Liebe Sophie Reyer, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Meistens stehe ich um acht Uhr auf, gehe spazieren. Dann starte ich entweder mit dem Unterrichten oder dem Schreiben- und abends brauch ich immer eine Menge Zeit zum Kuscheln.
Sophie Reyer, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Das kann ich nicht sagen, jeder Mensch ist so anders und ein absolutes Geheimnis. Ich weiß es ja nicht einmal bei mir selbst immer, was gerade wichtig ist-
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Ich kann nur von mir sprechen- und ich sehe in der Kunst die große Kraft, dass wir durch sie lernen, die Welt neu und anders zu betrachten und auch sensibler und toleranter den Menschen gegenüber werden, die anders sind.
Was liest Du derzeit?
In Moment lese ich das Werk des Mediziners Paracelsus.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Out beyond ideas of wrongdoing and rightdoung there is a field. I´ll meet you there.“
Vielen Dank für das Interview liebe Sophie und viel Erfolg für Deine wunderbaren aktuellen Buchneuerscheinungen und persönlich alles Gute!
5 Fragen an KünstlerInnen:
Sophie Reyer, Schriftstellerin
Aktuelle Bucherscheinung:
Hexensommer – Eine Dissoziation in drei Leben
von Sophie Reyer, Edition Keiper
Hebamme, Schriftstellerin, Schamanin – drei Frauen zu verschiedenen Zeiten und in unterschiedlicher Umgebung.
Jede dieser Frauen hebt sich von anderen Frauen ab – „Hexe“ nannte man das früher.
Warum erfahren Frauen heute noch immer Gewalt und machen mit einem „Lächeln unter Tränen“ weiter?
Mit sensibler Präzision legt Sophie Reyer ihr Augenmerk auf die so verschiedenen Leben von drei Frauen. Sie arbeitet akribisch ihre Gemeinsamkeiten auf und spürt ihrer innewohnenden Stärke nach. Noch nie war Reyer so strukturiert! Hexensommer zeigt eine neue Reife der österreichischen Schriftstellerin.
Tauchen Sie ein in ‘Hexensommer’ und machen Sie eine faszinierende Reise durch die Jahrhunderte, die das Leben von drei außergewöhnlichen Frauen miteinander verwebt. Walpurga Hausmännin, eine Hebamme im 16. Jahrhundert, wird Opfer eines brutalen Hexenprozesses. Charlotte-Rose de Caumont de La Force, eine adelige Schriftstellerin im 17. Jahrhundert in Frankreich, verfasst ‘Persinette’, den Vorläufer der berühmten Geschichte ‘Rapunzel’. Susanne Wenger, geboren 1915 in Graz, wandelt sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Nigeria zur Künstlerin und Yoruba-Priesterin.
Die Ich-Erzählerin in ‘Hexensommer’ vertieft sich in diese beeindruckenden Biografien und beginnt zugleich, die Frauen in ihrem eigenen Leben mit neuen Augen zu sehen. Sie erkennt, wie die Geschichten dieser Frauen mit ihrem eigenen Dasein verwoben sind. Es entsteht eine literarische Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Dieses Buch ist ein Zeugnis der Stärke und Widerstandsfähigkeit von Frauen über die Zeiten hinweg. Ein beeindruckender literarischer Spaziergang durch Geschichte und Mythos.
Preis: AT € 25,00 / DE € 24,32 Seiten: 292 ISBN13: 978-3-903575-11-0 Erscheinungsdatum: 4. März 2024 Sprache: Deutsch Format: 12,0 x 20,0 cm; Hardcover
Zur Person:Ingo Paulick wurde 1986 in Forst/Lausitz, einem kleinen deutschen Ort an der polnischen Grenze geboren und lebt seit 2018 in Wien, Österreich.
Nach seinem Schauspielstudium in Hamburg, gastierte er an diversen Theatern in Deutschland und Österreich und war festes Ensemblemitglied bei den Kreuzgangfestspielen Feuchtwangen, am Hessischen Staatstheater Wiesbaden und am Landestheater Coburg.
Seit 2019 gehört er zum festen Ensemble der Komödienspielen Porcia.
Darüber hinaus war er in diversen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen: u.a. in „Kafka“ und „Ich und die Anderen“ von Regisseur David Schalko.
Neben verschiedenen Formen des Bühnenkampfs, gilt sein Interesse auch dem Improvisationstheater und dem professionellem Sprechen.
Aktuelle Produktion mit Ingo Paulick:
„Funny Money“ RAY COONEY _ Komödienspiele Porcia_Spittal/Kärnten
„Da hat doch einer voll danebengegriffen! Der nimmt statt seines alten Aktenkoffers mit dem angebissenen, vergammelten Jausenbrot und den verstaubten Akten irrtümlich einen prall gefüllten Geldkoffer aus der U-Bahn mit nach Hause. Und schon beginnt sich das Karussell des Wahnsinns zu drehen: Was macht Geld mit uns? Vor allem viel zu viel Geld, das unerwartet und im wahrsten Sinn des Wortes unverdient sich ins Leben ergießt und scheinbar alles möglich macht, scheinbar alle Regeln aushebelt, alle Hemmungen außer Kraft setzt und das Maß abschafft? Wer kann, wer will den unermesslich Reichen bremsen? Hält uns das viel geschmähte Geld vielleicht sogar den Spiegel vor und fördert zutage, wie wir wirklich sind? Was uns wichtig ist? Welche Wünsche wir haben? Achtung, unermesslicher Reichtum kann die Bananenschale des Lebens werden – man rutscht leicht darauf aus! Dieses verrückte, wahnsinnige, rasende Stück mit seinen Menschen, die sind wie du und ich, die unerwartet in den Sog von Gier, Unvernunft, Höhenflug und verbrecherischem Irrsinn geraten, ist aktueller denn je. Wenn man dieser Tage die Zeitungen liest, denkt man, das wäre heute geschrieben worden...“ https://www.ensemble-porcia.at/programm/spielzeit-2024/funny-money
Lieber Ingo Paulick, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Meistens stehe ich so zwischen 7:30 – 8:00 Uhr auf und dann gibt es als erstes einen Kaffee. Danach kümmern meine Frau und ich uns um unsere kleine Hündin Bella und dann beginnt das Daily Business. Und das ist in unserem Job sehr variable.
Da vieles immer kurzfristiger wird, kann es sein, dass ich ein E-Casting für Werbung, Film oder TV bekomme und dies innerhalb von 24h hochgeladen haben muss. Je nach Aufgabenstellung benötige ich dafür 2 – 4 Stunden. Ansonsten versuche ich die Freizeit wirklich auch als eine Form von Sommerurlaub zu nutzen: wir fahren an den Millstätter See, gehen auf dem Goldeck wandern, Eis essen, kochen, mit unserem Hund spazieren und einfach eine gute Zeit haben und die schönen Dinge genießen. Ab 18 Uhr geht es dann meistens in die gedankliche Vorbereitung für die Vorstellung am Abend. Danach in die Maske und dann ab auf die Bühne. Im Anschluss vielleicht noch ein kleiner Absacker mit den Kolleg*innen.
Ingo Paulick, Schauspieler
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Besonders wichtig ist mir ein MITEINANDER statt ein GEGENEINANDER. Ich habe das Gefühl, dass sich unsere Gesellschaft immer mehr vereinzelt und die Leute immer missgünstiger werden. Dabei passieren auch so viele tolle Dinge auf der Welt. Leider wird von diesen Dingen zu wenig berichtet. Aber ein Lächeln im Gesicht und eine gegenseitige Wertschätzung erfüllt mich z.B. mit sehr viel positiver und optimistischer Energie.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Wertschätzung und Gleichberechtigung. Das sind für mich sehr wesentliche Punkte. Das Schauspiel, egal ob im Theater oder Film, kann dies vermitteln. Wir haben mit unseren Geschichten die Möglichkeit, in komprimierter Form, Missstände und Lösungen zu zeigen, ohne den großen „Moral-Finger“ zu erheben. Wir können es durch etwas veranschaulichen, dass wir alle empfinden: Emotionen.
Was liest Du derzeit?
Zurzeit lese ich Bücher über Kleopatra, um mich auf unsere Produktion „KLEOPATRA“ im Rabenhof Theater vorzubereiten.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Kings are not elected! Gods are not elected!“
Ingo Paulick, Schauspieler
Vielen Dank für das Interview, lieber Ingo, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Ingo Paulick, Schauspieler
Zur Person:Ingo Paulick wurde 1986 in Forst/Lausitz, einem kleinen deutschen Ort an der polnischen Grenze geboren und lebt seit 2018 in Wien, Österreich.
Nach seinem Schauspielstudium in Hamburg, gastierte er an diversen Theatern in Deutschland und Österreich und war festes Ensemblemitglied bei den Kreuzgangfestspielen Feuchtwangen, am Hessischen Staatstheater Wiesbaden und am Landestheater Coburg.
Seit 2019 gehört er zum festen Ensemble der Komödienspielen Porcia.
Darüber hinaus war er in diversen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen: u.a. in „Kafka“ und „Ich und die Anderen“ von Regisseur David Schalko.
Neben verschiedenen Formen des Bühnenkampfs, gilt sein Interesse auch dem Improvisationstheater und dem professionellem Sprechen.
Aktuelle Produktion mit Ingo Paulick:
„Funny Money“ RAY COONEY _ Komödienspiele Porcia_Spittal/Kärnten
„Da hat doch einer voll danebengegriffen! Der nimmt statt seines alten Aktenkoffers mit dem angebissenen, vergammelten Jausenbrot und den verstaubten Akten irrtümlich einen prall gefüllten Geldkoffer aus der U-Bahn mit nach Hause. Und schon beginnt sich das Karussell des Wahnsinns zu drehen: Was macht Geld mit uns? Vor allem viel zu viel Geld, das unerwartet und im wahrsten Sinn des Wortes unverdient sich ins Leben ergießt und scheinbar alles möglich macht, scheinbar alle Regeln aushebelt, alle Hemmungen außer Kraft setzt und das Maß abschafft? Wer kann, wer will den unermesslich Reichen bremsen? Hält uns das viel geschmähte Geld vielleicht sogar den Spiegel vor und fördert zutage, wie wir wirklich sind? Was uns wichtig ist? Welche Wünsche wir haben? Achtung, unermesslicher Reichtum kann die Bananenschale des Lebens werden – man rutscht leicht darauf aus! Dieses verrückte, wahnsinnige, rasende Stück mit seinen Menschen, die sind wie du und ich, die unerwartet in den Sog von Gier, Unvernunft, Höhenflug und verbrecherischem Irrsinn geraten, ist aktueller denn je. Wenn man dieser Tage die Zeitungen liest, denkt man, das wäre heute geschrieben worden...“ https://www.ensemble-porcia.at/programm/spielzeit-2024/funny-money
Zur Person:Ali E. Danabaş (geb. 1970 in Ankara), Lyriker und Schriftsteller, lebt seit dem 9. Lebensjahr in Deutschland. Nach Aufenthalten in Lippstadt, Münster, Ankara, Köln und Bergisch Gladbach wohnt er seit 2004 in der Nähe von München und ist Vater zweier Kinder. Nach dem Abitur studierte er in Münster Philosophie, Publizistik, Politik und Germanistik. Anschließend folgte ein Studium in Ankara, das er als Diplom-Bildhauer abschloss. Nach einem Zeitungsvolontariat in Lippstadt in Westfalen arbeitete Danabaş als Redakteur u.a. für den Münchner Merkur.
Mitte der 90er war er in Ankara Inhaber und Herausgeber der Literaturzeitschrift „Kavram ve Karmaşa“ (Begriff und Komplexität), veröffentlichte einen eigenen Gedichtband („Sokak“), übersetzte Erich Frieds „Befreiung von der Flucht“ ins Türkische, das im Ankaraner Suteni-Verlag als Buch herauskam. Für eine kurze Zeit war er Stellvertretender Generalsekretär des türkischen Schriftstellerverbandes. In dieser Funktion gab er eine Monographie über den ersten türkischen Bildungs- und Kulturminister Hasan Ali Yücel heraus. Neben seiner hauptamtlichen Tätigkeit ist er weiterhin schriftstellerisch aktiv. Er hat mehrere fertige Gedichtzyklen, aus denen er Gedichte einzeln in sozialen Medien veröffentlicht.
Juliane Bugl _ Art _ Tänzerin, Choreografin, Künstlerin
GIVE PEACE A CHANCE
Juliane Bugl _ Art _ Tänzerin, Choreografin, Künstlerin
GIVE PEACE A CHANCE
Ging
In
Viele
Ebenen
Pralles
Erde Regen
Atem Atem nichts
Clouds in the sky
Einfach war es nie
Anfang
Caravan meiner Sehnsucht
Hatte das Herz voll: ging auf Reisen:
Alles
Neu: heute wie damals
Chimären
Enden nie
Sophie Reyer, 1.8.24
Sophie Reyer_ Schriftstellerin
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:
Sophie Reyer_ Schriftstellerin_Wien
Aktuelle Bucherscheinung:
Hexensommer – Eine Dissoziation in drei Leben
von Sophie Reyer, Edition Keiper
Hebamme, Schriftstellerin, Schamanin – drei Frauen zu verschiedenen Zeiten und in unterschiedlicher Umgebung.
Jede dieser Frauen hebt sich von anderen Frauen ab – „Hexe“ nannte man das früher.
Warum erfahren Frauen heute noch immer Gewalt und machen mit einem „Lächeln unter Tränen“ weiter?
Mit sensibler Präzision legt Sophie Reyer ihr Augenmerk auf die so verschiedenen Leben von drei Frauen. Sie arbeitet akribisch ihre Gemeinsamkeiten auf und spürt ihrer innewohnenden Stärke nach. Noch nie war Reyer so strukturiert! Hexensommer zeigt eine neue Reife der österreichischen Schriftstellerin.
Tauchen Sie ein in ‘Hexensommer’ und machen Sie eine faszinierende Reise durch die Jahrhunderte, die das Leben von drei außergewöhnlichen Frauen miteinander verwebt. Walpurga Hausmännin, eine Hebamme im 16. Jahrhundert, wird Opfer eines brutalen Hexenprozesses. Charlotte-Rose de Caumont de La Force, eine adelige Schriftstellerin im 17. Jahrhundert in Frankreich, verfasst ‘Persinette’, den Vorläufer der berühmten Geschichte ‘Rapunzel’. Susanne Wenger, geboren 1915 in Graz, wandelt sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Nigeria zur Künstlerin und Yoruba-Priesterin.
Die Ich-Erzählerin in ‘Hexensommer’ vertieft sich in diese beeindruckenden Biografien und beginnt zugleich, die Frauen in ihrem eigenen Leben mit neuen Augen zu sehen. Sie erkennt, wie die Geschichten dieser Frauen mit ihrem eigenen Dasein verwoben sind. Es entsteht eine literarische Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Dieses Buch ist ein Zeugnis der Stärke und Widerstandsfähigkeit von Frauen über die Zeiten hinweg. Ein beeindruckender literarischer Spaziergang durch Geschichte und Mythos.
Preis: AT € 25,00 / DE € 24,32 Seiten: 292 ISBN13: 978-3-903575-11-0 Erscheinungsdatum: 4. März 2024 Sprache: Deutsch Format: 12,0 x 20,0 cm; Hardcover
Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.
Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.
Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.
Hi, Sarah, how do you read „Undine geht“ I.Bachmann?
I understand ‘Udine geht’ as a re-discovery of one’s self, and the awakening within that happens as a result of that discovery.
Wie siehst Du „Undine“? Who is Undine?
I see Udine as humanity: humanity that has come almost to a standstill (or extinction) as a result of its failure to understand its true worth, value and inherent awesomeness and power. The ‘geht’ in the phrase is Udine (or humanity’s) slow but sure re-awakening to that knowledge.
„Undine geht“ wurde vor gut 60 Jahren veröffentlicht. Was hat sich seit damals im Rollenbild von Frau und Mann verändert und was sollte sich noch ändern?
What has changed in sixty years in society roles?
Regarding humanity’s ability to learn from the mistakes of its pasts, I am tempted to say, ‘Nothing.’ Perhaps that will change now that Udine is awakening to its latent power. We can only hope…
Der Monolog geht mit der patriarchalen Gesellschaftswelt schonungslos ins Gericht. Wie siehst Du die Situation patriarchaler Macht heute?
What about patriarchat today?
It seems to be old wine in a new bottle: The male section of our world continues to ignore (to the detriment of our society) the amazing potentials contained in their female counterpart. They seemingly continue to believe that the growth of the females equals the decline of the males. Similar to a husband thinking the empowerment of his wife means his own disempowerment – rather than understanding that it actually means the betterment of their overall family.
Der Text drückt auch viel Trauer über das Scheitern der Liebe und eines Miteinander der Geschlechter im persönlichen wie gesellschaftlichen Leben aus. Welche Auswege siehst Du da?
How can love function?
Love functions better when it begins with the self: Love for all blossoms and flowers when it starts with love of self. You can’t expect an outsider to love what you yourself do not realize or understand is worth loving. However, self-love is a learned love. If you don’t learn to love yourself, you won’t know how to love yourself. Everything starts with the self. That is why, ‘Udine geht’ begins with self-awakening and the realization of the latent, untapped power that lies within her.
Was kannst Du als Frau und Künstlerin von „Undine geht“ in das Heute mitnehmen?
What says the Undine text today for you?
It says, keep exploring…there’s yet more to be discovered.
Was bedeutet Dir Natur?
What is your relation to nature?
I am nature and nature is me. I exist to nurture her and she exists to nurture me.
Was bedeutet Dir das Element Wasser?
Your relation to water?
Same as nature. It is one and the same. It is like the body with different parts…each part does something different but can only fully function as part of the whole. For example, as important as the eyes are they cannot function properly if they are separated from the body.
Wie lebst Du den Kreislauf der Jahreszeiten?
How to you live the year circle?
I wake up, give thanks to God for a new day, do my day and, at the end, I go to bed giving thanks to the same God for the ability to do that day.
Wie kann der moderne Mensch in Harmonie zur und mit der Welt leben?
How can modern human live in harmony with nature?
By recognizing that he is part of nature and nature is part of him: If he cannot do harm to himself and expects to live harmoniously, so too can he not harm nature and expects to exist harmoniously within nature.
Was braucht Liebe immer, um zu wachsen, blühen?
What needs love to grow?
A heart of gratitude, harmony within self, and tolerance of/with others.
Was lässt Liebe untergehen?
What destroys love?
Ingratitude, Inner strife, intolerance.
Wie war Dein Weg zum Schreiben?
When did your writing in life start?
I’ve always believed that I was a writer before I became a writer. The reason I said this is because writing saved my life – repeatedly. I believe that God granted me the ability to write because He knew that I would one day need a friend I could count on: a friend I could talk to about anything without fear of betrayal.
Welche aktuellen Projektpläne hast Du?
Which art plans do you have currently?
To continue the journey of knowing/discovering and loving this awesome entity called, Sarah: and use the lessons and tips learned to empower others to also love themselves in the same manner.
Welches Zitat aus „Undine geht“ möchtest Du uns mitgeben?
Which quote from Undine will you give to us?
“I don’t take drugs, I take books.”
Darf ich Dich zum Abschluss zu einem Akrostichon zu „Undine geht“ bitten?
Please write a Undine achrostichon
U – Understanding (as in, know that things are always more than they seem)
N -No (as in, learned to say a big fat, NO. Not every issue should be accorded
your precious time, energy or attention)
D -Discover (discover the world around you, you’d be surprised what you might
unearth.
I – Inquisitive (be hungry to know more, and yet more, and yet more, ad-
infinitum)
N -Never (as in, never say ‘Never.’ Know that the possibility exists.
E – Encourage (as in, let kind words dot your every sentence. Although they
walk around behaving like they’ve got it all together, most people are
hurting. A word of encouragement at the right time to the right person can
impact and change not just their life but the life of those they love. Kind
words are life pebbles thrown in the sea – they generate waves long after the
thrower has gone – or ceased to exist
G – Gratitude (to your Maker first, and to everyone who has
sown into your life in one way or another.
E – Enjoy your life.
H – Hope (never lose hope despite all odds, the proverbial ‘light at the end of
the tunnel’ really does exist. I am a living testimony.
T – True (as in, be true to yourself, be authentically, unapologetically true to
Station bei Romy Schneider_ Marie-Luise Schottleitner _Sopranistin, Schauspielerin und Gesangspädagogin _ Wien _acting Romy Schneider _ Romy Schneider (Rosemarie Magdalena Albach * 23. September 1938 Wien + 29.Mai Paris) Schauspielerin_
Station bei Romy Schneider_ Marie-Luise Schottleitner _Sopranistin und Gesangspädagogin _ Wien _acting Romy Schneider _ Romy Schneider (Rosemarie Magdalena Albach * 23. September 1938 Wien + 29.Mai Paris) Schauspielerin_
Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Fotografie und Theater/Performance.
Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.
Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person am biographischen bzw. werksgeschichtlichen Bezugsorten beizutragen.
Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.
Liebe Marie-Luise, welche Bezüge, Zugänge gibt es von Dir zu Romy Schneider?
Denk ganz klassischen würde ich sagen. Die Sissi Filme. 🙂
Gibt es einen Film von Romy Schneider, den Du hervorheben möchtest und warum?
Nein.
Wie siehst Du als Schauspielerin die Darstellerin Romy Schneider?
Ich finde, es ist etwas so Melancholisches in ihrem Spiel, selbst wenn sie eine fröhliche Szene spielt. Das macht es so interessant.
Würdest Du einen Film von Romy Schneider gerne spielen und wenn ja, warum?
Ich spiele selbst sehr gerne Operetten. Ja, ich liebe Kitsch. Also einen der frühen Filme wäre schon sehr schön.
Es gibt von Romy Schneider sehr viele Fotoserien. Gibt es eine Serie, die Du hervorheben möchtest?
Die Fotoserie von Helga Kneidl 1973 finde ich sehr spannend. Sehr ehrlich.
Wie siehst Du Romy Schneider vor der Fotokamera?
Sie fühlt sich wirklich wohl, zumindest vermittelt sie das. Authentizität ist das Wort, sie spielt nicht, sie ist einfach.
Auch unser Projekt ist ein szenisches Foto/Interviewprojekt. Wie hast Du Dich im Vorfeld darauf vorbereitet und was war Dir dabei wichtig?
Ich habe einige Fotos und Fotostrecken gegoogelt und auch die Vita von Frau Schneider gelesen, ich denke, einige Berührungspunkte zwischen uns gefunden zu haben und das dann versucht umzusetzen.
Wie siehst Du das Spannungsverhältnis von Öffentlichkeit und Schauspielberuf bei Romy Schneider wie an sich?
Das ist eher schwierig.
Romy Schneider wechselte nach großen Schauspielerfolgen in den 1950er das Filmgenre wie das Land. Wie siehst Du die Möglichkeiten persönlichen Entwicklungsweges im Schauspielberuf?
Wenn das Publikum jemanden quasi nur in einer Rolle in einem Film/Theaterstück/Musical/Musikgenre kennt, weil diese Produktion so erfolgreich war, ist es glaube ich für viele Darteller:innen sehr wichtig „neu“ anzufangen. Das sieht man auch bei Britney Spears, Miley Cyrus, etc. da geht es darum, ernst genommen zu werden, aber auch sich selbst als Person nicht zu verlieren oder zu „eindimensional“ zu werden.
Wie war Dein Weg zur Musik, zum Schauspiel und welche Erfahrungen hast Du in Wien im Beruf gemacht?
Meine musikalische Ausbildung begann schon recht früh, da meine Mutter eine Ballettschule leitet. Außerdem wohnte über uns der Organist unserer Pfarre, der hat abends immer geübt. Da bekommt man recht viel Musik mit, als Einschlafbegleitung quasi.
Anschließend wars recht üblich denke ich: Kinderchor- Theatergruppe- Blockflötenunterricht- turnen- Ballett[1]Stimmbildung- Jugendchor- Klavier- Tanzformation und Jazzdance[1]Musikoberstufe- Studium Jazzgesang/Musical- Blockflötenstudium[1]Gesangspädagogikstudium- Gesangsstudium Konzertfach-… und schon ist man irgendwo im Jetzt angekommen. Das Schöne ist, dass ich zwar immer Schwerpunkte gesetzt habe, aber die einzelnen „Hobbies“ nie ganz aufgehört habe, … gut den Kinderchor vielleicht. Aber zum Beispiel in der Theatergruppe bin ich noch immer aktiv.
Was wünscht Du Dir für den Musik-, Schauspielberuf?
Ich wünsche mir, dass es eine gute Mischung zwischen Bewährtem und Neuem gibt. Es muss nicht mit Gewalt alles Neu sein. Es soll aber hinterfragt werden. Und genauso ist nicht alles, was alt ist gleich schlecht. „Warum hält sich etwas so lange?“ Wäre eine Frage, die vielleicht auch Anstoß zu einem neuen Stück geben könnte. Musikalisch und Schauspieltechnisch.
Was sind Deine kommenden Projekte?
Am 8. August um 19:00 Uhr bin ich für die Choreographie des Musical Konzerts des THEATER IM NEUKLOSTER zuständig. Es findet ohne Eintritt im Rahmen des Kultursommers Wiener Neustadt statt. Wo? Im Stadtpark beim Pavillion. Das wird sehr schön, lustig,… und ich singe und tanze auch mit.
Am 5. September um 19:30 Uhr singe ich beim KONZERT FÜR WIENER
NEUSTADT mit den Wiener Neustädter Instrumentalisten am Hauptplatz meiner Heimatstadt. Das bin ich jetzt zum dritten mal eingeladen worden zu singen und es macht mir immer eine riesige Freude.
Was möchtest Du kommenden Musiker*innen, Schauspielstudenten*innen mitgeben?
Wenn ihr euch nichts anderes vorstellen könnt, als eure Musik zu machen, eure Geschichten zu erzählen: dann tut es! Falls ihr euch etwas anderes in eurem Leben vorstellen könnt: tut das!
Wie siehst Du die Umstände des Todes von Romy Schneider?
Frau Schneider hat ihrem Körper so viel abverlangt und aber auch angetan. Irgendwann kann der nicht mehr. Ob das eine Erlösung war, weiß nur sie selbst.
Was würdest Du Romy Schneider sagen, fragen wollen?
Liebe Romy, sei nicht so streng mit dir selbst!
Was kann eine Schauspielerin von Romy Schneiders Werk und Leben mitnehmen?
Ich denke, Privatleben ist ein sehr wichtiger Anker und gibt einer Künstlerin oder einem Künstler die nötige Sicherheit, um auf der Bühne zu sein.
Romy Schneider hat auch viele Interviews gegeben. Gibt es ein Interview, das Dich besonders anspricht und möchtest Du vielleicht ein Zitat hervorheben?
Je später der Abend (Talkshow, 1974)
„Man sollte doch nicht die Rolle mit der Person verwechseln.“
Darf ich Dich abschließend zu einem Romy Achrostikon bitten?
R …
O hnmächtig
M elancholie
Y …
Station bei Romy Schneider_ Marie-Luise Schottleitner _Sopranistin, Schauspielerin und Gesangspädagogin _ Wien _acting Romy Schneider _ Romy Schneider (Rosemarie Magdalena Albach * 23. September 1938 Wien + 29.Mai Paris) Schauspielerin
Marie-Luise Schottleitner und Walter Pobaschnig _ Graben Hotel Wien 2/24
Liebe Nicola Quaß, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Mein Tagesablauf ist unspektakulär. Ich gehe einem Brotberuf nach, der herausfordernd, aber auch sehr erfüllend ist. Daher komme ich erst abends zum Schreiben. Für meinen kreativen Prozess ist es vorteilhaft, Ablenkungen so weit wie möglich zu minimieren. Ich kann mit Fernsehen und Netflix nichts anfangen und verbringe wenig Zeit mit Aktivitäten, bei denen man überwiegend konsumiert. Das ist sicherlich ein Vorteil für das Schreiben. Schon als Kind war ich immer beschäftigt, hatte viele Gedanken im Kopf und lebte in meiner Phantasiewelt. Das hat sich bis heute nicht geändert. Die Literatur ist für mich die Leinwand, auf der ich meine Träume und Gedanken projiziere und in Verse und Geschichten verwandle. Ich bin also eine Abend- und manchmal auch Nachtschreiberin.
Nicola Quaß, Schriftstellerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Vielfalt, Dialog und Zuhören sind jetzt besonders wichtig. Die Literatur bietet die Möglichkeit, die Komplexität unserer Welt in all ihren Facetten widerzuspiegeln. Dabei geht es weniger um die Themen an sich als vielmehr um die Sprache als Medium. Durch sie scheint das Universelle im Alltäglichen durch. Mehr noch als das Gesagte wiegt das Ungesagte. Literatur wird damit auch zur Kunst der Reduktion. Es geht um die Verknappung der Worte auf das Wesentliche, um dem Nichtgesagten Raum zu geben.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Wir stehen vor herausfordernden Zeiten. Einerseits scheinen die Möglichkeiten, die das Internet und die neuesten technischen Errungenschaften bieten, grenzenlos zu sein. Andererseits besteht genau hierin die Gefahr der Vereinzelung, Entmenschlichung und Ausgrenzung. Was nicht in einen Algorithmus passt, wird übersehen und im schlimmsten Fall bekämpft. Ich denke, das Stichwort lautet Humanität, verbunden mit Toleranz und Wertschätzung des Anderen. Genau hierin sehe ich die große Aufgabe der Literatur und der Kunst. Ich bin überzeugt, dass keine Maschine jemals den Schriftsteller oder Künstler ersetzen kann. Zwar kann Künstliche Intelligenz formell perfekte Sprache konstruieren und gewisse Schreibstile imitieren, sie bleibt jedoch immer seelenlos. Die große Aufgabe der Literatur besteht darin, das Menschliche wieder vermehrt in die Texte zu holen. Das gelingt nur, indem man die Vielfalt der literarischen Ausdrucksmöglichkeiten in den Fokus nimmt und mehr Literatur jenseits des Mainstreams publiziert.
Was liest Du derzeit?
Ich bin eine vielseitige Leserin, was bedeutet, dass ich oft mehrere Bücher gleichzeitig lese. Daher kann ich gleich drei Bücher nennen:
Caroline Wahl, 22 Bahnen (Roman)
Julia Kulewatz, Orkaniden (Sturmgedichte)
Lisz Hirn, Der überschätzte Mensch (Essay)
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Mein Lieblingszitat stammt von Paul Celan:
„Das Gedicht kann eine Flaschenpost sein, aufgegeben in dem Glauben, sie könnte irgendwo und irgendwann an Land gespült werden, an Herzland vielleicht.“
Vielen Dank für das Interview, liebe Nicola, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute!
Nicola Quaß, Schriftstellerin
5 Fragen an Künstler*innen:Nicola Quaß, Schriftstellerin
Zur Person: Nicola Quaß wurde in Wetzlar geboren und lebt heute in Düsseldorf. Sie hat Rechtswissenschaften studiert und arbeitet als Anwältin in einem Unternehmen. Sie veröffentlichte Gedichte und poetische Prosa in renommierten Zeitschriften und Anthologien sowie die Gedichtbände ›Nur das Verlorene bleibt‹ (hochroth Verlag, Heidelberg 2020) und ›Moorland‹ (dr. ziethen verlag, Oschersleben 2024). Für ihre Lyrik wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u. a. beim Lyrikwettbewerb ›Lyrik 2000S‹ (2004) sowie mit dem Ulrich-Grasnick- Lyrikpreis (2023). Nicola Quaß nahm an der von Kurt Drawert geleiteten ›Darmstädter Textwerkstatt‹ teil und erhielt hierfür das Merck-Stipendium.
Aktuelle Publikation:
Nicola Quaß: Moorland – Gedichte mit Aquarellen von Erika Magdalinski
Moorland.
Gedichte mit Aquarellen von Erika Magdalinski
Die Berührung Durchs Fenster weht Wind. Der Morgen, verlassen im Spiegel. Sonntag betritt das Bild.
Draußen, hinter der Scheibe, rauschen Wolken durch bleierne Stunden. Die Sonne gießt Landschaft ein, der Flieder erwacht.
Wie Wärme von den Dächern steigt, wie Sommer sich teilt. Die Berührung zweier Stifte, einmal ein Wagnis gewesen, ein Lachen zieht vorbei.
Lieber Thomas Kamper, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Unabhängig von den ständig sich ändernden Umständen praktiziere ich fast täglich die Arbeit mit dem Körper, mit Stimme und Sprache, Entspannung, Konzentration und, seit einigen Jahren, Zazen (allein und in einer Gemeinschaft).
Thomas Kamper, Schauspieler, Regisseur, Autor
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Die Illusion, dass alles immer besser wird, wie einen übergroßen Luftballon zerplatzen lassen, den Glauben aufgeben an Wachstum und Expansion, der auf subtile Weise versklavt und mir die Ursache des grassierenden Ohnmachtsgefühls zu sein scheint, das uns zu Zuschauern der Zerstörung der Demokratien und unserer Lebensgrundlagen macht. Die Wirklichkeit zu sehen wie sie ist, mag bitter sein, macht aber handlungsfähig und berechtigt erst zu heimlichem Optimismus.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Die Frage, ob und wie Kunst Stellung beziehen soll, ist schwierig zu beantworten, und die versuchte Antwort vielleicht paradox. Ich habe Projekte erlebt, die für sich in Anspruch nahmen, Stellung zu beziehen, und in Wahrheit durch die Art, wie sie zustande kamen, Förderer der Umstände waren, die anzugreifen sie vorgaben. Andererseits ist das Spiel um seiner selbst willen der subversivste Akt, der sich denken lässt, ein Spiel, das dem ihm innewohnenden Risiko nicht ausweicht, ein Risiko, das allzu oft vermieden wird zugunsten einer Konditionierung, die für ein reibungsloses Funktionieren des Produktionsmarktes notwendig ist. Glücklicherweise habe ich solche Expeditionen mit ungewissem Ausgang erlebt, in welchen Scheitern und Gelingen keine Begriffe mehr sind, und in ihnen fühlte ich mich am lebendigsten, und die, die zugeschaut haben, auch. Ich habe vor, diesen Weg weiterzugehen.
Was liest Du derzeit?
Ich lese zurzeit (und eigentlich schon lange) vor allem Lyrik, von deren bekannten Anfängen bis zur Gegenwart, immer mit verschiedenen Schwerpunkten, die ein paar Wochen andauern. Ich brauche diese konzentrierte Welterfahrung als Rückzug von Geschichten und Figuren.
„Die Aufmerksamkeit, die das Gedicht allem ihm Begegnenden zu widmen versucht, sein schärferer Sinn für das Detail, für Umriss, für Struktur, für Farbe, aber auch für ‚Zuckungen‘ und die ‚Andeutungen‘, das alles ist, glaube ich, keine Errungenschaft des mit den täglich perfekteren Apparaten wetteifernden (oder miteifernden) Auges, es ist vielmehr eine aller unserer Daten eingedenk bleibenden Konzentration. – ‚Aufmerksamkeit‘ – erlauben Sie mir hier, ein Wort von Malebranche zu zitieren – ‚Aufmerksamkeit ist das natürliche Gebet der Seele‘.“ (Paul Celan)
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Die Drei Seltsamsten Worte
Sag ich das Wort Zukunft,
ist seine erste Silbe bereits
Vergangenheit.
Sag ich das Wort Stille,
vernichte ich sie.
Sag ich das Wort Nichts,
schaffe ich etwas, das in
keinem Nichtsein
Raum hat.
(Wislawa Szymborska)
Vielen Dank für das Interview, lieber Thomas, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Thomas Kamper, Schauspieler, Regisseur, Autor
Zur Person:Thomas Kamper, geboren in Wien, Konservatorium (Klavier, Theorie), Schauspielschule Krauss, Dramatisches Zentrum. Arbeitet seit 1980 als vorwiegend freischaffender Schauspieler, bisher in rund 200 Produktionen. (Burgtheater, Volkstheater, Theater in der Josefstadt, Salzburger Landestheater, Stadttheater Klagenfurt, Gruppe 80, Schauspielhaus Wien, Theater der Jugend, Theater in der Drachengasse, Werk X, Theater Hamakom, Theater Scala, Berliner Schlossparktheater, Salzburger Festspiele, Festspiele Reichenau, Sommerspiele Melk und in zahlreichen verschiedenen Gruppierungen). Von 2005 bis 2015 Ensemblemitglied des Wiener Volkstheaters. Erster Träger des Dorothea-Neff-Preises als bester Schauspieler der Saison 2010/2011. Mehrere Arbeiten als Regisseur, darunter auch eigener Texte.
„wenn schon zerissen dann im Ganzen“ Bettina Puchberger (folgende)
„gefangen in der Matrix“
„der Hyperpolische Schrei“
„die Vergangenheit in der Zukunft der Gegenwart“Bettina Puchberger, Künstlerin Wien _ performing „Undine geht“ _ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.
Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.
Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.
Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.
Liebe Bettina Puchberger, wie liest Du den Text „Undine geht“ von Ingeborg Bachmann?
Mit viel Wehmut, es ist eine kleine Reise in mein Inneres, in mein eigenes Leben.
Welche Grundaussagen gibt es da für Dich?
Leben heißt Veränderung, denn ohne Veränderung gibt es keine Erneuerung.
Wie siehst Du „Undine“?
Undine ist für mich eine Utopie der harmonischen Vereinigung von Mensch und Natur, von Mann und Frau, von Rationalität und Gefühl. Zerrissen zwischen dem Zwang zu lieben und der Flucht vor der Liebe, in welcher nur Verletzungen und Einsamkeit zu finden sind.
Der Monolog geht mit der patriarchalen Gesellschaftswelt schonungslos ins Gericht. Wie siehst Du die Situation patriarchaler Macht heute?
Die Gesellschaft, in der wir heute leben, ist als modernes Patriarchat organisiert. Eine weitgehende Verkehrung aller Verhältnisse, die das Leben in der Natur und der Gesellschaft bestimmt. Nicht das irdisch Lebendige, das Geborene und seine Entfaltung und Erhaltung stehen im Mittelpunkt, sondern deren Zerstörung zu einem künstlich gemachten Leben, einen Ersatz-Leben.
Der Text drückt auch viel Trauer über das Scheitern der Liebe und einesMiteinander der Geschlechter im persönlichen wie gesellschaftlichen Leben aus.Welche Auswege siehst Du da?
Man kann nur bei sich selbst etwas ändern und dies dann anderen, seinen Nächsten vermitteln.
Was kannst Du als Frau und Künstlerin von „Undine geht“ in das Heutemitnehmen?
Lebe so, dass du glücklich bist aber verletze niemanden dabei. Bleibe nicht am Boden, wenn man dich in die Knie zwingt, „steh auf“ und lebe mit all deinen Sinnen.
Was bedeutet Dir Natur?
Die Natur ist Geschöpf und Schöpfer zugleich, sie schöpft aus der Fülle der Unendlichkeit.
Was bedeutet Dir das Element Wasser?
Wasser ist Leben und Tod zugleich, unberechenbar und willensstark.