„Kunst kann durchaus eine Rolle spielen, um so etwas wie „Wahrheit“ zurückzuerlangen“ Felix Huber, Bühnenbildner und Künstler_Wien 9.12.2021

Lieber Felix, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Zur Zeit wieder einmal recht eintönig. Man möchte meinen man gewöhnt sich auch an das erratische auf und zu… also einigermaßen früh auf, zuerst wenn möglich immer etwas Zeit für mich. Ich trinke zwei Gläser Wasser, dann Kaffee und lese Zeitung. Dann meist ein Spaziergang ins Atelier im Nachbarbezirk. Vieles meiner Arbeit könnte ich zwar auch von zuhause aus erledigen; der Ortswechsel hilft aber der eigenen Disziplin ungemein.

Felix Huber, Bühnenbildner und Künstler

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

„Wir“ glaubten ja lange, dass die Zukunft sowieso immer nur mehr vom Gleichen für uns bereithalten kann; die Gegenwart nur ein unausweichlicher Schritt auf dem Weg in eine feststehende (bessere) Zukunft ist. Daher ist, wie auch sonst immer, besonders wichtig mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und genau hinzuschauen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Ich weiß nicht ob „wir“ vor einem Neubeginn stehen. Ich bin da eher skeptisch. Ich denke aber es ist besonders wichtig den Glauben an Fakten und so etwas wie „Wahrheit“ zurückzuerlangen, obwohl die natürlich immer auch uneindeutig und verschwommen daherkommt. Ich glaube hier kann Kunst durchaus eine Rolle spielen, wenn sie versucht nicht einen Wunsch zu illustrieren sondern der Realität Fallen stellt. Darin treten Spannungen auf, die nicht immer schön sind, aber umso profundere Erfahrungen und vielleicht sogar Erkenntnisse zulassen.

Was liest Du derzeit?

Shakespeares „Coriolanus“ , weil ich daran zur Zeit arbeite. „Dark Star“ eine Biografie von Vivien Leigh und „The Brutality of Fact: Interviews with Francis Bacon“.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Art is an obsession with life and after all, as we are human beings, our greatest obsession is with ourselves“ (Francis Bacon)

und vielleicht noch

“Von zwei Dingen zu sagen, sie seien identisch, ist ein Unsinn, und von Einem zu sagen, es sei identisch mit sich selbst, sagt gar nichts” (Ludwig Wittgenstein)

Felix Huber, Bühnenbildner und Künstler

Vielen Dank für das Interview lieber Felix, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Theater-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Felix Huber, Bühnenbildner und Künstler

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Fotos_Felix Huber.

3.12.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

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