Reise nach Laredo. Arno Geiger. Roman. Hanser Verlag

Der Glanz, der Ruhm, die Pracht der Repräsentanz hat jetzt hier keinen Raum in der kargen Umgebung des Klosters, in das er sich nun zurückgezogen hat und alles für ein Bad im Hof bereitsteht. Denn das ist eine Prozedur, die hier besondere Aufmerksamkeit einnimmt. Eine Hebevorrichtung soll die starren Füße Karls in ihrer verlorenen Kraft ersetzen und in das Wasser heben. Als es geschafft ist und Karl im Wasser liegt, ist er auch hier umgeben von Begleitern und alles, was er sagt, tut, ist noch immer von größter Bedeutung und wird wahrgenommen und notiert. So schnell fällt eine Krone nicht ab…

Der Wunsch reift nun, diese Mauern des Klosters zu verlassen. Und dabei wird der Junge Geronimo zum Gefährten. Eine Reise beginnt, die Leben, Sinn, Wert neu erkennen, verstehen lässt…

Arno Geiger, vielfach ausgezeichneter Beststeller Autor, gelingt auch mit dem vorliegenden Roman eine großartige historisch-existentiell verwobene Sinnsuche, die ganz große Fragen des Lebens wunderbar inspirierend öffnet.

Der Kunstgriff der Verbindung historischer wie literarischer Referenzen von Karl V und Don Quijote bildet den Rahmen, in dem sich auf der Reise von Karl und Geronimo in Begegnung, Gespräch, gemeinsamer Erfahrung eine Mensch- Welt- wie Gesellschaftsanalyse auf Schritte des Lebens legt, die vielseitig spannend wie impulsgebend eintauchen lässt.

„Eine großartige literarische Reise zu Leben und Sinn!“

Reise nach Laredo. Arno Geiger. Roman. Hanser Verlag

Erscheinungsdatum: 19.08.2024

272 Seiten

Hanser Verlag

Hardcover

ISBN 978-3-446-28118-9

Deutschland: 26,00 €

Österreich: 26,80 €

Walter Pobaschnig  7/24

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„Friede auf der ganzen Welt“ Daniela Paulus, Bildende Künstlerin _ Salzburg 20.8.2024

Liebe Daniela Paulus, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich stehe zu verschiedenen Tageszeiten auf und arbeite derzeit an meinen Zeichnungen in meinem Atelier in Salzburg. Ich arbeite phasenweise und entwickle immer wieder neue Stile.

Daniela Paulus _ Wand Objekt 2000
Von der Zeichnung zu digital Print 1988-2010 _
Daniela Paulus.
Wandobjekt : Frau geht wohin Jahr : 1999
Frau am Fenster _ 1992 Ölmalerei auf Holz Titel, Daniela Paulus
Daniela Paulus, Bildende Künstlerin 
Daniela Paulus _
Mutter mit Kind von der dynamischen Filstift Zeichnung zu Digital Art 2010
Linear Magenta , Grün 2023

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich glaube der Friede auf der ganzen Welt.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Fest steht das in der Kunst schon ziemlich viel abgeerntet wurde und neues sehr selten ist.

Digital Art 2010 by Daniela Paulus
Objekt Jahr 2000 Titel : Frau
Daniela Paulus _ Digital Art 2010 SXGM (Sex-Gewalt-Missbrauch )

Was liest Du derzeit?

Edgar Ellen Poe, Wilhelm Busch .

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Frieden kann nicht durch Gewalt erhalten werden. Er kann nur durch Verständnis erreicht werden.

Albert Einstein

Daniela Paulus, Bildende Künstlerin 

Vielen Dank für das Interview, liebe Daniela, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Daniela Paulus, Bildende Künstlerin 

Zur Person: 1962 geboren als Daniela Maria Netzer Arzttochter
In Badgastein.
1969-1973 erste Rudolf Steiner Schule École-Famillè- Montolieu, Montreux, Direktor Begründer Rudolf Kutzli. 1973-1978 Volksschule, Hauptschule Franziskaner Privat_Internat Mädchenschule der Franziskaner Schulschwestern Salzburg.
1980-1981 Wiener Kunstschule Abt.Bildhauerei u.Keramik
1981 Heirat u. Geburt zweier Söhne
1987-2008 Mitglied der BV der Bildenden Künstler Österreich Salzburg
Seit 2022 Mitglied im Kunstverein Salzburg
1991 Erhalt des Schöller Elektronics Kultur Preises Wien
1992-1993 Künstlerwoche Bad Goisern
1996 Stipendium Sommerakademie Saline Hallein ,Tone Fink ,Salzburg
Teilnahme an der Internationalen Osaka Triennale Painting, Japan

ab 1997 vertreten durch Galerie Welz Salzburg
Beginn der Arbeit an Objekten und Skulpturen
2000 digitaler Foto Arbeiten
2002 Portrait im ORF Sendung Salzburg Heute
2008 Teilnahme am Wettbewerb im Rahmen des
1.Präventionswettbewerb in Graz mit Dankes Urkunde für
bisher geleistete kriminalpräventive Arbeit zur
Thematik sexueller Gewaltmißbrauch (sxgm) von Günther
Ebenschweiger
2009-2013 Beginn der Arbeit in Öl und Acryl in einem von der
Stadt Salzburg zur Verfügung gestellten Atelier
2013 Katalog Förderung Kultuamt Land und Stadt Salzburg
Katalog Titel:Festgehalten
2017 Stipendium Kulturamt
Land Salzburg Grafik- Werkstatt Traklhaus
seit 2017 Atelier in der Plainstraße 25 Salzburg
2022 Würdigung der pro Salzburg Landes Kulturstiftung

In Öffentlichen Sammlungen vertreten:
Rupertinum Salzburg
Arthotek des Bundes Österreich
Kulturamt Land Salzburg
Kulturamt Stadt Salzburg


Ausstellungen/Einzelausstellungen :
1992 Galerie Augundor, Gosau,Malerei
Kath.Hochschulgemeinschaft Salzburg
Titel: Zeichnen ist eine Empfindung
1994 Salzburger Sparkasse
Kongresshalle Badgastein
Titel : Seelenbildnisse Tusche
Arbeiten auf Papier
1995 Galerie Rythmogramm
Bad Ischl
Titel: Seelenbildnisse Tusche
auf Papier
1998 Galerie im Museums Pavillon Titel: ParadiesWache
1996 Frauenbüro der Stadt Salzburg
2000 Kunstmesse Salzburg
Objekte und Plastiken
2000 virtuelle Ausstellung
10 Dynamische Filzstift Zeichnungen 1998
http://www.Art-channel.net
2002 Schloss Mirabell-Wolf Dietrich Halle SxgM
Leuchtkörper zum Thema Sex.Gewalt Mißbrauch
2006 (5.-29. Juni) Galerien der Stadt Salzburg Vogelhaus
Titel : Werksammlung 1997-2007
2014 Galerie im Zwergerlgarten: Ölmalerei aktuell
2014 1030 Wien Kunstraum Wien Mitte:Experimente der 90 Jahre Malerei
2015 1010 Wien Galerie Palfy,
Tusche Arbeiten auf Karton
Titel : 1998 Seelenbildnisse
2016 1030 Wien Kunstraum Wien Mitte, 2016 experimentelle
Druckgrafiken,
Gemeinschaftsaustellungen:
1989: Berufsvereinigung der Bildenden Künstler Österreichs
Titel:die Neuen
1992:Art Protects Rainforest
Salzburg
1997 Galerie Hopferwieser,Salzburg
1999 und1998 Berchtold Villa,Salzburg
1998 Osaka Trienale,Painting
v.2.11.bis 8.12.Einzige Teilnehmerin Österreichs
2001 Rupertinum „ natur“
2002 Berchtoldvilla Thema Serie: Sand-Wand Objekte
2004-2005 Rupertinum
2006 Galerie Time 1010 Wien
Selbstreflexion
2006 Galerie am Mühlenweg
Zedernhaus mit Prof.Eva Mazucco
2014 Galerie Lehen
„unheimlich schön“,“schön unheimlich“Sammlung Anton Gugg
2015 Galerie im Traklhaus Salzburg
100 Künstler
2019 Galerie im Traklhaus Salzburg Titel : Kunst Ankauf

Walter Pobaschnig _ 17.8.2024

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„Ambivalenz aushalten. Aushalten generell.“ Alla Leshenko, Schriftstellerin _ Duisburg 19.8.2024

Liebe Alla Leshenko, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Völlig unglamourös, um ehrlich zu sein. Aufwachen, Frühstück, Kaffee, den Arbeitsplan für den Tag checken, arbeiten, Sport, kochen, essen usw. Zwischendurch immer wieder durch die Wohnung wuseln und auf Social Media aktiv sein, sonst war’s das mit der Kundschaft. Ab und zu kommen auch etwas aufregendere Aktivitäten hinzu wie Einkauf oder Elternsprechtag …Das könnte man eintönig nennen. Ich empfinde dieses Durchgetaktete und Einfache allerdings als zuverlässig und erdend. Denn die wirklich spannenden Dinge finden in meinem Kopf statt.

Alla Leshenko, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ambivalenz aushalten. Aushalten generell. Andere Meinungen*, Lebensweisen, Erfahrungen, Hintergründe. Nicht direkt beleidigt sein, sich diskriminiert fühlen oder den Untergang des Abendlandes auf uns zurollen sehen.

Individualität und Individualisierung sind natürlich was Schönes und Erstrebenswertes, führt aber oft dazu, dass immer kleinere Gruppen von „uns“ gebildet werden, die sich im Widerstand zu „den anderen“ sehen.

Damit meine ich nicht nur Links gegen Rechts oder Arm gegen Reich. Das Unvermögen, Ambivalenz zu akzeptieren, manifestiert sich im sogenannten woken Spektrum, dem ich mich selbst zuordne, so stark wie noch nie. Jeder will heiliger sein als der Papst. Jeder will der bessere Veganer, Energienutzer, Mindereitenversteher sein. Wegen Nichtigkeiten werden Freundschaften gekündigt. Nicht nur digital. Zum Mäusemelken.

*Hass und Hetze sind keine Meinung.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Kunst/Literatur ist da, um zu beobachten. Sie ist der Spiegel der Gesellschaft. Gleichzeitig besitzt sie aber eine unfassbare visionäre Kraft und ist in der Lage, dort Wege aufzuzeigen, wo die meisten sie übersehen würden.

Was liest Du derzeit?

Vor ein paar Tagen habe ich „Männer, die die Welt verbrennen“ von Christian Stöcker beendet. Was als Nächstes kommt, weiß ich noch nicht, spiele aber mit dem Gedanken, zum zigsten Mal „Der Talisman“ von Stephen King und Peter Straub zu lesen.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Für mehr Gelassenheit in der Gesellschaft möchte ich aus Astrid Lindgrens „Michel bring die Welt in Ordnung“ zitieren.

„Alles zu seiner Zeit“, sagte Michels Mama. „Katechismus zu seiner Zeit und Käsekuchen zu seiner Zeit.“

Alla Leshenko, Schriftstellerin

Vielen Dank für das Interview, liebe Alla, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literatur-, Kunstprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Alla Leshenko, Schriftstellerin

Zur Person: Alla Leshenko ist Schriftstellerin, Lektorin, Content-Managerin, Horror-Fan und menschenliebende Misanthropin. Als staatlich zertifizierte, linksgrünversiffte Expertin für alles gibt sie nur zu gerne ihren Senf zu politischen und gesellschaftlichen Themen ab.

Im Frühjahr 2005 ist sie aus Usbekistan nach Deutschland gekommen. Die Landessprache hat sie vor Ort autodidaktisch erlernt. Mittlerweile bezeichne sie Deutsch als ihre zweite Muttersprache.

Zu ihren literarischen Vorbildern gehören unter anderem Stephen King, Astrid Lindgren, Salman Rushdie und Oscar Wilde.

Walter Pobaschnig _ 17.8.2024

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„Paradis“ Nahoko Fort-Nishigami, Schauspielerin _ Give Peace A Chance _ Wien 19.8.2024

GIVE PEACE A CHANCE

La)

Gentillesse est quelque chose d‘

Idéal. La

Vois

Éclaire.le


Paradis

Et les

Anges

Chantent des chansons

Extrêmement


Amabilité. Les


Chansons

Harpe

Ambiente

Nous offrant toujours un

Chaleureux

Évolution.

Nahoko Fort-Nishigami, 17.8.2024

Nahoko Fort-Nishigami, Schauspielerin, Sängerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace

Nahoko Fort-Nishigami, Schauspielerin, Sängerin

Zur Person: Nahoko Fort-Nishigami wurde in einem kleinen Ort im Süden Japans geboren. Seit ihrer Kindheit träumte sie davon, von dort wegzukommen und Schauspielerin zu werden. Sie studierte zunächst Klavier und Gesang in der Musikhochschule in Tokyo, kam nach dem Abschluss für ein Jahr nach Wien und spielte dann erfolgreich am Broadway Musical Theater in Japan, bis zu 10 Vorstellung pro Woche und 4 Jahre fast ohne Pause.

Nach einem lebensgefährlichen Burnout kam sie 2000 wieder nach Wien, nur um hier zu leben und ohne Gedanken an die Karriere. Sie besuchte eine Schauspielschule in Paris und arbeitete dann in verschiedenen Städten Europas. Als Sängerin verkörperte sie u. a. in einer „Zauberflöte“ in Japan die dritte Dame, die Hofdame Charlotte in Offenbachs „La  Grande Duchesse de Gerolstein“ unter Nikolaus Harnoncourt  und sang im Zusatzchor der Staatsoper und beim Schönberg-Chor.

Lieblingsrollen als Schauspielerin:

Mme Giry in „Phantom der Oper“ in Gekidanshiki, Japan; Traumina in „ Ludwig II.“, Deutsches Theater in München; Buhlschaft im „Jedermann“, Kultursommer Garmisch; Pocahontas in „History of Violence“, Impulstanz Wien; Dr Wansui in der „Dreigroschenoper“, Theater Basel;  GuBao, Täterin im „Tatort“; die Kinofilme „WinWin“ und „Ciao Cherie“ (Nominierung als beste Schauspielerin beim International Arthouse Filmfestival in Chicago) und viele weitere Produktionen.

Gerade dreht sie in Wien einen Kinofilm und bereitet in Paris die Schauspielproduktion „La montagne des trois parapluies“ vor. Sie liebt Reisen an unbekannte Orte, Tauchen, Flamenco, Karate und das Entdecken des Unbekannten mit neuen Begegnungen

Foto_ Llao Jodlbauer

Walter Pobaschnig _ 15.8.2024

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„eine vielfältige Gesellschaft zu schaffen“ Nahoko Fort-Nishigami, Schauspielerin _ Wien 18.8.2024

Liebe Nahoko Fort-Nishigami, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich wache recht früh auf und als Erstes trinke ich ein Glas Wasser mit Zitronensaft. Wenn ich einen Text lernen muss, übe ich eine Weile davor im Halbschlaf im Bett. Ansonsten checke ich mein Handy, dehne mich 10 Minuten auf der Matratze, löse dann zwei Kapseln Kaffee in einer Thermoskanne und trinke ihn im Bett mit ein wenig Gebäck. Das ist mein Frühstück. Dann dusche ich und gehe zum Ballett- oder Karatetraining. Da ich freiberuflich tätig bin, variiert mein Zeitplan von Tag zu Tag, aber nach dem Abendessen bin ich ziemlich müde und falle fast sofort ins Bett. Wenn ich arbeite und trotzdem ausgehe, bin ich am liebsten vor Mitternacht im Bett.

Nahoko Fort-Nishigami, Schauspielerin, Sängerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Es ist schwierig, „alle“ Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Situationen zu definieren, aber aus meiner Sicht geht es darum, ein Umfeld zu schaffen, in dem jeder/e Einzelne sein/ihr eigenes Leben leben kann, und eine vielfältige Gesellschaft zu schaffen, die unterschiedliche Persönlichkeiten und Kulturen respektiert und gleichzeitig das Beste aus ihrer eigenen macht. Entscheidungen sollten nicht aus Angst getroffen werden, sondern in Vertrauen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Was bedeutet „vor einem Aufbruch und Neubeginn“? Das müsste ich wissen. Auf jeden Fall denke ich, dass Kunst den Effekt hat, feste Vorstellungen zu hinterfragen. Als Schauspielerin kann ich durch die Rollen, die ich spiele, in einer Welt leben, in der ich sonst nicht leben kann. Durch sie hinterfrage ich so lange, bis ich dieses Leben analysiert und verstanden habe. Natürlich sind die Antworten unterschiedlich. Dasselbe tue ich auch für meinen Spielpartner. Und das Publikum reflektiert beim Ansehen des Resultats die Gesellschaft.

Was liest Du derzeit?

Ich konnte in letzter Zeit keine Bücher mehr lesen, sondern musste nur die Texte für ein paar Produktionen lernen.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Toutes les grandes personnes ont d’abord été des enfants.

Alle großartigen Menschen waren in erster Linie Kinder.

Nahoko Fort-Nishigami, Schauspielerin, Sängerin

Vielen Dank für das Interview, liebe Nahoko, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Nahoko Fort-Nishigami, Schauspielerin, Sängerin

Zur Person: Nahoko Fort-Nishigami wurde in einem kleinen Ort im Süden Japans geboren. Seit ihrer Kindheit träumte sie davon, von dort wegzukommen und Schauspielerin zu werden. Sie studierte zunächst Klavier und Gesang in der Musikhochschule in Tokyo, kam nach dem Abschluss für ein Jahr nach Wien und spielte dann erfolgreich am Broadway Musical Theater in Japan, bis zu 10 Vorstellung pro Woche und 4 Jahre fast ohne Pause.

Nach einem lebensgefährlichen Burnout kam sie 2000 wieder nach Wien, nur um hier zu leben und ohne Gedanken an die Karriere. Sie besuchte eine Schauspielschule in Paris und arbeitete dann in verschiedenen Städten Europas. Als Sängerin verkörperte sie u. a. in einer „Zauberflöte“ in Japan die dritte Dame, die Hofdame Charlotte in Offenbachs „La  Grande Duchesse de Gerolstein“ unter Nikolaus Harnoncourt  und sang im Zusatzchor der Staatsoper und beim Schönberg-Chor.

Lieblingsrollen als Schauspielerin:

Mme Giry in „Phantom der Oper“ in Gekidanshiki, Japan; Traumina in „ Ludwig II.“, Deutsches Theater in München; Buhlschaft im „Jedermann“, Kultursommer Garmisch; Pocahontas in „History of Violence“, Impulstanz Wien; Dr Wansui in der „Dreigroschenoper“, Theater Basel;  GuBao, Täterin im „Tatort“; die Kinofilme „WinWin“ und „Ciao Cherie“ (Nominierung als beste Schauspielerin beim International Arthouse Filmfestival in Chicago) und viele weitere Produktionen.

Gerade dreht sie in Wien einen Kinofilm und bereitet in Paris die Schauspielproduktion „La montagne des trois parapluies“ vor. Sie liebt Reisen an unbekannte Orte, Tauchen, Flamenco, Karate und das Entdecken des Unbekannten mit neuen Begegnungen

Fotos_ Llao Jodlbauer

Walter Pobaschnig _ 15.8.2024

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„not to lose the sense of time“ Nurie Emrullai, poet _ Kichevo/North Macedonia 17.8.2024

Hi Nurie Emrullai, what`s your routine at the moment?

I think that what I do is no longer a routine, but my choice of how my life is created… Like coffee and constant reading.

For the last two years I have been dealing with my doctoral study on exile, nostalgia and identity from a literary prism that includes many poets, prose writers and essayists mainly who still write on this topic. Then there is the other side of my creativity, poetry…

Nurie Emrullai, poet

What`s now particularly important for all of us?

I think it is important not to lose the sense of time, especially the present. Our life is so dynamic that we often have to follow the dates and days as if they are slipping out of our hands and long ago a day was like a year, while now time flies. To enjoy the things of the moment, to be one with everything that surrounds us. Let’s not become strangers to the phenomenons that surround us, let’s not be indifferent to the things that happen to the people around us, but even more widely. I think if we all become more vocal, even within the circle we live in, we can change a lot of things and make the Earth a more livable place.

New start, new beginning. What will be essential and which roles will literature, art play on society?

Recently I read the work Brave new World by Aldous Huxley. A work that gives you thrills until the last moment, that leads you to fight with the protagonist. The fight between human and inhuman. Literature and science. Where Shakespeare was denied and many other writers, that we may say that the world is built with their prototypes. What I mean is that in a lover we always see a little Romeo or Juliet, or in an injustice we look for a Hamlet, or in a girl we meet the features of a sad Ophelia… even the world around us is used to see it through the word, to identify it through the word and sound, of course, our feelings, emotions are all carried by the word. Now a world is being built that will take everything over and simply man should not worry about the basics. There is a silent war between technology and art. Big questions are being created in people’s heads. But those who know the history know very well that art is in our genetics and it cannot never be eradicated. There will always be a musical note, a cry as Emil Cioran says that even the scream is the earliest form of poetry, of lyric.

What are you reading currently?

These summer days have been intense and usable for various readings. I read Madame Bovary by Flaubert with a new and wonderful translation from the original in Albanian language by Urim Nerguti and after finishing Zorba the Geek by Nikos Kanzantzakis, I have just started one of his works with a translation by Romeo Çollaku, The poor man of God. So I’m choosing beautiful prose from writers of different cultures.

Which quote, text will you propose to us?

Tell me what you do with the food you eat, and I’ll tell you who you are. Some turn their food into fat and manure, some into work and good humor, and others, I’m told, into God. So there must be three sorts of men. I’m not one of the worst, boss, nor yet one of the best. I’m somewhere in between the two. What I eat I turn into work and good humor. That’s not too bad, after all!‘

He looked at me wickedly and started laughing.

‚As for you, boss,‘ he said, ‚I think you do your level best to turn what you eat into God. But you can’t quite manage it, and that torments you. The same thing’s happening to you as happened to the crow.‘

‚What happened to the crow, Zorba?‘

‚Well, you see, he used to walk respectably, properly – well, like a crow. But one day he got it into his head to try and strut about like a pigeon. And from that time on the poor fellow couldn’t for the life of him recall his own way of walking. He was all mixed up, don’t you see? He just hobbled about.

*

No, you’re not free,“ he said. „The string you’re tied to is perhaps no longer than other people’s. That’s all. You’re on a long piece of string, boss; you come and go, and think you’re free, but you never cut the string in two. And when people don’t cut that string . . .“

„I’ll cut it some day!“ I said defiantly, because Zorba’s words had touched an open wound in me and hurt.

„It’s difficult, boss, very difficult. You need a touch of folly to do that; folly, d’you see? You have to risk everything! But you’ve got such a strong head, it’ll always get the better of you. A man’s head is like a grocer; it keeps accounts: I’ve paid so much and earned so much and that means a profit of this much or a loss of that much! The head’s a careful little shopkeeper; it never risks all it has, always keeps something in reserve. It never breaks the string. Ah no! It hangs on tight to it, the bastard! If the string slips out of its grasp, the head, poor devil, is lost, finished! But if a man doesn’t break the string, tell me, what flavor is left in life? The flavor of camomile, weak camomile tea! Nothing like rum-that makes you see life inside out!

Zorba the Greek, Nikos Kazantzakis

Thank you very much for the interview, dear Nurie, joy and success for your great literature projects – all the best for you!

5 questions on artist: Nurie Emrullai, poet

Foto_privat.

12.8.2024_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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„Come on, Little Boy“ Ronny Thon, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Mühlhausen/Thüringen/D 17.8.2024

GIVE PEACE A CHANCE

„Eins, zwei, drei…“

Geboren am 23. 06. 1989.

Ich denke oft an diese Zeit zurück. Vor allem Heute…

Vereinigt stehen wir im Friedenskampf?

Ene mene miste, es rappelt wieder in der Kiste.


Plötzlich ist Krieg.

Ene mene muh, und raus bist du.

Auf einmal ist alles anders, Kindheit adé.

C’est la Vie.

Eine kleine Dickmadam, fuhr mal mit der Eisenbahn, Eisenbahn die krachte.


Alarm plus Alarm=Frieden?


CO2 reichlich im Angebot, vielleicht noch etwas Napalm oder Nowitschok dazu?

H2O wird unterschätzt, und überhaupt, wer braucht schon blaue Himmel?

Auf einmal ist alles anders, doch ist das nicht schon hundertmal passiert?

Nicht noch einmal Krieg, der Abzählreim der Geduldigen, willst du auch mal?

Come on, Little Boy, auf zum letzten Tanz, aber lass es bitte nicht so enden, OK?

Es war einmal ein Junge, geb. 1989. Kurz danach hieß es, die Geschichte sei tot.



Ronny Thon, 14.8.2024

Ronny Thon, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace

Ronny Thon, Schriftsteller

Zur Person: Ronny Thon kam 1989 in Mühlhausen zur Welt. Nach dem Abitur verbrachte er insgesamt sieben Jahre in der Altenpflege, darunter drei Jahre in der Ausbildung zum Altenpfleger. Diese Zeit war nicht immer einfach, aber sie prägt ihn bis heute.

Zwischen 2017 und 2021 absolvierte er an der Universität Erfurt ein Bachelorstudium in Geschichte als Hauptfach und Literatur als Nebenfach. Diesem folgte ein Masterstudium in Transkultureller Geschichtswissenschaft. 2023 schloss er es erfolgreich mit einer Masterarbeit über den Film „Die Delegation“ und dessen historischer Bedeutung ab. Seitdem studiert er an der Friedrich-Schiller-Universität Jena den Studiengang „Kunstgeschichte und Filmwissenschaft“, ebenfalls im Master.

Im August 2024 erscheint sein Debütroman „Der Filmkritiker“. In seiner Jugend schrieb er im „Star Trek“-Universum angesiedelte Fanfiction und erlernte das literarische Schreiben im Gymnasium. Nach kleinen Erfolgen bei Wettbewerben lernte er durch die Universität Julia Kulewatz kennen, die ihn ermutigte, es mit einer literarischen Karriere zu versuchen. Dafür ist er ihr sehr dankbar.

Bibliografie

•  2021 Kurzgeschichte „Regentanz“ in der Rubrik „Literatür“ auf der Website des  Verlags „kul-ja! Publishing“→ https://www.kul-ja.com/die-literatuer/

• 2023 Mitarbeit am Motion Comic „Die Dichte von Freiheit“ im Rahmen des Projekts „MoCom Memorys. Motion Comics als Erinnerungsarbeit“→ https://mocom-memories.de/die-dichte-von-freiheit/

•  2023 Kurzgeschichte „Loch an Loch“ im Begleitmaterial zum Motion Comic „Die Dichte von Freiheit“, beides soll im Schulunterricht (v.a. im Fach Geschichte) Anwendung finden und ist auf der Webseite des Projekts kostenlos herunterzuladen

• 2024 Kurzgeschichte „Galmuth“ in Palmbaum, Heft 1/2024 (ISSN 0943-545X)

• 2024 Roman (ISBN: 978-3-949260-26-1) „Der Filmkritiker“, Verlag: „kul-ja! Publishing“

Aktueller Roman von Ronny Thon:

Der Filmkritiker

›Der Stadtneurotiker‹ meets ›Pulp Fiction‹

Ob Mumien im Zug, nur drei von fünf Daumen hoch oder internationale Filmfestivals, Ehekrisen und unter der Oberfläche schlummernde Geheimnisse, als Filmkritiker hat man es ohnehin nicht leicht, insbesondere nicht als der unscheinbare Bruder eines hochgelobten Bestsellerautors. Wenn dann das eigene Leben einer schlechten Verfilmung gleicht, in der man unfreiwilligerweise auch noch mitspielen muss, wird es Zeit, seine Bewertungsmaßstäbe zu überdenken. Denn wie rezensiert man die nackte Existenz?

Ronny Thons Episodenroman über einen Mann, der mehr Ahnung von Filmen als vom Leben hat, bricht die Leinwand schonungslos auf und entlarvt schlechte Schauspieler.

https://www.kul-ja.com/onlineshop/der-filmkritiker/

Walter Pobaschnig _ 14.8.2024

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„Ewiger Frieden, das ist unser Sieg“ Anja Knafl, Schriftstellerin _ Give Peace A Chance _ Klosterneuburg/AUT 16.8.2024

GIVE PEACE A CHANCE

Gemeinschaft schaffen, in der wir uns verstehen.

Inspiration finden, um einen gemeinsamen Weg zu gehen

Vertrauen aufbauen, Brücken zwischen den Herzen

Energie bündeln, um die Dunkelheit zu schmerzen



Positive Gedanken, die wie Sterne leuchten

Empathie zeigen, um die Wunden zu feuchten

Aktiv werden, für eine Welt voller Licht

Chancen ergreifen, wenn die Hoffnung spricht

Einander unterstützen, in schweren Zeiten



Aufbruch wagen, neue Wege bereiten



Courage zeigen, auch wenn der Weg steinig ist

Hoffnung tragen, dass Frieden nicht vergisst

Allianzen bilden, für eine bessere Zeit

Neuanfänge feiern, in Einigkeit bereit

Charisma zeigen, in einer Welt ohne Krieg

Ewiger Frieden, das ist unser Sieg


Anja Knafl, 12.8.2024

Anja Knafl,
Schauspielerin, Sprecherin, Schriftstellerin Spoken Word-Artist

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace

Anja Knafl, Schauspielerin, Sprecherin, Schriftstellerin Spoken Word-Artist

Zur Person: Anja Knafl wurde 2004 in Wien geboren und wuchs die ersten fünfzehn Jahre ihres Lebens in Klosterneuburg (NÖ) auf. Nachdem sie 2019 nach Kärnten zog, schloss sie 2022 ihre Ausbildung zur Tierärztlichen Ordinationsassistentin mit ausgezeichnetem Erfolg ab und ist seit demselben Jahr Teil des Kärntner Schauspiellehrgangs an der CMA Ossiach. Durch diesen fand sie den Weg in die Schauspielerei, welche ihr mittlerweile von Grund auf am Herzen liegt. 2024 spielte sie im mobilen Kinderstück „Konradine und Effi“ der Neue Bühne Villach die Rolle der Effi und in „Jugend ohne Gott“ des Jungen Theater Klagenfurt die Rolle „Gott“.

Zudem tritt sie seit 2023 als erfolgreiche Spoken Word- Poetin im deutschsprachigen Raum auf. Zu ihren bisher größten Erfolgen diesbezüglich zählen der 4. Platz bei den Österreichischen U20 Meisterschaften und der Titel der Trizemeisterin bei den W/NÖ U20 Landesmeisterschaften.

Nachdem sie im Mai 2024 die Kontrollprüfung im Bühnenberuf Schauspiel bei der Paritätischen Kommission Wien abgelegt hat, bekam sie für ihre künstlerischen Leistungen den Bruno-Gironcoli-Sonderpreis der Kulturstadt Villach verliehen. Ihre Debüt-Veröffentlichung erschien „Gruppe Rot – Ein Theaterstück“ wurde im Juli 24 unter dem Frankfurter Literaturverlag.

https://www.anjaknafl.com/

Foto _ Jasmin Lopez.

Walter Pobaschnig _ 12.8.2024

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„Wir müssen in der Literatur vor allem ehrlich sein“ Ronny Thon, Schriftsteller _ Mühlhausen/Thüringen/D 16.8.2024

Lieber Ronny Thon, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Momentan wache ich oft sehr früh auf und gehe dann spazieren. Ich versuche jeden Tag zu schreiben, entweder Literatur oder etwas für die Universität. Dafür gehe ich oft in die Stadtbibliothek meiner Heimatstadt und atme dort die Gedanken einsamer Bücher ein. Wenn Zeit ist, schaue ich mir Filme oder Serien an, höre Musik, am liebsten Songs aus den 80ern und 90ern, oder ich lese Romane von Autoren wie Murakami oder Tokarczuk. Gern unterhalte ich mich auch mit meinen Mitmenschen, höre ihnen zu. Irgendwann werde ich müde und meistens gehe ich dann ins Bett.

Ronny Thon, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Liebe und Verständnis füreinander. In letzter Zeit begegne ich oft Menschen, die voller Zorn sind und sich Dinge wünsche, die für mich Horrorszenarien wären. Wir sollten aber diese Menschen mit Respekt begegnen und sie nicht als Schurken verurteilen. Auch wenn das manchmal sehr schwer fällt…

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Wir müssen vor allem ehrlich sein. Allgemein, aber auch in der Kunst und Literatur. Egal ob man autofiktional oder surreal schreibt. Dinge ansprechen, Menschen respektieren, ihnen ein Ohr reichen, für wichtige Dinge einstehen. Man hört der Kunst zu, wenn sie aufrichtig ist.

Was liest Du derzeit?

„1984“ von George Orwell (lese ich eigentlich ständig), „All die Liebenden der Nacht“ von Mieko Kawakami (Super Autorin) und „Die Show“ von Richard Laymon (niemand glaubt mir, dass das einer meiner Lieblingsromane ist). Und wenn man mich schon fragt, natürlich auch mein Debütroman „Der Filmkritiker“.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Wenn ein wahres Genie in die Welt tritt, erkennt ihr es an den Idioten, die sich dagegen verschwören.“ Jonathan Swift

„Wie das so ist.“ aus „Schlachthof 5: oder Der Kinderkreuzzug“ von Kurt Vonnegut, einer meiner Lieblingsautoren. Wenn ich mal nicht weiter weiß (was öfter mal vorkommt), finde ich Trost in seinen Worten.

Vielen Dank für das Interview, lieber Ronny, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen: Ronny Thon, Schriftsteller

Zur Person: Ronny Thon kam 1989 in Mühlhausen zur Welt. Nach dem Abitur verbrachte er insgesamt sieben Jahre in der Altenpflege, darunter drei Jahre in der Ausbildung zum Altenpfleger. Diese Zeit war nicht immer einfach, aber sie prägt ihn bis heute.

Zwischen 2017 und 2021 absolvierte er an der Universität Erfurt ein Bachelorstudium in Geschichte als Hauptfach und Literatur als Nebenfach. Diesem folgte ein Masterstudium in Transkultureller Geschichtswissenschaft. 2023 schloss er es erfolgreich mit einer Masterarbeit über den Film „Die Delegation“ und dessen historischer Bedeutung ab. Seitdem studiert er an der Friedrich-Schiller-Universität Jena den Studiengang „Kunstgeschichte und Filmwissenschaft“, ebenfalls im Master.

Im August 2024 erscheint sein Debütroman „Der Filmkritiker“. In seiner Jugend schrieb er im „Star Trek“-Universum angesiedelte Fanfiction und erlernte das literarische Schreiben im Gymnasium. Nach kleinen Erfolgen bei Wettbewerben lernte er durch die Universität Julia Kulewatz kennen, die ihn ermutigte, es mit einer literarischen Karriere zu versuchen. Dafür ist er ihr sehr dankbar.

Bibliografie

•  2021 Kurzgeschichte „Regentanz“ in der Rubrik „Literatür“ auf der Website des  Verlags „kul-ja! Publishing“→ https://www.kul-ja.com/die-literatuer/

• 2023 Mitarbeit am Motion Comic „Die Dichte von Freiheit“ im Rahmen des Projekts „MoCom Memorys. Motion Comics als Erinnerungsarbeit“→ https://mocom-memories.de/die-dichte-von-freiheit/

•  2023 Kurzgeschichte „Loch an Loch“ im Begleitmaterial zum Motion Comic „Die Dichte von Freiheit“, beides soll im Schulunterricht (v.a. im Fach Geschichte) Anwendung finden und ist auf der Webseite des Projekts kostenlos herunterzuladen

• 2024 Kurzgeschichte „Galmuth“ in Palmbaum, Heft 1/2024 (ISSN 0943-545X)

• 2024 Roman (ISBN: 978-3-949260-26-1) „Der Filmkritiker“, Verlag: „kul-ja! Publishing“

Aktueller Roman von Ronny Thon:

Der Filmkritiker

›Der Stadtneurotiker‹ meets ›Pulp Fiction‹

Ob Mumien im Zug, nur drei von fünf Daumen hoch oder internationale Filmfestivals, Ehekrisen und unter der Oberfläche schlummernde Geheimnisse, als Filmkritiker hat man es ohnehin nicht leicht, insbesondere nicht als der unscheinbare Bruder eines hochgelobten Bestsellerautors. Wenn dann das eigene Leben einer schlechten Verfilmung gleicht, in der man unfreiwilligerweise auch noch mitspielen muss, wird es Zeit, seine Bewertungsmaßstäbe zu überdenken. Denn wie rezensiert man die nackte Existenz?

Ronny Thons Episodenroman über einen Mann, der mehr Ahnung von Filmen als vom Leben hat, bricht die Leinwand schonungslos auf und entlarvt schlechte Schauspieler.

https://www.kul-ja.com/onlineshop/der-filmkritiker/

Walter Pobaschnig _ 14.8.2024

https://literaturoutdoors.com

Station bei Nico „Die Erfahrungen des Krieges ließen sie nie los“ Lutz Graf-Ulbrich „Lüül“, Musiker _ Berlin 15.8.2024

Nico, Sängerin, Komponistin, Schauspielerin, Model
* 16. Oktober 1938 als Christa Päffgen in Köln +18. Juli 1988 Ibiza.
Foto: Maywald

Ihr Grab befindet sich im Friedhof Grunewald-Forst/Berlin _ Nico ist hier neben ihrer Mutter begraben.
Foto: Walter Pobaschnig 10/2019 (weitere)
Nico und Lutz Graf-Ulbrich.
Auf einer Frankreich-Tour lernte Lutz Graf-Ulbrich die Sängerin Nico kennen, die für einige Jahre auch seine Lebensgefährtin wurde.
Durch Nico kam er in Kontakt mit dem französischen Film-Avantgardisten Philipe Garrel, zu dessen Film „Le Berceau de Cristal“ Ulbrich mit Göttsching die Musik beisteuerte.
In dieser Zeit trat er als Tour-Musiker von Nico auf und begleitete sie in Europa, USA und Kanada.
https://luul.de/biography/ 15.8.2024
Nico und Lutz Graf-Ulbrich bei einem Bühnenauftritt.

Lieber Lutz Graf-Ulbrich, Du bist ein sehr vielseitiger Musiker, welche aktuellen Projekte gibt es?

Im Moment steht meine allererste Band „Agitation Free“ im Fokus. Wir haben nach 24 Jahren wieder ein Studioalbum – Momentum – veröffentlicht, das sehr gut ankommt und das wir jetzt auch live präsentieren, wie zum Beispiel gerade beim Burg Herzberg Festival und im November in Paris und Berlin. Nächstes Jahr ist Europa dran.

Dann habe ich eine neue vielköpfige Band gegründet: „Der Wilde Ballon“ – mit ganz tollen MusikerInnen, die sehr viel Spaß macht und eine großartige Zukunft verspricht. Wir gehen das aber behutsam an.

Und natürlich spiele ich als Lüül (& Band) meine Lieder auf den Bühnen Deutschlands. Meine aktuelle CD „Der Stille Tanz“ erhielt den Preis der deutschen Schallplattenkritik.

Lüül (& Band)
Lüül (& Band) _ aktuelle CD „Der Stille Tanz“, 2022

Als langjähriger Lebensgefährte der Sängerin, Schauspielerin, Model Nico (Christa Päffgen 1938 – 1988) betreust Du auch ihr Grab in Berlin/Grunewald-Forst. Wie waren die Umstände der Beisetzung Nicos im Friedhof Grunewald-Forst? Im Grab ist auch Nicos Mutter beigesetzt, wie kam es dazu?

Als Nico 1988 in Ibiza starb, gab es dort keine Möglichkeit einer Feuerbestattung, die Nico nach einem Zitat von William Blake’s Gedicht  „Tyger Tyger, Burning bright in the forest of the night…“  in ihrem Tagebuch zu bevorzugen schien. (Nico war Tiger im chinesischen Horoskop). So haben ihr Sohn Ari und ich beschlossen, ihren Leichnam in der Grabstelle hier Mutter zu bestatten. Als ich sie zu Lebzeiten fragte, warum sie das Grab nie besuchen möchte, sagte sie: „Weil ich mich dann gleich dazu legen würde.“

Lutz Graf-Ulbrich: „Gerade als ich mein Flugticket nach Ibiza gebucht hatte, um Nico zu besuchen, erreichte mich die Nachricht von ihrem Tod. Ich flog trotzdem.“ https://luul.de/chronik-1980-1989/
Nach Jüdischer Sitte brachte Nico Manager Alan Wise 1 Jahr nach dem Tod Nicos diesen Grabstein nach Berlin https://luul.de/chronik-1980-1989/
Foto_ 10/2019 _Walter Pobaschnig (folgendes)

Die Verlängerung der Grablizenz steht nun an und Du organisiert dies. Wie ist derzeit die Situation?

Ich hatte das schon einmal gemacht und die internationalen Nico Fans in meinem Verteiler aufgefordert. Der Zuspruch damals und auch wieder jetzt ist geradezu immens und die Summe kommt schnell zusammen. Das scheint vielen Fans ein Bedürfnis zu sein, um vielleicht auf diese Weise Nico nahe zu sein. Das ist ganz toll, wie überhaupt der Umgang der Fans mit ihrem Grab und die vielen Besuche dort immer respektvoll waren und sind.

Wann hast Du Nico kennengelernt und wie gestalteten sich die gemeinsamen Jahre als Künstler und Paar?

1972 spielten wir einen gemeinsamen Gig mit Agitation Free in der Operà Comique in Paris und sie schlug mich in ihren Bann. Da wir den gleichen Manager hatten, trafen wir uns öfter mal und als ich dann in Frankreich lebte, kamen wir uns bei einem Festival näher. 1975 spielten wir zusammen mit Ash Ra Tempel in Arles und sie kam spontan mit uns weiter auf Tour. Später zog ich zu ihr nach Paris und wir lebten ein wildes, sehr intensives  Leben zwischen Paris, Amsterdam, Berlin und Ibiza. 1979 gingen wir für ein halbes Jahr nach New York, wohnten im Chelsea Hotel und tourten in den USA und Kanada, teilweise zusammen mit John Cale.

Lutz Graf-Ulbrich, Nico und John Cale

Was sind Deine lebendigsten Erinnerungen an Nico?

Da sind so viele, da jetzt eins rauszunehmen ist schwierig. Unter anderem deshalb habe ich ja auch mein Buch geschrieben, wo ich all die Erlebnisse schildere.

Nico – Im Schatten der Mondgöttin
20,00 €
ISBN: 9781523289981
veröffentlicht 2016
https://luul.de/produkt/nico-im-schatten-der-mondgoettin/

Was hast Du an Nico als Künstlerin und Mensch besonders geschätzt?

Ihre Wärme, Natürlichkeit, Schönheit, Stimme, Gesang, ihre eigene Art des Musikschaffens, Authentizität, Selbstständigkeit, Mut, ihren Drang, die besten Künstler der Welt kennenzulernen und mit ihnen zu arbeiten. Ihren weltweiten Ruhm als Subkulturstar, ihre vielseitige Begabung in unterschiedlichen Bereichen wie Mode, Musik und Film. Für mich war sie eine große Künstlerin und ich bin sehr dankbar, dass ich mit ihr einige Jahre verbringen konnte und bis zum Ende ihres Lebens ihr ein guter Freund sein durfte. Wenn man Nico ein Jahr nicht gesehene hatte und wieder traf, war es, als wäre sie nie weg gewesen. Diese Vertrautheit ist selten.

Nico _ 1985, Lampeter University/Wales/GB

Welche gemeinsamen Projekte gab es?

Leider zu wenige! Immerhin die Filmmusik von Ash Ra Tempel zu Philipp Garrels Film „Le Bercau de Cristal“, in dem sie mitspielt.

Mein Lied „Reich der Träume“, das ich für sie geschrieben habe, das sie eingesungen hat und auf meinem Debut Album „Lüül“ zu hören ist.

Viele gemeinsame Liveauftritte, z. B. CBGB mit John Cale oder im Whiskey á go go“ in L.A.

Das Festival „Wüstenklänge im Planetarium“ 1988 in Berlin, das ich organisiert und zu dem ich sie eingeladen hatte. Es wurde das letzte Konzert, das sie gespielt hat. Später wurde daraus die CD“ Fata Morgana“, die ich produziert habe.

Und posthum der vielfach preisgekrönte Film „Nico-Icon“, bei dem ich mitwirken durfte.

Was war Nico in ihrer Musik wichtig?

Sehr gute Frage, die ich aber nicht wirklich beantworten kann. Ich denke: Eigenartigkeit.

Wie lebte Nico Liebe?

Diese Frage ist mir zu privat.

Wie blickte Nico auf ihre Liebesbeziehungen zurück, sprach sie darüber?

Hin und wieder, vor allem über Jim Morrison, aber lieber schrieb sie Lieder über ihre Verflossenen.

Was machte sie in ihrer Freizeit gerne?

Träumen, schlafen, lesen, Musik hören, Drogen nehmen, Bier trinken, Filme schauen, vor allem Klassiker.

Welche Sicht hatte Nico auf Kunst und Gesellschaft?

Keine Ahnung.

Was sagte Sie zu Krieg?

Ich glaube, für sie war das eine unglaublich intensiv erlebte Zeit, die sie ihr Leben lang nicht losließ. Besonders, als sie als kleines Mädchen ins zerbombte Berlin kam, das muss sie erschüttert und nachhaltig beeindruckt haben.

Herzlichen Dank für das Interview und Deinen so tollen Einsatz für das Gedenken an Nico, lieber „Lüül“ Lutz Graf-Ulbrich, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Musikprojekte!

Lutz Graf-Ulbrich „Lüül“, Musiker, Komponist, Produzent, Autor_
*30.11.1952 Berlin, lebt und arbeitet in Berlin.
Foto: Tanja Fuegener

Zur Person_ Lüül, bürgerlich Lutz Graf-Ulbrich, früher Ulbrich (* 30. November 1952 in Berlin-Charlottenburg), ist ein deutscher Gitarrist, Sänger, Texter und Komponist.

Mitte der 60er Jahre gründete Ulbrich gemeinsam mit Christopher Franke, Michael Günther und Lutz Ludwig Kramer die Band The Agitation, die sich später in Agitation Free umbenannten und, mit mehreren Besetzungswechseln, bis 1974 bestand. Durch regelmäßige Auftritte im Zodiak-Club von Thomas Kessler, der für ihn eine Art Mentor wurde, entstanden weitreichende Kontakte über die Szene von West-Berlin hinaus. Das Beat Studio, von Agitation Free mit initiiert, wurde der Ursprung der sogenannten „Berliner Schule der Elektronischen Musik“. Touren führten durch Europa und bis nach Ägypten. Agitation Free traten im kulturellen Beiprogramm zur Olympiade 1972 in München auf.

https://luul.de/

Mail: 15.8.2024

„Dankschön!!!“ Nico Grab _ Nicos grave

Posteingang

Lutz Graf-Ulbrich12:43 (vor 25 Minuten)
an Lutz

Liebe Nico Freunde,

Vielen, herzlichen Dank für die eingegangenen Spenden. Der Auftrag ist somit erfüllt und die Grabstelle von Nico Dank eurer Spende wieder bis 2039 gesichert. Das amtliche Procedere wird zwar noch etwas dauern, aber alles ist geregelt und auch die Übergabe an Philipp Wolff, der dann der Ansprechpartner für Nicos Grabstelle sein wird, ist in die Wege geleitet.

Liebe Grüße

Lutz Graf-Ulbrich

Dear Nico friends,

Thank you very much for the donations we have received. The mission has thus been accomplished and Nico’s grave site is once again secured until 2039 thanks to your donation. The official procedure will still take some time, but everything has been arranged and the handover to Philipp Wolff, who will then be the contact person for Nico’s grave site, has also been initiated.

Kind regards

Lutz Graf-Ulbrich

www.luul.de

Walter Pobaschnig 15.8.2024

https://literaturoutdoors.com