„Musik ist der direkteste Weg zur Seele des Menschen“ Theresa Aigner, Musikerin _ Wien 24.1.2022

Liebe Theresa, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Da ich beruflich viel unterwegs bin, gestalten sich meine Tage immer sehr unterschiedlich. Bis zum frühen Vormittag kann ich mich mit Körper-Geist-Übungen sowie Geige-Üben auf den Tag und die aktuellen Erfordernisse einstellen. Danach bin ich am Weg zu meinen Unterrichts-Stellen, zu Proben, Besprechungen, Konzerte oder widme mich der Büroarbeit. Die Lockdown-Zeiten haben meine gesamten Abläufe in (m)ein Zimmer, auf einen Ort projiziert: Online-Unterricht, Üben, Musik hören und erarbeiten. Diese Entschleunigung habe ich sehr schätzen gelernt und möchte ich unbedingt beibehalten. Es lässt mich bewusster und intensiver leben.

Theresa Aigner MA
Musikpädagogin, Musikerin


Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Nicht die Nerven verlieren. Und wenn doch, bieten Sport, Natur und Berge, Freundinnen und Freunde, Tagebücher oder besonders die Kunst eine geeignete Möglichkeit, den inneren Ausgleich wiederherzustellen.
Ich persönlich stelle mir oft die Frage: Was werden wir in 20, 30, 40 Jahre unseren Kindern und Enkelkindern erzählen, wenn sie uns zu dieser Zeit befragen?

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, der Kunst an sich zu?

Die Kunst allgemein lässt uns spüren, dass wir Menschen analoge und fühlende Wesen sind. Für mich ist die Musik der direkteste Weg zur Seele des Menschen. Findet musikalisch-emotionale Berührung statt, sind wir Menschen im Kontakt miteinander und können im großen gesellschaftlichen Gefüge in Dialog treten. Das lässt uns friedlich mit uns selbst und den brennenden Fragen der Zeit auseinandersetzen.

Was liest Du derzeit?

Marlene Streeruwitz: Geschlecht. Zahl. Fall.

Ihre konsequente und klare Haltung ist für mich eine große Horizonterweiterung.


Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Joy, sorrow, tears, lamentation, laughter — to all these music gives voice, but in such a way that we are transported from the world of unrest to a world of peace, and see reality in a new way, as if we were sitting by a mountain lake and contemplating hills and woods and clouds in the tranquil and fathomless water.” (Albert Schweitzer)

Theresa Aigner MA
Musikpädagogin, Musikerin

Vielen Dank für das Interview liebe Theresa, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Musikprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Theresa Aigner, Musikerin, MA Musikpädagogin

Fotos_1,2 Johannes-Starmühler; 3 Divinerinnen-Portraits-by-Theresa-Pewal.

12.1.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

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