„Die Lust am Erfinden und Erzählen ist universell und verbindet“ Melanie Laibl, Schriftstellerin_Tullnerbach-Lawies 1.2.2021

5 Fragen an KünstlerInnen_ Melanie Laibl

Liebe Melanie, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

In gewisser Weise nicht anders als „davor“. Und dann doch wieder komplett neu. Zu Hause sitzen und schreiben gehört ja mehr oder weniger zum Berufsbild einer Autorin. Man weiß um seine Motivationsmöglichkeiten, Prokrastinationsneigungen, Organisationsabläufe und Inspirationsquellen. Was fehlt, sind die direkten Begegnungen und der Austausch mit dem Publikum, den Verlagsmenschen, der kreativen Kollegenschaft. Natürlich können auch über Skype, Zoom & Co. Bücher entstehen bzw. gemeinsam erlebt werden. Das gewisse Etwas aber fehlt. Den ganzen Tag vor einem flimmernden Rechteck zu sitzen, ist fordernder als jede Lesereise quer durch die Lande.

Melanie Laibl, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Solidarität! Aktuell geht in den verschiedensten Bereichen eine Art Schere auf – ein Mittelmaß oder Zwischendrin gibt es kaum. Bei aller gebotenen physischen Distanz müssen wir gleichzeitig näher zusammenrücken und mehr zusammenhalten. Wer, wenn nicht wir hat als Gesellschaft die Mittel und Wege, damit niemand zurückbleibt?

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Bei meinen Lesungen mit Kindern jeden Alters und von überall her sehe ich so viele Gemeinsamkeiten. Die Lust am Erfinden und Erzählen ist universell und verbindet – auch und gerade, wenn sich darüber Diskussionen entspinnen. Entsprechend müssen Kunst und Kultur wieder flächendeckend zugänglich gemacht werden. Sie sind kein „Genussmittel“ sondern, ganz im Gegenteil, ein „Grundnahrungsmittel“.

Was liest Du derzeit?

Wenn ich, wie jetzt gerade, an einem erzählenden Buch arbeite, geht nebenher eigentlich nur Tagesaktuelles – oder Sachbücher! Wobei „Accidentally Wes Anderson“ kein reines Sachbuch ist, sondern eher eine Kopfreise an unterschiedliche Orte, an denen der Meister jederzeit mit seinem Filmteam auftauchen könnte.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„How did it get so late so soon?“ (Dr. Seuss)

Vielen Dank für das Interview liebe Melanie, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Melanie Laibl, Schriftstellerin

Foto_Franz Faustmann

9.1.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

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