„Kunst ist schon immer ein Ort gewesen, an dem die Leute auch Emotionen verarbeiten können“ Elisabeth Blutsch, Schauspielerin_Wien 7.1.2021

Liebe Elisabeth, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Einen normalen, sich wiederholenden Tagesablauf habe ich momentan um ehrlich zu sein gar nicht. Jeder Tag sieht ein bisschen anders aus. Im Prinzip versuche ich mich zuhause mit diversen Onlineprogrammen fit zu halten und spazieren zu gehen. Ich habe aber auch endlich Zeit um Dinge zu erledigen, die ich sonst vor mir herschiebe. Meine Wohnung hat dementsprechend eine Generalsanierung bekommen ;).

Elisabeth Blutsch_ Schauspielerin _ Musicaldarstellerin, Tänzerin, Choreographin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich denke, es ist jetzt besonders wichtig ruhig zu bleiben und nicht in Panik vor der Zukunft zu geraten. Es wird immer einen Weg geben, man muss sich nur gut umsehen. Die Zeit zuhause kann man auch dafür nutzen, sich mental zu stärken, in etwa mit Meditation, und – so abgedroschen das auch klingen mag – mehr in sich zu gehen. Man darf sich ja Gedanken um die Zukunft machen, aber sich deswegen verrückt machen hilft nie.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater, Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Das Wesentliche ist in einer Gesellschaft immer das Miteinander. Wir stecken hier alle mit drin, jeder leidet unter dieser Pandemie, so oder so. Ich würde mir wünschen, dass die Menschen ein bisschen mehr die Augen aufmachen, bisschen mehr links und rechts schauen. Denn jetzt geht es darum die Gemeinschaft zu stärken und sich nicht gegenseitig zu beschuldigen. Gerade in schwierigen Zeiten sollte man einen kühlen Kopf behalten und überlegt handeln.

Die Kunst ist schon immer ein Ort gewesen, an dem die Leute nicht nur eine Ablenkung von ihren alltäglichen Sorgen und Problemen haben, sondern auch Emotionen verarbeiten können. Gerade deswegen ist es sehr schade, dass wir momentan nicht auf die Bühne, hinter die Kamera, in die Vortragssäle können. Ich freue mich sehr auf die Zeit, in der das alles wieder möglich ist und wir die Menschen hin und wieder auf andere Gedanken bringen und inspirieren dürfen.

Was liest Du derzeit?

Die Nachrichten ;). Außerdem höre ich den Podcast „Gemischtes Hack“, der bringt immer gute Stimmung.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

So ist das Leben eben, es muss Beben geben. (Textzeile aus „Tide Is High“ von Seeed)

Vielen Dank für das Interview liebe Elisabeth, viel Freude weiterhin für Deine großartigen Schauspiel-, Musicalprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Elisabeth Blutsch  _Schauspielerin _ Musicaldarstellerin, Tänzerin, Choreographin

Foto__Jan Frankl

6.1.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

Ein Gedanke zu „„Kunst ist schon immer ein Ort gewesen, an dem die Leute auch Emotionen verarbeiten können“ Elisabeth Blutsch, Schauspielerin_Wien 7.1.2021

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