„Wir brauchen die Kunst, wir alle!“ Julia Franye, Singer/Songwriter/Schauspielerin_ Wien 30.10.2021

Liebe Julia, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Einen klassischen Tageslauf in dem Sinn habe ich nicht. In letzter Zeit war ich sehr viel unterwegs: einige Konzerte, Bandproben, Videodreh, manchmal Bürokram – da ist jeder Tag anders. Die einzige wirkliche Konstante ist wohl mein Morgenritual. Seit einigen Wochen habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht jeden Tag Morgen 10 Minuten lang zu meditieren, gefolgt von einem kurzen Gebet, einem Dankbarkeitsritual und 3 Sonnengrüßen. Seitdem ich das mache, habe ich das Gefühl, dass ich ausgeglichener bin. Meistens spreche ich am Abend dann auch noch ein kurzes Gute-Nacht-Gebet.

Julia Franye, Singer/Songwriter/Schauspielerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dankbarkeit, in seiner Mitte zu bleiben und den Fokus auf das Positive zu lenken. Das finde ich generell sehr wichtig, aber ich glaube, dass es gerade in dieser hektischen Zeit, die von so vielen Negativ-Schlagzeilen und Angst geprägt ist, nochmal mehr wichtiger ist gut auf sich selbst zu achten und auch die guten Seiten des Lebens zu sehen. Wir alle haben so vieles für das wir dankbar sein können, oft können wir das aber nicht sehen… Deswegen ist es glaube ich umso wichtiger genau hinzuschauen und sich diese Dinge bewusst zu machen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Musik, dem Theater, der Kunst an sich zu?

Gegenseitiges Verständnis und ein Ende dieser Spaltung der Gesellschaft. Die Pandemie ist in meinen Augen schon lange keine Gesundheitsfrage mehr, sondern ist zu einem richtigen Politikum geworden. Ich finde es wirklich erschreckend zu sehen, wie die Politik absichtlich Hass schürt und Menschen in zwei Gruppen teilt: die Impfgegner und jene die die Impfung befürworten: Freunde reden nicht mehr, Familien werden auseinandergerissen – nur weil man unterschiedlicher Meinung ist!? Das finde ich schrecklich & erschreckend. Die Impfung ist zu unserer neuen Religion geworden. Ich denke wir sollten lernen zu akzeptieren, dass es viele Sichtweisen gibt, viele Gründe sich impfen zu lassen und viele, die dagegensprechen. Das kann nur jeder für sich selbst und seinen Körper entscheiden und das sollten wir akzeptieren. Außerdem denke ich, dass es ganz klare Regeln braucht! Veranstalter sind stark verunsichert und trauen sich nichts mehr zu planen, weil sie nicht wissen wie die Lage in einem Monat, in einer Woche oder in einem Tag aussehen wird. Das ist ein großes Problem, da das für uns KünstlerInnen auch bedeutet, dass wir nicht planen können und nicht wissen, was in einem Monat, einer Woche oder einem Tag sein wird. Aber: Wir brauchen die Kunst, wir alle! Wir brauchen die Musik, das Theater, den Tanz, wir brauchen die Kunst in all ihren Ausdrucksformen, weil sie unsere Seele heilt und stärkt. Kunst macht uns glücklich und ganz und Kunst ist systemrelevant!

Was liest Du derzeit?

Momentan lese ich das Buch „Good night stories for rebel girls – 100 außergewöhnliche Frauen“. Meistens jeden Tag eine Geschichte. Darin sind 100 Frauen beschrieben, die etwas Ungewöhnliches in ihrem Leben geleistet haben, wie etwa Joan Jett, Jane Austen, Frida Kahlo und auch viele, die ich noch   kannte. Ist finde ich ein großartiges und sehr ermächtigendes Buch, besonders für uns Frauen, da uns in der Geschichte oftmals Rollenmodelle fehlen. Außerdem hat mir eine Nonne vor Kurzem empfohlen ich solle doch die Bibel lesen und das werde ich auch tun.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ich möchte hierbei gerne Spongebob Schwammkopf zitieren:

„F steht für Freunde die was unternehmen
U steht für uns, dich und mich
N steht für Endlich haben wir mal Spaß, ganz friedlich und freundschaftlich.

F steht für Freude an all den schönen Blumen,
U steht für Ukulele,
N steht für Naseweis und ich mach mit bei jedem Streich und lache aus tiefster Seele.“

Man sollte sich selbst nicht immer so ernst nehmen.

Julia Franye, Singer/Songwriter/Schauspielerin

Vielen Dank für das Interview liebe Julia, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Musik-, Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Julia Franye, Singer/Songwriter/Schauspielerin

https://juliafranye.com/

Fotos_Mario Traar.

29.9.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

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