„seine Weltberühmtheit“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _  Kurt Oesterle, Schriftsteller _ Tübingen 10.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _ Kurt Oesterle, Schriftsteller _ Tübingen

Bachmannpreisnominierter 2007

Lieber Kurt Oesterle, Du hast 2007 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine ersten Erinnerungen?

Wie viele freundliche, bescheidene und gesprächsbereite Menschen es im Publikum gab – ohne Ansehen des Autors … 

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Seine Weltberühmtheit

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Größtenteils gerecht – sie hat die eigenen Zweifel am vorgetragenen Text bestätigt!

Wie hat sich der Bachmannpreis auf Deinen weiteren literarischen, künstlerischen Weg ausgewirkt?

Ich fürchte, nicht bis kaum, dazu war ich am Ende wohl nicht gut genug plaziert; Dabeisein ist eben doch nicht alles.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Gute Texte!

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Teilnehmer-innen: Furchtlosigkeit

Jury: Scharfsinn

Publikum: Geduld

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Kurt Oesterle, Schriftsteller

Zur Person: Kurt Oesterle, 1955 in Oberrot/Nordwürttemberg geboren, studierte Literatur, Geschichte und Philosophie, Dr. phil., Zeitungsjournalist von 1988 bis 2009 insbesondere für das Feuilleton der Süddeutschen Zeitung und beim Schwäbischen Tagblatt, Tübingen.

Von 1996 bis 2010 mehrere Gedichtinterpretationen in Marcel Reich-Ranickis „Frankfurter Anthologie“ in der FAZ.

Monographien über die Schriftsteller Wolfgang Koeppen und Peter Weiss (die 1989 zuerst erschienene Doktorarbeit über die „Ästhetik des Widerstands“ kann beim Verfasser bezogen werden). Essays u.a. zu Schiller und Uhland („Ich hatt‘ einen Kameraden“), wofür er 1997 den Theodor-Wolff-Preis erhielt.

1995 erschien von ihm der Band „Nordwand und Todeskurve“, zwei Sportgeschichten, zwei Sportlerporträts aus der deutschen Nachkriegszeit.
Neuauflage 2008: Mordwand und Todeskurve

Der Roman „Der Fernsehgast oder wie ich lernte die Welt zu sehen“ erschien im Jahre 2002. Das Buch wurde noch im selben Jahr mit dem Berthold-Auerbach-Preis ausgezeichnet und von der Darmstädter Jury zum Buch des Monats gewählt.

„Stammheim. Die Geschichte des Vollzugsbeamten Horst Bubeck“ erschien im Jahre 2003.

Website: Kurt Oesterle | Aktuelle Bücher, Vorträge & Essays

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Wörthersee/Schloss Loretto _ Bachmannpreis-Empfang der Stadt Klagenfurt

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Kurt Oesterle _ Da Maddalena

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt _  Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 9.6.2026

https://literaturoutdoors.com

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