„Malina ist ein Spiegelbild“ Hristina Susak _ Komponistin_Romanjubiläum Malina_ Wien 7.9.2021

Hristina Susak _ Komponistin, Performerin
am Romanschauplatz Malina_Wien

Orte sind für meine Arbeit als Komponistin sehr wichtig. Sie sind Inspiration. Ich kann nur an besonderen örtlichen Bezugspunkten komponieren.

Ich kann Zuhause nicht komponieren. Es muss etwa ein Cafè sein oder in der Natur. Natürlich auch im Arbeitsbereich der Universität. Ich komponiere dort besonders gerne, wenn ich alleine bin.

Wenn die Inspiration da ist, kann es ein ganzer Tag sein, an dem ich an einer Komposition arbeite. Manchmal auch die ganze Nacht. Ich vergesse hin und wieder auch zu essen dabei (lacht).

Eine Gesamtkomposition kann drei Tage oder ein Monat dauern. Das hängt von der musikalischen Besetzung ab, der Stückdauer und der persönlichen Inspiration.

Ich habe mein erstes Musikstück mit acht Jahren geschrieben. Ich hatte da noch keine Ahnung was komponieren heißt. Ich bin einfach am Klavier gesessen und habe geschrieben (lacht). Das setzte sich fort und mit siebzehn Jahren habe ich dann die Aufnahmeprüfung an der Universität in Wien gemacht. Seitdem studiere ich Komposition hier.

In meiner Arbeit gibt es verschiedene Schwerpunkte. Ich komponiere entweder ganz instrumental oder für Medien – Film, Werbung – oder auch für das Theater. Und ich mache auch konzeptuelle Performances. Bei meinen Performances arbeite ich auch mit Live-Elektronik.

Eine tolle Erfahrung war für mich auch die musikalische Gestaltung und Mitwirkung beim Theaterstück „Watschenmann“ von Karin Peschka am Wiener Volkstheater (2019). Die Regisseurin Berenice Hebenstreit hat mich dazu eingeladen.

Es gibt verschiedene künstlerische Interessen. Ich male, vor allem als ich jünger war, und tanze sehr gerne. Besuche auch eine Ballettklasse. Ich interessiere mich auch sehr für Film und Videoproduktionen.

Ich lebe jetzt sieben Jahre in Wien. Es ist für mich der ideale Ort für Kunst und Leben und ich erfahre als junge Frau und Künstlerin viel Unterstützung und Förderung, gerade auch in diesen sehr herausfordernden Zeiten.

Im Roman „Malina“ finde ich besonders die Traumsequenzen interessant und die psychologischen Überlegungen dazu. Ich lese persönlich auch viel über Psychologie und interessiere mich für die Psychoanalyse Sigmunds Freuds sehr. Wie aber auch für Physik und da für die Relativitätstheorie von Albert Einstein.

Ich denke, dass das Strukturmodell der Psychoanalyse mit ICH, ES und ÜBER-ICH auch eine Interpretationsmöglichkeit des Romans darstellt. Besonders auch da der Protagonist Malina ja als Spiegelbild der Frau gesehen werden kann.

In meiner Arbeit will ich meine Persönlichkeit und meine Weltsicht, meine Ideen abstrakt ausdrücken. Emotionale Erfahrung ist dabei ganz wichtig.

In meinem Stück „Anima“ geht es etwa um die Unterschiede wie Ähnlichkeiten von Lachen und Weichen. Was sind Übergänge und Grenzen. Im Stück „Infants“ geht es um Gefühle von Kindern, die in abstrakter Form musikalisch fühlbar gemacht werden.

Träume spielen nicht direkt in meinen Kompositionen eine Rolle. Aber es kommt vor, dass ich träume und dann nach dem Aufwachen dies als Inspiration für ein Stück aufnehme. Ich schreibe meine Träume nicht auf.

Auch in der Liebe braucht es Zeit für sich. Die persönliche Entwicklung ist sehr wichtig.

Ein Beziehungsende ist immer schwierig. Damals zur Zeit des Romans wie heute.

Kunst ist ein Geschenk für uns alle und verschönert das Leben.

Kunst kann nicht die Welt verändern aber Kunst kann viele positive Impulse geben.

Ich arbeitete jetzt weiter an meinen Projekten. Was kommt, kommt. In dieser Coronazeit ist ja wenig vorhersehbar.

Die Atmosphäre hier am Romanschauplatz ist sehr inspirierend. Ich denke, ich werde da unbewusst viel mitnehmen für meine Arbeit.

Hristina Susak _ Komponistin, Performerin
am Romanschauplatz Malina_Wien

50 Jahre Malina _ Roman _ Ingeborg Bachmann _ im Gespräch und szenischem Fotoporträt:

Hristina Susak _ Komponistin, Performerin_Wien 

https://hristinasusak.com/

Station bei Ingeborg Bachmann_Romanschauplatz_Malina.

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _Wien_6_2020.

https://literaturoutdoors.com

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