„Es ist schrecklich zu sehen, welchen Stellenwert die Kultur politisch einnimmt“ Nina Weisz, Schauspielerin _ Berlin 29.11.2020

Liebe Nina, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Früh aufstehen, Frühstück machen, Kaffee trinken und eine Runde Karten mit der Jüngsten spielen. Wenn keine Castings oder Drehs anstehen, verbringe ich viel Zeit damit an meinem alten Hymer Wohnmobil zu basteln, oder fahre mit dem Rad durch die Stadt. Dann lasse ich die Berliner Stadtteile auf mich wirken. Mich fasziniert wie jeder Kiez seinen ganz speziellen Rhythmus und seine eigene Energie hat. Das wirkt ja auch auf einen selber. Ich würde jetzt gerne auch sagen, dass ich lange
Spaziergänge mit meinem Hund mache, aber leider hasst mein Hund sowas.

Nina Weisz _ Schauspielerin


Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Weg von diesem Egoismus. Im Kleinen und im Großen erst recht. Und bei all dem Schrecklichen was um uns herum passiert, den Blick auf das Schöne niemals vergessen!


Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle
gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein
und welche Rolle kommt dabei dem Theater, der Kunst an sich zu?

Im Moment begegnet uns sehr viel Verunsicherung und Angst. Das birgt natürlich eine große gesellschaftliche Gefahr aber auch eine Gelegenheit zur Verbesserung, denn wir finden ja oft nur in der Not einen Antrieb zur Veränderung. Das Wesentliche kann dann nur Liebe sein! So einfach ist das…eigentlich.


Die Rolle der Kunst ist in solchen schwierigen Zeiten umso wichtiger. Es ist schrecklich zu sehen, welchen Stellenwert die Kultur politisch einnimmt. Die Kunst könnte heilsam wirken, kann sie aber nicht, wenn sie nur als schicker Zeitvertreib gesehen wird. Kultur ist kein Luxus sondern Notwendigkeit!


Was liest Du derzeit?

Panikherz von Benjamin von Stuckrad Barre und Heinz Strunk in Afrika. Und als nächstes Land in Sicht von Ilona Hartmann und Nerds von Sibylle Berg. Ich kann mich noch nicht entschieden welches zuerst…


Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Es gibt kaum ein Wort heutzutage, mit dem mehr Missbrauch
getrieben wird als mit dem Worte frei. Ich traue dem Wort nicht,
aus dem Grunde, weil keiner die Freiheit für alle will; jeder will sie
für sich.“

Otto von Bismarck

Vielen Dank für das Interview liebe Nina, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen

Nina Weisz, Schauspielerin

http://www.ninaweisz.com/

Foto _Alan Ovaska

4.9.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

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