„Ein Grundeinkommen könnte noch mehr Kunstprojekte ermöglichen, die einen ideellen Sinn haben“ Pola Polanski, Schriftstellerin, Künstlerin _ Stuttgart _ 27.11.2020

Liebe Pola, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Morgens um halb acht aufstehen, eine Stunde lang Kaffee trinken und in den Garten schauen. Eine Kombi aus Yoga- und Rückengymnastik steht an. Meistens gehe ich danach eine Stunde in den Wald zum Walken. Nach dem Essen arbeite ich (meistens Grafik Design) per Homeoffice für einen Verlag, bei dem ich einen Minijob habe.

Am späten Nachmittag kümmere ich mich um meine Romanprojekte. Im Moment
überarbeite ich meinen ersten Roman mit dem Schriftsteller Rüdiger Heins zusammen. Die Arbeit an meinem achten Roman, einem Psychothriller mit dem Arbeitstitel „Jagd auf Irrwegen“ ruht gerade ein wenig, da das Lektorat im Vordergrund steht. Rüdiger Heins und ich machen die Lektorats-Termine per Telefon. Ein Telefonat dauert ungefähr zwei Stunden. Hin- und wieder habe ich virtuelle Treffen über Zoom mit meiner Romangruppe. Wenn ich Zeit habe, male ich ein neues Bild. Mein neues Kunstprojekt ist: Bekannte Persönlichkeiten zu malen, die sich entweder umgebracht haben oder wahnsinnig geworden sind.

Einen Tag in der Woche bin ich im Büro des VBKW Verband Bildender Künstler und Künstlerinnen Baden-Württemberg. Dort bin ich alleine und bearbeite den eMail-Verkehr. Wenn es Fragen gibt, telefoniere ich mit der Vorstandsvorsitzenden des Verbandes.

Pola Polanski, Schriftstellerin, Künstlerin


Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Die sozialen Kontakte nicht zu verlieren. Die Arbeit im Homeoffice ist zeitweise sehr einsam. Ich vermisse meine Künstler- und Schriftstellerkollegen, genauso auch all die Vernissagen und Lesungen.

Bild_SchriftstellerInnen_Kanon _ Pola Polanski

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Ich hoffe auf das bedingungslose Grundeinkommen. In dem Fall könnte man auch Projekte verfolgen die einen ideellen Sinn haben, die im Kapitalismus wenig Wert haben.


Was liest Du derzeit?

Von Juli Zeh „Die Stille ist ein Geräusch – Eine Fahrt durch Bosnien“
und James Joyce „Ulysses“.
Wegen Romanrecherche für den Psychothriller: von Günter Wulf „Sechs
Jahre in Haus F“ (in dem Text kommt ein Heimkind vor),
von Gabriel Rolón „Auf der Couch, Wahre Geschichten aus der Psychotherapie“ (ich versuche mich in „Jagd auf Irrwegen“ in eine Psychologin einzufühlen)


Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Wie ich einmal den Himmel zertrümmern wollte, aber keine Kraft
mehr hatte.“

Vielen Dank für das Interview liebe Pola, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literatur- und Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Pola Polanski, Schriftstellerin, Künstlerin

Romane – Pola Polanski

Alle Bilder_Fotos_Pola Polanski

23.11.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

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