„Romy Schneider gibt es kein zweites Mal“ Barbara Dibon, Model_40.Todesjahr Romy Schneider _ Wien 8.5.2022

Liebe Barbara, welche Bezüge, Zugänge gibt es von Dir zu Romy Schneider?

In meiner Kindheit habe ich mit meiner Familie besonders in den Feiertagen die Sissi- Filme gesehen, in denen Romy Schneider die Hauptrolle spielte.

Barbara Dibon _ Model, Künstlerin_Wien_
reenacting Romy Schneider

Wie siehst Du Werk und Leben von Romy Schneider?

Neben den Sissi-Filmen sind für mich „Christine“ und „Mädchen in Uniform“ ihre bekanntesten Filme. Großartige Filme sind unsterblich und haben kein Ablaufdatum.

Die Bilder der Sissi Filme sind nun schon über Generationen im Kopf und wenn man an Österreich denkt, springt der Gedanke bei Sissi wie bei Mozart, Falco, auch in Verbindung mit einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Wiens dem Schloss Schönbrunn, über.

Zu Romy Schneiders Leben fällt mir ad hoc ein, dass sie eine brillante Schauspielerin mit besonderem Wiedererkennungswert war, aber abseits der Kamera war sie nicht besonders glücklich. Sie musste schreckliche Schicksalsschläge erleiden und starb am gebrochenen Herzen.

Gibt es einen Film von Romy Schneider, den Du hervorheben möchtest und warum?

Es ist die Sissi-Triologie. Sie war sehr jung und es war im Kontext eine großartige Performance, die vielen Türen öffnete. Das bot Chancen aber forderte auch den Kampf künstlerischer Identität. Romy Schneider nahm diesen auf. Sie war eine Löwin und bekam was sie wollte.

Für mich zeichnen sich wirklich gute Schauspieler/innen in Persönlichkeit, Wiedererkennungswert aus. Gute Schauspieler/innen sind jene, die authentisch sind, davon gibt es nicht viele…

Schauspiel erfordert Empathie. Und Empathie ist wesentlich Intelligenz. Romy Schneider hatte beides in hohem Maße.

Das ist auch in der Fotografie so. Kunst ist Erkenntnis von Mensch und Welt. Romy Schneider wusste das sehr gerne und ging im Film wie in der Fotografie schonungslos an alle Grenzenintelligent und ästhetisch.

Gab es Berührungspunkte zu Werk und Leben Romy Schneiders in Deinen bisherigen Kunstprojekten?

Wirkliche Berührungspunkte zu dem Werk und Leben Romy Schneiders gab es in meinen bisherigen Kunstprojekten nicht. Ein schwarz-weiß Bild in einem Studio Shooting erinnerte mich persönlich an Romy Schneider. Vielleicht der Grund für dieses Projekt (lacht).

Wie siehst Du das Spannungsverhältnis von Leben und Schauspielberuf bei Romy Schneider wie an sich?

Ich habe den Eindruck, dass viele bekannte und erfolgreiche Schauspieler/innen mit ihrem (Privat)Leben sehr unglücklich sind/waren. Schauspielerischer Erfolg ist bestimmt großartig in aller Präsenz und Interesse aber es ist wohl auch „erdrückend“.

Ich denke, dass man trotz Medienrummel  sehr leicht „vereinsamt“….

Romy Schneider wechselte nach großen Schauspielerfolgen in den 1950er das Filmgenre wie das Land. Wie siehst Du die Möglichkeiten persönlichen Entwicklungsweges in einem künstlerischen Beruf?

Ich denke, dass man die Genres wählen sollte, worin man sich wohlfühlt und sich identifiziert, andernfalls „steckt man“ zu sehr in einer Rolle/Kategorie. Das tat Romy Schneider konsequent. Ob es künstlerisch richtig oder falsch war, nach großen Schauspielerfolgen in den 1950er abrupt das Filmgenre wie das Land zu wechseln, kann ich nicht sagen. Ich denke jedoch, dass es eine individuelle Entscheidung war, die keine Alternative zuließ. Romy Schneider ging es um künstlerische Entwicklung – was möchte ich, wo will ich hin, wo sehe ich mich, worin fühle ich mich wohl, womit kann ich mich identifizieren?…- das ist ein Prozess, der nicht nur den künstlerischen Beruf betrifft, sondern jeden Menschen unabhängig in welcher  Berufssparte/-gruppe wir uns befinden.

Gibt es etwas typisch Wienerisches bei Romy Schneider?

Romy Schneider hatte auch einen „Wiener Schmäh“. Sie war da schlagfertig, direkt.

Was bedeutet Dir Wien und welche Erfahrungen hast Du hier im Kunstbereich gemacht?

Ich bin in Wien geboren und aufgewachsen. Für mich bedeutet Wien viel, es ist ein Teil von mir und darin stecken so viele Erinnerungen. Wien ist eine Stadt, die viele Türen öffnet.

Wer sich musikalisch und schauspielerisch weiterentwickeln möchte, ist in Wien richtig. Tradition wie Gegenwart sind hier sehr lebendig und weltoffen.

Wie siehst Du die Möglichkeiten als Künstlerin in Wien/Österreich?

Die Möglichkeiten als Künster/in in Wien/Österreich können sowohl begrenzt, aber auch unbegrenzt sein. Glück braucht man immer und vor allem das richtige Timing.

Was wünscht Du Dir für den Kunstberuf?

Wünschenswert wäre, dass der Kunstberuf mehr gefördert wird. Ich denke, von der Kunst, sei es Schauspiel, Fotografie usw. zu leben, ist nicht einfach bzw. unmöglich ohne einen Nebenjob.

Gerade zu Zeiten der Pandemie zeigte sich wie prekär der Kunstberuf ist. .

Was sind Deine kommenden künstlerischen Projektpläne?

Da ich viele Interessen habe, werde ich mich am besten überraschen lassen. Viele Dinge, gerade in der Kunst geschehen unerwartet, aber dafür sind es die spannendsten Projekte.

Was würdest Du Romy Schneider sagen, fragen wollen?

Ich würde mich in erster Linie bei ihr bedanken, dass sie so Großartiges geleistet und in ihren Filmen so Brillantes hinterlassen hat. Sie hat gezeigt was in ihr steckt und die Welt an ihrem Talent, Fleiß, wie an ihrer Leidenschaft Schauspielerin zu sein, teilhaben lassen. Das ist Inspiration und Vorbild.

Man muss nicht immer eine Frage stellen, manchmal reicht auch ein „Dankeschön“.

Was kann eine Künstlerin von Romy Schneiders Werk und Leben mitnehmen?

Ganz einfach Leidenschaft, Inspiration…. Überall wo wir Leidenschaft leben und reinstecken, darin sind wir gut und inspirieren auch andere Menschen, strahlen etwas aus.

Wichtig ist, sich nicht zu vergleichen und authentisch zu bleiben, dass macht Menschen einzigartig. Romy Schneider gibt es kein zweites Mal.

Darf ich Dich abschließend zu einem Romy Schneider Achrostikon bitten?

Reisen ist ein großer Teil des Lebens und kann unserer persönlichen Weiterentwicklung dienen.

Orte können Menschen bewegen.

Musik ist wie die Luft zum Atmen.

Y Juwelen sind wir Menschen, wir müssen nur genauer hinsehen.

Barbara Dibon _ Model, Künstlerin_Wien_
reenacting Romy Schneider

Herzlichen Dank, liebe Barbara, für Deine Zeit in Wort und szenischer Darstellung! Viel Freude und Erfolg weiterhin für alle Kunstprojekte!

40.Todesjahr _ Romy Schneider, Schauspielerin (*1938 Wien +1982 Paris) _ im Gespräch und szenischem Fotoporträt:

Barbara Dibon _ Model, Künstlerin

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _Wien

Hotel am Stephansplatz_Wien _ 3.2022

https://hotelamstephansplatz.at/

https://literaturoutdoors.com

Walter Pobaschnig 5_22

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