„Die Kunst kann nur für die Kunst“ Armin Steigenberger, Schriftsteller_München 14.6.2021

Lieber Armin, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Eigentlich relativ simpel. Es hat sich da so eine Struktur ergeben, wo ich meistens bis
weit in die Nacht hinein an verschiedenen Sachen arbeite, und wenn ich nicht gestört
werde, geht da wirklich was; der Kanal ist offen, die Nacht liegt mir zu Füßen. Ich
mache vieles parallel, arbeite dabei fast immer an Texten (immer an mehreren
gleichzeitig und nie linear), zwischendurch schaue ich mir aber dann auch gerne mal
einen Spielfilm an oder eine Doku … in diesem Rhythmus bin ich am Produktivsten,
es kommt viel dabei heraus; ich habe fast schon wieder ein Lyrikmanuskript fertig.


Kürzlich habe ich meinen ersten Coronatest gemacht (PoC), da ich nach einer Fahrt
im überfüllten Bus vor einigen Tagen etwas Angst hatte; aber das Ergebnis war
negativ. Uff! Ansonsten habe ich ja (bis auf Joggen, Spazierengehen und kurze
Besorgungsgänge) 24/7 Quarantäne. In Kürze werde ich zum ersten Mal geimpft.
Im Grunde geht es immer drum, mich durch allerlei bewährte Aktionen so zu
motivieren und dadurch eine fast meditative Atmosphäre zu schaffen, wo ich in eine
hohe Konzentration incl. einer großen Lust, kreativ zu sein, hinbekomme. Das geht
fast nur abends oder nachts, denn tagsüber lenkt mich alles Mögliche ab: Da wird
das so genannte Alltägliche erledigt, der Haushalt, der praktische Kram, da werden
Mails geschrieben usw. Tagsüber fauchen die Laubbläser ums Haus, orgelt das
Telefon, wummert der Rasenmäher eines Nachbarn über die Wiese, klingelt der
Paketbote – in dieser Unruhe kann ich alles, aber nicht Literatur machen …

Abends koche ich etwas und nach ein, zwei Stunden Nachrichtenschauen geht die
Party in meinem Kopf los. Da entsteht dann oft eine ganze Latte Text. Der Witz ist,
dass ich am nächsten Tag oft nicht mehr weiß, was ich geschrieben habe und erst
recht nicht, wo es herkam. Manche Texte landen buchstäblich auf meinem
Schreibtisch, sind plötzlich da. Aus welcher glitzernden Himmelsfalte das auch
gefallen sein mag.

Die beste Droge ist der kreative Kopf: Je rauschhafter der Zustand
ist, umso leichter schreiben sich die Texte; im Idealfall sogar federleicht.
Doch Corona hat mich lethargisch gemacht; ich bekomme – und das klingt
vermutlich für andere verrückt – tagelang nichts anderes geregelt als an meinen
Texten zu arbeiten. Das ist doch top, werden viele denken, – aber wenn alles andere liegen bleibt?

Für Essays, Rezensionen, Kolumnen usw. oder kleine Aufgaben, die ich
zugesagt habe, muss ich mich manchmal ziemlich lange anstacheln – ich nehme das
Verfassen von literarischen (also belletristischen) Texten nicht als Arbeit wahr –
brauche dafür alles andere als eine nüchterne Arbeitsatmosphäre, eher so etwas wie
hochkonzentrierten Partymodus (auch wenn das widersprüchlich klingt) und leider
kann ich seit Monaten oft gar nichts mehr anderes machen als Texte schreiben. Der
Rest an Tätigkeit besteht darin, dass ich mich mit lauter Sachen beschäftige, die
äußerlich betrachtet keinerlei Bezug zu meinem Schreiben haben.


Zunächst will ich alles mitbekommen, was politisch los ist. Ansonsten – ich habe
längst aufgegeben zu verstehen, warum ich mich plötzlich wie verrückt für das Spiel
Go interessiere und welche Taktiken es da gibt, zeitweise an nichts mehr anderes
denken kann – oder ich schau mir Mathevideos an über die Visualisierung des
imaginären Anteils einer komplexen Zahl … Da gehen für mich ganz neue Türen auf,
irr bis waghalsig, und ich will dann z. B. wissen, wie nichtkommutative Geometrie
mit der Zahlentheorie zusammenhängt, oder wie sich Primzahlen durch Gaußsche
Zahlen darstellen lassen. Solche Sachen halten mich tagelang in Bann. Wenn es mich
nicht mehr fesselt, kommt wieder etwas ganz anderes daher, das VoynichManuskript und seine mysteriösen Zeichen. Ich interessiere mich für Schwarztees,
koche neue Gerichte und kann daraus gut Inspiration ziehen. All das findet Eingang
in meine Texte. Ich könnte mich, glaube ich, nicht ausschließlich mit Literatur
befassen. Genauso aber (auch das klingt widersprüchlich) kann ich mich tage- und
wochenlang komplett in Petrarca, Sibylla Schwarz, Walt Whitman, Lalon oder die
Apokalypse vergraben.


Und ich bin ein großer Musikfan. Aktives Hören: Alles von (Avantgarde-) Jazz bis
hin zu Schubertliedern, politischem Hiphop und dem, was Singer und Songwriter
abliefern, aber da muss ich richtig zuhören. Ansonsten dudelt fast immer was im
Hintergrund, da hatte ich zuletzt ein paar gute Internetradios entdeckt, und alles was
sich im Hintergrund gut konsumieren lässt und nicht stresst, ist da gut geeignet, alles
zwischen Classic Rock, Hard Rock, (Post)Punk – was mich beim Zuhören beflügelt.
Muzak! Ich habe auch zum Schreibakt manchmal mehrere Medien gleichzeitig
eingeschaltet, weil mir dadurch von mehreren Seiten verrückte Worte zufliegen.
Ansonsten: Meine Frau Christel und ich sind ausgiebige Spaziergänger geworden,
d.h. wir haben da so mehrere Runden – wir wohnen ziemlich am Stadtrand und sind sehr schnell in der “Prärie”, wo wir je uns nach Wetter bewegen können. Wir haben da meistens unser gemeinsames Textbuch dabei, wo wir unter dem Label 2fell seit inzwischen 22 Jahren zusammen Texte schreiben. Es gibt (½ Laufstunde entfernt) an einem Autobahnrasthof eine rote Metallsitzgruppe “mit Trucker-WC-Anschluss“. Es wäre sogar ein Café dabei, das aber seit Monaten geschlossen hat. Das klingt jetzt völlig unromantisch, aber diese Bank steht immer wunderbar in der Sonne und wir können uns gegenübersitzen, haben einen Tisch, können schreiben. Da sind letzten
Sommer einige schöne Texte entstanden. Ich habe das Joggen angefangen und bin in
einem Jahr nun exakt 98 Runden gelaufen (zwischen 40 und 60 Minuten).
Als ‘das mit Corona’ angefangen hat, dachte ich, jetzt komme ich endlich mal zu
einigen Dingen, die ich sonst nie machen könnte. Das war anfangs auch so, dann
aber hat es sich verändert. Je weniger zuversichtlich ich war, desto schwieriger fiel
mir alles. Wenn ich plötzlich aus dem Haus musste, wurde das ein Riesenact. Und so
gibt es jetzt diesen anderen Effekt, wo es mir dann alles auf einmal so schwierig
erscheint, weil alles nur noch mit Einschränkungen möglich ist und wo ich kein Licht
mehr am Ende des Tunnels sehen kann. Auf diese Art, also durch meine
‚Prokrastination wider Willen‘, habe ich einiges an Terminen und auch Deadlines
für Wettbewerbe verbummelt. Müsste ich ein Motto erfinden für die letzte Zeit, wäre
das: Mein Jahr in der Jogginghose. Es ging bei mir teils gar nichts mehr voran und
die Lethargie wurde immer größer, selbst E-Mails zu beantworten fiel mir
phasenweise richtig schwer, das ist so ein Symptom der Pandemie … das neue,
schicke Wort dafür ist Languishing. Das ist auch der Grund dafür, warum ich seit
Januar mit dem Interview nicht fertig wurde …

Wie alle muss ich mit dem eingeschränkten Aktionsradius zurechtkommen. Das hat ganz klar negative Auswirkungen auf die psychische und physische Gesundheit, dabei habe ich es noch gut erwischt, da ich im Grunde alles zuhause erledigen kann. Für meine Frau und
mich war Reisen immer besonders wichtig, denn nur vor Ort kann ich eine andere
Kultur wirklich begreifen. Für sie war vieles davon jobbedingt, für mich Neugierde.
Das fehlt uns sehr.


Mein Fokus hat sich verändert. Es hat sich ganz vieles verändert. Ich bin kritischer
geworden. Ich achte auf ganz andere Dinge.


Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Besonnenheit, Besonnenheit, Besonnenheit. Über den Tellerrand schauen und
andere Länder nicht vergessen. Indien ist schlimmer dran als wir, viele andere so
genannte Entwicklungsländer auch. Nicht auf den eigenen Bauchnabel starren bitte.
Prinzipiell fände ich immer noch Zero Covid als Strategie sinnvoll, zumindest könnte
damit Europa aus der Krise kommen. Die Sache ist noch nicht vorbei. In Tests
vertraue ich weniger (außer PCR), weil sie zu ungenau sind, die Fehlerquote ist zu
hoch. Die meisten Maßnahmen begrüße ich, obwohl es mich ärgert, dass die
Impfungen so schleppend vorangehen und man seit einem Jahr nicht imstande ist,
die Situation ÖPNV und Büros zu regulieren …

Was für uns besonders wichtig ist: Global zu denken und zu erkennen, dass wir trotz
aller Einschränkungen, die uns belasten, sehr privilegiert sind.
Wobei ich nicht sage, dass mir die endlosen Lockdowns und Beschränkungen nicht
inzwischen komplett zum Hals heraushängen. Ich hatte erst wieder eine Absage für
eine Lesung Anfang Mai, wieder eine Gelegenheit, die ausfallen muss. Ich hatte mit
meinem neuen Buch nur eine einzige reale Livelesung im Sommer 2020 vor 4
Leuten. Ich kann das mit Fassung tragen.
Wichtig finde ich vor allem, dass die Menschen so freundlich, so cool, so besonnen
wie möglich bleiben und an ihre Verantwortung denken, die eine große ist. Schauen,
was man selber dazu beitragen kann, dass die Pandemie nicht immer größer wird.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle
gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein
und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Tja, die Kraft der Kunst. Die gibt es natürlich schon und es ist gut, dass es sie gibt.
Sie wird natürlich von jeher auch ein bisschen überschätzt, ohne dass ich mich selber
jetzt kleinlaut reden will. Die Kunst darf sich vor allem nicht instrumentalisieren
lassen. Was jetzt auch schon wieder passiert, dass die Politiker, die sich
aufgeschlossen und fortschrittlich geben möchten, die Kunst hochhalten, wie sie kurz
vorher sie die “systemrelevanten Berufe” hochgehalten haben – und das alles so
hässlich, wenn es obendrein so durchschaubar ist. Die Kunst kann nur für die Kunst bestehen. Alles andere ist Augenwischerei. Da macht man sich was vor. Die Kunst darf ich nicht zur Galionsfigur werden oder sich vor irgendwelche Politikerkarren spannen lassen. Oder dass Kunstwerke von der falschen Stelle Applaus erhalten.

Was liest Du derzeit?

Im Grunde lese ich immer schon alle möglichen Sachen gleichzeitig und nicht nur in
Buchform. Im Laufe des letzten Jahres bekam ich einen ganzen Schwung
Gedichtbände, da war und bin ich gut beschäftigt.
Ich habe auch im Internet einige gute Seiten entdeckt, habe mich letztes Jahr viel mit
dem Sonett beschäftigt, mit Petrarca. Und zuletzt mit den Gedichten von Walt
Whitman. Den Anstoß gab eigentlich Jürgen Brôcan, der auch mein letztes Buch
verlegt hat und der diesen Dichter komplett übersetzt hat. Nicht nur Captain my
Captain, auch viele andere Gedichte aus den Leaves of Grass sind sehr
beeindruckend. Gestern bekam ich Pega Munds reste von landschaft – es ist ihr
Debüt! – in das ich schon sehr interessiert hineingeblättert habe.
Dazu muss ich noch sagen, dass ich in den Phasen, wo ich viel Text produziere und
einen hohen Output habe, weder lesen noch rezensieren kann; da ist Lesen sogar
eher kontraproduktiv, weil ich beim intensiven Vertiefen nicht bei mir bleiben kann.
Vermutlich fokussiere ich mich deshalb auf “fachfremde” Sachen, die mich anregen,
um den Kopf aufzumachen für meine eigene Weltinterpretation.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Am liebsten würde ich gleich ganz viele Zitate heraussuchen … Ich habe in der letzten
Zeit sehr viele Bücher bekommen, von Kolleg:innen und Freund:innen, die ich
getauscht oder mir bestellt habe. Und eigentlich habe ich immer gedacht, dass aus
der Überfülle zu schöpfen leichter ist … Da war so viel Input die letzte Zeit, dass ich
mir wirklich schwertue, daraus etwas Markantes hervorzuheben. Ein paar Bücher
möchte ich gerne nennen, weil sie mir noch stark im Gedächtnis sind. Hartwig
Mauritz hat einen Gedichtband herausgebracht, schwarze landschaft aus dem
brillenetui nachts, in dem ältere Texte neu verlegt wurden. Das Buch ist klasse,
sozusagen ein “best of”. Dann ist da Yevgeniy Breyger mit seiner Gestohlenen Luft: vielgestaltig, wuchtig, ideenreich. Ein sehr gelungener Band! Da sind schon absolut irre Texte drin, über die ich tagelang nachgedacht habe. Und auch Yu-Sheng Tsou, die sich vereinende deckung: Seine Gedichte haben einen einzigartigen Sinn für die Verknüpfung von Philosophie und Dichtung und entwickeln darin völlig unerwartete, überraschende Bilder; auch das ist großartig. Der Debütband von Lea
Schlenker, Eine Auswahl an Fluchtmöglichkeiten, mit den so leichten und doch so
schweren Gedichten, die vieles bewegen und anregen … Andreas Hutts Schritt auf
Schritt mit seinen intensiven Landschaften (eigentlich Lebensraumbeschreibungen!), in denen es um weit mehr geht als um Landschaften, und Siegfried Völlgers Pilzfreund Bielers Posaune mit so humorvollen wie hintergründigen Texten, die einen doch auch aufgrund ihrer kühnen Bildwelten nachhaltig beschäftigen.

Und auch Augusta Laar – ihren Band Avec Beat habe ich kürzlich im Signaturen-Magazin rezensiert – die musikaffinen Gedichte haben in ihrer Lakonie und ihrer positiven Utopie einiges bewegt. Jürgen Flenkers Band dies sture beharren auf anwesenheit: Ein ganz eigener Sound, der Gegenstände auf den Punkt bringt, die man so nicht auf dem Zettel hat. Die werden aus der Sprache regelrecht herausgemeißelt. Nicht zu vergessen Axel Görlachs Band weil es keinen grund gibt für grund: Ein grandioses Konzeptalbum mit Texten, die unter die Haut gehen, weil er dahin schaut, wo andere nicht hinschauen, auch auf die tabuisierte deutsch-tschechische Geschichte. Er ist zudem ein toller Fotograf, seine Fotos
bringen nochmal eine Zusatzebene. Erec Schumachers Chapbooks, von denen ich
zwei gelesen habe, bringen nochmal eine ganz neue Idee von ”Buch”, und diese
schmalen Bände können einiges, vor allem schnell reagieren; sie haben ihre eigene
Textur und bringen topaktuellen Text, Textcollage und Collage ins Bild. Last but not
least Jürgen Brôcans Ritzelwellen — ein vielschichtiges Buch, das ganz viele Themen
umspannt und zusammenbringt, es ist u.a. ein Gespräch mit anderen Dichter:innen,
wo nicht zuletzt Kindheit und Tod verbindende Themen sind.

Zitieren möchte ich aus Julia Wörles Roman Die kleinen Manöver, ein paar Zitate
daraus. Ein Buch, das sich unverstellt vielen heiklen Themen widmet, das sich sehr
offen mit fragiler Weiblichkeit auseinandersetzt. Dabei ist es nirgends
Betroffenheitsprosa, sondern das ist sehr präzise beobachtet. Deswegen habe ich mir
ein Buch speziell hergenommen, weil mich das ziemlich umgehauen hat, und
gleichzeitig ist es ein Episodenroman Also das sind sehr virtuos verwobene
Geschichten und es sind clusterartige Soziogramme in der Art von Mindmaps dabei.
Wenn du verschüttete Milch bist, Lucy, dann bin ich verschüttete Dunkelheit,
schwer und zähflüssig. Etwas, vor dem ich selbst Angst habe. Erinnerst du dich an
die Fliegenbänder, die Mama manchmal im Sommer in der Küche aufhängte? Die
Fliegen blieben dort kleben. So ist es mit meiner dunklen Flüssigkeit, an der die
Toten hängen bleiben. Ich spüre, wie sie zappeln, weiterwollen, es ihnen aber erst
nach vielen Versuchen gelingt, sich zu befreien. Und an mir dann die Abdrücke
ihrer Anstrengung hinterlassen, freizukommen, weit weg zu sein.
*
Viele der Männer, in die ich mich verliebte, wollte nicht mit mir schlafen. “Zu
zerbrechlich”, sagten einige. “Ich brauche Schlampen mit Herz”, sagten andere,
“kein Feenwesen, das sich verwirrt an den Rändern des Lebens rumdrückt.”
*
Hanna spürt es deutlich, die Hose kneift, die schlecht gekauten Essensmassen
randalieren in ihrem überlasteten Verdauungstrakt, alles Blut, alle Energie wird
aus ihrem übrigen Körper abgezogen.
*
“Arne und ich”, sagt Caro und schluchzt, ein kleines Rinnsal Rotz rinnt ihr aus der
Nase, “ich weiß manchmal nicht mehr, wie ich mit ihm weiterleben soll.” So
verweint sieht sie plötzlich viel schöner aus als sonst, auch wenn sich die
verschmierte Wimperntusche unter ihren Augen sammelt. So nah, so preisgegeben
und verletzlich. Die metallischen Schichten sind abgefallen, und da ist ein
schimmernder, weicher Kern, der sonst nur schwer zu erahnen war.
*
New York ist eine Jungfrau mit drei eisernen Unterhemden.
*
Das Hotel ist ein alternder Rockstar, unter dem Samt drücken sich die Knochen
durch, Farbe blättert ab, im sanitären Gedärm rumpeln und schwappen
Erinnerungen. Manchmal röhrt es in der Kehle des Hotels — da ist wieder ein
Schimmer der eigentlichen Kraft, und es kann sein, dass das Hotel für die Dauer
einer Strophe durchhält. Hotelrock, gepaart mit dem Klappen der Türen, dem
Rauschen der Toilettenspülungen, dem Kommen und Gehen der Leute, die mit dem
Maul der gläsernen Drehtür nach drinnen und draußen geschaufelt werden.
*
Und auf die jetzige Situation bezogen:
Sie ist geborgen in einem toten Winkel. Niemand wird sie hier vermuten, sie kann
untertauchen, um in aller Ruhe wieder zu Atem zu kommen

Armin Steigenberger, Schriftsteller

Vielen Dank für das Interview lieber Armin, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Armin Steigenberger, Schriftsteller

Armin Steigenberger – Wikipedia

Fotos_1 Ulrich Schäfer-Newiger; 2,3 Christel Steigenberger.; 4 Armin Steigenberger.

17.5.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

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