„Mit einem Maß an Nichtgewissheit leben“ Sabine Burkhardt, Schriftstellerin _ Schwabach/D _28.11.2020

Liebe Sabine, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mein Tagesablauf ist jetzt mehr auf das Schreiben/Lesen/Korrigieren/Soziale Medien als auf Präsenzangebote konzentriert. Die äußere Begrenztheit tut auf eine Art gut. Dann ist der Einkauf, auch mal das Saubermachen ein bewussterer Akt, der neue Gedanken entstehen lässt. Bewegung schafft wieder mehr Raum. Inzwischen plane ich eine ganze Reihe von Präsenzangeboten wieder neu (Philosophie/Gesellschaft/Literatur) in der Nicht-Gewissheit des Stattfindens.

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

In einer der Pausen ist es sehr wichtig, in den nahe gelegenen Stadtpark unter alten Bäumen ‚Luft zu holen‘. Manchmal treffe ich mich dort mit einer Kanne Kaffee mit einer Person meiner Wahl auf einer Bank, mit Abstand und Nähe. Analoges Leben war lange mein Normal, daran halte ich gerne fest, wenn auch gezielter. Dieser Austausch, ob harmonisch oder kontrovers, gibt mir immer Zuversicht. In Ruhe und Bewusstheit atmen, denken, handeln. Eine Gangart, die wohler tut als das Atemlose. Pausen sind existentiell wichtig. Für uns alle.

 

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Wesentlich ist für mich auch hier Bewusstheit. Über das, was wir lieben, wertschätzen. Es ist möglich, dass wir weniger, aber wertschätzender konsumieren. Und damit gut über die Runden kommen. Weil es einen Mehrwert ergibt durch das Schätzen einer guten Lektüre, eines gut gemachten Films, einer Performance, eines Interviews, einer Führung, eines kunstvollen Gegenstandes … (hier können beliebig viele Künste eingesetzt werden). Auch mit einem Maß an Nichtgewissheit leben, solange das Existentielle geklärt ist, setzt neue Ideen frei.

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 Was liest Du derzeit?

Christopher Kloeble: Das Museum der Welt, dtv
Christine Langer: Körperalphabet und: Findelgesichter, Klöpfer&Meyer
Margarete Stokowski: Untenrum frei, rororo.

 

Welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Auf der Suche nach etwas Schönem wie Schnee ging ich leer aus bis es des Wegs zu schneien begann. (Elisabeth Borchers)

Vielen Dank für das Interview liebe Sabine, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Sabine Burkhardt, Schriftstellerin

https://www.thomasruegerverlag.de/die-autoren/sabine-burkhardt/

Fotos_Klaus Burkhardt

31.8.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

Ein Gedanke zu „„Mit einem Maß an Nichtgewissheit leben“ Sabine Burkhardt, Schriftstellerin _ Schwabach/D _28.11.2020

  1. Sehr schöne, bedachte und inspirierende Antwort bezüglich Dem Wesentlich in dem Aufbruch vor dem wir alle stehen…

    Und ein tolles Zitat zum Schluss, heute zum ersten Schneefall in diesem Winter 🙂

    Liken

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