„Das dreißigste Jahr“ Ingeborg Bachmann. Werkausgabe. Suhrkamp Verlag.

Es ist ein entscheidendes privates wie berufliches Lebensjahrzehnt der Schriftstellerin Ingeborg Bachmann, das mit den 1960er anbricht. Die gefeierte Lyrikerin ist der shooting star der deutschen Nachkriegsdichtung. Viele literarische Auszeichnungen wie ein Spiegel cover sind Ausdruck davon

Sie zieht 1960 mit ihrem Lebenspartner Max Frisch nach Rom. In der Nähe des prächtigen Gartens der Villa Borghese beziehen sie ein Apartment. Beide verbindet das Schreiben und die private Perspektive möglicher Zukunft. Ingeborg Bachmann ist 34Jahre alt. Und sie wagt nicht nur privat neue Schritte.

Die Prosa wird nun zur Mitte des Schreibens für die in Klagenfurt geborene Schriftstellerin. Erzählungen sind es, die in ihrer Intensität wie Variation gleichsam die eindringliche lyrische Stimme aufnehmen und in neuer Kraft in die erwartungsvolle Welt der Literatur und Gesellschaft setzen. Es ist ein Wagnis, das Bachmann hier eingeht. Doch dieses hatte sie nie gescheut…

Der Erzählband eröffnet mit einem schonungslosen existentiellen Blick auf die Schwelle eines Lebensjahrzehntes, in dem sich die Schriftstellerin gerade befindet – Das dreißigste Jahr. Diese Prosa ist neu in Direktheit, Ansprache und Schonungslosigkeit. Der Band schließt mit Undine geht, einem literarischen Manifest, welches patriarchale Lebensformen und Ansprüche in Doppelbödigkeit und Lüge zertrümmert und zerfetzt.

Ingeborg Bachmann riskiert mit ihrem neuen Schreiben alles und gewinnt alles. Auch ein neues Leben nach Max Frisch – „Ich liebe. Liebt ihr? Wie stellt ihr das fest? Habt ihr höheren Blutdruck?“ (Ein Wildermuth).

Die vorliegende Werkausgabe – Salzburger Bachmann Edition – bietet nun diesen prosaischen Beginn und Meilenstein in der schriftstellerischen Entwicklung Ingeborg Bachmanns (1926 – 1973) in umfassender Editionsform mit literarischem Kommentar wie zeithistorischen wie biografischen Bezügen.

„Ein Ereignis und Meilenstein moderner Literatur in umfassender Kommentarausgabe – ebenso ein beeindruckendes Ereignis moderner Edition!“

Walter Pobaschnig 11_20

https://literaturoutdoors.com

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