„Wir sollten alle miteinander arbeiten und nicht gegeneinander“ Veronika Koth, Maskenbildnerin_Wien 24.6.2021

Liebe Veronika, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Momentan ist mein Tagesablauf immer recht ähnlich: Zuerst einmal so lange wie nur möglich schlafen (das kann auch gerne mal bis 11 Uhr sein). Da ich Ende Juni die Lehrabschlussprüfung zur Maskenbildnerin habe, besteht mein Nachmittag aus lernen, üben, lernen, üben. Sowohl Theorie als auch Praxis, da es eine 3- tägige Praxisprüfung und eine 1- tägige Theorie/Rechnen/Zeichnen- Prüfung ist. Hier kommen auch regelmäßig meine Prüfungsmodelle zu mir, damit ich an ihnen die Aufgaben bereits üben kann und die Teile, die ich im Vorhinein anfertigen muss, herstellen und anpassen kann. Am Abend arbeite ich circa 2-3 Mal pro Woche als Maskenbildnerin in der Volksoper. Auch sonst habe hin und wieder tagsüber Nebenjobs bei etwaigen Fotoshootings, Videodrehs, etc. Nach der Arbeit kümmere mich dann um meine Haustiere, mache mir meistens noch eine Gesichtsmaske, höre meine Lieblingsmusik und singe dazu (zur Freude meiner Nachbarn) und gehe um circa 1 ins Bett.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Durchhaltevermögen, Zusammenhalt und Geduld. Außerdem müssen sich die Leute mehr an die Regeln halten, damit der Wahnsinn hoffentlich bald aufhört oder zumindest weniger wird und auch der Sommer etwas entspannter wird. Wir sollten alle miteinander arbeiten und nicht gegeneinander- egal aus welcher Branche wir kommen. Man hat auch gemerkt wie wichtig familiärer und freundschaftlicher Zusammenhalt und Kontakt ist in den Lockdowns- sei es auch teilweise nur per Skype, Zoom oder FaceTime. Auch Tiere können in dieser Zeit eine große Stütze gewesen sein! Besonders wichtig ist auch die Hoffnung nicht zu verlieren- so vielen Leuten geht es durch den Virus psychisch schlechter und viele Leute sind perspektivenlos geworden- so schwer es klingt: Positiv in die Zukunft blicken! Es kann nur mehr wieder besser werden!

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater, der Kunst an sich zu?

Man kann hoffen, dass wir Menschen in dieser Zeit der Isolation, etc. erkannt haben was wirklich wichtig ist im Leben und was nicht. Was man braucht und was nicht. Und was alles eigentlich nur Luxusgüter sind. Was man auch wieder gesehen ist, dass wir in Österreich ein tolles Gesundheitssystem haben- vor allem im Verhältnis auch zu manch anderen Ländern. Dadurch, dass im Prinzip die ganze Welt von diesem Virus betroffen ist, wird man hoffentlich noch mehr zusammenarbeiten und zusammenhelfen und noch mehr die Länder unterstützen, die nicht die finanziellen Mittel dazu haben.

Für die Kunst würde ich mir wünschen, dass die Leute sie endlich höher ansehen würden. Die Theater waren bei allen Listen und Öffnungen immer an letzter Stelle und so sollte das nicht sein. Kunst und Kultur ist wichtig- für die die sie ausüben, die die sie erschaffen und die die sie erleben.

Was liest Du derzeit?

Lesen ist für mich derzeit nicht möglich, da ich, wie bereits erwähnt, mich voll und ganz auf die Prüfung konzentriere, doch ich lese für die Prüfung alle möglichen Bücher über historische Frisuren, Make up, Stilkunde, Formenbau, Maskenbildnerbücher,… alles was eben für die Prüfung wichtig sein könnte! Für mich spielt eher Musik eine wichtige Rolle.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„You are the artist of your own life.“ ~Lady Gaga

„I grew up with this understanding that you can be brave in many different ways, and one of those ways is make up.“ ~Lady Gaga

„There is no darkness- but ignorance.“ ~William Shakespeare

Veronika Koth, Maskenbildnerin/Make up Artistin

Vielen Dank für das Interview liebe Veronika, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Veronika Koth, Maskenbildnerin/Make up Artistin

Fotos_ 1, 4 stage shadows; 2,3 Veronika Koth.

29.5.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

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