„Kreativität und Kunst als wichtigen Bestandteil des Lebens zu etablieren“ Simon Mayer, Performer_Wien 9.3.2021

Lieber Simon, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Aufwachen. Ein bisschen Angst haben was so alles passiert auf dieser Welt gerade. Tief ein- und ausatmen. Ah es wird leichter! Kalt duschen und meditieren. Ah es wird noch leichter mit allem umzugehen ohne dass ich`s umgeh. Orgaarbeiten oder Online Coachings machen oder irgendeinen Onlinekurs leiten. Besprechung mit meiner kaufmännischen Leitung. Planen – absagen/Stress – neu planen – Absage/Erleichterung – neu planen. Natur, spazieren mit Freunden und auftanken. Residency und Vorbereitung fürs nächste Stück. Mit Team und Masken im Studio. Man tut das gut Menschen zu spüren! Davor gemeinsam Tests machen. Am Abend wieder mal versuchen keine Nachrichten zu schauen und trotzdem informiert zu bleiben.

Simon Mayer_ Performer, Tänzer, Choreograf und Musiker.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Den Fokus auf die inneren und äußeren Ressourcen zu richten. Hineinzoomen in die Momente und Umstände, die so richtig guttun. Und sich bei scheinbaren Kleinigkeiten – einem warmen Sonnenstrahl auf der Haut, freundlich lächelnde Augen über einer Maske – groß aufzutanken. Sich verbinden mit der kindlichen Neugier, die Dinge immer wieder ohne Vorurteile von neuem entdecken kann. Die Qualität des Differenzierens. Um nicht alles in einen Topf zu werfen. Souveränität zu leben. Auch wenn es grade viele Regelungen gibt ist ganz wichtig die Selbstverantwortung zu trainieren und kreativ zu sein mit den Dingen die trotzdem noch möglich sind. Don t break the rules but bend them. Aber mit Herz und Hirn. Damit die psychische Gesundheit erhalten bleibt um die physische zu gewährleisten. Wenn ich jemanden treffen will, dann kann ich das auch tun. Schnelltest is the door to heaven! Und echt kein Aufwand! Und wenn ich mich durch all diese positiven Ereignisse die ich durch Selbstverantwortung und Selbstliebe als Ressourcen in mein Leben geholt habe und pflege, aufgetankt habe. Wenn ich wieder inneren Raum habe. Dann schau ich wieder ganz genau hin, was gerade alles schief läuft in mir und im außen. Denn neben der Ressourcenpflege ist das Hinschauen auf die tägliche Traumatisierung, die gerade vor sich geht wirklich wichtig. Sich damit beschäftigen und wirklich zu fühlen was zu fühlen ist. Das regelmäßige Hinschauen und Fühlen ist für mich der 2. Schlüssel zum Integrieren und Verarbeiten dessen was gerade vorgeht auf dieser Welt. Denn nur wenn die Scheinwerfer angehen ist die Bühne sichtbar.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Performance, der Musik, der Kunst an sich zu?

Kreativität und Kunst als wichtigen Bestandteil des Lebens zu präsentieren und zu etablieren. Das beginnt bereits jetzt. Kreativ zu sein mit den Möglichkeiten die zu Verfügung stehen. Ändern statt ärgern – ein toller Spruch, den mir die wundervolle Maja Osojnik mal ins Ohr geflüstert hat. Und dafür braucht`s Kreativität. Das schöpferische Potential und die verspielte Naivität, die das Destruktive und dem Pessimismus zum Dialog einlädt und umarmt.

Kunst in all ihren Formen (Performance, Musik, etc.) spielt bereits jetzt eine starke Rolle im vielfältigen Aufzeigen von Missständen und vom Lebensbejahenden. Und das wird auch in Zukunft sehr wichtig sein. Kunst ist ein unglaublich kraftvolles Werkzeug zum Entgiften des gesellschaftlichen Darms. Im Moment leiden viele von uns an einer Verstopfung. Scharfe Regeln, picksüße Unsicherheit, ungewohnt saure Veränderung, gemischt mit persönlichen Unverträglichkeiten und fehlenden Bauchstreicheleinheiten. Das legt sich grade alles an in unseren Schlingen. Da tut s schon mal echt gut sich ein bisschen zu bewegen bei einem online Dancefloor oder ein beruhigend verdauendes Konzert zu hören oder sich dann endlich wieder von einer echten Hand den Bauch streicheln lassen, wenn man im Theater sitzt. Ich denke Kunst als gesellschaftliches Event wird viel Wertschätzung bekommen. Endlich wieder mal gemeinsam sein und Menschen spüren!

Was liest Du derzeit?

Ein Buch über Selbstliebe und Tantra.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Auftanken – Hinschauen – Ändern statt ärgern.

Und…. Dankbarkeit! … als tägliche Praxis zum Erkennen, voll Auskosten und integrieren der nährenden Momente.

Simon Mayer_ Performer, Tänzer, Choreograf und Musiker.

Vielen Dank für das Interview lieber Simon, viel Freude weiterhin für Deine großartigen Performance-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Simon Mayer_ Performer, Tänzer, Choreograf und Musiker

Kopf Hoch! | Simon Mayer

Alle Fotos__Franzi Kreis.

16.2.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

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