Ich möchte mich für die Möglichkeit der Wortgebung und den sehr schönen philosophischen Nachmittag recht herzlich bedanken.
Inés Urach,Künstlerin
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:
Inés Urach,Künstlerin
Zur Person _Inés Urach,Künstlerin
Ausbildung: 2013 – 2017: Studium an der Freien Akademie der Bildenden Künste in Klagenfurt am Wörthersee, AT
Juli 2017: Diplomausstellung „DA.DA.IST“ in Velden am Wörthersee, AT
2018 – 2020: Meisterklasse bei Dozent Luka Anticevic
Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen
Ausstellungen im In- und Ausland siehe Homepage Inés Urach.
„INSIDE ME – HAVE A LOOK“
Die Philosophie der Romantik und die Phantasie sind verloren gegangen, die Menschen verarmen seelisch und wir sollten uns nicht nur auf die Informationen für unsere Entscheidungen beschränken, die durch den Verstand zur Verfügung stehen – da setze ich meinen Pinsel an.
Der Prozess des Erstellens ist mir ebenso wichtig wie das Ergebnis.
Bei meinen Werken stellt nicht der Gegenstand das Motiv dar, sondern sein gedanklicher Inhalt.
Was ist sichtbar? Was verbirgt sich?
Ein Kunstwerk weckt erst Interesse, wenn es sich nicht unmittelbar erklären lässt.
Dadurch bleibt die Möglichkeit, seine eigene Wahrnehmung neu zu interpretieren und die malerische Umsetzungsform als Erlebnisform zu entdecken.
Ich beschäftige mich in meinen Arbeiten unter anderem mit dem Dialog zwischen Papier und Malerei.
Das Interessante daran für mich ist, dass Papier so gewöhnlich scheint. Wir alle verwenden es jeden Tag, aber wir nehmen es nicht wirklich als Material wahr, es ist für viele nur ein nützlicher Informationsträger.
Doch Papier ist viel mehr als das, ein unterschätzter Rohstoff, jahrhundertealt, mit vielen Charaktereigenschaften.
So wird dieses Material zur Materialität meiner Bilder und die Information zur abstrakten Struktur.
Es ist ein Leben, eine Liebe in aller gemeinsamer Freude und Herausforderung von Persönlichkeit, Familie, Beruf. Zwei Menschen, die sich gut kennen, wie niemand sonst, die hören und sehen auch ohne Worte und so Räume öffnen, die nur die Liebe in aller Kraft, Wärme, Zuversicht und Angenommensein ermöglicht…
Doch dann Brüche im Alltag, Veränderungen in den Verlässlichkeiten, Organisationen des Tages. Vergessen, Erinnern und Annehmen werden nun zu Herausforderungen. Emotionen treten in den Tag und schließlich der Weg zur Diagnose – Alzheimer. Ein Schock und eine Gewissheit, die alles verändert. Alles ist nun neu zu ordnen und es gilt sich dieser Krankheit zu stellen mit allen Notwendigkeiten. Ein langer fordernder Weg steht bevor…
Katrin Seyfert, Journalistin, gibt in dem vorliegendem Buch ganz offen Auskunft über die Krankheit und das Sterben ihres Mannes. Es ist ein Erzählen in aller Direktheit der Auseinandersetzung mit der Diagnose Alzheimer, der medizinischen Hilfestellungen, Therapien wie der persönlichen Betroffenheit und des Umgang-Findens damit im Prozess der Begleitung wie des Abschieds.
Es ist ein ganz wichtiges Zeugnis über eine Krankheit, die ein bisher gekanntes, vertrautes Leben zerreißt, das erschüttert und in seiner schonungslosen Darstellung informiert, Gedanken teilt und auch Mut macht im Weg von Leben, Krankheit und Tod.
„Ein erschütterndes wie wichtiges Lebens- und Krankheitszeugnis, dem in Offenheit und Information nur zu danken ist.“
Lückenleben. Mein Mann, der Alzheimer, die Konventionen und ich. Katrin Seyfert. Ein SPIEGEL-Buch. DVA Verlag.
Hardcover mit Schutzumschlag, 256 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, 1 s/w Abbildung
Zur Person _David Friedrich Hecher, geb. am 4. Februar 1999, ist Komponist und E-Gitarrist aus Niederösterreich. Im Alter von 16 Jahren begann er am Joseph Haydn Konservatorium, Eisenstadt, zu studieren (E-Gitarre; klassische Gitarre; Komposition/Tonsatz). Ein weiterführendes Studium für Komposition führte ihn im Jahr 2021 auf die Universität für Musik und darstellende Kunst, Wien. Neben Uraufführungen u.a. bei den Sommerkonzerten Stift Melk, 100 Jahre Burgenland, oder einer Ausstrahlung im ORF, wurde er 2021 und 2022 bei internationalen Kompositions-Wettbewerben jeweils mit dem 1.Preis ausgezeichnet (u.a. Uraufführung von Orchesterwerk in St.Petersburg).
Seit 2022 ist David Friedrich Hecher Dozent an der Joseph Haydn Privathochschule, Eisenstadt (Gehörbildung; Ensemble Neue Musik; Praktikum Musik der Gegenwart).
Liebe Katrin Seyfert, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Wahrscheinlich so wie der von Millionen anderen Müttern auch: 6.30 Uhr aufstehen, Kinder wecken, Frühstück machen, Hund rauslassen, Kinder lauter wecken, Tee kochen, Hund füttern, Kinder sehr laut wecken, aufräumen, zur Arbeit fahren, um 18 Uhr nach Hause kommen, sich freuen, wenn keine Fünf auf einen wartet, sondern „Hurra“: wir haben schon mal was gekocht, Mama und räumen hinterher aber wieder auf, gemeinsam essen und dann das Aufräumen aus lauter Gerührtsein doch übernehmen und danach tot ins Bett fallen.
Katrin Seyfert _ Autorin, Journalistin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Vernunft und Mitgefühl.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Wissenschaft, der Kunst an sich zu?
Wesentlich wird sein, wie anstrengungsbereit wir als Individuen und als Gemeinschaft sind. Die Wissenschaft muss die Fakten möglichst selbstlos liefern und bündeln, die Kunst das Gefühl. So dass gesellschaftliche Ausgrenzung heimatlos wird.
Was liest Du derzeit?
Steven Pinker: Aufklärung jetzt.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Und das ist Leben: Bis aus einem Gestern die einsamste von allen Stunden steigt, die, anders lächelnd als die andern Schwestern, dem Ewigen entgegenschweigt. (Rainer Maria Rilke)
Vielen Dank für das Interview, liebe Katrin, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Buchprojekte und persönlich alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Katrin Seyfert _ Autorin, Journalistin
Zur Person_Katrin Seyfert ist das Pseudonym einer freien Journalistin, Jahrgang 1971, die in Tübingen Rhetorik und Kulturwissenschaft studiert hat. Sie schreibt u.a. für die ZEIT, die Süddeutsche Zeitung, Eltern und den SPIEGEL, wo sie seit 2019 auch Texte über die Alzheimer-Erkrankung ihres Mannes veröffentlicht, die regelmäßig große Resonanz bei den Leser*innen hervorrufen. Sie hat sich für ein Pseudonym entschieden, weil die Perspektive der Witwe nur einen Teil ihres Schreibens bestimmt.
Aktuelle Bucherscheinung_
Katrin Seyfert Lückenleben. Mein Mann, der Alzheimer, die Konventionen und ich
„Was es für eine berufstätige Mutter in unserer Gesellschaft bedeutet, wenn ihr Partner an Alzheimer erkrankt. Fünf Jahre hat Katrin Seyfert ihren Mann durch seine Alzheimer-Erkrankung begleitet. Anfang 50 war er, als er die Diagnose bekam, Arzt und Vater ihrer gemeinsamen drei und insgesamt von fünf Kindern. Sie hat den Familienalltag organisiert, die Finanzen, den Pflegedienst. Schließlich die Beerdigung. Schonungslos offen und brutal ehrlich erzählt sie davon, wie es ist, wenn der Partner allmählich seine Sprache und damit seine Identität verliert. Wie sie mit der Rolle hadert, die ihr erst als pflegende Ehefrau, dann als Witwe zugeschrieben wird. Und wie sie ihren eigenen Weg findet, sich mit der Lücke, die ihr Mann hinterlassen hat, zu arrangieren.„
Katrin Seyfert LÜCKENLEBEN Mein Mann, der Alzheimer, die Konventionen und ich 256 Seiten | Hardcover 22,00 € [D] 22,70 € [A] 30,50 CHF Erscheinungstermin: 17. April 2024 Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH Deutsche Verlags-Anstalt
Giving something of your own true self reaching deep
Inside and then releasing it into the
Void the neverending dark and unforgiving void
Even at the expense of your own comfort your ego that begs
Please please see me please
Even for a moment
And when that moment
Comes if it comes when that spark is met by a kindred flame that lights up your small corner of the world and seems to burn for
Ever
As much as the uncertainty the unlikelihood may kill you and want you to close that gate build that wall, if we are to stand a fighting chance we must find the
Courage to reach down again and again and show the world our
Hearts your spark my truth
And maybe then peace can begin to grow maybe even thrive it will
Not always be easy it will not always seem possible but isn’t that what makes us human what we‘ve proven time and time again despite all odds despite ourselves we
Can create change, maybe
Even peace.
Clara Montocchio, 11.4.2024
Clara Montocchio _ Sängerin, Schauspielerin, Tänzerin, Komponistin
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:
Clara Montocchio _ Sängerin, Schauspielerin, Tänzerin, Komponistin
Zur Person _Clara Montocchio, Wienerin mit südafrikanischen Wurzeln, spannt als Sängerin, Schauspielerin und Tänzerin sowie Komponistin gekonnt Brücken zwischen verschiedenen Genres und Kunstrichtungen. In einer musikalischen Familie aufgewachsen, konnte sie sich von ihren Anfängen in der Klassik übers Musiktheater schließlich als aktives Mitglied der österreichischen Jazz- und Klezmer/”World Music”-Szenen etablieren. Aktuell studiert sie Popgesang (IGP) an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien. Im Herbst 2024 erscheint ihr Debut Folk-Pop Album „My Vreemde Kind“.
Hi Cielo Urselli, what`s your routine at the moment?
The cat wakes me up, I feed her and only after that I can have my breakfast. Then I do a meditation and if there are waves I go surfing… I love surfing and skating. I also like to listen to a record in the morning. I don’t know if this is a routine. As Leonard Cohen says: “I stumble out of bed, I get ready for the struggle.”
Cielo Urselli ist Surfer, Skater und Grafikkünstler aus Apulien, Italien.
Cielo Urselli (folgende)
What`s now particularly important for all of us?
To breathe.
New start, new beginning. What will be essential and which roles will art play on society?
Awareness, kindness and sincerity. And art can be a sincere form of self expression.
If you’re talking about covid, I haven’t seen any new beginning; things haven’t changed much, they just got worse. You can see it everywhere you look. Look at wars. Wars begin with our own behaviors, in our own life. There’s no need to look far away. Being truly aware and taking care of our own behavior and of the wars we may cause in our small way, only then peace might really have a chance. Amen.
What are you reading currently?
I read a lot, but right now nothing, unfortunately.
Which quote, text will you propose to us?
We are all alive together.
Cielo Urselli ist Surfer, Skater und Grafikkünstler aus Apulien, Italien.
Thank you very much!
Vielen Dank für das Interview, lieber Cielo, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Cielo Urselli _ Grafikkünstler aus Apulien, Italien.
Aktuelle Ausstellung von Cielo Urselli in Klagenfurt _
Infos zur aktuellen Ausstellung:
„WHERE HEART ECLIPSES MIND“
CIELO URSELLI – collage art exhibition
Gewölbegalerie im Stadthaus
Theaterplatz 3, 9020 Klagenfurt
VERNISSAGE: 25.04. um 19:00 Uhr
AUSSTELLUNG: 25.04. – 01.05. von 16:00 – 19:00 Uhr
Cielo Urselli ist Surfer, Skater und Grafikkünstler aus Apulien, Italien.
Die Ausstellung wird von einer Auswahl an Musik untermalt, die seine Arbeiten inspiriert hat.
Ausstellungseröffnung durch Dr. Curt E. Cervenka, Kunstschaffender und Kunstvermittler
Eingeschlossenen Träumen warten und Herzblut verschüttest du
Auf den zersprengten Stufen deines Lebens wirst zum
Chamäleon
Erfindest über
Acht Milliarden unzerbrechliche Häuser in denen
Chore dein
Heimweh nach
Arglosem Farbenspiel sachte ausplaudern wenn ferne Donner
Nachts an deinen Träumen verwittern wirst du eine in-
Corruptible
Existence
Dorothee Krämer, 3.4.2024
Dorothee Krämer, Lyrikerin
Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:
Dorothee Krämer, Lyrikerin
Zur Person _ Dorothee Krämer, geb. 1971 in Wuppertal, dort studierte sie Germanistik. Heute lebt, schreibt und gärtnert sie in Bad Essen.
Sie ist Dozentin für Integrationskurse. Gedichte hat in Anthologien und Literaturzeitschriften veröffentlicht. 2020 erhielt sie den Ulrich-Grasnick-Lyrikpreis.
Ihr Lyrikdebüt “Von der Poesie deiner Worte“ (Verlag Königshausen & Neumann) erschien im November 2023.
Liebe Clara Montocchio, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Das ist nicht so leicht zu verallgemeinern, er ändert sich ständig! In letzter Zeit denke ich oft über Rituale und Gewohnheiten nach und möchte versuchen, mir mehr gesunde oder hilfreiche Gewohnheiten anzutrainieren. Aber im Allgemeinen bestehen meine Tage aus Singen und Musizieren, Songs schreiben, auf die Uni gehen, Kochen (wenn Energie und Muße da sind) und Essen, Unterrichten, diverse Proben und Konzerte und Stepptanzen. Dazu kommt natürlich sämtlicher administrativer Kram, den ich nicht so gern mache, und leider meist auch zu langes auf social media versumpern.
Dazwischen versuche ich, mir möglichst bewusst Zeit für Familie, Partner, Freund:innen zu nehmen. Ein großes Projekt dieses Jahr ist die Arbeit an meinem ersten Solo-Album “My Vreemde Kind”, das im Herbst erscheinen soll. Damit einher kommen viele verschiedene spannende und schöne Tätigkeiten vom Aufnehmen bis zur Merchgestaltung (z.B. Linoldrucke selbst designen und drucken).
Clara Montocchio _ Sängerin, Schauspielerin, Tänzerin, Komponistin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Irgendwann lernt man (oft auf schmerzhaftem Wege), dass man die anderen nicht wirklich beeinflussen kann. Ich kann also nur für mich sprechen. Neben Gesundheit sind mir sicher Beziehungen am Wichtigsten (dazu gehört auch die Beziehung zu mir selbst, ein nie endender Weg). Ich arbeite gern an ihnen, versuche dazuzulernen und zu wachsen. Ich glaube, dass ich auch mit der Musik eine sehr enge Beziehung habe, das “Kunst-Schaffen” scheint sehr eng verstrickt mit meinem Ich zu sein, was auch oft zum Nachdenken anregt.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?
Ich hab das Gefühl, die ganze Welt ist schon ganz lange in Aufbruchstimmung, nur gesellschaftliche und politische Muster machen es schwer auszubrechen. Bis wirklich eine Art von Neubeginn möglich ist, muss etwas Riesiges passieren hab ich das Gefühl, wir haben`s in der Pandemie gespürt, und jetzt wirkt die damalige Stimmung, das Gefühl des „Alles Muss Sich Ändern“, nur noch wie eine leise Welle, die schon längst verklungen ist. Jetzt gerade bringen wieder viele kleine und große Wellen unser Boot ins Schwanken. Welche Veränderungen das wirklich bringen wird, weiß man meist erst im Nachhinein. Zu versuchen, in die Zukunft zu sehen, ist nicht so leicht, aber doch wichtig für uns als Menschen.
Musik und Kunst waren schon immer Ventil oder eine Art Spielwiese für die verrückten und verbotenen (Zukunfts-) Träume, die wir alle haben, ein buntes Stück Glas durch das wir unsere Welt, unsere Zukunft betrachten können, im Schutze der irren Farben und getarnt durch das gebrochene Licht. Toll ist es, wenn ein Mensch durch Kunst etwas tief in sich spürt, etwas das sich regt, das zur Veränderung aufruft, und vielleicht ist dieses Gefühl so stark, dass dieser Mensch tatsächlich etwas für sich, für den Umkreis, für die Welt tut.
Was liest Du derzeit?
Ich hab gerade “Endling” von Jasmin Schreiber gelesen, davor “All The Light We Cannot See” von Anthony Doerr. Beide fand ich schön und traurig/ergreifend bzw. auf ihre eigene Art leider sehr aktuell (ersteres spielt im Jahre 2041, zweiteres 1948…). Vielleicht als nächstes etwas realitätsferneres zur Beruhigung?
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben? Vielleicht weil Samara Joy das gestern im Konzerthaus so schön und berührend gesungen hat: “Peace is for everyone.” (Horace Silver).
Vielen Dank für das Interview, liebe Clara, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musik, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Clara Montocchio _ Sängerin, Schauspielerin, Tänzerin, Komponistin
Zur Person _Clara Montocchio, Wienerin mit südafrikanischen Wurzeln, spannt als Sängerin, Schauspielerin und Tänzerin sowie Komponistin gekonnt Brücken zwischen verschiedenen Genres und Kunstrichtungen. In einer musikalischen Familie aufgewachsen, konnte sie sich von ihren Anfängen in der Klassik übers Musiktheater schließlich als aktives Mitglied der österreichischen Jazz- und Klezmer/”World Music”-Szenen etablieren. Aktuell studiert sie Popgesang (IGP) an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien. Im Herbst 2024 erscheint ihr Debut Folk-Pop Album „My Vreemde Kind“.
Wien. Der Tag beginnt. Im Supermarkt. Das Licht geht an und die Welt zwischen täglicher Arbeit wie täglicher Bühne menschlicher Begegnung beginnt sich zu drehen. Hier leuchten grell und verschwinden brutal Komödie und Drama des Lebens zwischen bunter Reklame und Musik, Regalgängen und Imbisstand.
Hier wird gekauft und gekauft und alles kommt in den Einkaufswagen, der ein Panzerwagen der Einsamkeit ist und aus dessen Kanonenrohr Gewalt und Verletzung ohne Ende niederknallen, auf die, die es nicht aus der Schusslinie schaffen. Und Puck zaubert und vernichtet die unbezahlten Rechnungen der Liebe und des Lebens. Jeden Tag im Supermarkt bis das Licht verlischt…
Das bernhard.ensemble bittet in seinem neuesten Mash-upWilliam Shakespeares Sommernachtstraumund Ulrich Seidls „Hundstage“ (Film, 2001) zur Wiener Supermarktkassa und diese Rechnung geht in einem Feuerwerk genial spielfreudiger, rabenschwarzer und hintergründiger Drama-Komödie mit langanhaltendem Publikumsapplaus begeisternd auf.
Regie, Choreografie, Ensemble, Bühne, Kostüm, Musik und Lichttechnik spielen all ihre einzigartigen Talente aus und führen sie zu einem Gesamtkunstwerk zusammen, welches das bernhard.ensemble so einzigartig macht und auszeichnet. Wie sich hier William Shakespeare und Ulrich Seidl zu einer Theatermelange der Wiener Seele in aller Abgründigkeit wie schwarzem Humor verbinden, ist einmalig. Beeindruckend ist wie Regie, Choreografie, Ensemble das Publikum zu einer mitreißenden wie erschütternden „shades tour“ alltäglicher Lebensdramen zwischen Supermarktregalen und Würstelstand entführen und dabei unglaublich spielstark direkt wie hintergründig gesellschaftliche Mechanismen von Gewalt und Leid offenlegen. Sehr stark auch wie die „vierte Wand“ (Publikum) in aller narzisstischen Bösartigkeit durchbrochen und das Publikum in Irritation, Überraschung einbezogen wird. Dies wird ganz souverän gespielt, auch seitens des schlagfertigen Publikums.
Ernst Kurt Weigel, einer der erfahrensten Wiener Regisseure, zieht alle Register seines Ausnahmetalentes in künstlerischer Werkanalyse wie kritischer Gegenwartsadaption und -transformation. Hier ist alles zu finden was modernes Theater in Spielfreude und Aussagekraft wie kritischer Gesellschaftsvision gewürzt mit ganz feinem Wiener Humor und spitzen Seitenhieben ausmacht. Eine wunderbare Mischung, die auch auf die Bühnenbildkomposition des Regisseurs zutrifft.
Leonie Wahl, seit Jahrzehnten ein leuchtender Fixstern in Innovation, Experiment höchster moderner Tanzkunst, liefert in der wunderbaren Choreografie und Konzeption dieses einmaligen Theaterabends ein Meisterstück, das zweifellos zum Besten gehört was auf europäischen Bühnen zu sehen ist. Beeindruckend und hervorzuheben ist ebenso ihr Schauspiel der „Jelena“, die unglaublich zart, zerbrechlich wie stark in aller Sehnsucht und Einsamkeit die Bühne einnimmt.
Sophie Resch lässt die Szenenfigur „Anna“ aus den „Hundstagen“ mitreißend ihre alltägliche Supermarkt-/Theaterbühne zelebrieren und dies in einer sensationellen Sprach- und Körperexpressivität, in der innere Tragik und Einsamkeit großartig hintergründig dargestellt sind. Ein weiteres sehr beeindruckendes Bühnenerlebnis- und -ereignis mit der so vielseitigen wie erfolgreichen Wiener Schauspielerin und Regisseurin.
Matthias Böhm überzeugt einmal mehr in einer Rollendarstellung, die in ihren dunklen Charakterfarben alles abverlangt und dies wird nicht nur ganz souverän vom Wiener Schauspieler gemeistert, sondern er weiß auch beeindruckend Akzente zu setzen, die das Publikum ganz auf sich ziehen, wenn ein echter Wiener zwar auf die Knie geht aber nie untergeht.
Kajetan Dick lässt den „Ing.Walter“ mit genialem schwarzen Wiener Esprit zwischen Geisterbahn und Beserlpark über die Bühne im Rollwagen schlittern und der so vielseitige Wiener Schauspieler und Regisseur konzipiert einen Charakter in erschütternd beängstigender Maskerade täglichen Lebens und ungeahnten Abgründen.
Yvonne Brandstetter, eine mittlerweile großartige Fixgröße im bernhard.ensemble spielt „Maria“ mit ganz außergewöhnlicher Spielkraft, Präzession und Variation. Es ist ein Wirbelwind, ja Orkan, der dunklen Emotion und Gewalt, den die Ausnahmeschauspielerin zu entfesseln weiß und der das Publikum atemlos staunen lässt.
Bernhardt Jammernegg, seit Jahrzehnten einer der vielseitigsten und beeindruckendsten Wiener Schauspieler, gibt „Herrn Ruby“ ein wunderbares Bühnenleben zwischen Supermarkt und Vatersein und zeigt einmal mehr, dass er ein Stück und Ensemble großartig inspirieren und führen kann.
Christian Kohlhofer setzt in „Luis“ genial einen Wiener Casanovastrizzi zwischen Massageliege und Lignano in Szene und zeigt, dass er alle Theatergenres meisterhaft beherrscht. Großartig wie er aus dem Publikum kommend den Rollenwechsel der ewig liebeshungrigen männlichen Einsamkeit zelebriert. Schön, dass er nun auch dieses Mashup bereichert.
Ylva Maj besticht in der Rolle der „Klaudia“ in perfektem Spiel, das den Charakter des Ausgeliefertseins der umgebenden Gewalt beklemmend auf den Punkt trifft. Beeindruckend ist auch das wunderbar abgestimmte Ensemblespiel wie auch die großartige Gesangsdarbietung.
Bernhard Fleischmann breitet in der Soundkonzeption einen wunderbar schillernden fliegenden Musikteppich aus, der Spiel und Publikum beiderseits großartig in allen Szenenfolgen mitnimmt.
Julia Trybula liefert die feinen sehr gelungenen Kostümideen zum Stück und findet dabei, was in einem Mash-up nicht so leicht ist, beste Wahl.
Es ist ein sensationeller Theaterabend, in dem das bernhard.ensemble beeindruckend zeigt, dass sie eine der innovativsten und genialsten Bühnen Wiens wie weit darüber hinaus sind.
Sommer.Hunds.Traum das.bernhard.ensemble Off Theater Wien
Regie / Konzept / Ausstattung: Ernst Kurt Weigel
Kostüme: Julia Trybula
Choreografie: Leonie Wahl
Soundscape: Bernhard Fleischmann
Wall Visuals: Evi Jägle
Performance: Yvonne Brandstetter, Ylva Maj , Sophie Resch, Leonie Wahl, Matthias Böhm, Kajetan Dick, Bernhardt Jammernegg und Christian Kohlhofer,
Station bei Franz Kafka _ Lola Lindenbaum, Künstlerin_Wien _ performing Franz Kafka „Die Verwandlung“ Erzählung, 1912. 100.Todesjahr Franz Kafka * 3.Juli 1883 Prag+ 3.Juni 1924 Kierling/Klosterneuburg (AUT) _ Schriftsteller
Kafka war wiederholt in Wien zu Gast.
Station bei Franz Kafka _ Lola Lindenbaum, Künstlerin_Wien _ performing Franz Kafka „Die Verwandlung“ Erzählung, 1912. 100.Todesjahr Franz Kafka * 3.Juli 1883 Prag+ 3.Juni 1924 Kierling/Klosterneuburg (AUT) _ Schriftsteller
Kafka war wiederholt in Wien zu Gast.
Franz Kafka, Schriftsteller _ 100.Todesjahr Franz Kafka * 3.Juli 1883 Prag+ 3.Juni 1924 Kierling/Klosterneuburg (AUT) _ Schriftsteller
Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Fotografie und Theater/Performance.
Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.
Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person am biographischen bzw. werksgeschichtlichen Bezugsorten beizutragen.
Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.
Liebe Lola Lindenbaum, welche Zugänge gibt es von Dir zu Franz Kafka?
Kafka ist für mich nicht per se durch sein literarisches Werk täglich präsent, sondern durch die Art wie er Situationen trefflich beobachtet und in Worte gegossen hat und sich somit der Terminus „kafkaesk“ gebildet hat, der kaum anders zu beschreiben ist.
Kafkaeskes en masse.
Was macht für Dich den Schriftsteller Kafka aus?
Eben die Art und Weise seiner Erzählform, die Situationen und Begebenheiten, die er beschreibt.
Er löst das Gefühl aus, den Leser besser zu kennen als dieser sich selbst. Das ist unheimlich, faszinierend und einzigartig zugleich.
Wann bist Du erstmals mit den Texten Kafkas in Berührung gekommen und welche Aussagen gibt es da für Dich?
In meiner Gymnasialzeit über den „Hungerkünstler“. Ich konnte damals noch nicht so viel mit Kafka anfangen, war total auf Hesse versessen.
Wie siehst Du seine Beziehung zu Wien?
Er wurde ja nur 41 Jahre alt und war in den Jahren 1913, 1920 und 1924 in Wien. Er hatte auch eine Geliebte in Wien, die Romanze hielt nur einige Tage, es gibt Literatur dazu.
Wie verstehst Du die Erzählung „Die Verwandlung“? Welche Aussagen zu Mensch, Familie, Beruf, Welt gibt es da?
Nun, für mich geht es um ein Familien- also Beziehungskonstrukt. Die Verwandlung des Protagonisten in einen Käfer verstört die Familie so sehr, dass sie ihn zuletzt grausam wegsperrt.
Gerade in Familien ist Veränderung oder Wachstum einzelner Mitglieder so verstörend und irritierend- weil man sich vermeintlich so gut kennt. Dann kommt man drauf, dass dies nicht der Fall ist und einem das transformierte Familienmitglied fremd ist und das befremdet einen, weil man sich dadurch selbst auch nicht mehr so gut zu kennen scheint, wie vermutet.
Was ist Dir als Künstlerin in Deinen Projekten wichtig?
Ein Bruch, eine Auflösung des Vermutbaren und eben auch Transformation – auch von Materialen, die ursprünglich eine andere Nutzung hatten. Wie nahezu jeder Maler versuche ich das Erlebte, Gesehene und Erspürte aus Ausschnitt der Welt, meiner Welt, auf die Leinwand zu übertragen, ein Gefühl oder Situation für mich manifest zu machen.
Wie bist Du zur Kunst gekommen?
In meiner Gymnasialszeit. Ich habe eine sehr profunde Ausbildung bei Prof. Laurenz Hudetz erfahren, er war ehemaliger Böckl- Schüler und hat mich sehr gefördert.
Wie ist das Setting Deines künstlerischen Arbeitens? Wann, wie, wo arbeitest Du?
Am liebsten im Freien in meinem Atelier am Land oder in meinem Atelier in der Leopoldstadt. Inspirationen fallen mir aber 24/7 zu.
Was inspiriert Dich?
Es gibt eigentlich kaum etwas, was mich nicht inspiriert. Wörter, Situationen, Menschen, Fotos, Stimmungen.
Ist Kafka als Schriftsteller ein künstlerisches Vorbild?
Nicht unmittelbar, aber Inspirationsquelle. Kafkaeskes wird verarbeitet oder ist das Resultat.
Was sind Deine nächsten Projektpläne?
Eine große Solo-Show im Mai in der ÖAG (österreichisch-amerikanischen Gesellschaft) in Wien sowie eine Ausstellung bei Lobmeyr.
Darf ich Dich abschließend zu einem „Verwandlung“ Akrostichon bitten?
Versuch
Eingebung
Rough
Wild
Anmutung
Neon
Düster
Licht
Ultramarinblau
Nächtliches
Genuss
Station bei Franz Kafka _ Lola Lindenbaum, Künstlerin_Wien _ performing Franz Kafka „Die Verwandlung“ Erzählung, 1912. 100.Todesjahr Franz Kafka * 3.Juli 1883 Prag+ 3.Juni 1924 Kierling/Klosterneuburg (AUT) _ Schriftsteller