„Der direkte Austausch zwischen Künstler*innen und Publikum ist für mich unersetzbar“ Martina Sinowatz, Schriftstellerin_ Wien 30.4.2021

Liebe Martina, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Auf alle Fälle bin ich Procastinationsexpertin geworden, wobei mich das Radio sehr effizient unterstützt.

Sonst verbringe ich viel Zeit mit Denken, Schreiben, Lampenfieber haben (nächste Woche findet Lyrik im Mai statt …) Grazer Autorinnen Autorenversammlung – Lyrik im März (gav.at) und meinem neuen Hobby Kochen.

Martina Sinowatz, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Für „uns alle“ ist schwierig zu beantworten. Wer sind denn „wir alle“? Wenn es allgemein zu verstehen ist, finde ich es wichtig, Kontakte zu halten. Die psychische Distanz soll keine soziale sein. Beziehungen zu halten oder zu festigen ist eine schöne – ich nenne es bewusst – Arbeit.

Nur: Gilt das wirklich für alle? Eigentlich kann ich es doch nur für mich selbst beantworten.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur,  der Kunst an sich zu?

Persönlich freue ich mich darauf, Kunst wieder in realen Räumen zu erleben und zu machen. Der direkte Austausch zwischen Künstler*innen und Publikum ist für mich unersetzbar. Wie sehr mir das abgeht, habe ich 2020 im Sommer erfahren, als es kurz, wenn auch eingeschränkt möglich war. Diese Liveereignisse habe ich wie Feste erlebt und genossen.

Einmal konnte ich selbst als Lesende teilnehmen und es war für mich eine Bereicherung, die Reaktionen auf die Texte wieder einmal in der Mimik, in der Körperhaltung der Zuhörenden zu erleben. Das ist virtuell nicht derart unmittelbar spürbar. Bei einer Liveperformance ist das noch vehementer, Lampenfieber inklusive mit der immer wieder hochkommenden Frage: Warum mache ich das eigentlich?

Literatur und jede andere Kunst spielen für die meisten Menschen, die ich kenne, eine große Rolle und sie freuen sich wie ich darauf, sie wieder als gemeinschaftliche Erlebnisse zu genießen. Danach noch auf ein Resümee-Bier zu gehen, gehört für mich dazu.

Was liest du derzeit?

Soeben habe ich die Lektüre abgeschlossen von: Bernadine Evaristo: Mädchen, Frau etc. aus dem Englischen von Tanja Handels.

Das Buch hat mir eine Freundin geschenkt und mir damit eine große Freude bereitet. Der Roman ist witzig, berührend, feministisch, ironisch und spannend. Schade, dass ich ihn schon ausgelesen habe.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Es gibt eine Formation, die das avantgartistische Prinzip der assoziativen Montage in Wort und Aktion verfolgt:

grauenfruppe | startseite

Die grauenfruppe sind Daniela Beuren, Elke Papp, Karin Seidner und ich als alphabetisch letztgereihtes Vierterl. Im September feiern wir im Rahmen einer GAV-Veranstaltung unser 25-jähriges Bestehen unter dem Motto, das wir durchaus als Impuls verstehen:

BILDET KOLLEKTIVE!

Vielen Dank für das Interview liebe Martina, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Martina Sinowatz, Schriftstellerin

Grazer Autorinnen Autorenversammlung – MITGLIEDER (gav.at)

Foto__privat

29.4.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s