Die Stadtflucht aus der abgebrannten Wohnung in Wien führt den Restaurator Willibald Adrian Metzger mit seiner Gattin Danjela Djurkovic in eine Kleingartensiedlung.
Der Metzger ist nun mittendrin im Kleingartenidyll bei Tag und Nacht zwischen Liegestuhl und Grillduft, Prosecco und Klavierflügel wie laufendem Motor und Abendstimmung – Menschliches, Allzumenschliches also rundum.
Doch dann tun sich auch hier im Gartenparadies Abgründe auf, denn die Nachbarin liegt tot im Whirlpool.
Und jetzt beginnt eine Suche, ein Graben nach dunklen Geheimnissen auf und unter der Erde…
Thomas Raab, gefeierter Wiener Krimi Autor, legt seinen zehnten Metzger Roman vor und dieser ist ein begeisterndes Feuerwerk höchster Krimispannung wie wunderbares Panoptikum menschlicher Alltagskultur in einzigartiger humorvoll-abgründiger Seelenschau. In großartiger Analyse und Innenschau des Ur-Wiener Lebensbiotop der Kleingartensiedlung knüpft der vielseitige Autor an ganz große Namen österreichischer Kabarettkultur wie Helmut Qualtinger an und lässt all seine Talente in Sprachvirtuosität, Witz und Existenz-, Gesellschaftsanalytik im wilden Garten von Leben und Abgrund großartig blühen.
„Höchste Krimispannung im wunderbaren Panoptikum menschlicher Alltagskultur in einzigartiger humorvoll-abgründiger Seelenschau“
Der Metzger gräbt um, Thomas Raab. Kriminalroman. Haymon Verlag.
Thomas Stipsits, Kabarettist, Schauspieler und Autor
Der Tag vor Allerheiligen in Stinatz, einem beschaulichen Straßendorf, in dem Gruppeninspektor Sifkovits vom Landeskriminalamt Eisenstadt jetzt in der Küche seiner Mutter steht, die sich nicht für das morgige Kleid für den besonderen Feier-Gedenktag der Toten entscheiden kann…dann ein lautes „Aua“ als der Allerheiligenstriezel auf den Boden fällt…doch schnell wird an einer Lösung des süßen Problems gearbeitet…
Ein anderes Problem gibt es unterdessen anderorts in einer großen Halle, in dem acht Abschleppfahrzeuge mit Fracht stehen – es wird getuschelt und die Szenerie wirkt undurchschaubar..
Dann das Gedenken am Friedhof. Kalt ist es und einer fehlt, der „Mali“. Und er wird heute nicht mehr kommen…er ist tot…
Und jetzt beginnt eine Suche nach Geheimnissen und Abgründen hinter Fassaden da und dort…
Thomas Stipsits, gefeierter Kabarettist, Schauspieler und Autor legt einen neuen Stinatz-Krimi vor, der in allen so vertrauten wunderbaren Zutaten wie Witz, Hintergründigkeit und Spannung begeistert. Es ist ein kurzweiliges Lesevergnügen, das bis zur letzten Seite staunen, lachen und mitfiebern lässt.
„Ein Krimi als geniale reale Bühnenshow von Leben und Tod im Dorf“
Allerheiligen-Fiasko. Ein Stinatz-Krimi, Thomas Stipsits. Ueberreuter Verlag
Aktuelle Produktion von und mit Rose Breuss: FRAGMENTS OUT OF TIME Tanz & Puppenspiel von ROSE BREUSS und CHRISTOPH BOCHDANSKY in Zusammenarbeit mit der Dance Compagnie Of(f) Verticality _ in Kooperation mit Theater Nestroyhof Hamakom11. 1. 2025 (20.00 Uhr) PREMIERE Weitere Spieltermine: 12. 1. / 24. 1. / 25. 2. 2025 (20.00 Uhr) THEATER NESTROYHOF HAMAKOM
GIVE PEACE A CHANCE
Gehe
Ich
Vielleicht
Einmal zum
Punkt
Eines
Anderen
Chaos,
Erfasse
Aber
Chronologisch die
Hälfte des
Angefangenen
Nonsenses,
Chronisch
Erheitert?
FRAGMENTS OUT OF TIME Tanz & Puppenspiel von ROSE BREUSS und CHRISTOPH BOCHDANSKY
Rose Breuss, 5.12.2024
Rose Breuss, Choreographin, Tänzerin
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace
Rose Breuss, Choreographin, Tänzerin
Zur Person/über mich:Rose Breuss, Choreographin, Tänzerin, geboren in Vorarlberg.
Tanz – und Bewegungsstudien an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Wien, Theaterschool Amsterdam, Temple University Philadelphia USA und Tanznotation (Labanotation) an der University of Surrey, Labanotation Institute.
Choreographierte u.a. für das Niederösterreichische Donaufestival, Wiener Festwochen, Kammeroper Wien, dieTheater Künstlerhaus, Ballettschule der Wiener Staatsoper, Wiener Konzerthaus, Klangforum Wien, Tanzquartier Wien, Grand Theatre Luxemburg und Philharmonie Luxemburg, Festspielhaus St. Pölten, Bregenzer Festspiele, Berliner Sophiensäle.
Choreographische Residenz am Wiener Odeon 2010-2011.
Internationale Gastspiele u.a. in Paris, London, New York, Washington, Minsk, Gdansk, Winterthur, Berlin, Stuttgart, Braunschweig, Skopje und Valencia.
Ausgezeichnet mit dem Max Brand Preis für Experimentelle Musik, dem Theodor Körner Preis für Wissenschaft und Kunst und der Prämie des Bundeskanzleramtes für die Choreographie „Drift“.
Von 2006 bis 2022 Institutsdirektorin von IDA – Institute for Dance Arts an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz und Universitätsprofessorin für Movement Research.
Unterrichtete als Gast u.a. an der Ballettschule der Wiener Staatsoper und an der Universität Salzburg Musik- und Tanzwissenschaft, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt, Middlesex University London, Cefedem Bordeaux, Conservatorio Superiore de la Danza Alicante.
Zusammen mit Johannes Randolf gründete sie in Linz 2009 die zeitgenössische Tanzkompanie, C.O.V. Cie. Off Verticality. In einer kollaborativen, experimentellen Arbeitsweise produzieren die TänzerInnen der Kompanie regelmäßig Tanzstücke für verschiedene nationale und internationale Institutionen.
Tanz & Puppenspiel von ROSE BREUSS und CHRISTOPH BOCHDANSKY
in Zusammenarbeit mit der Dance Compagnie Of(f) Verticality
In irgendwelchen Blasen leben wir doch alle, sie müssen aber nicht nur Gefäße eingeschränkter, individueller Weltbetrachtung sein. Wenn wir uns erinnern, war es doch auch ein schönes Spiel, Seifenblasen aufsteigen zu lassen, ihnen nachzurennen, sie zu fangen und sie platzen zu lassen.
Dieses Spiel der zerplatzten Blase wollen wir spielen.
Blasen können auch Sphären sein, die mit unterschiedlichen Ideen gefüllt sind oder mit verschwundenen oder unsichtbar gewordenen Gedanken, die auch aus einer unbestimmten Vergangenheit zu uns gelangen können.
Sie sind unsere fragments out of time.
Fünf Tänzerinnen und Tänzer phantasieren über ihre Biographien und Tanzfragmente aus anderen Zeiten und bringen sie in heutige Sphären. Oder wie der titelgebende Peter Hammill in My Room singt:
Dreams, hopes and promises, fragments out of time.
Die Blasen platzen und zeigen unterschiedliche Zustände, in denen sich Menschen befinden können, Wahn, Einsamkeit, Zorn, Habgier. Diese Zustände werden zu Protagonisten und erscheinen in Form einer Puppe, sie kommentiert die Handlung, mitfühlend oder ironisch oder mischt sich mit einem Gespräch in die Handlung ein, wie eine Allegorie aus einem barocken Theaterstück.
In fragments out of time erinnern die TänzerInnen unter anderem ein selten zu sehendes,
inter-austriakisches, weitgehend jüdisches bzw. exiliertes Tanzrepertoire, verbinden dieses mit ihrem zeitgenössischen Tanzen und setzen die äußerst attraktive Tanzkultur u.a. von Gertrud Bodenwieser, Andrei Jerschik, Kurt Jooss, Isolde Klietmann, Grete Wiesenthal fort.
Fotos: Portrait_Andreas Kurz; Produktion_ Gregor Grkinic.
Aktuelle Produktion von und mit Rose Breuss: FRAGMENTS OUT OF TIME Tanz & Puppenspiel von ROSE BREUSS und CHRISTOPH BOCHDANSKY in Zusammenarbeit mit der Dance Compagnie Of(f) Verticality _ in Kooperation mit Theater Nestroyhof Hamakom11. 1. 2025 (20.00 Uhr) PREMIERE Weitere Spieltermine: 12. 1. / 24. 1. / 25. 2. 2025 (20.00 Uhr) THEATER NESTROYHOF HAMAKOM
Liebe Rose Breuss, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich habe nicht jeden Tag dieselben Tagesabläufe. Meine Zeit spielt sich an unterschiedlichen Orten ab: Tanzstudios, Wohnung, Öffentlicher Raum, Natur usw.
Rose Breuss, Choreographin, Tänzerin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Demokratie!
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Kunst ermöglicht Wahrnehmungen, die das „allgemeine“ Leben nicht bietet, Wahrnehmungen und Erfahrungen, andere Seiten, wir können unseren Fokus auf die Welt und die Menschen variieren.
Was liest Du derzeit?
Das Werk von Helène Cixous und Tanznotate von Jean Cébron.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Der Mensch ist Subjekt nicht nur als Urheber, Erfinder, Konstrukteur, sondern auch als Mittler, Überträger und Übersetzer. (Sybille Krämer über „Engel“)
Vielen Dank für das Interview, liebe Rose, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Tanz-, Theaterprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Rose Breuss, Choreographin, Tänzerin
Zur Person/über mich:Rose Breuss, Choreographin, Tänzerin, geboren in Vorarlberg.
Tanz – und Bewegungsstudien an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Wien, Theaterschool Amsterdam, Temple University Philadelphia USA und Tanznotation (Labanotation) an der University of Surrey, Labanotation Institute.
Choreographierte u.a. für das Niederösterreichische Donaufestival, Wiener Festwochen, Kammeroper Wien, dieTheater Künstlerhaus, Ballettschule der Wiener Staatsoper, Wiener Konzerthaus, Klangforum Wien, Tanzquartier Wien, Grand Theatre Luxemburg und Philharmonie Luxemburg, Festspielhaus St. Pölten, Bregenzer Festspiele, Berliner Sophiensäle.
Choreographische Residenz am Wiener Odeon 2010-2011.
Internationale Gastspiele u.a. in Paris, London, New York, Washington, Minsk, Gdansk, Winterthur, Berlin, Stuttgart, Braunschweig, Skopje und Valencia.
Ausgezeichnet mit dem Max Brand Preis für Experimentelle Musik, dem Theodor Körner Preis für Wissenschaft und Kunst und der Prämie des Bundeskanzleramtes für die Choreographie „Drift“.
Von 2006 bis 2022 Institutsdirektorin von IDA – Institute for Dance Arts an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz und Universitätsprofessorin für Movement Research.
Unterrichtete als Gast u.a. an der Ballettschule der Wiener Staatsoper und an der Universität Salzburg Musik- und Tanzwissenschaft, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt, Middlesex University London, Cefedem Bordeaux, Conservatorio Superiore de la Danza Alicante.
Zusammen mit Johannes Randolf gründete sie in Linz 2009 die zeitgenössische Tanzkompanie, C.O.V. Cie. Off Verticality. In einer kollaborativen, experimentellen Arbeitsweise produzieren die TänzerInnen der Kompanie regelmäßig Tanzstücke für verschiedene nationale und internationale Institutionen.
Tanz & Puppenspiel von ROSE BREUSS und CHRISTOPH BOCHDANSKY
in Zusammenarbeit mit der Dance Compagnie Of(f) Verticality
In irgendwelchen Blasen leben wir doch alle, sie müssen aber nicht nur Gefäße eingeschränkter, individueller Weltbetrachtung sein. Wenn wir uns erinnern, war es doch auch ein schönes Spiel, Seifenblasen aufsteigen zu lassen, ihnen nachzurennen, sie zu fangen und sie platzen zu lassen.
Dieses Spiel der zerplatzten Blase wollen wir spielen.
Blasen können auch Sphären sein, die mit unterschiedlichen Ideen gefüllt sind oder mit verschwundenen oder unsichtbar gewordenen Gedanken, die auch aus einer unbestimmten Vergangenheit zu uns gelangen können.
Sie sind unsere fragments out of time.
Fünf Tänzerinnen und Tänzer phantasieren über ihre Biographien und Tanzfragmente aus anderen Zeiten und bringen sie in heutige Sphären. Oder wie der titelgebende Peter Hammill in My Room singt:
Dreams, hopes and promises, fragments out of time.
Die Blasen platzen und zeigen unterschiedliche Zustände, in denen sich Menschen befinden können, Wahn, Einsamkeit, Zorn, Habgier. Diese Zustände werden zu Protagonisten und erscheinen in Form einer Puppe, sie kommentiert die Handlung, mitfühlend oder ironisch oder mischt sich mit einem Gespräch in die Handlung ein, wie eine Allegorie aus einem barocken Theaterstück.
In fragments out of time erinnern die TänzerInnen unter anderem ein selten zu sehendes,
inter-austriakisches, weitgehend jüdisches bzw. exiliertes Tanzrepertoire, verbinden dieses mit ihrem zeitgenössischen Tanzen und setzen die äußerst attraktive Tanzkultur u.a. von Gertrud Bodenwieser, Andrei Jerschik, Kurt Jooss, Isolde Klietmann, Grete Wiesenthal fort.
Fotos: Portrait_Andreas Kurz; Produktion_ Gregor Grkinic.
Zur Person/über mich:Doris Drechsel, die österreichische Sopranistin und Schauspielerin mit Sologesangsausbildung an der Universität der Musik und darstellenden Kunst, absolvierte die Studien Theater-, Film- und Medienwissenschaft und Musikwissenschaft mit summa cum laudae in Wien. Sie ist die Gewinnerin des Otto‐Edelmann‐Preises.
Ihre Engagements der letzten Jahre umfassten Stücke wie Wer hat Angst vor Virginia Woolf (Martha), Der Weibsteufel, Nora oder ein Puppenheim (Nora), Baumeister Solness (Aline), Kaiserfleisch (Schrotti), Tor und Tod (das junge Mädchen), Der Brandner Kaspar schaut ins Paradies (Marei), Der Kreidekreis (Tschang Haitang), Alma Mahler (Die Windsbraut oder Almschi Mahler liegt Modell, Szenen einer Leidenschaft), Der ideale Gatte (Lady Chiltern), Peter und der Wolf (Erzählerin), Die Unheil bringende Krone (Atritia), Joseph Haydn und die Frauen (Luigia Polzelli), Der Vater (Laura), Vipria in Die gefesselte Phantasie (ORF/ 3SAT Fernsehaufzeichnung) und Radioliveübertragungen von Ö1. Im Musiktheater trat sie in Rollen wie etwa die Lisa (Land des Lächelns) im Musiktheater Vorarlberg, Pepi (Wiener Blut) beim Operettensommer Zug, Pamina und Papagena (Die Zauberflöte), Blondchen (Die Entführung aus dem Serail) bei diversen Tourneen in Österreich, Deutschland, Schweiz und Südtirol auf, Operettentourneen, Konzerte und Beethovens 9. Symphonie in der Staatsoper Tiflis mit Peter Edelmann, Open Air Konzerte in Tel Aviv, im Konzertsaal in Akko, Nazareth, im Rathaus von Jerusalem, Rosentage Baden (Rosalinde), Stift Dürnstein und Bregenz. Zusammenarbeit mit unter anderem Kirill Petrenko, Giorgio Jordania, Philippe Arlaud, Karl Markovics, Jochen Kowalski und Gregor Seberg.
Doris Drechsel war an der Volksoper Wien engagiert und gastierte an verschiedenen Häusern wie, Stadttheater Baden, Raimundspiele Gutenstein, Festspielhaus St. Pölten, Theater Arche, Freie Bühne Wieden, Sommerspiele Sitzenberg, Sommerspiele Grein, Sommerspiele Gumpoldskirchen, Schönbrunner Schlosstheater und im Theater Experiment.
In AMS Mutris Welt (Regie Paul Harather) war die Rolle der Lisbeth Bösch ihr ORF Serien Debut. Kontinuierliche Werbesprechertätigkeiten in Radio und Fernsehen, sowie Liederabende mit Lesung unter dem Titel PoeSisi in Bad Ischl. Demnächst ist sie im Tatort-Messer (Regie Gerald Liegel) zu sehen.
Momentan steht sie mit den Valentinaden im Theater Experiment auf der Bühne.
Aktuelle Produktion mit Doris Drechsel im Theater experiment Liechtensteinstr. 132 1090 Wien
Karl Valentin„Ich bin ein armer magerer Mann“ _ weitere Valentinaden
mit Doris Drechsel und Erwin Bail
Regie: Fritz Holy und Erwin Bail
Dass die Valentinaden bis heute nichts an Wirkung verloren haben, liegt an der Virtuosität, mit der Valentin die Sprache zum Medium seines Humors gemacht hat.
Valentins Biograph Michael Schulte schrieb: „Karl Valentin ist der Charlie Chaplin des Wortes. Verfängt sich Chaplin hoffnungslos in einer Drehtür, so verheddert sich Valentin gleichermaßen hoffnungslos in den Tücken der Sprache…“
Mit Elisabeth Wellano fand Valentin 1911 eine ideale Partnerin. Gemeinsam wählten sie für sie den Künstlernamen Liesl Karlstadt. Schon bald waren die beiden nicht nur auf der Bühne ein Paar.
Zu Valentins Bewunderern zählten Thomas Mann, Bertolt Brecht, Kurt Tucholsky und Samuel Beckett. „Ich habe Karl Valentin 1937 in einem Café-Theater am Stadtrand gesehen und viel und voll Trauer gelacht“.
Das Theater Experiment bringt nach dem Erfolg der „Valentinaden“ im Herbst 2023 nun weitere Szenen und Monologe aus der Feder dieses Großmeisters der „Traurigen Komik“
Gespielt wird bis 7. Dezember 2024, Dienstag bis Samstag um 19:30 Uhr
Liebe Doris Drechsel, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich stehe um 6 Uhr in der Früh auf, frühstücke mit meiner Familie. Wenn die Kinder in der Schule sind, studiere ich Text. Anschließend koche ich Mittagessen. Nachdem ich mich mit den Hausaufgaben der Kinder beschäftigt habe, bereite ich das Abendbrot vor und gehe anschließend zur Probe oder zur Vorstellung. Das alles funktioniert nur, weil mein Mann Heinz Arthur Boltuch (Schauspieler) und ich schon ein sehr eingespieltes Team sind.
Doris Drechsel,Schauspielerinund Sopranistin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Das Wissen, dass jede Kultur auch ihre positiven Seiten hat. Der Wille diese auch in unsere Kultur einfließen lassen zu können. Ein Einheitsgefühl und kein Separierendes.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Ein Raum der Freiheit. Im Theater zum Beispiel darf man alles sein und man sollte dafür nicht verurteilt werden, sowohl im Zuschauerraum wie auch auf der Bühne.
Was liest Du derzeit?
Einer der wichtigsten Säulen meines Lebens, Humor, darum:
Joachim Meyerhoff
Man kann auch in die Höhe fallen
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Es ist simpel und doch so schwer: Fange bei dir selbst an, dann funktioniert das auch meistens beim Mitmenschen. Wenn alle mehr in die Richtung gehen, leben wir mehr Verständnis, Liebe, Freiheit und Zusammenhalt. Miteinander anstatt gegeneinander. Klingt alles sehr ideologisch, aber ich möchte so gerne daran glauben, dass es funktioniert. Anfangen muss man halt.
Doris Drechsel,Schauspielerinund Sopranistin
Vielen Dank für das Interview, liebe Doris, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Musikprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Doris Drechsel,Schauspielerin, Sopranistin, Sprecherin
Zur Person/über mich:Doris Drechsel, die österreichische Sopranistin und Schauspielerin mit Sologesangsausbildung an der Universität der Musik und darstellenden Kunst, absolvierte die Studien Theater-, Film- und Medienwissenschaft und Musikwissenschaft mit summa cum laudae in Wien. Sie ist die Gewinnerin des Otto‐Edelmann‐Preises.
Ihre Engagements der letzten Jahre umfassten Stücke wie Wer hat Angst vor Virginia Woolf (Martha), Der Weibsteufel, Nora oder ein Puppenheim (Nora), Baumeister Solness (Aline), Kaiserfleisch (Schrotti), Tor und Tod (das junge Mädchen), Der Brandner Kaspar schaut ins Paradies (Marei), Der Kreidekreis (Tschang Haitang), Alma Mahler (Die Windsbraut oder Almschi Mahler liegt Modell, Szenen einer Leidenschaft), Der ideale Gatte (Lady Chiltern), Peter und der Wolf (Erzählerin), Die Unheil bringende Krone (Atritia), Joseph Haydn und die Frauen (Luigia Polzelli), Der Vater (Laura), Vipria in Die gefesselte Phantasie (ORF/ 3SAT Fernsehaufzeichnung) und Radioliveübertragungen von Ö1. Im Musiktheater trat sie in Rollen wie etwa die Lisa (Land des Lächelns) im Musiktheater Vorarlberg, Pepi (Wiener Blut) beim Operettensommer Zug, Pamina und Papagena (Die Zauberflöte), Blondchen (Die Entführung aus dem Serail) bei diversen Tourneen in Österreich, Deutschland, Schweiz und Südtirol auf, Operettentourneen, Konzerte und Beethovens 9. Symphonie in der Staatsoper Tiflis mit Peter Edelmann, Open Air Konzerte in Tel Aviv, im Konzertsaal in Akko, Nazareth, im Rathaus von Jerusalem, Rosentage Baden (Rosalinde), Stift Dürnstein und Bregenz. Zusammenarbeit mit unter anderem Kirill Petrenko, Giorgio Jordania, Philippe Arlaud, Karl Markovics, Jochen Kowalski und Gregor Seberg.
Doris Drechsel war an der Volksoper Wien engagiert und gastierte an verschiedenen Häusern wie, Stadttheater Baden, Raimundspiele Gutenstein, Festspielhaus St. Pölten, Theater Arche, Freie Bühne Wieden, Sommerspiele Sitzenberg, Sommerspiele Grein, Sommerspiele Gumpoldskirchen, Schönbrunner Schlosstheater und im Theater Experiment.
In AMS Mutris Welt (Regie Paul Harather) war die Rolle der Lisbeth Bösch ihr ORF Serien Debut. Kontinuierliche Werbesprechertätigkeiten in Radio und Fernsehen, sowie Liederabende mit Lesung unter dem Titel PoeSisi in Bad Ischl. Demnächst ist sie im Tatort-Messer (Regie Gerald Liegel) zu sehen.
Momentan steht sie mit den Valentinaden im Theater Experiment auf der Bühne.
Aktuelle Produktion mit Doris Drechsel im Theater experiment Liechtensteinstr. 132 1090 Wien
Karl Valentin„Ich bin ein armer magerer Mann“ _ weitere Valentinaden
mit Doris Drechsel und Erwin Bail
Regie: Fritz Holy und Erwin Bail
Dass die Valentinaden bis heute nichts an Wirkung verloren haben, liegt an der Virtuosität, mit der Valentin die Sprache zum Medium seines Humors gemacht hat.
Valentins Biograph Michael Schulte schrieb: „Karl Valentin ist der Charlie Chaplin des Wortes. Verfängt sich Chaplin hoffnungslos in einer Drehtür, so verheddert sich Valentin gleichermaßen hoffnungslos in den Tücken der Sprache…“
Mit Elisabeth Wellano fand Valentin 1911 eine ideale Partnerin. Gemeinsam wählten sie für sie den Künstlernamen Liesl Karlstadt. Schon bald waren die beiden nicht nur auf der Bühne ein Paar.
Zu Valentins Bewunderern zählten Thomas Mann, Bertolt Brecht, Kurt Tucholsky und Samuel Beckett. „Ich habe Karl Valentin 1937 in einem Café-Theater am Stadtrand gesehen und viel und voll Trauer gelacht“.
Das Theater Experiment bringt nach dem Erfolg der „Valentinaden“ im Herbst 2023 nun weitere Szenen und Monologe aus der Feder dieses Großmeisters der „Traurigen Komik“
Gespielt wird bis 7. Dezember 2024, Dienstag bis Samstag um 19:30 Uhr
Das Leben beginnt, nimmt seinen Lauf. Der Blick in die Welt. Erste Versuche zu sehen und zu verstehen…
„Meine Mutter, die mir oft vorlas, sagte manchmal, Bücher seien klüger als Menschen. Nicht alle, setzte sie hinzu, aber in den besten finden wir Antworten. Was für Antworten, Mama, fragte ich, doch da starb sie schon und redete überhaupt nicht mehr mit mir…“
Und jetzt gilt es noch mehr zu verstehen. Den Tod, den Verlust, den Schmerz. Der Besuch der Sonntagschule, die Bibel, Gespräche, und die Suche geht weiter, durch Jahrtausende, Kulturen, Vermächtnisse…
Und führt schließlich in einem Londoner Park, wo der mittlerweile gewordene Schriftsteller Paul McCartney sieht und die Welt der Musik und die Erinnerungen nun aufleben und sich verbinden zu einem bunten Reigen der Erfahrungen, Phantasien, Enttäuschungen und Visionen des Lebens in allen schillernden wie auch tief dunklen Farben…
Jón Kalman Stefánsson, geboren 1963 in Reykjavík, ist einer der bedeutendsten Schriftsteller Islands. Mit „Mein gelbes U-Boot“ gelingt ihm ein beeindruckendes existentielles roadmovie durch Sinn und Zeit, das individuelle Erfahrungen mit kulturellen Meilensteinen wie Perspektiven einmalig verbindet.
„Ein Roman über Mensch und Welt mit Witz, Sinn, Charme und Melone, der rundum begeistert!“
Mein gelbes U-Boot. Jón Kalman Stefánsson. Roman. Piper Verlag.
Es sind Geister, welche zu Beginn die Bühne und auch den Zuschauerraum nach und nach füllen. In der Mitte ein junger Mann, Prinz Hamlet, der nun von diesen zur Tat, der Rache an den Mord des Vaters aufgefordert wird und der mit diesem Auftrag an Leib und Seele ringt…
So weit auch in dieser Inszenierung der klassische Beginn eines der berühmtesten Dramen der Theatergeschichte von William Shakespeare, welches in einem Reigen und Rausch des Todes sein tragisches wie berühmtes Finale findet.
Doch dann nimmt jemand sein Geisterleintuch ab, steigt aus der Szene aus, und gibt Hamlet in seiner Darstellung ein Feedback und Rollenkritik. Und diese weitet sich aus und wird zu einem Statement des Bühnenverständnisses. Wie nun den Hamlet spielen und überhaupt Verrat, Mord, Rache auf die Bühne bringen? Das ist hier nun die Frage. Für einen Moment, denn die Szene setzt sich fort und Hamlet geht seinen Weg in vielen Spiegelbildern einer Persönlichkeit in dieser unmöglichen überfordernden Situation zwischen Wort und Tat, Blut und Gewalt…
Regisseurin Karin Henkel und dem exzellenten Ensemble gelingt ein genialer Kunstgriff, der einerseits den Hamletstoff im Kreislauf von Rache und Tod als freie Dramalinie setzt und dazu grundsätzliche Fragen nach der Darstellung von Gewalt, Blut, Mord auf der Bühne stellt, andererseits gerade sehr präzise und erschütternd Gewalt als Kontinuum von Mensch und Gesellschaft über Zeiten hinweg bei der Wurzel zu packen und Gewalt als Teil von Selbstverständnis und Wert patriarchaler Machtstruktur zu entlarven wie auch in der Metakritik im Spiel selbst das Momentum der Satire sprühend zu setzen weiß. So entsteht eine Szenerie, die mehrere Spielebenen in großartiger Darstellung zu mixen weiß und dem Dramastoff mutig frei öffnet wie selbstbewusst zeitübergreifend folgt. Ein Experiment, das voll aufgeht. Ein „Hamlet“, der zum Mit- und Weiterdenken anregt, auffordert und damit bestes Theater bietet.
„Hamlet als mutiger, variantenreicher Dramen-, Satirebogen, der in Regie und Spiel extrem beeindruckt!“
„Hamlet“ Burgtheater Wien
Deutsch von Angela Schanelec und Jürgen Gosch
Regie: Karin Henkel
Ensemble: Tim Werths, Marie Luise Stockinger, Alexander Angeletta, Katharina Lorez, Kate Strong, Michael Maertens, Benny Claessens.
Zur Person/über mich:Roland Rauschmeier lebt und arbeitet in Wien. Der gebürtige Augsburger besuchte dort die Akademie der bildenden Künste und gründete mit der französischen Tänzerin und Choreografin Anne Juren die Wiener Tanz- und Kunstbewegung. Seine Arbeiten als bildender Künstler sind in der Artothek des Bundes vertreten, die seit 1948 im Rahmen der Kunstförderungsankäufe Kunstwerke erwirbt. Seine Performancearbeiten waren bisher zu sehen u.a. im brut Wien, WUK performing arts und Volkstheater Wien. Er kooperiert mit dem deutschen Film- und Videokünstler Ulu Braun unter dem Pseudonym BitteBitteJaJa und arbeitet an einem genreübergreifenden Oeuvre.
Aktuelle Produktion von Roland Rauschmeier im Theater am Werk Petersplatz, 1010 Wien:
„ADRIAN!“
Die Performance „ADRIAN!“ – Allein gegen Allem zeigt unter anderem einen als Döner verkleideten Boxsack, einen Bierkampf ohne Festzelt und ein verschwollenes Auge vor Buñuels Rasierklinge. Der Titel spielt auf die legendäre Schlussszene des Films Rocky (1976) an, in der der von Sylvester Stallone verkörperte Boxer und „Italian Stallion“ Rocky Balboa am Ende eines brutalen Kampfes den Namen seiner Geliebten „Adrian!“ ruft. Wiederkehrende Motive sind auch dem Werk des bayerischen Multikünstlers Herbert Achternbusch entlehnt. In seinem Film Atlantikschwimmer (1977) prägte er das berühmte Zitat: „Du hast keine Chance, also nutze sie.“ Dieses rebellische Lebensmotto und die Leidenschaft für die Malerei verbinden Achternbusch und Stallone auf eine für manche überraschende, aber auch überragende Weise.
An drei Abenden ( jeder anders als der andere!) erwartet das Publikum eine künstlerische Collage aus Raum, Bild und Performance, die große Themen mit Mut zur pathetischen Selbstzerstörung wortwörtlich abklopft. Der einsame Kampf des Einzelnen gegen sich selbst steht oft im Zentrum. Die Bühne vereint Elemente eines Zoos, einer Sporthalle und eines Bierzelts – ein Ort, an dem die Performer*innen sowohl körperlich als auch emotional an ihre Grenzen stoßen und „ihr Fett abkriegen“.
„We’ll have a good time, a real good time, Adrian.“ (Sylvester S. in Rocky)
Spieltermine:
04.12.2024 – „ADRIAN!“ – Episode I – Allein gegen Allem
06.12.2024 – „ADRIAN!“ – Episode II – Zur Verzweiflung bereit
07.12.2024 – „ADRIAN!“ – Episode III – Der Herausforderer ist dem Herausgeforderten sein Alptraum
Credits
Konzept, Bühne, Video: Roland Rauschmeier
Video; Theo Seidel
Dramaturgie: Claus Philipp
Licht: Andreas Lendais
Maske: Franziska Fröhlich
Musik/Ton: Tom Indge
Mit Maximilian Brauer, Mara Niang, Roland Rauschmeier, Nicola Schößler
Die drei Vorstellungen von „ADRIAN!“ sind unterschiedlich und zeigen Variationen des Themas.
Alle, die bereits eine Vorstellung besucht haben, können unter Vorlage ihres Tickets an der Abendkassa eine oder beide der Folgevorstellungen um einen ermäßigten Preis von €12,- besuchen. Bitte reservieren Sie Ihre Tickets im Vorhinein unter reservierung@theater-am-werk.at.
Lieber Roland Rauschmeier, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich stehe früh auf und bugsiere meinen jüngeren Sohn zur Schule. Danach fahre ich mit dem Fahrrad ins Theater und beginne mit der Arbeit. Die Produktion eines darstellenden Werks verlangt viel Koordination – es gibt viele Komponenten, die bedacht und aufeinander abgestimmt werden müssen. Das ist oft anstrengend, aber genau das fasziniert mich an dieser Arbeit. Theater vereint viele Kunstformen und bringt sie in einen gemeinsamen Prozess.
Die Abstimmung zwischen Subjekten und Objekten kann jedoch schwierig sein, und manchmal bleibt dabei die Freude auf der Strecke. Aber Arbeit macht nicht immer Spaß. Wenn es allerdings gelingt, dass alles ineinandergreift und die Inszenierung funktioniert, entsteht etwas Besonderes. Genau für diese Momente lohnt sich die Mühe.
Roland Rauschmeier, Künstler
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Es ist wichtig, Ruhe zu bewahren und sich nicht verrückt zu machen. Wir sollten uns auf unsere Stärken konzentrieren und nicht ins Klagen verfallen. Ich nehme an, Sie meinen aktuelle Themen wie der Konflikt im Nahen Osten, die US-Wahlen oder die wirtschaftliche Unsicherheit. In diesem Zusammenhang fällt mir ein Interview von Noam Chomsky ein, dass er – wenn ich mich richtig erinnere – in einer Kirche in New York gegeben hat nachdem Trump zum ersten Mal gewählt worden war. Seine Kernaussage war, dass wir uns bewusst machen sollten, was wir bereits erreicht haben und auf welchem Niveau wir starten.
Wir tendieren dazu, aktuelle Krisen zu dramatisieren und vergessen dabei, wie viele gesellschaftliche Fortschritte bereits erzielt wurden. Institutionen, die persönliche Entwicklung fördern, oder unser Diskursklima sind Ergebnisse mühevoller Arbeit früherer Generationen. Auch wenn wir in Zukunft sparsam sein müssen, gibt es hierzulande – bei einem durchschnittlichen BMI von etwa 25,4 – Reserven, sowohl körperlich als auch geistig.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein, und welche Rolle kommt dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich, zu?
Viele Künstler*innen schaffen sich selbst Probleme, um diese dann künstlerisch zu verarbeiten. Das Motto „Ohne Dilemma kein Anspruch“ ist weit verbreitet. Ich halte das für den falschen Ansatz. Kunst sollte nicht immer aus Problemen entstehen, sondern aus dem Wunsch, etwas Großartiges zu schaffen. Dieser Antrieb sollte von innen kommen, nicht durch äußere Erwartungen gesteuert sein.
Das heißt nicht, dass Kunst unpolitisch sein sollte – sie ist es per se, wenn sie gut gemacht ist. Doch sie sollte nicht nur auf Probleme reduziert werden. Kunst fordert das Publikum heraus, bringt neue Perspektiven und regt zum Nachdenken an.
Künstler*innen haben eine große Freiheit, die sie nutzen sollten. Gleichzeitig gibt es Tendenzen, diese Freiheit einzuschränken, indem Meinungsäußerungen reguliert werden sollen. Das ist nicht hinnehmbar. Es gibt keine „alternativen Fakten“, und Gefühle dürfen nicht über der Wahrheit stehen. Kunst muss fundiert bleiben und darf sich nicht dem Zeitgeist unterwerfen.
Was liest Du derzeit?
Ich lese Bild, Der Standard, Kronen Zeitung, The Guardian, The New York Times, Tass und jüngst ein paar Seiten Junge Welt. Ich finde es wichtig, unterschiedliche Perspektiven zu betrachten.
Belletristisch befasse ich mich Herbert Achternbusch, dessen Sprache und Gedankenwelt sehr inspirierend ist, und Elena Ferrante, deren Bücher einen außergewöhnlichen Blick auf zwischenmenschliche Beziehungen werfen.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
„Symmetrie ist die Ästhetik der Doofen.“
Vielen Dank für das Interview, lieber Roland, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Roland Rauschmeier, Künstler
Zur Person/über mich:Roland Rauschmeier lebt und arbeitet in Wien. Der gebürtige Augsburger besuchte dort die Akademie der bildenden Künste und gründete mit der französischen Tänzerin und Choreografin Anne Juren die Wiener Tanz- und Kunstbewegung. Seine Arbeiten als bildender Künstler sind in der Artothek des Bundes vertreten, die seit 1948 im Rahmen der Kunstförderungsankäufe Kunstwerke erwirbt. Seine Performancearbeiten waren bisher zu sehen u.a. im brut Wien, WUK performing arts und Volkstheater Wien. Er kooperiert mit dem deutschen Film- und Videokünstler Ulu Braun unter dem Pseudonym BitteBitteJaJa und arbeitet an einem genreübergreifenden Oeuvre.
Aktuelle Produktion von Roland Rauschmeier im Theater am Werk Petersplatz, 1010 Wien:
„ADRIAN!“
Die Performance „ADRIAN!“ – Allein gegen Allem zeigt unter anderem einen als Döner verkleideten Boxsack, einen Bierkampf ohne Festzelt und ein verschwollenes Auge vor Buñuels Rasierklinge. Der Titel spielt auf die legendäre Schlussszene des Films Rocky (1976) an, in der der von Sylvester Stallone verkörperte Boxer und „Italian Stallion“ Rocky Balboa am Ende eines brutalen Kampfes den Namen seiner Geliebten „Adrian!“ ruft. Wiederkehrende Motive sind auch dem Werk des bayerischen Multikünstlers Herbert Achternbusch entlehnt. In seinem Film Atlantikschwimmer (1977) prägte er das berühmte Zitat: „Du hast keine Chance, also nutze sie.“ Dieses rebellische Lebensmotto und die Leidenschaft für die Malerei verbinden Achternbusch und Stallone auf eine für manche überraschende, aber auch überragende Weise.
An drei Abenden ( jeder anders als der andere!) erwartet das Publikum eine künstlerische Collage aus Raum, Bild und Performance, die große Themen mit Mut zur pathetischen Selbstzerstörung wortwörtlich abklopft. Der einsame Kampf des Einzelnen gegen sich selbst steht oft im Zentrum. Die Bühne vereint Elemente eines Zoos, einer Sporthalle und eines Bierzelts – ein Ort, an dem die Performer*innen sowohl körperlich als auch emotional an ihre Grenzen stoßen und „ihr Fett abkriegen“.
„We’ll have a good time, a real good time, Adrian.“ (Sylvester S. in Rocky)
Spieltermine:
04.12.2024 – „ADRIAN!“ – Episode I – Allein gegen Allem
06.12.2024 – „ADRIAN!“ – Episode II – Zur Verzweiflung bereit
07.12.2024 – „ADRIAN!“ – Episode III – Der Herausforderer ist dem Herausgeforderten sein Alptraum
Credits
Konzept, Bühne, Video: Roland Rauschmeier
Video; Theo Seidel
Dramaturgie: Claus Philipp
Licht: Andreas Lendais
Maske: Franziska Fröhlich
Musik/Ton: Tom Indge
Mit Maximilian Brauer, Mara Niang, Roland Rauschmeier, Nicola Schößler
Die drei Vorstellungen von „ADRIAN!“ sind unterschiedlich und zeigen Variationen des Themas.
Alle, die bereits eine Vorstellung besucht haben, können unter Vorlage ihres Tickets an der Abendkassa eine oder beide der Folgevorstellungen um einen ermäßigten Preis von €12,- besuchen. Bitte reservieren Sie Ihre Tickets im Vorhinein unter reservierung@theater-am-werk.at.