Undine geht _ „Nicht loslassen will ich Dich“ Sandra Schoessler, Schriftstellerin _ Wien 2.11.2025

Undine geht _
Sandra Schoessler, Schriftstellerin  _ Wien _
Thematisch-szenisches Fotoshooting _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _
Ingeborg Bachmann_ 
Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)
Undine geht _
Sandra Schoessler, Schriftstellerin  _ Wien _
Thematisch-szenisches Fotoshooting _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _
Ingeborg Bachmann_ 
Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Undine geht_Erzählung/Monolog Ingeborg Bachmann_Wien_1961

Thematisch-szenisches Fotoshooting _ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ 

im Interview und szenischem Fotoportrait_acting Undine

Sandra Schoessler, Schriftstellerin  __Wien _ performing

Sandra Schoessler, Schriftstellerin  _ Wien

Interview und alle Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Ingeborg Bachmann Rom 1962 _ Heinz Bachmann

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.

Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.

Liebe Sandra, wie liest Du den Text „Undine geht“ von Ingeborg Bachmann? Welche Grundaussagen gibt es da für Dich?

Wer sich auf den emotionalen Monolog der Undine in Bachmanns Erzählung einlässt, erhält ein konzentriertes Abbild patriarchaler Machtstrukturen und des Leids, das diese verursachen – gefühlt und geschildert von einer Frau, die ihre Suche nach Liebe endgültig aufgibt und die Welt der Männer verlässt.

Wie siehst Du „Undine“?

Undine spricht aus einer tiefen inneren Verletzung, sie wurde von Männern benutzt, verlassen und zum Schweigen gebracht. Dennoch ist die nicht hilflos, in ihrer Anklage rechnet sie mit den Männern ab, ihr Gehen wird zum Akt der Selbstermächtigung und des Widerstands.

„Undine geht“ wurde vor gut 60 Jahren veröffentlicht. Was hat sich seit damals im Rollenbild von Frau und Mann verändert und was sollte sich noch ändern?

Ich sehe uns aktuell in einer besonders fordernden Zeit – sowohl für Frauen als auch für Männer. Auch wenn Frauen sich nicht mehr auf die traditionelle Rolle der Hausfrau und Mutter reduzieren lassen und sie – nicht zuletzt durch die Errungenschaften der feministischen Bewegung – ihren Platz in der Gesellschaft durch rechtliche Gleichstellung und Selbstbestimmung einnehmen, sehen wir gerade aktuell rückwärtsgewandte Tendenzen. Die sogenannten „Tradwives“ und ihre nostalgische Verklärung alter Klischees sind nicht nur ein Social Media Phänomen, sondern ein Ausdruck, dass das Finden neuer, ausgewogener Rollenbilder offensichtlich noch immer nicht geglückt ist.

Der Monolog geht mit der patriarchalen Gesellschaftswelt schonungslos ins Gericht. Wie siehst Du die Situation patriarchaler Macht heute?

Ich denke, wir sehen beides – den Aufstieg der starken patriarchalen männlichen Führer wie in Amerika, einhergehend mit einem Aufleben des christlich-evangelikalen traditionellen Frauenbilds. Wir sehen aber auch Frauen in einflussreichen politischen Ämtern, wie die erste Premierministerin in Japan. Wenn man jedoch die Fakten betrachtet, so befinden wir uns nach wie vor in einer Gesellschaft mit männlichen Privilegien – von Gender Pay Gap bis zur ungleich verteilten Care-Arbeit und der gläsernen Decke im Berufsleben. Gerade beim Thema Karriere wirkt der Bias zugunsten der Belohnung „männlich konnotierter“ Erfolgskriterien tief und unbewusst in Männern und Frauen.

Der Text drückt auch viel Trauer über das Scheitern der Liebe und eines Miteinander der Geschlechter im persönlichen wie gesellschaftlichen Leben aus. Welche Auswege siehst Du da?

Undines tiefe Trauer entsteht aus der Erkenntnis der Unmöglichkeit von Liebe in einer Welt, die Frauen nicht als gleichwertige Partnerinnen anerkennt. Nur wenn wir verstehen, dass Menschen (ob Mann oder Frau) die Welt individuell emotional erleben und lernen, in diese Welten gegenseitig einzutauchen, können wir uns tatsächlich „sehen“ und gemeinsame Lösungen finden. Dafür braucht es vor allem Empathie und Kommunikationsfähigkeit. Beides sollte längst auf einem Lehrplan der Schulen stehen. Wir wissen heute sehr genau, welche Faktoren Einfluss auf dauerhafte und glückliche zwischenmenschlichen Beziehungen haben. Dazu gibt es Forschung.

Was kannst Du als Frau und Künstlerin von „Undine geht“ in das Heute  mitnehmen?

Als schreibende Frau sind Ingeborg Bachmanns Texte eine Inspiration und eine Aufforderung, aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen in ebenso schonungsloser Sprache wiederzugeben.

Was bedeutet Dir das Element Wasser?

Ich verbringe viel Zeit in der Natur. Wasser ist nicht nur das lebensspendende Element, es ist auch eine sinnliche Erfahrung, in einen See oder ins Meer einzutauchen, sich ganz umschlossen zu fühlen – unterzutauchen.

Wie lebst Du den Kreislauf der Jahreszeiten?

Ich verbringe viel Zeit im Garten, dadurch erlebe ich die Jahreszeiten hautnah – in der Veränderung der Pflanzen und im Verhalten der Tiere, das ist faszinierend zu beobachten. Könnte ich es mir aussuchen, so wäre der Frühling allerdings die längste Jahreszeit.

Was braucht Liebe immer, um zu wachsen, blühen?

Einfühlungsvermögen und dass beide Partner motiviert sind, immer wieder Lösungen für ein glückliches Miteinander zu finden, egal wie unterschiedlich die Bedürfnisse und Wünsche auch sind.

Was lässt Liebe untergehen?

Egoismus, Abwertung und Schuldzuweisungen.

Welches Zitat aus „Undine geht“ möchtest Du uns mitgeben?

„Deine Einsamkeit werde ich nie teilen, weil da die meine ist, von länger her, noch lange hin.“

Darf ich Dich zum Abschluss zu einem Akrostichon zu „Undine geht“ bitten?

U nsichtbar zwischen deinen Wellen

N och funkelt mein Schuppenkleid

D eine strahlenden Augen

I rgendwo verschmelzen zwei Leben

N icht loslassen will ich dich

E ine Woge näher eintauchen und näher noch

G emeinsam auf dem Treppelweg

E rgraut dein Haar

H ilflos sehen wir uns nach

T iefentladen

Undine geht _
Sandra Schoessler, Schriftstellerin  _ Wien _
Thematisch-szenisches Fotoshooting _
„Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _
Ingeborg Bachmann_ 
Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Undine geht_Erzählung/Monolog Ingeborg Bachmann_Wien_1961

im Interview und szenischem Fotoportrait_acting Undine

Sandra Schoessler, Schriftstellerin  _ Wien _

Sandra Schoessler, Schriftstellerin  _ Wien _

Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom)

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.

Den performativen Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.

Sandra Schössler und Walter Pobaschnig _
Undine geht _ Donau/Wien 8/25

Interview und alle Fotos Walter Pobaschnig, 8_25 Donau_Wien.

https://literaturoutdoors.com

„Das Gute in uns zum Ausdruck zu bringen“ Kris Lauwerys, Autor _ Wien 1.11.2025

Lieber Kris, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich stehe mit den Kindern auf, trinke, wenn sie auf dem Schulweg sind, Kaffee mit meiner Frau, übersetze idealerweise solange ich Inspiration habe (derzeit „Lázár“ von Nelio Biedermann). Nachmittags arbeite ich in der Buchhandlung Analog in der Otto-Bauergasse. Abends koche ich und lese.

Kris Lauwerys, Autor, Übersetzer _
Foto _ Station bei Milena _
Wiener Wohnort von Milena Jesenská * 10. August 1896 Prag +17. Mai 1944 ermordet im KZ Ravensbrück _ Journalistin, Schriftstellerin und Übersetzerin _ folgende Fotos _ alle Walter Pobaschnig

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Uns nicht überwältigen lassen von den multiplen Krisengefühlen, und das Gute was in uns ist, zum Ausdruck zu bringen, trotz allem, trotz Müdigkeit, gelegentlicher Verzweiflung usw. Das Leben ist ein Trotzdem.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Wissenschaft, der Kunst an sich zu?

Literatur öffnet neue Perspektiven, formuliert Gedanken, befragt die Gegenwart, und ist ein Hort der Langsamkeit en Bedachtsamkeit. In einigen Fällen ist man ein wenig ein(e) Anderer/e nach der Lektüre, somit ist ein gutes Buch ein Selbsterneuerer.

Was liest Du derzeit?

Immer mindestens zwei Bücher gleichzeitig, eins auf der Couch, eins im Bett. Derzeit Zeit der Mutigen von Dimitré Dinev auf der Couch, wobei ich viel Lust habe, es abends mit ins Schlafzimmer mitzunehmen, es überall mitzunehmen. Tue ich nicht, im Bett lese ich Das Reich Gottes von Emmanuel Carrère.

In meiner Jackentasche steckt derzeit Senatore Cappelli von Kenah Cusanit.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Sterben lernen, das bedeutet dann wohl auch: sich verändern lernen? Die eigene Wandelbarkeit bejahen? Offen bleiben fürs Werden?“

Aus: Sterben lernen auf Japanisch von Milena Michiko Flasar.

Kris Lauwerys, Autor, Übersetzer _
Foto _ Station bei Milena _
Wiener Wohnort von Milena Jesenská * 10. August 1896 Prag +17. Mai 1944 ermordet im KZ Ravensbrück _ Journalistin, Schriftstellerin und Übersetzerin _ folgende Fotos _ alle Walter Pobaschnig

Vielen Dank für das Interview, lieber Kris, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Buchprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Kris Lauwerys, Autor, Übersetzer

Zur Person/über mich: Kris Lauwerys _ geboren 1972 in Belgien, übersetzt, zusammen mit seiner Partnerin Isabelle Schoepen, seit vielen Jahren Literatur aus dem Deutschen und Französischen ins Niederländische. Für ihren Einsatz für die österreichische Literatur wurde ihnen 2024 der Staatspreis für literarische Übersetzung zuerkannt. Im Residenz Verlag ist 2025 „Vom Licht in die Dunkelheit – Drei Frauen in Wien 1900–1938. Emilie Flöge, Jesenská und Veza Canetti“ erschienen. 

https://www.residenzverlag.com/autor/kris-lauwerys

Aktuelles Buch von Kris Lauwerys:

„Drei Frauen, drei Wege, eine Epoche

Die Modeschöpferin Emilie Flöge, die Journalistin Milena Jesenská und die Schriftstellerin Veza Canetti prägten ihre Zeit. Sie lebten und wirkten im pulsierenden Wien der Jahre 1900 bis 1938 – einer Stadt im Spannungsfeld von kultureller und sozialer Erneuerung und politischem Niedergang. Die aufziehenden Schatten des Nationalsozialismus veränderten ihre Leben radikal. Zwischen Glanz und Exil, Aufbruch und Verlust erzählen ihre Geschichten von Stärke, Schaffenskraft und dem Überlebenskampf in einer zerstörten Welt. Dieses Buch verbindet das Porträt einer Stadt mit den Lebenslinien dreier außergewöhnlicher Frauen – ein eindringliches Buch über Mut und Wandel.“ (Pressetext Verlag)

Vom Licht in die Dunkelheit, Kris Lauwerys

Drei Frauen in Wien 1900–1938. Emilie Flöge, Milena Jesenská und Veza Canetti

Residenz Verlag

Annette Wunschel (Übersetzung)

Aus dem Niederländischen übersetzt. Mit Lesebändchen. Mit zahlreichen Abbildungen.

456 Seiten

Format: 140 x 215

ISBN: 9783701736485

Erscheinungsdatum: 30.09.2025

€ 38,00 inkl. MwSt.

https://www.residenzverlag.com/suche?term=Lauwerys+

Fotos: Cover _ Verlag; Portraitserie Station bei Milena: Walter Pobaschnig

Kris Lauwerys und Walter Pobaschnig
am Wohnort von Milena Jesenska in Wien _ 10/25.

Walter Pobaschnig 29/10/25

https://literaturoutdoors.com

„Erwachen“ Bernd Gratzer, Theatermacher _ Give Peace A Chance _ Wien 31.10.2025

GIVE PEACE A CHANCE


Gemeinsames

Im

Vertrauen

Erleben


Positives

Ermöglicht

Aufkeimende

Courage

Entwickelt


Aus


Chaos

Halt

Allmählich

Neue

Chancen

Erwachen



Bernd Gratzer, 29.10.2025

Bernd Gratzer, Schauspieler und Theatermacher

GIVE PEACE A CHANCE

Bernd Gratzer, Schauspieler und Theatermacher

Zur Person/über mich: Bernd Gratzer ist Schauspieler und Theatermacher in Wien.
Neben seiner Tätigkeit in der Öffentlichkeitsarbeit widmet er sich zunehmend der Bühne – sowohl im freien Theater als auch in Film- und Kurzfilmprojekten. Seine Arbeiten kreisen um die Zwischenräume menschlicher Beziehungen: um Verletzlichkeit, Nähe und Verantwortung.

2026 bringt er sein Stück NEBEL als Regisseur und Darsteller im Theater Konfrontation zur Aufführung.

Bernd Gratzer ist in Kärnten (Waiern/Feldkirchen) geboren und aufgewachsen und lebt heute in Wien.

Aktuelles Stück von und mit Bernd Gratzer:

NEBEL
Ein fesselnder Theaterthriller über Kontrolle, Angst und die Kraft, sich zu befreien
Uraufführung: 10. Jänner 2026, 19:30 Uhr
Theater Konfrontation, Wickenburggasse 19, 1080 Wien

Helene Perg verschwindet spurlos. Zurück bleiben eine verzweifelte Mutter, eine überforderte Assistentin – und viele offene Fragen. Während die Polizei im Dunkeln tappt, beginnt für Helene ein perfides Spiel zwischen Manipulation, Macht und Überlebenswillen.

NEBEL erzählt die Geschichte einer Frau, die aus ihrem Leben gerissen wird – und wie schwer es ist, klar zu sehen, wenn Angst und Abhängigkeit jede Entscheidung vernebeln. Intensiv, vielschichtig und beklemmend aktuell – ein Thriller, der unter die Haut geht und lange nachwirkt.

Termine:
Sa, 10.01.2026 – 19:30 Uhr (Premiere)
Sa, 24.01.2026 – 19:30 Uhr
So, 25.01.2026 – 17:00 Uhr
Mi, 28.01.2026 – 19:30 Uhr
Fr, 13.02.2026 – 19:30 Uhr
Mi, 18.02.2026 – 19:30 Uhr
Fr, 20.02.2026 – 19:30 Uhr
Sa, 21.02.2026 – 19:30 Uhr

Mit:
Céline Tüyeni
Tobias Jungmeier
Laura Manhalter
Katharina Schwarzer
Elena Billing
Bernd Gratzer

Regie: Ines Fischer & Bernd Gratzer
Ort: Theater Konfrontation, Wickenburggasse 19, 1080 Wien
Tickets und Infos: www.theaterkonfrontation.at/nebel

Hintergrund zu NEBEL

Die Idee zu NEBEL entstand aus dem Wunsch heraus, einen echten Thriller auf die Bühne zu bringen – ein Format, das man eher aus Film und Serien kennt. Bei meiner Suche in Theaterverlagen fand ich wenig, das diese besondere Spannung hatte. Der Impuls kam schließlich beim Lesen eines isländischen Thrillers: plötzlich war das Bühnenbild da, der Raum, die Atmosphäre. Was noch fehlte, war die Geschichte.

In Gesprächen mit Freundinnen und Freunden wurde mir bewusst, dass Menschen in Extremsituationen oft nicht klar denken können. Angst, Schock oder Abhängigkeit legen sich wie ein Nebel über die Wahrnehmung. Genau dieser Zustand – dieses „Nicht-sehen-können“ – wurde zum Kern des Stücks. NEBEL erzählt davon, wie schwer es sein kann, sich daraus zu befreien. Und davon, dass es sich lohnt, nicht aufzugeben. Auch wenn der Weg zurück ins Licht nicht sofort sichtbar ist.

(Presseinfo _ Bernd Gratzer)

Fotos: Tobias Jungmeier

Walter Pobaschnig 29/10/25

https://literaturoutdoors.com

„Theater schafft Räume zum Entdecken und Fühlen“ Bernd Gratzer, Theatermacher_ Wien 31.10.2025

Lieber Bernd, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Unter der Woche stehe ich meistens vor den Vögeln auf und starte den Tag mit einer ruhigen Radrunde durch Wien. Ich mag diese Momente, in denen die Stadt noch schläft – das hat etwas Friedliches. Danach arbeite ich ganz normal und verdiene mein Geld. Das gibt mir die Freiheit, mich anschließend meiner großen Leidenschaft zu widmen: der Schauspielerei. Ob Proben, Rollenarbeit oder Vorstellungen – das ist der Teil des Tages, auf den ich mich am meisten freue.

Bernd Gratzer, Schauspieler und Theatermacher

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dass wir zusammenhalten.
Aufeinander zugehen.
Einander wirklich zuhören.
Unterschiedliche Meinungen akzeptieren –
und versuchen, im Guten auseinanderzugehen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Zu einem Neubeginn gehört zuerst, dass wir erkennen: Etwas braucht Veränderung.
Und dann den Mut finden, hinzuschauen – auch auf das, was schmerzt oder nicht mehr passt.

Die Kunst kann uns dabei unterstützen.
Sie zeigt uns, was wir sonst übersehen würden.
Und sie öffnet Blickwinkel, auf die wir allein nicht immer kommen.

Vor allem das Theater schafft Räume:
Räume zum Entdecken und Fühlen,
zum Zweifeln, Lachen und Erschrecken,
und ganz oft Räume zum Neudenken.

Veränderung kann beginnen,
wenn der Nebel sich lichtet,
und der Blick langsam wieder klar wird.

Was liest Du derzeit?

Derzeit lese ich einen Thriller von Danny Morgenstern: Blutlauf – Jogge nie allein.
Die Geschichte spielt in einer deutschen Stadt, in der innerhalb kurzer Zeit mehrere Joggerinnen und Jogger verschwinden – zurück bleiben zunächst nur einzelne Körperteile.
Ich mag Bücher, die mich so fesseln, dass ich beim Lesen gar nicht mehr aufhören möchte.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Dreh den Nebel um – und entdecke das Leben.

Vielen Dank für das Interview, lieber Bernd, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theaterprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Bernd Gratzer, Schauspieler und Theatermacher

Zur Person/über mich: Bernd Gratzer ist Schauspieler und Theatermacher in Wien.
Neben seiner Tätigkeit in der Öffentlichkeitsarbeit widmet er sich zunehmend der Bühne – sowohl im freien Theater als auch in Film- und Kurzfilmprojekten. Seine Arbeiten kreisen um die Zwischenräume menschlicher Beziehungen: um Verletzlichkeit, Nähe und Verantwortung.

2026 bringt er sein Stück NEBEL als Regisseur und Darsteller im Theater Konfrontation zur Aufführung.

Bernd Gratzer ist in Kärnten (Waiern/Feldkirchen) geboren und aufgewachsen und lebt heute in Wien.

Aktuelles Stück von und mit Bernd Gratzer:

NEBEL
Ein fesselnder Theaterthriller über Kontrolle, Angst und die Kraft, sich zu befreien
Uraufführung: 10. Jänner 2026, 19:30 Uhr
Theater Konfrontation, Wickenburggasse 19, 1080 Wien

Helene Perg verschwindet spurlos. Zurück bleiben eine verzweifelte Mutter, eine überforderte Assistentin – und viele offene Fragen. Während die Polizei im Dunkeln tappt, beginnt für Helene ein perfides Spiel zwischen Manipulation, Macht und Überlebenswillen.

NEBEL erzählt die Geschichte einer Frau, die aus ihrem Leben gerissen wird – und wie schwer es ist, klar zu sehen, wenn Angst und Abhängigkeit jede Entscheidung vernebeln. Intensiv, vielschichtig und beklemmend aktuell – ein Thriller, der unter die Haut geht und lange nachwirkt.

Termine:
Sa, 10.01.2026 – 19:30 Uhr (Premiere)
Sa, 24.01.2026 – 19:30 Uhr
So, 25.01.2026 – 17:00 Uhr
Mi, 28.01.2026 – 19:30 Uhr
Fr, 13.02.2026 – 19:30 Uhr
Mi, 18.02.2026 – 19:30 Uhr
Fr, 20.02.2026 – 19:30 Uhr
Sa, 21.02.2026 – 19:30 Uhr

Mit:
Céline Tüyeni
Tobias Jungmeier
Laura Manhalter
Katharina Schwarzer
Elena Billing
Bernd Gratzer

Regie: Ines Fischer & Bernd Gratzer
Ort: Theater Konfrontation, Wickenburggasse 19, 1080 Wien
Tickets und Infos: www.theaterkonfrontation.at/nebel

Hintergrund zu NEBEL

Die Idee zu NEBEL entstand aus dem Wunsch heraus, einen echten Thriller auf die Bühne zu bringen – ein Format, das man eher aus Film und Serien kennt. Bei meiner Suche in Theaterverlagen fand ich wenig, das diese besondere Spannung hatte. Der Impuls kam schließlich beim Lesen eines isländischen Thrillers: plötzlich war das Bühnenbild da, der Raum, die Atmosphäre. Was noch fehlte, war die Geschichte.

In Gesprächen mit Freundinnen und Freunden wurde mir bewusst, dass Menschen in Extremsituationen oft nicht klar denken können. Angst, Schock oder Abhängigkeit legen sich wie ein Nebel über die Wahrnehmung. Genau dieser Zustand – dieses „Nicht-sehen-können“ – wurde zum Kern des Stücks. NEBEL erzählt davon, wie schwer es sein kann, sich daraus zu befreien. Und davon, dass es sich lohnt, nicht aufzugeben. Auch wenn der Weg zurück ins Licht nicht sofort sichtbar ist.

(Presseinfo _ Bernd Gratzer)

Fotos: Tobias Jungmeier

Walter Pobaschnig 29/10/25

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„Verhört, verkannt, vereinnahmt. 99 ½ missverstandene Songs.“ Michael Behrendt. Reclam Verlag.

Michael Behrendt, sehr versierterMusikjournalist und Sachbuchautor, lädt zu einer Charts- und Musikreise der ganz besonderen Art ein. Nämlich bei Ohrwurmklassikern der Superstars der 1960er bis 2000er genau auf Text und Kontext hinzuhören und dabei so manch spannende Hintergründe neu zu entdecken.

Beeindruckend ist dabei nicht nur das umfassende Detailwissen über Rock-, Popsongs sondern auch die kulturelle Bandbreite, die von Leben, Liebe, Leiden bis Politik, Religion reicht und in gut strukturierten Schwerpunktkapitel Text und Sinn vorstellt.

„Eine wunderbare Achterbahnfahrt am hintergründigen Plattenspieler moderner Rock- und Popmusik.“

„Verhört, verkannt, vereinnahmt. 99 ½ missverstandene Songs.“ Michael Behrendt. Reclam Verlag.

282 Seiten

ISBN: 978-3-15-011543-5

Produktart: Taschenbuch

Ausstattung: Paperback

Abmessung: 215 mm x 135 mm

Erschienen: 15.10.2025

18,00 €

Walter Pobaschnig  10/25

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„über das Vertraute hinauszuwagen“ Margit Gruber, Musikerin _ Wien 30.10.2025

Liebe Margit, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Als selbstständige Musikerin sieht es bei mir jeden Tag anders aus, da es stark davon abhängt, ob ich ein Konzert am Abend spiele, Mails beantworte und Meetings abhalte oder einen Tag im Studio verbringe. Eine Routine morgens ist mir deswegen am Wichtigsten, da es mir in meinem abwechslungsreichen und spannenden Leben Halt gibt.

Margit Gruber _ Künstlerinname: „Margit Gruba“ _
freischaffende Geigerin und Komponistin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich würde mir niemals anmaßen, für alle zu sprechen. Doch für mich kann ich sagen, was wesentlich ist: Ruhe, als Gegenpol zur ständigen Bewegung; Ausgewogenheit, als Zustand zwischen Tun und Lassen; und Ablenkung, als Einladung, das Unerwartete zuzulassen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Aufbruch, Umbruch, Neubeginn – wie auch immer man es nennt – ist für mich der Moment, in dem Mut entstehen kann: die Bereitschaft, Chancen zu ergreifen und sich über das Vertraute hinauszuwagen.

Für mich als Musikerin und Künstlerin bedeutet es, unbewanderte Lösungen zu suchen und die Neugier immer wieder neu zu entdecken.

In diesem Prozess wird Kunst zum Spiegel des Lebens – ein Raum, in dem Wachstum möglich ist. So werden Musik und Kunst für mich zu Werkzeugen des Menschseins – die uns erinnern, wer wir sind und wer wir werden können.

Was liest du derzeit?

Von Annie Ernaux “Die leeren Schränke”.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest du uns mitgeben?

Eine Redewendung aus dem österreichischen Sprachraum, die mich schon mein ganzes Leben begleitet: “Schaun ma moi, dann seng mas scho”.

Vielen Dank für das Interview, liebe Margit, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Margit Gruber _ Künstlerinname: „Margit Gruba“ _
freischaffende Geigerin und Komponistin

Zur Person/über mich: Margit Gruber, 1995 in Steyr (Oberösterreich) geboren, fand früh zur Musik und Lehrerinnen, die ihr technisches Können ebenso förderten wie ihr musikalisches Gespür. Mit 14 Jahren wurde sie an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz aufgenommen, später setzte sie ihre Ausbildung am Mozarteum Salzburg fort. Auf der Suche nach größerer klanglicher Freiheit entdeckte sie den Jazz für sich und studierte parallel Jazz und Improvisierte Musik an der Anton Bruckner Privatuniversität, wo sie 2021 mit Auszeichnung abschloss.

Heute ist sie als freischaffende Geigerin und Komponistin Margit Gruba tätig – u. a. am Burgtheater Wien und bei folkshilfe unplugged. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Klassik, Jazz und Improvisation. Veröffentlichungen wie 12 verrückte Träume (AureaVox) zeigen ihre Handschrift geprägt von musikalischer Freiheit, die Vielschichtigkeit hervorbringt, dem Menschsein Ausdruck verleiht und die Extreme der Emotionalität in all ihren Facetten auslotet.

https://www.margitgruba.com/

Foto: Philipp Hirtenlehner

Walter Pobaschnig 28/10/25

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Rainer Maria Rilke. 100 Seiten. Clemens J. Setz. Reclam Verlag.

2025. Der 150.Geburtstag eines der bedeutendsten deutschsprachigen Dichter – Rainer Maria Rilke. In Lyrik, Prosatexten und Briefwechsel prägte Rilke die Moderne wesentlich mit und inspirierte und inspiriert Generation um Generation Leserinnen und Leser wie Schriftstellerinnen und Schriftsteller.

Ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk bereitet nun der renommierte Reclam Verlag und lässt den Büchnerpreisträger und genialen österreichischen Schriftsteller Clemens J. Setz in der mittlerweile schon legendären kompakten 100 Seiten Reihe Leben und Werk wie Wirkung Rainer Maria Rilkes zu beschreiben und Ausblicke zu geben.

Und der vielfach ausgezeichnete Grazer Autor tut dies in gewohnt fulminanter Sprachvirtuosität in Präzession, Hintergründigkeit und vielseitiger Reflexion.

„Ein Geburtstags-Dichtertreffen auf 100 Seiten der ganz besonderen Art, ein außergewöhnlicher Lesegenuss!“


Rainer Maria Rilke. 100 Seiten. Clemens J. Setz. Reclam Verlag.

100 Seiten – 3 farbige Abbildungen, 1 Schaubilder

ISBN: 978-3-15-020786-4

Produktart: Taschenbuch

Abmessung: 170 mm x 114 mm

Reihe: Reclam 100 Seiten

Erschienen: 15.10.2025

12,00 €

Walter Pobaschnig 10/25

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„Tote Seelen singen nicht“ Jussi Adler-Olsen. Thriller. Penguin Verlag.

Carl Mørck ist raus. Jetzt aus dem Gefängnis, nach einem Jahr. Aber auch aus dem Kriminal-Sonderdezernat Q in Kopenhagen. Für ihn beginnt ein neues Leben. Doch ist es so?

Die Welt bleibt wie sie ist und das Dezernat mit der neuen Ermittlerin muss sich erst neu zusammenfinden. Doch bleibt dafür die Zeit?…

Carl Mørck setzt sich mit dem Dezernat bezüglich eines Mordfalles an einem Ehepaar in Verbindung. Die Ermittlungen starten. Und alle sind jetzt gefragt und gefordert…

Bestsellerautor Jussi Adler-Olsen legt einen neuen Mørck-Fall vor und weiß wie immer von der ersten Seite an mit Spannung, Hintergründigkeit und Überraschung zu begeistern. Hervorzuheben ist die außergewöhnliche psychologische Figurenzeichnung der unterschiedlichen Charaktere und die ganz besondere Konstellation in den dazugehörenden Handlungssträngen, die Aufmerksamkeit wie Neugierde bis zum Finale großartig festschreiben. 

„Ein Thriller der Sonderklasse, der in Spannung, Psychologie und Überraschung begeistert!“

„Tote Seelen singen nicht“ Jussi Adler-Olsen. Thriller. Penguin Verlag.

Hardcover, mit Schutzumschlag, 560 Seiten, 13,5×21,5cm

Erschienen am: 01.10.2025

Originaltitel: Døde sjæle synger ikke

Übersetzung: Aus dem Dänischen von Friederike Buchinger

ISBN: 978-3-328-60345-0

Hardcover € 28,00 inkl. MwSt.

eBook (epub) € 23,99

Walter Pobaschnig  10/25

https://literaturoutdoors.com

„Miez Marple und die Tatze der Verdammnis“ Ein flauschiger Kriminalroman. Fabian Navarro. Haymon Verlag.

Miez Marple ist im Hotel. Nicht in irgendeinem Hotel sondern dem komfortabelsten der Stadt – „Tierhotel Bellagio“. Das klingt zunächst nach wunderbaren schnurrenden Urlaubstagen und -nächten. Ist es aber nicht, denn schon bald zieht auch der Katzentod ein.

Und jetzt ist Miez Marple gefordert und muss mit ihrem außergewöhnlichen Spürsinn Katzenwege analysieren und dann ihre Schlüsse ziehen, die alle wieder beruhigen im „Bellagio“ …wird es ihr auch diesmal gelingen?

Die Ermittlungen beginnen und es wartet so manche Überraschung in der scheinbar beschaulichen Katzenwelt…

Fabian Navarro, Autor, vielfach ausgezeichneter Slam Poet und Kulturveranstalter legt einen neuen Miez Marple Katzenkrimi vor und dieser versteht es wie die beiden Vorgängerkrimis mit Witz und Charme zu begeistern. Es ist Krimispannung und Sprachvirtuosität auf höchstem Niveau und lässt Leserin und Leser vergnügt schnurren.

„Ein Katzenkrimi der Sonderklasse!“

„Miez Marple und die Tatze der Verdammnis“ Ein flauschiger Kriminalroman. Fabian Navarro. Haymon Verlag.

ISBN 978-3-7099-8268-6

208 Seiten, Klappenbroschüre

Erscheinungsdatum: 16.10.2025

16,90 €

Walter Pobaschnig 10/25

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„Gemeinsam“ Elke Galvin, Singer/Songwriter _ Give Peace A Chance _ St.Veit an der Glan/K. 26.10.2025

GIVE PEACE A CHANCE

Gemeinsam

In

Vielfalt

Einig



Populismus

Empathielosigkeit

Algorithmus

Chatbots

Ermüdung



Aber



Courage

Hoffnung

Anstand

Nichtlockerlassen

Charakterstärke

Es ist nicht leicht, aber lohnend!

Elke Galvin, 26.10.2025

Elke Galvin, Singer/Songwriter

GIVE PEACE A CHANCE

Elke Galvin, Singer/Songwriter

Elke Galvin ist eine österreichisch-britische Singer/Songwriterin, Ihre Band heißt „Galvin’s Garden“. Elke lebt in Kärnten und Oberösterreich.

www.galvinsgarden.com

Fotos _ Portrait: privat; Motiv _ Jennifer Pöll, Schauspielerin/Tänzerin Wien _ Projekt „Undine geht“ _ Walter Pobaschnig.

Walter Pobaschnig 26.10.2025

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