„Es ist eine Resignation, die jetzt in dieser Situation als Schauspielerin stattfindet“ Ines Schiller_ Schauspielerin_ Palais Auersperg _Wien 17.11.2020

Es ist eine Resignation, die jetzt in dieser Situation als Schauspielerin stattfindet. Eine Resignation, dass nichts mehr möglich ist. Das ist eigentlich das Letzte, das man haben sollte.

Ines Schiller, Schauspielerin_Palais Auersperg _ Wien

Aus dieser Resignation geht dann aber eine unglaubliche Kraft hervor, weil es kein konkretes Ziel mehr gibt.

In diesem unkonkreten wabernden Zustand kommen wir gleichsam wieder an „Grunddinge“ unseres Wesens – dass wir wieder dem Leben vertrauen.

Im Vertrauen auf dieses „nackte“ Leben kommt es zu einem Weg, der  unabhängiger ist von den Umständen.

Bei mir hat sich jetzt Resignation in Ruhe umgewandelt.

Diese Zeit, das Leben jetzt ist vielleicht mit dem Fasten vergleichbar. Du isst regelmäßig Fette, Öle, Salze und irgendwelche Zusatzstoffe. Und wenn Du dann beginnst nur noch Reis und Kartoffeln zu essen, also puristisch, dann führt dies auch zu elementaren Grundprozessen des Körpers und Grunddingen des Geistes zurück. Da ist Liebe dabei. Aber auch Angst und Schmerz. Diese sind alle teil unseres Wesens als Mensch

Wenn wir Angst, Liebe, Schmerz empfinden können, dann ist immer etwas da vom Leben!

Wir müssen wissen, dass immer etwas da ist vom Wesen des Lebens. Und dass es in Bewegung ist. Das nichts statisch bleibt sondern sich verändert.

Und die Liebe – wenn man die zulassen kann, dann hat man zumindest die Sicherheit, dass man lieben kann. Und mehr geht eh nicht.

Ohne Liebe können wir nicht leben.  Jedes Lebewesen, Mensch oder Tier, empfindet immer Liebe.

Ein Ort inspiriert einfach. Es passiert. Das Denken verändert sich.

Der Mensch verhält sich immer zum Raum.

Je klarer die Räume sind, je fantastischer, je geschichtlicher, desto mehr verhält sich der Mensch zum Raum. Auch wenn er es nicht will.

Das Palais Auersperg ist wie ein geheimer Garten in Wien. Ein „secret garden“ in Raum und Licht. Es ist wunderbar!

Ich bin mit Schauspiel, Theater, Kabarett aufgewachsen. Meine Tante Ingrid Schiller ist Schauspielerin. Ich lernte schon Texte mit sieben Jahren.

Ich war in Mexico und mir ging das Geld aus. Ich machte Pantomime auf der Straße für die Touristen. Als ich zurückkam, wusste ich, ich will Schauspielerin werden.

Dann machte ich die Aufnahmsprüfung am Konservatorium und ich wurde genommen. Ich konnte es gar nicht glauben als mein Name da genannt wurde. Wir standen in einer Reihe, fünfundzwanzig, und dann wurde mein Name aufgerufen und ich habe nach rechts und links geschaut. Ich habe meinen eigenen Namen nicht mehr verstanden, so sehr habe ich mich gefreut (lacht).

Dann war ich im dritten Jahr nach dem Studium schon am Volkstheater München engagiert, dann machte ich „Feuchtgebiete“. Es gab immer viele Engagements. Ich konnte mich da manchmal auch nicht schützen als es zu viel wurde.

Außerhalb von dem was wir sehen, findet sehr viel statt – wenn wir hinschauen. In Mensch. Ort. Welt.

Der Mensch kann sich nicht für jemanden opfern. Das ist masochistisch. Es gibt Hingabe, Liebe – aber dazu muss es Reserven geben. Es braucht Kompetenz und Kraft. Dann ist es sinnvoll. Wenn ich etwas nicht mehr kann, dann gehe ich. Sonst geht es nur um etwas Perfides.

Wien, das sind meine Freunde. Mein Freund, der für die Liebe aus Paris hierherzog. Und dann Quarantäne (Im März, Anm.), bumm. Dieser enge Raum und es beginnen auch Streitereien, Kleibürgerkriege. Ist dumm, aber passiert.

Ich bin im Liebesstreit die Amazone. Da muss man in Deckung geben. Ich habe auch Pfeil und Bogen zuhause (lacht).

Ausdiskutieren geht nicht in einer Streitsituation. Da ist es ja ein Mittendrin. Da wird es nur schlimmer. Kurz weggehen und dann ist es wieder gut.

Ich war jetzt drei Jahre am Landestheater in Linz. Ich entdecke Wien gerade erst. Es ist schwierig jetzt unter den Umständen.

Ich kenne Wien eigentlich noch gar nicht. Ich bin neugierig.

Ines Schiller, Schauspielerin_Palais Auersperg _ Wien.

Vielen Dank für das Interview liebe Ines! Alles Gute und weiterhin viel Freude und Erfolg!

Ines Schiller, Schauspielerin

https://literaturoutdoors.com/2020/07/24/ich-denke-dass-das-theater-eine-gesellschaftliche-verpflichtung-hat-ines-schiller-schauspielerin_linz-24-7-2020/

Interview und alle Fotos_Walter Pobaschnig _ Palais Auersperg_Wien 6.11.2020

https://literaturoutdoors.com

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