„Kollektiv Alternativen zur „alten Normalität“ zu denken, zu verkörpern und zu leben“ Katharina Senk_Tänzerin_Wien 23.6.2021

Liebe Katharina, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Kaffee immer. Ein kleiner Morgenspaziergang mit dem Hund. Und dann ab nach Linz zu den Proben für #schalldicht im Phönix Theater mit Premiere Mitte Juni beim SCHÄXPIR Festival. Ich bin also zurück im Theaterleben. Es wirkt fast unrealistisch. Für mich ist das ein großer Switch: nach über einem Jahr des permanenten Ausnahmezustands in den eigenen vier Wänden, hin zum Ausnahmezustand von Intensivproben im Theater. Auch ein guter Switch.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Für mich ist es wichtig, kollektiv Alternativen zur „alten Normalität“ zu denken, zu verkörpern und zu leben. Ich wünsche uns Zeit, die Erfahrungen der letzten eineinhalb Jahre zu verdauen. Ich wünsche uns Zuwendung, die wir uns selbst und einander geben können; und ich wünsche uns Mut. Um mutig, neugierig und mitunter auch lustvoll Antworten zu suchen auf die Fragen, Herausforderungen und Ungerechtigkeiten, die die Pandemie befeuert hat.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Tanz, dem Theater, der Kunst an sich zu?

Die schwarze Autorin und Aktivistin Toni Cade Bambara hat einmal gesagt „The role of the artist is to make the revolution irresistible.“ (übersetzt: „Die Aufgabe der Künstler:innen ist es, die Revolution unwiderstehlich zu machen.“)
Das ist für mich ein starker Leitgedanke. Wie kann ich durch meine Kunst anti-ableistische, anti-rassistische und anti-sexistische Utopien für das Publikum erfahrbar machen, und diese Zukunftsperspektiven so unwiderstehlich machen, dass wir sie auch in unsere gelebte Wirklichkeit hineinpraktizieren möchten?

Was liest Du derzeit?

„Care Work – Dreaming Disability Justice“ von Leah Lakshmi Piepzna-Samarasinha und die aktuelle Ausgabe vom an.schläge-Magazin.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„All that you touch you change. All that you change changes you.“
Octavia Butler

Vielen Dank für das Interview liebe Katharina, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Tanz-, Performanceprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Katharina Senk_Tänzerin, Performerin, Pädagogin

Katharina Senk – Official Website from the Vienna based Dancer and Choreographer – Katharina Senk – Dancer and Choreographer – Official Website

Foto_Rene Baumgartner

25.5.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

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