„Zuhören“ Michaela Prendl,Schauspielerin und Poetin _ Wien 8.5.2024

Liebe Michaela Prendl, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Bei mir sieht jeder Tag anders aus, aber er startet immer mit einem Frühstück – ohne kann man mich echt vergessen, aber danach bin ich für alles gewappnet.

Zurzeit probe ich vormittags für meine Lyrik-Performance „wetterleuchten“ am 14. Mai. Nachmittags arbeite ich an anderen Projekten: hab Meetings mit Kolleg*innen, schreib an Förderanträgen, bin im Tonstudio ein Hörspielprojekt schneiden, ect. Wenn ich abends dann noch fit bin, schreib ich, geh ins Theater, trete bei Poetry Slams auf oder bin einfach auf der Couch und schau Netflix.

Michaela Prendl,
Schauspielerin und Poetin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Zuhören. Wir sind alle so viel damit beschäftigt unsere eigenen Meinungen kundzutun, sie zu formulieren, weise zu klingen und intelligente Dinge von uns zu geben, damit wir eine möglichst allumfassende Antwort parat haben, wenn das Gegenüber aufhört zu reden. Dass wir vergessen wirklich zuzuhören und das Gesagt sacken zu lassen, zu schauen was das mit uns macht und nachzufragen, wenn wir etwas nicht verstehen. Anstatt zu belehren, sollten wir hinhören… auch wenn es oft unverständlich ist, warum jemand eine andere Meinung hat, gibt es Gründe, warum dies so ist und nur wenn man jemanden wirklich zuhört, kann man eine Verbindung aufbauen, die zu Lösungen führt.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Das Theater verbindet. In einer so schnell-lebigen Zeit, in der wir ständig am Handy sind, erreichbar sein müssen und andauernd mit Menschen über die diversesten Kanäle verbunden sind, vergessen wir oft, dass es uns an tatsächlichen Verbindungen und Kontakten im täglichen Leben fehlt. Im Theater ist man gezwungen 60-120 Minuten präsent zu sein, mit den anderen Menschen im Publikum etwas zu erleben und zu spüren. Alle gemeinsam! – das ist eine Power, die man nicht unterschätzen darf. Da kann die Künstliche Intelligenz auch nicht mithalten. Deswegen liebe ich die Lyrik auch so, in oft kurzen Gedichten ist alles gesagt, was mensch gerade fühlt. Auf das lege ich auch selbst Wert bei meiner eigenen Lyrik. Und die Performance von Lyrik bringt das geschriebene Wort dann noch auf eine ganz andere Ebene. Ja, ich geh sogar so weit, zu sagen, dass das Theater und die Lyrik etwas Heilendes haben.

Was liest Du derzeit?

Ich lese meistens 3 Bücher gleichzeitig. Aber mein Hauptbuch ist zurzeit „little fires everywhere“ von Celeste Ng.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„The truth is sensational.” & “Magic happens outside my comfort zone.”

Michaela Prendl,
Schauspielerin und Poetin

Vielen Dank für das Interview, liebe Michaelaviel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Literaturprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Michaela Prendl, Schauspielerin und Poetin

Zur Person_ Michaela Prendl, geboren und aufgewachsen in Niederösterreich; wohnhaft in Schwechat, studierte Michaela an der Schauspielakademie Elfriede Ott und absolvierte die paritätische Bühnenreife. Seitdem hatte sie Engagements an diversen Theatern in Wien und Niederösterreich.

Mit ihren eigenen Texten steht sie seit 2020 auf der Bühne, unter anderem bei Kulturfesten, Lyrik-Abenden und Poetry Slams in Wien, Niederösterreich, München, … Ihr Text „ein Funke“ wurde 2020 verfilmt, ihr erstes Stück „Elvi und Bingo entdecken Weihnachten“ hatte 2023 Premiere. 2024 brachte sie „verliebt“ heraus. Und am 14. Mai hat Michaela Premiere mit ihrer Lyrik Performance „wetterleuchten“.

Michaela Homepage: https://michaelaprendl.com/

Aktuelle Veranstaltung von und mit Michaela Prendl:

wetterleuchten

14. Mai 19:30 Uhr, The loft Wohnzimmer (Lerchenfelder Gürtel 37, 1160 Wien)

wetterleuchten“ ist eine lyrische Performance über den Wettertanz der menschlichen Seele von und mit Michaela Prendl.

Was lässt dich in der Nacht aufschrecken? Welche Ängste? Welche Zweifel? Und was lässt dich in der Nacht tanzen? Welche Sehnsüchte? Leidenschaften? Wetterleuchten ist der Widerschein von Blitzen innerhalb der Wolken. Wie ein Abdruck sieht man nicht den direkten Blitz, auch der Donner ist nicht hörbar. Michaela nennt ihre Gedichte die Spiegelung ihrer Seele, das, was überbleibt, wenn Blitz und Donner hinter verschlossenen Türen getobt haben.

Michaelas lyrische Performance „wetterleuchten“ ist eine Gefühlsachterbahn. Sie lässt die Höhen und Tiefen des Menschseins auf einer poetischen Ebene widerscheinen. Sie begibt sich auf die Suche nach Akzeptanz, nach Liebe, nach Verständnis und nach Vertrauen. Am Weg stolpert sie über Zweifel, Trauer, Wut und Einsamkeit. Am Ende wird gerade das gefeiert: das Zweifeln, das Trauern, die Wut, die Lust, die Begierde, die Hoffnung – ja, das Leben.

https://www.theloft.at/wetterleuchten/

Eintritt: 15,- Euro

Karten reservieren unter: office@michaelaprendl.com

Fotos_ Gabriele Wölfler

Walter Pobaschnig _ 7.5.2024

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„Genügsamkeit“ Andrea Cervenka-Buschbeck, Künstlerin _ Give Peace A Chance _ Völkermarkt/Ktn. 8.5.2024

Andrea Cervenka-Buschbeck, folgende

GIVE PEACE A CHANCE

G… Genügsamkeit

I… ist

Vvielleicht

E… ein


P… Problem,

E… eine

A… Angst!

C… Chancen

E… ergreifen!


A… Achtsam


C… couragiert

H… handeln!

A… Aber

N… nie

C… Chaos

E… erzeugen!



Andrea Cervenka-Buschbeck, 6.5.2024

Andrea Cervenka-Buschbeck_
Kunstpädagogin und freischaffende Künstlerin
mit Schwerpunkt Keramik und Plastik

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Andrea Cervenka-Buschbeck_ Kunstpädagogin und freischaffende Künstlerin
mit Schwerpunkt Keramik und Plastik

Zur Person_ Andrea Cervenka-Buschbeck, Kunstpädagogin und freischaffende Künstlerin mit Schwerpunkt Keramik und Plastik. Absolventin der Meisterklasse für Malerei, Grafik, Plastik bei Prof. Peter Weibel und Prof. Bernhard Leitner an der Universität für angewandte Kunst in Wien (Mag. art.) sowie der Sommerakademie in Salzburg bei Prof. Emilio Vedova. Studium der Sportwissenschaft und Romanistik (Französisch) an der Universität Wien – Lehramt für höhere Schulen (Mag. phil.). Lehrtätigkeit an diversen höheren Schulen sowie an der Pädagogischen Hochschule in Klagenfurt. Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen. Ankäufe privater und öffentlicher Institutionen.

Atelier/Galerie Website:

Die Galerie in Klagenfurt kann man laut Öffnungszeiten (auf der Website ersichtlich) besuchen. Dort sind die Werke von Andrea Cervenka-Buschbeck ausgestellt und stehen auch zum Verkauf.

Alle Fotos_ privat

Walter Pobaschnig _ 6.5.2024

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popanz. Axel Karner. Gedichte. Wieser Verlag.

Axel Karner, Humbert Fink Preisträger 2022 und einer der außergewöhnlichsten, eigenwilligsten und konsequentesten deutschsprachigen Schriftsteller, legt einen neuen Gedichtband vor, der in Form-, Sprach- und hintergründiger Aussagekraft begeistert.

Der in Kärnten geborene und aufgewachsene, nun in Wien lebende pensionierte Lehrer, fragt in seinen Gedichten nach dem Menschsein in aller Brüchigkeit wie Sehnsucht an Stationen eines Lebens in Kindheit, Liebe, Vergänglichkeit. Dies passiert in ganz direkter Reduktion und Konzentration von Sprache. Es werden hier keine Umwege genommen, sondern Erfahrung, Schmerz, Leiden in ihrem blitzschlaggleichen Wesen benannt. Es ist die Radikalität, Variation und vieldeutige Assoziativität in einem erschütternden wie einmaligen Sprachrhythmus, der diese Gedichte zu einer Reise ins Innere des Menschseins macht, die Masken von Sein und Schein fallen lässt.

„Axel Karner ist ein Meister der Sprache als schonungslosem Instrument der Demaskierung von Mensch und Welt.“

Popanz. Axel Karner. Gedichte. Wieser Verlag.

52 Seiten, gebunden, Lesebändchen

EUR 18,90

Zur Person _ Axel Karner, Schriftsteller, geboren 1955 in Zlan. Arbeitete als Lehrer für evangelische Religion, darstellendes Spiel und soziales Lernen in Wien.

Axel Karner, Schriftsteller _
@Walter Pobaschnig 2022

Im Wieser Verlag erschienen: Die Stacheln des Rosenkranzes. Lissabonner Gedichte (2007); Chanson Grillée. Gedichte. Illustriert von Anne Seifert (2010); Der rosarote Balkon (2012); Der weiße Zorn (2015); Die Zunge getrocknet / Jezik posušen. Fünf Gedichte in vier Sprachen und eine Nulllinie. Mit Zeichnungen von Wilhelm Dabringer. Slowenisch von Ivana Kampuš (2019); in adern dünn brach licht (2020).

https://www.wieser-verlag.com/buch/popanz/

Walter Pobaschnig 5/24

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„YLLA“ The Birth of Modern Animal Photography. Hirmer Verlag.

Es ist ein ganz außergewöhnliches Künstlerinlebens, das in Wien zu Beginn des 20.Jahrhunderts seinen Anfang nimmt. Camilla Koffler, die später als Künstlerin den Namen Ylla annahm, wurde am * 16. August 1911 in Wien geboren und wuchs hier, wie in Budapest bzw. Belgrad auf, wo sie Bildhauerei studierte. Ihr Studium führte sie dann nach Paris, wo sie dann bei einer Fotoagentur und dabei an einem Auftrag für das Buch von Julian Huxley, Animal Language, arbeitete.Dies machte sie 1938 schlagartig bekannt und war der Beginn einer ganz außergewöhnlichen Karriere, die sie in verschiedenste Kontinente führte und ganz neue Wege in der Fotografie, insbesondere der Tierfotografie, gehen ließ. Die Motivsuche, Kameraperspektive wie das Lichtspiel werden zu unverwechselbaren Charakteristika ihrer Fotografie.

Der vorliegende wunderbare Text/Bildband zu Kunst und Leben von Ylla stellt eine Künstlerin vor, die für die moderne Fotografie einen ganz wesentlichen Meilenstein darstellt. Die Künstlerin wird in ihren künstlerischen Schwerpunkten, ihrer Vielseitigkeit wie der Zusammenarbeit mit Magazinen der Zeit, wie paris match, und vielen weiteren künstlerischen Bezugspunkten spannend und informativ vorgestellt. Ebenso werden biographische Eckpunkte erläutert. Zahlreiche Abbildungen, in gewohnt sensationeller Hirmer Verlagsqualität, gestalten so selbst ein Kunstwerk über eine großartige Künstlerin, der hier die gebührende Aufmerksamkeit zukommt.

„Yllas bewegtes Leben führte sie von Belgrad über die surrealistischen Künstlerkreise von Paris, zu denen auch Brassaï, Kertesz und Moholy-Nagy gehörten, nach New York. Ihre ersten Aufnahmen machte sie im Studio und in Zoos, bevor sie schließlich nach Afrika und Indien reiste, wo sie bei einem tragischen Unfall während eines Wasserbüffelrennens ums Leben kam. Ihre Bücher Animals in Africa und Animals in India gehören zu den ersten dieses Themas. Ylla führte die Tierfotografie auch in die Kinderliteratur ein. Der kleine Löwe und Zwei kleine Bären gehören zu den Klassikern der Jugendliteratur.“

(Presseinfo Hirmer Verlag)

„YLLA“ The Birth of Modern Animal Photography. Hirmer Verlag.

Vorwort von Maneka Gandhi

Text: Englisch

240 Seiten, 287 Abbildungen

24 x 28 cm, gebunden

ISBN: 978-3-7774-4262-4

49,90 € [D] | 51,30 € [A]

Walter Pobaschnig 4/24

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„Gemeinsam“ Robert Kreutzer, Musiker _ Give Peace A Chance _ Keutschach am See/Kärnten 7.5.2024

GEMEINSAM

IST

VIELES

ERREICHBAR!

P

E

A

C

E

A

C

H

A

N

C

E,

Mögen wir in Frieden durchatmen

Robert Kreutzer, 3.5.2024

Robert Kreutzer _ Musikpädagoge, Autor
und Herausgeber mehrerer Fachartikel und Fachbücher zum Thema Atemtechnik, Blastechnik & Stimmtechnik.

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Robert Kreutzer _ Musikpädagoge, Autor
und Herausgeber mehrerer Fachartikel und Fachbücher zum Thema Atemtechnik, Blastechnik & Stimmtechnik

Zur Person_  Robert Kreutzer, geboren 1966 in Zeltweg (Steiermark).

Musikpädagoge, Autor und Herausgeber mehrerer Fachartikel und Fachbücher zum Thema Atemtechnik, Blastechnik & Stimmtechnik.

Studium Trompete (Klassik/Jazz). Studium Sologesang (Oper/Lied/Oratorium). 1994 Staatliche Lehrbefähigungsprüfung im Fach Sologesang, Schwerpunktstudium Jazz (Trompete) mit Auszeichnung. 1996 Künstlerisches Diplom im Fach Sologesang mit Auszeichnung.

Ab 1994: Gastspiele als Gesangssolist am Stadttheater Klagenfurt z. B. als Schaunard in »La Bohème« von Giacomo Puccini, Dr. Falke in »Die Fledermaus« von Johann Strauß, Pfarrer in der Uraufführung der Kammeroper »Sauschlachten« von Alfred Stingl nach dem Theaterstück von Peter Turrini, verschiedene Konzerte, Uraufführungen u. a.

Intensive Beschäftigung mit Atemtechnik sowie Idee und Entwicklung einer natürlichen Atemtechnik für Bläser und Sänger bzw. Sprechberufe.

Ab 2011: Lehrauftrag am »Leopold-Mozart-Zentrum für Musik und Musikpädagogik der Universität Augsburg«.

2019: Autor und Herausgeber der 7. erweiterten Auflage des Fachbuchs »Stütze!!? – Atemtechnik & Atemstütze für Bläser, Sänger und Sprecher. Theoretische Analyse und praktische Anwendung«.

Mit neuen praxisbezogenen Atemübungen & einer kritischen Betrachtung des heutigen musikpädagogischen Ausbildungssystems. ISBN 978-3-00-003560-9

2020: Autor und Herausgeber der 1. Auflage des Fachbuchs »Stütze!!? – Fehlinterpretationen + Artikulation & Intonation für Bläser, Sänger und Sprecher« (Fachartikel).

Mit neuen Definitionen & Grundregeln für Bläser, Sänger und Sprecher & einer umfangreichen Analyse der häufigsten Fehlinterpretationen des Fachbegriffs »Atemstütze«. ISBN 978-3-200-06914-5

2023: Autor und Herausgeber der 1. Auflage des Fachbuchs »Sänger!!? – Stimmtechnik & Stimmführung für Sänger sämtlicher Stilrichtungen. Theoretische Analyse und praktische Anwendung«.

Neue Definitionen & Grundregeln zur klassischen Gesangstechnik & eine ausführliche Analyse der stimmtechnischen Unterschiede in den verschiedenen Gesangsstilen. ISBN 978-3-200-06915-2

Umfangreiche Tätigkeit als Leiter von Workshops zu diesen Themenbereichen im gesamten deutschen Sprachraum, unter anderem an vielen Universitäten bis hin zur Bayerischen Staatsoper München.

https://www.robertkreutzer.at/

Fotos_ privat.

Walter Pobaschnig _ 3.5.2024

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„Herzensgüte“ Johannes Wally, Schriftsteller _ Graz 7.5.2024

Lieber Johannes Wally, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Unspektakulär. Er ist geprägt von meiner Arbeit an der Universität und von meinem Familienleben, speziell vom Tagesrhythmus meines kleinen Sohnes. Ich versuche, regelmäßig zu schreiben, was nicht immer funktioniert. Bei Schreiben sind allerdings auch wissenschaftliche Texte gemeint, nicht nur literarische. Ich habe lange gedacht, dass nicht hauptberuflich Schriftsteller zu sein meinen Output hemmt. Das tut es sicher. Allerdings ist die abwechslungsreiche Tätigkeit auch befruchtend. Auch habe ich das Glück, das, was ich mache, gerne zu machen.

Johannes Wally, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich denke, was immer schon wichtig war: Besonnenheit, Humor und Herzensgüte. Mit diesem etwas altmodischen Wort (Herzensgüte) meine ich, die bewusste Entscheidung, von anderen Gutes anzunehmen und ihnen im Guten begegnen zu wollen. Das hat nichts mit Gutgläubigkeit oder Naivität zu tun. Vielmehr ist, nach Schopenhauer, Herzensgüte ein Willensakt, der Selbstdisziplin und Selbsterkenntnis erfordert. Herzensgüte so verstanden mündet nicht in kantenloser Beliebigkeit, sondern – im Idealfall – in einem Umfeld, das allen Raum gibt.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Kunst hat immer auch eine implizite weltanschauliche Dimension und kann daher auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam machen. Insofern bin ich bezüglich der Rolle, die Kunst bei gesellschaftlichen Veränderungen spielen kann, durchwegs (vorsichtig) optimistisch. Allerdings denke ich, dass Kunst auch einfach nur Spaß machen darf. Der Aufruf zur gesellschaftspolitischen/gesellschaftskritischen Kunst kommt mir manchmal wie ein Ablenkungsmanöver vor. Die Kunst soll etwas leisten, was eigentlich die Aufgabe von politischen Programmen ist. Das geht nicht. Der klügste gesellschaftskritische Roman kann keine gute Politik ersetzen, das schönste Bild keine warme Mahlzeit.

Was liest Du derzeit?

Ich lese immer recht viel und vieles parallel. Gerade lese ich wieder einmal Per Olov Enquists Roman Das Buch der Gleichnisse: ein Liebesroman (2013). Darin versucht der Erzähler rückblickend die Zusammenhänge in seinem Leben zu verstehen. Einzelne Erlebnisse werden dabei zu geheimnisvollen Gleichnissen. Enquists Buch ist unglaublich schön, aber nicht immer leicht zu lesen. Wenn er mir zu schwierig wird, wechsle ich zu Elizabeth Strouts Olive Kitteridge (2008). Ich bewundere die Klugheit und Feinfühligkeit, mit der sie die leisen Tragödien und versteckten Verbindungen zwischen einzelnen Biografien in einer fiktiven Stadt in Maine darstellet.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Der britische Schriftsteller Ian McEwan schreibt an einer Stelle in seinem Roman Atonement (2001):

[A] person is, among all else, a material thing, easily torn, not easily mended.

Vielen Dank für das Interview, lieber Johannesviel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Johannes Wally, Schriftsteller

Zur Person_  Johannes Wally wurde 1978 in Wien geboren. Er lehrt und forscht als Senior Lecturer an der Karl-Franzens-Universität Graz am Institut für Anglistik. Wally ist Autor von zwei wissenschaftlichen Monographien sowie von zwei literarischen Büchern. Er publiziert regelmäßig in Fach- und Literaturzeitschriften (u.a. in den LICHTUNGEN und manuskripte), der Text „Fluchtlinien“ wurde 2021 vom österreichischen Rundfunk (Ö1) gesendet. Seine Arbeit wurde mehrfach preisgekrönt, z. B. mit dem Literaturpreis der Stmk. Sparkasse für sein literarisches Debüt Absprunghöhen (Leykam 2014) und dem Josef-Krainer-Förderungspreis für Secular Falls from Grace (Wissenschaftlicher Verlag Trier 2015).

Aktueller Roman von Johannes Wally:

„Was dazwischen kommt“ _Roman von Johannes Wally. Edition Keiper

Der Weg zur Erlösung ist lang und endet manchmal mit einem Aktmodell. So im Falle Haimo Wildners, der glaubt, 1983 seinen Schulfreund Karl Jesenký auf der Maturareise umgebracht zu haben. Erst als er im fortgeschrittenen Alter beschließt, seiner Ex-Partnerin Modell zu stehen, löst er sich aus seiner Verstrickung: Er kann sich zeigen, wie er ist.

Vor dem Hintergrund der jüngeren österreichischen Geschichte folgt das Buch mehreren biografischen Strängen. Diese umspielen sich, beleuchten sich wechselseitig und treffen sich immer wieder im rätselhaften Tod Karl Jesenkýs. Johannes Wally hat einen vielschichtigen Roman geschrieben über eingebildete und tatsächliche Schuld, über Liebschaften, Freundschaften und Feindschaften und von der Möglichkeit, zu vergeben.

Preis: AT € 24,00 / DE € 23,35
Seiten: 252
ISBN13: 978-3-903575-10-3
Erscheinungsdatum: 4. März 2024
Sprache: Deutsch
Format: 12,0 x 20,0 cm; Pappband.

https://www.editionkeiper.at/shop/produkt/was-dazwischen-kommt-erzaehlungen-roman/

Foto_ Foto Fischer

Walter Pobaschnig _ 1.5.2024

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„Verraten„ Jussi Adler-Olsen. Thriller. dtv Verlag.

Weihnachten. Doch Carl Mørck, Spezialermittler des Sonderdezernats Q bei der Kopenhagener Polizei, ist jetzt nicht zum Feiern zumute. Er befindet sich im Kommissariat, doch diesmal auf der anderen Seite. Ihm werden Handschellen angelegt. Es ist der zweite Weihnachtsfeiertag, der an Stephanus, den Märtyrer erinnert. Mørck spürt den kalten Stahl an seinen Händen, Gedanken kreisen im Kopf – Verrat.

Er braucht jetzt Ruhe und eine Strategie und er hofft, auf seine Freunde zählen zu können, um diesen Albtraum zu beenden…doch er ist in einem undurchschaubaren Netzwerk gefangen und es erfordert alle Kraft und Anstrengung…

Jussi Adler-Olsen, Bestsellerautor, legt mit dem zehnten Band der Carl Mørck Reihe eine weitere atemberaubende Thrillerspannung vor, die alle Ingredienzen dieses Genres einzigartig zelebriert. Ein Buch wie ein Orkan, das Seite um Seite in packender story und Lesegnuss fortträgt, herumwirbelt und dann begeistert ankommen und auf den nächsten Mørck-Trip sehnsüchtig warten lässt.

Jussi Adler-Olsen, Schriftsteller

Zum Autor: Jussi Adler-Olsen wurde am 2. August 1950 in Kopenhagen geboren. Er studierte Medizin, Soziologie, Politische Geschichte und Film. Bevor er 1995 mit dem Schreiben begann, arbeitete er in verschiedensten Berufen: als Redakteur für Magazine und Comics, als Koordinator der dänischen Friedensbewegung, war Verlagschef im Bonnier-Wochenblatt TV Guiden und Aufsichtsratsvorsitzender bei verschiedenen Energiekonzernen. Sein Hobby: das Renovieren alter Häuser.

Mit seiner Thriller-Serie um Carl Mørck und seinen Romanen ›Das Alphabethaus‹, ›Das Washington-Dekret‹ und ›Takeover‹ stürmt er die internationalen Bestsellerlisten. Seine vielfach preisgekrönten Büchererscheinen in 42 Länder.

(Presseinfo dtv Verlag)

„Verraten„ Jussi Adler-Olsen. Thriller. dtv Verlag.

Deutsche Erstausgabe, 608 Seiten

Sprache: Deutsch

Übersetzung: Aus dem Dänischen von Hannes Thiess

ET 21. März 2024 , 1. Auflage

Format: 13,8 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-423-28352-6

EUR 26,00 (DE)– EUR 26,80 (AT)

Walter Pobaschnig 4/24

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„Wertschätzung, Dialogfähigkeit und Menschlichkeit“ Robert Kreutzer, Musiker, Autor _ Keutschach am See/Ktn. 6.5.2024

Lieber Robert Kreutzer, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Jeder Tag ist immer wieder von Neuem der Versuch, die wenigen Jahre, die uns auf diesem wundervollen Planeten vergönnt sind, kreativ zu gestalten und – soweit es möglich ist – zu genießen.

Robert Kreutzer _ Musikpädagoge, Autor
und Herausgeber mehrerer Fachartikel und Fachbücher zum Thema Atemtechnik, Blastechnik & Stimmtechnik.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Wertschätzung, Dialogfähigkeit und Menschlichkeit.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Neid, Missgunst und Hass zerstören immer wieder all die schönen Dinge und Errungenschaften, die der Mensch in seinem kreativen Schaffen aufgebaut hat. Gerade in Zeiten wie diesen, wo sich die Gesellschaft wieder zunehmend spaltet, kommt der Kunst eine besondere Aufgabe zuteil, um der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten.

Was liest Du derzeit?

Gedichte von einem meiner kreativen Schüler. Ein besonderer Mensch, eine besonders gute Seele! Dominik Werginz: „Aus der Tiefe meiner Seele“

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Leute mit Mut und Charakter sind den anderen Leuten immer sehr unheimlich.“ (Hermann Hesse)

Vielen Dank für das Interview, lieber Robert, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Robert Kreutzer _ Musikpädagoge, Autor
und Herausgeber mehrerer Fachartikel und Fachbücher zum Thema Atemtechnik, Blastechnik & Stimmtechnik

Zur Person_  Robert Kreutzer, geboren 1966 in Zeltweg (Steiermark).

Musikpädagoge, Autor und Herausgeber mehrerer Fachartikel und Fachbücher zum Thema Atemtechnik, Blastechnik & Stimmtechnik.

Studium Trompete (Klassik/Jazz). Studium Sologesang (Oper/Lied/Oratorium). 1994 Staatliche Lehrbefähigungsprüfung im Fach Sologesang, Schwerpunktstudium Jazz (Trompete) mit Auszeichnung. 1996 Künstlerisches Diplom im Fach Sologesang mit Auszeichnung.

Ab 1994: Gastspiele als Gesangssolist am Stadttheater Klagenfurt z. B. als Schaunard in »La Bohème« von Giacomo Puccini, Dr. Falke in »Die Fledermaus« von Johann Strauß, Pfarrer in der Uraufführung der Kammeroper »Sauschlachten« von Alfred Stingl nach dem Theaterstück von Peter Turrini, verschiedene Konzerte, Uraufführungen u. a.

Intensive Beschäftigung mit Atemtechnik sowie Idee und Entwicklung einer natürlichen Atemtechnik für Bläser und Sänger bzw. Sprechberufe.

Ab 2011: Lehrauftrag am »Leopold-Mozart-Zentrum für Musik und Musikpädagogik der Universität Augsburg«.

2019: Autor und Herausgeber der 7. erweiterten Auflage des Fachbuchs »Stütze!!? – Atemtechnik & Atemstütze für Bläser, Sänger und Sprecher. Theoretische Analyse und praktische Anwendung«.

Mit neuen praxisbezogenen Atemübungen & einer kritischen Betrachtung des heutigen musikpädagogischen Ausbildungssystems. ISBN 978-3-00-003560-9

2020: Autor und Herausgeber der 1. Auflage des Fachbuchs »Stütze!!? – Fehlinterpretationen + Artikulation & Intonation für Bläser, Sänger und Sprecher« (Fachartikel).

Mit neuen Definitionen & Grundregeln für Bläser, Sänger und Sprecher & einer umfangreichen Analyse der häufigsten Fehlinterpretationen des Fachbegriffs »Atemstütze«. ISBN 978-3-200-06914-5

2023: Autor und Herausgeber der 1. Auflage des Fachbuchs »Sänger!!? – Stimmtechnik & Stimmführung für Sänger sämtlicher Stilrichtungen. Theoretische Analyse und praktische Anwendung«.

Neue Definitionen & Grundregeln zur klassischen Gesangstechnik & eine ausführliche Analyse der stimmtechnischen Unterschiede in den verschiedenen Gesangsstilen. ISBN 978-3-200-06915-2

Umfangreiche Tätigkeit als Leiter von Workshops zu diesen Themenbereichen im gesamten deutschen Sprachraum, unter anderem an vielen Universitäten bis hin zur Bayerischen Staatsoper München.

https://www.robertkreutzer.at/

Fotos_ privat.

Walter Pobaschnig _ 26.4.2024

https://literaturoutdoors.com

„Offenheit und Großmut“ Sophie Steiner, Harfenistin & Artistic Director _ Wien/Tokyo 5.5.2024

Liebe Sophie Steiner, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich plane Konzerte, übe Harfe, koche, übe mehr Harfe und tausche mich bei Gelegenheit mit Freunden bei einem netten Abendessen aus.

Sophie Steiner, Harfenistin & Artistic Director

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Offenheit und Großmut. Nur ein herzliches Aufeinanderzugehen kann uns eine harmonische Gesellschaft bescheren. Großzügig und nachsichtig miteinander sein – dabei entstehen die schönsten Momente in und außerhalb der Musik.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Es kann sehr schnell passieren, dass man sich in herausfordernden Situationen zurückzieht und sich gegenüber äußeren Einflüssen und Geschehnissen verschließt. Ich glaube, es ist wichtig, sich immer wieder aus der eigenen Sphäre zu trauen, seine Schale abzuwerfen und sich selbst immer wieder neu entdecken zu können. Gerade die Musik kann uns hierbei inspirieren, neue Wege zu beschreiten, uns überraschen zu lassen, neugierig zu bleiben.

Was liest Du derzeit?

Momentan liegt statt Prosa eher wissenschaftliche Lektüre auf meinem Schreibtisch. Vor allem über japanische Musik und Kunst…

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Gäbe es die letzte Minute nicht, so würde niemals etwas fertig – Mark Twain

Vielen Dank für das Interview, liebe Sophie viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musik-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Sophie Steiner, Harfenistin & Artistic Director

Zur Person_ Sophie Steiner ist österreichische Harfenistin und Artistic Director. Sie begann ihre musikalische Ausbildung im Alter von 4 Jahren und wurde bei nationalen und internationalen Wettbewerben mit ersten Preisen ausgezeichnet. Im Alter von 14 Jahren gewann sie ihr erstes Probespiel für Orchester und kann heute auf eine Vielzahl von Produktionen mit Orchestern wie den Hamburger Symphonikern, der Lübecker Kammerphilharmonie oder dem Hessischen Rundfunkorchester zurückblicken. Neben ihrem Interesse an Solo-, Orchester- und Kammermusik setzt sie sich auch für die Entwicklung neuer Konzertkonzepte und Aufführungen ein und wurde hierfür mit dem Masefield-Preis 2015 ausgezeichnet. Seitdem arbeitet sie kontinuierlich an neuen Aufführungskonzepten und Produktionen und initiierte mehrere Projekte in Europa und Asien. Sie trat unter anderem für die österreichischen Botschaften in Spanien, Japan und Norwegen auf und gründete das Projekt BreakingBorders, das sich zum Ziel gesetzt hat, kulturelle, soziale und individuelle Grenzen durch Musik zu überwinden. Sie arbeitet mit Ensembles und Orchestern zusammen und entwickelt neue Konzertkonzepte, um eine Brücke zwischen Musikern und Publikum zu bauen. Unter anderem war sie künstlerische Leiterin des Projekts „SoundColours“ in Kooperation mit der Kammerphilharmonie Lübeck – geschaffen wurde ein künstlerischer Raum, in dem Musik zu visueller Kunst wird und Kulturen miteinander verschmelzen. Sophie Steiner war Studentin von Xavier de Maistre, Mari Kimura und Isabelle Perrin. Darüber hinaus nahm sie an mehreren Meisterkursen bei musikalischen Größen wie Catherine Michel (Frankreich), Isabelle Moretti (Frankreich), Margit Anna Süß-Schellenberger (Deutschland), Aneleen Laenarts (Belgien), Sylvain Blassel (Frankreich), Judy Loman (Kanada), Nancy Allen (USA) oder Ernestine Stoop (Niederlande) teil, um ihr künstlerisches Wissen zu erweitern.

​Seit 2016 arbeitet sie mit Komponist*innen zusammen, um das Repertoire der Harfe zu erweitern. So wurden beispielsweise „Lamento d‘ Orfeo“ von Fredrick Schwenk, „Intermezzo“ von Niklas Anczykowski oder „Der Frühling“ von Tony Uhm für sie komponiert. 2022 spielte sie die Uraufführung des Harfenkonzerts Nr. 5 von Kobayashi Akira mit den Hamburger Symphonikern. Sophie Steiner gründete außerdem das Shirabe Festival, um interkulturelles Verständnis, Respekt und Austausch weltweit durch Kunst zu fördern und setzt ihre Arbeit als künstlerische Leiterin und Harfenistin auf internationaler Ebene fort.

​Im Jahr 2022 war sie Preisträgerin des Maria-Ladenburger-Wettbewerbs und wurde vom WDR gefeatured. Zudem war sie 1. Preisträgerin des internationalen Musikwettbewerbs Caneres und 1. Preisträgerin der London Classical Music Competition. 2023 war Sie Silbermedaillen-Gewinnerin der Vienna International Music Competition (alle Instrumente) in den Kategorien „Zeitgenössisch“ und „Virtuoso“.

https://www.shirabefestival.com/de/the-team

Aktuelles Musik/Kunst/Kulturfestival mit Sophie Steiner:

Shirabe_Festival_Wien _ 2024

Shirabe Festival 2024
Termine: von 17.- 21. Mai 2024
Highlight des Festivals: 20. Mai 2024, um 19:30: „Who am I?“
Im Ehrbar Saal (Mühlgasse 28, 1040 Wien)

Was ist das Shirabe Festival?
Bei Shirabe geht es um interkulturellen Austausch und gegenseitiges Verständnis. Wir wollen Menschen miteinander verbinden – unabhängig davon, wer sie sind, woher sie kommen oder woran sie glauben. Kunst und Kultur verbindet Menschen. Andere Menschen zu verstehen, eröffnet ein wertschätzendes Miteinander. Beim Shirabe Festival möchten wir
diese Überzeugung durch neue, mitreißende und interagierende Konzertformate vermitteln. Wir sind ständig auf der Suche, was mit Musik alles ermöglicht werden kann.
[しらべ shirabe, jap.: Klang, Suche]

Programm 2024
Den großen Bogen über das Shirabe Festival 2024 spannt die Frage nach der eigenen Identität. Wer bin ich? Woher komme ich? Wofür existiere ich? Fragen, die sich wohl jede*r von uns schon einmal gestellt hat. Aber nicht nur die individuelle Seinsfrage wird hier angestoßen, sondern ebenso die Frage nach der kulturellen Identität. Was ist das überhaupt? Und: kann ich mich mit einer anderen Kultur identifizieren? Von Klassik, Jazz und Pop, bis hin zur Avantgarde kommt kein Genre zu kurz. Denn am Ende zählt doch eins: die Vielfalt macht es aus.

  1. Mai: KlangBildKlang (Studierendenkonzert)
    Haydn-Saal (mdw), 19:00; 1030 Wien, Anton-von-Webern-Platz 1
    Junge Talente aus Musik, Tanz und visueller Kunst bauen Klänge zu
    Bildern und Bilder zu Klang. Was passiert, wenn Kunstgenres mit
    unterschiedlicher kultureller Prägung sich überschneiden und zu einem
    werden?
    Zu hören und zu sehen sind Nachwuchskünstler*innen aus Österreich,
    Norwegen, Frankreich und Dänemark
  2. Mai: „Who am I?“ – Highlight
    Ehrbar Saal, 19:30, 1040 Wien, Mühlgasse 30
    Eine kammermusikalische Operngala mit Meisterwerken der Klassik,
    Operette, Jazz und Pop, sowie zwei Uraufführungen der Komponisten
    Bjørn Kruse und Kjell Habbestad. Erzählt wird die Geschichte von zwei
    jungen Frauen, die auf der Suche nach dem Sinn des Lebens sind. Eine
    sucht ihn in der Liebe, die andere über ihre Karriere – doch wo findet man
    den Sinn des Lebens letztendlich?
  3. Mai: Schwanengesang – Schubert des 21. Jahrhunderts?!
    Ehrbar Saal, 19:30; 1040 Wien, Mühlgasse 30
    Eine Gratwanderung zwischen Klassik und Pop. Unterhaltsam, frisch
    undnüberraschend interpretieren Frank Havrøy und Gunnar Flagstad
    Schubert’s Meisterwerke neu. Noch Klassik – oder schon Po

https://www.shirabefestival.com/

Pressekontakt:
Internationaler Kulturaustausch Wien | Intercultural Exchange Vienna
(IEV) _ Ruth Steiner _Email: contactus@shirabefestival.com;

Fotos_  Sophie Walter

Walter Pobaschnig _ 3.5.2024

https://literaturoutdoors.com

„Zu erkennen, was falsch rennt“ Norbert Maria Kröll, Schriftsteller _ Mödling/NÖ 4.5.2024

Lieber Norbert Maria Kröll, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Das ist eine sehr persönliche Frage. Vereinfacht, und ohne ins Detail zu gehen, würde ich sagen: Am Vormittag schreibe ich, den Rest des Tages bin ich für die Familie da. Sollte ich beim Einschlafen zu müde sein, um mir die allerletzten Einfälle zu notieren, sind sie weg. Dann ärgere ich mich, wenn ich erwache. Ich träume nie vom Schreiben. Ich weiß nicht, ob das etwas Gutes ist oder etwas Schlechtes. Aber das gehört dann schon nicht mehr zum Tagesablauf, sondern zum Nachtablauf.

Norbert Maria Kröll, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich denke, dass uns ein bisschen mehr Fantasie nicht schaden würde. Ich rede hier nicht von „Hogwarts oder Mittelerde-Fantasie“, sondern jene, die wir benötigen, um Probleme zu lösen. Um Probleme lösen zu können, müssten diese überhaupt erst als solche erkannt werden. Ja, vielleicht geht es darum: Zu erkennen, was falsch rennt. Das ist der erste Schritt, das wäre wichtig. Erst danach kommen die Lösungsvorschläge. Wovon manche okay sind, manche gut, manche schlecht … und andere nicht umsetzbar. Hier käme die Fantasie ins Spiel, die uns dabei hilft, scheinbar Unmögliches möglich zu machen. Als großes Problemfeld sehe ich hier die Bildung. Sie wird nicht – Stichwort „koste es, was es wolle“ – als wichtig genug erachtet. Alles verfügbare Geld sollte in diesen Bereich fließen. Und ich rede hier nicht (nur) von akademischer Bildung, sondern von den elementaren Bildungseinrichtungen: unsere Kindergärten. Dort fängt es an. Hier müsste der Hebel angesetzt werden. Wir kümmern uns nicht darum, wir sehen nicht, dass hier eine Überlastung stattfindet. Dort ist, wie Politiker:innen es gerne formulieren, akuter Handlungsbedarf. Aber vor der Handlung kommt – siehe oben – das Erkennen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Als Aufbruch und Neubeginn deute ich hier die Herausforderungen, die uns Künstliche Intelligenzen bringen werden. Wir wissen nicht, worauf wir zusteuern. Das ist keine gute Ausgangslage. Aber hier soll es auch um die Literatur und die Kunst gehen. Ist KI dazu fähig, Kunst zu schaffen, die uns zum Nachdenken über unser Dasein bringt? Ich denke, das wird sie sein. Das Problem: Sie bezieht sich auf Dagewesenes. Auf Texte, auf Bilder, die in ihren Datenbanken liegen, die (eh klar, auch illegal) eingespeist wurden und werden. Auf Datenbanken liegt aber immer nur Vergangenes. Texte, die geschaffen wurden, Gemälde und Videos, die gemalt und gefilmt wurden. Es kann nichts Neues von dort kommen, auch wenn die Zusammensetzung der Ingredienzen noch so oft vermischt und in neuer Reihung ausgespuckt wird. Das Alte, also aller Inhalt der KI, ist unser gespeichertes Gedächtnis. Es gehört uns, nicht einem Staat, nicht einer Firma. Alles, was hier monetär ausgeworfen wird, sollte zu uns zurückfließen. Aber das Alte sind die Wurzeln, der Stamm, das Neue sind die frisch gewachsenen Äste, die Blätter. Das Neue kommt vom Menschen. Wir müssen es schützen.

Was liest Du derzeit?

Abenteuer Archäologie – Eine Reise durch die Menschheitsgeschichte von Hermann Parzinger. Ich bin auf sein Buch gestoßen durch ein höchst interessantes Interview in der Volltext Literaturzeitschrift, das Alexander Kluge mit ihm geführt hat.

Außerdem lese ich gerade den neuen Gedichtband von Jan WagnerSteine und Erden.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Um auf Alexander Kluge zurückzukommen: Er hat kürzlich in einem Interview (abgedruckt in der Tageszeitung Der Standard) gesagt – ich zitiere:

„Auch die Fingerspitze und das Fingerspitzengefühl sind ein kleiner Kopf für sich. Dort kann Vertrauen entstehen.“

Vielen Dank für das Interview, lieber Norbert, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Norbert Maria Kröll, Schriftsteller

Zur Person_ Norbert Maria Kröll, geb. 1981 in Villach, lebt und arbeitet in Mödling bei Wien. Studium der Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst Wien. Mitherausgeber des mit dem österreichischen Staatspreis ausgezeichneten Literaturmagazins JENNY #2 (De Gruyter). Arbeits- und Reisestipendien des Kunstministeriums. Wiener Literaturstipendium 2016. Forum Land Preis 2017. Jubiläumsfonds Stipendiat der Literar-Mechana 2018. Förderpreis des Landes Kärnten 2018. Dritter Preis beim Feldkircher Lyrikpreis 2019. Wiener Literaturstipendium 2020. Theodor Körner Preis 2020. Literatur:im:süden Sonderpreis der Stadt Villach 2023.

Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturzeitschriften (DUM, LICHTUNGEN, Die Rampe, etcetera, …) Im Frühjahr 2017 erschien der Debüt-Roman „SANFTER ASPHALT“ im Löcker Verlag (Wien). Der zweite Roman „Wer wir wären“ erschien im Frühjahr 2020 in der Edition Atelier (Wien) und erhielt die Buchprämie der Stadt Wien 2020. Der dritte Roman „Die Kuratorin“ erschien im September 2022 bei Kremayr & Scheriau. Der vierte Roman mit dem Titel „Arcus“ wird im Herbst 2024, ebenfalls bei Kremayr & Scheriau, erscheinen.

https://www.norbertkroell.net/

Aktueller Roman von Norbert Maria Kröll:

Norbert Maria Kröll, Die Kuratorin

„Als Kuratorin eines renommierten Museums sorgt Regina Steinbruch für Aufsehen in der Kunstwelt. Sie ist Karrierefrau durch und durch;um ihre Ziele zu erreichen, geht sie rücksichtslos ihren Weg – flink vorbei an den verachteten männlichen Kollegen. Als Regina bei einem One-Night-Stand schwanger wird, gerät ihre Welt aus den Fugen, und selbst, als sie entscheidet, das Kind ihrer besten Freundin zur Adoption zu übergeben, findet sie nicht zur Ruhe. Baby Toms unwiderstehlicher Geruch bringt die knallharte Fassade der Kuratorin zum Bröckeln und Stück für Stück tritt ein empfindsamer und verletzlicher Mensch in Erscheinung.


Norbert Maria Krölls dritter Roman ist eine schwarzhumorige Satire auf den Kunst- und Kulturbetrieb und stellt provokant weibliche und männliche Rollenzuschreibungen infrage. In einem schrankenlosen Gedankenstrom erzählt „Die Kuratorin“ vom Mut, stark zu sein, und der manchmal noch größeren Herausforderung, auch Schwäche zeigen zu können.“

Norbert Maria Kröll, Die Kuratorin

Hardcover mit Schutzumschlag, gebunden.

304 Seiten, Format 12,0 x 20,0

1 Auflage, Kremayr & Scheriau 2022

24,00 € inkl. MwSt.

ISBN: 978-3-218-01336-9

https://www.kremayr-scheriau.at/bucher-e-books/titel/die-kuratorin/

Foto_ Nina Herlitschka

Walter Pobaschnig _ 26.4.2024

https://literaturoutdoors.com