„Literatur schafft Freiräume, um zu entdecken“ Daniel Gräfe, Schriftsteller _ Stuttgart 14.8.2024

Lieber Daniel Gräfe, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Vom Bett geht es bei mir direkt in die Klamotten und schon raus für einen langen Spaziergang durch die Natur – ich wohne an einem Landschaftsschutzgebiet. Danach mit einem starken Kaffee an den Schreibtisch. Beides kalibriert mich jedes Mal neu für den Tag – und schafft im besten Fall die Weite in meinem Kopf, die ich für meine journalistische und schriftstellerische Arbeit brauche. Klappt leider nicht immer.

Daniel Gräfe, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Einfach mal den anderen zuhören, sich seiner eigenen Blase bewusst zu werden, in der man lebt, und die Welt darum wahrnehmen. Die Argumente von anderen erst einmal stehen lassen. Aber auch hinterfragen, ob die Behauptungen, die in der Welt stehen, stimmen können. Es gibt viel zu viel Aufregung, Redundanz und Geraune. Aber das ist meine Sicht.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Diesen Aufbruch und Neubeginn kann ich ehrlicherweise nicht erkennen, überhaupt bin ich bei solchen Zuschreibungen skeptisch.

Literatur kann helfen, genauer zuzuhören und hinzuschauen. Sich auf andere einzulassen, einfach, weil man sich mal wieder konzentrieren muss und Dinge wirken lassen kann. Ein guter Text schafft die Freiräume, damit man zum Entdecker wird – mit allem, was daraus folgen kann. Das ist ja das Schöne an Literatur: Alles kann sein, nichts muss.

Was liest Du derzeit?
John Burnsides „Anweisungen für eine Himmelsbestattung“ – ein toller schottischer Dichter, der leider vor kurzem viel zu früh gestorben ist.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Gerne einen Satz, der am Anfang meines Debütromans steht und für diesen selbst zum Impuls wurde. „Seitdem wir uns kannten, war Fragen stellen unser Spiel, sie nicht beantworten zu müssen gehörte dazu.“

Ich finde es wichtig, nach Fragen zu suchen, statt Antworten zu geben.

Daniel Gräfe, Schriftsteller

Vielen Dank für das Interview, lieber Daniel, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Daniel Gräfe, Schriftsteller und Journalist

Zur Person: Daniel Gräfe, wohnt in Stuttgart, Schriftsteller und Journalist

Daniel Gräfe, geb. 1971 in Biberach, arbeitete in sozialen Projekten in den USA und Ägypten und bereiste nach dem Studium in London recherchierend und schreibend Afrika, Asien und den Nahen Osten. Er arbeitete als Kultur- und Wirtschaftsredakteur in Ost und West und ist Reporter der Stuttgarter Zeitung. Seine Erzählungen, Reportagen und Lyrik wurden mehrfach ausgezeichnet. „Wir sind Kometen“ ist sein Debütroman und wurde mit dem Stipendium des Förderkreises der Schriftsteller:innen in Baden-Württemberg unterstützt.

Aktuelles Buch: „Wir waren Kometen“ (danube books, ET 19.7.24)

Frühsommer 2010: Ein rätselhafter Anruf – und schon holt Lukas Brandt (32) die Sehnsucht nach einem erfüllteren Leben ein. Überstürzt verlässt er seinen Job und macht sich auf die Suche nach der Anruferin, mit der er einst in Berlin das zugleich aufregendste wie schmerzlichste Jahr seines Lebens verbrachte: Luba Matei.

Auf seiner Irrfahrt quer durch Rumänien strandet er in der sprichwörtlichen Walachei, freundet sich mit dem Cannabis-Bauern Bogdan an und trifft auf die Schatten von Lubas Vergangenheit, die ihn zu Lubas Kindheitsgeheimnis unter dem Ceaușescu-Regime führen. Erstmals in seinem Leben gibt Lukas alle Sicherheiten auf.

Doch auch Luba, die in Rom ein neues Leben beginnen wollte, ist wieder unterwegs: Sie fordert ihren Anteil Glück und will endlich ihre Peiniger stellen.

„Wir waren Kometen“ erzählt berührend wie poetisch von der Sehnsucht nach einem anderen Leben, von Freiheit, Unterdrückung und ungleicher Herkunft. Und mittendrin ein Paar, das sich vereinnahmt und füreinander kämpft.

https://www.danube-books.eu/daniel-graefe-wir-waren-kometen

Daniel Gräfe: Wir waren Kometen. Roman. ET 19.7.2024

248 Seiten, 12,5 B x 20,5 cm H, gebunden, Hardcover, mit Schutzumschlag, Fadenheftung.

ISBN 978-3-946046-41-7.

24,00 EUR (D) | 24,70 EUR (A).

Fotos_privat

Walter Pobaschnig _ 11.8.2024

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„Ich versuche beim Malen an eine Wahrheit heranzukommen“ Romana Hostnig, Künstlerin _ Wien 13.8.2024

Liebe Romana Hostnig, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich stehe immer sehr früh auf und beginne zu malen, in meinem Alter zählt schon jede Stunde Lebenszeit, die ich nicht unbedingt im Bett verbringen möchte.

Romana Hostnig, Künstlerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Wichtig  für uns alle ist, dass wir angesichts der vielen Kriege, selber ein friedfertiges Verhalten an den Tag legen. Wir sollten insgesamt so leben, dass wir Vorbilder sind.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Die Kunst ist ungeheuer wichtig eigentlich zu jeder Zeit. Ich versuche immer beim Malen oder Schreiben an eine Wahrheit heranzukommen, d.h. Ich taste mich heran, denn eine für alle gültige Wahrheit gibt es nicht, außer dass die Sonne jeden Tag aufs Neue aufgeht.

Was liest Du derzeit?

Derzeit lese ich Kataloge, z.B. von R.Magritte und Gorgio de Chirico

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Es gibt nichts Gutes außer man tut es.

Vielen Dank für das Interview, liebe Romana, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Romana Hostnig, Künstlerin

Zur Person: Romana Hostnig, geb. am 8.3.1952, in Dornbirn Vorarlberg/aufgewachsen in Bregenz, nach der Pflichtschule Modeschule in Zürich, diverse Jobs, 1978 erster Preis für Literatur der Arbeitswelt, schriftstellerisch tätig, diverse Kurzgeschichten und Gedichte. 1980 Beginn mit Malerei als Autodidaktin, 1988 erste Ausstellung mit dem Titel, Kassandra, es folgen diverse Ausstellungen im In- und Ausland. 1995 Aufenthalt in Sizilien-Stipendium des Bundeskulturministeriums, Reise nach Südamerika/schriftstellerisch und malerisch tätig. Mehr als ein Jahr Aufenthalt in Ecuador. Seit 2009 wieder in Wien.

www.romana.hostnig.com

Foto_ privat

Walter Pobaschnig _ 10.8.2024

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„Heute“ Isabella Kubicek, Schauspielerin _ Give Peace A Chance _ Wien 13.8.2024

Isabella Kubicek, Schauspielerin und Regisseurin

GIVE PEACE A CHANCE

G esellschaft!

I st das überhaupt irgendwer?

V orurteile

E rkennen und abschaffen


P öbeln und Lästern

E rkennen und abschaffen

A nschuldigungen und

C at-calling

E rkennen und abschaffen


A blösen mit


C harakter-Arbeit

H eute

A nkommen

N icht hassen sondern

C hillen und

E njoyen

Isabella Kubicek, 7.8.2024

Isabella Kubicek, Schauspielerin und Regisseurin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace

Isabella Kubicek, Schauspielerin und Regisseurin

Zur Person: Isabella Kubicek wurde 2000 in Wien geboren. Während der Schulzeit im Gymnasium besuchte sie die Schultheater-Gruppe, aus der der Theaterverein Young Actors Company entstanden ist, wo sie heute jährlich bei eigenständigen Projekten Regie führt. Nach der Matura arbeitete sie ein Jahr als Regieassistentin und studierte dann an der Schauspielschule Krauss. Sie bekam ihr Diplom 2023 und spielt seitdem an unterschiedlichen Theatern, wie z.B. THEO Perchtoldsdorf und Theater Spielraum und bei anderen freien Projekten.

Fotos_ Harald Schwack

Walter Pobaschnig _ 7.8.2024

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„Erwachen“ Anna Sagaischek, Schauspielerin _ Give Peace A Chance _ Wien 12.8.2024

GIVE PEACE A CHANCE

Gemeinsam

Immer wieder

Vergeben

Einsamkeit lösen



Papierflieger falten

Essen teilen

Augen offenhalten

Chancen erkennen

Eingreifen



Ausatmen



Charakterstärke

Hoffnung

Anlächeln

Nicht wegsehen

Chöre singen

Erwachen



Anna Sagaischek, 4.8.2024

Anna Sagaischek, Schauspielerin, Bühnenbildnerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace

Anna Sagaischek, Schauspielerin, Bühnenbildnerin

Zur Person: http://www.annasagaischek.at/

Fotos_  Elisabeth Sagaischek

Walter Pobaschnig _ 4.8.2024

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„Tagträume sind meine Inspiration“ Isabella Kubicek, Schauspielerin _ Wien 12.8.2024

Liebe Isabella Kubicek, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Es ist von Tag zu Tag unterschiedlich und von Woche zu Woche ebenfalls. Je nach Engagement oder Nicht-Engagement. Wie vermutlich bei den meisten SchauspielerInnen. 😀 Zurzeit probe ich nachmittags und vormittags nehme ich mir, wenn ich nicht gerade arbeite, Zeit für mich – z.B. kochen, planen, sein. Am liebsten lass ich mich inspirieren von KollegInnen, Theaterstücken, Filmen und oft auch Tagträumen, um bald schon ein (oder mehrere) neue(s) Projekt(e) zu entwickeln.

Isabella Kubicek, Schauspielerin und Regisseurin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Eines der wichtigsten Dinge für mich ist die Persönlichkeitsentwicklung. Ich wünsch mir einen guten Umgang miteinander mit Rücksicht, Empathie, aber auch gesunde Grenzen setzen können. Das erfordert für mich- aber wie ich denke, für die meisten – ein bisschen Auseinandersetzung mit sich selbst und seinen Verhaltensweisen. Also Persönlichkeitsentwicklung nicht nur für mich selbst, sondern im größeren Sinne vor allem für die Gesell- und Gemeinschaft. Das klingt jetzt kitschig, aber das Begriff Zusammenhalt ist dabei natürlich sehr zentral.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Ich weiß nicht genau, welchen Aufbruch oder Neubeginn du meinst 😀 Kann aber sein, dass ich auf dem Mond lebe – kommt mir oft so vor! Allerdings ist auch der 2. Teil der Frage voll schwierig für mich zu beantworten. Eine „richtige“ Bedeutung des Theaters oder Kunst gibt es nicht, denke ich. Für mich geht es vor allem um das kreative Schaffen, das sowohl den Schaffenden als auch dem Publikum (meistens) ein gutes Gefühl gibt. Ich denke, Menschen sind dazu gemacht, Dinge zu er(schaffen). Wichtig ist, den Weg oder den Prozess in vollen Zügen zu genießen und sich selbst keinen Druck zu machen.

Was liest Du derzeit?

MOMO erzählt Zen – Soiku Shigematsu

Das Buch überrascht mich schon in den ersten zwei Kapiteln.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Don’t push the river it flows by itself” – Fritz Perls

Isabella Kubicek, Schauspielerin und Regisseurin

Vielen Dank für das Interview, liebe Isabella, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musik-, Schauspielprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Isabella Kubicek, Schauspielerin und Regisseurin

Zur Person: Isabella Kubicek wurde 2000 in Wien geboren. Während der Schulzeit im Gymnasium besuchte sie die Schultheater-Gruppe, aus der der Theaterverein Young Actors Company entstanden ist, wo sie heute jährlich bei eigenständigen Projekten Regie führt. Nach der Matura arbeitete sie ein Jahr als Regieassistentin und studierte dann an der Schauspielschule Krauss. Sie bekam ihr Diplom 2023 und spielt seitdem an unterschiedlichen Theatern, wie z.B. THEO Perchtoldsdorf und Theater Spielraum und bei anderen freien Projekten.

Fotos_  1 Daniel Schenter; 2/3 Harald Schwack.

Walter Pobaschnig _ 7.8.2024

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Station bei Romy Schneider_ „Berührende Schönheit“ Naoko Muneoka, Künstlerin _ Wien 11.8.2024

Station bei Romy Schneider_
 Naoko Muneoka, Künstlerin _ Wien _
a
cting Romy Schneider, Schauspielerin (* 23. September 1938 Wien + 29.Mai Paris) _
Fotos _ Schloss Schönbrunn Wien_
Station bei Romy Schneider_
 Naoko Muneoka, Künstlerin _ Wien _
a
cting Romy Schneider, Schauspielerin (* 23. September 1938 Wien + 29.Mai Paris) _
Fotos _ Schloss Schönbrunn Wien_

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Fotografie und Theater/Performance.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person am biographischen bzw. werksgeschichtlichen Bezugsorten beizutragen.

Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.

Liebe Naoko Muneoka, welche Bezüge, Zugänge gibt es von Dir zu Romy Schneider?

Sie ist eine meiner Lieblingsschauspielerinnen.

Gibt es einen Film von Romy Schneider, den Du hervorheben möchtest und warum?

Nachtblende. Ihr Schauspiel in der ersten Szene des Filmes hat mich umgehauen.

Romy Schneider spielte in ihren Filmrollen sehr intensiv und ausdrucksstark, auch körperlich, und ging bis an die Grenzen des persönlich Möglichen. Etwa in den Filmen „Nachtblende“, „Trio infernale“ oder „Die Spaziergängerin von Sans-Souci“. Wie siehst Du als Künstlerin die Darstellungskunst Romy Schneiders?

Ich habe nicht viele Filme von ihr gesehen. Aber wenn ich sie im Film sehe, sehe ich jede Szene mit ihr gern. Wie sie spielt, geht mir sehr nah. Sie spielt so, dass ich so fühlen kann.

Müssen Mensch und Kunst sich immer ganz nah, intensiv berühren, ergreifen, um das Publikum erreichen, berühren zu können?

„Müssen“ nicht. Ich ich mag einfach solche Sachen.

Gibt es Momente in der Kunst, in der sich gleichsam die Kontrolle über die Rolle verlieren kann? Und wenn ja, was holt einen dann zurück?

Etwas unerwartet Interessantes. Manchmal könnte man sagen, dass etwas entdeckt wurde.

In welchem Film, welchen Filmen von Romy Schneider würdest Du gerne spielen und welche Rolle/n wären das?

Ich weiß nicht, aber vielleicht „Nachtblende“? Weil das mein Lieblingsfilm von ihr ist.

Es gibt von Romy Schneider sehr viele Fotoserien. Gibt es eine Serie, die Du hervorheben möchtest?

Ich mag ihren Gesichtsausdruck wirklich sehr. Aber es gibt keine, die ich besonders hervorheben möchte.

Wie siehst Du Romy Schneider vor der Fotokamera?

Berührende Schönheit.

Auch unser Projekt ist ein szenisches Foto/Interviewprojekt. Wie hast Du Dich im Vorfeld darauf vorbereitet und was ist Dir dabei wichtig?

Ein paar Filmszenen angeschaut. Ich genoss es, ihr Gesicht zu sehen, ganz einfach.

Wie siehst Du das Spannungsverhältnis von Öffentlichkeit und Kunstberuf bei Romy Schneider wie an sich?

Gibt es im Fall Romy Schneider ein Spannungsverhältnis zwischen Öffentlichkeit und Kunstberuf?

Romy Schneider wechselte nach großen Schauspielerfolgen in den 1950er das Filmgenre wie das Land. Wie siehst Du die Möglichkeiten persönlichen Entwicklungsweges im Kunstberuf?

Manchmal will man etwas Neues und strebt danach, egal wie.

Manchmal bringen unerwartete Veränderungen der Lebensumstände eine unausweichliche Entwicklung mit sich.

Was wünscht Du Dir für den Kunstberuf?

Ich hätte gerne Zeit. Zeit, in der ich die totale Freiheit haben kann, zu entscheiden, was ich tun möchte.

Was sind Deine kommenden Projekte?

Derzeit arbeite ich an zwei Zeichnungen gleichzeitig. Ich habe auch schon eine Idee für die nächste Zeichnung.

Im November wird es eine kleine Ausstellung von meinem verstorbenen Mann und mir geben. Diese findet seit 13 Jahren jedes Jahr statt.

Was möchtest Du Kunststudenten*innen mitgeben?

Nichts.

Wie siehst Du die Umstände des Todes von Romy Schneider?

Zu den Umständen ihres Todes habe ich nichts Besonderes zu sagen.

Was würdest Du Romy Schneider sagen, fragen wollen?

Ich würde ihr gern sagen, dass sie eine tolle, schöne, berührende Schauspielerin ist.

Was kann eine Künstlerin von Romy Schneiders Werk und Leben mitnehmen?

Begeisterung.

Romy Schneider hat auch viele Interviews gegeben. Gibt es ein Interview, das Dich besonders anspricht und möchtest Du vielleicht ein Zitat hervorheben?

Jemandem, den sie zum ersten Mal traf, sagte sie direkt ins Gesicht: „Du gefällst mir.“ oder „Sie gefallen mir.“, genau weiß ich es nicht mehr. Das sage ich auch, wenn mir jemand gefällt. Das fand ich sehr sympathisch von ihr.

Darf ich Dich abschließend zu einem Romy Achrostikon bitten?

Romy

Ohne Sissy wäre wie

Melange ohne

Yakmilch

Station bei Romy Schneider_
 Naoko Muneoka, Künstlerin _ Wien _
a
cting Romy Schneider, Schauspielerin (* 23. September 1938 Wien + 29.Mai Paris) _
Fotos _ Schloss Schönbrunn Wien_
Naoko Muneoka und Walter Pobaschnig

Interview und alle Fotos _ Walter Pobaschnig 8/24

Walter Pobaschnig 8/24

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„Respekt und sich auf Augenhöhe begegnen“ Anna Sagaischek, Schauspielerin _ Wien 11.8.2024

Liebe Anna Sagaischek, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Oft beginnt mein Tag mit Klassik Radio. So fängt der Morgen gleich ruhig und ausgeglichen an. Wobei die meisten Tage der Woche einen anderen Ablauf haben, so unterscheiden sich die morgendlichen Rituale von „um 6:00 schwimmen gehen“ über „Yoga / Trainieren / Aufwärmen“ bis hin zu „ab aufs eigene Gemüse Feld“. – meistens aktiv. Natürlich gibt es dazwischen auch die klassischen, ausschlafen – rumschlunzen Tage – Keine Frage 🙂

Danach geht’s dann entweder ins Büro – ich bin auch im Architekturbüro tätig, oder ins Theater zur Probe. Gerade nach der Pandemie wird einem klarer, dass es als Künstler:in immer schwieriger wird sich auf ein Standbein verlassen zu können.

Ich habe mit meinen unterschiedlichen Interessen einen zweiten Berufsweg gewählt, der sich mit dem Theater vereinbaren und auch noch Raum für Kreativität lässt. Gerade Architektur und Theater lassen sich gut kombinieren. – Im November 2024 wird mein erstes Bühnenbild im Stella Theater im Café Prückel zu sehen sein.

Je nach aktueller Beschäftigung wird dann noch im Selbststudium an der Rolle gearbeitet oder Text gelernt. Die Abende gestalten sich – Wenn nicht gerade selbst auf der Bühne gestanden wird- meist mit Theaterbesuchen bei Kolleg:innen. Ich finde es sehr wichtig auch zu sehen, woran auf anderen Bühnen gearbeitet wird bzw. was die oft schon zu Freund:innen gewordenen, Schauspieler:innen tun. So lernt man auch schneller Stücke kennen und sie bleiben einem besser im Gedächtnis als beim Lesen des x-ten Text-Buches –ein netter Nebeneffekt haha

Wenn es nicht ins Theater geht, dann werden oft Bekannte und Freund:innen getroffen. Und dann gibt es da auch noch die ruhigen Abende daheim, aber in der Regel bin ich sehr gerne unterwegs und in Kontakt mit Menschen.

Anna Sagaischek, Schauspielerin, Bühnenbildnerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Zusammenhalt. Solidarität. Aufeinander achten. Respekt und sich auf Augenhöhe zu begegnen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Wie schon immer, sollte das Theater ein Medium sein, das auch aktuelle Themen aufgreift, hinterfragt und dem Publikum vor Augen führt. Wichtig ist und bleibt der Zusammenhalt, so kann man sich gegenseitig Halt geben und motivieren.

Was liest Du derzeit?

„Müll“ von Wolf Haas7

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Das Leben ist oft hart genug – Lustig machen wir es uns trotzdem“ Ein Zitat meiner Oma, das mich seit Kindheitstagen begleitet. Lachen ist wahnsinnig wichtig.

Anna Sagaischek, Schauspielerin, Bühnenbildnerin

Vielen Dank für das Interview, liebe Anna, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspiel-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Anna Sagaischek, Schauspielerin, Bühnenbildnerin

Zur Person: http://www.annasagaischek.at/

Fotos_  Elisabeth Sagaischek

Walter Pobaschnig _ 4.8.2024

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„Die Natur ist ein Booster für meine Kreativität“ Gabriele Uher, Künstlerin _ Wien 10.8.2024

Liebe Gabriele Uher, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Jetzt im Sommer sehr entspannt, weil ich ihn viele Wochen am See und in den Bergen verbringe, mich dort von der Natur inspirieren lasse und nur kleine Papierwerke male oder Ideen für Ausstellungen entwickle. Die Natur ist ein Booster für meine Kreativität.

In Wien im Atelier sieht er so aus, dass ich nach dem Aufstehen mal sofort ins Atelier gehe und meine Arbeit des gestrigen Tages betrachte. Dann gibt es Kaffee und ich mache meine Facebook Posts. Dann kommt es darauf an was ansteht, aber meistens bin ich dann im Atelier und arbeite.

Abends – wenn mich das Bild, an dem ich arbeite, freilässt, versuche ich verschiedene Vernissagen zu besuchen oder Freunde zu treffen.

Ein Spaziergang durch die City auf den Nebengassen mag ich dabei auch sehr gerne.

Gabriele Uher, Künstlerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Was für uns alle wichtig wäre….

Die Welt ist für mich in einer fast nicht aushaltbaren Verfassung. Überall knallt und zündelt es. Die Kommunikation wurde dramatisch aggressiver. Das gilt für alle, die gerne verbal um sich schlagen – runter vom Gas in der Kommunikation – das gilt auch für die Politik.

Besonnenheit, Achtsamkeit im Umgang mit unseren Mitmenschen, immer wieder Ruhe finden, sich nicht nur mit Negativmitteilungen beschäftigen, die Schnelllebigkeit für stoppen…

Sich den Blick für Schönes in Natur, Kunst oder ……  zu bewahren, das alles ist für mich wichtig, was für alle wichtig wäre kann ich nicht sagen, aber vielleicht ist in dieser Aufzählung für ALLE was dabei.

Gabriele Uher _ Beyond your limits

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Wir stehen vor einem Neubeginn? – auch den Aufbruch kann ich eigentlich nicht erkennen.

Ich reflektiere in meiner Kunst die Welt um mich herum durch expressionistische Malerei. Ich glaube fest daran, dass wir trotz Herausforderungen und Bedrohungen, denen wir derzeit gegenüberstehen, als Gesellschaft die Möglichkeit haben unser Leben positiv zu gestalten.

Gabriele Uher (ohne Titel)

Was liest Du derzeit?

Die Interessanten von Meg Wolitzer

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Your only Limit ist your mind

Vielen Dank für das Interview, liebe Gabriele, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Gabriele Uher, Künstlerin

Zur Person: Gabriele Uher 

Der Satz von Pablo Picasso „Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele“ hat für mich in unserer Zeit geradezu eine existenzielle Bedeutung. In meiner Kunst reflektiere ich die Welt um mich herum durch expressionistische Malerei. Für mich ist malen eine lustvolle aber auch eine herausfordernde Arbeit. In meinem Atelier in Interaktion mit der Leinwand verarbeite ich intuitiv das Geschehen um mich herum. 

Ich liebe die Welt der Farben. Wenn ich in einen Prozess eintauche verschwinden
Zeit und Raum, da bin ich irgendwo „anders“. Auch wenn ich mit einem groben Plan beginne, überlasse ich meiner Intuition die Führung. Am liebsten beginne ich ein Werk eigentlich planlos, suche Farben, die mich ansprechen und experimentiere ohne Angst vor Irrtümern. Im Zuge des Prozesses kann viel geschehen, es können sich Farben ändern, aber auch die gesamte vorher gedachte Bildkomposition.

Ich mag das Spiel zwischen Chaos, Ordnung und Emotionen. Ich finde es jedes Mal faszinierend, die Herausforderung anzunehmen, das Neue, das Weite, das Unbekannte zu entdecken – das immer lebendig, immer voller Energie ist. 

Ganz oft erklären sich mir meine Bilder nach Fertigstellung und zeigen mir gemalte Erkenntnisse und verarbeitete Emotionen.

Mein künstlerischer Werdegang ist auf meiner Homepage www.gabriele-uher.at zu sehen. Ich mache Ausstellungen in Wien, Niederösterreich und Deutschland und meine Werke befinden sich in privaten Sammlungen und in einem Gemeindeamt in Deutschland.

www.gabriele-uher.at

Foto_ privat

Walter Pobaschnig _ 6.8.2024

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„Die Zeiten sind konservativer, als sie vorgeben zu sein“ Fanny Holzer, Schauspielerin _ Wien 9.8.2024

Liebe Fanny Holzer, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich stehe auf und bin „morgens immer müde, aber abends werd ich wach“. Das trifft auf mich vollkommen zu. Das ist schon auch ein Grund, weshalb ich das Theater liebe. Ich liebe es, wenn der Tag langsam zu Ende geht und einen Glanz bekommt. Der Abend und die Nacht haben eine Ruhe und verbergen für mich eine Kreativität und Freiheit in sich, die der Tag so nicht hat. Die logische Schlussfolgerung ist, dass ich, wenn es geht auch gerne länger schlafe, natürlich ist das meistens nicht möglich und ich merke, dass es mir gut tut gezwungen zu werden früher aufzustehen.

Wenn ich gerade probe ist der Tag ziemlich durchgetaktet. Ich gehe morgens und abends zur Probe und in der Zeit dazwischen ist mein Kopf auch mit dem Stück und dem künstlerischen Prozess, in dem ich mich gerade befinde, beschäftigt. Sehr schätze ich zurzeit das häufig stattfindende Mittagessen mit Kolleg:innen. Austausch tut gut und ist wichtig für den Prozess und so sind diese Mittagessen sehr gemeinschaftlich und oft wahnsinnig lustig. Ein guter Ausgleich, den ich sowohl produktiv, als auch entspannend empfinde.

Vor der Abendprobe mache ich dann noch einiges. Textlernen, Mails beantworten, spazieren gehen, Gedanken zusammenschreiben,.. und dann schleicht sich langsam die Freiheit der Nacht heran und legt sich über die Abendprobe oder die Vorstellung. 

Fanny Holzer, Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Die Augen zu öffnen, kritisch zu sein, aber auch die Gemeinschaft und das Miteinander nicht zu vergessen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Stehen wir gerade wirklich vor einem Aufbruch und Neubeginn? Könnte der nicht jederzeit sein oder war er vielleicht schon?

Ich denke die Kunst hat die Möglichkeit jederzeit einen Aufbruch oder Neubeginn zu initiieren. Ob der gelingt, ist von einigen Faktoren abhängig. Sozusagen zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Es ist wahrscheinlich wichtig den Zeitgeist zu verstehen und zu bemerken was Menschen an diesem oder jenem Ort gerade brauchen oder verlangen.

Im Moment gibt es viele Aspekte, die zu einer Teilung unserer Gesellschaft führen. Die Zeiten sind konservativer, als sie vorgeben zu sein. Es passieren einige emanzipatorische Rückschritte, die noch vor einigen Jahren zu einem Aufschrei geführt hätten. Durch den Konsum von Social Media beobachte ich, dass von vielen jungen Menschen äußerst traditionelle Werte verfolgt und ausgelebt werden, die in jedem Fall zu keinem „Neubeginn“ im positiven Sinne führen. Durch Verbote, wie das Genderverbot, das zum Beispiel in Hessen und Bayern durchgesetzt wurden, wird vorgeschrieben, dass Schüler:innen in schriftlichen Arbeiten nicht mehr Gendern dürfen und dies als Fehler angerechnet wird. Wo beginnt der Wandel, wenn nicht in unserer Sprache? Die Sprache ist der erste Schritt zur Veränderung des Denkprozesses. Wir dürfen nicht faul werden, denn nur durch eine kleine Überwindung kann sich Neues und Fruchtbares entwickeln.

Was liest Du derzeit?

„Das Ende ist nah“ von Amir Gudarzi. Nachdem ich schon Anfang des Jahres bei einer Lesung war, komme ich nun im Sommer endlich dazu. Ein Roman über die Flucht eines Menschen, Studenten und Künstlers, der auf Grund von Protesten im Iran sein Land verlassen muss und in Österreich zum Flüchtling wird. Er erzählt auf poetische Weise von erschütternden Erfahrungen in Österreich als Flüchtling. Über Einsamkeit, Verachtung, Demütigung aber auch die Liebe.
Ich habe 2022 in seiner Uraufführung von „Wonderwomb“, welches den Kleistförderpreis 2022 gewann gespielt. Regie führte Eva Lange. Wir spielten das Stück bei den Kleist-Festtagen in Frankfurt (Oder) und so lernte ich Amir Gudarzis kennen. Seine ernsthafte aktuelle Arbeit und Poesie. Uns verband der Wiener Schmäh.  

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ich zitiere jetzt einfach mal aus „Zwei Herren von Real Madrid“ von Leo Meier, da ich daran gerade probe:

„Ihnen allen ein frohes neues Jahr und enormen Reichtum.“

Fanny Holzer, Schauspielerin

Vielen Dank für das Interview, liebe Fanny, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Fanny Holzer, Schauspielerin

Zur Person: FANNY HOLZER, geb.1997, Wien.

AUSBILDUNG
2017-2021 Diplomstudium Schauspiel,
Kunstuniversität Graz

AUSZEICHNUNGEN
Genderpreis 2021 der Kunstuniversität Graz für
„Zimmer 223 oder die Realität wurde hergestellt von einem Tapetenhersteller“
künstlerische Diplomarbeit – Fanny Holzer

THEATER
2022/2023: festes Ensemblemitglied am Hessischen Landestheater Marburg
2021/2022: festes Ensemblemitglied am Volkstheater Rostock
2020/2021: Studio am Hessischen Landestheater Marburg
2019/2020: Gast am Schauspielhaus Graz

ROLLEN AUSWAHL

2024
Zwei Herren von Real Madrid, Leo Meier, Paterin, Regie: Joachim Gottfried Goller,
Hessisches Landestheater Marburg
Archiv der Tränen Magdalena Schrefel, Regie: Antigone Akgün, Hessisches Landestheater
Marburg
Die Guten, Rebekka Kricheldorf, Fortitudo, Regie: Angelika Zacek, Hessisches Landestheater
Marburg

2023
Die Präsidentinnen, Werner Schwab, Mariedl, Regie: Maxime Mourot, Hessisches
Landestheater Marburg
Ein Sportstück, Elfriede Jelinek, Elfi Elektra, Regie: Carola Unser-Leichtweiß, Hessisches
Landestheater Marburg
Der gute Mensch von Sezuan, Bertolt Brecht, Shen Te/Shui Ta, Regie: Milena Mönch,
Hessisches Landestheater Marburg

2022
Der Herzerlfresser, Ferdinand Schmalz, Fauna Florentina, Regie: Maxime Mourot, Hessisches
Landestheater Marburg
Wonderwomb (UA), Amir Gudarzi, Regie: Eva Lange, Hessisches Landestheater Marburg,
Gewinnerstück des Kleist-Förderpreises 2022, Eröffnungsstück der Kleist-Festtage 2022,
Kleist Forum, Frankfurt (Oder)
Der Kirschgarten, Anton Tschechow, Dunjascha, Regie: Krzysztof Minkowski, Volkstheater
Rostock

2021
Frauen im Parlament, Stückentwicklung nach Weibervolksversammlung von Aristophanes,
Praxagora, Text und Regie: Sören Hornung, Volkstheater Rostock
Herr Puntila und sein Knecht Matti, Bertolt Brecht, Regie: Elina Finkel, Volkstheater Rostock

2020
Glaube Liebe Hoffnung, Ödön von Horváth, Herr und Frau Amtsgerichtsrat, Regie: Eva Lange, Hessisches Landestheater Marburg
Mortale Piccolo, Text und Regie: Katharina Grosch, Hochschule für Musik und Theater
Hamburg

2019
Die Leiden der jungen Wärter, Fräulein Foncé, Text und Regie: Nele Stuhler und Jan
Koslowski, Schauspielhaus Graz
Maß für Maß, William Shakespeare, Frau Maier und Herzog, Regie: Alexander Marusch,
Sommertheater im Burggarten Graz

2018
UniSex –Queerlounge, Konzept und Durchführung: Rosemarie Brucher und Ute Rauwald,
Schauspielhaus Graz

2017 europisch, Europa, Regie: Katrin Artl, Burgtheater Wien

FILM AUSWAHL

2021
Zimmer 223 oder die Realität wurde hergestellt von einem Tapetenhersteller, künstlerische
Diplomarbeit – Fanny Holzer
2020
Das Haus am See, Nicki, Regie: Nina Kusturica
2019
7,2 m², Regie: Elias Rauchenberger

Fotos_ Volker Schmidt

Walter Pobaschnig _ 5.8.2024

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„Kunst bietet die Chance, etwas zu verstehen, etwas zu verarbeiten, etwas zu fühlen“ Lea Catrina, Schriftstellerin _ Flims, Schweiz 8.8.2024

Liebe Lea Catrina, wie sieht jetzt dein Tagesablauf aus?

An einem Schreibtag stehe ich früh auf, trinke als erstes eine Tasse Kaffee und setze mich direkt an den Laptop. Dort bleibe ich, bis ich hungrig bin, mache eine kurze Mittagspause, dann schreibe ich weiter. Erst, wenn der Schreibtag beendet ist, so gegen 17:00 Uhr, gönne ich mir eine Dusche, ziehe etwas „Richtiges“ an und verbringe den Abend mit meinem Mann und meinem Sohn.

Lea Catrina ist eine Schweizer Schriftstellerin und Lyrikerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Das, was immer wichtig ist: Empathie.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Für mich persönlich bietet Kunst sehr viel Trost, sie bietet die Chance, etwas zu verstehen, neue Perspektiven einzunehmen, etwas zu verarbeiten, Dialoge zu starten, etwas zu fühlen oder eben nicht zu fühlen, und stattdessen anderweitig auszudrücken. Und aus Trost entsteht Hoffnung.

Was liest Du derzeit?

Ich lese aktuell «Hot Milk» von Deborah Levy.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

«Was dich zum Aussenseiter macht, macht dich zum Schriftsteller.»

Von wem das ist, weiss ich nicht mehr, aber es motiviert mich jeden Tag weiter zu schreiben.

Vielen Dank für das Interview, liebe Lea, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Lea Catrina, Schriftstellerin

Zur Person: Lea Catrina ist eine Schweizer Schriftstellerin und Lyrikerin. Sie ist die Autorin der Romane «MY BOY» und «Die Schnelligkeit der Dämmerung» sowie von «ÖPADIA – a Novella us Graubünda» (Arisverlag). «MY BOY» wird 2024 zudem als Taschenbuch und Hörbuch im Diogenes Verlag erscheinen.

Weitere ihrer Texte wurden in der Annabelle, Terra Grischuna, im Literaturblatt und im onepage Magazin publiziert.

2023 wurde ihr aktuelles Romanprojekt «WALDBAD» mit einem literarischen Werkbeitrag des Kantons Graubünden ausgezeichnet. Das Buch wird im Herbst 2024 veröffentlicht.

Catrina lebt aktuell wieder in Flims, Graubünden, wo sie geboren und aufgewachsen ist.

Foto_privat

Walter Pobaschnig _ 6.8.2024

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