„Der Literatur bieten sich jetzt online neue Möglichkeiten“ Hartwig Mauritz, Schriftsteller_ Vaals/NL 12.5.2021

Lieber Hartwig, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Der Alltag verläuft ähnlich wie in Vor-Corona-Zeiten. Unter der Woche steht viel Arbeit an. In meinem Brotberuf bin ich Lehrer an einem Berufskolleg in Alsdorf tätig. Auch in den Ferien und an den Wochenenden muss ich mich auf den Unterricht vorbereiten, der durch den Online-Unterricht ein besonderes Format erhalten hat und jeweils immer wieder neu erstellt werden muss. Hinzu kommt die Umstrukturierung unserer Schule, und der Einsatz in neuen Lerngruppen und Fächern seit Schuljahresbeginn, der sehr zeitraubend ist.

Ab dem 12.April war ich wieder fast 10 Stunden am Tag in der Schule. Ich lebe hinter der deutsch-niederländischen Grenze im Aachener Grenzort Vaals und muss seit Dienstag 06.April alle 72 Stunden einen Corona-Schnelltest beibringen, weil an der Grenze seit diesem Tag kontrolliert wird. Man muss sich über die aktuelle Corona-Lage informieren, um nicht böse Überraschungen zu erleben und seit dem 06. April muss ich mich zwei Mal in der Woche testen lassen, um nicht an der Grenze abgewiesen zu werden.

Zum Lesen und Schreiben komme ich in den Pausen zwischendurch und am Wochenende.

Hartwig Mauritz, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Für uns ist es nun wichtig, gesund zu bleiben und in diesen Corona-Zeiten nicht die Nerven zu verlieren, wegen der vielen Maßnahmen und Restriktionen, der Ungewissheit über den Fortgang der Pandemie. Auch ist es wichtig, seine sozialen Beziehungen nicht einschlafen zu lassen und die technischen Möglichkeiten zu nutzen, die uns die Digitalisierung bietet, um mit den Mitmenschen in Kontakt zu treten, damit Freundschaften nicht abreißen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Während der Pandemie hat die Digitalisierung in der Gesellschaft stark zugenommen. Das Format der Videokonferenz hat im Geschäfts-, Schul- und Universitäts-Bereich Eingang gefunden und die Kommunikation im beruflichen Umfeld dominiert. Vereine und Kirchen halten Sitzungen und Veranstaltungen über Videokonferenzsysteme ab. So hat auch die Kultur dieses Format übernommen. Museen bieten Onlineführungen an. Konzerte können gestreamed werden, Lesungen und Seminare finden online statt und bieten somit für die Verbreitung von Literatur neue Möglichkeiten auch über die Pandemiezeit und über die lokale Begrenzung hinaus.

Was liest Du derzeit?

Derzeit lese ich von Stefan Zweig „Drei Dichter ihres Lebens“. Die Lektüre der Gedichtbände „sonnengesang“ von Norbert Hummelt und „im glasberg“ von Nadja Küchenmeister habe ich gerade abgeschlossen. Meist lese ich einen Lyrik- und einen Prosaband parallel.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Aus Hölderlin „Die Nacht“

„Seid gegrüßt, ihr zufluchtsvolle Schatten,

Ihr Fluren, die ihr einsam um mich ruht;“

Vielen Dank für das Interview lieber Hartwig, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Hartwig Mauritz, Schriftsteller

Hartwig Mauritz | Zur Person | Poetenladen

Foto_privat.

11.4.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

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