50 Jahre Bachmannpreis _
Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview: Rolf Schönlau, Schriftsteller _ Schlangen/D
Bachmannpreisnominierter 2004
Lieber Rolf Schönlau, Du hast 2004 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine erste Erinnerungen?
Eine interessante Erfahrung.
Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?
Lange Lesedauer, Kritik direkt im Anschluss, hohe mediale Aufmerksamkeit.
Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?
Lesung: gute Atmosphäre; Jurydiskussion: nicht immer unvoreingenommen, manchmal zu viel Geltungsbedürfnis der Juroren; Preisverleihung: keine besondere Erinnerung.
Wie hat sich der Bachmannpreis auf Deinen weiteren literarischen, künstlerischen Weg ausgewirkt?
Einige Monate Schreibhemmung, dann neuer Schwung.
Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?
Selbstkritik der Jury.
Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?
Frustrationstoleranz, Neugier, noch viele Jahre Bestehen.
Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Zur Person: Rolf Schönlau, geb. 1950, Schriftsteller, Übersetzer und Literaturwissenschaftler, lebt und arbeitet in Schlangen (NRW) und Rom. Literaturpreis der Stadt Georgsmarienhütte 2000, Einladung zum Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2004, Stipendium im Künstlerdorf Schöppingen 2016, Stipendium im Künstlerhaus Lukas Ahrenshoop 2023, Residency in Hawthornden Castle 2025. Wichtige Veröffentlichungen: Nölting oder Die Erfindungsfolter, Axel Dielmann Verlag: Frankfurt am Main 2008; Das Hibernat, WDR 3 Hörspiel: Köln 2013; Geoästhetik, Online-Katalog der imaginären Ausstellung, http://www.geoaesthetik.de, 2020; Die Erkundung von Selborne durch Reverend Gilbert White, Übersetzung, Die Andere Bibliothek: Berlin 2021; Ich Grabbe – Das Werk am Stück, Berliner Hörspiele: Berlin 2023; John Milton: Paradies verloren – erzählt, übersetzt, kommentiert, Friedenauer Presse: Berlin 2024; Lesebuch – Rolf Schönlau, Nylands Kleine Westfälische Bibliothek 136, Aisthesis Verlag: Bielefeld 2025.

Bachmannpreis
1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.
Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.
Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.


Foto: Rolf Schönlau _ privat
Foto: Humbert Fink _ privat
Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt/Schloss Loretto_Wörthersee _ Walter Pobaschnig
Walter Pobaschnig, 10.6.26