
give peace a chance
gestern, ein stiller Tag
ich konnte sehen und riechen
vergessen konnte ich nicht
es lagen die Toten zu nah
Perücken tragen die Häuserruinen wie
ein Staubtuch aus Menschenhaar
abseits des Verstehens gewoben
Cellisten in Gräbern proben für die
Ewigkeit auf gerissenen Saiten
atme ein, was man
Courage nennt und stell deine offene
Hand ins Fenster, damit
Augen und Ohren begleitet vom Duft
nach Diversität sich der
chaotischen Kräfte erwehren, bau nur
eine Stufe, keine Treppe, dort sollen alle sich umarmen dürfen
Karl Johann Müller, 12.7.26
GIVE PEACE A CHANCE

Zur Person: Karl Johann Müller, geb. 1960 in Bludenz, lebt in Vorarlberg, schreibt Kurzgeschichten und Lyrik seit 2013, Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien, Hauptpreisträger Hildesheim 2017 und Lyrik Preis International 2024, 2. Preis Lyrik beim Landschreiber Wettbewerb 2025, Einzelveröffentlichung: „Da war doch noch. Prosa trifft Lyrik – Edition ArtScience 2024
Foto: Karl Johann Müller _ privat
Motiv: Walter Pobaschnig.
19.7.2026_ Walter Pobaschnig