Station bei Kafka _ „diese 4 Tage hier können die Ewigkeit gewesen sein“ Lola Lindenbaum, Künstlerin _ Wien 4.1.2024

Station bei Franz Kafka_
Lola Lindenbaum, Künstlerin _ Wien _

100.Todesjahr Franz Kafka * 3.Juli 1883 Prag
+ 3.Juni 1924 Kierling/Klosterneuburg (AUT).

Fotos _ am Wohnort der Schriftstellerin, Journalistin, Übersetzerin und Freundin Kafkas Milena Jesenska in Wien (angrenzendes Haus/Garten). Er verbrachte hier vier Tagte mit ihr im Sommer 1920.
Franz Kafka, 1923

„Milena, Milena, Milena – ich kann nicht weiter anderes schreiben… Milena! In Dein linkes Ohr gesprochen, während Du daliegst auf dem armen Bett in einem tiefen Schlaf guten Ursprungs und Dich langsam ohne es zu wissen von rechts nach links wendest meinem Munde zu…“

Brief Franz Kafka an Milena Jesenska, 4.Juli 1920

Cosi piccola e fragile, 80×100, mixed mediacanvas _
Lola Lindenbaum (folgende) _ 11/2023
In ewiger Vergeblichkeit der Zeit entflohen,
80×100, mixed mediacanvas _ 10/2023
Die Suche nach den verlorenen Worten hört nie auf, 80×120 _
mixed mediawooden panel, 092023
Station bei Franz Kafka_
Lola Lindenbaum, Künstlerin _ Wien _

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Fotografie und Theater/Performance.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person am biographischen bzw. werksgeschichtlichen Bezugsorten beizutragen.

Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.

Liebe Lola Lindenbaum, wir sind hier an Bezugsorten Franz Kafkas in Wien. Welche Zugänge gibt es von Dir zu dem vor 100 Jahren verstorbenen Schriftsteller?

Der erste Synapsenschluss, der bei Erwähnung des Namens Kafka auftaucht ist „kafkaesk“, ein Adjektiv, das im außerliterarischen Kontext Eingang in die deutsche Sprache gefunden hat und eigentlich durch kein Wort ersetzt werden kann- es geht um das Absurde und subtil Groteske.

Seitenhieb, bleib unlieb,
60×85, mixed mediaSchaumstoffplatte _112023

Kafka gilt natürlich als Klassiker der literarischen Moderne und während meiner Gymnsasiumszeit habe ich den „Hungerkünstler“gelesen.

Während meines Jus-Studiums in den 1990ern war Kafka eine literarische Ikone insoferne, als er in verschiedenen Erzählungen mit dem Verstoß gegen das Gesetz und die Übermacht der Bürokratie kokettiert bzw. fast besessen ist vom Thema Gesetzesbruch bzw. Tabubruch und Systemallmacht. Beispiele hierfür sind „Vor dem Gesetz“, „Zur Frage der Gesetze“ oder auch der „Schlag ans Hoftor“.

Und es gibt überlieferte Sätze von Kafka, die einen nicht loslassen, wie beispielsweise „Prag lässt nicht los….Dieses Mütterchen hat Krallen.“ Das sitzt, das prägt.

Möchtest Du ein Werk hervorheben?

Den Hungerkünstler, den ich während meiner Gymnasiumszeit gelesen habe, der mich damals faszinierte und verstörte zugleich. In diesem Werk findet sich viel Autobiographisches von Kafka und ich konnte Künstler und Werk nicht getrennt von einander sehen.

Kaka setzt sich in seinem Werk mit persönlichen, familiären Beziehungen auseinander (Vater). Welche Möglichkeiten bietet Kunst in familiären, sozialen Herausforderungen?

Kunst ist für mich stets  eine Auseinandersetzung mit der unmittelbaren oder mittelbaren Welt und ist der Versuch, Unverfügbarkeiten verfügbarer zu machen, der Versuch, die Welt in ihrer Unordenbarkeit zumindest auf der Leinwand zu ordnen.

Ebenso thematisiert Kafka das Unheimliche, Undurchschaubare, Bedrohliche, Macht- und Besitzergreifende in seinem Werk. Wie siehst Du diese Themen als Künstlerin?

Wir sehnen uns als Menschen nach Resonanz, Weltresonanz, mit unserem Umfeld im Austausch zu sein – das kann sich auf Menschen ebenso beziehen wie auf die Natur und der Versuch das Undurchsichtige, das Unverfügbare zu entschlüsseln und uns einzuverleiben ist ein unwillkürlicher Menschlicher Impuls. Der schweizer Philosoph Hartmut Rosa hat dies in seinem Buch „Resonanz“ so beschrieben: Resonanz beginnt damit, dass ich mich anrufen lasse von einer Sache, die mir wichtig ist. Das ist eine große Triebfeder für Kunstschaffende.

Franz Kafka erlebte hier mit seiner Freundin Milena Jesenska vier begeisternde Sommertage, danach brach die Beziehung aber ab. Wie siehst Du Kafka als (scheiternden) Liebenden?

Liebe ist weder rational, noch vernünftig. Auch die Begriffe „Scheitern“ oder „Gelingen“ finde ich im Zusammenhang mit Liebe nicht trefflich, meiner Ansicht passen die beiden Worte lediglich für die Alltags(un-)tauglichkeit einer Beziehung. Liebe ist oder nicht. Auch wenn die Beziehung der beiden nur 4 Tage gedauert hat, können dies 4 Tage der Ewigkeit gewesen sein.

Gab es in Deiner Kunst bisher Berührungspunkte zu Kafka?

Kafkaeskes gibt es in meinen Arbeiten en masse. Ich breche eine scheinbare Bildharmonie oder Eintönigkeit bewusst mit Kafka.

Kafkaeskes mag ich sehr,
80×120, mixed mediawooden panel 2023

Wie wichtig ist Dir Literatur?

Literatur spielt in meinem künstlerischen Tun eine große Rolle. Sie findet sich zum Teil auf den Bildern selbst oder in additiven lyrischen Texten, wobei diese größtenteils symbiotisch am Bild hängen.

Welche Schwerpunkte hast Du derzeit und welche Projektpläne gibt es?

Ich war in den letzten Monaten weniger produktiv als sonst. Solche Phasen stimmen mich zwar unruhig, ich weiss aber, dass sie für mich künstlerische essentiell sind um nicht auf ausgetretenen Pfaden zu schlendern und mich selbst zu langweilen.

Darf ich Dich abschließend zu einem Kafka Akrostichon bitten?

K aufmannsfamilienhintergrund

A ußerliterarisches „kafkaesk“

F ranz Werfel war Freund

K ehlkopftuberkulose

A bsurde Begebenheiten    

Station bei Franz Kafka_
Lola Lindenbaum, Künstlerin _ Wien _

100.Todesjahr Franz Kafka * 3.Juli 1883 Prag
+ 3.Juni 1924 Kierling/Klosterneuburg (AUT).

Fotos _ am Wohnort der Schriftstellerin, Journalistin, Übersetzerin und Freundin Kafkas Milena Jesenska in Wien (angrenzendes Haus/Garten). Er verbrachte hier vier Tagte mit ihr im Sommer 1920.

Zum Projekt: Das Bachmann Projekt „Station bei Bachmann“ ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt an den Schnittstellen von Literatur, Theater/Performance und Bildender Kunst.

Dabei kommt den topographischen und biographischen Bezügen eine besondere Bedeutung zu, indem Dokumentation, Rezeption und Gegenwartstransfer, Diskussion ineinandergreifen.

Künstler:innen werden eingeladen an diesem Projekt teilzunehmen und in ihren Zugängen Perspektiven zu Werk und Person beizutragen.

Den Schwerpunkt bildet dabei Werk und Leben Ingeborg Bachmanns. Ebenso weitere Künstler:Innen.

Station bei Franz Kafka _

Lola Lindenbaum, Künstlerin _ Wien _

https://www.lolalindenbaum.com/de/

Fotos _ am Wohnort der Schriftstellerin, Journalistin, Übersetzerin und Freundin Kafkas Milena Jesenska in Wien (angrenzendes Haus/Garten). Er verbrachte hier vier Tagte mit ihr im Sommer 1920.Schauspielerin _ Wien _

Fotos/Bilder Lola Lindenbaum _ @Lola Lindenbaum



100.Todesjahr Franz Kafka * 3.Juli 1883 Prag
+ 3.Juni 1924 Kierling/Klosterneuburg (AUT).

Franz Kafka, 1923


Interview und alle Fotos _ Walter Pobaschnig 1/24

Herzlichen Dank für die freundliche Kooperation Herr Pfarrer Parth!

Station bei Kafka _ Lola Lindenbaum, Pfr.Florian Parth (links), Walter Pobaschnig 
Wien 3.1.2024

Walter Pobaschnig 1/24 

https://literatzuroutdoors.com

„dass alle Menschen träumen und sich einsetzen sollen“ Hannes Egger, Künstler _ Meran/I 4.1.2024

Lieber Hannes Egger, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Da ich ein notorischer Frühaufsteher bin, sitze ich – nach dem ersten Kaffee – bereits meist um 6 Uhr am Computer, beantworte bzw. schreibe Mails, arbeite an Konzepten, recherchiere usw.

Im Laufe des Vormittags treffe ich gewöhnlich Menschen- on- oder offline zum Austausch, für Projekte, oder sonst wie. Ich weiß nicht wieso, aber es ist immer viel los und der Kalender ist meist sehr voll. Es scheint Gesprächsbedarf zu geben …

Hannes Egger, Künstler

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Aktuell finde ich es besonders wichtig abzuwägen, nicht zu schnell zu reagieren, sondern mit einem besonnenen und einem wohlwollenden Auge auf die Welt zu blicken. Es geht gerade nicht darum in die Reaktion-Gegenreaktion-Spirale zu kommen, sondern das was ist wahr- und ernst zu nehmen, bedächtig und respektvoll zu sein.

Ich bin interessiert an dem, was um mich und in der Welt geschieht und ich versuche mich vor Wertungen zu hüten (auch wenn das unglaublich schwierig ist). Gerne würde ich verstehen – Erkenntnis ist mir wichtig.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Ich bin nicht der Meinung, dass die Kunst die Welt zu einem guten Ort machen kann. Es ist nicht das Ziel einen (rosa) Farbfilter über die Realität zu legen. Manchmal ärgere ich mich, wenn ich von Menschen höre, dass die Künstler*innen aufstehen müssen und für irgendetwas kämpfen sollen.

Ich bin überzeugt, dass alle Menschen träumen und sich einsetzen sollen. Andererseits steht Künstler*innen Öffentlichkeit zur Verfügung, die sie nutzen können um Botschaften – oder noch besser Fragen – zu formulieren.

Hannes Egger _
Künstlerhaus Wien: SYSTEMRELEVANT (5.10.2023 – 18.2.2024)

Was liest Du derzeit?

Gerade lese ich „Gekränkte Freiheit“ von Oliver Nachtwey und Carolin Amlinger.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Worüber man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.“ Ludwig Wittgenstein.

Hannes Egger, Künstler _ „Benvenuti in Africa„“ _
Fotographin Maria Gapp _
Foto von Luca Meneghel (MART). Im Hintergrund die Arbeit „Benvenuti in Africa

Vielen Dank für das Interview, lieber Hannes, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Hannes Egger, Künstler

Zur Person _ Hannes Egger (1981, lebt und arbeitet in Lana) hat Philosophie an der Universität Wien und an der „La Sapzienza“ in Rom studiert. Seine konzeptionell angelegte künstlerische Praxis baut auf die Interaktion und die Partizipation des Publikums.

Ausgestellt hat er unter anderem im Belvedere21 (Wien); Museion, Bozen (I); Fundaciò Joan Brossa, Barcelona (ES); ZKM, Karlsruhe (D); Künstlerhaus Wien (Wien); Curitiba Biennial, Curitiba (BR); The MAC, Dallas (USA); Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck (A); Galleria Premio Suzzara (I); Galleria Civica di Trento, Trento, (I); MEWO Kunsthalle, Memmingen, (D); Galerie M, Berlin (I); Fondazione Barriera, Torino (I); Empty Cube, Lisbon (PT); Quartair, Den Haag (NL); Museo D’Emporda, Figueres, (ES); Kunsthalle Krems, Krems (A); Dox, Praga (CZ); Art Center, Krasnojarsk (RU); Biennale di Venezia, Venedig (I); EXPORT Kubus, Wien (A).

Fotos_ 1 Hauke Dressler; 2 Luca Meneghel; 3 Foto: eSeL.at – Lorenz Seidler

Walter Pobaschnig _ 2.1.2024

https://literaturoutdoors.com

„Gut ja“ Isabella Rapp, Sängerin und Schauspielerin _ Give Peace A Chance _ Berlin 4.1.2024

GIVE PEACE A CHAHNCE

Gut ja

Ich

Verweile

Etwas



Perlenschnürchen

Eignen sich  

Als

Chronologie-Zeugen

Eierlich (ach da fehlt ein „f“…. in dem Fall: ehrlich) (P.s. die echten

sind nämlich jede einzelne ein Unikat!) oder hErrlich, dann fehlt da

das „H“, aber das Wort HERRLICH mag ich nicht weil es nichts mit

HERR (Mann-Frau) zu tun haben sollte und ich nicht so religiös bin

um über „Gott den Herr“ schreiben zu wollen)



Change t

He world, m

Ach sie schö

Ner.

Come tog

Ether right now oh yeah

Isabella Rapp, 2.1.2024

Isabella Rapp _ Sängerin, Regisseurin, Schauspielerin,
Choreografin, Tänzerin

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace:

Isabella Rapp _ Sängerin, Regisseurin, Schauspielerin,
Choreografin, Tänzerin

Zur Person _ Isabella Rapp, Sängerin, Regisseurin, Schauspielerin, Choreografin, Tänzerin …

Seit 30 Jahren steht sie auf der Bühne, als Frontfrau, im Ensemble, als Künstlerin und seit 15 Jahren auch als Regisseurin und Choreografin. In unzähligen Produktionen kleiner und großer Art, Schauspiel, Musiktheater, konzertant mit Orchester, Big Band, Jazztrio, Solo mit
Klavier,… Spielte in etlichen Musicals wie „Hinterm Horizont“, „Cabaret“, „Fame“, „Jekyll and Hyde“, „Shockheaded Peter“, „Pinocchio“, „Die Csardasfürstin“…


„Chansonmanie“ ist seit 2006 ihr Baby und Herzensprojekt. Voller Hingabe, Kreativität, Einfühlsamkeit und Lust an der Musik erzählt, singt und bespielt das Trio mit Mathias Weibrich und Lars Hansen die Biografien der großen Damen und Herren des deutschen und
französischen Chanson des letzten Jahrhunderts und verzaubern ihr Publikum. Ganz nah, ganz authentisch. 

Chansonmanie _ Isabella Rapp, Sängerin und Schauspielerin _ Mathias Weibrich, Sänger und Pianist _ Lars Hansen, Kontrabass.

www.chansonmanie.de

Seit 2020 ist Isabella Rapp Mutter eines Jungen.


Das Leben ist doch unergründlich, voller Herausforderungen und
Abenteuer. Man darf sich neu erfinden! Immer wieder!


DANKE!

Fotos _ Portrait: Holmsohn; Chansonmanie _ Isabella Rapp; Foto/Blume Mareike Suhn

Walter Pobaschnig _ 2.1.2024

https://literaturoutdoors.com