„In der Pop-Musik der 1980er Jahre war alles Avantgarde“ Hristina Susak, Komponistin_Vienna Calling _ Wien 9.1.2022

Herzlich willkommen, liebe Hristina Susak, Komponistin, hier im Cafè Prückel, Wien!

Hristina Susak, Komponistin_Wien

Das Wiener Kaffeehaus und die Musik – welche Zusammenhänge gibt es da?

Schon in der Barockzeit gab es Kaffeehäuser, in denen man gemeinsam musiziert hat. Das ist eine sehr schöne Tradition bis heute. Ich persönlich habe dies aber noch nicht gemacht.

Wäre das für Dich interessant?

Früher vielleicht, da habe ich mehr Klavier und Geige gespielt, jetzt liegt meine Konzentration auf der Komposition.

Ist das Cafè für Dich künstlerischer Treffpunkt?

Es macht mir Freude, wenn ich mit meinen Kolleg*innen, Freund*innen ins Cafè gehen kann.

Leider war dies in letzter Zeit aufgrund der Lockdowns schwierig. Früher sind wir immer nach Klassenabenden, Klassenkonzerten ins Cafè, Restaurant gegangen. Da spricht man über Leben und Kunst. Oft mehr als im Unterricht.

Ist das Cafè auch eine künstlerische Inspiration für Dich?

Ja, in den Gesprächen gibt es immer viele Bezugspunkte, Perspektiven – klug, überraschend, inspirativ.

Diese Interviewreihe nimmt den 1980er Song „Vienna Calling“ des Wiener Musikers Falco im Titel auf. Welche Bezüge gibt es von Dir zur Pop-, Rockmusik?

Das sind für mich zwei verschiedene Sachen, Klassik und Popmusik, und die kann ich nicht so leicht verbinden.

Ich komponiere grundsätzlich in verschiedenen musikalischen Richtungen.

Auf meine klassische Musik gibt es jetzt keinen direkten Einfluss von Musikrichtungen.

Ich komponiere auch Popmusik, manchmal.

Ist die Musikepoche der 1980er Jahre für Dich interessant?

Es interessiert mich, ich kenne aber nicht so viel davon.

Meine Mutter kennt alles aus den 1980er Jahren (lacht). Ich habe da viel von ihr gelernt.

Eine meiner Lieblingssängerinnen aus den 1980er Jahren ist Kate Bush.

Was ich musikalisch an den 1980er Jahren besonders mag, ist, dass es da keinen bestimmten Stil gab. Alle Musiker*innen hatten ihren eigenen Stil.

In den 1980er Jahren war in der Pop-Musik alles Avantgarde.

Was fasziniert Dich an Kate Bush?

Diese musikalische Originalität.

Diese Stimme ist ganz ungewöhnlich. So etwas habe ich noch nie gehört.

Mein Lieblingslied von ihr ist „Wuthering Heights“.  Sie war da von dem Roman inspiriert, den ich auch mag und mehrmals gelesen habe.

Kate Bush ist auch sehr vielseitig. Sie komponiert auch, tanzt. Sie interessiert sich glaube ich auch für Mathematik.

Gibt es weitere Musik der 1980er Jahre, die Du gerne hörst?

Kate Bush ist eigentlich die einzige, die ich so in meiner Freizeit höre.

Queen, Duran Duran, Björk sind mir auch vertraut.

Was sind Deine aktuellen Projekte?

Im Jänner des Jahres steht der Abschluss meines Diplomes für Medienkomposition und angewandte Musik bevor.

Danach habe ich verschiedene Aufführungen. In Wien und Salzburg wird mein neues Stück für gemischtes Ensemble vom Phace-Ensemble aufgeführt. Das war ein Wettbewerb zu dem jeweils eine Studentin/ein Student von jeder Universität Österreichs ausgewählt wurde. Ich wurde da für meine uni in Wien ausgewählt.

Dann bin ich auch zu einem Orchesterprojekt in Valencia eingeladen. Wir werden da mit der berühmten Komponistin Elena Mendoza zusammenarbeiten.

Alles Gute für den Studienabschluss und die wunderbaren Projektausblicke!

Dankeschön. Wir haben auch ein Klassenkonzert im Wiener Musikverein im Jänner.

Wie entspannst Du Dich zwischendurch von den vielen Aufgaben, Vorhaben?

Die Musik macht mir große Freude, das ist auch Entspannung für mich.

Du hast auch einen wunderbaren Sinn für Mode. Was bedeutet Dir Mode?

Das ist für mich sehr wichtig, weil es ein Teil des Ausdrucks der Persönlichkeit ist.

Ich lerne da auch viel von meiner jüngeren Schwester. Sie hat einen sehr guten Sinn, Geschmack für Mode.

Was bedeutet Dir Wien?

Ich bin mit siebzehn Jahren nach Wien gekommen und verbinde große Emotionen mit dieser Stadt (lacht).

Hier waren die ersten Aufführungen meiner Stücke und ich bin hier aufgewachsen.

Als ich nach Wien gekommen bin, war ich noch ein Kind. Hier bin ich erwachsen geworden.

Wien ist ein großer Teil meines Lebens.

Wenn Du auf Deine Jahre in Wien künstlerisch zurückblickst, wie war der Entwicklungsprozess da für Dich?

Ich habe mich hier in Wien als Künstlerin, Komponistin, Person weiterentwickelt.

Der Dank gilt meinen Professor*innen und den Möglichkeiten Wiens in seinem großartigen Veranstaltungsspektrum und den besten Präsentationsmöglichkeiten für Konzertaufführungen und auch meine Performances.

Gibt es Projektkooperationen mit anderen Kunstbereichen?

Ja, ich habe im Jänner 2021 eine Performance zu Heinrich Heine „Und wüßten’s die Blumen, die kleinen“ gemacht.

Was bedeutet Dir Literatur?

Für mich sind Wörter, die Sprache die abstraktesten Ausdrucksmittel.

Poesie ist für mich die Spitze der Literatur.

Schreibst Du auch selbst Gedichte, Texte?

Nein (lacht).

Welche Literatur schätzt Du?

Eigentlich die Klassiker. Goethe, Heine, Rilke.

Was trinkst, isst Du gerne im Cafè?

Kaffee, Cappuccino oder Melange, dazu auch einen Kuchen, Apfelstrudel.

Wie verbringst Du Zeit im Cafè?

Manchmal arbeite ich, manchmal nehme ich meinen Laptop mit, manchmal treffe ich mich mit Freunden, ganz verschieden. Auch die Tageszeiten sind unterschiedlich.

Darf ich Dich zum Abschluss noch zu einem Achrostikon zu Vienna Calling bitten?

Vergessen

Ich

Egal

Nicht

Neben

Ausdruck

Chemie

Andere

Langsam

Literatur

Indem

Nacht

Gemeinsam

Hristina Susak, Komponistin_Wien

Herzlichen Dank, liebe Hristina, für Dein Kommen und Deine Zeit in großartigem Porträt/Performance wie die wunderbare Vorbereitung und Auswahl der Modevariationen wie Dein Interview!

Liebe Hristina, viel Freude und Erfolg für alle Musik-, Kunstprojekte 2022!

„Vienna Calling“ _ Porträt in Wort und Bild_

im Gespräch und Fotoporträt_

Hristina Susak, Komponistin_Wien

https://hristinasusak.com/

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _

Cafè Prückel_Wien

https://literaturoutdoors.com

Walter Pobaschnig 12_21

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