„Ich = ? Du = ? Wir = ? “ Bernd Ernst, Schriftsteller_Pirmasens, Rheinland-Pfalz/D 20.1.2022

Lieber Bernd, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Als Brotjobler und Familienmensch wird mir mein Stundenplan oft vorgegeben. Ich genieße deshalb meine Freizeiten und widme mich zumindest dem Lesen täglich. Dem Schreiben werde ich mich in Kürze wieder intensiver widmen können, weil neben dem o. g. ein Nachbarschaftsprojekt im Rahmen von Demokratie leben! ausläuft. Ich freue mich meine laufenden literarischen Projekte: ein weit vorangeschrittener Lyrikband, ein Manuskript mit Erzählungen, sowie eine Romanidee, aus der ich gerade Figuren entwickle und mit der Szenenplanung begonnen habe, in naher bzw. nicht allzu ferner Zukunft zum Abschluss zu bringen.

Bernd Ernst, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich glaube, die Rückbesinnung auf die wesentlichen Werte, die wir bisher kennen, unserer Existenz, der Demokratie und unseres Zusammenlebens, etc. sind ganz wichtig. Aber es sollte dann auch eine zukunftsfeste Weiterentwicklung stattfinden. Am besten unter Berücksichtigung globaler Einflussfaktoren bei der wir die Nachhaltigkeit unseres Denkens und Handelns in den Fokus stellen! Wir brauchen den konstruktiven Dialog in allen Lebenslagen. So in etwa. Ich kann das natürlich nicht allumfassend beantworten.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Bevor wir nach der Rückbesinnung in die Zukunft aufbrechen, sollten wir eine Bestandsaufnahme machen und Antworten finden auf diese Fragen:

Ich = ?

Du = ?

Wir = ?

und uns vielleicht Ziele definieren.

Sicher ist das Studium der Literatur ein wichtiges Hilfsmittel bei der Selbstfindung und beim Reifeprozess eines Individuums und möglicherweise nachhaltiger als ein flüchtiger Blick auf ein Kunstwerk. Was der Einzelne dabei in sich aufnimmt, hat natürlich Auswirkungen auf die Ausprägung der Innenwelt die wiederum die Außenwelt beeinflussen kann. Inwieweit die Menschheit bei der Auswahl und des Studiums von Literatur, die sie voranbringen sollte,  insgesamt bis dato erfolgreich war, möge man bewerten.

Ohne Zweifel sind das Erzeugen und das Beschäftigen mit Kunst im Allgemeinen wichtig für die Ausprägung von Kultur und Kulturen. Was das Abhandenkommen hingegen mit uns macht, erlebten wir ja auch.

Literatur und Kunst können Hilfsmittel sein, aber am Ende gestalten der Mensch und die Menschheit!

Was liest Du derzeit?

Ich lese momentan „Crossroads“ von Jonathan Franzen.

Zuvor habe ich „Ein Sohn der Stadt“, des von mir sehr geschätzten Kent Haruf gelesen. Dessen Werk in an dieser Stelle wärmstens empfehlen möchte!

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Hier möchte ich aus dem Gedicht „Manche mögen Poesie“  von Wislawa Szymborska“ zitieren:

Poesie –

was aber ist Poesie.

Manch wacklige Antwort

ist dieser Frage bereits gefolgt.

Aber ich weiß nicht, ich weiß nicht. Ich halte mich daran fest,

wie an einem rettenden Geländer.

Vielen Dank für das Interview lieber Bernd, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Bernd Ernst, Schriftsteller

https://www.berndernst.de/

Foto_privat.

25.11.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

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