„der Bachmannpreis zeigt, was in der Literatur alles möglich ist“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Ulrike Haidacher, Schriftstellerin _ Wien 12.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Im Interview _  Ulrike Haidacher, Schriftstellerin _ Wien

Bachmannpreisnominierter 2024 _ Text: „Schwestern“

Einladender Juror: Klaus Kastberger

Liebe Ulrike, Du hast am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

Eine sehr aufregende und besondere Zeit. Ein bisschen wie Schullandwoche, ein bisschen wie Aufnahmsprüfung, ein bisschen wir Urlaub, stolz dabei zu sein, Freude und gleichzeitig Selbstzweifel. Dazu gekommen ist, dass ich in einem ganz frühen Stadium schwanger war. Ich habe es vor Ort niemandem erzählt, es hab nur ich gewusst, dass ich nicht alleine lese. Kurz nach dem Bachmannpreis ist außerdem mein zweiter Roman „Malibu Orange“ erschienen. Insgesamt also eine sehr besondere Zeit.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Der Bachmannpreis ist etwas Einzigartiges. Dass literarische Lesungen und die Diskussion über Literatur zu einer Show werden, die so viele Menschen mitreißt, ist schon ziemlich cool. Die Persönlichkeiten, die lesen und diskutieren, die vielen unterschiedlichen Texte – der Bachmannpreis zeigt, was in der Literatur alles möglich ist.

Wie hast Du deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Ich habe es überraschend bewusst und ruhig erlebt. Ich kann mich auch jetzt noch an viele Details ganz klar erinnern. An meinen Weg ins Studio, das Hinsetzen, den Beginn der Lesung, die Lesung selbst und die Diskussion. Ich war in dem Moment dann ganz ruhig. Gleichzeitig war alles sehr surreal.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Weiterhin viele unterschiedliche und spannende Texte, Persönlichkeiten und Mut.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Viel Spaß!

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Ulrike Haidacher, Schriftstellerin

Zur Person: Ulrike Haidacher studierte Germanistik und lebt als Schriftstellerin und Kabarettistin in Wien. Sie schreibt Romane und Bühnenprogramme sowie satirische Kolumnen für das Radio (FM4).

Ihr Debütroman „Die Party“ wurde 2024 am Schauspielhaus Graz uraufgeführt, ihr zweiter Roman „Malibu Orange“ erschien m Juli 2024 im Leykam Verlag.

Bachmannpreis _ ORF Studio Klagenfurt

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

ORF Garten

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

„Drei Wege zum See“ _ Ingeborg Bachmann outdoors _
szenische Wanderung am Weg der Erzählung in Klagenfurt/Kreuzbergl/Wörthersee _

Walter Pobaschnig/Alina Nedwed 2016-2020
„Drei Wege zum See“ _ Christina Wuga/Schauspielerin
Abendstimmung Wörthersee

Fotos: Ulrike Haidacher _ Walter Pobaschnig

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis ORF Studio/“Drei Wege zum See“/Wörthersee _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 10.6.2026

https://literaturoutdoors.com

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