„All das Gute und Wertvolle von Menschen annehmen“ Josef Golderer, Schriftsteller _ Köln 22.8.2022

Lieber Josef, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

An Werktagen recht diszipliniert. Aufstehen zwischen 6.00h und 7.00h. Arbeiten im homeoffice für meinen Brotjob.  Daneben und danach, mitunter davor abarbeiten, was sonst so ansteht. Eine Lektion Italienisch lernen, Gitarre üben, Schreiben. Lesen, Kommunikation mit lieben und wichtigen Menschen auf allen Kanälen.

Josef Golderer, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Durchhalten. Nicht die Nerven verlieren. Besonnen bleiben. All das Gute und Wertvolle von Menschen anzunehmen,  was immer möglich ist, mitunter auf phantasievolle Art und Weise in diesen fürwahr „kontaktgestörten“ Zeiten.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Im Durcheinander unserer Krisenzeiten, die anscheinend kein Ende nimmt (von der Finanz- über die Flüchtlings- über die Erstarkung-der-Rechten –  über die Klimakrise bis gegenwärtig zur Pandemiekrise) schauen, was wichtig ist. Was wirklich wichtig ist. Unser Verhalten erneut in Frage zu stellen. Was kann ich beitragen, damit die Küche in der Welt am Kochen bleibt aber kein Feuer fängt. Wieviel Luxus, Urlaub, Fernreisen, Konsum, Arbeit, Termine, brauche ich, die mir gut tut? Die die Welt noch verkraften kann? Ab wo geht es in den Bereich der hedonistischen Zerstreuungen hinein, die ablenkt von dem, wo ich nicht hinschauen mag.
Was sollen wir tun, was dürfen wir hoffen, um zwei der berühmten Kant´schen Fragen hier anzuführen. Kunst und Literatur sind immens wichtig, um tiefgehende Denk- und Anschauungsfelder zu öffnen, Phantasie und Imagination am Leben zu erhalten.


Was liest Du derzeit?

Verschiedenens. Frühstückszeit ist Philosophenzeit. Derzeit Spinozas tractatus theologico-politicus.  Abends derzeit noch Michael Maar: Die Schlange im Wolfspelz.
Zwischendurch in Susan Sontag: Standpunkt beziehen. Fünf Essays.
Lyrisches querbeet immer wieder von Sappho bis zur Moderne.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Es gibt eine Menge kluger und wichtiger und wohl auch der Zeit angemessener Zitate aus schönen Texten. Ich möchte hier allerdings gern einen Spruch aus der Serie Star Trek: Picard hinterlassen (ich bin übrigens kein „Trekkie“), gesprochen von der weiblichen Figur Raffi:

„Immer ein Ding der Unmöglichkeit nach dem anderen!“

Vielen Dank für das Interview lieber Josef, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Josef Golderer, Schriftsteller

Foto_privat.

28.11.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com



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