„Die Kunst lässt uns unsere Emotionen erleben, ohne sie zu verstecken“ Fabienne Swoboda, Tänzerin_Wien 18.8.2021

Liebe Fabienne, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Jeder Tag ist anders. Manchmal habe ich Termine und mehr äußere Struktur, mal schaffe ich mir die Struktur selbst, mal durchlebe ich einen Tag gänzlich ungeplant. Die einzigen fixen Bestandteile sind Kaffee, Bewegung und Interaktionen mit anderen Menschen.

Fabienne Swoboda, Tänzerin, Tanztherapeutin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Weniger tun, mehr fühlen. Damit wir unsere Bedürfnisse erkennen und sie in Folge auch kommunizieren können. Bewusst Unterstützung suchen, uns nicht verschließen. Offen bleiben, wenn wir unsicher sind. Stark sein, indem wir uns verletzlich zeigen.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Tanz/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Wir können vor einem Aufbruch stehen, wenn wir es zulassen, wenn wir uns dafür entscheiden. Wenn wir nicht darauf beharren, dass wir Recht haben, sondern versuchen, die anderen zu verstehen und uns eingestehen, dass wir nicht alles wissen.

Die Kunst, der kreative Ausdruck, das Spiel, lässt uns unsere Emotionen erleben, ohne sie zu verändern oder zu verstecken. In der freien Bewegung innerhalb der Tanztherapie haben wir einen sicheren Rahmen, in dem wir Gedanken und Verhalten ausprobieren können. Wir müssen nicht das tun, von dem wir denken, dass es richtig ist – eigentlich müssen wir gar nichts tun. Wir dürfen einfach sein. Richtig und falsch bekommen eine andere Bedeutung: es geht nicht darum, wie etwas aussieht, sondern wie es sich anfühlt.

Wir lernen auf uns selbst zu hören und wir schulen unsere Empathie, gegenüber uns selbst und gegenüber anderen. Dann können wir die Schuldzuweisungen sein lassen und in gemeinsamer Verantwortung handeln.

Was liest Du derzeit?

Bitch Doctrine, Laurie Penny

Tanz – Prozesse – Gestalten, Anna Halprin

Bad Feminist, Roxane Gay

The Impossibility of Knowing, Jackie Gerrard

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Powerlessness is the inability to control what happens to us. […] Power is the ability to do what you need to do in an open, balanced and loving body.“ (Paul Linden)

Fabienne Swoboda, Tänzerin, Tanztherapeutin

Vielen Dank für das Interview liebe Fabienne, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Tanz-, Kunstprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Fabienne Swoboda, Tänzerin, Tanztherapeutin

http://www.fabienneswoboda.at/de/

Fotos_Matteo Sanders

19.8.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

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