„Die Bienen und das Unsichtbare“ Clemens J.Setz. Suhrkamp Verlag.

Da ist die Flucht nach Schweden. Und die verlorene Sprache. Alles beginnt neu. Und alles beginnt mit der Sprache. Dem Sehen, dem Wahrnehmen, dem Annehmen. Dem Symbol – Bliss. Bliss ist der Name einer Kunstsprache, die von  Charles Kasiel Bliss (1897 – 1985) erfunden wurde.  Für den 1979 geborenen Mustafa wird es das Fenster und die Gestalt der Welt. Wird es Traum und Poesie…

Karl Blitz, so der Geburtsname von Charles Kasiel Bliss, wird in Czernowitz geboren.Die Monarchie. Eine Welt der Sprachen aber auch der Stille, der Gesten, schnellen Zeichen. Der junge Karl beobachtet das Kommen und Gehen der Menschen aus allen Himmelsrichtungen und ihre Formen und Versuche von Sprache. Dann der Weg nach Wien, das Studium. Und das Dunkel 1938. Seine spätere Frau Claire rettet den jüdischen Chemiker aus dem Konzentrationslager Buchenwald. Eine rastlose Flucht beginnt. Schließlich der Fluchtpunkt Shanghai. Ein Neubeginn. Auch für eine Sprache….

„Die Sprache muss sehr leicht sein“ so der Begründer der Esperanto Sprache. Die Welt im einfachen Wort. Wie ein Gedicht. Auf den Punkt. Den Angelpunkt von Welt…

Der österreichische Schriftsteller Clemens J.Setz, der 2020 mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet wurde, legt mit „Die Bienen und das Unsichtbare“ eine ganz außergewöhnliche wie spannende Reise zu den ganz elementaren Lebensquellen des Menschen in der Welt dar – die Formen von Sprache/Sprachen.

Und es wäre nicht Clemens J.Setz wenn dies nicht eine fantastische, abenteuerliche Reise in die schier unendlichen Ungewöhnlichkeiten des Lebens und der Welt ist. Die Mitte ist dabei immer der Weg zur Sprache, der Vergangenes zu fassen, Gegenwart anzueignen und Zukunft zu ermöglichen sucht. Und dieser ist so vielfältig wie der Mensch. Sprache spiegelt das utopische Potenzial des Menschen und der Autor erzählt einmalig von diesen Möglichkeiten des Seins.

„Anfang und Ende von Sprache. Zweifellos das Buch zur Zeit – was ist und wenn, wie zu sagen und wovon ist zu schweigen.“

Walter Pobaschnig 11_20

https://literaturoutdoors.com

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