaft; man packt sie beim Schopf und baut sie aus, mit Fleiß.“ – Romy Schneider.
Darf ich Dich abschließend zu einem Romy Achrostikon bitten?
Ruhelos
Ohnmächtig
Mutig
Youthful
Station bei Romy Schneider_ Angelika Strasser, Schauspielerin _ Wien _ acting Romy Schneider (Rosemarie Magdalena Albach * 23. September 1938 Wien + 29.Mai Paris) Schauspielerin_
Liebe Siegi Kleindienst, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Einige Stunden am Tag widme ich mich meiner Kunst, derzeit div. Arbeiten und organisatorische Vorbereitungen auf meine Ausstellungsbeteiligungen im Sommer/Herbst. Daneben gibt’s laufend immer wieder Arbeiten für den Kunst und Museumsverein Eibiswald wo ich mich engagiere. Vorrangig organisiere ich die laufenden Ausstellungen in der Galerie im Lerchhaus.
Dazwischen die üblichen – manchmal doch lästigen, aber notwendigen Arbeiten im Haushalt/Garten, etc.
Die Abende verbringe ich meist mit Lesen oder ich besuche verschiedene Kulturveranstaltungen (Ausstellungen, Theater, Konzerte), und dann gibt es auch noch div. Vereinsbesprechungen.
Siegi Kleindienst, Künstlerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Solidarität, das Gemeinsame in den Vordergrund stellen.
Wachsam sein auf die uns bevorstehenden großen Herausforderungen. Mich macht es Angst, wenn ich an die derzeitige Weltlage denke (Kriege, der Raubbau an der Natur, Entsolidarisierung, Nationalismus, Ungerechtigkeit, etc.).
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?
Kunst und Kultur sind enorm wichtig für eine Gesellschaft, vielen ist das leider erst bewusst geworden als der Lockdown alles zum Erliegen brachte.
Für mich ist die Kunst das Brot für die Seele.
Siegi Kleindienst, Künstlerin
Was liest Du derzeit?
Stefan Zweig „Die Welt von Gestern“
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Doch bleib nicht liegen, denn sonst gräbt sich etwas fest in deinem Hirn, was dir irgendwann den Mut zum Atmen nimmt. Und auf einmal prägt dir einer dieses Zeichen auf die Stirn, dass die Wege die du gehen willst, bestimmt.
(Konstantin Wecker )
Vielen Dank für das Interview, liebe Siegi, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich alles Gute!
Gerne
5 Fragen an Künstler*innen:Siegi Kleindienst, Künstlerin
Zur Person: 1962 geboren in Eibiswald
1982 Übersiedelung nach Graz
1985 Abschluss der Sozialakademie, Graz
1986 Besuch der Sommerschule für Artistik und Straßentheater
1991 Beschäftigung mit der Bildenden Kunst, div. Ausbildungen im Bereich Malerei
2001 wohnhaft in die Südweststeiermark
2013 Mitglied des Vereins für Bildende Kunst „Atelier Ying Yang“ Galerie Centrum, Graz
Die Künstlerin arbeitet mit vielen unterschiedlichen Techniken und Materialien – hier steht das Experimentieren im Vordergrund. In ihren künstlerischen Arbeiten kommen vor allem die Rosttechnik und viele Mischtechniken zur Anwendung.
Seit 2013 hat auch die Fotografie, Installationen sowie skulpturale Arbeiten einen fixen Platz in der künstlerischen Ausdrucksweise. Die Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Themen sind ihr in ihrer Kunst ebenso wichtig, wie das Experimentelle oder Projekte im Bereich Kunst im öffentlichen Raum. In vielen Motiven der Künstlerin geht es um „memento mori“ Botschaften, den Zyklus des Werdens, des Seines, des Vergänglichen, des Spurenhinterlassens. Dies sind immer wiederkehrende Themen neben der Ausdrucksform des abstrakten Expressionismus.
Liebe Rita Luksch, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Gerade probe ich mit meinem Mann Georg ein neues Theaterstück. Er komponiert die Musik, ich schreibe die Texte, dann lassen wir alles zusammenwachsen. Es kommt auch noch ein Film zum Stück dazu von Experimentalfilmer Erich Heyduck.
Rita Luksch, Schauspielerin, Regisseurin und Autorin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Insgesamt brauchen wir viel mehr Achtsamkeit für unsere Mitmenschen und die Erde. Leider ist weltweit gesehen viel zu viel Krieg und Kampf unter den Menschen. Wir brauchen Frieden und Mitgefühl, auch für die Tiere und unsere Umwelt.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Kunst kann Reflexion ermöglichen und so zu einer feineren Wahrnehmung von zwischenmenschlichen Zusammenhängen beitragen.Theater und besonders die Schauspielkunst helfen, damit wir uns hoffentlich alle etwas besser verstehen. Natürlich ist es auch schon viel, wenn wir schöne, packende gemeinsame Stunden erleben und dabei noch in eine ganz andere Zeit und Lebenswelt eintauchen können.
Was liest Du derzeit?
Mich haben die Erzählungen von Ada Christen besonders gepackt. Immerhin hat sie hier gelebt, wo ich auch lebe, nur eben 150 Jahre vor mir. Sie war zuerst auch Schauspielerin, gegen den Willen ihrer Mutter, und wurde dann Schriftstellerin. Sie liebte Blumen, hat sich mit verschiedenen Obst- und Gemüsesorten beschäftigt. Bei der Laxenburger Straße hat sie eine große Gärtnerei angelegt. Da staune ich schon über die Parallelen, auch wenn es damals für eine Frau noch viele schwieriger war als heute, sich als Künstlerin zu behaupten. Ada Christen hat es mit viel Glück und Geschick geschafft, zu Wohlstand zu kommen.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Seit 33 Jahren verdiene ich mir mein Brot selbst, seit meinem dreizehnten Jahre verdiene ich es auch für meine Mutter. Jetzt will ich mein Recht.“ Ada Christen
Vielen Dank für das Interview, liebe Rita, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Rita Luksch, Schauspielerin, Regisseurin und Autorin
Zur Person:Rita Luksch (Autorin/Schauspiel/Regie)
in Wien geboren, Schauspielstudium an der Bruckner Universität Linz, Studium Theater- Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien – Abschluss mit Auszeichnung;
als Schauspielerin in Kino- und Fernsehfilmen wie „Sisi” Regie: Xaver Schwarzenberger, „Schlawiner” Regie: Paul Harather, „Copstories”, „Tatort“; spielte viele Hauptrollen u.a. am Theater Dortmund, Stadttheater Klagenfurt, Stadttheater Berndorf, am Burgtheater Wien in „Helena“ mit dem Regisseur Luc Bondy, Janet in „The Rocky Horror Show“, die Wirtin in
„Die Nervensäge” Regie Leo Bauer; „Helen Keller“ in der Inszenierung von Herbert Gantschacher am Schauspielhaus Wien, seit 2014 Leitung des Ensemble21, Uraufführungen „Der Sturz der Möwe“, „Schönwettermenschen im Regen“, „Cissy&Hugo a Caracas“, „Therese“, „Der Kleine Prinz“, „Elektra“, „Kaleidoskop der Leidenschaft“, „Kassandra 4D“.
Aktuelles Theaterprojekt: URAUFFÜHRUNGADA CHRISTENDie Stimme der Verlorenen
Ein Theaterstück mit Musikvon und mit Schauspielerin und Autorin
RITA LUKSCH
und Musiker und Grammy-Gewinner
GEORG O. LUKSCH
visueller Background von Experimentalfilmer
ERICH HEYDUCK
Schauspielerin Rita Luksch holt die kleinen Leute vor den Vorhang: Kinder der armen Arbeiterschichten, Alleinerziehende, Witwen.
Die Liebesgedichte von Ada Christen waren schlagartig ein Sensationserfolg, mit gesellschaftskritischen Erzählungen macht die große Favoritner Schriftstellerin auf soziale Missverhältnisse aufmerksam!
Dazu gibt es feinste Klanglandschaften von Grammy-Gewinner Georg O. Luksch und Visuals von Erich Heyduck.
ADA CHRISTEN – DIE STIMME DER VERLORENEN
Zum 150 jährigen Jubiläum des 10. Bezirks holen wir die Stimme der kleinen Leute vor den Vorhang, die es damals gar nicht leicht hatten: die Kinder der armen Arbeiterschichten, Alleinerziehende, mittellose Witwen. Mit ihren gesellschaftskritischen Werken beeinflusste Ada Christen die frühen Naturalisten und machte auf soziale Missverhältnisse aufmerksam!
Ihre Gedichte waren schlagartig ein Sensationserfolg, heute ist sie ungerechtfertigt in Vergessenheit geraten. Die Rolle der großen Favoritner Schriftstellerin wird von Rita Luksch gespielt, dazu gibt es feinst komponierte mikrotonale Klanglandschaften auf verschiedenen Instrumenten von Grammy-Gewinner Georg O. Luksch und einfühlsame, emotionale Visuals von Erich Heyduck.
Als Ada Christen in der zweiten Hälfte des 19. Jh. ihre Werke schrieb, hatten große Teile der Bevölkerung noch keinen richtigen Zugang zu Bildung, die Kinder der armen Leute sollten bereits früh etwas dazuverdienen. Im Winter wurde um Brennmaterial gerauft und das letzte Brot musste genau eingeteilt werden. Die Zeitdokumente erzählen, dass die „gute, alte Zeit“ nicht für alle Menschen so gut war. Trotzdem resignieren diese Menschen nicht, es überwiegt die Hoffnung auf eine bessere Welt und die Freude an den kleinen Dingen des Lebens.
Ada Christen
lebte von 1839-1901, gab aber selbst als Geburtsjahr 1844 an – und feiert somit heuer selbstgewählt ihren 180. Geburtstag!
Sie lebte in späteren Jahren im 10. Bezirk auf ihrem Gut „Einsamhof“, einer kleinen selbstangelegten Gärtnerei bei der Laxenburger Straße. Es erinnert heute noch die nach ihr benannte Straße bei der Per-Albin-Hansson Siedlung an sie. Im 19. Jh. war es für eine Frau noch sehr ungewöhnlich und schwierig als Autorin aufzutreten.
Ihre Werke wurden aber von Literaturgrößen wie Theodor Storm, Ludwig Anzengruber, Friedrich Hebbel und Ferdinand v. Saar sehr geschätzt. Ihren Künstlernamen setzte sie aus dem Namen ihres zweiten Mannes Adalmar und ihrem richtigen Namen Christiane zusammen.
Ihr Vater war ein wohlhabender Kaufmann in Wien, kam nach der Revolution 1848 aber ins Gefängnis, erkrankte und starb bald darauf. Für die Mutter war es ohne soziale Absicherung sehr schwer die Kinder und sich zu ernähren. Sie zogen in eine kleine Wohnung in der Vorstadt, Christiane musste bereits als Kind arbeiten und verdiente als Handschuh-Näherin oder Blumenmädchen etwas dazu. In der Jugend nahm sie Schauspielunterricht und ging mit einer Theatertruppe auf Tournee. In Ungarn heiratete sie einen Richter, als sie ein Kind bekam, starb dieses bereits bei der Geburt. Auch der Richter erkrankte und starb. Die junge, mittellose Schriftstellerin hatte in Wien das Glück in Künstlerkreisen Unterstützung zu finden.
Durch den Sensationserfolg ihres ersten Gedichtbandes „Lieder einer Verlorenen“ konnte sie zu Wohlstand kommen. Mit Adalmar von Breden lebte sie bereits 8 Jahre in „wilder Ehe“ zusammen, dann legalisierten sie ihr Verhältnis. Ada Christen schrieb für zahlreiche Zeitschriften und Zeitungen, sie veröffentlichte Erzählungen, Gedichte und Theaterstücke.