„Ab heute können wir es anders machen!“ Christian Schiesser, Schauspieler_Wien 25.6.2021

Lieber Christian, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Zunächst einmal, danke für die Einladung zu diesem Interview! Mein Tagesablauf ist im Moment sehr dicht. Ich drehe gerade in Wien meinen Kurzfilm „Jakob & Maria“. Eine Geschichte die im ersten Lockdown entstanden ist, die ich jetzt produziere und Regie führe. Viel Arbeit, aber es macht viel Spaß und Freude – und ich habe das großartigste Team um mich, das man sich nur vorstellen kann – viele kreative, schöne Menschen, die mit mir an diesem Projekt arbeiten! Es ist eine schöne Geschichte, die Menschen animieren soll groß zu denken, und groß zu träumen, Visionen zu haben und umzusetzen.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Sicherlich aus diesem Lockdown Schlamassel wieder rauszukommen. Wieder ein geregeltes Leben zu führen, ohne Einschränkungen. Ich denke nicht nur jetzt ist es wichtig wieder mehr zuzuhören. Beim Thema Corona sind die Fronten tw. verhärtet, wie das öfter war in der kürzeren Vergangenheit, meistens waren es soziale oder politische Themen, die Menschen gespalten hat. Und wenn wir beginnen uns gegenseitig anzubrüllen, uns nicht zuhören und einander nicht mehr verstehen, wie sollen wir dann einander respektieren. Das geht für mich gar nicht! Ein bisschen mehr gegenseitigen Respekt würde uns sicherlich helfen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?

Stehen wir wirklich vor einem Neubeginn oder Aufbruch? Ich habe nicht die Hoffnung verloren, aber wir haben es in der letzten Zeit oft genug vermasselt die Welt grundlegend zu ändern. Aber wie gesagt, was war, das war. Ab heute können wir es anders machen!

Der einfache Weg ist für mich nicht immer der nachhaltigste. Aber schön langsam kommen wir auch von dieser von dieser Superlativgesellschaft des „mehr, und billiger“ und „noch mehr und noch besser und schneller“ auch wieder ein bisschen ab. Dass es hoffentlich wirklich bald trendy sein wird, alte Sachen zu reparieren, oder im kleinen Geschäft ums Eck zu kaufen, oder nachzusehen woher das Produkt kommt, das ich kaufen will, das finde ich schon gut.

Und in unserem Zusammenleben ist Kunst immer ein wichtiger Motor des gesellschaftlichen Lebens und des Denkens. Kunst zeigt Grenzen auf und setzt Maßstäbe. Wir alle haben im letzten Jahr gemerkt, dass wir Kunst nicht einfach abdrehen können. Wenn ich in die Vergangenheit zurückblicke war es nicht anders. Kunst hat uns immer einen Spiegel vorgehalten. Und dieses Selbstbild brauchen wir, um uns weiterentwickeln zu können. Diese Entwicklung ist eben der Antrieb der Menschheit, auch wenn dieser Blick in den Spiegel nicht immer angenehm ist. Nicht jeder will das, aber das ist der Punkt wo wir uns weiterentwickeln, wenn wir aus unserer Komfortzone herauskommen.

Was liest Du derzeit?

Mein Drehbuch und meine Notizen zu „Jakob & Maria“ meinen Film. Sonst komme ich leider im Moment viel zu wenig dazu. Aber ich lese sehr gerne Biographien von Menschen die mich inspirieren… Angefangen von Charlie Chaplin, über Bob Dylan oder Arnold Schwarzenegger.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Vielleicht etwas von meinem Film „Jakob & Maria“:
Denke groß, Träume groß, hab große Visionen – aber bewege deinen Hintern und tu etwas!

Christian Schiesser, Schauspieler

Vielen Dank für das Interview lieber Christian, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Christian Schiesser, Schauspieler

HOME (christianschiesser.com)

Fotos_1 Alexander Bachmayer; 2 Barbara Wirl; 3 Moritz Schell.

29.5.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

Ein Gedanke zu „„Ab heute können wir es anders machen!“ Christian Schiesser, Schauspieler_Wien 25.6.2021

  1. Äußerst interessantes Interview, lieber Christian, du hast dich seit du an deinem Film arbeitest, unwahrscheinlich positiv entwickelt !
    Deine Worte zeugen von Überzeugung und
    Du bist fest ganz sicher, jenen Weg eingeschlagen zu haben, der dir immer schon am Herzen lag, Aussagen an die Menschheit durch die Kunst des Theaters weiterzugeben, die auf diesem Weg besser ankommt .
    Lass dich nicht abbringen deinen Weg zu gehen !
    Weiterhin viel Erfolg
    Gerhard

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